Bücher mit dem Tag "buchdruck"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "buchdruck" gekennzeichnet haben.

21 Bücher

  1. Cover des Buches Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra (ISBN: 9783453418455)
    Robin Sloan

    Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

    (550)
    Aktuelle Rezension von: angies_bücher

    Zunächst einmal möchte ich mit dem positiven anfangen: der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen und das Buch war angenehm zu lesen. Leider hat mir die Geschichte an sich überhaupt nicht gefallen. Ich konnte mich auf die Idee des ewigen Lebens und die Buchhandlung und geheim Gesellschaft leider nicht einlassen. Insgesamt fand ich die Geschichte einfach nur furchtbar langweilig. Sehr schade 

  2. Cover des Buches Sepia 1: Sepia und das Erwachen der Tintenmagie (ISBN: 9783522186582)
    Theresa Bell

    Sepia 1: Sepia und das Erwachen der Tintenmagie

    (161)
    Aktuelle Rezension von: PeacefulFantasy

    Es gibt so Bücher, da stolpert man eher durch Zufall drüber. Sepia ist für mich so eines, da ich für gewöhnlich keine Kinder- und Jugendfantasy lese. Empfohlen wurde es mir von einem Bekannten, der es als Hörbuch (gelesen von Uve Teschner) gehört hat und dem es gut gefallen hat. Und ich bin sehr froh, dass ich der Empfehlung gefolgt bin, denn Sepia ist eines meiner Jahreshighlights 2025 und definitiv ein All-Age-Buch, an dem man auch als Erwachsener seine helle Freude haben kann.

    Da ist zum einen der Figurencast. Sepia, Niki und Sanzio, deren erblühende Freundschaft der Kern des Buches ist, sind so eine gemeinsame Greenflag, das man sich einfach auch nur solche Freunde wünscht. Sie sind verständnisvoll, lustig und neckend zueinander und helfen sich gegenseitig, no matter what.

    Zum anderen ist die Welt ein Traum. Die Stadt Flohall mit ihrem magische Handwerk ist so ein fantasievolles Setting. Hinter jeder Ecke erwartet einen eine neue Überraschung, die sich wunderbar in das Gesamtkonstrukt einfügt und Flohall unglaublich lebendig macht. Das zusammen mit den drei Freunden weckt für mich Erinnerungen an die frühen Harry-Potter-Bände, bevor die Handlung düsterer (und JKR so eine Red flag als Person) wurde.

    Es ist wirklich ein ganz ganz wunderbares Buch mit tollen Figuren und einem phantasievollen, lebendigen Setting, das bei weitem nicht nur für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Wirklich der perfekte Trilogie-Auftakt (es wird leider "nur" eine Trilogie und keine längere Reihe).

  3. Cover des Buches Weltgeschichte to go (ISBN: 9783499634048)
    Alexander Graf von Schönburg

    Weltgeschichte to go

    (36)
    Aktuelle Rezension von: Liden

    Datum: 03.02.2024


    Geschichte und ich .. ja, das ist eine Sache für sich. In der Schule fand ich es gähnend langweilig und aufmerksam zugehört hab ich nie. Dementsprechend ist mein Aufholbedarf riesig - und ich möchte mich in dem Bereich auch bilden. Nur ist es so, dass ich für das Thema immernoch nicht brenne. 

    Bedeutet: Die Lektüre muss unterhaltsam geschrieben sein, nicht zu sehr ins Detail gehen und mich nicht mit Fakten erschlagen. 


    Das Buch ist humorvoll und nicht belehrend geschrieben. Die meisten Themen waren eher langweilig, aber durch die kurzen Kapitel aushaltbar. Für Leute, die eine gewisse „Vorbildung“ in dem Bereich haben, kann ich mir allerdings vorstellen das es ihnen zu oberflächlich beschrieben hast. Besonders lesenswert empfand ich die kurze, knackige Zusammenfassung am Ende eines Kapitels. 

    Ich musste öfters das Handy zücken um bestimmte Worte nachzuschlagen, aber das hat den Lesefluss nicht gestört (und mich gebildet xD) 


    (Das Vorwort allerdings hätte sich der Autor sparen können, das war langweilig) 


    Fazit: Solide 3 Sterne. Ich habe einiges gelernt aber musste mich auch durch einige Kapitel quälen. 

  4. Cover des Buches WAS IST WAS Das Buch (ISBN: 9783788621926)
    Bernd Flessner

    WAS IST WAS Das Buch

    (6)
    Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_book

    Da ist sie also: meine 1000. Buchmeinung. Und was eignet sich dafür besser, als ein Buch über die Entstehung des Buches zu besprechen?

    Ich hatte tatsächlich nicht mit einem so detailliertem Wissen gerechnet. Mein Anspruch an das Werk war gering, schließlich ist die Alterseinstufung ab 8 Jahren - ein Alter, in dem der Wissensdurst groß, die Lesebereitschaft jedoch nicht immer vorhanden ist.

    Es befindet sich auch sehr viel Text auf den einzelnen Seiten. Diese werden aber durch Zeichnungen und Fotos aufgelockert.

    Zudem widmet sich jede Doppelseite einem anderen Thema, sodass man immer Pausen einlegen kann, wenn einem danach ist, ohne wirklich unterbrochen zu werden.

    Der Autor widmet sich allerdings nicht nur dem Buch an sich, sondern fängt ganz vorne an: bei der Schrift. Dadurch bekommen Lesende einen umfassenden Eindruck davon, welch langer Weg bis hierhin beschritten wurde.

    Ganz ausführlich wird sich dann mit der heutigen Entstehung einer Lektüre beschäftigt: von der Idee über den Autor, die Herstellung und die einzelnen Abteilungen in einem Verlag. Zudem bekommen Buchmesse, Buchhandel und Bibliotheken Aufmerksamkeit. Am Schluss gibt es sogar "Buchrekorde und Kurioses".

    Auch ich, die sich bereits gefühlt seit Ewigkeiten mit Büchern beschäftigt, durfte noch etwas Neues lernen.

    Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Frankfurter Buchmesse 1485 eingerichtet wurde und sie somit die älteste Buchmesse der Welt ist? (S. 50)

    Oder dass jeder Verlag 2 Pflichtexemplare von jeder Neuerscheinung bei der Deutschen Nationalbibliothek abliefern muss? "Denn die Deutsche Nationalbibliothek hat die Aufgabe, jedes in deutscher Sprache erschienene Buch zu sammeln." (S. 55)

    Oder woher der Ausspruch "ein Buch aufschlagen" kommt? (S. 19)

    Vor dem Glossar, welches wirklich umfangreich ist und ein Blick hinein sich jeder Zeit lohnt, wird auf die Zukunftsaussichten des Buches eingegangen. Diesen Abschnitt fand ich besonders interessant, jedoch ebenso verschreckend. Wird es wirklich möglich sein, dass Lesende den Inhalt eines Buches selbst ändern können? Dass intelligente Sensoren an E-Readern anhand des Gesichtsausdruckes den Text anpassen? (S. 61) Ich frage mich: Verletzt das nicht das Urheberecht? Auf welcher Grundlage schreibt man dann noch seine Meinung zur eigentlichen Geschichte nieder? Kann in dem Moment nicht einfach jede*r seine / ihre eigenen Geschichten schreiben? Wozu sollen sich Autoren / Autorinnen noch jahrelang hinsetzen und Ideen mühsam zu Papier bringen? Ich habe vor dieser Zukunft ein wenig Angst ...

    In diesem Werk wird allerlei fundiertes Wissen bereitgestellt und doch bleiben bei mir so einige Fragen offen:

    Dürfen auch Selfpublisher ihre Werke an die Deutsche Nationalbibliothek senden und werden sie dann dort ebenfalls geführt?

    Muss ein Illustrator das ganze Buch selbst lesen oder bekommt er die wichtigsten Eckpunkte genannt?

    Und warum wird auf S. 5 behauptet: "Und dann ist da natürlich auch das E-Book oder die PDF-Datei, die jedem kostenlos im Internet zur Verfügung steht."? Ich habe noch keine PDF-Dateien eines Bestsellers kostenlos auf legalen Seiten im Internet gefunden. Oder suche ich an den falschen Stellen?

    Außerdem ist das Werk mit seinen durchweg weißen Menschen leider so gar nicht divers. Weder auf Fotos noch auf Illustrationen ist die Vielfalt der Menschen zu sehen.

    Trotz der kleinen Kritikpunkte empfehle ich dieses Sachbuch gerne weiter. Für Kinder ab 8 Jahren absolut passend zum Selbstentdecken. Doch bereits zum Vorlesen für 5- und 6-Jährige finde ich es gut geeignet.

    ©2022 a_different_look_at_the_book

  5. Cover des Buches Buchland (ISBN: 9783910279155)
    Markus Walther

    Buchland

    (178)
    Aktuelle Rezension von: Nini55

    Buchland ist eine liebevolle Hommage an die Welt der Bücher, die sich durch ihren kreativen Umgang mit Fiktion auszeichnet. Besonders gelungen ist das Setting: ein Antiquariat voller Geheimnisse, das der Leser gemeinsam mit den Figuren erkunden kann. Die Intertextualität und zahlreichen literarischen Verweise sorgen für charmante Aha-Momente, die Literaturfans erfreuen werden. Auch der Humor und die ironischen Reflexionen des Protagonisten Herr Plana über das Lesen und Schreiben machen die Lektüre zu einem besonderen Erlebnis.


    Allerdings wirken einige Figuren, insbesondere Beatrice und ihr Mann, etwas stereotyp und oberflächlich. Auch das Ende fühlt sich stellenweise konstruiert an und schöpft das Potenzial der Geschichte nicht vollständig aus. Trotzdem überzeugt Buchland als fantasievolle Reise in die Welt der Bücher, die man gerne mehrmals erleben möchte.

  6. Cover des Buches Die brennenden Lettern (ISBN: 9783839212127)
    Claudia Schmid

    Die brennenden Lettern

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Taluzi

    Im Heidelberg des 20ten Jahrhunderts lebt der exzentrische Quirin Melchior. Er liebt das Mittelalter und entführt gerne Touristen in seinem historischen Kostüm ins mittelalterliche Leben seiner Stadt.

    Eines Tages begegnet er Ane, die seine Leidenschaft teilt.

    Auf dem Heiligenberg wollen sie mittelalterliche Kräuter sammeln und alte Rituale ausprobieren.

    Plötzlich wacht Quirin im Jahre 1518 wieder auf. Schnell merkt er, dass er vorsichtig mit seinen Äußerungen sein muss.

    Quirin passt sich an und wünscht schnell wieder ins Heidelberg der Neuzeit zu gelangen. Hilfe erhofft er sich von Dr. Johan Georg Faust, dem wandernden Wunderheiler, Wahrsager und Astrologen.

    Aber die Jahre gehen dahin.

    Stattdessen lernt Quirin die süddeutschen Reformatoren Paul Fagius und Martin Bucer kennen und verbringt viele gemeinsame Jahre mit ihnen.


    Wer einen sachlichen Roman erwartet, ist anfangs sicher enttäuscht. Die Geschichte startet spitzzüngig und ironisch im modernen Heidelberg.

    Der Protagonist Quirin hat es durch seine Eigenarten nicht leicht im Leben und doch wuschelt er sich durch. Schon immer war er penibel was seine Reinlichkeit angeht – fremde Toiletten ein Horror!

    Wie ergeht es ihm da im Mittelalter!

    Nachdem Quirin den ersten Schrecken überwunden hat, bleibt ihm nichts anderes übrig als sich den neuen Situationen anzupassen.

    Gerade geschichtlich bietet die damalige Zeit viel Input für den Protagonisten.

    Quirin lernt Paul Fagius, Dr. Johan Georg Faust, Zacharias Rugus und weitere Persönlichkeiten kennen und lebt mitten unter den Reformatoren. Er ist dabei als Paul Fagius in Isny die erste hebräische Druckerei im deutschen Sprachraum einrichtet. Dort wird das erste altjiddische-hebräische-lateinische-deutsche Wörterbuch gedruckt.

    Die Autorin Claudia Schmid verwendet damalige Begrifflichkeiten und Redewendungen und konzentriert sich auf die geschichtlichen Geschehnisse. Die Ereignisse werden beim Lesen lebendig und historische Fakten werden ganz nebenbei vermittelt. Trotzdem bleibt eine Spur Humor vorhanden und die Geschichte bleibt spannend.

    „Die brennenden Lettern“ ist ein lehrreicher und unterhaltsamer Roman.



  7. Cover des Buches Das Gutenbergkomplott (ISBN: 9783765540486)
    Christoph Born

    Das Gutenbergkomplott

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Aurelio

    In der einstigen Welthauptstadt Rom ereignet sich anno 1453 ein mysteriöser Mord. Der Leser wird Zeuge, wie sich ein Mann namens Sebastiano in den Vatikan einschleicht und dort Kardinal Martini, einen möglichen Nachfolger von Papst Nikolaus, ersticht. Die Spur führt über Guido Bologna, einen aufwärtsstrebenden Ordensmann, weiter zu Kardinal Angelini. Bologna bittet den Kardinal, ihn nach Mainz zu entsenden. Er wolle dort einen Schatz bergen, der Rom die verlorene Macht zurückbringen sollte.

    Im darauffolgenden Jahr tritt der junge Rechtsgelehrte Thomas Berger in Mainz eine Stelle als Richter an. Als er sich mit der Auslegung von Recht und Ordnung seines Vorgesetzten, des Kurfürsten Dietrich von Erbach konfrontiert sieht, fragt er sich, ob ihm Steininger, der Freund seines Vaters, mit dem Angebot des Richteramts einen Bärendienst erwiesen hat. Thomas' erster Fall lässt nicht lange auf sich warten. In einer Waldhütte wird eine Frau tot aufgefunden. Klara Roth führte offensichtlich ein zwielichtiges Leben. Sie hinterlässt ein Geheimnis, für das sich noch jemand interessiert: Guido Bologna und seine Gehilfen. Indes reißt dem Kurfürsten der Geduldsfaden, er mischt sich in die Ermittlungen ein. Thomas verliert seine Stelle und muss die Stadt verlassen. Doch er entschließt sich zu bleiben, um den Fall auf eigene Faust zu lösen. Zusammen mit Katharina Roth, der Schwester der Ermordeten. Es gelingt den beiden, Klaras Geheimnis zu lüften. Die Spur führt zu Johannes Gutenberg, einem Mann, der Gerüchten zufolge an einer neuen Methode des Buchdrucks arbeitet. Für Bologna ist der Zeitpunkt gekommen, seinen Plan zu vollenden. Katharina und Thomas geraten in Gefahr…

    „Das Gutenbergkomplott“ von Christoph Born ist ein anschaulich und flüssig erzählter historischer Roman, in dem sich zwei fiktive Handlungsstränge erst getrennt, bald ineinander verwoben von einem Schauplatz zum nächsten dahinziehen, wobei sich der eine liest wie ein spätmittelalterlicher Spionagethriller, der andere wie ein spannend inszenierter Kriminalroman. Die Reise durch die Vergangenheit führt vom Vatikan über die Lateranbasilika weiter nach Mainz zur Residenz des Kurfürsten, in das damalige Mainzer Kaufhaus oder durch ein verborgenes Tunnelsystem. Johannes Gutenberg und sein Start-up-Unternehmen rücken zunehmend in den Vordergrund. Gutenberg gewährt Thomas einen faszinierenden Einblick in die Buchdruckkunst und das von ihm entwickelte Druckverfahren mittels Druckerpresse und beweglicher Metall-Lettern. Auch die Auseinandersetzungen mit dem Investor Johannes Fust werden thematisiert. Die Figuren sind durchwegs menschlich gezeichnet und wirken entsprechend real. In ihren Lebensweisen und Begegnungen spiegeln sich menschliche und gesellschaftliche Aspekte wider, etwa das immerwährende Thema des Konflikts zwischen Tradition und Aufbruchstimmung, wie es sich zur Zeit des Epochenumbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit besonders kontrastreich manifestiert haben mochte. Die eingeflochtene Liebesbeziehung integriert sich zwar gut in die Handlung, allerdings hätte ich sie mir fantasievoller gewünscht. Befremdlich fand ich zudem den kurzatmigen Ausgang der Geschichte. Abgesehen davon scheint Christoph Born aber die Rezeptur von der Tinte, mit der sich ein geschichtlich bedeutsames Ereignis in ein erlebbares Lesevergnügen umschreiben lässt, offensichtlich zu kennen.

  8. Cover des Buches Die Tränen der Hexen (ISBN: 9783954751174)
    Uwe Grießmann

    Die Tränen der Hexen

    (25)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Die Tränen der Hexen ist der einzige historische Roman, der den in der erzählten Zeit gültigen julianischen Kalender mit den für die damalige Zeit passenden Monatsbezeichnungen nicht außen vor lässt ... dafür die 2 Sterne! 


    Ansonsten ... nun ja ...

    Geradeheraus: Völliger Unfug. Wir befinden uns im "finsteren Mittelalter". Jeder kann als Hexe angeklagt werden - was besonders zu Zeiten von Heinrich Institoris wirklich nicht unüblich war - doch die Prozessführung, die kurze Zeit, in der man hier gleich in der Folterkammer landet, die so oft suggerierte totalitäre, allmächtige Kirche (warum immer dieses überzogene Kirchenbild, was nicht der mittelalterlichen Realität entsprach - es leiden sehr viele Autoren an einem starken Anti-Kirchen-Fetisch, anders ist das kaum zu erklären) ... Es kommt alles so überzogen daher, als hätte der mittelalterliche Mensch permanent ums Überleben gekämpft. Quellen belegen aber anderes. Und diese Übertreibungen waren nicht nötig - das Thema Hexenverfolgung ist auch bei realitischer Betrachtung "düster" genug!

    Das Buch jedenfalls besteht im Grunde zu 70% aus Folter und Hinrichtungen, das übertrieben dramatische Ende entbehrt jeder Logik.

    Schade um das Thema Hexenverfolgung, Harz im Mittelalter, Goslar als Schauplatz ... 

    Kann von dem Buch nur abraten.

  9. Cover des Buches Die Herrin der Lettern (ISBN: 9783426307229)
    Sophia Langner

    Die Herrin der Lettern

    (30)
    Aktuelle Rezension von: Mary2

    Die Leser werden von Sophia Langner in das 16. Jahrhundert geführt und tauchen tief in das Alltagsleben einer Handwerker-Familie ein.

    Schauplatz ist eine Drucker-Werkstatt in Tübingen sowie weitere Städte des Herzogtums Württemberg.

    Protagonistin ist Magdalena Morhart, eine außerordentlich starke Frau im 16. Jahrhundert.

    Im Alter von knapp fünfzig Jahren ist sie zwei Mal verwitwet. Ihr zweiter Mann hinterlässt ihr die Drucker-Werkstatt, die sie gemeinsam mit ihren fünf Kindern fortan selbst betreibt.

    Sie setzt sich in einem Erbstreit gegen ihren Stiefsohn durch und bleibt über viele Jahre erfolgreiche Leiterin der Buchdruckerei.  

    Diese Erfolgsgeschichte basiert auf historischen Tatsachen und die gründliche Recherche ist diesem Buch auch jederzeit anzumerken. Persönlichkeiten der Zeitgeschichte werden genau wie einschneidende Ereignisse (z.B. die Pest im Jahr 1555) geschickt eingearbeitet und behutsam um Handlungsträger der fiktiven Ereignisse ergänzt.

    So kann man am Schicksal der Protagonistin genau so teilnehmen wie am Leben ihrer Kinder und am Universitäts-Leben der Stadt Tübingen.

    Der Erzählstil ist sehr plastisch, das Buch passend in Abschnitte und Kapitel untergliedert und ergänzt durch ein einordnendes Nachwort sowie ein Glossar. Die über 500 Seiten Lektüre lassen sich leicht lesen und haben mich bis zum Ende beeindruckt.

    Fazit:

    Ein erstklassig recherchierter und lehrreicher historischer Roman aus der Feder einer jungen Wissenschaftlerin, die hier unter einem Pseudonym veröffentlicht hat.

    Volle Leseempfehlung für alle Freunde des Genres.

  10. Cover des Buches Der Buchdruck in der frühen Neuzeit (ISBN: 9783518584569)
    Michael Giesecke

    Der Buchdruck in der frühen Neuzeit

    (4)
    Aktuelle Rezension von: winniccxx

    In seiner Studie "Der Buchdruck in der frühen Neuzeit. Eine historische Fallstudie über die Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien" legt Autor Michael Giesecke dar, wie die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Guttenberg und die Verbreitung dessen in den folgenden Jahren die frühneuzeitliche Gesellschaft vollends auf den Kopf gestellt hat. Dabei erläutert der Auter zunächst mit genauster Akribie den Druckprozess, der von Guttenberg geprägt wurde, um dann anschließend in immer weiter werdenden Kreisen zu analysieren, wie sich der Buchdruck auf die verschiedensten gesellschaftlichen Bereiche ausgewirkt hat. Dabei studierte der Autor, obwohl von Beruf kein Historiker, mit einer besonderen Genauigkeit eine Vielzahl an historischen Quellen. Allerdings verfängt er sich für meinen Geschmack etwas zu tief in seiner Argumentation: Jede gesellschaftliche Veränderung der Zeit wird von Giesecke auf den Buchdruck zurück geführt, teilweise erscheinen die Argumentationen an den Haaren herbei gezogen. Nichtsdestotrotz lassen sich die Interpretationen aus der heutigen Perspektive schwerlich final widerlegen, aber manchmal hätte ein wenig Interpretationsdemut dem Autor vermutlich gut getan.

    Das Buch ist wahnsinnig dick und dicht geschrieben, es ist definitiv kein Buch, dass man gerne zwischendurch liest. Es ist eben ein kommunikationswissenschaftliches Fachbuch, das aber, bei Betrachtung von Rezensionen aus der Fachwelt, auch in diesen Kreisen durchaus gespaltene Meinungen hinterlassen zu haben scheint. Ich persönlich hatte bei der Lektüre eher weniger Freude, und dass obwohl ich auch gerne Mal zum Fachbuch greife. Vielleicht lag dies aber auch daran, dass ich das Buch zu dem Zeitpunkt sehr schnell lesen musste. Insgesamt aber für mich als Laie nur 2/5 Sterne, über Weiteres soll die Fachwelt streiten.

  11. Cover des Buches Von der Idee zum Buch (ISBN: 9783845849041)
    Becky Davies

    Von der Idee zum Buch

    (29)
    Aktuelle Rezension von: misspider

    Positiv zu vermerken ist die Gestaltung in Comicform mit ansprechenden Illustrationen. Inhaltlich fand ich das Buch aber leider nicht ausführlich genug. So wurden Begriffe wie Agentur oder Grafikerin wie selbstverständlich eingebracht, ohne diese jedoch, vor allem für Kinder, die ja eine Zielgruppe zu sein scheinen, zu erklären. Was ist überhaupt der Unterschied zwischen einer Grafikerin und einer Illustratorin? Das blieb leider unklar und konnte höchstens aus dem Kontext erahnt werden - für Kinder dürfte das aber eher frustrierend sein, sofern niemand mitliest der Erklärungen auf die vielen Fragen, die sich (selbst mir!) beim Lesen des Buches stellen, liefern kann. Auch einige Fachbegriffe bezüglich des Buchdruckes wurden genannt, aber nicht weiter erklärt. Hätte man nicht zumindest noch einen Glossar anhängen können? Dafür wirkten Einschübe wie das ewige Kekse essen und wiederholte Freudentänze wie erzwungene Stimmungsmacher, die allerdings wenig zur gewünschten Auflockerung beitrugen sondern eher fehl am Platz und beim wiederholten Male recht albern wirkten. Leider konnte mich das Buch nicht begeistern.

  12. Cover des Buches Zeiten der Erkenntnis: Wie uns die großen historischen Veränderungen bis heute prägen (ISBN: 9783492969918)
  13. Cover des Buches Der Tag, an dem die Hexe hickste (ISBN: 9783982229874)
    Stephanie Marzian

    Der Tag, an dem die Hexe hickste

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Fermand

    Es gibt Bücher, die einen in die eigene Kindheit zurückführen: in die Zeit, als man noch nicht – oder nur mit größter Mühe – lesen konnte und alle Bücher liebte, die viele schöne Bilder enthielten, weil man solche auch dann zu „lesen“ vermochte, wenn gerade kein Erwachsener Zeit zum Vorlesen hatte.

    Meine Lieblingsbücher waren immer die, deren Bilder viele, viele lustige Details enthielten, an denen der Blick hängenbleiben konnte, und die mindestens so viel erzählten wie der Text – den ich nach zehnmaligem Vorlesen natürlich auswendig kannte. (Was mich allerdings nie hinderte, ihn mir auch ein elftes, zwölftes und zwanzigstes Mal vorlesen zu lassen ...)

    „Der Tag, an dem die Hexe hickste“ von Stephanie Marzian ist genau die Art von Buch, die ich als Kind geliebt habe:

    Die Geschichte der beiden experimentierfreudigen Hexen Amanda und Miranda, die den Hasen Hamlet und die Spinne Nox für ihre Hexereien missbrauchen, bis diese den Spieß umdrehen, ist sehr lustig, sehr kindgerecht – und vor allem zauberhaft illustriert!

    Als Bonbon lässt die Autorin und Illustratorin zum Schluss die Maus Mimmi zu Wort kommen und erzählen, wie ein solches Buch entsteht, und ein Fehlersuchbild rundet das Werk ab.

    Ich lege das Buch allen Eltern und Großeltern von 2- bis 5-jährigen Kindern ans Herz: Es ist nicht nur für die Kleinen eine wunderbare Lektüre, sondern – unter uns – auch für einen selbst:

    Wenn man es in Hand hält, möchte man am liebsten wieder Kind sein – und ein bisschen ist man’s auch.

  14. Cover des Buches Aldo Manuzio (ISBN: 9783803113023)
  15. Cover des Buches Buchkunde Mit Einem Abrisz Der Kunstgeschichte (ISBN: B0037Q2M3C)
    Holczabek Felix Heilmayer Jos.

    Buchkunde Mit Einem Abrisz Der Kunstgeschichte

    (1)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer

    „Besonders nahe stand die Kunst zu jeder Zeit dem Buchwesen“ (S.9)

    Zum Inhalt: Von den Vorstufen des Buches im weitesten Sinne bis hin zu den Techniken der Zeit der Drucklegung des vorliegenden Bandes (1915), spannen die Autoren einen didaktisch gut aufbereiteten Bogen quer durch die Kunstgeschichte des Buchhandwerks. Etwas irreführend ist dabei der Titel des Textes, zumal zwar immer das Buch den roten Faden vorgibt, jedoch ein überaus umfangreicher Teil der Ausführungen der Kunsthistorik am Rande der schwarzen Kunst gewidmet ist. Dem informativen Charakter tut dies keinen Abbruch, wer jedoch noch mehr auf die Geschichte des Buches per se fokussiert sein möchte wird etwas enttäuscht sein.
    Vorbildlich wurde die Integration von Bild und Text realisiert, zum einen satztechnisch – Bilder sind dort wo sich auch der Text dazu findet – als auch inhaltlich. So liefern die Fotografien, Skizzen und  Zeichnungen, insgesamt 165 an der Zahl, gutes Anschauungsmaterial, welches dem Verständnis der geschilderten Sachverhalte die nötige Klarheit gibt. Hierbei ist besonders auf die 4 Schrifttafeln gleich zu Beginn des Buches hinzuweisen, die in anschaulicher Form 36 markante Stufen der Schriftentwicklung dokumentieren. Ausgesprochen hilfreich ist überdies das 12seitige kommentierte Register.

    Inhalt:

    Vorstufen des Buches
    Kunstgeschichtliches (Allgemeines und Asien)

    Das Buch in Rollenform
    Kunstgeschichtliches (Ägypter, Griechen, Römer)

    Das Buch im Mittelalter bis zur Erfindung des Buchdrucks
    Kunstgeschichtliches (Altchristliche, byzantinische und arabische Kunst, Romanik, Gotik)

    Erfindung des Buchdrucks und seine Entwicklung im 15. Jahrhundert

    Das Buchwesen im 16., 17. und 18. Jahrhundert
    Kunstgeschichtliches (Renaisance, Barock, Rokoko, Zopfstil, Empirestil)

    Das Buchwesen im 19. Jahrhundert und bis zur Gegenwart
    Kunstgeschichtliches (Kunst des 19. Jahrhunderts, moderne Kunst)

    Aus Wiens Buchdruckgeschichte

    Fazit: Ein kompakter und dennoch umfangreicher Fundus an Informationen rund um Kunstgeschichte, Schriftentwicklung und Buchdruck wurde von Jos. A. Heilmayer und Felix Holczabek mit diesem Band geschaffen, der nicht umsonst „zum Unterrichtsgebrauche an fachlichen Fortbildungschulen für Lehrlinge des Buchdruckgewerbes mit deutscher Unterrichtssprache“ (Titelseite) zugelassen wurde. Obwohl das Buch schon in die Jahre gekommen ist, stellt es für den Interessierten allein schon wegen der hervorragenden Aufbereitung des Stoffes eine spannende und reiche Quelle historischen Wissens dar.

    Zum Buch: Die in schlichtem Braun gehaltene Leinenbuchdeckel bilden den Rahmen für die 192 Seiten gestrichenen Papiers, auf dem sauber und übersichtlich gedruckt neben den Textpassagen Tabellen ebenso wie Fotografien und Zeichnungen Platz finden. Der Buchblock ist mit Metallklammern geheftet, die in Größe in den unterschiedlichen Bünden variieren. Vereinzelt wurden auf zweifarbige Bebilderung gesetzt. Für ein Buch das mit Stand 2016 bereits ein ganzes Jahrhundert hinter sich hat, kann man den Buchbindern, Setzern und Druckern, sowie den Papierherstellern nur eine ausgezeichnete Arbeit attestieren. Die typografische Gestaltung tritt v.a. unterstützend zugunsten der didaktischen Zielsetzung auf und ist bis auf einige wenige Stellen vorbildlich realisiert.

  16. Cover des Buches Gutenberg und das Geheimnis der schwarzen Kunst (ISBN: 9783401061801)
    Andreas Venzke

    Gutenberg und das Geheimnis der schwarzen Kunst

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Biankas_Buecherkiste

    Die heutige Rezenation dreht sich um ein Lexikon bzw. um ein Nachschlagewerk, welches ein Teil einer großen Reihe ist. Der Inhalt ist mit einem der wichtigsten Bestandteile der Geschichte, dem Buchdruck. Ohne dieser Entwicklung würde es zahlreiche Besteller nicht geben. Die Entwicklung und das Rantasten an das Druckverfahren wird erläutert und der harte Weg bis zu dem Zeitpunkt erklärt. Denn ganz so einfach war das früher nicht, denn damals musste man einer Zunft also eine Art “Club” angehören, um sowas zu bewerkstelligen.

    In diesem Buch kann man nochmal alles in kindgerechter Sprache nachlesen. Von der Idee bis zur Umsetzungen von Gutenberg. Das Cover passt hervorragend zum Thema und spiegelt es sehr gut wieder. Es lässt sich gut lesen und ist ziemlich verständlich. Hintergrundwissen wird vermittelt und das Thema rund um den Beginn des Buchdrucks erweitert. 
  17. Cover des Buches Das Buch der Finsternis (ISBN: 9783473401123)
    Richard Dübell

    Das Buch der Finsternis

    (36)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Quirin ist nicht gerade begeistert, als er seinen Meister und die beiden Gesellen zum Kloster Admont begleiten sollen. Die Pferde ziehen den schweren Wagen mit der Buchpresse und der Weg ist mühsam. Der junge Gehilfe steht für ewig in der Schuld des Meisters um die Ausbildung seines älteren Bruders als Buchdrucker zu finanzieren. Obwohl er nicht lesen kann, beweist Quirin großes Geschick mit den riesigen hölzernen Maschinen.

     

    In Admont angekommen lernt er die junge Anna kennen. Das junge Mädchen hat ihn gleich ins Herz geschlossen und besticht ihn mit frischem Brot. Im Gegenzug soll Quirin ihr das Lesen beibringen. Doch wie soll das gehen?

     

    Quirin hofft, dass bevor Anna ihren Tausch einfordern kann, der Meister und er sich wieder auf dem Rückweg befinden. Doch es kommt anders als gedacht. Sein Meister entpuppt sich als Dieb und vermacht im Todeskampf Quirin eine hölzerne Truhe und einen Auftrag.

     

    Die Häscher sind bereits hinter ihm her, als er auf Anna stößt, die vor ihrer Familie und ihrer Zukunft flieht.

     

    Gemeinsam geht es also auf ins Abenteuer.

     

    Die beiden geraten mehrfach in Gefangenschaft, werden von dubiosen Figuren begleitet und wissen nie so ganz genau, wer eigentlich auf ihrer Seite steht. Dank Quirins Fähigkeiten und Annas Spürsinn gelingt es den beiden immer wieder, die Flucht zu ergreifen. Doch ist das Ziel auch wirklich die erhoffte Erlösung für die Beiden?

     

    Von Dübells Geschichten war ich schon immer ein großer Fan. Auch dieses historische Jugendbuch macht Spaß. Hochspannend bis zum Schluss begleitet man Quirin und Anna. Während Quirin die Hoffnung aufgegeben hat, seinem derzeitigen Stand zu entfliehen, hat Anna sehr wohl eine klare Vorstellung ihrer Zukunft.

     

    Geschicklichkeit, Mut und ja auch ein wenig Kreativität führt die beiden auf eine abenteuerliche historische Reise.

     

    Ich hoffe doch sehr, dass dies nicht das einzige Abenteuer Quirins bleibt.

  18. Cover des Buches Das Bücherhaus (ISBN: 9783945182123)
    Tom Burger

    Das Bücherhaus

    (20)
    Aktuelle Rezension von: jackdeck
    "Das Bücherhaus " von Tom Burger ist der zweite Fall um Kommissar Luc Vidal, aber mein erster. Trotzdem hatte ich keine Schwierigkeiten in die Geschichte zu kommen, was durch die kurzen Kapitel und dem flüssigen Schreibstil begünstigt wurde. Die wunderschönen Beschreibungen über die Provence haben mein Kopfkino gleich starten lassen. Als Kommissar Luc Vidal den Tod der vierundachtzigjährigen Claire untersucht, ahnt er nicht, dass dies eine Welle von Gewalttaten auslösen wird. Dabei rücken eine Gruppe von Claires Jugendfreunden und ein Buch mit Briefen von Francesco Petrarca in den Mittelpunkt. In einem Wettlauf gegen die Zeit muss Vidal herausfinden, welches Geheimnis Petrarcas Briefe und dessen Gedichtsammlung an Laura birgt. Der Fall selbst ist recht verzwickt, so dass man schon Mal leicht den Faden verlieren kann. Er ist nach dem typischen Prinzip des "Wer-hat-es-getan?" aufgebaut. Es gibt viele Verdächtige und auch einige falsche Spuren. Außerdem bekommt der Leser ein umfangreiches Bild der Provence mit ihren Landschaften, ihrer Kultur und vielen kulinarischen Genüssen präsentiert.
    Ich habe das Buch während des Urlaubs gelesen und es war ein erfrischendes, unterhaltendes Lesevergnügen.
  19. Cover des Buches Q (ISBN: 9783862414505)
    Ulrich Hartmann

    Q

    (27)
    Aktuelle Rezension von: Hypochrisy
    Ein Thriller zwischen Reformation und Inquisition!
    Es ist ein Roman erschienen, von einem Autor, der sich Luther Blissett nennt. Aber wer versteckt sich hinter dem Pseudonym? Wer hat diesen historischen Thriller geschrieben, in dem ein Mann ohne Namen einen Mann mit vielen Identitäten jagt? Als in Italien dieser gewaltige Roman über die Zeit der Reformation erschien, löste er einen Sturm der Begeisterung aus. Denn neben grandioser Unterhaltung gibt er dem Leser ein Rätsel auf: Wer ist Luther Blissett? Die Überraschung war groß, als die Wahrheit ans Licht kam: Vier junge Autoren aus Bologna waren die Urheber dieses mysteriösen Romans. Ihr Ziel: die traditionelle Autorenschaft zu sprengen. Raffiniert umspannt dieser historische Thriller vierzig Jahre im 16. Jahrhundert - vierzig Jahre, die die Welt veränderten. Deutschland ist im Umbruch: Luther und die Wiedertäufer, päpstliche Spione und aufständische Bauern kämpfen um Macht und Vorherrschaft. Vor diesem Hintergrund stehen sich zwei erbitterte Feinde gegenüber: Ein junger Theologiestudent, Anführer der Häretiker, und sein unsichtbarer Feind - Q, der Mann ohne Gesicht, der Statthalter des Papstes, der Verräter ohne Namen. Seine Mission: den Geist der Revolte auszulöschen. Doch die Rebellen kämpfen mit einer unschla gbaren Waffe: der Macht des Wortes.
  20. Cover des Buches Fausts Leben, Taten und Höllenfahrt (ISBN: 9783150035245)
    Friedrich M Klinger

    Fausts Leben, Taten und Höllenfahrt

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Nikolaus_Klammer
    „Man vergisst in Deutschland nichts geschwinder als gute, weise und verständige Bücher.“

    F. M. Klinger

    Es passiert mir immer wieder. Manchen Fallen kann ich nicht entgehen und wenn ich ehrlich bin, will ich es auch nicht: Mit fast Arno-Schmidt'scher Lust stürze ich mich auf einen abseitigen vergessenen Autoren, entdecke ihn für mich persönlich, lese begeistert eines seiner Werke, das ich dem entlegenen Winkel eines Antiquariats dem Staube entriss. Klar, dass ich alles von ihm lesen will! Nur um anschließend feststellen zu müssen, dass an den Rest seines Œuvres – wenn überhaupt - allein mit erheblichem zeitlichen oder finanziellem Aufwand heranzukommen ist.

    Ein solcher Fall ist Friedrich Maximilian Klinger, von dessen Werk es bei Cotta die letzte einigermaßen vollständige Gesamtausgabe (für normale Leser unbezahlbar) im Jahre 1879 gab, einem Autor immerhin, dessen Theaterstück „Sturm und Drang“ einer ganzen Literaturepoche den Namen gibt.

    Klinger (1752 - 1831) gehörte in seinen jungen Jahren zum Frankfurter Kreis Goethes und folgte diesem nach Weimar, seine Universitätsausbildung zum Rechtsgelehrten abbrechend, um als freier Künstler zu arbeiten und schnell zu scheitern. Im Fürstentum stand er den gesellschaftlichen Ambitionen des späteren Geheimen Legationsrats im Wege und fiel ihm wie Lenz oder Kaufmann bald so lästig, dass er ihn aus seinem Gesichtsfeld entfernen ließ. 1776 kam es zum endgültigen Bruch mit dem Dichterfürsten. Nach einigen Wirren gelang Klinger ab 1780 eine militärische Karriere in der russischen Armee, in der er immerhin bis zum Generalmajor aufstieg. Dadurch fand er auch wieder Gnade bei Goethe und führte mit ihm ab 1811 einen regen Briefwechsel. Klinger liegt in St. Petersburg beerdigt.

    Neben seiner bürgerlichen Karriere – seinem Brotberuf – war er ein fleißiger, weiterhin ausschließlich Deutsch schreibender Autor. Neben den populären Dramen veröffentlichte Klinger dicke Bände mit Gedanken und Maximen, die recht behäbige und staatstragende Aphorismensammlungen und zu Recht vergessen sind und neun „philosophische“ Romane, von denen der bekannteste Faust's Leben, Thaten und Höllenfahrt ist, alle sind Werke in spätaufklärerischer Manier, angefüllt mit voltaireschen und rousseauschen Gedanken und Weltanschauungen. Zumindest die ersten, noch ganz vom Feuer des Sturm und Drangs erwärmten Bände lassen sich auch heute noch gut lesen, werden jedoch von Roman zu Roman kälter, schwerer und langweiliger. Vielleicht hat Klinger dies selbst bemerkt, denn ursprünglich hatte er zwölf Doppel-Romane geplant und den neunten, dessen Titel Das zu frühe Erwachen des Genius der Menschheit allein schon abschreckend wirkt, nie vollendet.

    Selbstverständlich wusste jeder, dass Goethe seit Jahrzehnten an seinem opus magnum schrieb, was Klinger jedoch nicht hinderte, als erster 1779 ein Werk über die deutscheste aller mittelalterlichen Sagenfiguren zu veröffentlichen. Vielleicht war dies auch der wahre Grund seines Bruchs mit Goethe.* Klingers äußerst pessimister, zutiefst am Charakter des Menschen zweifelnder Faust war das erste Werk, das ich von ihm las. Ich fand den Roman im zerfledderten III. Band einer Werksauswahl, die ich 1987 vom Ramschtisch eines Berliner Antiquariats mitnahm. Faust begegnet in dem Werk, vom Teufel und anderen Höllengestalten (Leviathan) begleitet, nie guten Menschen, sondern nur Heuchlern, die auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, egal ob es sich um Eremiten, Äbtissinen, den Papst (Alexander VI.) oder Faust selbst handelt, die alle mit viel Getöse zur Hölle fahren. Hier sorgt nicht Gott, sondern Satan für Gerechtigkeit:

    „Der Teufel stund in Riesengestalt vor ihm. Seine Augen glühten wie vollgefüllte Sturmwolken, auf denen sich die untergehende Sonne abspiegelt. Der Gang seines Atems glich dem Schnauben des zornigen Löwens. Der Boden ächzte unter seinem ehernen Fuße, der Sturm sauste in seinen fliegenden Haaren, die um sein Haupt schwebten, wie der Schweif um den drohenden Kometen. Faust lag vor ihm, wie ein Wurm, der fürchterliche Anblick hatte seine Sinne gelähmt, und alle Kraft seines Geistes gebrochen. Dann faßte ihn Leviathan mit einem Hohngelächter, das über die Fläche der Erde hinzischte, zerriß den Bebenden, wie der mutwillige Knabe eine Fliege zerreißt, streute den Rumpf und die blutenden Glieder mit Ekel und Unwillen auf das Feld, und fuhr mit seiner Seele zur Hölle.“

    Der Antiquariatsband enthielt auch noch den ersten Teil des zugehörigen Zwillingsromans Geschichte Giafars des Barmeciden, der mir persönlich noch besser gefiel. Giafar, der aus den Tausend-und-Eine-Nacht-Erzählungen bekannte Großwesir Hārūn ar-Rašīds (Bitte nicht mit dem bitterbösen Dschafar aus Disneys "Aladdin" verwechseln!), ist eine Art morgenländischer "Hiob". Er glaubt unerschütterlich an das Gute im Menschen und in seinem Kalifen Harun, auch wenn ihm der Teufel beständig das Gegenteil demonstriert.

    Klinger2Mit dem Giafar begann allerdings mein Leiden. Obwohl Klinger interessanterweise in der damals noch existierenden DDR häufiger als im Westen gedruckt wurde und ich in Ostberlin eine günstige Werkauswahl besorgen konnte, war ausgerechnet der Giafar nirgendwo aufzutreiben. Ich musste 25 Jahre warten, bis ich ihn zuende lesen konnte. Heute findet er sich als digitale Ausgabe im Internet und kann – wie auch die meisten der anderen Romane Klingers – auf jedem E-Book-Reader gelesen werden. Und genau das sollte man tun: Gerade die beiden ersten "philosophischen" Romane von F. M. Klinger muss man einfach gelesen haben.

    ----

    * Auch von Lessing und Lenz gibt es Entwürfe für Faustdramen. Heinrich Heine erhielt einmal eine Audienz bei Goethe. Als dieser ihn fragte, an was er arbeite, antwortete Heine, er schreibe einen Faust. Heutzutage hätte Heine ihm wahrscheinlich den Stinkefinger gezeigt. Der Dichterfürst überlegte kurz, dann ließ ihn rausschmeißen.
    Heines letztes Werk ist übrigens in der Tat eine Faustadaption, aber da war Goethe schon lange tot...
  21. Cover des Buches Wie geschah es wirklich? (ISBN: 9783899051674)
  22. Zeige:
    • 8
    • 12
    • 24

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks