Bücher mit dem Tag "britannien"

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38 Bücher

  1. Cover des Buches Die Nebel von Avalon (ISBN: 9783898971072)
    Marion Zimmer Bradley

    Die Nebel von Avalon

    (1.300)
    Aktuelle Rezension von: ClaraNordstern

    Ich befand mich beim Lesen, wie in einer Zeitreise. Durfte es zum Glück mit nach Hause nehmen, wo die Zeitreise weiter ging.
    Da es schon Jahrzehnte her ist, ich aber den Titel nicht vergessen kann, möchte ich es zu meinen absoluten Lieblingsbüchern erklären.
    Wer die Artussage mag, der mag auch die  aus der Sicht Morgaines, der Halbschwester von Artus, erzählte Geschichte lieben.

  2. Cover des Buches Der Winterkönig (ISBN: 9783644408012)
    Bernard Cornwell

    Der Winterkönig

    (276)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Ich bin schon seit meiner Kindheit ein Fan der Artus Sage durch die Ritter Filme, die es damals gab - hab das ganze aber lange Zeit aus den Augen verloren... als ich dann T. H. Whites »Der König auf Camelot« gelesen hab, bin ich bei dem Versuch leider gescheitert. Ich fand es vom Stil sehr anstrengend und hab die Neuauflage mit allen vier Bänden abgebrochen.

    Zum Glück ging es mir mit "Der Winterkönig" anders!
    Es liest sich zwar auch ein bisschen wie eine Sage und wirkt etwas antiquiert und nüchtern, aber das passt einfach auch hervorragend zu dieser von vielen Mythen umwobenen Geschichte! Der Autor erzählt mit vielen Details in sehr umfangreicher Form, was Namen, Ortschaften und Daten betrifft - oder auch die ganzen Kämpfe, die geführt wurden. Ich war trotzdem durchweg gefesselt, weil sich diese Passagen immer gut mit interessanten Wendungen abgewechselt haben!

    Wir erleben das ganze durch den Bericht eines Mönches, der in Jungen Jahren als frei gelassener Sklave in der Obhut von Merlin auf Tor (Avalon) aufwuchs. Merlin glänzt aber erstmal mit Abwesenheit, ebenso wie Arthur, denn der Mönch, der den Namen "Derfel" angenommen hat, berichtet von all den widrigen Umständen im umkämpften Britannien zur Zeit, als Großkönig Uther mehr oder weniger im Sterben liegt.
    Dessen Hoffnung liegt auf seinem einzigen, übrig gebliebenen, legitimen Nachkommen: seinem Enkel Mordred, der leider noch ein Säugling ist, als Uther stirbt. Daraus ergeben sich viele Entwicklungen, was die Streitigkeiten untereinander betrifft, als auch den gemeinsamen Feind, der in ihr Land einfällt: die Sachsen.

    Aber das Schicksal ist, wie Merlin uns immer eingepaukt hat, unerbittlich. Das Leben ist nichts als ein Witz der Götter, pflegte Merlin gern zu behaupten, und Gerechtigkeit gibt es nicht. Du musst lernen zu lachen, hatte er mir einmal erklärt, sonst wirst du dich zu Tode weinen.
    Zitat Seite 198

    Wer sich mit der Artus Sage ein bisschen auskennt, wird sicher die Namen Merlin, Avalon, Mordred, Morgane, Nimue, Guinevere oder Lancelot gehört haben. Ihre Darstellung fand ich sehr interessant, weil sie teilweise sehr abweicht von dem bisschen Wissen, was ich darüber bisher gehört hatte...
    Gerade Merlin wirkt äußerst selbstgerecht und überheblich, eigentlich absolut unsympathisch, weil er so viele Schicksale außer Acht lässt und "nur" das große Ganze sieht und seine Ziele ohne Rücksicht verfolgt. Seine Auftritte waren dennoch immer ein kleines Highlight und seine Rolle hatte immer eine große Wirkung!

    Sie alle spielen eine wichtige Rolle, kommen aber erst nach und nach auf den Schauplatz dieser folgenreichen Geschichte! Sie ist angesiedelt im 5. Jahrhundert nach Christus. Die Sachsen fallen von allen Seiten über Britannien ein, das durch eigene Zerwürfnisse uneins ist - und Arthur mit allen Mitteln zum Frieden bringen möchte, um gemeinsam gegen den verhassten Feind vorzugehen.
    Auch die Religionen spielen eine Rolle, denn Druiden sind heilige Männer und der Glaube an die alten Götter stark - doch man merkt den zunehmenden Einfluss der christlichen Priester, die überall mit ihren Predigten zu überzeugen suchen.

    Ich aber war auf dem Tor aufgewachsen, wo Menschen aller Rassen und aller Stämme zusammenlebten, und obwohl Merlin selbst ein Stammeshäuptling war und jeden, der sich Brite nennen durfte, hitzig in Schutz nahm, lehrte er niemals Hass auf andere Stämme. Seine Lehren hatten mich untauglich für das gedankenlose Abschlachten von Fremden gemacht, die umgebracht wurden, nur weil sie Fremde waren.
    Zitat Seite 204
    Dass diese Geschichte von Derfel erzählt wird fand ich einen guten Schachzug. Aus seiner Sicht und Einschätzung bekommt man einen guten Überblick über die Geschehnisse und Charaktere und erlebt seine Erlebnisse hautnah. Auch war bei mir immer der Gedanke im Hinterkopf, wie er vom Leben als junger, freigelassener Sklave schließlich in die Rolle eines christlichen Geistlichen gelangt, der diese Geschichte verfasst. Und sein Weg ist geprägt von vielen überraschenden Wendungen - ich hab ihn von Anfang an ins Herz geschlossen :)

    Eine Stellen sind mit brutalen Details geschmückt, grade auch, was manche Rituale anbelangt, wird kein Blatt vor den Mund genommen. Die Wirkung hat dabei die nüchterne Erzählweise etwas aufgehoben, was ich eher positiv gesehen hab.

    Ich hab mich jedenfalls gut in dem Stil einfinden können und fand die beschriebenen Figuren und Details zu den Erlebnissen sehr bildhaft und auch die Atmosphäre, dass ich hier einem alten Mythos auf den Grund gehe, perfekt getroffen! Am Ende gibt es dann auch noch ein großes Finale in einer Schlacht, die mit viel Finesse und einer scheinbar aussichtslosen Hoffnung geschlagen wird - und die neugierig macht, wie es wohl im nächsten Band weitergeht!

    Die Schlacht ist ebenfalls ein Angriff auf die Sinne, und dieser Angriff löst Angst aus, während Gehorsam der dünne Faden ist, der aus dem Chaos der Angst ins Überleben führt.
    Zitat Seite 312

    4.5 Sterne von mir :)

    Weltenwanderer

  3. Cover des Buches Ich, Heinrich VIII. (ISBN: 9783732598236)
    Margaret George

    Ich, Heinrich VIII.

    (97)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Heinrich VIII interessiert mich schon seit der Schulzeit. Nun habe ich es endlich geschafft, diesen Wälzer zu lesen. Gute vier Monate habe ich gebraucht, nicht weil das Buch langweilig war, sondern weil es so intensiv war. Ich wollte es genießen, und das habe ich. 

    Es ist eine Art Biografie in Tagebuchform, und dieses Buch hat mir Heinrich VIII noch mal ganz anders gezeigt. Irgendwie menschlicher. 

    Wer sich für die englische Geschichte interessiert, dem kann ich dieses Werk auf jeden Fall empfehlen!

    10.07.2025

  4. Cover des Buches Der Schattenfürst (ISBN: 9783499246258)
    Bernard Cornwell

    Der Schattenfürst

    (147)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Nach dem großen Kampf von Lugg Vale geht es nahtlos weiter. Sehr schön fand ich, dass am Anfang die Handlung von Band 1 zusammengefasst wurde, damit man gut wieder reinkommt! Wird ja leider selten in Reihenbänden gemacht.
    In das Personenregister würde ich aber nicht reinschauen, das enthält zu viele Spoiler ;)

    Der mittlerweile gealterte Mönch Derfel erzählt wieder aus seiner Sicht die damaligen Ereignisse, die sich um den Frieden drehen, den Arthur mit allen Mitteln erkämpfen will - sowie die Suche nach den 13 Kleinodien der Götter, die in den letzten Jahrhunderten verloren gingen.
    Das fand ich übrigens sehr interessant, denn über diese Kleinodien hatte ich bisher noch gar nichts gehört oder gelesen. Sie waren ein Schutz der Götter, die in Streit mit anderen Göttern geraten sind und mit diesen mächtigen Artefakten "ihre" Schützlinge in Britannien beschützen wollten. Das Zusammentragen dieser verschollenen Gegenstände setzt Merlin mit unendlich großer Macht gleich und die Rückkehr der wahren Magie.

    Der Schreibstil bleibt gleich auf eine nüchterne, aber doch sehr bildhafte Art, die die Geschehnisse sehr anschaulich beschreiben. Es gibt wieder viele Kämpfe und Schlachten, aber auch Verhandlungen über den Frieden, die ruhig, aber doch fesselnd beschrieben sind. Der erste Band hatte mich ja schon beeindruckt, aber der zweite hat mich noch mehr überzeugt! Es gab so viel Abwechslung und Entwicklungen der Figuren, die man immer besser kennenlernt, dass ich von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert habe!

    Arthur bleibt seinem Weg treu und möchte ein vereintes Britannien ohne die Sachsen, muss aber mit schweren Schicksalsschlägen kämpfen.
    Merlin möchte die Macht der alten Götter mithilfe der Kleinodien zurück und die Christen vertreiben, die sich immer mehr ausbreiten.
    Derfel schätzt beide sehr und versucht, ihnen gerecht zu werden. Für ihn freut es mich besonders, dass er seine Liebe gefunden hat - auf höchst überraschende Weise.

    "Vielleicht beten sie eine Forelle an. Was weiß ich? Bis jetzt verehren sie bereits einen heiligen Geist, eine Jungfrau und einen Zimmermann. Warum also nicht auch einen Fisch?"
    Zitat Seite 420

    Die krassen Gegensätze der Heiden und Christen mit all ihren Ritualen ihres unterschiedlichen Glaubens werden sehr interessant aufgezeigt. Blutige Zeremonien, täuschende Flüche, Angst schürende Bräuche und fanatische Gläubige zeigen, wie tief verwurzelt die Hoffnung auf etwas Übernatürliches ist. Etwas, das größer ist als wir selbst und das Schicksal auf Erden lenken kann und ein besseres Leben verspricht. Dieser Zwang, andere vom eigenen Glauben überzeugen zu müssen und dafür Kriege zu führen, zu töten und andere zu bezwingen schwingt hier sehr deutlich mit. Und zieht sich ja leider auch unentwegt durch die Jahrhunderte.

    Die Dinge, die er sich wünscht, sind rührend simpel: Gesetze, Gerechtigkeit, Ordnung, Sauberkeit. Er wünscht sich aufrichtig, dass alle glücklich sind, und das ist schlechthin unmöglich.
    Zitat Seite 330

    Das steht auch Arthurs tiefstem Wunsch nach Frieden im Weg. Er ist ein sehr simpel gestrickter Mensch, voller Ideale und zutiefst mit einer allumfassenden Ordnung verwoben. Er möchte ein einfaches Leben ohne Kampf und Streit, ein glückliches Leben in dem alle Menschen zufrieden sind.
    Ein Wunsch, den wir wohl alle haben und der leider so oft durch die äußeren Umstände vereitelt wird. Arthur muss das hier sehr schmerzhaft erfahren.

    Es werden natürlich auch viele bekannte Begriffe und Ereignisse erwähnt. "Camelot" zum Beispiel, das Hof des mythischen britannischen Königs Artus bekannt ist, umfasst hier das gesamte Land. Scheint aber, wie im Nachwort des Autors erwähnt, gar nicht hierher zu passen, da dieser Begriff erst im 12. Jahrhundert aufkam.
    Die Ritter der Tafelrunde hat sicher auch schon jeder mal gehört - aber auch dieser Mythos wird hier ganz neu interpretiert und als Trugschluss aufgedeckt.
    Auch die Sage von Tristan und Isolde findet hier ihren Platz, wenn auch ebenfalls verändert, aber sie fügt sich perfekt ins Gesamtbild.

    Überhaupt fand ich die ganzen Ereignisse erfrischend anders und mag diese Art der Erzählweise, als würde man tatsächlich einer alten Sage lauschen, die der alte Derfel in seinen letzten Tagen aufs Pergament bringt. Ich freu mich jetzt schon sehr auf den dritten und letzten Band!

  5. Cover des Buches Die Wälder von Albion (ISBN: 9783596509966)
    Marion Zimmer Bradley

    Die Wälder von Albion

    (387)
    Aktuelle Rezension von: Lulia

    Im Zentrum der Geschichte steht die Enkelin einer Hohepriesterin namens Eilan, die eines Tages den verletzten römischen Offizier mit keltischen Wurzeln namens Gaius rettet, sie sich ineinander verlieben und beide in einen Konflikt zwischen ihren Gefühlen und der Loyalität zu ihren Völkern geraten als Gaius zum Befehlshaber der römischen Truppen in Eilans Heimat ernannt wird. Die sehr atmosphärische Handlung weist eine sehr hohe emotionale Tiefe auf und beeindruckt mit dem mystischen Worldbuilding.
    Bei den Protagonisten steht die Priesterin Elaine im Mittelpunkt der Handlung, die vielschichtig und lebendig dargestellt wird, wodurch man sich als Leser sehr gut in diese hineinversetzen kann. Relevante Nebenprotagonisten, wie z.B. Gaius oder Ardanos, sind ebenfalls facettenreich dargestellt, was der Geschichte eine zusätzliche Lebendigkeit verleiht.
    Wer Fantasy-Geschichten vor antiker Kulisse mit sowohl emotionaler als auch atmosphärischer Tiefe mag, wird hier fündig.
    Der Schreibstil ist detail-, facettenreich und weist einen poetischen Einschlag auf, der wesentlich zur mystischen Atmosphäre des Buches beiträgt.
    Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.

  6. Cover des Buches Die Priesterin von Avalon (ISBN: 9783898975261)
    Marion Zimmer Bradley

    Die Priesterin von Avalon

    (261)
    Aktuelle Rezension von: Lulia

    Im Zentrum der Handlung steht die Tochter einer Priesterin Avalons und eines römischen Offiziers namens Eilan/Helena, die im magischen Avalon aufwächst und zur Hohen Priesterin geweiht wird. Als sie sich in den römischen Offizier Constantius verliebt und für ihn die heilige Insel verlässt, beginnt ihre Reise durch die Intrigen des Römischen Reiches. Die sehr ruhige Handlung verknüpft keltische Mythologie und reale Geschichte gekonnt miteinander und weist zum Teil sehr zähe Stellen auf, die das Erzähltempo ausbremsen.
    Bei den Protagonisten steht die innerlich zerrissene Eilan/Helena im Mittelpunkt der Handlung, die sympathisch und glaubwürdig dargestellt wird. Nebenprotagonisten, wie z.B. Rian oder Konstantin, bereichern die Handlung, bleiben aber eher im Hintergrund.
    Wer ruhige und atmosphärische Fantasy-Geschichten vor realhistorischer Kulisse mag, wird hier fündig.
    Der Schreibstil ist detailreich, weist jedoch einen vergleichsweise weniger poetischen Einschlag auf als die Vorgängerbücher.
    Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. Für mich der schwächste Teil der Reihe.

  7. Cover des Buches Der Sohn der Schatten (ISBN: 9783426435182)
    Juliet Marillier

    Der Sohn der Schatten

    (210)
    Aktuelle Rezension von: ariadne
    Ich habe den 1. Band der Sevenwaters Reihe schon vor Jahren verschlungen und endlich auch den 2. Band geschafft! Was für eine Reise. Den märchenhaften Zauber des Vorgängers konnte ich hier zwar nicht so entdecken, aber es war dennoch eine unglaubliche Geschichte, die uns die Autorin hier bietet. 
    Für die Geschichte braucht man viel Geduld und Zeit, aber sobald man einmal richtig drinnen ist, kann man kaum mehr aufhören!
  8. Cover des Buches Die Herrin von Avalon (ISBN: 9783453352148)
    Marion Zimmer Bradley

    Die Herrin von Avalon

    (314)
    Aktuelle Rezension von: Lulia

    Im Zentrum der Handlung steht Avalons generationsübergreifende Kampf um seine spirituelle und politische Bedeutung in der zunehmenden Christianisierung Britanniens. Die ruhige Handlung ist in drei große Teile gegliedert, die jeweils einer anderen Generation von Priesterinnen Avalons folgen und verknüpft gekonnt Fantasy mit wahren historischen Ereignissen.
    Bei den Protagonisten stehen pro Teil jeweils Caillean, Dierna und Viviane im Mittelpunkt der Handlung, die sympathisch und glaubwürdig dargestellt werden. Vor allem bei Letzterer wird die Verbindung zum ersten Teil hergestellt.
    Wer ruhige und atmosphärische Fantasy-Geschichten vor keltischer Kulisse mag, wird hier fündig.
    Der Schreibstil ist detail-, facettenreich und weist einen poetischen Einschlag auf, der wesentlich zur Atmosphäre des Buches beiträgt.
    Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.

  9. Cover des Buches Arthurs letzter Schwur (ISBN: 9783499246265)
    Bernard Cornwell

    Arthurs letzter Schwur

    (121)
    Aktuelle Rezension von: Aleshanee

    Hier gab es leider keine keine Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse wie in Band 2 - da ich ihn aber direkt danach gelesen habe, war das nicht schlimm. Vor allem hat Cornwell auch hier wieder Details eingeflochten, die die Erinnerungen auffrischen und die vielen Verwicklungen wieder deutlich machen, die den Weg von Arthur, Derfel und Merlin - ja ganz Britannien geprägt haben!

    Der Anfang wirkte etwas behäbig auf mich, aber ich war schnell wieder gefesselt. Denn natürlich ist der lang erkämpfte Frieden mal wieder bedroht und während eine Menge Kämpfe und Schlachten zu bestehen sind, möchte Merlin endlich mit einem alten und grausamen Ritual die Götter wieder zurückholen.

    Auch und gerade in diesem Band geht es sehr brutal zu, denn die vielen Gefechte und Scharmützel werden sehr bildhaft und umfassend beschrieben. Das ist nicht für jeden so fesselnd und an manchen Stellen war es mir auch etwas zu viel, andererseits zeigt es sehr eindrücklich, wie Kriege zu dieser Zeit ausgesehen haben müssen. Wenn man die Bilder aus Herr der Ringe gewohnt ist, in denen Zehntausende aufeinander treffen, scheinen hier die paar Hundert Mann der Kriegshorden verschwindend klein zu sein. Aber die beschriebenen Szenen, die Taktiken, die Schildwälle, die Raserei beim Aufeinandertreffen und die Wildheit der Kämpfe wurde hier sehr lebendig und glaubhaft dargestellt.

    Nicht nur in den Kämpfen, auch sonst steckt Bernard Cornwell viel Liebe ins Details, wenn es um die Protagonisten, das Land, die Sitten und Bräuche und allgemein die Menschen und ihr (Über)Leben geht. Gerade auch die rituellen Feste und die magischen Zeremonien der Druiden fand ich total spannend!
    Aber auch die Entwicklungen der Figuren, denn gerade Arthur und auch Nimue trifft es sehr hart, was ihren weiteren weg und ihre Entscheidungen stark beeinflusst. Gerade Arthur hat mich tief berührt, denn hier strebt er weder nach Macht noch nach Besitz und möchte eigentlich nur ein friedliches Britannien, in dem jeder glücklich leben kann, während er sich selbst nach einem einfachen Heim sehnt, in dem er zufrieden alt werden kann. Durch die Bürde seines Eides wird ihm das jedoch nicht vergönnt.

    Der Glaubenskonflikt ist ebenfalls immer noch präsent, der mit vielen Intrigen und Zwängen daherkommt und auch wieder sehr gut aufzeigt, wie die einzelnen Menschen reagieren, beeinflusst werden und dabei hoffen oder auch verzweifeln und welche Auswirkungen das im Kleinen und Großen hat.

    Ein starker Abschlussband, der vor allem durch Schlachten geprägt ist, in dem man endlich erfährt, wie Derfel seine Hand verlor und in dem auch der berühmte Barde Taliesin endlich auftaucht. Sein Name betitelt ja den ersten Band der Pendragon Saga von Stephen Lawhead, die ich auch unbedingt lesen möchte!
    Natürlich möchte ich jetzt auch mehr von Cornwell lesen und die Uthred Saga wird wohl die nächste sein, mit 13 Bänden aber auch wieder eine ganz schön lange Reihe :)

  10. Cover des Buches Die Keltenkönigin (ISBN: 9783404254422)
    Diana L. Paxson

    Die Keltenkönigin

    (24)
    Aktuelle Rezension von: MeinNameistMensch

    Wer Shakespeare kennt wird dort wahrscheinlich schon einmal auf die Geschichte von König Lear und seinen Töchtern gestoßen sein. Die Autorin Diana L. Paxson verbindet diesen Erzählstoff nun mit den Geschichten um die Eroberung Britanniens durch die Kelten und lässt diese Umbruchszeit vor den Augen der Leser_innen lebendig werden. König Leir hat Britannien zwar mit Waffengewalt erobert, sich aber durch Heirat und Rituale auch dem Land geweiht und so die spirituelle Verbindung beibehalten. Zwei seiner Töchter träumen davon, die nun etablierte Männerherrschaft durch eine Königinnenherrschaft zu ersetzen und scheinen dem greisen König scheinbar die Treue zu geloben, die dritte hingegen - Cridilla - liebt ihren Vater so sehr, dass ihr im entscheidenden Moment keine Lüge gelingt und sie ins Exil gehen muss. Doch am Ende wird sie es sein, die die einzige ist, auf die er im Moment der Not setzen kann.

    Diana L. Paxson gelingt mit "Die Keltenkönigin" ein wundervolles Buch über die spirituelle Verbindung zu einem Land, wahre Liebe und Freundschaft und auch die Kraft die unterschiedlichen Kräfte von Gött_innen. Cridilla ist mehr als nur Tochter: Sie ist auch Kriegerin, Schamanin, Priesterin und auch Liebende und gerade diese Vielfalt und ihre Treue zu ihrem Land und ihrem Vater macht das besondere dieses Buches aus. Ein sehr lohnenswertes Buch, das ich nur wärmstens empfehlen kann.

  11. Cover des Buches The Bright Sword (ISBN: 9783596711819)
    Lev Grossman

    The Bright Sword

    (23)
    Aktuelle Rezension von: nymeria

    Vorweg: Geschmäcker sind verschieden. Und ich kann absolut verstehen, dass das Buch manch andere im Gegensatz zu mir sehr begeistert hat. Mich hat es leider nicht erreichen können. Meinem Geschmack hat es nicht entsprochen und daher habe ich mir insbesondere mit der Länge des Buches sehr schwer getan. In meinen Augen hätte man nämlich 200 Seiten auch bestimmt kürzen können. Irgendwie ist viel passiert und gleichzeitig sehr wenig, sodass ich das Gefühl habe, diese Art der Erzählweise ist einfach nicht meins.

    In "The Bright Sword" verfolgen wir Collum, der ein Ritter der Tafelrunde werden möchte. Er kommt von einer kleinen Insel bei Britannien, musste als Mündel viel einstecken, und hat kurzerhand die Rüstung seines Herrn einkassiert und ist losgezogen. Als er in Camelot ankommt, ist da nichts so, wie er es erwartet hat. Es ist nur noch die B-Mannschaft der Tafelrunde übrig und der berühmte König Artus ist tot. Und irgendwie plätschert in meinen Augen daraufhin alles nur so hin.

    Ja, das ist wohl die korrekte Bezeichnung, wie ich es empfand: Plätschern. Dann ist Collum im Raum der Tafelrunde. Und statt hochkant rausgeworfen zu werden, weil ein Fremder einfach mal da rein stiefelt, wird er mitgenommen, um einen Thronfolger zu suchen. Dabei gibt es allerhand Abenteuer, ohne dass tiefergehend erklärt wird, wie alles zusammenhängt. Sie stolpern halt in das. Und dann in das. Und dann in das. Und ins nächste Etwas. Dabei hat es mich nie wirklich gepackt, weil alles nur so plätschert. Dabei war dann auch vieles mir irgendwie zu heroisch, zu christlich.

    Was mir aber gut gefallen hat, waren die Unterbrechungen durch Kapitel zu den einzelnen Rittern. So erhielt man immer die "Entstehungsgeschichte" wie Ritter X eben zum Ritter wurde. Dabei waren die Charaktere sehr divers gestaltet, was mir sehr gut gefallen hat. Zudem fand ich es sehr passend in das zeitliche Setting eingeflochten. (Auch wenn der Autor in seiner Danksagung einräumt, manche zeitlichen Begebenheiten nicht so genau genommen zu haben. Diese künstlicherische Freiheit empfand ich aber als richtig gut umgesetzt und vor allem als sinnvoll eingearbeitet. In diesem Aspekt mochte ich das Buch gern.)

    700 Seiten Plätschern hat mich aber nicht überzeugen können. Ich habe mit Collum nicht mitgefiebert, fand das Ende irgendwie komisch, und war daher ziemlich unzufrieden nach dem Lesen.

  12. Cover des Buches Das Schwert von Avalon (ISBN: 9783453355989)
    Marion Zimmer Bradley

    Das Schwert von Avalon

    (29)
    Aktuelle Rezension von: MeinNameistMensch

    Wer an die Artus Sage denkt wird wahrscheinlich recht schnell auch zu der Geschichte kommen, wo Artus das Schwert Excalibur aus dem Stein zog. Damit begann quasi sein Königtum und alle weiteren Abenteuer der Ritter der Tafelrunde.  

    Doch woher kommt eigentlich dieses Schwert? Wer hat es geschmiedet und wieso ist es mit so großer Macht verbunden?

    Antworten erhält mensch in diesem dritten Buch der Avalon Reihe, welches wiederum aus der ZUsammenarbeit von Marion Zimmer Bradley und Diana L. Paxson entstanden ist. Excalibur konnte nur entstehen, weil sich der Königssohn Mikantor und die damalige Hohepriesterin von Avalon zusammentaten und gemeinsam dieses Schwert erschufen, das mächtigste Schwert den Welt.

    Den beiden Autorinnen gelingt erneut ein faszinierendes Buch voller Magie, Abenteuer, Freundschaft, Liebe und Gefahr und mensch wird als Leser_in sofort davon ganz tief in den Bann gezogen und will gar nicht mehr aufhören zu lesen. 

    Erneut ein ganz besonderes Buch, dass ich nur wärmstens empfehlen kann,.

  13. Cover des Buches Das Buch der Snobs (ISBN: 9781533157362)
    William Makepeace Thackeray

    Das Buch der Snobs

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    William Makepeace Thackeray wurde am 18. Juli 1811 in Kalkutta, Indien als Sohn eines Kolonialbeamten geboren. Mit 6 Jahren wurde er zum Schulbesuch auf Internate nach England geschickt. Nach verschiedenen Reisen in europäische Länder studierte er Rechtswissenschaften in London und Kunst in Paris.
    1836 begann Thackeray als Journalist zu arbeiten und Bücher zu schreiben. Sein berühmtestes Werk Vanity Fair (dt. Jahrmarkt der Eitelkeiten) erschien 1847/48 und machte ihn endgültig zum angesehenen Autor. Heutzutage zählt Thackeray neben Charles Dickens und George Eliot zu den bedeutendsten englischsprachigen Romanciers des Viktorianischen Zeitalters.
    William M. Thackeray starb am 24. Dezember 1863 in London. (Quelle: Wikipedia)

    Für die wöchentlich erscheinende Satirezeitschrift "Punch" schrieb Thackeray als Kolumnist über die arroganten feinen Pinkel der Londoner Gesellschaft und nannte sie "Snobs". Snobs fand er in der gesamten High Society: unter gekrönten Häuptern, Adligen, Bankiers, Literaten, Professoren und sogar Geistlichen. Mit diesem Buch wurden seine gesammelten Artikel veröffentlicht. Es handelt sich somit nicht um eine fortlaufende Erzählung, auch wenn manche Themen in mehreren Fortsetzungen behandelt wurden.
    Mir hat die teilweise schon sehr bissige Gesellschaftskritik in diesen Artikeln gut gefallen. Mit scharfer Zunge verspottet Thackeray die Unterwürfigkeit der Engländer gegenüber dieser High Society, obwohl viele Angehörige dieser oberen Gesellschaftsschicht sich nur durch ihr Vermögen oder den Adelstitel von den anderen abhoben. Er zeichnete sie als dumm, ungebildet, hässlich, bösartig, usw. Wie schon gesagt, ziemlich bissig. Da es sich um wöchentlich erscheinende Artikel handelte, wurde die Lektüre auf die Dauer aber langweilig, weil sich vieles wiederholte. Die Geschichten sind schon amüsant, erfordern aber eine hohe Konzentration um am Ball zu bleiben. Die ganzen Anspielungen auf reale Personen, die er immer hinter sehr lustigen, erfundenen Namen versteckte, konnte ich selbstverständlich auch nicht immer verstehen. 

    Fazit: Eine scharfzüngige Gesellschaftskritik, leider durch viele Wiederholungen auf die Dauer langweilig und anstrengend zu lesen.


  14. Cover des Buches Vespasian: Das Blut des Bruders (ISBN: 9783958625280)
    Robert Fabbri

    Vespasian: Das Blut des Bruders

    (11)
    Aktuelle Rezension von: lielo99

    Auch der 5. Band dieser Reihe zog mich in seinen Bann. Hier beschreibt Robert Fabbri sehr genau, wie die Römer in Britannien einfielen und die dort lebenden Druiden sich ihnen entgegen stellten. Sabinus, der Bruder Vespasians, ist nicht gerade als Diplomat bekannt. Es ist also kein Wunder, dass er sich mit den „geistigen Eliten“ dort anlegt und in Gefangenschaft gerät. Wie es bei denen damals üblich war, wollen sie ihn als Opfergabe gebrauchen, aber es wäre nicht Vespasian, wenn er seinen Bruder nicht retten könnte.


    Es gibt einige negative Rezensionen, die sich an der „Fantasy“ stören. Warum eigentlich? War es nicht damals üblich, dass etliche Götter angebetet wurden und widernatürliche Ereignisse besonderes Augenmerk erfuhren? Ich kann durchaus nachvollziehen, dass Vespasian sogar das Erscheinen der Phönix beobachtete. Herr Fabbri erläutert sehr genau, warum er ausgerechnet in diesem Band auf Tacitus zurückgreift. Und mal ehrlich, wenn die damaligen Leser seiner Werke die Ereignisse für wahr hielten. Warum sollte das heute anders sein?


    Ich höre die Serie seit dem ersten Band und bin immer noch beeindruckt. Herr Fabbri recherchierte sehr genau und ich lerne sehr viel über die damaligen Verhältnisse. Das wäre aber kaum erwähnenswert, wenn es nicht von einem Mann vorgetragen würde, der sein Handwerk versteht. Herr Wittenberg versteht es wie kein zweiter, die Stimmen und Stimmlagen an die Personen anzupassen. Sei es die „liebliche“ Stimme von Caenis oder die raue von Magnus. Er überzeugt mich jederzeit.

  15. Cover des Buches Die Hüterin von Avalon (ISBN: 9783453352384)
    Marion Zimmer Bradley

    Die Hüterin von Avalon

    (130)
    Aktuelle Rezension von: skloane

    in Glastonbury war (angeblich das heimliche Avalon) kann ich mir die Orte sehr gut vorstellen. Ich selbst war oben auf dem Glastonbury Tor und hab die mystische Atmosphäre die dort herrscht wahrgenommen. Ich fand diesen Band faszinierend, extrem brutal und traurig. Nichts für schwache Nerven. Zum Buch: Römische Invasoren nehmen die Insel Stück für Stück in Besitz. Boudicca eine der Hauptdarstellerinnen setzt sich mit ihren Leuten, verzweifelt zur Wehr. Wird es  Boudicca und der jungen Priesterin Lhiannon gelingen, ihre Heimat zu retten? 

  16. Cover des Buches Der Flammenträger (ISBN: 9783499291104)
    Bernard Cornwell

    Der Flammenträger

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Moidlvomberch

    auch hier wieder absolut klasse und spektakulär.
    ich freue mich wahnsinnig dass er nun endlich das erreicht hat was er schon so lange plant. das hat mir besonders gut gefallen

    auch hier war es wieder ein absolut spannendes Abenteuer, das Buch konnte ich auch hier nicht aus der Hand legen und hab es innerhalb weniger Tage verschlungen!

    die gesamte Reihe finde ich bis jetzt absolut klasse und sehr spannend geschrieben - einfach toll!

    ganz klare Empfehlung!

  17. Cover des Buches Der Adler der Neunten Legion (ISBN: 9783772524615)
    Rosemary Sutcliff

    Der Adler der Neunten Legion

    (31)
    Aktuelle Rezension von: Featherstone

    Inhalt: 

    117 n. Chr.: Der junge Centurio Marcus Flavius Aquila, der nach einer schweren Beinverletzung aus seiner Legion ausgeschieden ist, hat ein großes Ziel: Er will herausfinden was aus der vor vielen Jahren verschollenen Neunten Legion geworden ist, der sein Vater angehörte. Dazu muss er sich in die unwegsamen und gefährlichen Wälder nördlich des Hadrianswalls begeben. Begleitet wird Marcus dabei von seinem Freund Esca, der dort aufgewachsen ist und gemeinsam begeben sie sich eine waghalsige Reise bei der die Wiederkehr ungewiss ist… 

    „Ich bin nicht besonders fantasiebegabt, aber ich sage euch, es hat Zeiten gegeben, wenn der Nebel vom Hochmoor herabwallte, dass ich halb erwartete, die verschwundene Legion zurückkommen zu sehen.“ (S. 133)
    „Es gibt kein Zurück durch die Wasser des Lethe.“ (S. 263)

    Meine Meinung:

    Man kann sich sehr gut in Marcus Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen. Man bangt mit ihm als er sich nach seinem folgenschweren Unfall zurück ins Leben kämpfen muss und sich die Frage stellt, ob er je wieder laufen können wird. Er muss sich damit abfinden, dass er seinen größten Traum begraben muss: Er wird niemals wieder in einer Römischen Legion als Centurio dienen können, weiß nicht wie er fortan seinen Lebensunterhalt bestreiten soll und was er nun mit seiner ungewissen und düster erscheinenden Zukunft anfangen soll. Schließlich setzt er sich zum Ziel das Schicksal der Neunten Legion zu ergründen. Es gefällt mir, dass nicht etwa das Streben nach Ruhm das Motiv dafür ist, dass Marcus sich mit Esca auf eine so beschwerliche und gefährliche Reise begibt. Marcus Antrieb ist die Liebe zu seinem Vater. Er will herausfinden, was seinem Vater widerfahren ist und beweisen, dass dieser kein Deserteur gewesen ist. Das macht einem Marcus sehr sympathisch und man wünscht es ihm sehr, dass seine Suche erfolgreich sein wird.

    Die Handlung ist etwas Besonderes. Man hat nicht wie bei anderen Büchern das Gefühl schon duzende ähnlich gelagerte Geschichten gelesen zu haben. Obwohl das Buch in die Kategorie Jugendbuch fällt hatte ich beim Lesen nicht den Eindruck ein Jugendbuch vor mir zu haben. Die Protagonisten sind bereits volljährig und verhalten sich entsprechend. Der Schreibstil ist wirklich schön und wirkt „gehobener“ als bei anderen Jugendbüchern. Das mag wohl auch daran liegen, dass das Buch bereits 1954 erschienen ist und sich der Entstehungszeitpunkt im Schreibstil und in der Erzählweise niedergeschlagen hat. Außerdem wirkt der historische Hintergrund der Geschichte besser recherchiert als bei vielen anderen Jugendbüchern. Rosemary Sutcliff vermag es die damalige Zeit lebendig werden zu lassen: Die geheimnisvoll anmutenden religiösen Rituale der nördlich des Hadrianswalls lebenden Volksstämme werden sehr eindrücklich beschrieben. Auch die mitunter bedrückende Atmosphäre in den düsteren, unwegsamen und nebligen Wäldern wird einem sehr gut nahegebracht:

    Der Nebel, von dem sie auf dem geheimen Pfad so geplagt worden waren, verfolgte sie seitdem. Er war gleichmäßig und heimtückisch; manchmal waren die fernen Hügel nur verschleiert, dann wieder fiel er über sie her und hüllte alle Anhaltspunkte in ein wirbelndes Grau, in dem der Boden sich aufzulösen schien. (S. 264)

    Die tiefe Freundschaft, die sich zwischen Marcus und Esca entwickelt, ist einer der wichtigsten Bestandteile der Geschichte und bleibt einem besonders in Erinnerung. Die beiden entdecken, dass sie trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft viel mehr gemeinsam und dass sie mehr verbindet als man auf den ersten Blick meinen könnte. Erst durch die Hilfe des jeweils anderen wandelt sich das Leben beider zum Besseren. Das Buch hat eine schöne und wertvolle Botschaft: Freundschaft kann dabei helfen Schwierigkeiten durchzustehen und Herausforderungen zu bewältigen. Es geht sehr zu Herzen und weckt große Sympathien, dass Marcus Esca von Beginn an als ebenbürtig betrachtet und ihn respektvoll behandelt, obwohl dies zu dieser Zeit und unter den geschilderten Umständen keineswegs selbstverständlich gewesen ist. Marcus nutzt seine Machtposition nichts aus um Esca dazu zu zwingen ihn zu begleiten. Stattdessen stellt er es Esca frei ihn zu begleiten und verlässt sich dabei auf dessen Loyalität und auf das gegenseitige Vertrauen, das sich zwischen ihnen entwickelt hat.

    Das Erzähltempo ist stellenweise eher langsam. So brechen Marcus und Esca erst in der Mitte des Buches auf um den titelgebenden verlorenen Adler der Neunten Legion zu suchen und dann vergehen nochmals einige Seiten bis sie eine erste Spur vom Adler finden. Das verzeiht man der Geschichte aber gerne, weil einem die Hauptpersonen durch die ausführliche und einfühlsame Charakterisierung richtig ans Herz wachsen. Man kann sich dadurch richtig gut in deren Gedanken- und Gefühlwelt hineinversetzen. Selbst die Nebenfiguren werden richtig gut charakterisiert: Marcus lernt die neben ihm wohnende Cottia kennen, freundet sich mit ihr an und entwickelt allmählich Gefühle für sie. Obwohl es gar nicht so viele gemeinsame Szenen und Gespräche zwischen Marcus und Cottia gibt, werden diese so eindrücklich und gefühlvoll beschrieben, dass man Cottia schnell liebgewinnt. Selbst den Wolfswelpen Cub, den Marucs großzieht, hat man richtig gerne.

    Besonders im letzten Drittel des Buches zieht das Erzähltempo merklich an und es kommt zu einem unglaublich spannenden und mitreißenden Wettlauf gegen die Zeit bei dem es um Leben und Tod geht. Dabei kommt Marcus und Esca ein fast schon etwas zu glücklicher Zufall zugute. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, weil die Geschehnisse so spannend sind und man richtig mitfiebert. Die Geschichte hat ein wirklich schönes, emotionales und hoffnungsvoll stimmendes Ende, das einem glücklich zurücklässt.

    Die gleichnamige Verfilmung 2011 hat mir zwar gefallen, aber sie kann meiner Meinung nach nicht mit dem Buch mithalten. Die Freundschaft und das Vertrauen zwischen Marcus und Esca sind im Buch größer und entwickeln sich glaubwürdiger. Es gefällt mir auch besser, dass Marcus Esca im Buch frei entscheiden lässt, ob er ihn begleiten will. Insgesamt sind mir Marcus und Esca im Buch einfach noch mehr ans Herz gewachsen. Außerdem ist es schade, dass in der Verfilmung die beiden liebgewonnenen Nebenfiguren Cottia und Cub weggelassen wurde.

    Fazit:

    Es handelt sich um ein herausragend gutes Jugendbuch in dem es um mehr als eine abenteuerliche und gefährliche Reise geht. Es geht auch viel um Freundschaft, darum mit der Vergangenheit abzuschließen und um die Frage wo Zuhause ist und was Heimat bedeutet. Dieses Buch ist mehr als „nur“ ein Jugendbuch und auch für Erwachsene empfehlenswert. Es ist absolut verständlich, dass dieses Buch als Klassiker gilt und noch nach so vielen Jahren aufgelegt wird.

  18. Cover des Buches Die Hüterin der Lieder (ISBN: 9783764531461)
    Ilka Tampke

    Die Hüterin der Lieder

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Lesegenuss

    Das Buch beginnt mit einem kurzen Rückblick in das Vergangene und beginnt nunmehr ein Jahr nach den dramatischen Ereignissen. Es ist nicht nur die Geschichte von Ailia, die hier erzählt wird. Es ist der Blick in die Geschichte der römischen Invasion Britannies des ersten Jahrhunderts nach Christus. Das junge Mädchen Ailia ist eine Kendra, und um was es sich da handelt, wird erzählt. Und nun muss Ailia, nachdem sie ein Jahr versteckt in den Bergen mit ihrem Hund gelebt hat, zurück. Ihre Mission, dem Kriegsfürsten zur Seite zu stehen bei dem Kampf gegen die Römer. Ihre Mission, sie musste mit ihm einen Krieg gewinnen. Und Caradog, der Kriegsfürst, braucht er sie. Er muss dem Gesang der Mütter, den magischen Liedern des Volkes zuhören. Schon sehr bald hinterschaut man den Protagonisten Caradog. Was für wechselhafte Launen er unterliegt, dahinter erkennt man dann auch eine weitere Person, die ihn nicht zum guten beeinflußt. Und dieser stellt die Kendra, Ailia, bloß. Doch diese findet schnell einen Freund, den Sänger am Hof.

    Zitat S. 45
    ... Ich bekam große Augen. Rhains Stimme war stark wie eine Flamme. Er strahlte eine Macht aus, als weise sein Körper keinerlei Entstellungen auf. Wo hatte er diese Anmut erworben?
    In der Halle wurde es still. … Er sprach in Rätseln, um die Aufmerksamkeit des Publikums in die Tiefe zu lenken.

    Beim ersten Treffen singt Rhain ihre, Ailias, Geschichte. Wie hatte er davon erfahren können? Denn sie war nur wenigen bekannt. Doch er verriet sie nicht, ihr Geheimnis.

    Die Handlung spielt in Britannien im fünften Jahrzehnt nach Christus. In ihrem Nachwort weist die Autorin auf die geschichtlichen Ereignisse hin. Egal ob Mythen, Sagen, Lieder, Gedichte, es ist magisch. Es gehört ebenso viel Fantasie dazu, den Leser in ein derart opulentes Werk zu entführen. In eine Zeit, für uns so nicht vorstellbar. Doch hier hat man alles bildlich vor Augen.
    Diese Geschichte ist faszinierend zu lesen. Ein historischer Roman, der sehr anschaulich dargestellt wird. Sehr, sehr beeindruckend.
    Die Auferstehung eines Zeitalters, was durch die Beschreibungen eine außergewöhnliche Atmosphäre ausströmt. Man kann das Buch nicht aus der Hand legen, bis man es zu Ende gelesen hat. Ich liebe Bücher, bei denen man merkt, dass das Schreiben selbiger dem Autor ein Bedürfnis war. Dies ist gehört mit dazu.
    Zum Schluß gibt es noch eine Leseprobe zum ersten Band "Das Lied der Kendra". Es sei aber gesagt, man kann dieses Buch auch allein lesen ohne vorheriges.

    "Die Hüterin der Lieder"  überzeugt durch einen glatten, unterhaltsamen Erzählstil. Sehr schwungvoll und flüssig geschrieben,  schafft die Autorin Ilka Tampke es eine hinreißend spannende Geschichte mit gut recherchierten, historischen Fakten zu verweben.
    Ich lasse mich gerne von einer Geschichte gefangen nehmen, diesem Buch ist es gelungen.

  19. Cover des Buches Sir Gawain und der Grüne Ritter (ISBN: 9783000535000)
  20. Cover des Buches MERLIN! Auf der Suche nach Merlin - Mythos oder geschichtliche Wahrheit? (ISBN: B003F6TJDK)
  21. Cover des Buches UNNATURAL HISTORY (ISBN: 9783943408195)
    Jonathan Green

    UNNATURAL HISTORY

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Sandsch
    Es war mein erstes Buch dessen Geschichte eine Steampunk-Fassung unserer bekannten Welt umfasst. So richtig wusste ich nicht, worauf ich mich da einlasse und muss sagen, dass mich die Geschichte an sich begeistern konnte trotz kleiner Mängel. Ich bin sehr gut in die Geschichte um den heldenhaften Abenteurer Ulysses Lucian Quicksilver rein gekommen, auch wenn ich nicht wusste wohin sie mich führen wird.

    Die Geschichte ist am Ende des 20. Jahrhunderts angesiedelt, trotzdessen hatte ich häufig das Gefühl mich Ende des 19. Jahrhunderts zu befinden. Der Autor hat ein Händchen Altes mit Neuem zu verbinden und mir als Leser das Unmögliche näher zu bringen und glaubhaft darzustellen. Das fand ich sehr spannend.

    Die Geschichte an sich ist spannend von Anfang bis Ende. Gekonnt wird der Leser immer wieder durch Wendungen überrascht, die die Geschichte in eine vollkommen andere Richtung lenken. Sicherlich sind so einige auftauchende Wesen und Entwicklungen extrem abgedreht, passen aber gut in die Geschichte. Mir war es an manchen Stellen fast ein wenig zu abgedreht. 

    Der Protagonist Ulysses Lucian Quicksilver ist ein Abenteurer und Agent der Queen. Man könnte auch meinen er wäre Sherlock Holmes, James Bond 007 und Jack Bauer (nur mit mehr als 24 Stunden Zeit) in einem. Scheinbar hat er mehr leben als eine Katze! Denn irgendwie schafft er es immer dem Tod von der Schippe zu springen und trotzdem noch die Welt zu retten. Allerdings kommt er hier eher blass rüber. Außer das er den gewissen sechsten Sinn hat und am Leben bleibt, um die Welt zu retten, erfährt man nicht wirklich mehr von ihm. Aber es ist ja auch erst der Auftakt der Reihe. 

    Seinen Butler Nimrod, der auf seine Art irgendwie schräg war, mochte ich sehr. Er war immer zur Stelle und behielt immer die Contenance. Ja, so manchmal war er auch der Retter in der Not. Schon allein wegen ihm würde ich die Fortsetzung lesen wollen. Er hat so den typischen britischen Humor und trotzdem ist er eine liebe Seele mit dem Herzen am rechten Fleck. 

    Die Idee der Geschichte finde ich prima. Ich mochte den Genre-Mix sehr, da er abwechslungsreich, fesselnd und auch auf seine Art sehr humorvoll ist. Der Steampunk ist sehr gut ausgearbeitet, außerdem mochte ich die detektivische und kriminalistische Arbeit des Protagonisten, auch die Dinosaurier erfüllten ihren Zweck und Darwins Evolutionstheorie hat auch ihren Platz in dieser Geschichte eingenommen und trägt maßgeblich dem Spannungsbogen bei.

    Der bildhafte Schreibstil ist locker und flüssig zu lesen. Gerade durch die bildhaften Vergleiche und die Anwendung vieler Adjektive (ich glaube er liebt sie über alle Maßen!) konnten mir ein regelrechtes Kopfkino bescheren, so dass ich das Gefühl hatte, mitten im Geschehen zu sein. Ich konnte es mir wahrhaft bildlich vorstellen.

    Das Ende war aufschlussreich und lässt auf eine spannende Fortsetzung hoffen. Und obwohl Ulysses den Fall aufklären konnte und die Magna Britannia vor schlimmeren bewahren konnte, wird es auf jeden Fall weiter spannend bleiben und man darf sich auf neue spannende und sicherlich auch irgendwie abgedrehte Abenteuer mit Ulysses Quicksilver und seinem Butler Nimrod freuen. 

    Fazit:"Unnatural History" ist ein gelungener Auftakt der "Pax Britannia"-Reihe in dem der Steampunkt-Sprung ans Ende des 20. Jahrhunderts perfekt gelungen ist und Fantasy mit Elementen des Abenteuers, Krimis und Horrors vereint. Die Geschichte ist sowohl humorvoll als auch spannend, so dass ich mich sehr gut unterhalten gefühlt habe. Für mich persönlich waren manche Ansätze zu abgedreht und leider kam auch Ulysses, der heldenhafte Abenteurer, etwas blass daher. Trotzdem denke ich, das es ein Buch für alle Steampunk- und Fantasyfans ist, die es lieben, sich überraschen zu lassen. Denn an Überraschungen wird hier definitiv nicht gespart.   
  22. Cover des Buches Gladiatorin - Freiheit oder Tod (ISBN: 9783570312865)
    Lesley Livingston

    Gladiatorin - Freiheit oder Tod

    (32)
    Aktuelle Rezension von: CEMaDRo

    Fallon wird in die brutale Welt des antiken Roms verschleppt und landet als Gladiatorin in einer Schule, in der Frauen zu Kämpferinnen ausgebildet werden. In der Ich-Perspektive erzählt sie von ihrem Überlebenskampf, von Mut, Verrat und ihrer Suche nach Freiheit. Obwohl der Klappentext eine starke Liebesgeschichte vermuten lässt, steht diese eher im Hintergrund. Vielmehr geht es um Fallons Entwicklung, ihre Stärke und den harten Alltag im römischen Reich. Ein überraschender kleiner Plot Twist in der Mitte des Buches bringt frischen Wind in die Handlung. Trotzdem bleibt die Geschichte eher oberflächlich und emotional distanziert – sie regt nicht zum langen Nachdenken an und bleibt auch nicht dauerhaft im Gedächtnis. Insgesamt ist „Gladiatorin – Freiheit oder Tod“ ein solides Jugendbuch für Jugendliche ab 12/ 13 Jahren, das sich gut für zwischendurch eignet. 

    2.5-3/ ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

  23. Cover des Buches Schwert und Ehre (ISBN: 9783442493005)
    Matthew Harffy

    Schwert und Ehre

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Damaris_E_Moreau

    Nachdem die Pest seine Familie dahingerafft hat, sucht der junge Beobrand sein Glück als Krieger, wobei er in die Fußstapfen seines älteren Bruders treten will. Als er am Königshof von dessen Tod erfährt, glaubt er nicht an einen Selbstmord und schwört Rache.

    Ich habe aufgrund des düsteren Covers gezögert, zu dem Buch zu greifen. Aber schaut es euch an! Das im Schatten liegende, von einer Schwertklinge verborgene Gesicht hat mich gelockt und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch trifft genau meinen Geschmack. Nach den ersten 30 Seiten wollte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Das mag an der vielversprechenden Handlung liegen, oder am personalen Erzählstil, den ich generell sehr mag. Gedanken und Gefühle des jungen Beobrand holen den Leser sofort tief in die Geschichte rein. Allerdings schwenkt der Erzähler gelegentlich zu anderen Charakteren um. Das geschieht aber so dezent, dass es mich ausnahmsweise nicht gestört hat.
    Was mir beim Lesen etwas gefehlt hat, war ein konkretes Ziel bzw ein Plan. Der Protagonist wirkt ein bisschen wie ein Fähnchen im Wind. Sein erklärtes Ziel ist die Rache für den Mord an seinem Bruder, aber er setzt kaum Handlungen, um diesem näher zu kommen. Das soll aber nur am Rande erwähnt sein, denn wie gesagt, habe ich das Buch geliebt. Beobrand ist keineswegs passiv und macht eine tolle Entwicklung vom unerfahrenen Jungen zum gefürchteten Krieger durch. Ansonsten ist die Schreibweise malerisch, bildhaft und angenehm zu lesen.
    Ein paar grausige Szenen kommen natürlich vor, aber sie halten sich in erträglichen Grenzen.
    Vor allem gegen Ende hin wird das Buch immer spannender und liefert einen tollen Show Down. Es ist alles da, was ein gutes Buch braucht. Von mir eine Empfehlung ohne Vorbehalte!

  24. Cover des Buches Centurio IX: Vom Waisenkind zum obersten Befehlshaber der Neunten Legion (ISBN: 9783740746186)
    Samuel Obahor

    Centurio IX: Vom Waisenkind zum obersten Befehlshaber der Neunten Legion

    (2)
    Aktuelle Rezension von: emsch
    Wer Rosemary Sutcliff oder ähnliche Römer Bücher mag oder von der legendären Neunten Legion fasziniert ist, wird dieses Buch mögen.

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