Bücher mit dem Tag "btb verlag"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "btb verlag" gekennzeichnet haben.

63 Bücher

  1. Cover des Buches Die Geschichte der Bienen (ISBN: 9783442756841)
    Maja Lunde

    Die Geschichte der Bienen

     (921)
    Aktuelle Rezension von: Sarah_Rey

    An sich ist die Geschichte gut. Die drei Zeitebenen und wie diese schließlich miteinander verknüpft sind, haben mir sehr zugesagt. Aber für mich hatte das Buch auch ein paar Schwachstellen. Ich verstehe die Kritik, dass es sich zieht, fand ich persönlich jetzt nicht, aber da nichts sehr aufregendes passiert, kommt es einem eventuell so vor. Mich hat eher gestört, dass ich einige Handlungen der Personen nicht nachvollziehen konnte. Außerdem hätte mich interessiert wie es dazu kam, dass die Welt in der Zukunft so dargestellt wird, wie es Maja Lunde getan hat. 

    Manche Stellen fand ich aber sehr interessant, oder sogar bewegend. Alles in allem gar nicht so schlecht, lies sich auch super schnell und angenehm lesen.

  2. Cover des Buches DUNKEL (ISBN: 9783442758609)
    Ragnar Jónasson

    DUNKEL

     (335)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Man kommt gut in die Geschichte rein und sie lässt sich such flüssig lesen. Ich war auch relativ schnell durch mit der Geschichte, weshalb ich mich am Ende gewundert habe, denn eigentlich ist garnicht mal so viel passiert. Klar, es gibt den Fall und die Ermittlung schreitet vorran, aber das Buch punktet eher mit seiner düsteren Stimmung, anstatt dass wirkliche Spannung aufkommt. Langweilig wurde mir beim Lesen trotzdem nicht, denn ich wollte mehr über die Ermittlerin erfahren. Außerdem ist das Buch so schnell vorbei, dass keine Langeweile aufkommt.
    Deswegen kann ich nur zusammenfassend sagen: hat mich nicht wahnsinnig umgehauen, aber ich hatte trotzdem Spaß beim Lesen und bin gespannt auf den nächsten Teil.
















  3. Cover des Buches Alles Licht, das wir nicht sehen (ISBN: 9783442749850)
    Anthony Doerr

    Alles Licht, das wir nicht sehen

     (364)
    Aktuelle Rezension von: lillywunder

    Es gibt ja diese Romane, die sind einfach wunderschön, selbst wenn in ihnen gleichzeitig ganz schön viel Schrecklichkeit steckt. Einer davon ist der (mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete) Roman "Alles Licht das wir nicht sehen" von Anthony Doerr, der es meisterhaft versteht, die Grausamkeiten des Krieges genauso einzufangen wie den Zauber des Lebens. 


    Erzählt wird die Geschichte von zwei Kindern, die während des zweiten Weltkrieges aufwachsen. Werner, der mit seiner Schwester als Waisenkind im Ruhrgebiet aufwächst und dessen Zukunft als Bergarbeiter unter Tage schon festzustehen scheint. Und Marie-Laure, ein blindes Mädchen, das hunderte Kilometer entfernt in Paris bei ihrem Vater, einem Museumsmitarbeiter, aufwächst. Beide sind sie von Wissenschaft fasziniert, haben ein forschendes, lebendiges Interesse an der Welt. Werner, der schon in jungen Jahren ein Verständnis für Mathematik und Technik entwickelt und sich in der Nachbarschaft einen Namen macht, da er gelernt hat, Radios zu reparieren. Und Marie-Laure, die in Braille-Schrift einen Roman von Jules Verne nach dem anderen verschlingt, Ausflüge ins Museum macht und die kniffligen Rätsel ihres Vaters im Nullkommanix löst. Als der Krieg heraufzieht, kündigt sich auch in ihren Leben das Unheil an. Bei Werner, der mit seinen herausragenden technischen Fähigkeiten ins Visir der Nazis gerät und auf Umwegen in einer Spezialeinheit der Wehrmacht landet. Und bei Marie-Laure, die mit ihrem Vater aus Paris fliehen muss und dabei den wohl wertvollsten Besitz des Museums vor den Deutschen retten muss.


    Anthony Doerr erzählt beide Handlungsstränge parallel, immer abwechselnd in sehr kurzen Kapitelchen von oft nur zwei bis drei Seiten und auch wenn mir diese Erzählweise in anderen Roman nicht immer zusagt, so passt es hier ganz großartig und das (doch recht dicke) Buch liest sich schnell weg, frei nach dem Motto "ein Kapitelchen les ich noch". Die beiden Geschichten sind am Anfang noch unverbunden, man merkt aber immer mehr, dass sie sich aufeinander zu bewegen und im August 1944, wenn die französische Küstenstadt Saint-Melo als letzte Nazi-Festung unter Bombenhagel steht, zusammentreffen werden. Bis dahin spielt das Radio ein wichtiges und verbindendes Element, dessen Wirkung beinahe magisch aufbereitet wird. Überhaupt ist Anthony Doerr ein Meister der poetischen Sprache, seine Sätze strotzen vor Ausdruckskraft und Schönheit, wenn sie beispielsweise die sinnlichen Wahrnehmungen der blinden Marie-Laure beschreiben und verfehlen dennoch auch ihre erschreckende Wirkung nicht, wenn die Grausamkeiten der Nazi-Umerziehung von Kindern oder der Bombardierungen beschrieben werden. Die sehr aufgeladenen Metaphern waren mir persönlich manchmal ein wenig zu viel des Guten und wirkten das ein oder andere Mal etwas angestrengt. Ein kleines Kritikpünktchen, über das ich gern hinwegsehe bei diesem ganz wunderbar erzählten Roman.

  4. Cover des Buches Totenfrau (ISBN: 9783442749263)
    Bernhard Aichner

    Totenfrau

     (418)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    Dieses Buch ist meine erste Begegnung mit dem Autor Bernhard Aichner und schon mal vornweg, es wird nicht die Letzte sein.

    Brünhilde Blum – die Blum – ist Bestatterin in Innsbruck, verheiratet mit dem Mann ihrer Träume und liebevolle Mutter zweier Kinder. Doch ihre Vergangenheit birgt ein dunkles Geheimnis. Ihr glückliches Leben zerbricht, als ihr Mann tödlich verunglückt – ein tragischer Unfall wie es scheint. Blum stößt im Nachlass ihres Mannes auf Tonbandaufzeichnungen, Gespräche mit einer Unbekannten die Unvorstellbares erlebt hat. Blum gräbt weiter, findet die Unbekannte und muss erkennen, dass ihr Mann ermordet wurde, weil er bei seinen Nachforschungen wohl zu erfolgreich war. Jetzt erwacht Blums dunkle Seite und die Jagd auf die Täter beginnt, unbarmherzig und brutal schlägt sie zu, räumt auf, rächt sich.

    Der Roman ist schnell, was vor allem am recht ungewöhnlichen Schreibstil von Aichner liegt, kurze Sätze, keine langen Monologe, immer nur vorwärts – dazwischen immer wieder Dialoge. Eine permanente Spannung und dann brutale Gewalt eiskalt wie in Berichtsform beschrieben. Ein absoluter Pageturner. Die Protagonisten sind gut charakterisiert, Blum ist trotz der Gewalt unheimlich sympathisch, wirkt einerseits warmherzig und verletzlich und ist dann wieder erbarmungslos, effizient und brutal.

    Ein Thriller der sich abhebt von der Masse – von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

  5. Cover des Buches SOG (ISBN: 9783442756643)
    Yrsa Sigurdardottir

    SOG

     (201)
    Aktuelle Rezension von: CarinaElena

    Zwölf Jahre nach dem Tod und der Vergewaltigung eines Mädchens wird eine Zeitkapsel in Reykjavik gehoben. Darin enthalten: 10 Jahre alte Briefe von Schülern, die beschreiben, wie sie sich Island im Jahre 2016 vorstellen. Darunter findet sich noch etwas anderes: eine unheimliche Botschaft, die akribisch genau die Initialen von zukünftigen Mordopfern auflistet. Kurz danach werden zwei abgetrennte Hände in einem Hot Tub in der Stadt treibend gefunden. Doch noch hat keiner eine Vermisstenanzeige bei der Polizei gestellt. Schon bald taucht die erste verstümmelte Leiche auf, dicht gefolgt von einer zweiten, und es ist klar, dass die Botschaft aus der Zeitkapsel ernst zu nehmen ist.

    Ein Fall für Kommissar Huldar, der sich beweisen muss: von seinen Leitungsaufgaben entbunden, wird er von den meisten seiner früheren Untergegebenen gemieden, die Beziehung zur Kinderpsychologin Freyja ist ebenfalls ruiniert, was er zu reparieren hofft, indem er sie in die jetzigen Ermittlungen mit einbezieht ... 

    SOG ist der zweiten Band der Reihe um Kommissar Huldar und Kinderpsychologin Freyja. Nach dem Huldar bei den Ermittlungen im ersten Band der Reihe (DNA) schwerwiegende Fehler begangen hat und Freyja im Kinderhaus einen Mann erschossen hat, sind beide von ihren beruflichen Positionen degradiert. Huldar ist es recht, die Führungsposition los zu sein, aber er wird von seinen Kollegen geschnitten und leidet. Untereinander machen sich Huldar und Freyja gegenseitig unausgesprochene Vorwürfe, die damalige Situation verschuldet zu haben und sie verzichten im Einklang darauf, miteinander überhaupt in Kontakt zu treten, bis sie dieser neue Fall unabdingbar zur Zusammenarbeit zwingt.

    Die Charaktere von Huldar und Freyja sind intensiv und vielschichtig gezeichnet. Ihre lebendigen Legenden sind interessant und es verbindet sie ein unsichtbares Band. Sie empfinden etwas füreinander, es knistert hin und wieder und dann stoßen sie sich erneut gegenseitig, fast angewidert, voneinander ab. Allein diese beiden Charaktere bieten Stoff für zahlreiche, weitere Bände der Reihe. 

    Yrsa Sigurdardóttir gelingt es erneut, eine unheimliche, düstere, athmospährische Grundspannung zu erzeugen, die 500 Seiten lang vorherrscht. Geschickte Wendungen und intelligente Verstrickungen lassen bis fast zu Letzt keine sicheren Schlüsse zu, wer hier Täter und wer Opfer ist. Mit der Darstellung der tiefen, psychologischen Einblicke in die Seelen von zahlreichen Figuren produziert Yrsa Sigurdardóttir reichlich Futter für Kopfkino und Spekulationen. 

    Das Buch erhält von mir 4/5 Sterne


  6. Cover des Buches Tagebuch eines Buchhändlers (ISBN: 9783442718658)
    Shaun Bythell

    Tagebuch eines Buchhändlers

     (190)
    Aktuelle Rezension von: Eques-de-Falcone

    Shaun ist ein genauer Beobachter und ich liebe seinen trockenen Humor.

    Als Buchhändler kenne ich die eine oder andere Situation aus eigenen Erfahrungen. Aber auch für jeden der nicht der Buchbranche angehört kann ich die Lektüre nur wärmstens empfehlen.

    Es darf ruhig mehr solche Idealisten geben wie Shaun!

  7. Cover des Buches DNA (ISBN: 9783442715756)
    Yrsa Sigurdardottir

    DNA

     (322)
    Aktuelle Rezension von: Mimi

    Ein Krimi, der mich mit einem ungewohnt heftigeren Einstieg, als die bisher gelesenen bereits überraschte.
    Eine Frau wird in ihrem eigenen Haus zu Tode gefoltert, die kleine Tochter bleibt unter dem Bett unentdeckt. Eine Nachricht des Täters, die nur aus Zahlen besteht, können die Polizisten nicht entschlüsseln. Umso wichtiger ist, was das Kind gesehen hat. Als das Mädchen unter Aufsicht der Psychologin Freyja befragt werden soll, erlebt Kommissar Huldar eine unangenehme Überraschung, denn er kennt die Psychologin schon - er hat sich nach einem One Night Stand heimlich aus ihrem Schlafzimmer geschlichen und nie wieder gemeldet, nachdem er ihr eine falsche Identität vorgelogen hatte.
    Mit sympathischen Hauptfiguren steigt man direkt in den ersten Mord mit ein. Der Hauptkomissar Huldar bei seinem ersten Mordfall und der Psychologin Freya.
    Leider hat die Geschichte einige Längen, man schweift weg und es lässt sich nur noch stockend lesen… Oft schweifte mir die Autorin zu tief in Details ab, was somit mit fehlender Spannung einbüssen musste.
    Durch die verblüffende Wendung zum Schluss des Buches und mit detailreichen Erklärungen zu den Rätseln und der Auflösung der drei Mordfälle konnte mich das Buch noch einmal fesseln.

  8. Cover des Buches Der Fund (ISBN: 9783442757831)
    Bernhard Aichner

    Der Fund

     (193)
    Aktuelle Rezension von: DomSt

    Ich möchte vom Inhalt nicht zu viel vorwegnehmen. So viel sei gesagt: Die Geschichte, die Ritas Tot aufklären soll ist wirklich spannend. Nicht zu letzt passiert das durch die interessante Erzählform, denn jedes 2.Kapitel ist ein Gespräch zwischen dem Ermittler und Protagonisten. So erfahren wir Informationen einerseits aus Dialogen, andererseits durch die klassiche Erzählform. Bernhard Aichner schreibt prägnant, die Geschichte lässt sich gut und wirklich schnell lesen. Und zu guter letzt, das Ende macht wirklich Sinn und ist nicht wie bei anderen Thrillern/Krimis an den Haaren herbeigezogen. Der Autor wusste hier sicherlich von Anfang an, wo die Reise hingehen soll.

    Viel Spaß beim Lesen!

  9. Cover des Buches Wahrheit gegen Wahrheit (ISBN: 9783442716746)
    Karen Cleveland

    Wahrheit gegen Wahrheit

     (173)
    Aktuelle Rezension von: Micha835

    Wenn man einmal angefangen hat das Buch zu lesen will man nicht mehr aufhören, man wird ein Teil der Geschichte und will erfahren wie es weitergeht. Eine wirklich rundherum gelungene Geschichte. Sollte man gelesen haben. Es beginnt mit einem Paar welches Privat und Beruf unter einen Hut bringen muss. Dabei fällt auf das die Kinder mehr am Vater hängen. Grund: Vivian arbeitet zu viel. Dann kommt es dazu das Vivian entdeckt das ihr Mann als kleines Kind in die USA kam und wahrscheinlich als russischer Schläfer so eingeschleust wurde! Jetzt hat Sie das Problem: Was soll Sie machen, wie soll Sie sich verhalten? Eventuell nimmt Sie wenn Sie es weitergibt den eigenen Kindern den Vater. Eine ziemlich verzwickte Sache.

  10. Cover des Buches INSEL (ISBN: 9783442758616)
    Ragnar Jónasson

    INSEL

     (122)
    Aktuelle Rezension von: LuisasBuecherliebe

    Sehr ruhiger, aber dadurch nicht weniger spannender Thriller!

    Ich bin bei diesem Buch und der ganzen Reihe wirklich begeistert von dem so interessante und super Konzept, die Reihe von vorn nach hinten zu erzählen. Man bekommt als Leser einen ganz anderen Blick auf die Geschichte und Protagonistin, auf ihre Gedanken und Handlungen.

    Dieser Teil der Reihe blieb der Stimmung aus Teil 1 treu. Island mit seiner rauen Natur, den verlassenen Inseln und Wäldern und der Einsamkeit wurden unfassbar eindrücklich beschrieben und man konnte sich richtig gut in das Setting hineinfühlen. Dazu beigetragen hat natürlich auch das November-Wetter während des Lesens, was die Atmosphäre nur noch unterstützt hat.

    Auch Hulda als Protagonistin war wieder besonders wie schon im vorigen Band. Sie unterscheidet sich gänzlich von anderen Protagonisten, aber doch kann man sie nur ins Herz schließen.

    Die Geschichte an sich begann sehr vielversprechend. Der Prolog und die Schilderung des Ausflugs der vier Freunde aus den verschiedenen Sichten waren sehr, sehr gut gemacht und erhöhten die Spannung immens. Man wollte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt. Auch die dadurch entstehende Tatsache, dass man manche Hinweise bereits vor Hulda wusste, machten das Lesen noch spannender, während man darauf wartete, dass Hulda auch diese Dinge erfuhr und wie sie darauf reagieren würde.
    Leider wurde aus dem vielversprechenden Beginn nicht viel gemacht. Die Geschichte blieb bis zum Ende sehr, sehr ruhig und es passierte nicht viel. Der Plot an sich war sehr gut, allerdings hätte ich mir eine etwas ereignisreichere Umsetzung gewünscht.

    Fazit: Ein sehr ruhiger Thriller, der trotzdem Spannung aufkommen lässt und eine einzigartige Atmosphäre kreiert, allerdings etwas mehr Action hätte vertragen können.

  11. Cover des Buches Totenhaus (ISBN: 9783442714421)
    Bernhard Aichner

    Totenhaus

     (235)
    Aktuelle Rezension von: WDP

    Inhalt:
    Eine Mörderin auf der Flucht. Brünhilde Blum wacht eines Tages in einem Albtraum auf. Einer der fünf Menschen, die sie umbringen musste, taucht plötzlich wieder auf. Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin, die die Toten damals eingebettet hat. Blum muss fliehen, und sie muss ihre Kinder zurücklassen. In einem seit zwanzig Jahre leerstehenden Hotel findet sie Zuflucht, an einem Ort, den sie …

    Der Plot:
    Wie es der Zufall haben will. Nach dem ersten Teil, schien alles wieder im Lot zu sein. Doch ‚eine alltägliche Geschichte‘, die Blum eigentlich nicht betrifft, deckt ihre Vergangenheit auf. Bis hierher ist die Storyline in Ordnung. Was danach kommt, ist ein reines Fantasieprodukt. Der verlassene Ort, die morbide Kunst und dazwischen Blum mit ihrer Familie. Hat mir weniger gefallen.

    Die Charaktere:
    Die Charaktere, die Guten und die Bösen, die Zwielichtigen die Metamorphosen, alle erwachen vor dem geistigen Auge zu Leben. Eine Freude. 

    Die Sprache:
    Über Brnhard Aichner Sprachstil habe ich schon öfter geschrieben. Man liebt ihn, oder hasst ihn. Sehr polarisierend. Hat man sich aber eingelesen, dann ist er faszinierend. Ohne Schnörkel, in kurzen Sätzen. Einzig: Mich nervt die zwanghafte Abweichung von der gewohnten Schreibart. Bindestriche anstelle von Anführungszeichen am Beginn der direkten Rede ohne das Ende zu markieren. Punkteabzug! 

    Fazit:
    Eine spannende Lektüre, wenn man die Logik aus dem Kopf verdrängt. Das Setting ist gut, aber erscheint trotz allem ein wenig zu konstruiert, weshalb ständig ein schaler Nachgeschmack bleibt.

  12. Cover des Buches NEBEL (ISBN: 9783442758623)
    Ragnar Jónasson

    NEBEL

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Ich finde dies war der beste Teil der Reihe. Zwar kommt Hulda selbst nur minimal vor und ihr Handlungsstrang ist nicht mehr besonders interessant, da man durch die Vorgänger schon alles weiß, aber der Fall hier ist wirklich gut. Es ist schon fast ein Psychohorrorroman und die Stimmung und die unvorhersehbare Handlung konnten mich echt überzeugen. Dabei kann man sich echt gut in die Winter/Weihnachtskulisse hineinversetzten. Daher ein perfektes Buch für Leute, die an Weihnachten dick eingekuschelt einen Schauerroman lesen wollen.

  13. Cover des Buches Das Buch Ana (ISBN: 9783442759033)
    Sue Monk Kidd

    Das Buch Ana

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Julia79

    Es hat mir nicht gefallen.

    Und das hatte ich komischerweise vorher schon im Gefühl, denn so eine Idee muss originell umgesetzt sein. 

    Es gab eine Zeit, da hätte ich ein Buch, das sich so leicht und flüssig liest, in den Himmel gelobt und jedem ans Herz gelegt, aber sorry Sue Monk Kidd, das war nix für mich. Ich werde es wohl nochmal mit der Bienenhüterin versuchen, aber wenn ich da auch immer alles 10 Seiten im Voraus ahne gehen wir besser getrennte Wege.

    Zum Inhalt nur soviel, Ana ist die Ehefrau von Jesus und fühlt sich berufen, die Geschichten ungehörter Frauen niederzuschreiben, ihnen eine Stimme zu geben. Und es tut mir leid, aber das war es auch schon. Wollte die Autorin erzählen, dass Frauen damals nichts zugetraut wurde, dass sie abhängig und ungehört waren? Soweit war ich im Bilde! Warum hat sie ihre Hauptfigur denn bloß so langweilig und farblos gestaltet? Ana kommt für mich nicht aus Jesus' Schatten hervor, es bleibt die Bibelgeschichte, nur hatte Jesus eben eine Ehefrau. Eine Hauptfigur ist sie in meinen Augen nicht. Sie bleibt weitgehend passiv, von der Geschichte gelenkt, reagiert lediglich. Sie hatte Wünsche und Träume. Ich unterstelle das jetzt einfach mal auch anderen Frauen aus dieser Zeit! Aber hat sie dafür gekämpft, gehört zu werden? Das ist keine Protagonistin in meinen Augen. Sie hätte mehr Bedeutsamkeit haben müssen. 

    Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber ganz klar kann ich sagen, ich habe ETWAS erwartet. Irgendetwas. Jesus' Ehefrau, was hätte man nicht alles erdenken können.. Sie hätte eigentlich die Wunder wirken können, aber männliche Geschichtsschreiber haben alles verdreht und heute wird es von der Kanzel völlig falsch gepredigt. Irgendwas INNOVATIVES! Eine Neuinterpretation der Bibelstory? Mitnichten. Eine öde Geschichte ohne sprachliche Raffinesse, absolut vorhersehbar. Ich habe ALLES so kommen sehen (nicht nur die Kreuzigung). Sowas Einfallsloses habe ich nicht mehr gelesen seit ich Jojo Moyes abgeschworen habe.

    Am Ende bleibt das Gefühl, dass mir die 570 Seiten nicht im Gedächtnis bleiben werden. 

  14. Cover des Buches Wo steckst du, Bernadette? (ISBN: 9783442748518)
    Maria Semple

    Wo steckst du, Bernadette?

     (79)
    Aktuelle Rezension von: redvioolett
    Ich muss sagen, dass mich sowohl das Cover, als auch die Kurzbeschreibung sehr angesprochen haben, weshalb ich es unbedingt lesen wollte.


    Der Hauptkern der Geschichte scheint das Verschwinden von Bernadette zu sein, doch zu diesem Ereignis kommt es erst nach einer ganzen Weile, wodurch man das Gefühl einer langen - zu langen - Einleitung bekommt. Es war also anfänglich teilweise sehr langatmig, wenig spannend und teilweise auch etwas verwirrend, weil die Personen erst im Laufe der Zeit stärker charakterisiert werden. Am Anfang musste ich mich wirklich manchmal zwingen weiterzulesen, da man das Gefühl hatte, dass die Geschichte nicht wirklich vorangeht. 


    Später im Buch wird deutlich, dass dieses Vorwissen hilft, einige Ereignisse im späteren Verlauf besser nachzuvollziehen, dennoch hätte man meiner Meinung nach, gerade dieses Anfang spannender gestalten sollen. 


    Nichtsdestotrotz wurde das Buch im Laufe der Geschichte immer besser und auch spannender. Generell ist auch die Thematik und die Schreibweise sehr neu und innovativ. 
    Bernadette ist ein Charakter, der auf der einen Seite viele uns bekannte menschliche Facetten besitzt, auf der anderen Seite auch erfrischend neue Seiten und Denkweisen aufzeigt, die Gesellschaft kritisiert und Grenzen aufzeigt. Sie ist ein besonderer Mensch, mit besonderen Eigenschaften, die sie aber besonders menschlich machen. Außerdem zeigt das Buch, die Konzepte und Eigenschaften unserer Gesellschaft - schnell wird man zum Außenseiter, obwohl vielleicht gerade die anderen die Außenseiter sind? Dabei kommt die Frage auf: Was ist normal? Wer ist normal? Wer ist es nicht? Gibt es ein normal? Was macht einen Menschen besser als einen anderen und nach welchem System ist jemand besser als ein anderer Mensch? Wo sind die Grenzen unserer Gesellschaft?


    Ich denke, dass das Buch wirklich empfehlenswert und nicht vergleichbar ist, kritisieren muss ich dennoch den etwas langatmigen Anfang, der schnell einen Leser trotz des tollen Inhaltes vergraulen kann. 




  15. Cover des Buches Das letzte Ritual (ISBN: 9783442714407)
    Yrsa Sigurdardottir

    Das letzte Ritual

     (244)
    Aktuelle Rezension von: Alexandra_Wagner

    ein mystischer Island-Krimi mit viel historischer Info und spannender Story

  16. Cover des Buches Die Hummerkönige (ISBN: 9783442715442)
    Alexi Zentner

    Die Hummerkönige

     (74)
    Aktuelle Rezension von: taonoui

        


    Die Geschichte schippert am Anfang etwas vor sich hin, nimmt dann jedoch immer mehr Fahrt auf, um dann am Schluß mit einer fulminaten Explosion zu Enden.
    Auch wenn die Geschichte anfangs etwas unaufgeregt ist, ist sie alles andere als langweilig und zieht einen von Beginn an in den Bann. Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen.
    Mir hat vor allem die Andeutungen vom magischen und mystischen, das die Insel, das Meer und die Familie umgibt sehr gut gefallen. Diese geben der Geschichte einen kleinen Schlenker in die Fantasiewelt, bleiben aber so leicht, das die Geschichte nichts reales verliert. Eine Geschichte über die Welt der Hummerfischerei und vielen persönlichen Tragödien und auch Freuden.
  17. Cover des Buches Demut (ISBN: 9783442714643)
    Mats Olsson

    Demut

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Buchmoment

    Harry Svensson wird durch Zufall in eine Mordserie verwickelt. Da er selbst lange Zeit als Journalist gearbeitet hat, wird sein journalistisches Interesse geweckt und er beginnt selbst damit, zu ermitteln. Es dauert nicht lange, bis ein zweiter Mord geschieht und während seiner Ermittlungen stößt Harry auch auf vergangene Fälle, die zwar auch ohne Mord stattfanden, dennoch aber im Zusammenhang mit der aktuellen Mordserie stehen.

    Harry selbst hat keine Ahnung, wer der Täter sein könnte. Der Täter hingegen kontaktiert Harry hin und wieder – mal per E-Mail, mal indem er ihm Botschaften zukommen lässt… Während Harry auch weiterhin im Dunkeln ist, wer hinter den Morden stecken könnte, bleibt es nicht mehr bei E-Mails, der Täter konnte Harry ausfindig machen und verfolgt ihn nun teilweise.

    Irgendwann kommt Harry der Wahrheit aber natürlich doch näher und näher, irgendwie muss er noch nur ganz klare Beweise finden…

    Dieses Buch hat mir wirklich ausgesprochen gut gefallen. Es ist mal etwas anderes, dass der ermittelnde Protagonist kein Polizist, sondern ein Journalist ist. Natürlich spielt auch die Polizei im Buch eine Rolle, das aber eher am Rande.

    Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildlich. Mats Olsson hat da wirklich eine tolle Art, zu schreiben. Es gibt zwar ab und zu mal ein paar kurze Phasen, die etwas langgezogen sind, dennoch kommt aber keine Langeweile auf. Es passiert ziemlich viel auf den 736 Seiten. Die Geschichte an sich könnte man zwar bestimmt auch auf 400 oder 500 Seiten erzählen, dennoch habe ich dieses gelegentliche In-Die-Länge-Ziehen nicht als unangenehm empfunden.

    Erzählt wird die ganze Geschichte aus der Sicht von Harry, zwischendurch kommt aber auch immer mal wieder ein Kapitel aus der Sicht des Täters vor. So erfährt man schon relativ schnell ein paar Dinge über diesen. Harry’s Sichtweise wird aus der Ich-Perspektive erzählt und die des Täters aus Sicht einer dritten Person. Diese Unterscheidung fand ich ganz gut, denn so ist auch immer gleich klar, wer gerade im Mittelpunkt der Geschichte steht.

    “Demut” ist der Debütroman von Mats Olsson und dieser ist ihm meiner Meinung nach auch sehr gut gelungen. Das Ende verspricht eine Fortsetzung, auf die ich bereits sehr gespannt bin.

  18. Cover des Buches Die Stadt der Blinden (ISBN: 9783442745296)
    José Saramago

    Die Stadt der Blinden

     (540)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    Ein Mann wartet mit seinem Auto an einer roten Ampel. Als die Ampel auf grün umschaltet, fährt er nicht los: Er ist plötzlich erblindet.

    Er wird von einem Mann nach Hause gebracht, der sich erst freundlich zeigt, doch dann sein Auto stiehlt, und die Frau des Blinden begleitet ihn in eine Augenarztpraxis, um dieser sonderbaren Blindheit auf die Schliche zu kommen.

    Innerhalb weniger Stunden erblinden nicht nur der Autodieb und die Frau des ersten Blinden, sondern auch der Augenarzt und seine Patienten. Nur die Frau des Augenarztes bleibt verschont.

    Alle Blinden werden in eine leerstehende Irrenanstalt gebracht, wo sie (und die nachfolgenden Blinden) vom Rest der Menschheit isoliert werden. Um bei ihrem Mann zu bleiben, gibt sich die Frau des Augenarztes als Blinde aus, und schafft es so, den Isolierten beizustehen und ihnen Unterstützung zu bieten.

    Ich habe ‚Die Stadt der Blinden‘ vor vielen Jahren zum ersten Mal gelesen und war damals sehr begeistert von dem Roman. Er ist trotzdem der einzige Roman geblieben, den ich von José Saramago gelesen habe, und nun habe ich zur Auffrischung des Hörbuch gehört.

    Im Roman werden weder Personen noch Orte benannt, und auch wann die Geschichte spielt, erfährt der Leser nicht. Stattdessen werden die Personen nach bestimmten Eigenschaften unterschieden, z.B. ‚die Frau mit der dunklen Brille‘ oder ‚der erste Blinde‘, was nicht nur zur Anonymität der Personen führt, sondern auch zu einer gewissen Universalität und Austauschbarkeit beiträgt.

    Saramagos Roman ist anspruchsvoll und von Anfang bis Ende fesselnd, ohne dass der Literatur-Nobelpreisträger des Jahres 1998 ausschweifend, kompliziert oder blumig schreibt. Die Stimmung im Buch ist dabei unheilvoll und düster, wobei der Roman im Verlauf immer gespenstischer und bedrückender wird.

    Saramagos Beschreibungen von Unterdrückung, Entrechtung, Entmenschlichung und Kompromisslosigkeit liegen bisweilen schwer im Magen, was auch daran liegt, dass die Schilderungen durchweg authentisch wirken und man sich gut vorstellen kann, dass eine solche Ausnahmesituation auf die von Saramago wiedergegebene Weise entgleist.

    Ich kann den Roman voll und ganz empfehlen und lese irgendwann sicherlich weitere Romane des Autors, z.B. ‚Die Stadt der Sehenden‘.

  19. Cover des Buches Wildfutter (ISBN: 9783442715312)
    Alma Bayer

    Wildfutter

     (74)
    Aktuelle Rezension von: getippteWelt

    Verlag: btb Verlag
    ISBN: 978-3-442-71531-2
    Erstausgabe: September 2017
    Klappentext:Vitus Pangratz kletterte über den Zaun der Wildparks.
    Vorsichtig sah er sich um.
    Die Stimmung war märchenhaft. Romantisch. Bayern zum Verlieben.
    Plötzlich raschelte es hinter ihm.
    Angespannt ergriff er zur Kamera, bereit der Gefahr ins Auge zu sehen.Jetzt nur keine falsche, hektische Bewegung.Seine Fußspitze stieß einen Erdklumpen zur Seite.Fast wäre er darüber hinweggegangen, als er ein weißes Etwas sah.Interessiert griff Pangratz danach und schüttelte die Erde ab>>Ja, leckst mich am Arsch!>> entfuhr es ihm.

    Erster Satz:Der Ehering saß Fest.

    Inhalt:Der Pensionierte Polizist Vitus Pangratz will als Fotograf groß rauskommen und bricht nachts in den Wildpark ein um Fotos von Wildschweinen zu machen!Er stolpert dabei über einen Teil menschlichen Überrestes.Der seit Wochen vermisste Fußballtrainer „Tiger“ wird schnell als ehemaliger Besitzer dessen ermittelt.Für den amtierenden Komissar ist die Sachlage eindeutig, ein Wilschwein hat die Überreste verschlungen.Vitus muss nun selbst ermitteln, mit seiner Tochter „Jo“ einer Lokalreportern und seiner alten Sekretärin „Liesel“ wird die ganze Kleinstadt auf den Kopf gestellt.

    Meine Meinung:Also das Cover fand ich schon mal ziemlich gelungen und hat mich sehr zum Kauf animiert!Am Anfang war es ziemlich verwirrend und es dauerte einige Seiten bis ich verstand worum es ging!Irgendwie war es ein interessantes Buch, so ganz anders als die anderen Regionalkrimis die ich bisher in den Fingern hatte, aber es hat mich leider nicht richtig gepackt bzw. mitgerissen.Stellenweise dachte ich, ich bin in einem falschen Genre gelandet, von Horror bis erotische Literatur war alles vertreten, teilweise in einer sehr derben Form das muss man erst mal mögen bzw. abkönnen.Ich denke die Autorin wäre gut beraten wenn sie Dystopien, Thriller oder Erotische Literatur schreiben würde weil Ihr meiner Meinung nach das noch viel besser liegen würde....Einiges an Humor ist natürlich auch vertreten und ich musste stellenweise schon ziemlich lachen.Was ich toll fand, das man bis zu letzt nicht wusste wer der Täter war, das machte das ganze sehr  spannend, man konnte selber mitraten und bekam von der Autorin des öfteren falsche Fährten gelegt.Dennoch wurde ich aber mit der Geschichte nicht so richtig warm!Das ganze Buch hindurch zog sich das Thema Fussball, auf jeder zweiten Seite stand etwas über Fussball und den hießigen Lokalverein oder den FC Bayern, das fand ich schon etwas zu viel!
  20. Cover des Buches Blauer Montag (ISBN: 9783328102458)
    Nicci French

    Blauer Montag

     (247)
    Aktuelle Rezension von: Erdbaerchen

    Das Cover finde ich echt toll. Es ist auch super zum Inhalt abgestimmt, da die Handlung in London spielt. 


    Der junge Matthew verschwindet spurlos. 

    Frieda ist Psychotherapeutin. Unter anderem therapiert sie Alan, der sich einen Sohn wünscht auf den die Beschreibung des kleinen Matthew passt. Als sie ein Foto von dem 5-jährigen Alan sieht, stockt ihr der Atem. Es gleicht dem Bild des verschwundenen Jungen aufs Haar genau. Hat Alan etwas mit dem Verschwinden zu tun?


    So packend der Klappentext auch klingt, das Lesen war für mich leider so zäh wie Tapetenkleister. Die Handlung kommt einfach nie so richtig in Schwung und wird von vielen unnötigen Nebenhandlungen aufgehalten. Klar möchte man auch ein wenig in das Privatleben von der Protagonistin eindringen, dies hätte man jedoch auch anders umsetzen können. 

    Zudem zieht Frieda manchmal Schlüsse, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Klar müssen die Ermittlungen irgendwie weiter gehen, allerdings sollten sie nicht allzu sehr an den Haaren herbei gezogen sein. 

    Das Ende war für mich dann leider auch die vollste Katastrophe. Eine logische Auflösung gab es hier nicht. Generell blieben viel zu viele Fragen offen. Für mich ergab NICHTS einen Sinn. Ob man im zweiten Teil mehr darüber erfährt? Das werde ich wohl nie wissen, denn "Eisiger Dienstag" werde ich mir wohl kaum zu Gemüte führen.


    Fazit: Ein langweiliger "Psychothriller", indem man die Logik vergebens sucht. 

  21. Cover des Buches Letzte Fahrt nach Königsberg (ISBN: 9783442757763)
    Ulrich Trebbin

    Letzte Fahrt nach Königsberg

     (24)
    Aktuelle Rezension von: anushka
    Ella Aschmoneit wächst recht behütet in Königsberg auf, als Tochter eines Weinhändlers ist sie gut versorgt. Doch das Verhältnis zur Mutter ist für das eigenwillige junge Mädchen nicht leicht. Dennoch verlebt sie unbeschwerte Sommer an der Küste des Samlandes in Ostpreußen, das zu diesem Zeitpunkt noch zum Deutschen Reich gehört.
    Anfang 1945 befindet sich die etwas ältere Ella jedoch mit ihren beiden Kindern in Potsdam, wo sie unter den Auswirkungen des Krieges leben und Hunger leiden. Nicht selten denkt Ella an die vielen Vorräte, die noch im Haus der Familie in Königsberg lagern. Schließlich fasst sie sich ein Herz und reist entgegen jeglichen guten Rats der Schwester und auch des eigenen Ehemanns ein letztes Mal nach Königsberg, um von den reichlichen Vorräten zu holen, die sie in Potsdam lange über Wasser halten würden. Doch Ellas Vorhaben ist aberwitzig, denn die russische Armee marschiert unaufhaltsam auf Königsberg zu und aus anderen Gegenden Ostpreußens kursieren angsterregende Geschichten ...

    Der Autor Ulrich Trebbin hat in diesem Buch die Geschichte seiner Großmutter literarisch verarbeitet. Zeitlebens stand bei Ella das Foto eines Mannes auf dem Sekretär, der nicht Ellas Ehemann war. Während Ella sich auf die Reise nach Königsberg begibt, erstehen die Stadt und das Umland in vielen Rückblenden wieder auf. Ella erinnert sich an ihre Jugend, die erste Verliebtheit und auch die Heirat mit einem Mann, mit dem sie 1945 schon nichts mehr gemein hat. Diese Episoden vermitteln ein Gefühl von Heimat, nach dem sich Ella den Rest ihres Lebens sehnen wird, denn sie wird schließlich eine Geflüchtete bleiben, Königsberg zu Russland gehören. Aber nicht nur Heimweh, sondern auch Sehnsucht nach einem anderen Mann als dem eigenen bestimmen viele Gedanken Ellas und so stehen beide Themen im Mittelpunkt des Buches. Die Liebesgeschichte ist absolut unkitschig, stattdessen manchmal sogar eher unterkühlt, denn sie scheint oft auf Einseitigkeit zu beruhen. So wird bis zu einer gewissen Stelle des Buches nicht ganz ersichtlich, warum (die literarische) Ella so sehr an dieser Liebe hängt. Der Bogen schloss sich für mich tatsächlich erst am Ende. Eindringlich wird dagegen das Leid der Vertriebenen geschildert, die Blauäugigkeit der Menschen ist Ostpreußen, die immer noch der Nazi-Propaganda glauben und das böse Erwachen, dass sie schließlich ereilt. Trebbin greift ein eher tabuisiertes Thema auf, nämlich dass Menschen sich nicht als Opfer betrachten dürften, die zum Volk eines Kriegsaggressoren gehören. Und so zeigt sich auch hier und da die ein oder andere unschöne Szene, was die Geschichte noch glaubhafter macht, da der Autor nicht verklärend schreibt, sondern die Mentalität der damaligen Zeit meiner Meinung nach realistisch einfängt. Er macht jedoch auch deutlich, wie wenig jeder einzelne dennoch die Rache verdient hat, die über das eingekesselte Ostpreußen kommt.

    Insgesamt hat mir dieses Buch gut gefallen. Besonders Ellas letzte Fahrt nach Königsberg war beklemmend und gleichzeitig spannend. Diese Spannung hält nicht durchweg an. Zu großen Teilen ist es eher eine einfühlsame Geschichte in ein Einzelschicksal, das jedoch nicht allein von Kriegsereignisse handelt, sondern auch dem Verlust von Heimat und individuellen Träumen und Wünschen. Einige Passagen in den Rückblenden wirken etwas zu ausschweifend. Sie machen die Figuren zwar lebensnaher, drosseln aber auch das Tempo der Handlung etwas. Alles in allem ist dieses Buch jedoch empfehlenswert. Es ist eine liebenswerte Ode an eine starke, eigenwillige Frau und auch die Herkunft und Heimat einer ganzen Familie, deren Verlust die ganze Familie geprägt hat.
  22. Cover des Buches Die Wälder (ISBN: 9783442770472)
    Melanie Raabe

    Die Wälder

     (232)
    Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooks

    Nina wollte eigentlich nie wieder in ihre Heimat, den Wäldern, zurückkehren. Dennoch versucht sie trotz ihrer Ängste und den Vorbehalten wegen ihren Erlebnissen in der Kindheit, Tims Wunsch zu erfüllen und endlich aufzuklären, was damals wirklich mit der 17 jährigen passiert ist. Bei ihrer Suche nach diesem Geheimnis hilft ihr ein weiterer Freund, David, der mittlerweile Polizist ist und der Meinung ist, Nina beschützen zu müssen.

    Erst einmal möchte ich auf das Cover eingehen, denn dies lädt total dazu ein, sich auf diese Reise und diese düsteren Atmosphäre einzulassen. Und gerade der spannende und fesselnde Klappentext sorgt dafür, dass man mit einer hohen Erwartung an dieses Buch geht. Jedoch muss ich sagen, dass meine Erwartungen weder übertroffen noch erfüllt wurden. Das fand ich recht schade, da sehr viele von diesem Buch geschwärmt haben. Vorab diese Rezension dient nicht dazu, dass Buch in irgendeiner Art und Weise schlecht zu reden, sondern handelt nur von meiner eigenen Meinung!

    Ninas Fahrt nach Hause ist im Vergleich der Ereignisse aus der Vergangenheit recht langweilig, langatmig und konnte mich nicht fesseln. Abgesehen davon hatte ich eine gruselige, düstere und beklemmende Atmosphäre erwartet, jedoch kam diese bei mir leider gar nicht an. Ich habe mich total auf einen dunklen Thriller eingestellt, doch leider wurde das nicht erfüllt.

    Das Verhalten der Figuren, vor allem Nina war sehr unglaubwürdig. Zu Beginn hat dies die Spannung noch gesteigert, aber nach und nach habe ich mich nicht mehr ernst genommen gefühlt. Ninas Handlungen waren oft sehr unüberlegt. Ich habe zu ihr keinerlei Bindung oder Beziehung aufbauen können. Vieles von dem was sie getan hat, hat für mich keinen Sinn ergeben. Auch zu den anderen Charakteren konnte ich keine Bindung aufbauen.

    Bei den Erinnerungen aus der Kindheit war man sich als Leser nie wirklich sicher, ob es der Wahrheit entspricht oder ob es nur Einbildung war. Diese Verwirrungen sorgen für überraschende und spannende Wendungen mit denen ich nicht gerechnet habe. Das hat mir total gut gefallen. Ich finde das echt cool, denn damit spielt die Autorin mit unserer Psyche und lässt uns kaum Spielraum irgendeine oder irgendwelche Vermutungen aufzustellen.

    Der Schreibstil von Melanie Raabe war mir zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig, ich hatte zuvor noch kein Buch von ihr gelesen. Dennoch hat sich das nach und nach gelegt und ich hatte mich an den Schreibstil gewohnt. Dann war er für mich auch flüssig und locker. 

    ,,Die Wälder‘‘ ist ein Buch das ich euch eingeschränkt empfehlen würde. Mich konnte es leider nicht ganz überzeugen, aber vielleicht ist es ja was für euch und die Autorin kann euch mit diesem Buch in ihren Bann ziehen. Trotz dessen möchte ich sehr gerne andere Bücher der Autorin lesen, denn ich glaube wirklich, dass die Autorin echt Potential hat. Mal schauen, was die Autorin noch so für Bücher zaubert. Ich glaube dieses Buch hätte auch Potential gehabt, wenn man es ausgeschöpft hätte.

  23. Cover des Buches Der Psychopath (ISBN: 9783442713301)
    Bram Dehouck

    Der Psychopath

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Thrillerfan23

    Der Psychopath ist ein spannender und zugleich besorgniserregender Thriller. Wobei ich den Inhalt des Buches eher als eine Art Fallbeschreibung sehe. Denn leider leider muss ich aus meiner beruflichen Erfahrung sagen, dass dieser Plot sehr realitästsnah geschrieben ist und die großen Probleme eines Paares aufzeigt, dessen Kind eine "Dissoziale Persönlichkeitsstörung" zeigt. Sehr rasch kommen Erziehungsberechtigte hier an ihre Grenzen.
    Die 222 Seiten sind - dank eines flüssigen Schreibstiles - flott zu lesen. Ich hatte das rasch durch und fand es sehr spannend und aufklärend. Auf jeden Fall lesenswert. ⭐⭐⭐⭐

  24. Cover des Buches Jagdrevier (ISBN: 9783442713134)
    Helene Tursten

    Jagdrevier

     (38)
    Aktuelle Rezension von: misery3103

    Die Polizistin Embla Nyström verbringt eine Woche in einer Jagdhütte, um mit einer Gruppe von Freunden auf die Jagd zu gehen. Als ein Teilnehmer tot aufgefunden wird und ein anderer spurlos verschwindet, wird klar, dass es jemand auf die Mitglieder der Jagdrunde abgesehen hat. Kann Embla die Wahrheit herausfinden, bevor noch etwas passiert?

    „Jagdrevier“ ist der Auftakt der Krimireihe um die Ermittlerin Embla Nyström. Obwohl mir das Buch ganz gut gefallen hat, fehlte mir ein bisschen die Spannung. Irgendwie war von Anfang an klar, wie alles zusammenhängt und wer der Täter ist. Außerdem fand ich die Charaktere nicht ausreichend beleuchtet, so dass ich mich nicht so richtig mit Embla anfreunden konnte. Vielleicht liegt es daran, dass es der Auftakt einer Reihe ist, während der man noch mehr um die Ermittler herausfinden wird. Keine Ahnung.

    Insgesamt fand ich das Buch zwar gut zu lesen und auch unterhaltend, aber es hat mich nicht richtig überzeugt, so dass ich wohl keinen weiteren Teil der Reihe lesen würde.

    Ein recht unterhaltender und gut geschriebener Schweden-Krimi, aber nicht ganz überzeugend.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks