Bücher mit dem Tag "budapest"

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33 Bücher

  1. Cover des Buches Todesmärchen (ISBN: 9783442498239)
    Andreas Gruber

    Todesmärchen

    (604)
    Aktuelle Rezension von: Karandi


    Ich muss sagen: Nachdem ich nun den dritten Teil der Todes-Reihe gelesen habe, erkenne ich langsam ein Muster bei Andreas Gruber. Ich weiß natürlich nicht, wie es sich in den anderen fünf Bänden verhält, aber hier bin ich der Sache relativ schnell auf die Schliche gekommen.


    Natürlich tauchen wir wieder tief in die Psychologie des Menschen ein. Wie schon im vorherigen Werk ist der eigentliche Kopf hinter den Morden nicht derjenige, der sich selbst die Hände schmutzig macht, sondern jemand, der seine Lakaien und Anhänger für sich arbeiten lässt. Andreas Gruber zeigt dabei unglaublich gut, wie leicht Menschen zum Bösen verführt werden können. Das Erschreckende an solchen Ideen ist für mich immer, wie nah sie an der Realität sind.


    Was die Geschichte selbst angeht, ist sie durchaus originell aufgebaut. Die Morde werden so inszeniert, dass sie auf der Vergangenheit von Maarten S. Sneijder aufbauen, der in diesem Buch gewissermaßen den Stoff für die Verbrechen liefert. Er und der eigentliche Täter haben eine gemeinsame Vorgeschichte, die den Fall maßgeblich prägt.


    Auch hier lesen wir wieder zwei parallele Handlungsstränge, die am Ende zu einem Ganzen verschmelzen. Dieses Muster konnte ich bereits in Todesurteil erkennen, weshalb ich gespannt bin, ob es sich auch in den übrigen Büchern der Reihe fortsetzt. Gerade aufgrund dieser Erzählstruktur bin ich dem Kern der Geschichte allerdings recht früh auf die Spur gekommen.


    Man muss allerdings sagen, dass es bei Andreas Gruber – zumindest meinem Empfinden nach – nicht immer diese klassische Auflösung gibt, bei der am Ende der Mörder gefasst wird und alles wieder in Ordnung ist. Stattdessen beschäftigt er sich mit deutlich tiefergehenden Aspekten, und genau das schätze ich an ihm als Thrillerautor. Hier geht es nicht einfach nur darum, dass jemand Menschen ermordet und anschließend verhaftet wird. Vielmehr geht es um die menschlichen Abgründe, um die Frage, was Menschen antreibt, welche Einflüsse sie prägen und wie ihr Umfeld sie beeinflusst.


    Auch die Figur Hannah spielt dabei eine interessante Rolle. Obwohl mich Gruber in Bezug auf sie zeitweise etwas auf Glatteis geführt hat, erscheint vieles im Nachhinein doch recht offensichtlich.


    Das ist allerdings wirklich nur als konstruktive Kritik gemeint – nicht, dass mir jetzt noch eingefleischte Andreas-Gruber-Fans aufs Dach steigen.


    Alles in allem ist Todesmärchen für mich ein gelungenes Buch. Immer wieder hört man, wie wichtig es sei, die Reihe in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, da spätere Bände Ereignisse aus den vorherigen aufgreifen und man sich sonst ungewollt spoilern könnte.


    Das fand ich besonders amüsant, weil ich mir tatsächlich das letzte Buch der Reihe bereits selbst gekauft hatte. Als ich davon einem Kollegen erzählte, hat er mich regelrecht ermahnt, die Reihe von Anfang an zu lesen – und tatsächlich so tief in die Tasche gegriffen, dass er mir die sieben vorherigen Bände geschenkt hat. An dieser Stelle also noch einmal vielen Dank, auch wenn er auf dieser Plattform leider nicht vertreten ist.


    Daher empfehle ich das Buch durchaus weiter. Allerdings sollte man meiner Meinung nach den vollen Lesegenuss mitnehmen und wirklich beim ersten Band beginnen.


    Von mir gibt es vier Sterne. Für Fans dieses Genres entspricht das vermutlich eher einer Bewertung von fünf Sternen, da Thriller normalerweise nicht zu meinen bevorzugten Genres gehören.

  2. Cover des Buches Becks letzter Sommer (ISBN: 9783257609271)
    Benedict Wells

    Becks letzter Sommer

    (462)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Es ist eine Binse und dennoch bestimmt diese unser Leben: Letztlich sind es die Zufälle und die daraus entstehenden Möglichkeiten, die unser weiteres Leben bestimmen. Man kann noch so ein begnadeter Künstler sein, wenn dieses Talent nicht entdeckt und gefördert wird, versandet es im Ungefähren. Diese Zusammenhänge werden in diesem Roman auf eine interessante und gleichwohl in Teilen traurig stimmende Weise dargestellt. Wie sich schlussendlich doch alles fügt, da Erfahrenes, Erlebtes eben nicht spurlos an einem vorüberzieht und immer wieder neue Chancen entstehen sind die tröstenden Gewissheiten, die durch dieses Buch gespeist werden – auch wenn es gilt Träume mit der Realität zu konfrontieren und Abschiede in ihrer Konsequenz oft brutal und schmerzhaft sind. Schlussendlich sind es die Erinnerungen, die darüber entscheiden, ob man sein Leben nicht verschwendet hat: „‘[…] Wenn ich alt bin, werde ich mir davon [Erinnerungen] leider nichts kaufen können. Jedenfalls nichts, was mich noch glücklich machen könnte, wenn ich – mal pathetisch gesagt – im Rollstuhl sitze oder im Bett liege. Das Einzige, was ich dann noch habe, sind meine Erinnerungen. Und, tut mir leid, aber wenn ich tatsächlich irgendwann mal meinen Enkeln von meinem Leben erzählen sollte, dann will ich nicht die Geschichte eines Mannes erzählen, der nur deshalb Lehrer gewesen ist, weil es halt so bequem und sicher für ihn war.‘“

    Keine Bange, so getragen geht es in diesem Roman nicht nur zu. Es sind auch zahlreiche spaßige Elemente darunter, die in Verbindung mit den Fragen an das Leben dieses Buch zu einem besonderen Buch machen: es unterhält, ohne banal zu sein. Dafür sind die zentralen Punkte zu sehr am Leben orientiert: Es geht ums Altern, um den Sinn des Lebens, um Ziele und Träume, um Chancen und Entscheidungen – und darum, an diesen Fragen nicht zu scheitern. Dies alles wird in eine Geschichte gebettet, die zwei große Themen miteinander verbinden: Musik und Liebe. Und was in diesem Zusammenhang passieren kann, wird hier an menschlichen Beziehungen dargestellt, die es in sich haben: ein Lehrer, der lieber Musiker geworden wäre, ein Farbiger, der an seinen Gefühlen (ver)zweifelt, ein Heranwachsender, der die Musik im Blut hat, aber der Liebe hinterherläuft – und eine Fahrt durch den halben Kontinent, in der diese verschiedenen Charaktere mit ihren unterschiedlichen Befindlichkeiten enger zueinanderfinden und doch auch immer wieder auseinandergerissen werden.

    Aus diesem Wechselspiel der Gefühle ergibt sich ein stimmiges Bild aus Lebensentwürfen, die an ihren jeweiligen Realitäten gemessen werden. Dies geschieht in stimmungsvollen Episoden und zahlreichen Repliken auf die Musikszene. Und wie hier Musik beschrieben und hörbar gemacht wird, ohne sie hören zu können, gehört mit zum Besten, was ich je gelesen habe. Und wie hier der Autor quasi eine Statistenrolle übernimmt und zum Gesprächspartner (in zeitlicher Distanz) wird, ist sowohl in ihrer Anlage als auch Ausführung brillant.

    (21.3.2025)

  3. Cover des Buches Kairos (ISBN: 9783328109341)
    Jenny Erpenbeck

    Kairos

    (88)
    Aktuelle Rezension von: Edgar_Bernardi

    Mit Kairos („günstiger Zeitpunkt“) beginnt die Geschichte nach dem Prolog, in dem sich die 18-jährige Katharina und der 34 Jahre ältere Hans 1986 zufällig in Ostberlin begegnen. Was folgt, ist zunächst eine Liebesgeschichte mit sprachlich einfühlsam beschriebenen Gefühlen, in denen man sich wiederfindet und an seine eigene erste wirkliche Liebe zurückversetzt fühlt und die es selbst bei dem Altersunterschied so romantisch geben kann. Hans mit Nazivergangenheit und Übergang in das geteilte Ostdeutschland und Katharina, in der DDR geboren. Lange Lesestrecken mag man den Vaterersatz vermuten, den Katharina in Hans sucht. Aber auch die Bewunderung von Hans' Intellekt als Schriftsteller scheint neben der körperlichen Liebe der Anziehungspunkt zu sein. Bis sich die schöne Liebe in die erste Sado-Maso-Szene mit Gürtelschlägen steigert, was mich befremdet hat. Auch, dass man sich hier an die ersten Tagen nach Mauerfall zurückversetzt fühlt, an dem die Ostberliner die Westberliner Beate-Uhse-Shops stürmten und der Westen hier wohl auf ein obszönes Niveau abgestuft wird. Es folgen unzählige zügellose Liebesszenen, welche die Geschichte langatmig machen und weitere abstossende Szenen. Durchsetzt bzw. unterbrochen wird der Text in Perspektivwechsel durch literarische oder Musikzitate und allseits bekannte Szenen aus der DDR-Zeit (Biermann-Ausbürgerung, Sturm der Zionskirche, etc.), die wohl in keiner DDR-Geschichte fehlen dürfen. Ebenso die Würdigung der unzähligen Jahrestage, an denen sich das Liebespaar stets in einer Bar oder einem Restaurant feiert, erinnert an die unzähligen Jubiläumsfeiern des DDR-Regimes. Erst mit dem "Fremdgehen" von Katharina mit Vadim beginnt klar zu werden, dass Hans das sozialistische System verkörpert, das junge Menschen wie Katharina manipuliert, die ihm in höriger Liebe folgen oder zu folgen haben. Hans generiert in Katharina ein Schuldbewusstsein und ihre eigene Überzeugung, dass ausgerechnet sie gelogen und betrogen hat. Die Methoden, die Vorwürfe mit besprochenen Kassetten und Aufzeichnungen festzuhalten, erinnert an Stasimethoden und tatsächlich wird am Schluss klar, dass Hans als IM Galilei aktiv war. Von dort an wird die Geschichte wieder spannend, während ich zwischendurch das Lesen nach der x-ten Liebes- und Sado-Szene abbrechen wollte. Die Moskaureise der Beiden trieft ein wenig von heroischer Darstellung der Errungenschaften des Sozialismus, immer wieder unterbrochen von zügellosen Liebesszenen, als würde darüber der Glaube an den real-existierenden Sozialismus eingeimpft.
    Zusammengenommen ein kluger Plot, die Geschichte der DDR und des real existierenden Sozialismus in der Symbolik dieser Liebesgeschichte zu erzählen. Die Umsetzug allerdings für den Leser anstrengend, teilweise langatmig und auch abstossend. Lesenswert nur, wer seine gelesene Sammlung an DDR-Literatur, in dem Fall nach der Wende erschienen, vervollständigen will.
    Der richtige Augenblick, die Gelegenheit beim Schopf packen (Kairos) - ein toller Start - dann doch eher Chronos, verlaufende Zeit! 

  4. Cover des Buches Unter der Drachenwand (ISBN: 9783423086646)
    Arno Geiger

    Unter der Drachenwand

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    In dem Roman „Unter der Drachenwand“ von Arno Geiger verfolgen wir das Schicksal von Veit Kolbe, der im zweiten Weltkrieg an der Ostfront verwundet wurde, durch ein riskantes Manöver zunächst einen weiteren Fronteinsatz vermeiden kann, dann aber zum Ende wieder für feldtauglich gehalten wird, für ca. ein Jahr. Zu Beginn des Buches finden wir eindringliche Schilderungen zu Rücktransport von der Front ins Lazarett, seinem Aufenthalt dort sowie seinen beginnenden Genesungsurlaub zu Hause in Wien bei seinen Eltern. Als er eine massive Entfremdung von seinem Elternhaus feststellt, beschließt er jedoch auf das Angebot seines Onkels zurückzukommen und in Mondsee, einem Ort in der Nähe von Salzburg, allein zu leben. Dort lernt er die kühl und distanziert wirkende Lehrerin Grete Bildstein und ihre Schülerinnen, die ihm zugewandte Darmstädterin Margot mit ihrer kleinen Tochter Lilo sowie den regimekritischen Gärtner, genannt „Brasilianer“, kennen. Während seines Aufenthalts in Mondsee wird er zudem immer mal wieder von traumatischen Kriegserlebnissen, die eindringlich geschildert werden, heimgesucht. Durchbrochen wird die Handlung regelmäßig auch von Briefen, die ihrerseits umfassendere Hintergründe über das Kriegsgeschehen an verschiedenen Orten in Deutschland vermitteln. So erhält Margot Post von ihrer Mutter aus Darmstadt und die Schülerin Nanni tauscht Liebesbriefe mit ihrem Freund Kurt Ritter aus, was zu weiteren Verwicklungen führt, denn eines Tages verschwindet Nanni spurlos, als ihr der weitere Kontakt zu Kurt von den Eltern verboten wird. Nicht zuletzt wird in Briefform die Flucht einer jüdischen Familie aus Wien nach Budapest geschildert.

    Der Roman bietet ein facettenreiches und eindringliches Bild der damaligen Kriegszustände, was vor allem auch daran liegt, dass mehrere Parallelhandlungen existieren und kunstvoll miteinander arrangiert werden. Was mich besonders überzeugen konnte, ist die Ausarbeitung der Charaktere, die durch Tiefgründigkeit und Differenziertheit bestechen, sowie die komplexe Personenkonstellation, die nicht statisch angelegt ist, sondern sich im Verlauf der Lektüre weiterentwickelt. So ist Veit Kolbe beispielsweise nicht nur ein traumatisierter Verwundeter, der Angst vor einem erneuten Fronteinsatz hat, sondern auch ein Sohn, der sich von seinem Vater distanziert, ein hilfsbereiter Freund, der dem inhaftierten Brasilianer beisteht, und ein Liebender, der sich umsichtig um Margot und ihre Tochter kümmert. Margot ihrerseits ist nicht nur Tochter einer sich sorgenden Mutter, sondern gleichzeitig auch noch Geliebte und Ehefrau. Für jede Figur des Romans könnte man die verschiedenen Rollen aufzeigen, in denen sie sich bewegt und fortentwickelt. Das ist eine herausragende schriftstellerische Leistung. Und noch etwas: Durch den Einbezug der verliebten Annemarie - Nanni - Schaller und Kurt Ritter wird zudem auch eine jugendliche Perspektive auf das Kriegserleben geworfen und wir sehen, was die strenge, bewachende Erziehung für schreckliche Folgen haben kann. Besonders erschütternd empfand ich darüber hinaus die Briefe der jüdischen Familie, die nach Budapest flieht, in denen menschliche Abgründe greifbar werden.

  5. Cover des Buches Orbáns Ungarn (ISBN: 9783218012614)
    Paul Lendvai

    Orbáns Ungarn

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    "Am Beispiel Viktor Orbáns zeigt sich, wohin es führen kann, wenn nationalistische Rechtspopulisten einmal an der Macht sind." 

    Quo vadis Ungarn? 

    Der langjährige ORF Korrespondent, Paul Lendvai, ein angesehener Osteuropa-Experte, hat den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und seine Politik ins Visier genommen. 

    Mit einer Vielzahl durch Quellenangaben gestützter Fakten gelingt ihm eine kurzweilige Charakterisierung Orbáns. 

    Lendvai schildert den Werdegang des aus einfachsten Verhältnissen stammenden Orbán nicht ohne Respekt. Ist der junge Orbán doch gegen den Sozialismus auf die Barrikaden gestiegen. Wie kann es allerdings sein, dass eine solche Kehrtwende durchgemacht hat? Was treibt ihn an? 

    Mit seinem gnadenlosen Streben nach Macht und Einfluss, einer militanten Kampfbereitschaft und strategischen Wendigkeit hat Orbán sich und seine Partei in die heutige Position bringen können. Er prangert die Korruption der ehemaligen sozialistischen Regierungen an und bedient sich gleichzeitig aus den Kassen des Staates. Er lässt Freunde an die Futtertröge der Macht und lässt sie, sobald sie nicht mehr nützlich erscheinen, einfach fallen bzw. lässt sie verfolgen. Er spielt mit den nationalistischen Gefühlen der Menschen, wie es ihm gerade passt. Orbàn ist Nutznießer des Zerfalls und der Uneinigkeit der anderen Parteien, die seinem Aufstieg nur hilflos zusehen (können). Seine Hauptinteressen sind Vermehrung von Macht und Geld sowie Fußball.

    Aufkeimende Opposition erstickt er im Keim. Selbst die ihm bislang nützliche rechtsradikale Partei „Jobbik“ überholt er durch seine ausländerfeindliche Politik. Und hier ist noch gar nicht seine Flüchtlingspolitik gemeint, sondern „Strafsteuern und „Strafzölle“ für ausländische Unternehmen, die in Ungarn Geschäfte machen woll(t)en. Beginnend mit den Lebensmittelkonzernen wie REWE oder Spar und diversen Banken. Auf den Millionär George Sörös, der einige Universitäten sponsert, hat er eine regelrechte Hexenjagd entfacht. 

    Zahlreiche Weggefährten werden, nachdem sie ihre Schuldigkeit getan haben, auf ein Abstellgleis gestellt. So wird János Lázár entmachtet und erhält den Posten eines „Staatssekretärs für Nichtraucherschutz“. Echt, so etwas gibt es in Ungarn.  

    Was will Orbán mit seiner doppelbödigen Politik bezwecken? Die Rückkehr zu einem totalitären Staat wie einst unter den Kommunisten? Wiedererrichtung des Horthy-Regimes? 

    Das vorliegende Buch ist die 2020 aktualisierte Ausgabe des 2016 erschienenen Buchs und eine exzellent recherchierte Analyse der ungarischen Politik seit 1989. Einiges hat sich inzwischen weiter zugespitzt und Viktor Orbàns Populismus hat leider zahlreiche Nachahmer gefunden. Die eifrigen Kopisten von Orbáns Politik in Österreich sind inzwischen Geschichte.

    „Die Seele des (ungarischen) Volkes wird mit Hass und Furcht vergiftet.“ (Agnes Heller (1929-2019)).

     Fazit: 

    Das vorliegende Buch ist die 2020 aktualisierte Ausgabe der 2016 erschienenen Biografie Viktor Orbáns und eine exzellent recherchierte Analyse der ungarischen Politik seit 1989. Hier gebe ich eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

     

  6. Cover des Buches Dragon Love: Manche lieben's heiß (ISBN: B007RQP640)
    Katie MacAlister

    Dragon Love: Manche lieben's heiß

    (367)
    Aktuelle Rezension von: RicardasWelt

    Auch im Bd. 2 der Dragon Love Reihe geht es wieder um das auf und ab der Beziehung zwischen Drake und Ashling.

    Ash zieht das Unglück förmlich an und wieder einmal passieren Dinge, wo man sich denkt: das kann doch wohl nicht wahr sein. ☺️ wieder einmal dürfen wir mit Ash Detektiv spielen und spannende Fälle klären. Nebenbei gibt es ganz viel spicy Stellen.
    Diesmal geht es nach Budapest zu einer Anderswelt Tagung. Und natürlich taucht dort auch Drake auf und eröffnet ihr, dass sie ein ganz wichtiger Bestandteil in der Welt der Drachen ist.

    Mein absoluter Lieblingscharakter dieser Reihe ist einfach Jim, der Neufundländer Dämon mit seiner sarkastischen und spitzen Art sorgt er für herrliche Lacher . Drake ist mir manchmal mit seiner harten und unnachgiebig eine Art etwas unsympathisch aber ich glaube, in der Tiefe seines Herzens ist er ein großer Romantiker.

    Ich fand dieses Buch wirklich gut und freue mich auf Bd. 3. Mit knapp über 300 Seiten sind diese Bücher auch wirklich schnell erledigt, der Schreibstil ist sehr flüssig und obwohl es doch viele Charaktere gibt, kommt man nicht durcheinander.
    Eine absolute Leseempfehlung für ein schnelles, kurzes Vergnügen in der Anderswelt ☺️

  7. Cover des Buches Nalas Welt (ISBN: 9783404617111)
    Dean Nicholson

    Nalas Welt

    (73)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Das Buch lässt sich gut und flüssig lesen und doch war ich am Anfang skeptisch, weil sehr viel auf wenig Seiten erzählt wird und es so schwer ist die Abenteuer richtig mitzuverfolgen. Aber das legt sich schnell und es liest sich alles so als ob der Autor vor einem sitzt und seine Geschichte erzählt. Dabei werden die Gefühle und Gedanken ziemlich gut beschrieben, sodass man echt gut mitfiebern kann. Außerdem kommt dabei auch echt Spannung auf und ich wollte das Buch garnicht mehr weglegen, weil ich mir Sorgen um die Zwei gemacht habe. Aber man erfährt auch viel darüber wie es ist auf Reisen und mit social media und so ehrlich wie hier alles beschrieben wird, muss man die Zwei einfach mögen. Mir hat das Buch deshalb seht gut gefallen. Es ist nicht nur sehr süß und sympathisch, sondern auch interessant und sorgt für Spannung und gute Unterhaltung.

  8. Cover des Buches Die Kairo-Affäre (ISBN: 9783453438149)
    Olen Steinhauer

    Die Kairo-Affäre

    (11)
    Aktuelle Rezension von: SalanderLisbeth

    Später hasste sie sich dafür, dass sie den Killer angesehen hatte und nicht ihren Mann. Sie hätte Emmett ansehen, ihm einen letzten Augenblick des Mitleids, der Zärtlichkeit, der Liebe schenken müssen. Aber sie hatte es nicht getan, weil sie das nicht erwartet hatte. (Auszug Seite 37)


    Emmett und Sophie

    Der US-amerikanische Diplomat Emmett Kohl sitzt mit seiner Frau Sophie in einem Budapester Restaurant. Seit einigen Monaten ist er als stellvertretender Generalkonsul in Ungarn stationiert. Davor lebten sie jahrelang in Ägypten und fühlten sich da sehr wohl, bis auf die letzten Monate, in denen Emmett gereizt und nervös war. Er konfrontiert seine Frau mit dem Wissen um ihre Affäre mit einem befreundeten CIA-Mitarbeiter in Kairo. Noch bevor sie sich richtig aussprechen können, stürzt ein Fremder ins „Chez Daniel“ und erschießt Emmett kaltblütig vor den Augen seiner Frau. Die schockierte Sophie reist auf eigene Faust heimlich nach Kairo, da sie hier die Drahtzieher für den Mordauftrag an ihrem Mann vermutet. Sie nutzt auch ihre Verbindungen als Diplomatenfrau, als sie sich mit ihrem Ex-Liebhaber, dem CIA-Agenten Stan Bertolli trifft.

    Olen Steinhauer hat seinen Thriller „Die Kairo-Affäre“ mit den Ereignissen rund um den „Ägyptischen Frühling“ verknüpft. Anfang des Jahres 2011 rufen ägyptische Aktivisten zum Widerstand auf und der Tahrir-Platz wird zum Zentrum der Demonstrationen. Der langjährige Staatspräsident Mubarak tritt zurück, das Militär übernimmt die Macht und es kommt zu den ersten Unruhen in Libyen. Diese aufgeheizte Revolutionsatmosphäre mit Protesten und Aufständen erlebte das Diplomatenpaar Kohl in Kairo live mit.


    Der Plan Stumbler

    Die USA schauen mit Sorge auf diesen Prozess und lassen zum Wohle ihres Landes, beziehungsweise um amerikanische Wirtschaftsinteressen zu schützen, die CIA einen Plan namens „Stumbler“ entwickeln, der vorsieht, mithilfe libyscher Exilanten Diktator Gaddafi zu stürzen. In einem anderen Handlungsstrang geht es um dieses längst verworfene Vorhaben.

    In Washington hat der junge CIA-Analytiker Jibril Aziz vor einiger Zeit diesen Plan für einen politischen Umsturz in seinem ehemaligen Heimatland Libyen entwickelt. Obwohl längst zu den Akten gelegt, befürchtet Aziz, aufgrund verschiedener Hinweise, dass die Amerikaner Stumbler nun doch umsetzen und die Revolution für ihre Zwecke instrumentalisieren wollen. Noch kurz vor Emmett Kohls Exekution hatte Aziz Kontakt mit ihm aufgenommen, denn der Botschaftsangehörige zählte zu den erklärten Gegnern von Stumbler. Mit seinem Wunsch, die Hintergründe aufzuklären, löst der von Gewissensbissen gequälte Aziz eine Kettenreaktion aus, denn es bleibt nicht bei dem einen Todesfall. Auch ein weiteres Mitglied der Botschaft und der CIA-Mann Stan Bertolli werden ermordet und Azis verschwindet wenig später spurlos in der libyschen Wüste. Versucht der US-Geheimdienst fieberhaft und mit allen Mitteln eine aus der Kontrolle geratene Operation zu vertuschen und die Aufdeckung seiner Machenschaften zu verhindern?

    Immer wieder werden Episoden aus der Vergangenheit des Ehepaares Kohls eingestreut. Vor 20 Jahren führte die Hochzeitsreise der damals schon politisch Interessierten nach Osteuropa. Sehr ausführlich werden die zum Teil grausamen Erlebnisse während des Bürgerkrieges 1991 auf dem Balkan geschildert. Erst durch die vielen Rückblenden entwirren sich so langsam die Fäden der Erzählstränge, die der Autor geschickt miteinander verwoben hat.


    Durch Beschreibungen des exotischen Kairo und spannende Szenen in der libyschen Wüste schafft der amerikanische Autor eine stimmige Atmosphäre. Olen Steinhauer hat einen sehr anspruchsvollen aber auch verwirrenden Spionagethriller geschrieben mit einer sorgfältig aufgebauten Handlung. Die Spannung entsteht aufgrund ständig wechselnder Perspektiven, Zeiten und Orte, um dann, und das fand ich besonders raffiniert, das gleiche Geschehen noch mal leicht zeitversetzt aus der Perspektive einer anderen Figur zu schildern. Der Leser erhält dadurch neue Hintergrundinformationen und es ergibt sich wieder ein ganz anderes Bild. Hier muss man aber auch sehr konzentriert bei der Sache bleiben, sonst verliert man den Überblick.


    Das gleiche gilt für das hervorragend dargestellte Figurenensemble. Jeder der vielen Charaktere ist mit einem Geheimnis ausgestattet, lügt und betrügt und vertraut niemanden. Freunde können schnell zu erbitterten Feinden werden. Bis zum Schluss werden noch wichtige Figuren eingeführt oder können auch wieder geopfert werden, wie zum Beispiel der große schwarze Söldner John mit einem Hang zur Lyrik oder der ältere Omar Halawi, ein kluger Mann und Mitglied des ägyptischen Geheimdienstes, mit dem noch mal richtig Fahrt in die Geschichte kommt. Es bedarf volle Konzentration, um nicht den Überblick zu verlieren, wer hier mit wem oder gegen wen arbeitet. Das ist sicher auch die Absicht des Autors, denn sein umfangreiches Personal durchschaut die Intrigen schon lange nicht mehr.


    Steinhauers ambitionierter Thriller führt in die paranoide Welt der Spionage und es ist eine bittere Geschichte.

  9. Cover des Buches Der Mann, der sich in Luft auflöste: Ein Kommissar-Beck-Roman (ISBN: 9783499244421)
    Maj Sjöwall

    Der Mann, der sich in Luft auflöste: Ein Kommissar-Beck-Roman

    (69)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Alf Matsson ist verschwunden«, sagte der Mann theatralisch.
    »Aha. Und die Suchmeldungen brachten kein Ergebnis?«
    »Es gibt keine Suchmeldung. Und es wird auch keine geben.«

     

    Kommissar Martin Beck will gerade seinen ersten Urlaubstag genießen, als ihn ein dringender Auftrag aus der beginnenden Erholung reißt. Zu Becks Überraschung erhält er seine Instruktionen nicht von seinem Vorgesetzten, sondern vom Außenministerium. Ein schwedischer Journalist ist in Budapest spurlos verschwunden, die Umstände werden als „delikat“ beschrieben.

     

    Beck fliegt nach Ungarn und setzt sich auf die Spuren des verschwundenen Alf Matsson. Davon gibt es allerdings herzlich wenige. Über Matsson findet sich zwar ein Bericht vom Staatsschutz, der Inhalt der Geheimpapiere lässt aber auf einen „selten uninteressanten Menschen“ schließen. So irrt Beck tagelang mehr oder weniger planlos durch die Gegend und muss plötzlich feststellen, dass er selbst zum Gejagten geworden ist…

     

    Auch dieser zweite Fall für Martin Beck konnte mich begeistern. Die Ausgangslage ist wunderbar rätselhaft. Wieso ist Matsson verschwunden, was ist ihm zugestoßen? Und warum bloß soll keine offizielle Suche nach ihm eingeleitet werden? Bei Becks Besuch im Außenministerium fällt das Stichwort Wallenberg-Affäre, die unbedingt vermieden werden muss. (Wallenberg war ein schwedischer Diplomat, der gegen Ende des 2. Weltkriegs in Budapest spurlos verschwand, bis heute ist dieser Fall unaufgeklärt.) Gibt es also womöglich einen politischen Hintergrund? Zur Zeit der Handlung liegt Ungarn ja noch hinter dem berühmten Eisernen Vorhang. Und wer will unbedingt verhindern, dass Beck etwas herausfindet?

     

    Beck nähert sich Schritt für Schritt der Auflösung, die ich als schlüssig und wirklich gelungen empfand. Bis dahin bewegt sich der Leser mit ihm durch einen ruhigen, intelligenten Polizeiroman. Detailreich werden Einzelheiten beschrieben, Beck kann gar nicht anders, als fortwährend zu beobachten und zu analysieren. Eine Berufskrankheit wohl ;-) Wer viel Action mag, kommt hier vermutlich zu kurz, dafür wirkt aber alles sehr realistisch.

     

    Fazit: Rätselhafte Ausgangssituation und eine ruhige, intelligente und realistische Handlung. Wieder ein gelungener Polizeiroman.

  10. Cover des Buches Mord auf der Donau (ISBN: 9783740804565)
    Beate Maly

    Mord auf der Donau

    (37)
    Aktuelle Rezension von: oztrail

    Cover: Die Serie geht weiter, passt genau zum Stil.

    Prolog: Ungarn im Jahr 1873. Szenerie der kleinen Ilona, die als Baby zu diesem Bauernhof als Pflegekind  gebracht wurde. Dort abgegeben weil ein Gutsherr das Kind nicht wollte aber dafür jeden Monat einen Obolus an die Bauernfamilie bezahlt damit das Kind dort heranwachsen kann. Aber das Schicksal der Kleinen ist nicht sehr rosig. Bekommt weder Liebe noch sehr viel zu Essen. Eines Tages wird Ilona erwischt, dass sie etwas Milch aus der Kanne nimmt. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, auf der Flucht vor der Bäuerin versinkt das Kind in einem Teich. Hier endet der Prolog und lässt ein offenes Ende.

    Inhalt: Und wieder sind Ernestine Kirsch und Anton Böck in den Genuss von Karten gekommen. Wie immer von Frau Rosenstein. Ernestine gibt dem Sohn der Familie Rosenstein Nachhilfeunterricht in Latein und wenn die Rosensteins etwas nicht unternehmen können, gibt’s  Karten für Frau Kirsch. Diesmal eine Fahrt mit den Donaudampfer „Jupiter“ nach Budapest und zurück. Anton Böck ist wie immer nicht begeistert, hat aber gegen die Überredungskünste von seiner Familie, Tochter Heide und Enkelin Rosa keine Chance. Also auf zum nächsten Abenteuer.

    Und es wird ein Abenteuer, schon das Einchecken auf dem Schiff klappt nicht so wie es sein sollte. Die Kabinen stehen so nicht zu Verfügung. Naja, es kriegt aber jeder sein Plätzchen. Dann das erste Abendessen Szegediner Fischsuppe, hier ist schon das Drama in der Küche. Der Koch erkältet, hat keinen Geschmack. Sein Gehilfe kann die Suppe nicht. Wir es schon mal kein Abendessen geben. Armer Anton, der hat doch immer Hunger.

    Und zack schon ist der erste Tote an Bord, Graf von Jesenky. War die Fischsuppe vergiftet oder eines der Pfefferminzzuckerl von Anton Böck?  Fragen über Fragen. Ernestine ist wieder auf höchster Stufe neugierig und fängt schon mit den Ermittlungen an. Man kann sagen Miss Marple aus Wien ist wieder da.

    Fazit: Auch der 3.Band war wieder ein leichtes zu lesen. Meiner Meinung war alles Stimmig. Die Charaktere wieder sehr gut gezeichnet und man konnte als Leser mit ermitteln. Das natürlich wieder alles aufgeklärt wird, verdankt man natürlich der Hartnäckigkeit von Fräulein Kirsch.

    Es gibt auch hier wieder 5 Sterne und freue mich auf die nächste Geschichte.

  11. Cover des Buches Erzähl mir vom kleinen Angsthasen (ISBN: 9783358030769)

    Erzähl mir vom kleinen Angsthasen

    (20)
    Aktuelle Rezension von: ashura
    Eine wunderbare Ansammlung der schönsten DDR-Bilderbuchklassiker: "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt", "Der kleine Angsthase, "Hirsch Heinrich" und noch viel mehr. Es fehlen zwar teilweise ein paar Illustrationen, aber der Text ist komplett enthalten und hat trotzdem nichts von seinem Charme verloren. Ein Familienhaushalt sollte dieses Buch nicht missen, doch man muss kein Kind sein und auch nicht zwingend eines haben, um dieses Buch zu lieben und es in seinem Bücherregal stehen zu haben. Denn auch als Erwachsener hat man noch seine Freude an den alten Geschichten.
  12. Cover des Buches Das Licht vergangener Tage (ISBN: 9783453423213)
    Nikoletta Kiss

    Das Licht vergangener Tage

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Moriread

    Mit großer atmosphärischer Dichte erzählt Das Licht vergangener Tage die tragische Liebesgeschichte von Rebeka und István vor dem Hintergrund der ungarischen Nachkriegszeit. Der Roman verbindet persönliche Schicksale mit historischen Ereignissen wie Enteignung, Zwangsumsiedlung und der allgegenwärtigen Angst vor der ÁVO. Durch die wechselnden Zeitebenen entsteht ein starker Sog: Man bangt, hofft und leidet mit den Figuren bis zuletzt. Die Rahmenhandlung um Enkelin Anna bleibt eher zurückhaltend, verleiht der Geschichte aber zusätzliche Tiefe. Ein bewegender Roman über Liebe, Verlust und den Wunsch nach Freiheit.

  13. Cover des Buches DuMont direkt Reiseführer Budapest (ISBN: 9783616010144)
  14. Cover des Buches Midlife-Cowboy (ISBN: 9783838781310)
    Chris Geletneky

    Midlife-Cowboy

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Taluzi

    Tillman wird demnächst 40 Jahre alt und wollte nie ein Spießerleben führen. Auf seinem Rasentraktor wird ihm aber plötzlich bewusst, dass genau das tut: Fertighaus, Gartenteich, Frau und Kinder.

    Wie konnte es soweit kommen? Und ist das jetzt alles?

    Er ahnt nicht, dass sein Ausbruch aus dem Spießerleben ein Lawine von Katastrophen für ihn bereit hält.


    „Midlife Cowboy“ von Chris Geletneky ist leichtes und unterhaltsames Hörvergnügen, gelesen von Bastian Pastewka. Der Sprecher passt perfekt zu der Rolle des Tillmans. Tillman ist ein gutmütiger Familienvater, der plötzlich Angst hat, etwas in seinem Leben zu verpassen. Er wird unzufrieden und trifft ein paar falsche Entscheidungen. Und dann noch ein paar. Nun ja, er tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste und findet den Weg raus nicht. Beim Hören weiß man nicht, ob man herzhaft lachen soll oder mit Tillman Mitleid haben soll. Herrlich naiv reitet er sich so richtig in die Sch... . Seine Frau verlässt ihn, nachdem seine einmalige Affäre aufgeflogen ist.

    Nun muss ein Plan her, um die Ehe zu retten. 

    Teilweise ist die Handlung und das Ende vorhersehbar, aber dennoch ist die Situationskomik gute Unterhaltung.

  15. Cover des Buches Caspers Weltformel (ISBN: 9783424351033)
    Victoria Grader

    Caspers Weltformel

    (36)
    Aktuelle Rezension von: Kleenkram

    Eine ungewöhnliche Geschichte über einen ungewöhnlichen Mann, der sich einen Zufall zu Nutze macht und spontan nach Budapest reist. Das ändert sein Meinung, die er vom Leben hat...

    Eine nicht ganz einfache Geschichte, aber sehr interessant. Manchmal dehnt es sich etwas, dann zieht das Tempo wieder an.

    Die Autorin hat ihre Figuren ganz speziell gezeichnet, mit alles Facetten, die sie ausmachen. Ihre unterschiedlichen Gesellschaftsschichten werden hier sehr deutlich hervorgehoben.

    Ilona und Casper kommen abwechselnd zu Wort und so kann man beiden folgen und sie besser kennenlernen, sich von ihnen ein Bild machen. Beide sind sehr verschieden, haben vollkommen andere Vorstellungen vom Leben, aber sie haben eines gemeinsam: sie sind auf der Suche nach sich selbst, dem Sinn ihres Lebens.

  16. Cover des Buches Ein Jahr für die Liebe (ISBN: 9783280056080)
    Yvonne Eisenring

    Ein Jahr für die Liebe

    (33)
    Aktuelle Rezension von: variety
    Die Autorin reist um die Welt und lernt x Männer (etwas) kennen. Sie wirkt dabei für mich etwas gehetzt und verbissen. Das erleichtert das Finden des Richtigen wohl auch nicht gerade...!
    Nach der fünften Station wiederholen sich ihre Aussagen und der Lesegenuss beschränkt sich auf einzelne humorvolle Passagen. Ansonsten habe ich mich gefragt: Für wen (ausser für sich!) hat sie dieses Buch geschrieben?
  17. Cover des Buches À boire et à manger (Tome 1) (ISBN: 9782070642687)
  18. Cover des Buches Als wir die Maikäfer waren (ISBN: 9783969992005)
    Christoph Heubner

    Als wir die Maikäfer waren

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Esther1987

    Heute möchte ich euch das dritte Buch von #christophheubner vorstellen. Es ist im Januar 2023 im #steidlverlag erschienen.  Wie schon die Vorgänger "Ich sehe Hunde, die an der Leine reissen" und "Durch die Knochen bis ins Herz " hat mich auch dieses Werk wieder sehr beeindruckt und sprachlos zurück gelassen welch Grauen passiert ist. Ich habe schon sehr viel zum #holocaust

    gelesen, doch immer wieder beschäftige ich mich bewusst mit diesem sehr wichtigen Thema und finde es sehr bedeutend wichtig, dass immer wieder darüber geschrieben und erzählt wird. Dieses Buch enthält sechs Erzählungen von Menschen, die den Holocaust überlebt haben. 

    Der Schriftsteller Christoph Heubner,  Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees,  hat viele von ihnen kennengelernt und gibt ihnen eine Stimme. 

    In allen Erzählungen kommen der Schmerz, die Wut, der Zorn und das Unverständnis über das Erlebte herüber. Der Leser hat tiefe Einblicke in das was die Betroffenen erlebt und erlitten haben.  Es macht mich gleichermaßen wütend, traurig und sprachlos. 

    So handelt eine Erzählung von der

    kleinen Eva,die auf dem Rücken ihres Vaters im berühmten Budapester Gellert-Bad auftaucht. Die alten Damen bringen sich dann in Sicherheit. Denn der Vater stürzt sich vom Beckenrand ins Wasser, dass es nur so spritzt. Immer muss Eva mit. Schwimmen lernt sie dann schon. Wer kann ahnen, dass dies später ihr Leben retten wird. Denn Eva ist zwölf, als sie wieder ins Wasser geworfen wird, diesmal in die eisig kalte Donau, mit einem Seil an zwei andere jüdische Mädchen gefesselt. Ungarische Nazis, die Pfeilkreuzler, tun ihr das an.


    "Und ich sage leise: Drei Mädchen,  zusammengebunden,  mit einem Seil.  Ich war zwölf. "


    Ich kann dieses Werk genau wie die zwei zuvorigen Werke des Autors nur weiterempfehlen. 

  19. Cover des Buches The Darkest Night (ISBN: 9780373775224)
    Gena Showalter

    The Darkest Night

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Mimabano
    ACHTUNG! Erster Teil der LORDS OF THE UNDERWORLD-REIHE 🌃 Gesamthaft war der Anfang der Reihe nicht übel.Es gab immer wieder lustige und auch spannende Momente.Aber leider eben auch (dafür gab es einen Stern abgezogen) sehr viele langweilige Hänger,wenn auch nicht für lange.Es war ein Auf und Ab.Die Handlung hat definitiv noch Steigerungspotenzial,wobei das ja beim ersten Teil einer Reihe nicht gravierend ist.Die Charaktere fand ich unterhaltsam,lustig und auch spannend.Da freue ich mich schon auf den zweiten Teil.Da nicht extrem viel passiert und es daher nicht allzuviel zu sagen gibt,kann man anschliessend noch den Klappentext für inhaltliche Informationen lesen.Von mir gibts vier Sterne für dieses Buch ⭐️⭐️⭐️⭐️.KLAPPENTEXT : All her life,Ashlyn has been tormented by voices from the past.To end the nightmare ,she has come to Budapest seeking help from men rumored to have supernatural abilities,not knowing she'll be swept into the arms of Maddox,their most dangerous member - a man trapped in a hell of his own.Neither can resist teh instant hunger that calms their torments...and ignites an irresistible passion.But every heated touch and burning kiss will edge them closer to destruction - and a soul-shattering test of love...
  20. Cover des Buches Europa im Rucksack - Ein Interrail-Roman (ISBN: 9783551319883)
    Henriette Wich

    Europa im Rucksack - Ein Interrail-Roman

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Jasmin wollte mit ihrem Freund Lenny nach dem Abitur eine Reise durch Europa machen. Als Lenny sich aber plötzlich von ihr trennt, beschließt sie die Europatour alleine zu machen. Auf ihrer Reise besucht sie viele schöne Orte, lernt neue Leute kennen und versucht Lenny endlich loszulassen.

    Der Anfang hat mir sehr gut gefallen, da man schnell in die Geschichte einsteigen konnte und auch der Schreibstil gut leserlich war.

    Ich war nach der Trennung von Lenny und Jasmin richtig gespannt darauf wie es weiter gehen wird, da die Trennung, trotz der Andeutungen, so plötzlich kam. In der Handlung danach hätte ich mir dann vielleicht noch mehr Tiefe gewünscht.

    Die Orte wurden alle sehr gut beschrieben, sodass man fast das Gefühl hatte selbst dort zu sein. Nach einer Weile wurden die vielen Beschreibungen aber leider etwas langweilig.

    Die meisten Charaktere haben einen sympathischen Eindruck auf mich gemacht. Die Protagonistin war jedoch an einigen Stellen ein bisschen nervig. Bei ihr haben mich besonders die vielen Meinungsänderungen gestört. Es gab leider auch andere Charaktere die ich total unsympathisches fand (z.B. Bernd (seine Gefühle für Jasmin sind ein wenig zu weit hergeholt)). Auch bei Lenny wurde schon sehr früh deutlich, dass er arrogant und eingebildet ist. Das wurde später auch nochmal bestärkt.

    Mir hat die Idee gefallen, dass Jasmin in jedem Land ein Bild von Lenny zurück lässt um ihn endlich loszulassen. Ich fand aber dabei ihre ständigen Stimmungsschwankungen ziemlich unrealistisch. 

    Die Monologe sind ganz gut gelungen. Schade fand ich aber das die Dialoge so oberflächlich waren.

    Es kamen leider sehr viele Stellen vor die ich einfach nicht nachvollziehen konnte und auch das Ende hat mich ein bisschen enttäuscht. Deshalb leider nur 3 von 5 Sternen.

  21. Cover des Buches Spycatcher - Krieg der Spione (ISBN: 9783442382989)
    Matthew Dunn

    Spycatcher - Krieg der Spione

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Ein Agenten-Spionage-Thriller von der Stange: Die eindimensionalen Figuren werden mit einer Holzhammer-Psychologie dargestellt, der veränderliche Schneefall ist das Interessanteste an dem Ganzen, ständig steigt man aus SUVs und BMWs und hadert mit dem eigenen Leben. Gefühle der Handelnden werden einem unter die Nase gerieben, und natürlich geht es am Ende um die totale Vernichtung der Welt durch Atomwaffen in einem neuen Ost-West-Konflikt (darunter machen sie`s nicht), der vom gewieften Einzelkämpfer gerade noch abgewendet wird. Bitte weniger Bücher hiervon!

  22. Cover des Buches Silvester mit Balzac (ISBN: 9783833304507)
    Wolfgang Kohlhaase

    Silvester mit Balzac

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Natürlich stilecht an Silvester gelesen. Überraschenderweise ist die Titelgeschichte nicht die beste. Die folgenden sind vielleicht literarisch weniger anspruchsvoll, dafür ganz schön bissig der DDR-Führung gegenüber, sicherlich kontrovers damals. Und die "Beerdigung einer Gräfin" ist das Lustigste, was ich seit langer langer Zeit gelesen habe. Kohlhaase war meist für seine Arbeiten für Kino und Fernsehen bekannt ("Solo Sunny"), ("Urlaub am Balkon"), aber er war auch ein Literat erster Güte.

  23. Cover des Buches Budapest (ISBN: 9789637460173)
  24. Cover des Buches Ab jetzt ist Ruhe (ISBN: 9783103975062)
    Marion Brasch

    Ab jetzt ist Ruhe

    (86)
    Aktuelle Rezension von: dunis-lesefutter

    Marion Brasch war mir bisher als Autorin gänzlich unbekannt. Doch je näher ich mich mit ihr beschäftige, desto spannender wird sie als Person. Besonders ihre Familie hat einen schicksalshafte Weg hinter sich. Davon handelt dieses Buch.


    Es ist eine Art Biografie im Roman, geschrieben von der Protagonistin selbst. Marion wächst als Kind einer liebenden und leidenden Mutter und eines DDR Funtionärs der zweiten Reihe auf. Für ihre drei Brüder, ist sie die kleine Schwester, und sie kämpft ständig um Anerkennung. Der Vater hat sehr hohe Ansprüche an seine Kinder, die diese aber nicht bereit sind, zu erfüllen und so kommt es nach dem Tod der Mutter zu einem Verwürfnis mit seinen Söhnen. Diese ziehen bald aus und Marion ist alleine mit dem Papa. Er ist ein ambivalenter Typ. Einerseits ist er aufbrausend und herrisch, will das Leben seiner Kinder bestimmen und scheitert immer wieder. Andererseits lässt er sich nie in die Karten gucken und ist meinem empfinden nach ein sehr einsamer Mensch. Marion dient als Puffer zwischen ihm und ihren Geschwistern. Sie versucht es ihm recht zu machen, aus Mitleid, Angst, aber auch ein großes Stück aus Antriebslosigkeit. Es ist eben leichter, in die Partei, einzutreten und den Werdegang anzustreben , den ihr Vater für sie sieht, als sich in dem autoritären Regime auf rebellische Wege zu begeben zumal sie von ihm auch noch emotional manipuliert wird. Doch sie bricht immer wieder aus, lernt Menschen kennen, die es ihr leicht machen, zumindest erst einmal, hält Kontakt zu ihrem Brüdern, die alle in der Künstler Szene beheimatet sind (Thomas Brasch ist ihr Bruder), und schafft es letztendlich dem Vater ein bisschen was entgegenzusetzen. Als ihr mittlerer Bruder stirbt, verschieben sich noch mal die Parameter. 

    Alle Brüder sind dem Alkohol und dem Konsum von gewissen Substanzen verfallen, was sie letztendlich töten wird. Dass Marion sich davon fernhalten kann, zumindest was den Überkonsum betrifft, grenzt fast an ein Wunder. 

    Viele Themen, die uns in der DDR allgegenwärtig erscheinen werden in diesem Buch erzählt: die subtile Rebellion gegen die Funktionäre und ihre Schergen, Ausreiseanträge und ihre Folgen, aber auch die Suche nach der Nische, der Ruhe in der Realität die es einem ermöglicht einfach zu leben. Für Marion nicht so einfach, sie scheint ständig auf der Hut zu sein, ohne es wirklich zu registrieren.

    Ganz nebenbei kriegt man sehr anschaulich deutsche Geschichte erzählt, die meine Generation zwar miterlebt hat, die aber immer mehr ins Abseits rückt. Der Wandel zum „geeinten“ Deutschland hat auch in dieser Familie Spuren hinterlassen, und die Ambivalenz der Gefühle wird sehr sichtbar.

    Das „nicht wollen“ vieler Bürger in Ostdeutschland, und der wachsende Nationalsozialismus ist ein Erbe einer 40 Jahre währenden Abschattung und der mangelnden Weitsicht, an dem wir heute mehr denn je zu knabbern haben.

    Marion Brasch schreibt so packend, dass ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe. Stilistisch ist es zwar keine Meisterleistung, denn besonders die Dialoge sind sehr knapp und umgangssprachlich gestaltet. Es ist aber sehr interessant zu lesen, wie am Beispiel einer Familie, Ursache und Wirkung eines wichtigen Teils deutscher Geschichte Gestalt annimmt.

    Am nahsten war mir die ICH Erzählerin, Marion. Sowohl die Brüder als auch der Vater blieben mir nur schemenhaft umrissen. Und so wirkt das Buch manchmal etwas gehetzt.

    Trotzdem hat es mir gut gefallen und ich möchte eine Empfehlung aussprechen für alle, die sich mit dieser Zeit beschäftigen möchten und dafür gerne einen niedrigschwellige Zugang hätten. 

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