Bücher mit dem Tag "bronx"
8 Bücher
- JoussenKarliczek
New York to go
(2)Aktuelle Rezension von: Dr_MWenn man über Weihnachten oder Silvester nach New York fliegt, dann denkt man über die üblichen Sehenswürdigkeiten nach, wie etwa den Jahreswechsel am Time Square zu erleben. Oder Schlittschuh auf einer durch Hollywood-Filme berühmt gewordenen Eisfläche zu fahren. Wenn man sich New York jedoch wirklich kennenlernen möchte, jedenfalls so wie es für einen kurzen Urlaub überhaupt möglich ist, dann sollte man sich einen Big Apple Greeter mieten. Das sind in moderner Sprache "Insider-City-Guides", also Leute, die in den Vierteln wohnen oder sich dort gut auskennen und so Touristen Orte zeigen können, die sie nicht so einfach finden und erst recht nicht gut erklärt bekommen, wenn sie nur auf Bücher zurückgreifen.
Man muss sich dazu nur auf der Website der Big Apple Greeter anmelden und wird dann in der Regel zur vereinbarten Zeit im Hotel abgeholt. Die anschließende drei- bis vierstündige Tour bleibt einem dann für immer im Gedächtnis. Neben dem Erlebnis dieser Tour bleibt dann vielleicht auch noch der Mensch im Gedächtnis, der einem sein Viertel gezeigt hat.
In diesem Buch findet man 20 Beispiele für solche Touren. Mit Erklärungen, Bildern und einer Übersichtskarte. Und mit dem Menschen, der diese Tour macht. Die Idee ist großartig. Besser kann man eine fremde Stadt wohl nicht kennenlernen. - William Boyle
Eine wahre Freundin
(7)Aktuelle Rezension von: walli007Mal wieder fängt alles ganz harmlos an. Rena Ruggiero ist seit einigen Jahren Witwe. Sie hat ein Auskommen, auch wenn es manchmal knapp wird. Hätte sie wieder Kontakt zu ihrer Tochter und ihrer Enkelin, wäre ihr Leben fast perfekt. Dann jedoch taucht Nachbar Enzio auf und meint, man könne sich ja zusammentun. Seine Meinung verteidigt er etwas sehr nachdrücklich. Eigentlich muss er sich nicht wundern, dass er nur Minuten später mit blutendem Schädel in Renas Wohnzimmer liegt. In ihrer Not weiß sich Rena keinen anderen Rat als zu ihrer Tochter zu fahren (mit Enzios kostbaren Impala).
Mit etwas über sechzig Jahren krempelt sich Renas Leben nochmal komplett um. Von ihrer Tochter hat sie zwar nicht viel zu erwarten, aber eher zufällig nimmt deren Nachbarin Wolfstein Rena unter ihre Fittiche. Sie ist im gleichen Alter wie Rena und hat im Gegensatz zu Renas Hausfrauendasein ein turbulentes Leben hinter sich. Um ein turbulentes Leben geht es Rena nicht, se möchte nur ihr normales Leben wiederhaben. Dass die Frauen dafür eine Rundreise durch New York und die nähere Umgebung starten müssen, war nicht vorhersehbar. Und dass diverse Autos und Leben abhanden kommen, auch nicht.
Dieser Roman strotzt nur so vor aberwitzigen Szenen, wobei der Titel nicht unbedingt täuscht. Wolfstein erweist sich tatsächlich als Freundin, die Rena dabei hilft, ihr Leben wieder in Ordnung zu bringen. Angesichts dessen, was passiert ist, erscheint das fast unmöglich. Irgendwie gewinnt man den Eindruck, dass die Lage im Gegenteil immer auswegloser wird. Manchmal muss man sich schütteln bei dem ganzen Irrsinn, denn wieder schmunzelt man, weil es einfach zu schräg ist. Vielleicht fällt einem der eine oder andere Film ein, der ähnliches thematisiert. Vielleicht denkt man auch, dieser Roman könnte verfilmt werden. Jedenfalls wird man bestens unterhalten von diesem nur manchmal etwas zu blutigen, ansonsten aber rasanten Überlebenskampf von Frauen, die stärker sind als sie gedacht hatten.
- Anna Dimitrova
Kanak Kids
(50)Aktuelle Rezension von: Hope08Daisy ist aus meiner Sicht eine sympathische Protagonistin, man kann ihre Beweggründe für das Doppelleben, welches sie sich aufgebaut hat, nachvollziehen. Sie will dazugehören und passt sich deshalb an ihre jeweilige Umgebung an. Vielleicht etwas zu gut. Es ist nicht einfach, aber hat zu Beginn des Romans bereits einen konkreten Plan entwickelt, um ihre beiden Welten strikt voneinander zu trennen.
Die Idee des Romans finde ich sehr spannend und mich hat es sehr interessiert, wie ein Mädchen denkt, das zwischen mit Einflüssen von zwei Kulturen aufwächst. Manche ihrer Reaktionen und Aussagen fand ich allerdings etwas merkwürdig. Außerdem wirkten die Entwicklungen mit ihrem Freund und auch mit anderen Figuren im Verlauf des Romans auf mich etwas unrealistisch. Die Entwicklung der Liebesgeschichte mit Ferdi fand ich beispielsweise etwas zu schnell: Ewig ist sie schon in ihn verliebt und jetzt plötzlich interessiert er sich auch für sie und küsst sie sofort. Da fragt man sich als Leser: Warum gerade jetzt? Wo kommt das plötzlich her? Diese Fragen werden nicht aufgelöst.
Mein Fazit: Schöner Einblick in die Gedanken und Gefühle eines Mädchens, das zwischen zwei Kulturen hin- und herswitchen muss, auch wenn mich die Umsetzung der spannenden Idee nicht hundertprozentig überzeugen konnte.
- Christian Zaschke
Hell's Kitchen
(4)Aktuelle Rezension von: HoldenDie SZ-Kolumne von Chris Zaschke aus Hell`s Kitchen und dem Big apple, sehr schöne Alltagsbetrachtungen und Beschreibungen des menschlichen Scheiterns (Balkonrenovierung, Gewichtsabnahme), der zweite Teil vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie geschrieben. Erstaunlich wenige Beiträge über den damaligen Präsidenten Donald T., erst am Ende scheint die Spaltung des Landes durch, als sich Zaschke und sein bisheriger Freund Jack nichts mehr zu sagen haben, weil beide in verschiedenen Welten (in den USA) wohnen. Bei dem Chaos, das in den USA beim Thema Renovierungen und entsprechenden Zusagen und bei der Parkplatzbewirtschaftung zu herrschen scheint, wundert man sich, daß dort überhaupt noch was zu laufen scheint. Als nächsten Wohnort für den aufgeschlossenen Autor nach dem 17. Stock im ehemaligen Schwesternwohnheim empfehle ich New New York ("Futurama").
- Gabby Rivera
Juliet Takes a Breath
(2)Aktuelle Rezension von: CattieI really really wanted to like this book. It has appeared on my social media feeds a couple of times when it came out almost two years ago and the gorgeous cover had me instantly hooked. However, I have not heard much of the book since then, so I was really glad to finally be able to read it myself.
From the first page, the novel caught me. It is a rather quick read and I like how the reader gets introduced to Juliet and her family. I had expected the book to be sprinkled with references to feminism, the lgbtqia+ society and discourse and I was particularly happy to see a Latina as the protagonist. However, the topics are way more prominent than I thought they would be, which was a pleasant surprise. I have never read a book in which the queer discourse was so directly addressed and this alone speaks in favour of the story. Rivera to put a lot of explanations in her story and tries to inform about, for example, preferred gender pronouns or polyamory. Nevertheless, she is often telling instead of showing, which is a bit of lazy writing in my opinion and mitigates the story. Yet, her addressing a lot of topics from an own-voice perspective still makes for a great read.
Upon her coming out as a lesbian, Juliet is met with both rejection and support from her family. Both aspects are elaborated by Rivera to the same extent, which I think is important and eventually help Juliet and her mother find together again. In general, it was nice to read about so many people supporting Juliet and helping her figure out who she is and who she is not. Juliet often takes the time to reflect on her situation and although she made a couple of choices I would describe as unwise, I still enjoyed reading about her. On the contrary, I did not like Harlowe but I believe you should not take too much a liking to her anyway. It is not only the way she almost always speaks from a white feminist viewpoint only but generally the idea that she takes herself too seriously and not gets other people enough room to speak for themselves. I can understand why her relationship falls apart, yet I love how all people involved still are on good terms, remain close friends, and support each other. There are a lot of positive vibes in the novel basically screaming ‘love yourself the way you are’, a really powerful message.
Still, some aspects of the novel struck me as illogical. First of all, the way Juliet got her internship and the fact that Harlowe even offered such an opportunity and a place in her home to a random girl were a bit far stretched, in my opinion. Juliet’s task seemed rather pointless and random and I at times felt like Rivera only needed an excuse to take Juliet away from her home in the Bronx to place her in Portland and the internship-option allowed for a somewhat feasible explanation. Second, I also found Juliet taking a plane from Portland to Miami after her fall-out with Harlowe not very likely and realistic. I understood that she wanted to get away, but I find this a rather drastic decision for a 17-year-old.
All in all, I enjoyed Juliet Takes a Breath and will definitely pick up another book by Rivera again. There were some small contextual aspects I did not like as much, yet I will only give the book 4 stars, but I am already thinking to whom I might recommend it.
- Gerry Hadden
Alles wird unsichtbar
(19)Aktuelle Rezension von: BabschaEs ist die harte Welt der New Yorker Bronx, in der Milano Prieto, der tragische Held dieses Buches, in den Siebzigern als weißer, blonder Adoptivsohn afrokubanischer Eltern aufwachsen muss. Als sei dies nicht genug, verliert seine Mutter durch einen tragischen, durch ihn im zarten Alter von fünf Jahren verschuldeten Autounfall das Leben und er sowohl seinen linken Arm wie auch die Zuneigung seines Adoptivvaters, der ihn danach nur noch als verhasstes Anhängsel ablehnt. Und fortan ist er auch auf der Straße nur noch der von allen herumgeschubste und misshandelte Krüppel, der irgendwann auf die schiefe Bahn gerät, mit achtzehn im Jugendknast landet, dann ein Jahr später jedoch die einmalige Chance erhält, in ein Resozialisierungsprojekt eines Colleges in Maine aufgenommen zu werden und einen Weg zurück in die Normalität zu finden.
Ein Buch mit Stärken und Schwächen. Großartig gelungen ist die sich mit fortschreitender Lektüre immer mehr konturierende Figurenzeichnung eines wirklich bedauernswerten Jungen, für den das Schicksal nicht viel Positives im Leben bereithält und den -neben seinem körperlichen Handicap- sein unverarbeitetes Schuldtrauma durch seine ganze Kindheit und Jugend begleitet und fast schon zwangsläufig immer mehr zu einem zynischen, gleichgültigen Arschloch voller unterdrückter wie ausgelebter Aggressionen mutieren lässt. Hadden schafft es meisterhaft, in ständig wechselnden Zeitsprüngen zwischen dem Heute und dem Gestern die emotionale Waage des Lesers zu seiner Hauptperson immer wieder auf unterschiedlicher Seite ausschlagen zu lassen im Verständnis für dessen Zerrissenheit in seinem morbiden, leeren Inneren, seinem Wunsch, einfach „unsichtbar“ zu werden und zu verschwinden einerseits, und seinem gleichfalls immer vorhandenen, unstillbaren Wunsch nach innerer Nähe zu irgendeiner Person, die es gut mit ihm meint. Und da gibt es eigentlich nur eine Einzige, nämlich einen Musikerfreund seines Vaters, den er Onkel nennt und dem später noch eine gewichtige Rolle zuteil werden wird.
Leider entwickelt sich die ganze Geschichte dann im letzten Drittel des Buches in eine zumindest nach meinem Empfinden irgendwie zu konstruiert wirkende Richtung und verliert damit deutlich an Drive und Intensität. Das ist sehr schade, denn das mindert eben auch das Leserinteresse am Fortgang der Ereignisse und ob bzw. wie sich für Milano dann die Dinge, insbesondere auch mit Blick auf dessen Wunsch, mehr über seine Herkunft und seine leiblichen Eltern zu erfahren, noch entwickeln werden. Das Finale konnte mich dann nach der wirklich starken Vorgeschichte nicht mehr überzeugen, da hat der Autor einfach zu viel reingepackt, anstatt die Dinge moderat und nachhaltig ausklingen zu lassen.
Insgesamt aber in jedem Fall ein gelungenes, lesenswertes Buch über die Lebensgeschichte eines interessanten Jungen, dem nichts im Leben geschenkt wird.
- Wolfgang Hohlbein
Stirb langsam, Jetzt erst recht
(6)Aktuelle Rezension von: HoldenDie Story zu John McClanes (Bruce Willis) drittem Abenteuer, zum Inhalt brauch ich wohl nicht allzu viel zu sagen: Ein Kaufhaus an der 5th Avenue in New York fliegt in die Luft, und der anonyme Bombenleger besteht in seinen mysteriösen Anrufen darauf, mit McClane eine Art perverses Katz-und-Maus-Spiel quer durch die Stadt zu veranstalten. Bald stellt sich heraus, daß der Oberfiesling ein Ostdeutscher (!!!) ist. Der Film wird mit seiner Handlung brav wiedergegeben, mit Literatur hat das Ganze nichts zu tun, aber John McClane is halt ne coole Socke.







