Bücher mit dem Tag "brüssel"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "brüssel" gekennzeichnet haben.

34 Bücher

  1. Cover des Buches Die Hauptstadt (ISBN: 9783518469200)
    Robert Menasse

    Die Hauptstadt

    (169)
    Aktuelle Rezension von: Eva_Reichmann

    Vorweg: ich lese gern Menasse. Aber dieses Buch ist angenehm anders als die Menasse-Romane davor. 

    Eine Kommission der EU benötigt ein besseres Image - und natürlich geht es um die EU. Aber es geht noch um so Vieles mehr (Geschichte aus Europa - um es abzukürzen). Das wirklich großartige an dem Buch aber ist, dass es weder um politische Thesen noch Geschichtsbelehrung geht - sondern um die Geschichten der beteiligten Personen (die halt wegen Beruf oder persönlicher Beziehungen mit der EU-Kommission zu tun haben).

    Gut gefallen hat mir die Idee, eine europäische Hauptstadt in Auschwitz einzurichten.

    Als Menasse das Buch 2017 veröffentlichte, war es noch möglich von der "Langeweile des Friedens" als Glück und Segen zu sprechen - hätten mehr Politiker das Buch gelesen und ernst genommen, hätten wir diesen zustand heute noch.


  2. Cover des Buches Ein Tag im Dezember (ISBN: 9783453422926)
    Josie Silver

    Ein Tag im Dezember

    (266)
    Aktuelle Rezension von: franzi__Franzi_

    Ach, wie traurig bin ich, dass dieses wunderbare Buch zu Ende ist. Nach dem intensiven Psychothriller, den ich zuvor gelesen habe, brauchte ich dringend eine gemütliche Wintergeschichte – und genau das habe ich in diesem Buch gefunden.


    Jack und Laurie begegnen sich an einem eisigen Dezembertag, und in diesem Moment scheint es, als wäre es die Liebe auf den ersten Blick. Doch das Schicksal spielt nicht mit, und sie verpassen den richtigen Augenblick um Haaresbreite. Erst ein Jahr später sehen sie sich wieder, doch inzwischen ist Jack in einer Beziehung mit Sarah, Lauries bester Freundin. Ihre Liebe scheint unerreichbar, und was bleibt, ist eine Freundschaft, die sich über Jahre entwickelt. Diese Verbindung wird zu einem Anker, der ihnen durch die Turbulenzen ihres Lebens hilft, während sie einander Geheimnisse und Träume anvertrauen. Doch trotz dieser engen Freundschaft bleiben die tiefen Gefühle füreinander stets im Hintergrund präsent, nie ganz vergessen.


    Die Erzählung dreht sich um zwei Menschen, die Schwierigkeiten haben, einander wirklich zu finden und sich aufeinander einzulassen. Jack und Laurie sind zwei Charaktere, die mir ans Herz gewachsen sind und die ich nicht so schnell loslassen werde. Zu keiner Zeit im Buch fühlte ich mich von ihnen entfernt oder verloren in der Handlung. Im Gegenteil: Jede Sekunde fieberte ich mit ihnen mit, erlebte Höhenflüge und tiefe Täler an ihrer Seite.


    Der Schreibstil von Josie Silver hat mich durchweg begeistert. Besonders angenehm empfand ich die überschaubare Anzahl von Charakteren, die alle klar definiert und leicht nachvollziehbar waren. Diese Geschichte war für mich abwechslungsreich und bestach durch einen besonderen Charme, der mich bis zur letzten Seite gefesselt hat.


    Ihr merkt, es war die perfekte Ergänzung zu meinem vorherigen Buch.


    Eure franzelpanda 

  3. Cover des Buches Der Schwimmer (ISBN: 9783499268885)
    Joakim Zander

    Der Schwimmer

    (126)
    Aktuelle Rezension von: Read-and-Create

    Der Klappentext dieses Buches hat mir leider falsche Hoffnungen gemacht. Ich habe einen Agententhriller erwartet, aber einen Polit-/Wirtschaftsthriller bekommen. Diese Art von Buch ist nicht mein Fall, daher werde ich auch nicht weiter auf das Buch eingehen. Wer gerne einen Polit-/Wirtschaftsthriller liest, für den ist dieses Buch, meines Erachtens, gut geeignet.

    Trotz allem ist der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Auch die 3 Handlungsstränge, die in verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten spielen sind super ausgearbeitet und haben die Spannung aufgebaut.

  4. Cover des Buches Die Waffen des Lichts (ISBN: 9783404196739)
    Ken Follett

    Die Waffen des Lichts

    (68)
    Aktuelle Rezension von: ClaraBuchblume

    Follett gelingt es wie gewohnt, die gesellschaftliche Spannung der Epoche auf den Punkt zu bringen. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet und bringen alle ihre individuellen Probleme mit sich, durch die der Roman eine gewisse Tiefe bekommt. Der Roman gibt einem gute Einblicke in die sozialen Umbrüche rund um das frühe 19. Jahrhundert.

  5. Cover des Buches Herr Sonneborn geht nach Brüssel (ISBN: 9783462000443)
    Martin Sonneborn

    Herr Sonneborn geht nach Brüssel

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaerchen

    In Vorbereitung an die anstehenden EU-Wahlen habe ich mir vorgenommen dieses und das nachfolgende Buch von Sonneborn zu lesen. Während man am Anfang oft kichern und schmunzeln muss, so schockiert ist man doch am Ende, wie der politische Alltag in Brüssel abläuft. Klüngelei, undemokratische Verhaltensweisen und Verachtung des Wählers werden hier humoristisch dargestellt, was auch bitter notwendig ist, um nicht vor Wut umzukippen. 

  6. Cover des Buches Die Erweiterung (ISBN: 9783518473610)
    Robert Menasse

    Die Erweiterung

    (24)
    Aktuelle Rezension von: Eva_Reichmann

    Ich bin gern in Albanien (mittlerweile war ich viermal da -zum ersten Mal 2012) - nicht nur wegen der fantastischen Landschaft, sondern auch wegen der wunderbaren Menschen. Die Idee mit Skanderbegs Helm ist genial-komisch - ich habe hier noch mehr gelacht als bei der Lektüre der "Hauptstadt".

    Das Lachen blieb mir aber auch oft im Hals stecken: Menasse beschreibt treffen die Arroganz des Westens gegenüber den Balkanländern - man merkt, dass er eine Zeit lang in Albanien gelebt und mit den Menschen gesprochen hat. Hervorragend recherchiert.

    Das Ende mit der Kreuzfahrt: nun ja, das Buch entstand 2020/21 - wir hatten Corona. Ich hätte mir ein anderes gewünscht - denn das ist der einzige Teil den ich weder gelungen noch komisch fand, und auch der "Symbolcharakter" (EU-Politiker gehen vermutlich auf dem Mittelmeer auf einem Schiff verloren, weil niemand mehr sie anlanden lässt) ist etwas weit hergeholt.


  7. Cover des Buches Drohnenland (ISBN: 9783462046625)
    Tom Hillenbrand

    Drohnenland

    (115)
    Aktuelle Rezension von: Doscho

    Der Tod des Parlamentariers Vittorio Pazzi ruft den Kommissar Aart Westerhuizen auf den Plan, der dadurch einen gewaltigen Skandal aufdeckt.


    Beim Lesen von „Drohnenland“ fühlte ich mich, als würde ich eine Nachrichtensendung anschauen. Und das war das Grundproblem des Buches, auf dem alles Weitere aufbaut.

    Ich müsste wohl lange zurückblicken um die Frage zu beantworten, wann ich zuletzt einen derart langweiligen und emotionslosen Krimi gelesen habe. Alles wird einfach runtererzählt und steht dann so im Raum. Das führte dann dazu, dass ich zu nichts wirklich Zugang hatte.

    Nicht zu den Charakteren, die leblos und blass, ohne jede Persönlichkeit wirken. Nicht zur Handlung, die entweder keine überraschenden Wendungen aufweist oder diese nicht von mir erkannt wurden. Am Besten war noch das futuristische Setting des Romans, dass man aber dennoch anderswo in ähnlicher Art und Weise besser lesen kann.


    „Drohnenland“ war also leider ein Buch, bei dem ich nach der Beschreibung nicht nur wesentlich Besseres erwartet hätte, sondern das im Gegenteil absolut kein Roman für mich war. Ich kann es nicht empfehlen, auch wenn ich weiß, dass ich diese Meinung relativ exklusiv habe.

  8. Cover des Buches Das Meer (ISBN: 9783426307076)
    Wolfram Fleischhauer

    Das Meer

    (47)
    Aktuelle Rezension von: RamonaFroese

    Generell war die Geschichte sehr spannend aber ich fand sie in vielen Teilen leider sehr Kompliziert... Ich kann der Geschichte an  sich relativ gut folgen aber die ganzen Fachbegriffe und Abkürzungen werden leider gar nicht erklärt was ich sehr schade finde. Da wäre eine Begriffserklärung am Ende sehr gut gewesen

  9. Cover des Buches Die geheime Liebe der Charlotte Brontë (ISBN: 9783784433875)
    Jolien Janzing

    Die geheime Liebe der Charlotte Brontë

    (33)
    Aktuelle Rezension von: Buecherwurm1973

    Das Leben als Pfarrerstochter ist Charlotte Brontë zu wenig. Sie möchte ihr Französisch in Brüssel verbessern. Im Pensionat von Claire Heger hofft sie alles zu erlernen, um eine Schule gründen zu können. Zusammen mit ihrer Schwester Emily wird sie 6 Monat auf dem Festland verbringen. Während Charlotte die Stadt erkundet, schottet sich Emily ab. Charlotte begleitet Constantin Heger auf seinen Touren in die Armutsviertel. Ihre Bewunderung weicht bald Liebe. Obwohl Constantin auch Gefühle für sie hegt, bleiben nichts als ihre Liebesbriefe. Charlotte reist schweren Herzens mit ihrer Schwester nach Hause.

     

    Am Anfang der Geschichte gibt es eine Erzählerin, die den Leser quasi in die Geschichte einführt. Anfangs ist sie ziemlich präsent und kommt ab Mitte des Buches  schliesslich nicht mehr Wort. Mich hat sie ziemlich genervt. Sie hat so einen naiven und überschäumenden Unterton eines kleinen Mädchens.

    Eines vorweg, wer eine Biografie von Charlotte Brontë erwartet, wird enttäuscht sein. Denn das Buch handelt nur von diesem Aufenthalt in Brüssel. Nicht einmal dies hat sie meiner Meinung nach befriedigend hinbekommen. Zweifelsfrei hat Jolien Janzing die damalige Zeit und dessen Geschehnisse treffend beschrieben. So gibt es zum Beispiel einen unnötigen Handelsstrang eines jungen Mädchens, das die Mutter zur Mätresse des Königs machen will. Klar, es begegnet Charlotte immer wieder. Ich vermute, dass die Autorin damit das damalige Weltbild skizzieren wollte. Doch dieser Handelsstrang nimmt viel zu viel Platz ein.

    Die Beschreibung der Gefühle der Liebenden Charlotte Brontë und Constantin Heger waren für mich der Lichtblick. Aber leider sind sie nur wenig vorhanden. Denn die Autorin will so vieles erzählen. Somit kommt der eigentliche Kernpunkt des Buches zu kurz.

    Wer aber wissen will, auf wessen Tatsachen das Buch „Jane Eyre“ beruht, ist mit diesem Buch sicher gut bedient.

  10. Cover des Buches Revolution im Herzen (ISBN: 9783426521052)
    Claudia Beinert

    Revolution im Herzen

    (77)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Karl Marx ist wohl den meisten ein Begriff. Von den einen Verteufelt von den anderen als Genie bezeichnet steht er mit seinem Kommunistischen Manifest wie kein anderer  für Aufstand, Veränderung und Rebellion.


    In ihrem Roman widmen sich Claudia und Naja Beinert dem Dienstmädchen Lenchen Demuth die bei Karl Marx und seiner Frau in Stellung geht.

    Anfangs total überfordert und unglücklich ob der kalten Behandlung und der scheinbar so starken Abneigung des Hausherren gegen sie versucht Lenchen das beste daraus zu machen. Das sie von ihrem Vater, nach dessen Tod sie die Familie verlassen musste, Schachspielen gelernt hat hilft Lenchen einen Zugang zu Karl Marx zu finden. Sie Freunden sich an und aus der Freundschaft entsteht eine große Leidenschaft. 


    Als Lenchen ein Kind von Karl erwartet ist der Skandal vollkommen, ist Marx doch verheiratet und hat Kinder und auch die Standesunterschide scheinen riesig.


    Wie soll Lenchen Jenni, Karls Frau nur jemals die Wahrheit sagen da  sie doch immer so gut zu ihr war. Und wie soll sie mit der Schande du gehen die ein Uneheliches Kind mit sich bringt, wie ihre Gefühle für Karl in den Griff bekommen... Das alles Fragt sich Lenchen. 


    Ich fand es wirklich sehr interessant wie gekonnt die Autorinnen hier Fakt und Fiktion miteinander verschmelzen lassen und wie mitreißend und einfühlsam die Geschichte erzählt wird. Ich hatte beim Lesen das Gefühl Lenchen zu kennen und mit ihr mitzufühlen. Ihre Ängste, ihr Schmerz, ihr Leid, ihr Kampfgeist und ihre Liebe und Leidenschaft waren so gekonnt geschildert das ich wirklich teilweise das Gefühl hatte sie wäre eine Freundin.


    Wirklich gelungen wurden auch die Lebensbedingungen der Menschen, die große Armut, die zwischenzeitlich auch Familie Marx betrifft, und die daraus hervorgehenden Politischen Gedanken von Karl Marx geschildert.


    Für alle die sich für Marx interessieren und /oder gerne interessante Historische Romane lesen ist dieses Buch zu empfehlen.


    Vielen Dank an den droemerknaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

  11. Cover des Buches Away (ISBN: 9783958894624)
    Nic Jordan

    Away

    (32)
    Aktuelle Rezension von: Vanessa_Hinz

    Fangen wir mal beim optischen an, ich finde es sieht aus wie eine Urlaubs Lektüre und man bekommt direkt Spaß beim lesen. Was ich nicht so klasse finde, ist das die Schriftart viel zu klein für mich ist und zu nah beieinander.

    Ich finde man kann sich gut in sie hineinversetzen und es liest sich als würde meine beste Freundin mit was erzählen und macht selber Lust auf reisen. Ich mag die Protagonistin Nic sehr gerne und habe das Buch gerne gelesen.

    Das Buch hat mir gezeigt, dass ich mehr in den Tag rein leben sollte und nicht alles hundert mal hinterfragen sollte, sondern einfach mal tun muss!



  12. Cover des Buches Ich bin nicht da (ISBN: 9783596706969)
    Lize Spit

    Ich bin nicht da

    (46)
    Aktuelle Rezension von: -Leselust-

    Kurzmeinung:

    Mit "Ich bin nicht da" hat Lize Spit einen großartigen, emotionalen und mitreißenden Roman über Liebe, Freundschaft und psychische Krankheit geschaffen. Absolute Leseempfehlung. 

    Meine Meinung:

    Nach dem mir "Und es schmilzt", der Debütroman der Autorin, damals so gut gefallen hat, war ich natürlich sehr gespannt auf ihren neuen Roman. Ich muss zugeben, der Umfang des Buches hat mich zunächst ein bisschen abgeschreckt (ist keine leichte Strandlektüre^^). Aber auch das Thema des Buches hat mich sehr interessiert und so hat meine Neugier überwogen und für mich war ganz schnell klar: ich muss dieses Buch lesen. 

    Und omg, war das eine gute Entscheidung! Dieses Buch hat es wirklich in sich. Es hat mich gepackt, geschüttelt, nicht mehr losgelassen und ich habe es quasi wie im Rausch durchgelesen. 

    In dem Buch geht es um Leo und Simon. Sie sind schon lange zusammen und kennen sich in und auswendig. Simon kann Leo zum Lachen bringen und Leo kennt jeden Fussel in Simons Bauchnabel. Die beiden haben eine gemeinsame Vergangenheit, gemeinsame Geschichten und Insider. Und sie teilen in gewisser Weise auch ein Schicksal, den beide haben ihre Mütter verloren und haben insgesamt nicht sehr viele Menschen in ihrem Leben, denen sie nahe stehen. Aber sie haben einander. 

    Die Beziehung der beiden wird sehr schön und sehr intim mit vielen Details und Anekdoten geschildert, die die beiden Figuren sehr plastisch erscheinen lassen.  

    Doch plötzlich wird alles anders. Eines nachts kommt Simon spät nach Hause, ohne sich abzumelden. Und er kommt tätowiert, redet wie ein Wasserfall und scheint insgesamt nicht mehr er selbst. Was zunächst nur als kleine Veränderungen erscheinen – Simon schläft immer weniger, isst weniger, hat neue Freunde und wird gereizter – spitzt sich immer weiter zu und wird zunehmend dramatisch. Bis schließlich alles droht, in einer Katastrophe zu enden. 

    Das Buch wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Einmal gibt es einen Countdown, bei dem in der jeweiligen Kapitelüberschrift die Minuten bis zur Katastrophe runtergezählt werden (zu Beginn mit "Noch elf Minuten"). Und dann gibt es verschiedene Rückblicke, wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass alles auf eine Katastrophe zusteuert, wie sich Leos und Simons Leben langsam verändert. 

    Und das war tatsächlich auch das, was mir beim Lesen am meisten unter die Haut gegangen ist. Wenn der Mensch, mit dem du zusammenlebst plötzlich nicht mehr der ist, in den du dich verliebt hast. 

    Simon verändert sich. Zuerst langsam und allmählich, dann immer stärker. Und Leo bleibt passiv. Sorgt sich zwar immer stärker, aber greift nicht ein, bleibt hilflos. Das fängt gut das Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit ein, dass ich auch von vielen Angehörigen mit psychischen Erkrankungen kenne. Gleichzeitig hat es mich beim Lesen aber auch wahnsinnig gemacht. Ich hätte sie an mehreren Stellen am liebsten ordentlich durchgeschüttelt und sie zum Eingreifen animiert.  

    Aber die Passivität passt auch zur Figur der Leo, zu ihrer Vergangenheit und schlechten Erfahrungen. Sie ist schreckhaft und neigt zum Katastrophisieren. Das besonders sie in diese Hilflosigkeit aus Grübeln und Erstarren hineinfällt, ist für mich als Leserin gut nachvollziehbar. 

    Auch Simons Entwicklung zu verfolgen ist natürlich unglaublich spannend. Es hat bei mir Sorge und teilweise auch Angst, aber vor allem Mitgefühl hervorgerufen. Durch meine Arbeit als Psychologin habe ich schon einige Menschen mit Simons Störungsbild kennengelernt und finde, die Autorin hat es literarisch gut eingefangen und gibt einen interessanten Einblick in die Symptomatik der bipolaren Störung. Ich fand hier die Perspektive gut gewählt, die Entwicklungen aus Leos Sicht, also aus Sicht einer Bezugsperson, zu schildern. Das ist nah, wirkt aber trotzdem authentisch und man kann eine gewisse Distanz behalten und es wirkt auch glaubhafter. 

    Fazit:

    Mit "Ich bin nicht da" hat Lize Spit einen echten Pageturner zu einem schwierigen Thema geschrieben. Es geht um psychische Krankheiten und darum, wie sie eine Beziehung und das ganze Leben aus dem Gleichgewicht bringen können. 

  13. Cover des Buches Marillen & Sauerkraut (ISBN: 9783218011563)
    Harald Jöllinger

    Marillen & Sauerkraut

    (16)
    Aktuelle Rezension von: heinoko

    „Weil alle Leute gemeinsam immer depperter werden, merken sie’s nicht.“

    Mehr ist eigentlich gar nicht mehr zu sagen über das Buch, oder doch? Weil eigentlich habe ich das Buch gar nicht gelesen, obwohl es vor mir liegt, mit Lesebändchen sogar, und aufgeschlagen. Kaum hatte ich mit den ersten Zeilen begonnen, da wirkt er schon, der Marillenschnaps. Und ich finde mich in einem Beisl, und da sitzt der Harald Jöllinger mir gegenüber mit seinem Bier, schaut hinterkünftig und erzählt und erzählt und hat seinen Spaß. Vielleicht heißt er auch in echt Helmut Qualtinger. Auf jeden Fall stammt er in direkter Linie ab von Alfred Polgar und den vielen weiteren österreichischen Schreibern, die ihr Hirn als Waffe benutzt haben. Ganz sicher. Denn so bös-lustig, wie der Harald Jöllinger den Spiegel vorhält, das können nicht viele. Eine Übersetzung tät ich manchmal brauchen, aber da schau, da gibt es ja sogar ein Glossar. Jetzt weiß ich auch, was „blad“ heißt. Und der Jöllinger erzählt weiter. Es freut ihn, dass ich seinen musikalischen Zanussi so sehr mag. In was sich der Jöllinger alles hineindenken kann, Respekt.  Schon allein, was die (ganz und gar nicht) hinige Puffn erzählt, dass sie fast schon romantische Gefühle kriegt, oder dass eine Gelse einen sehr feinen Geschmackssinn hat. Hab ich noch nicht gewusst. Geschichten von vorn (schau mir in die Augen) und von hinten (schau mir auf den Hintern) erzählt mir der Harald Jöllinger, von marillensüß bis sauerkrautsauer, alles da. Wie ein Obdachloser so vor sich hin sinniert über die depperten Leut und den Schnee, also da gfriert mir auch alles. So schlimme Geschichten gibt es, so viel Einsamkeit, so viel Grausiges, in dem sich das Leben mancher Leute verheddert, nicht nur im Gummibaum. „Es rötet mir“ ist eine der schlimmsten Geschichten. Gut hinghört und gut hingschaut hat er, der Harald Jöllinger, und er denkt sich schwer was dabei, nix mit Schneckendenk. Er hat’s halt auch, das Hirn als Waffe.

    Und am End all der Gschichten, da hab ich gschaut, dass ich fortkomm, nicht dass der Harald Jöllinger mich plötzlich so anschaut wie all die anderen Leut, und dann anfängt zu erzählen von einer depperten Alten, die ihm von Anfang bis Ende zughört hat und ihm begeistert auf den Leim gegangen ist…


  14. Cover des Buches Prophezeiung - Excidium Babylon (ISBN: 9783982509624)
    Anne W. v. Hess

    Prophezeiung - Excidium Babylon

    (51)
    Aktuelle Rezension von: Rebecca_86

    Die Welt wird durch eine Terrorgruppe in mehrere Sektoren geteilt, die durch ein undurchdringliches Energieschild getrennt sind. Hintergrund ist, dass sich die Länder wieder darauf besinnen sollen, zusammenzuarbeiten und sich nicht gegenseitig zu bekriegen. Wenn das funktioniert, wird die Welt wieder vereint. Doch erst einmal kommt es zu massiven Einschränkungen der Lebensqualität und so lassen Proteste und Gegenwehr nicht lange auf sich warten. Um die europäischen Völker zu vereinigen, wird ein Programm ins Leben gerufen, bei dem Paare aus verschiedenen Völkern verheiratet werden. So auch Katharina und der englische Soldat Finn. Beide haben aber ihre eigene Agenda und hüten ein Geheimnis.

    Deklariert ist „Prophezeiung: Excidium Babylon“ als Mysterythriller, auf manchen Plattformen aber auch als Liebesroman. Zweiteres ist es – für mich – zum Glück nicht. Ich würde es eher in Richtung Dystopie einordnen. Zwar findet die Handlung nicht in der Zukunft statt, aber die weltweite Abschottung, die neue Weltordnung und die Themen drumherum geben mir schon dystopische Vibes. Katharina ist ein sehr interessanter und vielschichtiger Charakter, deren Hintergrund sich erst nach und nach enthüllt. Die Handlung ist vielschichtig und es werden einige spannende, aber auch wichtige Themen angesprochen. Hier heißt es, Konzentration, sonst verpasst man wichtige Details, denn es gibt einige Nebenhandlungen. Ein kleiner Kritikpunkt wäre vielleicht, dass der Beginn etwas zu lange gebraucht hat, bevor es richtig in die Vollen ging. Danach gleicht sich das dann dafür wieder aus. Für sich allein genommen, wären mir am Ende ein paar Fragen zu viele offen. Da es aber wohl eine Fortsetzung gibt, ist dies wiederum passend. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird. 4,5 Sterne.

  15. Cover des Buches Wir waren doch so jung (ISBN: 9783945025437)
    Jennifer Riemek

    Wir waren doch so jung

    (25)
    Aktuelle Rezension von: MissRose1989
    Jakob und Annie sind Juden in Aachen in der Zeit des Nationalsozialismus. Jedem, der sich mal ansatzweise mit dem Thema beschäftigt hat, weiss, welchen Anfeindungen Juden in diese Zeit ausgesetzt waren und wie hart in der Öffentlichkeit mit ihnen umgegangen wurde. Da war das Tragen des "Judenssterns" noch das Harmloseste. Der Judenstern findet sich auch auf dem sonst schlichten Cover des Buches wider, sonst ist der Cover eher grau gehalten. Die alter deutsche Schrift, die für den Titel genutzt wurde, hebt sich von sonstigen Covern ab, macht das Cover aber interessant. Jakob ist gerade 14 Jahre alt und erlebt immer wieder, sie mit Juden und auch mit ihm umgegangen wird, weil er eben Jude ist. Dieser Art der Repressalien verkraftet er nur schön, nur die Liebe zu Annie und eine alte Goldmünze seines Opa helfen ihm, die Zeit, die jahrelang mit Schikanen und Verspottung andauernd wird, zu überstehen... Mit Jakob und Annie schaffen Kuhn und Riemek zwei starke Charaktere, die man sofort ins Herz schliesst, weil sie einfach Opfer ihrer Zeit sind, doch sie finden sie mit der Opferrolle nicht einfach so ab. Das macht sie zu sehr starken Menschen in einer für Deutschland unrühmlichen Zeit.  Natürlich muss man sagen, dass das Thema Holocaust in Bücher nichts neues ist, aber gerade die Verbindung zwischen der fiktiven Geschichte, die gar nicht so sehr von den realen Grundlagen abweicht, gekoppelt mit dem Beleg der historischen Fakten macht es schon zu etwas besonderem.  Die Art, wie die Geschichte durch die Autoren Kuhn und Riemek erzählt werden, ist sehr feinfühlig und macht das Grausame, was in der Zeit besonders gegen die Juden gerichtet wurde, begreifbarer und für den Leser entwickelt sich eine neue Art von Verbundenheit mit Jakob und Annie. Man spürt richtig, dass die Autoren eben nicht nur eine einfache Geschichte schreiben wollten, sie haben ein Buch geschrieben, was nicht nur die Fakten sondern auch durch das Herzblut der Autoren überzeugt. Die Handlung des Buches basiert auf wahren Gegebenheiten, welche im Buch immer wieder belegt werden und so die Geschichte zweier Aachener Familien zwischen 1934 - 1945 erzählt, die einfach geprägt durch die Zeit und durch die Umgebung werden und dabei selber nicht viel dagegen tun können, was mit ihnen gemacht wurde.  Besonders an den Buch ist, dass die Aussagen der Zeitzeugen im Anhang wirklich nochmal durch die Autoren belegt werden und sogar Kurzbiografien der Zeitzeugen im Anhang niedergeschrieben sind, wodurch die Authentizität des Buches nochmal gewaltig gewinnt. 

    Fazit: Die Geschichte rund um Jakob und Annie und deren Familien wird von Michael Kuhn und Jennifer Riemek mit viel Feingefühl erzählt, trotzdem bekommt man beim Lesen leichte Beklemmungen, da alleine das allgemeine Wissen über das Leben der Juden in der Zeit unter den Nationalsozialisten gepaart mit der Geschichte, die auf Zeitzeugenaussagen und Dokumenten basiert, ein konkretes Bild des Lebens der Beiden gibt. Durch das Belegen der Geschichte durch Zeitzeugen und Dokumente wird die Geschichte noch tiefgreifender und berührt den Leser anders als eine fiktive Geschichte. 

  16. Cover des Buches Der Professor (ISBN: 9783869136356)
    Charlotte Brontë

    Der Professor

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92

    Nach dem Tod seiner Eltern geht der etwas naive junge Professor
    William Crimsworth nach Brüssel, um dort sein Glück zu machen.
    Er tritt eine Stelle als Lehrer an der von Mademoiselle Reuter geführten Mädchenschule an. Obwohl die Dame älter ist als er, verliebt er sich in sie und schmiedet bereits Pläne für eine gemeinsame Zukunft – bis er ein Gespräch belauscht, das ihre Verlobung mit einem anderen Mann offenbart. Ernüchtert wendet William sich von ihr ab. Doch als er einige Zeit später für die junge Lehrerin Frances Henri entflammt, schürt dies den Unmut von Mademoiselle Reuter, die gekränkt versucht, einen Keil zwischen die Liebenden zu treiben

    Mein Fazit: 

    Ich hatte schon gelesen, dass dies ihr Debüt sein und nicht ganz so gut sein sollte. Ich fand den Schreibstil zu abgehackt und trocken. Klar, vermutlich für Zeit nicht ungewöhnlich, aber es konnte mich nicht erreichen. Die Geschichte an sich ist gut. Aber alles in allem, bin ich nicht ganz warm geworden. 

  17. Cover des Buches Der Liebende (ISBN: 9783844934519)
    Martin Ehrenhauser

    Der Liebende

    (6)
    Aktuelle Rezension von: parden

    WO SONNE IST, IST AUCH SCHATTEN...

    Monsieur Haslinger ist als Seelsorger in der pittoresken Altstadt von Brüssel tätig, ansonsten lebt er sehr zurückgezogen. Bis Madame Janssen ins Nachbarhaus zieht und ihn mit ihrer Lebensfreude ansteckt. Beide verbindet die Liebe zu allem, was grünt, sie treffen sich zu anregenden Gesprächen und zu gutem Essen. Madame Janssen spricht schließlich aus, wie sehr sie den attraktiven Geistlichen mag, und bittet ihn, mit ihr an die Nordsee zu reisen. Dort geschieht, was der zölibatär lebende Monsieur Haslinger nie erwartet hat: Sie lieben sich. Für ihn ist es das erste Mal, für Madame Janssen jedoch das letzte Mal... (Verlagsbeschreibung)

    Monsieur Haslinger führt ein ruhiges Leben. Als pensionierter katholischer Pfarrer lebt er in einer Einraum-Wohnung, arbeitet gelegentlich noch als Seelsorger, trifft sich regelmäßig mit einem Freund zum Schachspiel und findet seinen Seelenfrieden bei der Pflege seiner Blumen auf dem Balkon. Eines Abends kann er nicht schlafen, weil im Haus gegenüber eine Party gefeiert wird - laute Musik und Gelächter sind eher ungewöhnliche Geräusche in der pittoresken Altstadt von Brüssel. Monsieur Haslinger beobachtet das Geschehen und entdeckt die Gastgeberin - eine lebensfrohe Frau ungefähr in seinem Alter, voller Lachen, Tanzen, Umarmen.

    Im Verlauf kommt es zu kurzen Gesprächen und Begegnungen - doch erst als Monsieur Haslinger seiner Nachbarin zufällig im Krankenhaus über den Weg läuft, wo er als Seelsorger eine alte Dame besucht, wird der Kontakt intensiver. Nun gibt es zwei Menschen, die der pensionierte Pfarrer täglich besucht, und aus seiner scheuen Zuneigung gegenüber Madame Janssen wird zusehends mehr. Als diese ihn jedoch nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus bittet, mit ihr einen Urlaub an der belgischen Nordseeküste zu verbringen, schreckt er doch zurück. Wem gegenüber ist er verpflichtet? Seinem Schwur gegenüber der katholischen Kirche und damit auch dem Zölibat? Oder doch der Liebe und dem Leben? Er trifft eine Entscheidung, doch nur zu bald muss er erkennen: Wo Sonne ist, ist auch Schatten...

    Dies ist eine kurze Erzählung über eine späte Liebe, und neben der Zartheit schwingt auch viel Melancholie mit. Von den Charakteren wird durchweg als Monsieur Haslinger und Madame Janssen gesprochen, was die beiden zum einen als respektable Persönlichkeiten auszeichnet (ein gebildeter ehemaliger katholischer Pfarrer und eine weltgewandte ehemalige Diplomatin), zum anderen aber auch eine Distanz des Hörers / der Hörerin zu den Figuren wahrt. Ich mochte diese zarte, leise Geschichte sehr, auch wenn mir die Rollenverschiebung im Verlauf etwas aufstieß. Monsieur Haslinger fährt letztlich nicht nur als Liebender mit in den Urlaub, auch der seelsorgerische Anteil erhält da zunehmend Raum - wurde deshalb die Figur des Pfarrers gewählt? Trotz auch schwerer Themen ist diese Erzählung dennoch in erster Linie eine Ode an das Leben. Jeder Tag zählt...

    Sehr gut gewählt wurde der Sprecher der ungekürzten Hörbuchausgabe (4 Stunden und 45 Minuten). Hans Jürgen Stockerl führt mit seiner warmen Stimme durch die Geschichte, sehr behutsam und überaus passend zur Figur des ruhigen Monsieur Haslinger.

    Ein kurzer Roman vom überraschenden Glück und vom tiefen Respekt vor dem anderen. Zart, melancholisch, bittersüß.


    © Parden

  18. Cover des Buches Die verschollenen Noten (ISBN: 9783945025390)
    Renata Thiele

    Die verschollenen Noten

    (13)
    Aktuelle Rezension von: kapralmalgorzata

    Die Geschichte folgt Clara, einer jungen Musikstudentin, die nach dem Tod ihrer Großmutter ein altes Notenbuch findet. Darin sind verschollene Noten eines mysteriösen Musikstücks enthalten, das Clara immer mehr in seinen Bann zieht.

    Im Zuge ihrer Suche nach dem Ursprung dieses Stücks wird Clara nicht nur mit den Geheimnissen ihrer eigenen Familie konfrontiert, sondern auch mit den unerfüllten Träumen und Verlangen ihrer Großmutter, die sie nie gekannt hat. Thiele gelingt es, Clara als eine authentische, nachdenkliche und entschlossene Protagonistin darzustellen, deren Entwicklung über die Seite hinweg berührt.

    Das Buch beeindruckt nicht nur durch seine gut gezeichneten Charaktere, sondern auch durch die kunstvolle Einbindung von Musik als zentrales Thema. Musik wird nicht nur als Kunstform dargestellt, sondern auch als eine Sprache, die tief in die Seele eines Menschen spricht. Thiele vermittelt auf eindrucksvolle Weise, wie Musik als Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart wirken kann.

    Das Besondere an „Die verschollenen Noten“ ist, dass es den Leser in die emotionalen Tiefen der Figuren eintauchen lässt. Der Schreibstil ist fließend und poetisch, und die Geschichte entwickelt sich auf eine Weise, die sowohl spannend als auch nachdenklich stimmt. Thiele versteht es, eine perfekte Balance zwischen der Entfaltung der Charaktere und dem geheimnisvollen Aspekt der Geschichte zu finden.

    Die Auflösung des Geheimnisses ist überraschend und gleichzeitig sehr befriedigend, und das Ende lässt einen mit einer Mischung aus Hoffnung und Melancholie zurück. Die Autorin lässt den Leser mit einem Gefühl der Erfüllung zurück, als ob man selbst ein Stück der Vergangenheit entdeckt hätte, das nun zu seiner eigenen Geschichte gehört.

    „Die verschollenen Noten“ ist ein Buch, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt – eine tiefsinnige, berührende Erzählung über die Entdeckung der eigenen Wurzeln, die Bedeutung von Erinnerungen und die unzerstörbare Kraft der Musik. Ein echtes Meisterwerk, das sowohl die Seele streichelt als auch den Geist herausfordert.

  19. Cover des Buches Lockdown (ISBN: 9783421048783)
  20. Cover des Buches Die Brüder Fournier (ISBN: 9783960542261)
    Matthias Wittekindt

    Die Brüder Fournier

    (15)
    Aktuelle Rezension von: ech

    In diesem Roman erzählt der Autor Matthias Wittekindt die bewegende Geschichte der Brüder Iason und Vincent Fournier. Obwohl das Buch als Kriminalroman beworben wird, handelt es sich eigentlich eher um ein Drama mit Krimielementen, an der Klasse des Buches ändert dies aber nichts.

    Iason und Jason Fournier wachsen in den 70er Jahren im Brüsseler Vorort Envie auf. Als Söhne vielbeschäftigter Unternehmer verfügen die ungleichen Brüder schon früh über reichlich Freiräume, die besonders dem unruhigen Iason nicht immer gut bekommen und ihn in zahlreiche Konflikte  mit diversen Ordnungsbehördern treiben. Doch auch moderne Therapien und medikamentöse Behandlungen zeigen bei ihm wenig Wirkung, ganz im Gegenteil. Als innerhalb eines Jahres zwei Jugendliche betrunken erfrieren, fällt schnell der Verdacht, das Iason etwas damit zu tun haben könnte. Doch auch sein deutlich ruhigerer Bruder wird immer tiefer in die geheimnisvollen Todesfälle hereingezogen.

    Mit einem packendem Schreibstil entwirft der Autor den fiktiven Vorort Envie und bestückt ihn mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. So entsteht ein überzeugendes Sittengemälde, das auch den Zeitgeist der damaligen Zeit hervorragend transportiert und so spannende Unterhaltung mit sehr viel Tiefgang bietet. Das das Ende vielleicht ein wenig zu märchenhaft ausfällt, konnte den überzeugenden Gesamteindruck bei mir nur unwesentlich trüben.  

    Wer hier einen klassischen Kriminalroman erwartet, dürfte eher weniger Gefallen an dem Buch finden. Doch wenn man sich voll auf die gut aufgebaute Geschichte einlässt, bekommt man eine rundherum überzeugendes Drama geboten, das noch länger nachhallt und zum Nachdenken anregt.

  21. Cover des Buches Belgravia (ISBN: 9788491290827)
    Julian Fellowes

    Belgravia

    (6)
    Aktuelle Rezension von: luisa_loves_literature

    "Belgravia" war für mich ein kleines Geschenk - ich mochte den Roman sehr, all das Drama, die neidischen und gemeinen Kleinigkeiten, rivalisierende Familienmitglieder, das Geheimnis, die Liebe...es wirkt wie eine TV-Serie auf Papier und weist tatsächlich einige Gemeinsamkeiten mit "Downton Abbey" auf . Besonders gern mochte ich die weiblichen Figuren, die den Männern immer einen Schritt voraus sind, viel klüger und viel raffinierter und sehr viel voraussschauender.  Ein Roman, in den man herrlich abtauchen kann.

  22. Cover des Buches Mein magisches Museum und Vincent van Gogh (ISBN: 9782970172024)
    Anne Funck

    Mein magisches Museum und Vincent van Gogh

    (28)
    Aktuelle Rezension von: Eva_G

    Professor Emilio Dell'Arte organisiert eine Kunstaustellung mit den Bildern von Vincent van Gogh. Doch gerade ist noch nichts fertig und er braucht dringend Hilfe. Während er also seine Ausstellung vervollständigt, begeben sich die Leser des Buches auf eine Reise durch die Welt und das Leben von Vincent van Gogh. So war Vincent ein großer Freund verschiedenster Farben, die auch alle einen Namen von ihm erhielten. Mit dieser kunterbunten Auswahl malt er neben über vierzig Selbstportäts die Bauern bei der Feldarbeit, Montmartre, viele Gärten und Blumen, am liebsten Sonnenblumen und Orte, an denen er Zeit seines Lebens war und die ihn geprägt haben. So ist ein großer Schatz an Kunstwerken entstanden, die auch heute noch ihre Betrachter begeistern. 

    Die Autorin Anne Funck hat dieses Kinderbuch für Kinder ab sechs Jahren gemeinsam mit dem Illustrator Daniel Sulzberg gestaltet. Sie widmen sich neben dem Leben des berühmten Künstlers auch seinen Werken und den Stationen, an denen er bereits gelebt hat. Anhand von vielen Mitmachaufgaben, wie Mal- und Suchaufgaben und Experimenten, werden die jungen Leser aufgefordert, selbst künstlerisch tätig zu werden. Da die Texte kurz gehalten und in kindgerechter Sprache verfasst wurden, lassen sich diese gut und flüssig vorlesen. Auch der Seitenaufbau ist dank vieler kleiner Details sehr ansprechend und niemals gleich. 

    Meine Tochter und ich waren bereits beim ersten Lesen in diesem Buch begeistert. Denn die Aufgaben sind so unterhaltsam und interessant, dass sich das Mitmachen nicht nur für Kinder lohnt. Da wir Vincent van Gogh zwar kannten, aber längst nicht so viel über ihn wussten, konnten wir ihn nun besser kennenlernen und tief in sein Wirken eintauchen. Ein rundum perfekt gelungenes Kinderbuch! 

  23. Cover des Buches Europarecht (Jura kompakt) (ISBN: 9783406706493)
    Kai Purnhagen

    Europarecht (Jura kompakt)

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Pornhagens Buch zum Europarecht empfiehlt sich für Quereinsteiger und Pflichtfachler, die einen schnellen und fundierten Überblick über die wichtigsten Eckpunkte des Europarechts wünschen. Die klassischen Entscheidungen wie "Cassis de Dijon" oder "Keck" werden selbstverständlich behandelt. Alles ist schön übersichtlich gestaltet, mit optisch abgesetzten Übersichten und Schemata, und mit Themen wie "Brexit" und den aktuellen wichtigen Politikern ist das Buch auch up to date. Für den schnellen Zugriff, und preislich auch sehr zu empfehlen.
  24. Cover des Buches Wer mordet schon in Niederösterreich? (ISBN: 9783839219645)
    Jennifer B. Wind

    Wer mordet schon in Niederösterreich?

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Booky-72

    Elf kurze Krimis, die gut verflochten sind mit den dazugehörigen Ausflugstipps, nach Art eines Reiseführers. Kann man gern alles bereisen, wenn es da nur nicht zu kriminell wird…

    Hat mir gut gefallen und kann die Vorlage für einen spannenden Urlaub bieten. 4 Sterne dafür.

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