Bücher mit dem Tag "briten"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "briten" gekennzeichnet haben.

97 Bücher

  1. Cover des Buches Royal Passion (ISBN: 9783734102837)
    Geneva Lee

    Royal Passion

     (1.437)
    Aktuelle Rezension von: Booklover9germany

    Das Cover finde ich schön und auch der Schreibstil der Autorin war für mich angenehm. Doch der Verlauf der Handlung hat mir nicht gefallen. Deshalb habe ich das Buch abbrechen müssen und vermeide auch weitere Bücher der Autorin.

    Leider ist das nichts für mich gewesen außer ein Flop.

  2. Cover des Buches Ein Wispern unter Baker Street (ISBN: 9783423214483)
    Ben Aaronovitch

    Ein Wispern unter Baker Street

     (568)
    Aktuelle Rezension von: Moonbooks

    Ich bin ein großer Fan der ersten beiden Bücher dieser Reihe und konnte es daher gar nicht abwarten den dritten Teil zu lesen.

    Die Covergestaltung ist wie bei allen Büchern aus der Reihe sehr stimmig, obwohl mir persönlich die Cover der englischen Ausgaben besser gefallen.

    In den ersten beiden Teilen hat man bereits einen Einblick in das magische London und das Leben von Peter Grant bekommen. In diesem Teil wird die fiktive Welt nun weiter ausgebaut, dabei sind die Beschreibungen von Architektur und die ironisch humorvolle Untermalung durch den Hauptcharakter
    wieder stark vertreten.

    Durch die Einbeziehung der neuen Figur Agent Reynolds einer Ermittlerin aus den USA, die nichts von Magie weiß, erhält die Geschichte eine weitere spannende und interessante Nuance.

    Insgesamt meiner Meinung nach eines der gelungensten Bücher aus der Reihe. Wer den ersten Teil mochte wird diesen hier lieben.

    Allerdings geht durch die Übersetzung ins Deutsche der leicht sarkastische Unterton und der wahre Schreibstil von Ben Aaronovitch verloren, sodass ich die Originalausgabe empfehle. Für diese muss man auch kein Englischprofi sein.

  3. Cover des Buches Jamaica Lane - Heimliche Liebe (ISBN: 9783548286358)
    Samantha Young

    Jamaica Lane - Heimliche Liebe

     (582)
    Aktuelle Rezension von: Booksworld_lightdark

    Meine Meinung:

    Jamaica Lane ist der dritte Band der Edinburgh Love Stories von Samantha Young. Das Buch erzählt eine Friends to Lover Geschichte. Das Buch handelt von der schüchternen und unerfahrenen Olivia und ihrem besten Freund und Womanizer Nate. Um Olivia mit ihrem Crush weiterzuhelfen, nähern sich Olivia und Nate an, soch es bleibt nicht lange bei nur rein freundschaftlichen Gefühle, doch Nates Vergangenheit holt ihn immer wieder ein und lässt ihn nicht los.

    Samanthas Schreibstil ist super flüssig und die Dialoge zwischen Nate und Olivia sehr erfrischend und tiefgründig. Generell sind die Charaktere in der gesamten Reihe realistisch und trotzdem liebenswert. Jeder Band der Edinburgh Reihe handelt von unterschiedlichen Protagonisten einer Freundesgruppe. Beispielsweise lernte man sowohl Nate als auch Olivia in dem zweiten Band der Reihe kennen. Es ist aber nicht notwendig diese zuvor gelesen zu haben. Das Buch scheint ein bereis oft gesehenes und häufig beschriebenes Thema zu sprechen, dabei ist es noch sehr viel mehr.

    Ich kann sowohl dieses Buch, als auch die ganze Edinburgh Love Stories Reihe herzlich Empfehlen. Die Geschichten bringen Feuer, Liebe, Tiefgründigkeit und auch erfrischende Momente mit sich!✨

    Mein Lieblingszitat:

    “Was sind Eriketten?”
    “So eine Art unsichtbarr Aufkleber, die andere Leute auf dich draufkleben und auf denen steht, was sie in dir sehen. Aber es spielt keine Rolle, für wen oder was andere dich halten. Es spielt nur eine Rolle, für wen oder was du dich hälst.”

    5 von 5 🌟

  4. Cover des Buches Die Tochter des letzten Königs (ISBN: 9783442479887)
    Sabrina Qunaj

    Die Tochter des letzten Königs

     (170)
    Aktuelle Rezension von: Klusi

    Der Name der Autorin war mir schon länger ein Begriff, denn gerade über dieses Buch habe ich schon sehr viel Gutes gehört und gelesen. Der Roman stand schon viel zu lange in meinem Regal, und so habe ich mich endlich von Sabrina Qunaj direkt ins 11. Jahrhundert nach Wales katapultieren lassen. Dort erlebt man sehr plastisch mit, wie Nesta verch Rhys bei einem Überfall durch die Normannen aus ihrer Heimat entführt wird. Da ihr Vater der Fürst von Deheubarth war, stellte Nesta eine wertvolle Geisel dar. In der Fremde wächst sie auf und kommt als junge Frau an den Englischen Hof. Dort erfährt sie Liebe und Freundschaft, aber sie wird auch immer wieder bitter enttäuscht. Bei allem was sie erlebt und was ihr widerfährt vergisst sie nicht, wo ihre Wurzeln liegen, und sie bleibt sich stets selbst treu.


    Nesta ist keine fiktive Protagonistin, sondern es hat sie wirklich gegeben. Bei historischen Romanen, die auf wirklichen Ereignissen basieren und in denen reale Personen vorkommen, ist es für die Autoren gar nicht so einfach, die rechte Balance zwischen der Realität und der schöpferischen Freiheit zu finden. Lücken müssen geschlossen werden, denn nicht über alles von damals gibt es zuverlässige Aufzeichnungen.


    Sabrina Qunaj ist es hervorragend gelungen, ihren Figuren Leben einzuhauchen und sie glaubwürdig agieren zu lassen. Der Roman hat siebenhundert Seiten, und seine Handlung umfasst einen Zeitraum von vierundzwanzig Jahren. Entsprechend lang ist die Liste der mitwirkenden Charaktere, von denen es die meisten wirklich gegeben hat. Auch wenn die Autorin kleine Änderungen an der Historie vorgenommen hat, um den Handlungsrahmen nicht zu sprengen und auch wenn wir heutzutage nicht mehr alles herausfinden können, was damals wirklich geschah, so habe ich nach dem Lesen dieses Romans doch ein klares Bild vor Augen, denn die Schilderungen der Autorin sind sehr lebendig und intensiv. Auf jeden Fall war Nesta eine starke Frau, der das Schicksal nichts geschenkt hat, die (sich) aber trotzdem niemals aufgegeben hat. Vorher hatte ich noch nie etwas über Nesta und ihr Schicksal gehört, aber ich bin froh, sie quasi über diesen Roman kennengelernt zu haben, denn ihre Rolle in der damaligen Geschichte war nicht unwesentlich. Mein Respekt gehört der Autorin für die umfassende und gründliche Recherche, die so einem Werk zugrunde liegt. Noch dazu ist dies nicht das Ende der Geschichte, sondern es gibt zwei Folgebände, die ebenso umfangreich und vermutlich ebenso großartig geschrieben sind wie dieser erste Band. 

  5. Cover des Buches DOORS ? - Kolonie (ISBN: 9783426523889)
    Markus Heitz

    DOORS ? - Kolonie

     (111)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_Lohde

    Auf die Reihe von Markus Heitz war ich sehr gespannt da ich manche seiner anderen Romane gern gelesen habe und sie auch gut fand. Zuerst habe ich überlegt mit welchem Buch ich zuerst beginnen sollte, aber nachdem ich mitgekriegt habe das es eigentlich egal ist welches Buch man zuerst liest habe ich mich für das Buch „Kolonie“ entschieden. Und das war vielleicht mal spannend, actionreich und interessant. Und nachdem ich das erste Buch der Staffel 1 gelesen habe, werde ich auch so nach und nach die anderen beiden Bücher der Staffel lesen. Denn ich bin mir sicher, das die beiden anderen Geschichten auch sehr interessant sein werden. Es wurde auch schon verkündet das es eine weitere Staffel mit 3 Doors Büchern geben wird, da bin ich ja mal gespannt wie die Titel lauten werden.


    Man hat hier wieder mal ein rundum gelungenes Werk von Markus Heitz in der Hand. Das nicht nur interessant, sondern auch spannend und actionreich geschrieben wurde. Man kann diese 3 Bücher unabhängig voneinander lesen.

  6. Cover des Buches Dirty English - Verboten Heiß (ISBN: 9783956496356)
    Ilsa Madden-Mills

    Dirty English - Verboten Heiß

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Biblionatio

    Das Cover:

    Das Cover ist schlicht gehalten. Man erkennt unteren Teil von einem weiblichen und einem männlichen Gesicht. Im unteren dunkleren Teil des Bildes steht der Name des Buches. Was mir besonders gefällt ist, dass im Wort „Englisch“ eine rustikalische englische Flacke zu erkennen ist. Das Cover an sich zeigt alle wichtigen Aspekte der Geschichte, kann mich persönlich aber nicht vom Hocker hauen.

     

    Meine Meinung:

    Die Geschichte fängt direkt mit der dunklen Vergangenheit der Protagonistin Elizabeth an. Nach einem kleinen Zeitsprung beginnt das neue Collegejahr. Wir lernen das Studentenleben kennen. Nach und nach verlieben sich Elizabeth und Declan. Die Geschichte basiert größtenteils auf die Gespräche zwischen jenen. Ich hätte mir mehr Tiefe und mehr unterschiedliche Gespräche zwischen den Personen der Handlung gewünscht. Der Schluss war mir persönlich zu schnell. Im Laufe der Geschichte weiß der Leser zusätzlich wieso dieses Buch „Dirty English“ heißt.

    Es gibt mehrere Personen in dieser Geschichte. Zum einen wären dies die Protagonisten. Beide waren tolle Charaktere, aber mir fehlt auch hier die Tiefe, wie zum Beispiel mehr über das Leben in London (Declan), wie kam Elizabeth zur Schmuckherstellung usw. Shelley als beste Freundin gefiel mir sehr gut, auch Dax als Zwillingsbuder von Declan gefiel mir. Leider lernt der Leser beide nicht besser kennen, ebenso Erik, was ich sehr schade finde.

    Der Schreibstil gefiel mehr gut. Denn er war flüssig und spannend. Dadurch konnte ich als Leserin das Buch in einem Rutsch durchlesen.

     

    Das Fazit:

    Das Buch gefiel mir insgesamt. Die Charaktere hamonisierten sehr gut und die Geschichte war für eine Liebesgeschichte in Ordnung. Dennoch hat mir die Tiefe gefehlt und der Schluss war mir ein Tick zu schnell. Dagegen war der Schreibstil toll. Wer gerne ein Lektüre für den jetzigen Herbst braucht, dem kann ich das Buch empfehlen. Jedoch ragt es nicht heraus, dass sollte man wissen.

  7. Cover des Buches Das Blut der Rebellin (ISBN: 9783442479894)
    Sabrina Qunaj

    Das Blut der Rebellin

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Yuria
    • "Geschichten sind die Nahrung für unseren Geist, so wie das Brot für unseren Körper. Wir brauchen Geschichten, um die langen Abende des Winters zu überbrücken und der Eintönigkeit unseres Lebens zu entfliehen. Wer möchte denn nur ein Leben führen, wenn er das von vielen besuchen kann?"

    "Das Blut der Rebellin" ist der zweite Band der "Geraldines"-Romane von der österreichischen Autorin Sabrina Qunaj. Man muss den ersten Band "Die Tochter des letzten Königs" aber nicht notwendigerweise gelesen haben, weil jeder Band in sich abgeschlossen ist, auch wenn wir einige Persönlichkeiten aus Band 1, allen voran die große Heldin Nesta, widertreffen. Für das Verständnis ist es aber absolut kein Problem, wenn man mit Band 2 ins mittelalterliche Wales mit seinen Freiheitskämpfen einsteigt.
    Seit dem ersten Geraldines-Roman zählt Sabrina Qunaj zu meinen Lieblingsautorinnen von historischen Romanen und auch hiermit konnte sie mich wieder völlig überzeugen.

    Inhalt: Wir beginnen im Jahre 1146 in Wales, Britannien: Normannen und Waliser kämpfen unermüdlich für Land und Macht, während in England ein Bürgerkrieg tobt. Isabel ist die Enkelin der berühmtberüchtigten Nesta ferch Rhys und somit Erbe des Geraldine-Blutes. Sie wird dem grausamen Sheriff von Pembroke versprochen und eine Frau hat sich ihrem Vormund zu fügen, doch keiner hat ihr zu sagen, was ihr Herz fühlen soll. Dieses schlägt nämlich für die Waliser und somit für die Rebellion.

    Meine Meinung: Das Cover des Buches schließt sich optisch an seinen Vorgänger an. Man kann sofort erkennen, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Anhand des keltischen Symbols am Cover des Buches weiß man auch sofort, dass Wales bzw. Britannien als Schauplatz dienen wird. Ich vermute das Symbol soll das Rad des Taranis darstellen, welches die Protagonistin im Buch als Talisman um ihren Hals trägt. Die Innenseiten der Broschur schmücken Fotos aus Wales was beim Öffnen des Buches gleich eine Fernweh-Stimmung und auch einen mittelalterlichen Flair verbreitet.
    Zu Beginn finden wir einen Stammbaum des Geraldines-Geschlechts und ein ausführliches Personenregister mit markierten historischen Persönlichkeiten inklusiver Aussprachhilfe. Dies fand ich ganz besonders hilfreich, denn wer weiß schon wie walisische Namen und Orte ausgesprochen werden und manche Wörter scheinen anhand dem Geschriebenen wirklich unaussprechbar zu sein. So lernt man zu historischen Tatsachen auch noch die walisische Aussprache dazu.
    Am Ende des Buches gibt es auch noch ein kleines Glossar, das aber meiner Meinung nach gar nicht nötig ist. Alle walisischen Begriffe werden direkt in der Geschichte genau erklärt, so dass man nicht fragend zurückbleibt.

    Der Schreibstil von Sabrina Qunaj ist für einen historischen Roman flüssig und sehr leicht zu lesen. Obwohl sehr viele Fakten und historische Tatsachen in die Geschichte eingebaut werden, wird der Roman nie langatmig. Die Geschichte strotzt nur so vor historischen Persönlichkeiten und politischen Machenschaften. Immerhin spielt das Buch im 12. Jahrhundert Wales, eine der spannendsten und doch "endlosesten" Zeiten Britanniens. Einmal hatten die Normannen die Nase vorne, dann wieder die Waliser. Der kämpferische und mutige Geist der Waliser schlug die Eroberer immer wieder zurück, so dass Wales Kampf um Freiheit eine gefühlte Ewigkeit andauerte. Eine historisch sehr interessante Zeit und Stoff für unzählige heroische Geschichten. Gleichzeitig ist das Setting einfach atemberaubend. Die wilde, unberührte Landschaft von Wales, in der "grün" eine völlig neue Bedeutung bekommt, scheint den Märchen und Sagen entsprungen zu sein. Dies wird in der Geschichte auch eingebaut, so dass dem Lesen ein bisschen Fernweh begleitet.

    Mit unserer Protagonistin Isabel begleiten wir eine unglaublich starke und mutige Frau mit einem Kämpferherz, das für 20 Männer ausreicht. Für diese Zeit zwar sehr unüblich, jedoch nicht unmöglich. Die Waliser brachten einige starke und unvergessliche Heldinnen zutage. An Isabels Persönlichkeit kann sich jeder ein Scheibchen abschneiden und es wurde nie langweilig ihre Geschichte zu verfolgen. Sie folgt ihrem Herzen, versucht aber gleichzeitig stets das Richtige zu tun. Als kleines Mädchen lernen wir sie kennen und begleiten sie bis in ihre 30iger. In diesen wankelmütigen Zeiten erlebt Isabel mehr als eine Frau je ertragen sollte. Krieg, Brutalität und der Kampf ums Überleben stehen an der Tagesordnung und ich habe jede Minute mit Isabel mitgefiebert. Ich litt mit ihr Herzensqualen, erlebte das Fieber der Rebellion und verspürte Rache für angetane Ungerechtigkeiten. Man konnte ihr beim Erwachsenwerden zusehen und auch beim Erstarken ihrer Persönlichkeit. Wer ein Faible für starke weibliche Hauptcharaktere in einer dafür völlig untypischen Zeit hat, ist mit diesem Buch also goldrichtig.

    Gleichzeitig beinhaltet das Buch eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich je gelesen habe. Eine Liebesgeschichte mit der man Tränen vergießen kann und die einen das Herz wärmt. Man wünscht sich für seine Lieblinge ein Happy-End auch wenn man genau weiß, dass dies in so einer Zeit praktisch unmöglich ist. Diese Geschichte zeigt, dass Zeit und Raum wahrer Liebe nichts anhaben kann und dass Beharrlichkeit am Ende belohnt wird.

    Die 700 Seiten verflogen wie im Rausch, die Protagonistin ist mir mit ihrer mutigen und rebellischen Art ans Herz gewachsen und die Liebesgeschichte hat mich richtig berührt.
    Dieses walisische Abenteuer hat mir unglaubliche Lesestunden beschert und auch ein bisschen Fernweh geschürt - sehr empfehlenswert für LiebhaberInnen von historischen Romanen, die im Mittelalter des heutigen Großbritanniens spielen und starke Persönlichkeiten in der Hauptrolle sehen wollen.

  8. Cover des Buches Der Winterkönig (ISBN: 9783499246241)
    Bernard Cornwell

    Der Winterkönig

     (264)
    Aktuelle Rezension von: Jessica_Diana

    Meinung
    Die Sage rund um King Arthur bedeutet mir sehr viel und ich war neugierig, was sich hinter dieser Interpretation verbergen würde.
    Mit diesem Titel hatte ich aber leider bis zum Schluss zu kämpfen. Den ersten Seiten widmete ich mich voller Elan und Wissbegier, aber nach und nach ebbte diese Neugier leider ab. Bei Winterkönig kamen aber einige Charaktere, welche ich ins Herz hinsichtlich dieser Saga ins Herz geschlossen habe nicht allzu gut weg. 

    Inhaltlich erwarten mich viele detaillierte Beschreibungen. Insbesondere die Rituale und die Kriege wurden sehr bildlich beschrieben, sodass es nichts für leichte Nerven ist. Man sieht das Schlachtfeld und die blutenden Menschen direkt vor sich, etwas was mir persönlich ein Frösteln bereitete. 

    Der Autor legte viel Wert auf das Detail und man erkennt die gute Recherche hinter diesem Buch. Am Ende erwarteten mich einige Quellen bei denen mein Herz höher schlug.

    Fazit
    King Arthur ist sehr detailliert, sachlich und erschreckend. Es ist eine andere Interpretation dessen was ich bisher geliebt habe und es war schwer für mich, mich auf diese neue Art der Legende einzulassen. Aus diesem Grund 3 von 5 Sternen ❤

  9. Cover des Buches Die Tochter der Wälder (ISBN: 9783426509067)
    Juliet Marillier

    Die Tochter der Wälder

     (396)
    Aktuelle Rezension von: Seitenhain
    "Ich hätte der siebte Sohn eines siebten Sohns sein sollen, aber die Göttin hat uns einen Streich gespielt, und ich war ein Mädchen."



    Das Mädchen Sorcha (sprich: Sor-ra) wächst, von ihren sechs älteren Brüdern behütet, in den Wäldern von Irland auf. Sie kennt viele Pflanzen und deren heilende Wirkung und ihr Vater besitzt die Ländereien von Sevenwaters.

    Eines Tages jedoch kehrt ihr Vater mit einer neuen Ehefrau heim, die nichts Gutes verheißt. Sorchas Leben stellt sich auf den Kopf und sie und ihren Brüdern wird ein unglaubliches Schicksal zuteil: die neue Frau verwandelt ihre Brüder in Schwäne und nur wenn Sorcha schweigend sechs Hemden aus der extrem schmerzenden Miere-Pflanze herstellt, können sie wieder zurückverwandelt werden.

    Als ob das nicht genug wäre, hat das Feenvolk ihren Weg mit einer extremen Prüfung nach der anderen versehen und der Leser kann nur hilflos zusehen, wie die kleine Sorcha eine unglaubliche Stärke und Kraft an den Tag legt.



    "Die Tochter der Wälder" ist der erste Band der Sevenwaters-Saga und löste beim Lesen in mir das gleiche Gefühl aus wie "Die Nebel von Avalon". Da es eines der Lieblingsbücher von Sarabandi ist, musste es auch auf meine Zu-Lesen-Liste. Glücklicherweise hat der Pan Verlag nun eine Neuauflage herausgebracht.

    Sorcha wächst mit den alten Wegen auf, sie ehrt die Göttin und kennt alle Rituale und Gebräuche zu den alten Feiertagen. Ihre Prüfung ist unglaublich nervenaufreibend und das Ende ist unheimlich spannend. Die letzten 140 Seiten habe ich in einem Rutsch gelesen und dabei öfters Tränen in den Augen gehabt, so schön ist es. Zum Glück ist das Ende nicht extrem traurig, sodass man mit einem Glücksgefühl zurückbleibt und nicht zwingend mit dem zweiten Band fortfahren muss.

    Eine fantastische Lektüre, die ich jedem empfehle, der sich für eines der folgenden Themen interessiert:

    - Die Macht und Kraft der Frau

    - Irland

    - Alte Götter, Traditionen und Gebräuche

    - Strategiespiele der Mächtigen, Verrat und Intrigentum

    - Familiengeschichten

    - Herdfeuergeschichten

    - .......

    Am Ende gibt es zudem einen praktischen Anhang mit Karten und Namenserläuterungen, sodass man zugleich ein wenig irisch(e Tradition) kennenlernt.
  10. Cover des Buches Das letzte Königreich (ISBN: 9783499254710)
    Bernard Cornwell

    Das letzte Königreich

     (538)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen kurzen Blick auf die Handlung erlaubt die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:

    Das Buch spielt im 9. Jahrhundert und thematisiert den Abwehrkampf der Engländer gegen die aus dem Norden immer wieder hereinbrechenden Nordmannen. Aufgehängt wird die Geschichte an den frühen Kindheitstagen, der Jugendzeit und den ersten Jahren als Erwachsener des (fiktiven) Protagonisten Uhtred von Bebbanburg. 

    Die vorkommenden Figuren, ob nun historisch belegt, oder fiktiver Natur sind gut und einprägsam gezeichnet. Die Handlung hat ein gutes, nur hin und wieder von ein paar Längen unterbrochenes, Tempo.

    Die Umwelt und die damaligen Lebenswirklichkeiten sind gut und plastisch herausgearbeitet.Die Verwendung von damaligen Orts- und Länderbezeichnungen hat allerdings immer wieder zu Lesebrüchen geführt. Allzu oft musste man (in der glücklicherweise vorhandenen Übersetzung-Übersicht) nachschlagen. Das hat dem Lesefluss nicht gut getan.

    Ich liebe historische Bücher in denen sich reale Historie und fiktive Geschehnisse mischen. Das ist in diesem Fall gut gelungen.

  11. Cover des Buches Die Leopardin (ISBN: 9783404173402)
    Ken Follett

    Die Leopardin

     (342)
    Aktuelle Rezension von: Isar-12

    "Die Leopardin" ist ein Spionagethriller von Ken Follett. Die Landung der Alliierten in der Normandie steht Ende Mai 1944 unmittelbar bevor. Ein Anschlag der Résistance auf die wichtige Fernmeldezentrale in Sainte-Cecile geht schief und die beteiligte britische SOE-Agentin Felicity Clairet entkommt mit knapper Not zurück nach England. Aber sie fasst einen neuen Plan und kann die Entscheidungsträger überzeugen. Ein Wettlauf gegen die Zeit um doch noch die wichtigste Nachrichtenübermittlungsstelle der Nazis zu zerstören und damit die Invasion entscheidend zu unterstützen. Dabei hat sie nur ein Team aus Frauen zur Hand, die bereits vorher an der harten Ausbildung scheiterten, ein Todeskommando gegen die brutalen Gegenspieler der Gestapo. Ken Follett beschreibt in diesem Spionageroman ein fiktives Ereignis, dass sich in den wenigen Tagen vor der Invasion abspielt. In der Realität gab es damals nur wenige Frauen, die als  Special Operations Executive Geheimagenten tätig waren. Ganze fünfzig wurden damals nach Frankreich entsandt, wobei sechsunddreißig ihre Einsätze überlebten. Der Autor wählt für diesen Roman historisch korrekte Rahmenbedingungen und bettet seine eigene Widerstandsgeschichte darin ein. Bei dieser bedient er sich sicherlich ein wenig klassischem Klischee, aber dies stört beim Lesen keineswegs. Denn die Geschichte ist sehr spannend erzählt, teils sicherlich auch brutal dargestellt, aber eben immer fesselnd. Vor vielen Jahren hatte ich bereits mal "Die Nadel" von Ken Follett gelesen und ich finde "Die Leopardin" ist ein weiterer sehr guter Spionageroman aus der Feder des Autors. Speziell das Katz- und Maus Spiel zwischen dem deutschen Major Dieter Franck und der Leopardin Flick hat mir dabei sehr gefallen. Wem Geschichten wie "Agenten sterben einsam" oder "Das dreckige Dutzend" gefallen, der findet auch mit "Die Leopardin" eine gute und spannende Unterhaltung.

  12. Cover des Buches Letzte Freunde (ISBN: 9783446252905)
    Jane Gardam

    Letzte Freunde

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Jane Mary Gardam wurde 1928 in England geboren. Sie studierte Englisch am Bedford College der University of London. Nach dem Studium arbeitete sie als reisende Bibliothekarin für Krankenhausbibliotheken des Roten Kreuzes. Anschließend wechselte sie in den Bereich Lektorat des Weldon Ladies Journal und Time and Tide. Ihr erstes Buch veröffentlichte sie mit 43 Jahren.
    Sie erhielt zahlreiche Literaturpreise. Bisher wurden erst 4 ihrer Bücher ins Deutsche übersetzt. 
    2009 wurde sie zum Officer des Order of the British Empire ernannt. Jane Gardam lebt in Sandwich/East Kent.

    Inhalt (Klappentext): 
    Es ist Abscheu auf den ersten Blick, der Edward Feathers und Terry Veneering, die glänzendsten Juristen des Empire, ein Leben lang verbindet. Als ebenbürtig brillante Gegner in zahllosen Prozessen hassen sie einander schon, bevor sie sich in dieselbe Frau verlieben. Und es wird ein Leben lang dauern, bis sie bemerken, dass sie ebenso gut Freunde sein könnten. Was hat Feathers Frau Betty so angezogen an Veneering, dem Mann mit dem weißblonden Harr, der mit der schönsten Frau und Tochter der reichsten Familie Hongkongs verheiratet ist? Worum beneiden die erbitterten Feinde sich mit solcher Intensität?

    Ich war ja schon von den ersten beiden Bänden der "Old-Filth-Reihe" die wilden Zeitsprünge in der Erzählung gewohnt, aber in diesem Buch ist es so ausgeprägt, dass die Geschichte stellenweise wie ein wirres Geschreibsel wirkt. 
    Die stärksten Passagen waren diejenigen, die in der Kindheit und Jugend Terry Veneerings spielen. 
    Der Schreibstil von Jane Gardam ist ungewöhnlich und gefällt mir eigentlich gut, aber leider hat sie es dieses Mal etwas übertrieben.
    Manchmal hatte ich das Gefühl, sie wollte damit die Verwirrtheit und Konfusion der älteren Protagonisten deutlich machen: Die Vergangenheit ziemlich klar, die Gegenwart undeutlich und verwirrend. Ein interessanter Schachzug, aber es war mir dann doch etwas zuviel. Wenn ich nicht die beiden ersten Bände gelesen hätte, hätte ich dem Ganzen wohl ziemlich ratlos gegenüber gestanden. 
    Leider ein enttäuschender Abschluss :/




  13. Cover des Buches Heimkehren (ISBN: 9783832164607)
    Yaa Gyasi

    Heimkehren

     (148)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Yaa Gyasi erzählt in ihrem  Roman die Geschichte zweier Familien und spannt damit einen Bogen über mehrere Jahrzehnte und mehrere Länder von Ghana bis Amerika. 


    Den Anfang Bildet die Geschichte von Effia und Esi. Die beiden Schwestern wachsen getrennt voneinander auf. Effias Stamm, die Fante arbeitet mit den Briten zusammen und unterstützt so den Sklavenhandel während Esi vom ersten Tag an ums Überleben kämpft. 


    Effias Nachkommen können sich ihrem schweren Erbe nicht entziehen. Sie  ziehen entweder ihren Nutzen daraus und profitieren so gut sie können davon  oder gehen daran zu Grunde.


    Sie alle verbindet das Streben nach einem guten Leben und Freiheit und die Suche nach einem Zuhause. Somit ist der Titel des Romans sehr passend. 


    Yaa Gyasis Roman ist großartig Geschrieben, erzählt mit einer Sprachgewalt die ihresgleichen sucht von Erfolg und Vernichtung, Schuld und Sühne, Freiheit und Sklaverei bzw Unterordnung. Gyasi arbeitet mit Legenden die von Generation zu Generation weitergegeben werden, bezieht sich aber auf darauf das man auch den Schmerz, die Angst, den Stolz und den Willen zu überleben von seinen Vorfahren erben und unbewusst sowie bewusst verinnerlichen kann. 


    Ich kann manche Hypes oftmals nicht ganz nachvollziehen aber dieser Roman ist wirklich etwas Besonderes. Er schafft es in so vielen Einzelschicksalen die Verbundenheit aufzuzeigen und schafft aus vielen Teilerzählungen ein großes Ganzes das einfach nur beeindruckend ist.


    Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen der gerne große Familienromane liest und sehr Sprachgewaltige Literatur mag.

  14. Cover des Buches Nachtauge (ISBN: 9783453437760)
    Titus Müller

    Nachtauge

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Doscho

    Unter dem Codenamen „Nachtauge“ versucht eine deutsche Spionin, Meldung an die Briten zu machen. Dies muss im Deutschland des Zeiten Weltkriegs verhindert werden.

     

    Vor dem Hintergrund des Angriffs auf die Möhnetalsperre im Jahr 1943 erzählt „Nachtauge“ von der Jagd auf eine deutsche Agentin, die gegen die Briten arbeitet. Dies wird spannend und sehr detailliert erzählt, so dass der Roman stellenweise eher ein Krimi, als ein historischer Roman ist.

    Apropos Historie: Natürlich darf hier nicht vergessen werden, dass Titus Müllers Roman während des Zweiten Weltkrieges spielt. Auch wenn ich mich bei historischen Romanen eher für die frühere Geschichte interessiere, war ich dennoch fasziniert und zugleich erschreckt von der Absurdität und der widersprüchlichen Doppelmoral des Dritten Reiches, die man entweder nicht bemerken konnte oder wollte.

    Zentral ist hier aber, wie so oft bei Müllers Romanen, eine Liebesgeschichte vor historischem Spannungsfeld. Hier ist es die Liebe eines deutschen Lagerarbeiters zu einer ukrainischen Zwangsarbeiterin, die allen Spannungen und Widerständen zum Trotz sich ihren Weg bahnt und jeden Lesenden mitleiden lässt.

     

    So gelingt Titus Müller mit „Nachtauge“ trotz der schweren Thematik ein lesenswerter Roman, der nicht nur für diejenigen, die gerne Romane über den Zweiten Weltkrieg lesen, interessant sein dürfte.

  15. Cover des Buches Das brennende Land (ISBN: 9783499254147)
    Bernard Cornwell

    Das brennende Land

     (171)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen kurzen Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:

    Schon die bisherigen Bücher der Reihe konnten ja vollkommen überzeugen, dieser Band aber ist für mich der bisherige Höhepunkt der Reihe. Nach anfänglichem verhaltenem Beginn nicht die Geschichte ordentlich Fahrt auf und mündet in ein furioses Finale. 

    Meine Empfehlung bleibt dennoch, die Reihe von Beginn an zu lesen weil sonst einiges an Hintergründen verloren geht. Andererseits muss der Reihenleser dann eben mit ein paar Wiederholungen leben. Die sind aber nicht so häufig, um den Lesefluss wirklich zu stören.

    Die Figuren sind sehr gut gezeichnet und konnten mich voll überzeugen. Dies gilt auch für den angenehmen Schreibstil. Nur die historischen Ortsbezeichnungen stören ein wenig. Glücklicher Weise kann man die Übersetzung aber in einer Tabelle nachlesen.

    Ein tolles Buch, das viel Vorfreude auf den nächsten Band weckt...!

  16. Cover des Buches Von Ratlosen und Löwenherzen (ISBN: 9783404642427)
    Rebecca Gablé

    Von Ratlosen und Löwenherzen

     (166)
    Aktuelle Rezension von: nasa

    Von Ratlosen und Löwenherzen ist ein kurzweiliges und sehr unterhaltsames Sachbuch aus der Feder von Rebecca Gablé. Ich liebe ihre historischen Romane. Sie sind alle sehr gut recherchiert, unterhaltsam und auch spannend geschrieben. Man merkt das Rebecca Gablé eine Leidenschaft für England und das Mittelalter hat. Dies hat sie in diesem kurzen Sachbuch auch wieder deutlich gezeigt.

    Durch den leichten und auch sehr humorvollen Schreibstil liest sich das Buch schnell und gut. Teilweise hat man das Gefühl, dass die Autorin neben einem Sitzt und sich mit dir unterhält. Das Buch umfasst etwa 240 Seiten erzählt aber die Geschichte von fast 1000 Jahren. Die Autorin nimmt uns mit zu den verschiedensten Konflikten und zeigt die Geschichte des englischen Mittelalters gut auf. Dabei dürfen Skandale und so manch komischer Kauz natürlich nicht fehlen. Rebecca Gablé zeigt aber auch wie sich das Leben der allgemeinen Bevölkerung entwickelt hat. Denn diese hatten unter den Konflikten nicht zu wenig zu leiden.

    Auch der Anhang mit einer Zeittafel, einer Namensliste aller Könige von 871 – 1509 und einem Stammbaum fand ich sehr hilfreich. Gerade wenn man bedenkt wie viele Edwards, Richards und Henrys es gab.

    Es ist ein unterhaltsames Sachbuch das einem Freude an der Geschichte vermittelt.

  17. Cover des Buches Das Kind der Stürme (ISBN: 9783426509081)
    Juliet Marillier

    Das Kind der Stürme

     (155)
    Aktuelle Rezension von: Jisbon
    Der dritte Band der "Sevenwaters"-Reihe befasst sich mit der Tochter von Ciarán und Niamh, die der Leser bereits im Vorgänger kennen gelernt hat. Fainne wurde von ihrem Vater zur Zauberin ausgebildet, doch während er seine Kräfte für das Gute einsetzt, ist ihre Großmutter, die Hexe Oonagh, nach wie vor auf Rache aus und sie plant, ihre Enkelin in ihre Machenschaften einzuspannen. Doch dabei hat sie nicht damit gerechnet, dass die junge Frau vielleicht nicht bereit ist, die ehemalige Heimat ihrer Mutter zu zerstören.

    Lady Oonagh war das ganze Buch über eine konstante, deutlich präsente Bedrohung und der Einfluss, den sie auf die Handlung und ihre Enkelin nimmt, war deutlich spürbar. Ich habe die ganze Zeit über gehofft, dass es Fainne gelingen würde, ihren Plan zu vereiteln, und die Parallelen sowie Kontraste zwischen ihnen wurden gut herausgearbeitet. Mir hat gefallen, wie die Protagonistin sich im Laufe der Geschichte entwickelt hat und dass sie nach und nach gelernt hat zu akzeptieren, wer sie ist und wer sie sein kann. Sie muss über sich selbst hinauswachsen und durch ihre Makel und Schwächen wurde sie als Figur greifbarer.

    Fainne ist ein sehr komplexer Charakter, der mir nicht immer sympathisch war. Sie ist hin und her gerissen zwischen verschiedenen Seiten, wird von ihrer Großmutter manipuliert und ist bei ihrer Rückkehr nach Sevenwaters auf sich alleine gestellt, sodass ich nachvollziehen konnte, dass ihre Situation sehr schwer war und sie zu furchtbaren Entscheidungen gezwungen wurde, die ich nicht hätte treffen wollen. Es ist schwer zu sagen, ob man in ihrer Lage anders handeln würde, und sie hat mein Mitgefühl, aber sie hat trotzdem Dinge getan, die schrecklich waren, selbst wenn es oft unbedachte Konsequenzen waren. Andererseits macht diese eher dunkle Seite ihres Charakters sie aber auch vielschichtiger und die Autorin hat den Kampf, der in ihr tobt, sehr gut dargestellt.

    Die Handlung selbst fand ich interessant, gerade, was die Prophezeiung und den angekündigten großen Kampf betrifft, allerdings hat mir besonders gefallen, die ganzen bereits bekannten Figuren wiederzusehen und herauszufinden, wie sie sich im Laufe der Jahre verändert haben und wie sie auf die neuen Probleme reagieren. Besonders Conor mochte ich schon immer sehr und ich habe mich gefreut, ihn und die anderen Bewohner Sevenwaters' wiederzusehen. Ich bin schon gespannt, was Band 4 für alle bereit hält.
  18. Cover des Buches Koala (ISBN: 9783442749089)
    Lukas Bärfuss

    Koala

     (52)
    Aktuelle Rezension von: KINSKINSKI

    Ein Roman über Suizid und darüber, wie Intoleranz zu Verständnis wird. Indirekt lehrt Bärfuss das heikle Thema Suizid und führt den Leser dabei dennoch nicht belehrend an die Impulse und versteckten Anzeichen heran. Hier muss man allerdings vorsichtig sein, denn Anzeichen gibt es im geplanten Fall selten. Bei all dem spart Bärfuss die Arroganz einer (Auf)Lösung aus.

    Historische Berichterstattung über Australien wechselt im Roman mit Gegenwartsszenarien, was für mich gut funktioniert hat. Einzig ein zu langer Mittelteil, der die Hauptfigur neben sich herschiebt, hat mir nicht so ganz gefallen.

  19. Cover des Buches Echo der Hoffnung (ISBN: 9783426522660)
    Diana Gabaldon

    Echo der Hoffnung

     (330)
    Aktuelle Rezension von: Ewynn

    Echo der Hoffnung

    von Diana Gabaldon

    Ich beende das Buch mit gemischten Gefühlen. Größtenteils Zufriedenheit, aber gleichzeitig kommt es mir vor, als sei ich - trotz Beenden des Buches - erst in der Mitte angelangt... Der nächste Band knüpft diesmal nahtlos an, was mich Stören würde, wenn es nicht bereits im Regal auf mich Warten würde. <3 So viel sei gesagt.

    Anfangs habe ich etwas gezweifelt, ob mich dieser Band der Saga abholen wird, das muss ich ehrlich zugeben. Das Thema, das im Zentrum der Geschichte steht, klang nicht sehr aufregend. Alles rankt sich um die Amerikanische Unabhängigkeit - ein zäher Krieg, der sich nun schon durch mehrere Bände der Saga zieht. Der geschichtliche Teil konnte mich daher nicht voll überzeugen.

    Anfangs war ich also lediglich begeistert von den Kapiteln der "Gegenwart", also Briannas und Rogers Geschichte, wenn gleich die Kapitel nicht besonders aufregend waren, sondern eher familiär, und manchmal traurig oder romantisch. Erst am Ende wurde es auch hier unerwartet spannend.

     Die Kapitel mit Williams Geschichte habe ich zum Teil sogar überflogen, zu sehr langweilten mich die Themen Politik & Krieg in Wiedervorlage. 

    Die gescheiterte Seeüberfahrt nach Schottland in der Mitte des Buches ist auch nichts "Neues" mehr ... das kennt man schon aus ein oder zwei vorherigen Bänden.

    Aber spätestens bei der Schlacht vom Fort von Ticonderoga war ich gefesselt. Die Kapitel wurden spannender, abwechslungsreicher und kürzer (gefühlt zumindest). Das Wiedersehen verschiedener Charaktere brachte eine gewisse Spannung. Je näher das Ende rückte, umso spannender wurde es! :)

    Und nun, rückblickend sehe ich den roten Faden ... nein, die bunten Fäden der einzelnen Personen und Schicksale. Das ist Gabaldons Brillianz hinter der Druckerschwärze. Die Einfachheit einzelner, simpler Ereignisse und zu Weilen auch Gedanken, so zu vernetzen und zu verschachteln, das es Sinn ergibt und darüber hinaus. Ich kann nun nachvollziehen, warum Williams Geschichte hineingestreut wurde, sowie die Nebengeschichten um Ian und Rachel und Denzell Hunter. Zwar sind einigen bunten Fäden noch lose ... aber insgesamt bin ich doch (fast) zufrieden.

    Umso gespannter bin ich auf den nächsten Band! 

    Zum Schreibstil braucht man bei Gabaldon nichts sagen: hervorragend, wie immer.

    5 Sterne, weil sich meine Kritik im Umfang des Werkes verliert. (Ehrlicherweise 4 einhalb, aber das geht ja nicht)


  20. Cover des Buches Die Elefantenhüterin (ISBN: B01K3A2WVQ)
    Julia Drosten

    Die Elefantenhüterin

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Spannender und gut recherchierter Roman

    Da ich für eine Lese-Challenge ein Buch über Indiensuchte,bin ich über dieses gestolpert. Eigendlich ist die Thematik nicht so meins,aber ich wollte es wenigstens versuchen. Dann wurde ich völlig überrascht,denn es liess sich locker und leicht lesen und war in einer schönen Ausdrucksweise geschrieben. Somit war es weder langweilig noch trocken,im Gegenteil. Denn es war sehr stark an die Realität angelehnt,die in keinster Weise rosig ist. Dadurch bekam es auch einen spannenden Bogen,der mich Recht schnell fesselte. Für mich war es nicht nur eine spannende Geschichte,die auch die Brutalität Frauen gegenüber zeigt, sondern gleichzeitig auch Infomaterial. Wer mehr zum Thema wissen möchte braucht nur die Links in den Kapiteln anzuklicken,was ich eine tolle Idee finde.

    Indien bzw. Sri Lanka wird kein Thema sein,welches mich in Zukunft weiter interessieren wird, aber wer Mal auf spannende, interessante Weise reinschnuppern möchte, macht mit diesem Buch nichts falsch. Mir gefiel es sehr gut, was nicht nur an der Historischen Umsetzung und Schreibweise lag,sondern auch an den Protas mit denen ich sofort mitfühlen könnte . Es ist schon unglaublich ,was Frauen in anderen Ländern ertragen müssen. Trotz dieser harten Realität machte es mir Spass diese Geschichte zu lesen. Alles war sehr authentisch und ich konnte die Gefühle der Protas nachempfinden. Für mich war es eine sehr gelungene und überraschende Geschichte,die ich kaum aus der Hand legen konnte.


    Fazit

    Eine sehr authentische, informative und spannende Geschichte,die so viel Realität hat, wie es nur geht. Trotzdem wurden Gefühle sehr gut rübergebracht und man kann die Geschichte kaum aus der Hand legen. Ich kann diese Geschichte sehr empfehlen,auch wenn Indien kein leichtes Thema ist.

  21. Cover des Buches Life After Life (ISBN: 9780552779685)
    Kate Atkinson

    Life After Life

     (33)
    Aktuelle Rezension von: page394
    " ...no past or present, only the now.“ (Dr. Kellet, S. 579)

    Ursula Todd wird in einem eiskalten Winter 1910 nicht als normales Mädchen geboren: Sie stirbt noch bevor sie ihren ersten Atemzug tut – und kommt gleich noch einmal zur Welt. Doch sie stirbt nicht nur dieses eine Mal, sondern immer wieder und hat immer wieder die Chance, ihr Leben neu zu leben. Eigentlich eine gute Idee, leider wurde sie in Life After Life nicht perfekt umgesetzt.

    Noch bevor ich angefangen habe zu lesen, war meine Befürchtung, dass es schnell langweilig werden würde, das Leben ein und derselben Person immer wieder zu erleben – und leider ist das häufig auch der Fall, zumindest zu Beginn des Buches. In Ursulas Kindheit wiederholen sich viele Ereignisse immer wieder, im nächsten Leben verhindert sie diese dann aber und überlebt. Für mich hat sich das eher zäh als spannend gelesen, weil es nur kleinste Entscheidungen und Gedanken sind, die Ursula unbewusst das Leben retten. Natürlich entspricht das der Realität: Jede noch so unbedeutend erscheinende Entscheidung kann unser Leben verändern. In einem Roman erzeugt dieses vermeintliche Wunder leider aber nicht die Spannung, die ich persönlich mit erhofft hätte. Insgesamt werden aber zumindest persönliche Entwicklung und Schicksal von den Mitgliedern der (recht großen) Todd-Familie abgedeckt, auch wenn ich hier anmerken möchte, dass Ursula fast schon zu viele Geschwister hat und nicht alle davon die Seitenanzahl erhalten, die sie verdient hätten.

    Abwechslung erzeugt Life After Life mit gelegentlich wechselnden Erzählperspektiven und Rückblenden, die ich leider manchmal als verwirrend empfunden habe. Oft wird plötzlich mitten in der Handlung, sogar mitten im Satz ausführlich auf die Situation eines anderen Charakters eingegangen, was den Lesefluss etwas stört. Schade ist auch, dass viele Nebencharaktere zwar ein-, aber später nicht weiter ausgeführt werden. Gerade wenn jemandem erst ein langer und ausführlicher Absatz gewidmet wird, man denkt, diese Person wird noch wichtig sein und dann aber nie wieder von ihr hört, empfinde ich das als recht schade. Viele Dinge und Situationen, über die ich gerne mehr erfahren hätte, werden in der Schwebe gelassen. Insgesamt wird Buch so in die Länge gezogen und etwas langatmig. Ein typischer Fall von einem Buch, bei dem ich mich immer wieder zwingen musste, weiter zu lesen, weil ich ja doch irgendwie wissen wollte, wie es ausgeht. 
    Außerdem hat Kate Atkinson den ein oder anderen Überraschungsmoment eingebaut – so erzählt Ursula beispielsweise in einem Kapitel immer wieder davon, was sie ihrer Schwester Pamela in Briefen erzählt hat, nur um dann später zu erwähnen, dass diese natürlich nie abgeschickt wurden. 

    Schlüsselpunkte in Life After Life sind sicherlich Ursulas viele Tode, die ich, wenn man das so sagen kann, durchaus genossen habe. Sie stirbt im Laufe der Handlung auf die unterschiedlichsten Arten und immer schafft die Autorin es, dabei Gänsehaut beim Leser zu erzeugen. Die Todesszenen sind auf eine unangenehme Art sehr realistisch, aber wirklich unheimlich gut geschrieben. Fast kann man sich selbst vorstellen, wie es ist, zu sterben – fast.

    Nun zu Ursula selbst. Leider bin ich mit ihr auf den über 600 Seiten des Buches einfach nicht warmgeworden. Was daran liegen kann, dass sich ihr Charakter in jedem ihrer Leben etwas verändert und man so einfach nicht die Zeit hat, sie lieb zu gewinnen. Dennoch fand ich sie charakterlich einfach zu flach. Es gibt einige tolle Charaktere in Life After Life – Hugh, Izzie und Miss Woolf –, aber Ursula gehört für mich nicht dazu, obwohl – oder vielleicht auch gerade weil – ihr vor allem in der ersten Hälfte des Buches unverhältnismäßig viele schlimme Dinge passieren. Sie wird regelrecht in die Opferrolle gedrängt. Immer wenn man denkt, nun wird endlich alles besser, gibt es wieder eine Wendung, die in Trostlosigkeit und Krieg endet. Der Krieg macht ohnehin den größten und für mich besten Teil des Buches aus. Gut recherchiert und eindrucksvoll beschrieben, besonders interessant waren für mich und vermutlich auch viele andere deutsche Leser die sich in Deutschland abspielenden Szenen, auch, wenn die Deutschen sehr einfältig und naiv dargestellt werden: Berge, Streuselkuchen, blonde Mädchen. Die Briten sind in Life After Life scheinbar die einzigen, die Hitlers Absichten erkennen. Obwohl der Autorin laut Nachwort gerade das „Was wäre, wenn Hitler als Baby umgebracht worden wäre?“ angeblich sehr wichtig war, spielt diese Situation keine große Rolle. Im Prolog des Buches schießt Ursula auf ihn, aber wie das Ganze ausgegangen oder es überhaupt dazu gekommen ist, geschweige denn vom Schicksal Deutschlands ohne Hitler ist nie wieder die Rede. Und das ist auch mein größter Kritikpunkt an Life After Life: Im Klappentext heißt es „ Would you eventually be able to save the world from its own inevitable destiny?“ Nun weiß Ursula aber gar nichts von ihrer Gabe. Sie hat zwar des Öfteren Déjà-vus, geht auch zum Psychologen deswegen und spürt zwar oft, dass etwas nicht stimmt. Aber wirklich wissen oder merken tut sie es nicht und deshalb kann sie ihre schier unendlichen Leben auch nicht nutzen, um die Welt vor seinem Schicksal (und ich gehe stark davon aus, dass hier der Zweite Weltkrieg gemeint ist) zu bewahren. Hier wurde leider unheimlich viel Potenzial verschenkt, denn so ist Life After Life nur eine Aneinanderreihung von verschiedenen Versionen von Ursulas Leben, wobei nur vereinzelt auf die Vergangenheit verwiesen wird.

    Insgesamt ein passables Buch, warum es so hoch gelobt wurde, kann ich aber nicht nachvollziehen. Zukünftigen Lesern empfehle ich unbedingt, Life After Life so schnell wie möglich zu lesen und nicht zu lange liegen zu lassen (auch, wenn das zeitweise schwerfällt), da man sonst den Faden verliert. Für geschichtlich Interessierte ist es auf jeden Fall uneingeschränkt zu empfehlen.
  22. Cover des Buches Die Hälfte der Sonne (ISBN: 9783596035489)
    Chimamanda Ngozi Adichie

    Die Hälfte der Sonne

     (28)
    Aktuelle Rezension von: KateRapp

    Mit diesem Roman hat die wunderbare Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie bereits 2007 den Womens Prize vor Fiction gewonnen und im vergangenen 25.Jubiläumsjahr 2020 wurde sie dafür noch einmal zum „Winner of the Winners“ gekürt. Es ist ein großartiger Roman, der die Ambivalenz Nigerias gegenüber der ehemaligen Kolonialmacht England bereits ganz zu Anfang meisterlich ins Spiel bringt.

    „Es war eine höhere Sprache, eine Sprache voller Licht, die Art von Englisch, die Ugwu im Radio des Masters hörte und die mit knapper Präzision gesprochen wurde. Sie erinnerte daran, wie man mit einem frisch geschärften Messer eine Yamswurzel aufschnitt, jede Scheibe ein Stück glatte, geschmeidige Perfektion.“

    Wir lernen Olanna kennen, eine bürgerliche Intellektuelle der nigerianischen Oberschicht, die mit dem Pan-Afrikanismus-Anhänger Odenigbo zusammen ist. Er ist Dozent an einer Hochschule und stark antikolonialistisch eingestellt und fördert Wissen und Lebensstil seines jungen Angestellten Ugwu.

    Olannas Eltern, die sich in der korrupten Schicht der neureichen Chiefs bewegen, heißen diese Verbindung gar nicht gut. Sie und ihre Zwillingsschwester, die Geschäftsfrau Keinane, sind sehr unterschiedlich und entwickeln sich erst weit voneinander fort, bevor die Katastrophe sie wieder zusammenbringt.

    Mit der Figur des Richard Churchill, dem englischen Freund von Olannas Zwillingsschwester, lässt Adichie den postkolonialen Blick eines Weißen auf das Land, die Leute und die Kultur Nigerias zu. Einen Blick, der es gut meint und mehr oder weniger vergeblich versucht, nicht den üblichen, rassistischen Mustern zu folgen, der aber doch sehr unwissend ist. Gemeinsam mit ihm werden auch wir Leser*innen belehrt, auf freundliche aber auch stolze und kritische Art und Weise.

    Adichie hat einen wunderbaren Stil, in dem immer wieder lyrische Bilder aufblitzen und sich gegen die erzählten Greuel der Massaker und Hungersnot stellen. Zu Beginn erschafft sie damit den afrikanischen Kosmos aus rotem Sand, mit Autoreifen spielenden Kindern und mit Farbtupfern gekennzeichneten Hühnern. Später hingegen beschönigt ihre ausgefeilte Sprache nicht im Mindesten die grausamen Taten, den Völkermord, der 1967-1970 in Biafra stattfand, nein,sie erhält den betroffenen Menschen die Würde, indem sie ihr Schicksal nicht sensationslüstern ausstellt sondern in Einzelschicksalen beschreibt. Krieg wird als existentiell bedrohliche und persönlich prägende Erfahrung spürbar gemacht, die ganze Unsicherheit und Angst in seiner Folge, das Chaos und die Widersprüchlichkeiten gezeigt, unabhängig davon, wo er sich abspielt oder worum es geht.

    Wir folgen in multiperspektivisch erzählten Anekdoten der Entwicklung der sehr unterschiedlichen Protagonisten. Dabei erweisen sich die zu Beginn starken Männer mit ihren hehren politischen Zielen schwächer als die Frauen, die im Angesicht der Krisen zupacken, das Nötige tun, durchhalten.

    Ein Buch im Buch gibt in zehn kurzen Kapiteln der Romanhandlung ein thematisches Gerüst, das Fakten liefert zu den historischen Ereignissen der Biafra-Krise und dennoch als Romanfragment auftritt. Dies, sowie die viermaligen Zeitsprünge, die Ereignisse im Nachhinein erklären, die zuvor nur angedeutet und bereits vorüber waren, wirken auf mich konstruiert und eigentlich unnötig. 

    Abgesehen von diesem winzigen Kritikpunkt ist dieses beeindruckende Werk als eine bewegende, mitreißende Familiengeschichte und romanhafte Bearbeitung des nigerianischen Bürgerkrieges und Völkermordes extrem lesenswert!

  23. Cover des Buches Eine Insel (ISBN: 9783442474622)
    Terry Pratchett

    Eine Insel

     (108)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    Durch eine riesige Welle werden sämtliche Bewohner von Maus Heimatinsel getötet, Mau selbst überlebt nur, weil er sich auf einer anderen Insel aufhielt. Durch die selbe Welle wird das Schiff „Sweet Judy“ auf der Insel angespült, auch auf ihr gibt es nur eine Überlebende: Ermintrude Fanshaw, eine junge englische Adelige. Nach und nach landen Überlebende auf der Insel, alle müssen versuchen, mit der Katastrophe fertig zu werden und ihr Leben weiter zu leben.

    Ein ungewohnt ernster Roman Terry Pratchetts, dem selbst eine persönliche Katastrophe wiederfuhr, als bei ihm 2007 Alzheimer diagnostiziert wurde. „Eine Insel“ wurde im Original 2008 veröffentlicht, ich habe mich beim Lesen mehrmals gefragt, ob der Autor hier auch seine eigene Trauer verarbeitet.

    Vor allem Mau, der alles verloren hat, muss neben dem Überleben auch viel Trauerarbeit leisten. Der Roman nimmt das sehr ernst, bietet aber auch Hoffnung und macht Mut. Mau meistert sein Leben mit Einfallsreichtum, Nichtaufgeben, Mut, Verantwortungsbewusstsein (auch für andere), gleichzeitig stellt er auch manche überkommene Traditionen in Frage. Hier hat mich der Roman auch immer wieder an die Tiffany-Weh-Romane erinnert, die immer ernster wurden und vor allem auch zunehmend schwierigere Themen anpackten.

    Trotz all der ernsten Töne gibt es auch humorvolle Passagen, vor allem rund um Ermintrude, die sich nun Daphne nennt, denn dieser Name hat ihr schon immer besser gefallen und auf der Insel kennt niemand ihren richtigen Namen. Sie, die viktorianisch erzogen wurde, muss auf der Insel ihre ganze Erziehung in Frage stellen. Allerdings war sie schon immer sehr wissensdurstig, was in ihrer Kindheit von ihrem Vater unterstützt wurde, so dass es ihr letztlich nicht wirklich schwer fällt. Trotzdem gibt es zwischen ihr und Mau einige kulturelle Missverständnisse, die einen schmunzeln lassen.

    Viktorianische Erziehung? Spielt der Roman etwa in der realen Welt? Ein kurzer Blick auf die abgedruckte Weltkarte lässt das zunächst vermuten, ein zweiter dann nicht mehr: „Wiedervereinigte Staaten“? „Großer Südlicher Peleagischer Ozean“? „Hinter- und Vorderaustralien“? Ganz offensichtlich befinden wir uns in einem Paralleluniversum, das aber dem unseren sehr ähnlich ist, Vieles kommt einem sehr bekannt vor.

    Pratchett findet sich ausgesprochen gut in die Gefühlswelt seiner jungen Protagonisten ein, aus deren Perspektive der Roman fast durchgehend erzählt wird. Besonders gut gelungen sind ihm Maus Gefühle, als er nach Hause kommt und das Ausmaß der Katastrophe erkennt, sich aber (noch) nicht seiner Trauer hingeben kann, da er sich erst noch um die Toten kümmern muss.

    Das Buch ist äußerst liebevoll gestaltet, neben der schon erwähnten Weltkarte (die übrigens hinten auf dem Kopf steht, was erst durch die Lektüre des Romans verständlich wird …), und einer Karte der Insel, gibt es zu jedem Kapitel eine passende Illustration, und auch das Cover passt sehr gut zum Roman. Terry Pratchett liefert ein Nachwort und natürlich gibt es auch (wenn auch nicht ganz im üblichen Maß) seine typischen Fußnoten. Das letzte Kapitel blickt, von der Erzählung aus gesehen, in die Zukunft und beantwortet letzte offene Fragen.

    Ein sehr gelungener Roman für Jugendliche und Erwachsene, der zum Nachdenken anregt und Mut macht. Ich wünsche dem Roman viele Leser und empfehle ihn uneingeschränkt. Für Terry-Pratchett-Fans, die vorwiegend seine Scheibenwelt-Romane lesen, dürfte der Roman zunächst etwas ungewohnt sein, doch, wer dranbleibt, wird auch hier den Autor wiederfinden.

  24. Cover des Buches Der Reisende (ISBN: 9783785725979)
    Arnaldur Indriðason

    Der Reisende

     (21)
    Aktuelle Rezension von: HighlandHeart1982
    Der Reisende ist der erste gemeinsame Fall der beiden Ermittler Thorson und Flóvent.

    Inhalt

    Der Mord an einem jungen Handelsreisenden könnte brutaler nicht sein. Er wurde in der Wohnung eines ehemaligen Schulkameraden regelrecht hingerichtet. Da es sich bei der Tatwaffe um einen amerikanischen Revolver handelt, mischt sich die Militärpolizei in die Ermittlungen der isländischen Polizei ein. Schnell kommt der Verdacht auf, dass es sich um einen Fall von Spionage handeln könnte.

    Meine Meinung

    Ich habe bisher alle Bücher von Arnaldur Indridason gelesen, die auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Die Ermittler Thorson und Flóvent sind mir nicht unbekannt, da ich ihre bisher weiteren Fälle schon kannte.

    Ich finde es sehr interessant, dass man in diesem Buch das erste aufeinander treffen der beiden erlebt, und sich von Anfang an zeigt, wie gut die Zwei sich ergänzen.

    Der Schreibstil ist wie immer grandios, und man fliegt wieder einmal förmlich durch die Seiten, und ehe man sich versieht, ist das Buch auch schon vorbei.

    Ich finde auch dass das Cover die gesamte Stimmung des Inhalts wieder sehr gut herüber bringt.

    Desweiteren finde ich persönlich es faszinierend mehr über die isländische Geschichte in der zeit der Besatzer zu erfahren. Natürlich ist die Handlung wie immer fiktiv, aber sie wirkt sehr authentisch, was das ganze greifbar macht.

    Der Fall ist schockierend und spannend zu gleich, und zeigt die Abgründe der menschlichen Seele auf.

    Wenn man sich für die Zeit des Nationalsozialismus interessiert, ist es interessant, zu erfahren, dass es auch in Island mal eine Partei gegeben hat, die diesem Gedankengut zugetan war.

    Auch die Rolle der Deutschen, und deren Einfluss wird wieder einmal sehr anschaulich aufgezeigt.

    Fazit

    Mir hat dieses Buch, wie fast alle des Autoren, wieder sehr gut gefallen und ich bin sehr gespannt, wie es mit Thorson und Flóvent weiter gehen wird. ich hoffe, es wird da noch ein paar Fälle geben.

    Ein Muss für alle Fans von nordischen Krimis.

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