Bücher mit dem Tag "britische literatur"

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325 Bücher

  1. Cover des Buches Die Chemie des Todes (ISBN: 9783499256462)
    Simon Beckett

    Die Chemie des Todes

     (7.230)
    Aktuelle Rezension von: Chrilia

    „Die Chemie des Todes“ ist der erste Teil der David Hunter Reihe und gleichzeitig auch das erste Buch, dass ich von Simon Beckett gelesen habe. Der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut. Er ist sehr detailreich, vor allem, wenn es um die Beschreibung von Leichen und Tatort geht, aber auch sehr spannend. Das Buch wird aus mehreren Perspektiven erzählt, dies sind die Perspektive von David Hunter, den potentiellen Opfern und die Täterperspektive. Bei der Perspektive von David Hunter gefällt mir vor allem gut, dass einige Ereignisse wie aus einem Tagebuch berichtet werden, als würde er das erlebte gerade aufschreiben oder rekapitulieren. David Hunter als Charakter gefällt mir sehr gut. Nach einem einschneidenen Erlebnis in seiner Vergangenheit, hängt er seinen früheren Beruf an den Nagel und wird Arzt in einem kleinen Dorf.  Gut in der Story gefällt mir auch, dass hier die Ermittlungen aus Sicht eines Rechtsmediziners beschrieben werden und nicht die Polizei in diesem Sinne im Fokus steht. Hier gibt es einige detaillierte Beschreibungen der Toten, die nicht jedermanns Sache sein müssen. Ich fand die Arbeit von David Hunter aber sehr spannend, vor allem woran er die Tote identifizieren konnte. Aber auch das Drumherum gefiel mir sehr gut. Der Autor beschreibt hier sehr gut, wie die Mentalität einer Ortschaft sich verändert, wenn ein Mörder unter ihnen zugange ist und somit das Misstrauen der Leute geweckt wird. Alles in allem ist das Buch ein sehr spannender Auftakt einer Reihe, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen möchte.

  2. Cover des Buches Leichenblässe (ISBN: 9783499268298)
    Simon Beckett

    Leichenblässe

     (2.529)
    Aktuelle Rezension von: Chrilia

    In seinem dritten Fall ist der forensische Anthropologe David Hunter zu Besuch auf der berühmten Body Farm in Knoxville, Tennessee. Eine stark verweste Leiche in den Smoky Mountains bringt ihn auf die Spur eines skrupellosen Killers, der keine Gnade kennt. Super spannend. Klasse!

  3. Cover des Buches Alice im Wunderland & Alice hinter den Spiegeln (ISBN: 9783836958646)
    Lewis Carroll

    Alice im Wunderland & Alice hinter den Spiegeln

     (129)
    Aktuelle Rezension von: senageske

    Alice im Wunderland ist ein Klassiker, und die schönen Illustrationen macht alles noch hundertmal besser! 

  4. Cover des Buches Der Vogelmann (ISBN: 9783442451739)
    Mo Hayder

    Der Vogelmann

     (471)
    Aktuelle Rezension von: kerstinsbooks

    Dieses Buch habe ich vor Jahren gelesen, deswegen nun auch keine Inhaltsangabe.

    Ich bin ein großer Fan von Krimis und Thrillern und habe bei den Lektüren schon einiges erlebt, was z. T. auch noch lange nachgewirkt hat. Was hier geboten wird, ist für meinen Geschmack zuviel. Wenn auch hier gewollt ist, die brutale Realität hinter Morden aufzuzeigen und die abartigen Phantasien eines Serienmörders derailliert darzustellen, hat es hier doch schon fast etwas von Effekthascherei. Mich hat der Schrecken, den ich da las, lange Zeit nicht losgelassen.

    Für mich leider gar nichts!



  5. Cover des Buches Was vom Tage übrig blieb (ISBN: 9783896677037)
    Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

     (259)
    Aktuelle Rezension von: Minijane

    2017 erhielt Kazuo Ishiguro den Nobelpreis für Literatur. Sein bekanntestes Werk ist das Buch „Was vom Tage übrig blieb“.

    Es erzählt die Geschichte des Butlers Mr Stevens, der sein gesamtes berufliches Leben auf Darlington Hall verbracht hat und nun nach Jahrzehnten aufopferungsvoller Tätigkeit auf sein Leben zurückblickt.

    Das Buch beginnt 3 Jahre nach dem Tod seines ursprünglichen Dienstherrn Lord Darlington. Das Anwesen ist inzwischen von einem amerikanischen Millionär, Mir Farraday erworben worden, und als dieser aus geschäftlichen Gründen nach Amerika fliegen muss, nötigt er Mr.Stevens schon fast einen einwöchigen Urlaub zu machen und stellt sogar sein Fahrzeug für eine Rundreise zur Verfügung.

    Der überkorrekte Butler nimmt das Angebot schließlich unter dem Vorwand an , eine frühere Angestellte, die Hausdame Miss Kenton zu besuchen, um sie eventuell zu überreden wieder in Darlington Hall zu arbeiten, wo es einen personellen Engpass gibt.

    Die Reise durch den Süden Englands bildet quasi den Rahmen der Geschichte, in deren Verlauf wir die Erinnerungen des Icherzählers Stevens reflektieren. Stevens ist der geborene Butler mit höchsten Ansprüchen an sich selbst, der eigene Befindlichkeiten stets zurückstellt und schon fast gefühlskalt wirkt. Seine absolute Loyalität gehört seinem Arbeitgeber, und er stellt diesen auch nie in Frage. 

    Aus politischen Diskussionen hält er sich raus. Als sein Vater während einer Schicht stirbt, geht die Arbeit vor. Privates Glück steht nicht zur Diskussion. Doch wenn man im Nachhinein dann auf sein Leben zurückblickt, kann man dann wirklich sagen, dass es ein glückliches Leben war, oder hat man es vielleicht sogar vergeudet?

    Dieses sehr ruhige Buch hat keinerlei Spannungsbogen, bietet aber viel Stoff zum Nachdenken. Der knochentrockene Mr Stevens ist ein Butler, wie es ihn heute wohl kaum mehr gibt. Seine Dienstzeit fällt in eine politisch sehr spannende Zeit 1923 nach dem 1. Weltkrieg, und Lord Darlington pflegte offensichtlich Kontakte zu Nazigrößen. Eine bittersüße Komponente hat die Beziehung von Stevens zur Hausdame Miss Kenton.

    Der Schreibstil war etwas antiquiert und gewöhnungsbedürftig, rundete aber den Charakter des Butlers ab und passte einfach perfekt. Stellenweise war mir dieser Klassiker definitiv zu langatmig. Trotzdem bin ich froh mich herangetraut zu haben und habe den Roman alles in allem gerne gelesen.


  6. Cover des Buches Mrs. Dalloway (ISBN: 9783649636229)
    Virginia Woolf

    Mrs. Dalloway

     (232)
    Aktuelle Rezension von: Annalena2703

    Meinung

    Zuerst muss ich kurz auf die Aufmachung dieses Buches eingehen ~ der Coppenrath Verlag hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Das Buch an sich und somit auch die Geschichte haben (für mich) eine ganz besondere Reise dargestellt. Durch aufwendig gearbeitete interaktive Extras wie Einladungskarten, Land- sowie Postkarten und Zeitungsausschnitte ergibt sich ein einzigartiges Leseerlebnis.


    Die Geschichte rund um Mrs. Dalloway an sich konnte mich auf jeden Fall von sich überzeugen, allerdings wird das Buch nicht zu einem meiner Lieblings-Klassiker werden.

    Der Schreibstil von Virginia Woolf ist poetischer, als ich zu Beginn vermutet hatte. Zudem war er sehr bild- und detailreich, weshalb ich sehr schnell in die Geschichte reingekommen bin. Was ich zudem sehr beeindruckend fand ~ Virginia Woolf spricht neben Entscheidungen des alltäglichen Lebens auch Themen wie sexuelle Unterdrückung an und stellt Fragen, die einen selbst zum Nachdenken anregen.

    Clarissa als Protagonistin war mir sehr sympathisch, vor allem, weil sie sich teilweise so real angefühlt hat. Man erlebt zusammen mit ihr nochmal ihr Leben, lässt alte Geschehnisse Revue passieren, was der Geschichte an sich eine sehr schöne Tiefgründigkeit verleiht. Mich persönlich haben die Zeitsprünge in dem Buch teilweise ein wenig aus dem Lesefluss gerissen und man sollte sich wirklich Zeit für die Geschichte nehmen, auch wenn der Schreibstil es einem sehr leicht macht.

    Zur Handlung an sich möchte ich nicht allzu viel sagen, weil ich denke, dass das genau die Essenz des Buches ist ~ hier noch viel mehr als bei anderen Büchern. Der Weg von Clarissa ist besonders und die Fragen, die sie sich stellt sind so greifbar, dass ich mich nicht nur einmal dabei erwischt habe, wie ich mir vorgestellt habe, was ich in ihrer Situation getan hätte.



    Fazit


    Somit komme ich auf 4 von 5 Sterne.

    Für jeden leidenschaftlichen Klassiker-Liebhaber ist diese illustrierte Schmuckausgabe ein absolutes Muss, aber ich denke auch, dass selbst Neulinge auf diesem Gebiet viel Freude damit haben werden. Ob man die Geschichte von Mrs. Dalloway nun mag oder nicht, das ist nun mal Geschmacksache. So oder so durchlebt man, dank der wundervollen Aufmachung, eine ganz besondere Reise während dem Lesen ~ schaut es euch auf jeden Fall mal an, ihr werdet es nicht bereuen!

  7. Cover des Buches Ruhelos (ISBN: 9783833305368)
    William Boyd

    Ruhelos

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Speechless

    Die 27jährige Ruth Gilmartin ist alleinerziehende Mutter und promoviert an der Universität von Oxford. Ihr Vater ist bereits vor Jahren verstorben und zu ihrer Mutter Sally hat sie ein spezielles Verhältnis. Bei einem ihrer wöchentlichen Besuche im Cottage der Mutter im Sommer 1976, bemerkt Ruth, dass sich Sally sehr seltsam benimmt, sich verfolgt und beobachtet fühlt. Beim Abschied überreicht Sally Ruth eine Akte und eröffnet ihr quasi zwischen Tür und Angel, dass sie in Wirklichkeit Eva Delektorskaja heißt und eine ehemalige Spionin des britischen Geheimdienstes ist.

    Ab diesem Moment tun sich im Buch zwei Handlungsstränge auf. Während der eine weiterhin aus der Ich-Perspektive von Ruth erzählt wird und in der Gegenwart verläuft, führt der andere nach Paris zurück in das Jahr 1939. Dort wird die junge russische Emigrantin Eva Delektorskaja auf der Trauerfeier ihres Bruders von dem mysteriösen Lucas Romer angesprochen. Dieser erzählt ihr zunächst, dass ihr Bruder keinesfalls durch einen tragischen Unfall starb, sondern gezielt ermordet wurde und wirbt sie in der Folge für den britischen Geheimdienst an. Nach einer intensiven Ausbildung in Schottland, absolviert Eva einige hochgefährliche Einsätze In Belgien, England und den USA. Das Ziel ihrer Spezialeinheit besteht darin in den Medien gezielt Falschmeldungen zu verbreiten, die die zögernde USA zum Eintritt in das Kriegsgeschehen gegen die Nazis bewegen sollen. Dabei lautet die oberste Regel: Vertraue niemandem.

    Die Sprache des Autors ist geradlinig, nüchtern und klar, was meiner Meinung nach besonders zu dem Inhalt des Buches passt. Ein perfektes Beispiel ist dafür schon der pointierte Titel des Buches. Ohne Umschweife auf den Punkt kommend gelingt es Boyd trotzdem eine plastische Welt entstehen zu lassen, in die man wunderbar leicht hineinfindet und ungerne wieder auftauchen möchte.

    Besonders spannend fand ich es die Ereignisse während des zweiten Weltkriegs mal aus einer völlig anderen Perspektive zu erleben. Aber selbst für Leser, die sich nicht sonderlich für die Zeit des zweiten Weltkriegs interessieren, ist es eine spannende Geschichte, die mit jedem Kapitel eine intensivere Sogwirkung entfaltet. Ständig fragt man sich, wem Eva trauen kann, ist erleichtert, wenn sie einer gefährlichen Situation entkommen ist und völlig fasziniert von ihrem alltäglichen Leben als Spionin, in dem kaum ein Platz für wirklichen Alltag bleibt. Enttäuscht war ich gleichzeitig von dem zweiten Handlungsstrang um Ruth. Zwar war mir Ruth grundsätzlich sehr sympathisch, ich konnte ihr Verhalten und ihre Gedanken gut nachvollziehen. Gleichzeitig bleibt sie aber sehr blass und auch die Bezüge zum Baader-Meinhof-Komplex verliefen irgendwie im Sande und waren dann für die Geschichte doch eher unnötig.

    Trotzdem ist dies ein kitschfreier Spionage-Thriller, der mit viel Spannung und Gänsehaut daherkommt. Am Ende bleibt auch die Aufforderung an den heutigen Leser nicht jede Nachricht, die keine eindeutige, seriöse Hintergrundquelle vorweisen kann, bedingungslos zu glauben.

  8. Cover des Buches Beobachtungen aus der letzten Reihe (ISBN: 9783847900351)
    Neil Gaiman

    Beobachtungen aus der letzten Reihe

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Neil Gaiman ist Autor von Romanen, Drehbüchern und Comics.
    Er liest, seit er lesen kann und arbeitete mit diversen Größen der verschiedenen Literaturgenres zusammen.
    Angefangen zu schreiben hat er als Journalist, bis er sich entschied, Schriftsteller zu werden.

    In dieser Sammlung verschiedener Texte erklärt Neil Gaiman, wie wichtig Bücher, Lesen und Bibliotheken für Kinder sind.
    Er klärt über das Leben als Künstler auf und erzählt witzige Anekdoten über andere Autoren, wie zum Beispiel Stephen King und Terry Pratchett.

    Er hat diverse Texte zu verschiedenen literarischen Preisverleihungen und Vorworte für andere Romane oder Comicbücher geschrieben.

    In diesem Buch versammeln sich auch die verschiedensten Texte zu den Themen Kino/Film allgemein und Musik.

    Man kann die Texte völlig unabhängig voneinander und in wilder Reihenfolge lesen. Man kann ganze Texte völlig ausklammern, wenn einen das Thema nicht interessiert und trotzdem lernt man Neil Gaiman sehr gut kennen und erfährt so einiges über das Schreiben und die Arbeit als freiberuflicher Künstler.
  9. Cover des Buches Vatermord (ISBN: 9783426507261)
    Val McDermid

    Vatermord

     (119)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Ein neuer Falls für Carol Jordan und Tony Hill

    Der sechste Fall lässt tief in die verkrusteten Strukturen der Polizei blicken.

    Die junge Jennifer wird tot aufgefunden. Carol übernimmt den Fall. Sie weiß, dass sie unter ihrem neuen Vorgesetzten unter Beobachtung steht. Der schließt Tony Hill als Teammitglied aufgrund fadenscheiniger finanzieller Aspekte von den Ermittlungen aus.

    Tony verbringt seine neu gewonnene Zeit mit der Bewältigung seiner Vergangenheit. Er versucht, das Erbe seines ihm unbekannten Vaters schnellstmöglich zu verkaufen.

    Dank eines Tipps und eines weiteren Mordfalls unterstützt er die Polizei von Mercia und kommt somit nicht umhin, den Besitz seines Vaters zu begutachten.

    Carol und ihr Team stecken fest. Erst als zwei weitere Opfer auftauchen, wird klar, dass es sich hierbei um einen Serienkiller handelt und dringend ein Profiler mit an Bord muss. Der frisch von der Polizeischule angetretene Profiler entpuppt sich jedoch als vollständige Niete und Carol kann sich nur schwer beherrschen.

    Tony hingegen gelingt es mit Hilfe der örtlichen Polizei ein Profil des Killers aufzustellen, dass ihn prompt zurück in Carols Team führt.

    Dort herrscht Aufruhr, weil Kevin trotz der brisanten Ermittlungen nebenbei noch einen zehn Jahre alten ungeklärten Fall löst und damit allen Instanzen klar macht, dass Carols Team Ergebnisse liefert.

    Val McDermid lässt diesen perfiden Killer seine Kreise ziehen. Dieser reißt Familien auseinander und ein Zufall jagt den nächsten. Unter dem Druck der öffentlichen Sparmaßnahmen und privaten Grabenkämpfen fällt es dem Team um Carol Jordan und Tony Hill nicht leicht, die Fassung zu bewahren. Dennoch Spannung pur von der ersten bis zu letzter Seite und obwohl mein letzter McDermid bereits Jahre zurückliegt, findet man sofort Anschluss in Carols Team.

  10. Cover des Buches Alles, was wir geben mussten (ISBN: 9783896676962)
    Kazuo Ishiguro

    Alles, was wir geben mussten

     (584)
    Aktuelle Rezension von: Jen_loves_reading_books
    Meinung:
    Oh man, wurde dieses Buch damals gehyped und ich habe Jahre gebraucht, um es mir mal zuzulegen.
    Hätte ich das mal gelassen. Das Thema für sich gesehen, ist wirklich spannend. Die Umsetzung in diesem Buch empfand ich als ziemlich mau. Die Einführung dauert ein Weilchen und ich dachte: "Okay, er nimmt sich Zeit für den Charakter der Figuren und beschreibt ihr noch junges Leben." Leider wird das Buch auch kein bißchen interessanter, als die drei Hauptcharaktere dann endlich erwachsen wurden. Die Geschichte plätschert weiter so dahin und der große Twist lässt nicht nur auf sich warten, er taucht erst gar nicht auf. Die Protagonisten erleben ihre Kindheit, Jugend und das Erwachsenenalter und erleben halt die Dinge, die man in dem Alter so erlebt. Erste Freundschaften, erste Liebe und die damit verbundenen Enttäuschungen. Die Protagonistin hält an ihrer Freundschaft zu einer Figur fest, die keine wirkliche Freundin und zudem äußerst unsympathisch ist.
    Ich glaube, was mich ganz besonders an der Geschichte gestört hat, war die Passivität der Charaktere. Sie wissen, was zu einem bestimmten Zeitpunkt mit ihnen geschieht und nehmen das einfach so hin. Als Erwachsene können sie sich frei bewegen und sie versuchen noch nicht einmal ihrem Schicksal zu entkommen. Nicht mal die Idee keimt in ihnen. So endet das Buch wie es begonnen hatte: langatmig, langweilig und mit einem großen Fragezeichen über meinem Kopf.

    Fazit:
    Schade, um das schöne Thema. Ein bißchen Spannung, in dem die Charaktere mal irgendwie aufbegehren, hätte der Geschichte gut getan. So kann ich nur sagen: Das war nix.

    Leseempfehlung: Nä!

    Von mir gibt’s:
    2 von 5 Sterne


  11. Cover des Buches Der Atem der Welt (ISBN: 9783458359692)
    Carol Birch

    Der Atem der Welt

     (52)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Londoner Docklands, 1857: Die Begegnung mit einem aus Jamrachs Menagerie entlaufenen Tiger ändert das Leben Jaffy Browns, dessen Kindheit und Zuhause bisher von Armut, Gestank und Unrat geprägt war. Jamrach bietet dem Jungen, der das mächtige Gebiss des Tigers auf so wundersame Weise unbeschadet überstanden hatte, einen Job in seiner Tierhandlung und damit den Zugang in eine völlig neue Welt voller magischer Geschöpfe und bisher unbekannter Tiere.
    Zwischen Jaffy und Tim, der ebenfalls bereits bei Jamrach arbeitet, entsteht eine nicht immer ausgeglichene Freundschaft, die gemeinsam mit ihrem Fernweh dafür sorgt, dass beide Jungen auf einem Walfänger anheuern. Ebenfalls mit an Bord geht Dan, der im Auftrag eines reichen Exzentrikers für Jamrachs Menagerie in der Südsee einen Drachen fangen soll, über deren Spezies es bisher nur in Spelunken erzählte Gerüchte gibt.
    Anfangs ist den Seeleuten auch das Glück noch hold, aber Abenteuer, Schrecken und Wahnsinn warten...

    Ein Großteil der Handlung dreht sich um die Schiffsreise, die Jaffy als Teenager macht. Besonders in der zweiten Hälfte des Romans sind teils starke Nerven gefragt. 

    Ein wunderbares Buch zum Wegträumen, Alpträume eingeschlossen.

  12. Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783328109181)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil

     (4.147)
    Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeow

    Einfach weil ich Lila so mag und die Verfilmung von 2010 schon oft gesehen habe, sollte meine nächste Schmuckausgabe „Stolz und Vorurteil“ sein. Ich sehe Keira Knightley wirklich gern, aber ich finde sie ist keine besonders gute Schauspielerin und ihre Darstellung der Elisabeth Bennet empfand ich nicht gerade als sympathisch. Aber das sind Stolz und Vorurteile ja auch nicht und vielleicht hat sie den Charakter einfach nur treffend gespielt. Das findet man am besten heraus, indem man das Buch liest.


    Der größte Wunsch von Mrs. Bennet ist es, ihre fünf Töchter möglichst bald möglichst gut verheiratet zu sehen. Der neue und reiche Nachbar Mr. Bingley entpuppt sich sogleich als hervorragende Partie für die älteste Tochter Jane. Wäre da nur nicht dessen bester Freund Mr. Darcy, mit dem Jane‘s Schwester Elisabeth von Anfang an auf Kriegsfuß steht und der offenbar gar nichts von den temperamentvollen Bennets hält. Ein wortkarger Unsympath mit keinerlei guten Eigenschaften, findet Elisabeth. Vorurteile, die auf beiden Seiten zu enttäuschten Hoffnungen und gebrochenen Herzen führen.


    Ich war überrascht, wie modern der Roman, immerhin von 1813, geschrieben war. Sehr leicht zu lesen und von einem geradezu vornehmen Humor. Ich könnte mir daher vorstellen, dass es sich hierbei um eine überarbeitete Version des Roman handelt, auch wenn darüber nichts vermerkt war.
    Trotz meines Lobes für den flüssigen Schreibstil, mit den Charakteren hatte ich so meine Probleme. Ganz wie im Film, waren die meisten nämlich nicht gerade sympathisch. Bei dem Titel macht das zwar auch Sinn, aber ich hätte mich permanent über Elisabeth und Co. aufregen können. Vor allem die Mutter und die jüngste Schwester sind fürchterliche Personen, auch wenn ich über deren Verhalten immer wieder schmunzeln musste. Natürlich ändert sich das im Verlauf der Geschichte, zumindest bei den Hauptpersonen. Dennoch kam mir der Wandel auf beiden Seiten zu plötzlich. Dieser wurde zwar aufgebaut, aber ich fand es einfach nicht harmonisch genug. Sogar den Personen im Roman fällt das auf! Das ist zwar meckern auf hohem Niveau, aber vor allem deswegen ziehe ich einen Stern ab.
    Womit ich noch sehr Freude hatte, war der Einblick in den Alltag einer gut situierten, wenn auch nicht reichen Familie zu jener Zeit. Lesen, spazieren gehen, musizieren, Briefe schreiben, Gäste empfangen oder für ein paar Wochen Verwandte besuchen. So könnte ich mein Leben auch gut verbringen. Ich habe einfach nicht o viele Ambitionen wie die meisten Frauen heutzutage. Vermutlich bin ich in der falschen Zeit geboren.
     Allein von der Aufmachung her, ist auch diese Schmuckausgabe mit all ihren schönen Beilagen wie z.b. einem ganzen Brief, Stammbaum oder Minibiografie über Jane Austen wieder ihr Geld wert.

    Gute 4 Sterne für diesen Klassiker, den man auf jeden Fall mal gelesen haben muss.

  13. Cover des Buches Die Behandlung (ISBN: 9783442464760)
    Mo Hayder

    Die Behandlung

     (341)
    Aktuelle Rezension von: Cornelia_Schmitz
    Missbrauchte Kinder missbrauchen Kinder. Dafür bringt die Autorin kein Verständnis auf (Verstehen heißt nicht Billigen), bedient im Gegenteil üble Klischees und befriedigt Sensationslust.


  14. Cover des Buches Dame zu Fuchs (ISBN: 9783442715572)
    David Garnett

    Dame zu Fuchs

     (36)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚Eine erwachsene Dame wird plötzlich in einen Fuchs verwandelt. Das lässt sich mit keinerlei Naturphilosophie erklären.‘ (Seite 9)

    Silvia Tebrick, geborene Fox, lebt nach ihrer Hochzeit mit Richard Tebrick im ländlichen Oxfordshire.

    Die beiden führen eine sehr glückliche Ehe, doch als die Eheleute bei einem Spaziergang durch ein nahegelegenes Wäldchen in eine Jagd geraten, da verwandelt sich Mrs Tebrick plötzlich in eine Fähe, einen weiblichen Fuchs.

    Mrs Tebrick schmuggelt seine Ehefrau in Fuchsgestalt zurück in ihr Zuhause, schickt unter einem Vorwand alle Angestellten weg und kümmert sich liebevoll um seine Füchsin.

    Die Idee zum Buch finde ich sehr toll, und David Garnett hat das Ganze sehr überzeugend und amüsant umgesetzt. Tatsächlich erzählt er seine Geschichte so plausibel, dass man beim Lesen kaum daran zweifelt, dass sich alles genauso zugetragen hat.

    Gefallen hat mir auch die besondere Stimmung im Buch, die mich nach Oxfordshire versetzt hat, das ich vor ein paar Jahren bereiste und das im Roman sehr authentisch und atmosphärisch geschildert wird.

    Auch das Ende hat mir gut gefallen, obgleich ich den Mittelteil bisweilen etwas zu langatmig fand. Am Anfang und am Ende hat ‚Dame zu Fuchs‘ wirklich Biss und alles in allem ist der knappe Roman eine ebenso kreative wie unterhaltsame Geschichte.

  15. Cover des Buches Ein Monat auf dem Land (ISBN: 9783832165185)
    J.L. Carr

    Ein Monat auf dem Land

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Eleonora

    An einem stark verregneten Spätnachmittag kommt er an. Tom Birkin, der beauftragt wurde ein altes Wandgemälde in der Kirche von Oxgodby freizulegen. Er erhofft sich Ruhe und Entspannung nach dem Terror des ersten Weltkrieges, aus dem erst erst vor Kurzem zurückgekehrt ist. Noch immer leidet er darunter, ein schweres Zucken im Gesicht von einem Granatenschock ist sein ständiger Begleiter. Ähnlich ergeht es Moon, der nicht weit von der Kirche entfernt Ausgrabungen tätigt. Die beiden freunden sich an und besuchen sich täglich gegenseitig. Es ist ein wunderbarer Sommer für Birkin, in der er die Dorfgemeinschaft kennenlernt, sich sogar verliebt und langsam den Schrecken hinter sich lassen kann. Und je mehr er vom Wandgemälde freilegt, desto mehr findet er langsam zu sich selbst zurück und der baldige Abschied von diesem herrlichen Ort fällt ihn immer schwerer.📖


    Diesen Bestseller hat bestimmt schon fast jeder gelesen. Nun hab auch ich endlich meinen Weg zu ihn gefunden.
    Es ist wirklich eine wunderbare kurze Geschichte. J.L. Carr hat mich mit diesem Büchlein verzaubert und mich mit seinen Worten gedanklich direkt aufs wunderschöne englische Land verfrachtet. Eigentlich passierte nicht wirklich viel, es plätscherte so dahin, jedoch die Atmosphäre dieses herrlichen Sommers nahm mich völlig ein. Für mich hätte die Geschichte tatsächlich noch ein wenig weitergehen können. Tom Birkin war sympathisch und die Art wie er von seinem Aufenthalt erzählte war fast, als würde es mir ein guter Freund berichten. Nach und nach erfuhr man mehr von seiner Vergangenheit und auch der von seinem neuem Freund Moon. Ein wenig hätte ich mir etwas mehr Glück in der Liebe für ihn gewünscht, jedoch spielte das nur eine Nebenrolle. Es ging darum wieder Anschluss zu finden nach dem Grauen des Krieges. Zurückzufinden zu sich selbst oder zu dem was davon übrig geblieben ist. Zu heilen und zu versuchen in eine neue Zukunft zu blicken. Das dörfliche Setting mit seinen freundlichen und entgegenkommenden Einwohnern war dafür perfekt. Ein wirklich angenehm ruhiges Büchlein, das mir sehr gefallen hat.

    Offenbar gibt es auch eine gelungene Verfilmung von 1987 mit einem sehr jungen Colin Firth und Kenneth Branagh. Mit Sicherheit auch sehr sehenswert, aber bislang anscheinend nur auf Englisch erhältlich.🎬🙂

  16. Cover des Buches Sweet Tooth (ISBN: 9780099582038)
    Ian McEwan

    Sweet Tooth

     (27)
    Aktuelle Rezension von: NiamhOConnor

    Serena Frome, Tochter eines anglikanischen Bischofs, ist noch keine 25, bildhübsch und belesen und hat einen Abschluss in Mathematik von der Universität Cambridge. Ihren neuen Job beim britischen Geheimdienst MI5 verdankt sie aber nicht ihren akademischen Leistungen, sondern ihrem um drei Jahrzehnte älteren Geliebten Tony Canning. Hätte Ian McEwan den Beginn seines Romans Sweet Tooth (auf Deutsch: Honig)  im 21. Jahrhundert angesiedelt, würden Serena zu Beginn ihrer Tätigkeit ein anspruchsvolles Trainingsprogramm für Geheimagentinnen und im Anschluss daran eine Karriere im Kampf gegen rechten oder linken Terror oder gegen Islamismus erwarten. Serena tritt ihren Dienst aber im Jahr 1972 an, und daher verbringt sie ihre Tage mit dem Tippen und Ablegen von Akten, und ihr erster Auftrag außerhalb der Büromauern besteht darin, gemeinsam mit ihrer Kollegin Shirley Shilling eine vom Geheimdienst gemietete Wohnung zu reinigen, um die Spuren des letzten Einsatzes zu beseitigen. Dort findet sie einen Zettel mit einem Hinweis auf Tony, der sich in der Zwischenzeit sowohl von ihr als auch von seiner Ehefrau getrennt hat.

    Auch der nächste Auftrag ist nicht besonders spektakulär, kommt aber zumindest Serenas Interesse für Literatur entgegen: Im Rahmen des Projekts Sweet Tooth (in der deutschen Übersetzung Operation Honig) besucht sie getarnt als Mitarbeiterin einer Stiftung den noch unbekannten Schriftsteller Thomas Haley und bietet ihm finanzielle  Unterstützung an, die es ihm ermöglichen soll, sich ganz aufs Schreiben zu konzentrieren.  Die Kandidaten für ein derartiges Stipendium sind sorgfältig ausgewählt: Es werden nur Autoren ins Programm aufgenommen, von denen der MI5 annehmen kann, dass ihre zukünftigen Bücher eine pro-westliche, antikommunistische Ideologie transportieren werden. Wer sie wirklich finanziert, erfahren die Stipendiaten nicht. Wie nicht anders zu erwarten, verliebt sich Serena in Tom, kann sich aber trotzdem oder gerade deswegen nicht dazu durchringen, ihm die Wahrheit zu erzählen.

    Meine Meinung: Die Geschichte, an die sich Serena viele Jahrzehnte später erinnert, ist zwar im Geheimdienstmilieu angesiedelt, aber eher eine Beziehungs- als eine Spionagegeschichte. Sie lässt das London der frühen 1970er-Jahre wiederauferstehen: Die Tochter aus gutem Hause wohnt in einem möblierten Zimmer,  kann dank der Pille gefahrlos Liebschaften eingehen, spaziert durch die Carnaby Street und raucht mit dem Hippyfreund ihrer Schwester auch schon mal einen Joint.  Beim MI5 ist man mit dem Kalten Krieg und den Anschlägen in Nordirland beschäftigt und friert in wegen der Ölkrise ungeheizten Büros. Man macht sich Gedanken über den EU-Beitritt Großbritanniens, zweifelt an den Vorteilen des Zukunftsprojekts Channel Tunnel und freut sich, wenn die linken Gewerkschaften Rückenwind verlieren. 

    Die Sprache, in der Serena all das erzählt, ist ebenso elegant und kultiviert wie sie selbst, und Ian McEwan nimmt für die Geschichte doch auch Anleihen bei seinen Kollegen aus dem Geheimdienstgenre. Ian Flemming wird ausdrücklich erwähnt, und eine Anspielung auf Graham Greene ist wohl der „vierte Mann“, von dem wiederholt die Rede ist. Auch die Atmosphäre der Geschichte hat mich teilweise an Graham Greene erinnert, aber während Greenes Charaktere häufig von Gewissenskonflikten geplagt werden, bleiben bei dieser Geschichte alle, einschließlich Serena, emotional ein wenig unbeteiligt. Wenn eine Liebe scheitert, wendet sie sich nach kurzer Trauerphase der nächsten zu, und die Gefühle aller Beteiligten sind gerade stark genug, um die Geschichte glaubhaft voranzutreiben. Das gibt dem Roman eine augenzwinkernde Leichtigkeit, die den Twist am Ende nur logisch erscheinen lässt. Dieser ist zwar keine ganz neue schriftstellerische Erfindung, aber gekonnt umgesetzt. 



  17. Cover des Buches Das Lied der Sirenen (ISBN: 9783426506202)
    Val McDermid

    Das Lied der Sirenen

     (242)
    Aktuelle Rezension von: Roelle_Gardener

    Der unvergleichlichen Val McDermid ist ein nervenzerfetzender Debütroman für eine inzwischen sehr erfolgreiche Thriller-Reihe gelungen, die sich ein krimibegeisterter Lesefan nicht entgehen lassen sollte. 

    Tony Hill ist ein begnadeter Profiler, den die Ermittlungsbeamten zugegebenermaßen widerwillig hinzuziehen, als die Leichen totgefolterter Opfer gefunden werden. Tony findet bald den Anfang des Fadens, der alles entwirren wird, doch er ist zu gut und dem Täter bereits ins Visier geraten. Und noch ehe sich der Profiler dessen bewusst wird, geht er dem Monster in die Falle... 

  18. Cover des Buches Unschuldige (ISBN: 9783257225792)
    Ian McEwan

    Unschuldige

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Der englische Fernmeldemechaniker Leonard Marnham wird 1955 nach Berlin beordert, um in einem Tunnel unter dem sowjetischen Sektor Telefonleitungen anzuzapfen. Der Job erweist sich als nicht schwierig und Leonard hat nicht nur eine schöne Wohnung in Berlin, sondern auch Gelegenheit, die Stadt kennenzulernen. Zusammen mit seinem Mitarbeiter macht er Bekanntschaft mit einigen Lokalitäten und trifft dabei auch Maria, eine vier Jahre ältere Deutsche, in die er sich hoffnungslos verliebt und die den jungen Engländer zum ersten Mal in seinem Leben in eine Beziehung führt. Er erlebt diese Neuerung wie im Rausch und gerät dabei immer tiefer in Situationen, die er nicht mehr richtig beurteilen kann. Doch irgendwie genießt er es. Einen vollständigen Bruch in seinem Leben erfährt er jedoch mit dem Auftauchen von Marias Ex-Mann Otto. Hier zerspringt die Blase in eine düstere Wahrheit.
    McEwan beschreibt eine Beziehung, die von ungleichen Voraussetzungen ausgeht. HIer der unerfahrene Leonhard, dort die geschiedene Maria. Dazu kommt die Nationalität der beiden, auf der einen der englische Kriegsgewinner und auf der anderen die Deutsche auf der Verliererseite. Das wird von McEwan deutlich hervorgehoben, in dem es einen ersten Schnitt in der Beziehung ausmacht. Aber auch die weitere Entwicklung unterstreicht die verschiedenen Voraussetzungen, die beide mitbringen und so scheint es nur folgerichtig, dass die Sache aus dem Ruder läuft. Die Geschichte an sich ist in ihrer praktischen Abfolge so absurd, dass sie schon wieder glaubhaft ist.
    Mit dem Rahmen der frischen Teilung Berlins in vier Sektoren, dem Aufbau und dem Entstehen zweier deutscher Staaten schafft sich McEwan Luft, um sich nicht in der Beziehung der beiden Hauptpersonen angestrengt abarbeiten zu müssen. Das macht er gekonnt, mit seiner großartigen Routine, menschliche Probleme spannend zu schildern.
    Ein Roman, der das von McEwan erreichte Niveau weiter stabilisiert und man hat wieder den Eindruck, dass der Autor gar kein schlechtes Buch schreiben kann.
  19. Cover des Buches Das Buch der Kinder (ISBN: 9783100044174)
    A.S. Byatt

    Das Buch der Kinder

     (12)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Ende des 19. Jahrhunderts leben Olive Wellwood und ihr Mann Humphrey in einem kleinen Paradies. Reich mit Kindern gesegnet sind sie das Zentrum einer kleinen Gemeinschaft von Künstlern, Kunsthandwerkern und Intellektuellen. Der verwitwete Prosper Cain ist als Kurator mit dem Aufbau des neuen Victoria und Albert Museums beschäftigt. Und in dessen Kellern finden seine Kinder den jungen Phillip Warren, der ein begnadeter Zeichner ist, aber wegen seiner ärmlichen Herkunft keine Aussichten hat, sein Talent zu entwickeln. Cains Beschützerinstinkt ist geweckt und er nimmt den Jungen mit zu einem Sommerfest der Wellwoods. Dort lernen sich die Kinder der verschiedenen Familien kennen, die beim Erwachsen werden begleitet werden sollen.


    In eine geschichtlich turbulente Zeit eingebettet nimmt die Autorin ihre Leser mit, das Schicksal der verschiedenen Jugendlichen zu entdecken. Eine Art Downton-Abbey einer künstlerisch geprägten Oberschicht, die kaum von Sorgen geplagt ist. Zwar muss in irgendeiner Form für ein Einkommen gearbeitet werden. Doch bestimmen Geldsorgen nicht den Alltag. Die Menschen als Künstler und Freidenker versuchen sich selbst zu verwirklichen und auch ihren Kindern alle Möglichkeiten zu geben. Phillip Warren und auch seine Schwester Elsie stechen hier hervor, weil sie die einzigen sind, die aus eigener Kraft versuchen, ihr Träume zu verwirklichen. Dennoch ist das Leben in dieser Epoche auch wie ein Tanz auf dem Vulkan. Sozialreformen stehen an, politische Veränderungen, der Kampf um das Wahlrecht für Frauen und schließlich die Entwicklungen, die zum Ausbruch des ersten Weltkriegs führen.


    Von der unbeschwerten Kindheit über die Entwicklungszeit der Jugend bis zu den dramatischen Erlebnissen des Krieges schildert die Autorin die Erlebnisse ihrer Protagonisten. Zwischen die lebendigen Beschreibungen der Empfindungen und  sich ändernden Sichtweisen ihrer Helden sind berichtsartige Passagen gestreut, die die Erzählung beschleunigen. Hin und wieder kann der Leser auch an den Fabelgeschichten teilhaben, die die Schriftstellerin Olive Wellwood ihren Kindern zugedacht hat. So bietet der Roman ein buntes Panorama seiner Zeit, mit Höhen und Tiefen, mit schönen und tragischen Momenten. Allerdings ist die Fülle der Informationen so überbordend, die Anzahl der handelnden Personen so groß und die Handlung umfassende Zeitspanne so lang, dass es teilweise schwierig ist, allem mit der gebührenden Aufmerksamkeit zu begegnen. Man erlebt den Niedergang einer Epoche, ohne im Innersten berührt zu sein.

    3,5 Sterne

  20. Cover des Buches Mr Norris steigt um (ISBN: 9783455405811)
    Christopher Isherwood

    Mr Norris steigt um

     (4)
    Aktuelle Rezension von: StefanieFreigericht

    „Womit habe ich das alles verdient?“ (Brief von Arthur Norris and William Bradshaw)

    1929 – 1933, hauptsächlich Berlin. Auf der Zugfahrt nach Berlin trifft Ich-Erzähler William Bradshaw, in den Zwanzigern, auf Arthur Norris, Gentleman, Privatier, Import und Export, in den Fünfzigern. Man unterhält sich, schließlich ist die Reise von den Niederlanden lang, freundet sich an, trifft einander immer wieder.
    Eigentlich ein eher kurzes Buch, leicht und flott zu lesen, irgendwie mochte ich die Hauptfiguren, Norris und Bradshaw, zwei Briten in Berlin, noch verfangen in der untergegangen Zeit des British Empire, mit einem ähnlichen Unterton und ähnlichen Manierismen wie in den frühen Agatha Christie – Romanen. Leicht und flott, eigentlich – aber: Es ist die Zeit der Weimarer Republik, die Nationalsozialisten gewinnen an Unterstützung, politische Gewalt herrscht vor, gleichzeitig Not, gerade in Berlin.

    Mir gefällt dieser Blick von außen auf die Zeit, die man als Deutscher lange Zeit hauptsächlich nicht im „Werden“ betrachtete, sondern in den ganzen Auswirkungen der vollständigen Ausprägung. Hier treffen sich Kommunisten, prügeln sich mit Braunhemden, weiß die Wirtin von Bradshaw kaum, wie sie über die Runden kommen soll, entscheiden sich Existenzen über die Zugehörigkeit mal zum einen, mal zum anderen Lager – während die Politik zu Beginn noch danach trachtet, die „neue Macht“ demokratisch zu integrieren, schließlich wurde sie ja auch demokratisch gewählt, das werde schon wieder. Gerade hier liefen mir Schauer über den Rücken.

    Ähnlich erging es wohl im Rückblick auch Autor Christopher Isherwood, oder, vollständiger Christopher William Bradshaw Isherwood, der wie sein alter ego zur gleichen Zeit in Berlin lebte und sein Buch im Nachhinein wohl als zu leichtfertig angesichts der Realtität empfand (vgl. z.B. Wikipedia dazu). Ich möchte hier widersprechen: gerade die Leichtigkeit des Außenstehenden, der darauf vertrauen kann, jederzeit gehen zu dürfen, während um ihn herum alles in einen immer schnelleren Strudel gerät, ermöglicht mir einen Zugang, der leicht einsteigt, dann aber um so härter aufschlägt.

    Entsprechend landet das Buch, im Original „Mr. Norris changes trains“, auch immer wieder auf den Listen der Bücher, die man gelesen haben muss. Neben der historischen Komponente, die das "alte Berlin" heraufbeschwört, das es selbst vor der Machtergreifung weiten Teilen der Bevölkerung nicht gerade leichtmachte, brilliert Isherwood durch Charakterzeichnungen, die selbst einen etwas selbstverliebten Herren mit Neigung zu, nennen wir es sehr sehr wohlwollend, Mauscheleien und sexuellem Masochismus irgendwie liebenswert-kauzig erscheint.

    Der Folgeband „Goodbye to Berlin“ wird mit diesem zusammen häufig als „Berlin Stories“ benannt – und diente als Vorlage für Musical und Film „Cabaret“, in dem Liza Minelli brillierte (mit dem Umweg über Film und Musical „I am a Camera“). Die Person des Norris basierte auf https://en.wikipedia.org/wiki/Gerald_Hamilton, Kommunist Ludwig Bayer auf https://en.wikipedia.org/wiki/Willi_M%C3%BCnzenberg

    Leseempfehlung.


  21. Cover des Buches Sally Lockhart, Band 1: Der Rubin im Rauch (ISBN: 9783551358011)
    Philip Pullman

    Sally Lockhart, Band 1: Der Rubin im Rauch

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Die-Glimmerfeen
    Im London des Jahres 1872 erhält die sechzehnjährige Sally Lockhardt nach dem tragischen Tod ihres Vaters einen Brief übermittelt. Ohne es zu Wissen bringt sie sich mit ihren Nachforschungen in aller größte Gefahr und sticht mit ihren Fragen in ein Wespennest.

    Dieser Krimi für Jugendliche dürfte Erwachsene gleichermaßen begeistern. Sally ist ein cleveres Mädchen, das von ihrem Vater eher wie ein Junge als wie ein Mädchen erzogen wurde. Sie kann gut mit ihrer Pistole umgehen und militärische Strategien liegen ihr besser als Kunst oder Handarbeiten. Ihr Vater ist kürzlich bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen und seit dem muss sie bei ihrer tyrannischen Tante leben. Durch einen geheimnisvollen Brief aufgescheucht, verstrickt sie sich in ein lebensgefährliches Abenteuer und bringt die gemeingefährliche Mrs. Holland auf ihre Fährte, die nicht vor Mord und Erpressung zurückschreckt. Sally findet aber auch Verbündete, den attraktiven Fotografen Frederick und seine Schwester, den ehemaligen Taschendieb Tremble und den Spitzbuben Jim. Die Atmosphäre ist düster, so wie es sich für einen Krimi, der im viktorianischen Zeitalter spielt, gehört. Die Charaktere können den Leser fesseln und die Story lässt es nicht zu, dass Buch lange aus der Hand zu legen.

    Ich werde mit Sicherheit noch einmal die düsteren Straßen Londons aufsuchen und Sally Lockhardt und ihren Freunden einen Besuch abstatten.
  22. Cover des Buches Das Herz der Finsternis (ISBN: 9783943889802)
    Joseph Conrad

    Das Herz der Finsternis

     (237)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Die volle Buchbesprechung gibt's in unserem Podcast:

    https://www.podbean.com/media/share/pb-exid6-f399f7

    Vorsicht, Spoiler!

  23. Cover des Buches Alice im Wunderland (ISBN: 9783737410076)
    Lewis Carroll

    Alice im Wunderland

     (1.186)
    Aktuelle Rezension von: Julia250916

    📚 "Alice im Wunderland" von Lewis Carroll📚

    HANDLUNGEN
    Die kleine Alice sitzt an einem schönen Nachmittag im Garten, als sie plötzlich ein weißes Kaninchen mit Weste einen Kaninchenbau hinunterdüsen sieht. Da sie über dieses Verhalten etwas erstaunt war, folgte sie dem Kaninchen und landet nach langem Fallen in einem seltsamen Raum. Es folgt mehrmaliges Schrumpfen und Wachsen, sowie Unterhaltungen mit mehreren Tieren. Sie taucht in eine komplett andere Welt ein. Es kommt zu vielen merkwürdigen Erlebnissen...

    FAZIT
    Lewis Carroll's Schreibstil in diesem Kinderbuch sind faszinierend und gleichermaßen erschreckend. Bei manchen Stellen kam ich zu dem Gedanken, dass Kinder solche Äußerungen nicht zu früh lesen bzw. hören sollten. Es ist grandios und fesselnd, bis zur letzten Seite. Der Nonsens dieses Buches war sehr erfrischend und es gehört zu Recht zur ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher. Dieses Buch ist für Erwachsene genauso interessant, wie für Kinder (ca. 10 Jahre, meines Erachtens). Mir kam leider der verrückte Hutmacher ein wenig zu kurz und hätte mir mehr Verrücktheit gewünscht. Ansonsten ein wirklich fantastisches Werk und eine Empfehlung meinerseits diesem Buch eine Chance zu geben! ☀️

  24. Cover des Buches 1984 (ISBN: 9783548289458)
    George Orwell

    1984

     (3.962)
    Aktuelle Rezension von: ElOlorDeUnLibro

    Winston Smith lebt in einem totalitären Militär Überwachungsstaat im Jahr 1984, also in der Zukunft, zumindest aus Sicht des Autors. 

    Meine Meinung:

    Keine Rezension könnte jemals diesem grauenerregenden Meisterwerk der Literatur gerecht werden. Ich bin fasziniert und geschockt von der Welt, die sich Orwell hier erdacht hat. Es geht um Machtgier, menschliche Abgründe und die Frage, was bleibt, wenn nicht mal das eigene, logische Denken übrig bleibt.

    Obwohl das Buch so alt ist, ist es doch hochaktuell. Es ist absolut erschreckend zu lesen, teilweise habe ich mich geekelt, weil es so bildhaft beschrieben war. Dennoch war es unmöglich das Buch aus der Hand zu legen. Mehrfach beim Lesen wurde mir vor Augen geführt, welchen Luxus wir doch genießen, in einer freiheitlichen Demokratie leben zu dürfen. Ich bin begeistert und geschockt zugleich und kann nur das Fazit ziehen:

    Jede*r sollte dieses Buch gelesen haben.

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