Bücher mit dem Tag "bühne"
45 Bücher
- Joanne K. Rowling
Harry Potter und das verwunschene Kind. Teil eins und zwei (Deutsche Bühnenfassung) (Harry Potter)
(2.089)Aktuelle Rezension von: Ylva_H_Wenn man sich darauf einlassen kann ein Theaterstück zu lesen, ist dieses Buch auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung für Fans der Harry Potter Welt.
Das Theaterstück spielt mit der Frage, was wäre wenn Cedric Diggory bei der ersten Aufgabe des Trimagischen Turniers gescheitert wäre? Oder was wäre wenn er gar nicht gestorben wäre?
Im Mittelpunkt dieser kuriosen Frage stehen Harrys Sohn Albus, der sich ausgerechnet mit Dracos Sohn Scorpius angefreundet hat. Das Dasein als Teenager ist nicht einfach und noch viel schwerer, wenn man als Spross der berühmt, berüchtigten Familien Potter und Malfoy aufwächst. Und wie typische Teenager kommen auch Scorpius und Albus auf dumme Ideen.
Nur diese dumme Idee hat es in sich. Aus dem Gefühl heraus überflüssig zu sein überredet Albus Scorpius dazu Cedric zu retten. Sie schaffen es tatsächlich sich einen Zeitumkehrer zu beschaffen und müssen bald feststellen, das jede Änderung der Vergangenheit ihren Preis hat.
Wir erleben unterschiedliche Was-wäre-wenn- Welten und ein Vater-Sohn-Gespann, das seine eigene Geschichte schreibt.
Ich mochte diese Zeitumkehrer-Geschichten, obwohl es dann zum Schluss zwei kleine Einzelheiten gab, die für mich nicht ganz passten.
Ansonsten wartet das Buch mit ein paar Fotos der Bühnenbilder auf, was ein nettes plus ist. Es wäre dann aber doch ganz schön, wenn sich jemand trauen würde die ganze Geschichte im Romanistil zu verfassen. Vielleicht stehen dem aber auch die Rechte am Theaterstück entgegen.
- Leisa Rayven
Bad Romeo - Wohin du auch gehst
(719)Aktuelle Rezension von: mrsmietzekatzemiauzgesichtCassandra möchte Schauspielerin werden und bewirbt sich an einer renommierten Schule. Schon beim Vorspielen trifft sie auf Ethan und ist quasi sofort von ihn verzaubert. Beide werden angenommen und verbringen gezwungenermaßen viel Zeit zusammen. Ethan ist sehr verschlossen und gefühlskalt - aber in all seinen Rollen wie ausgewechselt. Cassie versucht seit Tag eins eine Verbindung zu ihm aufzubauen und dringt damit mehr zu ihm durch als die anderen Schüler. Das Eis bricht komplett als die beiden die Hauptrollen von Romeo und Julia spielen. Während Cassie sich in eine Beziehung träumt, stößt Ethan sie immer wieder weg. Ob die beiden eine Zukunft haben?
Der Schreibstil gefällt mir wirklich gut. Ich mag die Tagebucheinträge und auch die E-Mails. Den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart finde ich auch sehr gelungen, wobei ich die Vergangenheit interessanter finde. Leider ist das fast schon das einzige was ich positives über diese Geschichte schreiben kann.
Ich habe viel mehr Theater erwartet, das gab es zwar aber vor allem zwischen den Protagonisten. Was ein hin und her!
Den Trope Second Chance mag ich sonst unglaublich gerne aber hier nicht.
Was absolut im Vordergrund steht ist Sex.
Cassie ist noch Jungfrau und total wild darauf diesen "Makel" loszuwerden. Manchmal hat sie Ethan richtig bedrängt - unmöglich.
Allgemein ist sie eine Frau die ich nicht leiden kann. Recht weit am Anfang des Buches schätzt sie sich echt gut selbst ein: Sie ist eine Person die allen gefallen will. Das geht meist in die Hose weil sowas nicht funktionieren kann. Durch ihr Verhalten hat sie mich extrem genervt.
Ich würde noch mal was von der Autorin lesen wollen aber definitiv nicht den zweiten Band von Bad Romeo & Broken Juliet!
FAZIT
Das war leider nicht mein Fall. Mit Cassie kam ich nicht zurecht und der Fokus liegt mir eindeutig auf die falschen Dinge. Ich werde die Reihe nicht weiterverfolgen.
- Anna Savas
Hold Me – New England School of Ballet
(371)Aktuelle Rezension von: BeccaSaneMich hat die Geschichte von Zoe und Jase sehr berührt. Die beiden kämpfen für sich und ihre Träume. Stehen jederzeit für sich ein.
Charlotte ist so abgebrüht und hinterhältig. Ich habe mich so sehr gefreut, als sie einen Dämpfer verpasst bekommt.
Und Reed, ja, er hat Scheiße gebaut. Große Scheiße. Aber nur, weil Charlotte intrigiert und ihn belogen hat. Am Ende bewundere ich seinen Mut und er tut mir fast ein bisschen Leid. Alkohol ist ein Teufelszeug.
- M. L. Rio
If We Were Villains (English Edition)
(98)Aktuelle Rezension von: bunnyybooksIch kann kaum beschreiben, wie viele verschiedene Gefühle mich durch dieses Buch getragen haben. Aber fangen wir mal von vorne an.
Wir haben sieben Freunde / Kommilitonen, die sich in ihrem letzten Jahr des Schauspielstudiums befinden. Jeder von ihnen ist ein individueller und interessanter Charakter. Unser Protagonist ist Oliver, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Man wechselt zwischen der Gegenwart, nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, und der Vergangenheit, zehn Jahre früher, als der „Unfall“ passierte. Bis zum Unfall ist man ständig angespannt, weil man weiß, DASS etwas passieren wird und man nur darauf wartet, WANN es passiert. Man lernt die Charaktere mehr und mehr kennen und ihre Beziehungen zueinander, was eine große Rolle bei der ganzen Sache spielt. Am Anfang fand ich Oliver ganz in Ordnung, aber nicht wirklich interessant. Er hatte in meinen Augen kein Rückgrat und ist wirklich sehr naiv durchs Leben gegangen. Dieser Eindruck änderte sich aber eher zum Ende hin.
Manchmal war es anstrengend zu lesen, vor allem wegen der vielen Zitate und Auszüge aus den altenglischen Stücken, aber man gewöhnt sich daran.
Was mich an dem Buch am meisten beeindruckt hat, waren die Emotionen, die es in mir ausgelöst hat. Spannung, Frustration, Erleichterung, Erstaunen, Schock, Herzenswärme, Freude... Traurigkeit und Hoffnung. Die letzten beiden Gefühle waren sehr stark und unerwartet.
Ich bin beeindruckt, dass die Geschichte so heftige Wendungen hatte. Gerade als ich dachte, ich hätte es kapiert, gab es eine weitere überraschende Wendung. Das Ende hat mich am Boden liegend zurückgelassen.
- Mathias Malzieu
Die Mechanik des Herzens
(443)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderIm Jahre 1874 in Edinburgh wird ein Kind geboren. Es ist die kälteste Nacht des Jahres und nicht alle werden sie überleben. Jack kommt auf die Welt, aber sein Herz schlägt nicht. Die Hebamme, Dr.Madeleine, hat aber eine Idee. Sie holt eine alte Kuckucksuhr und setzt sie Jack ein. Es dauert nicht lange und sein Herz beginnt zu schlagen. Bei der Ärztin wachsen noch weitere Kinder auf und für jeden Fall hat sie eine ausgefallene Idee. Jacks Herz schlägt manchmal ganz laut und wild und als er endlich einen Ausflug in die Stadt wagen darf, da überschlägt es sich fast. Er entdeckt ein wunderschönes Mädchen, sie singt sich quasi sofort in sein Herz. Dr. Madelein warnt ihn aber vor der Liebe, denn sie könnte mit seiner Uhr böses anstellen und ihn sein Leben kosten. Als sich dann auch vieles anderes verändert, wagt Jack die Suche nach seiner einzigen Liebe. Man muss sich auf diese wunderbare Geschichte einlassen und taucht ein in eine faszinierende, märchenhafte Welt. Wie bei "Edward mit den Scherenhänden" im Film von Tim Burton trifft man einen Jungen, der anders ist und doch lieben will. Skurril, märchenhaft, romantisch, spannend, anders. Toll!
- Jamie Shaw
Rock my Heart
(935)Aktuelle Rezension von: NyncoRock my Heart hat mich von der ersten Seite an begeistert! Die Geschichte von Rowan und Adam ist einfach wunderschön und voller Emotionen. Ihr erstes Treffen auf dem Konzert, der spontane Kuss und ihr Verschwinden wie bei Cinderella – einfach magisch! Später treffen sie sich wieder, ohne zu wissen, wer der andere wirklich ist, und diese Spannung war einfach zum Dahinschmelzen. Rowan ist klug, bodenständig und liebenswert, während Adam als Rockstar mit Herz sofort mein Herz erobert hat. Die Chemie zwischen den beiden ist unglaublich intensiv, und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Jamie Shaws Schreibstil ist gefühlvoll, humorvoll und mitreißend.
- Julia Engelmann
Eines Tages, Baby
(473)Aktuelle Rezension von: Perse- Details:
Ausgabe:
Erscheinungsdatum:
Verlag: Goldmann Verlag
Genre: Poetry Slam
Seitenanzahl:
- Inhalt:
- Meinung:
- Fazit:
Ich bin ein großer Fan von Poetry Slam geworden, durch Julia Engelmann.
Absolute Kauf- und Leseempfehlung von mir, für diejenigen die Poetry Slam lieben oder gerne ein neues Genre ausprobieren wollen!
Tipp:
Meine Lieblingstexte in diesem Buch sind:
Stille Wasser sind attraktiv
Erwachsenwerden
One Day/Reckoning Text
Goldfisch
Bestandsaufnahme in 3 Teilen (absoluter Favorit)
Ich kann alleine sein
Über stille Poeten
Eckige Kugelfische
Für meine Eltern
How to entscheid myself
Grüner wird's nicht
- Yelena Black
Dance of Shadows
(225)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderVanessa kommt an die New Yorker Ballettakademie. Erstens weil sie Ballett über alles liebt und eine großartige Tänzerin ist und zweitens, weil ihre Schwester Margaret an der Schule war und dann spurlos verschwunden ist. Sie war nicht die erste Schülerin, die verschwand und irgendwie scheint alles mit dem Solo im „Feuervogel“ zu tun zu haben. Vanessa lebt sich schnell ein, findet neue Freunde und in Zeb und Justin zwei Verehrer die Beide auf ihre Arzt faszinierend sind. Aber irgendwas scheint so gar nicht zu stimmen, denn seltsam blutige Aufnahmerituale, seltsam strenge Trainings und komische Schatten an den Wänden und Brandflecken auf dem Tanzboden machen nicht nur Vanessa Angst und Sorgen. Die Tage verfliegen aber und die Gefühle fahren Achterbahn und während Zeb als Tänzer mit einer geheimnisvollen Ausstrahlung Vanessa beeindruckt, kann Justin von Margaret erzählen und warnt Vanessa vor Zeb und dem Lehrer Josef und auch vor Hilda. Wem soll sie glauben? Dann beginnen die Proben für den „Feuervogel“ und es gibt eine Sensation. Als neue Schülerin wird Vanessa für das Solo ausgewählt. Sie ist überwältigt, aber je mehr sie tanzt, je besser sie wird, umso lauter werden die Stimmen die nach ihr rufen und die Schatten im Tanzsaal werden länger und dann meint sie Margaret zu sehen. Was geht hier blos vor sich?
Dance of Shadows ist ein faszinierendes, spannendes, geheimnisvolles und manchmal auch gruseliges Buch. Für alles Ballettfans und Liebhaber mystischer Literatur bestens geeignet und durch die großartige Erzählweise ein absoluter Page Turner - Julia Engelmann
Wir können alles sein, Baby
(221)Aktuelle Rezension von: VanillezimtzauberJulia Engelmanns zweiter Gedichtband ist eine großartige Mischung aus tiefgründige Gedanken, Melancholie und Spaß an deutscher (und englischer) Sprache . Nach ihrem ersten Buch legt sie mit ganz vielen neuen Gedichten nach, die in verschiedensten Formen kommen. Mal handelt es sich um einen Haikus, dann um eine kreative Auseinandersetzung mit Denglisch und schließlich schafft sie es, mit wunderbaren Worten mein Herz zu berühren. Die Texte erzählen vom Erwachsenwerden, (unerwiderter) Liebe und Familie sowie vom Im-Jetzt-Leben und den tausend Möglichkeiten, die einem offen stehen. Nicht alle Texte sind so stark. Beim Vorgängerband waren gefühlt nur Banger drin und jetzt ist eine Vielzahl an Texten, die diesem Anspruch nicht gerecht werden kann. Dafür haben mich einige Texte umso mehr berührt. Ganz klare Leseempfehlung!
Meine Lieblingstexte in dem Buch:
- @Romeo/w<3
- Jetzt
- Kein Modelmädchen
- Familie
- Eva Stachniak
Die Schwester des Tänzers
(121)Aktuelle Rezension von: Larischen1900 in Sankt Petersburg: Für die beiden jüngsten Kinder der Familie Nijinsky steht bereits früh fest, dass sie Tänzer werden wollen. Die Eltern - beide selbst Tänzer - unterstützen sie in diesem Vorhaben und letztlich werden beide Kinder an der kaiserlichen Ballettschule in Sankt Petersburg aufgenommen. Doch während Waslaw alles zufliegt und er zum Star des Balletts wird, muss seine kleine Schwester Bronia in seinem Schatten kämpfen. Aber für beide beginnt eine Karriere, die sie über den kompletten Globus führen wird.
Eva Stachniak erzählt in „Die Schwester des Tänzers“ sehr ausführlich aus dem Leben von Bronia Nijinsky, die Zeit ihres Lebens im Schatten ihres genialen Bruders stehen wird, aber dennoch ihren eigenen Weg geht.
Die Autorin erzählt sehr detailliert vom Ballett und es wird deutlich, dass sie sich tief in das Thema eingearbeitet hat. Ich fand es sehr interessant, etwas über die Zeit und die Auswirkungen beider Weltkriege zu lesen, die selbstverständlich auch an Künstlern nicht unbemerkt vorbeigehen.
Eva Stachniak erzählt sehr ausführlich, wer sich für das Ballett interessiert, wird an diesem Buch daher mit Sicherheit seine Freude haben. Mir hat es gut gefallen, mich aber nicht vom Hocker gerissen. Nichtsdestotrotz habe ich einiges mitgenommen und auch beim Lesen immer mal online nachgelesen. - Ruth Ware
Im dunklen, dunklen Wald
(315)Aktuelle Rezension von: LenatheplugAls vielbelesener Thriller-Fan konnte ich aber bereits vor der Auflösung eins und eins zusammenzählen - etwas enttäuschend da ich nicht überrascht wurde. An und für sich okay, könnte im Ganzen aber kompakter oder spannungsreicher sein.
Die einzelnen Charaktere sind gut gezeichnet und könnten unterschiedlicher nicht sein. Dies trägt gekonnt zu der sich entwickelnden Gruppendynamik auf engem Raum bei, von der dieser Thriller lebt. Am Ende verdächtigt man so ziemlich jeden. Fazit: Meiner Meinung nach eher ein Spannungsroman als ein Thriller, den ich trotz ein paar weniger Längen innerhalb eines Tages regelrecht verschlang. Also packend ist er auf jeden Fall und konnte mich dadurch äußerst gut unterhalten. Somit bleibt die Autorin definitiv auf meinem Radar.
- S. Quinn
Devoted - Gefährliches Verlangen
(171)Aktuelle Rezension von: Nardi_Da_VinciMich hat der dritte und letzte Teil der Trilogie nicht abgeholt. Die ganzen Seiten zogen sich, da irgendwie wenig passierte. Die Hauptcharaktere hatten auch nicht mehr die Chemie wie in den Teilen davor, was mich sehr frustriert hat. Den plötzlichen Stimmungswandel von Sophias Vater konnte ich gar nicht nachvollziehen, schien mir ein bisschen weit hergeholt, dass er aus seiner Erfahrung solche extremen Regeln zieht.
Ich bin eigentlich großer "Tom und Tanja"-Fan, aber den beiden wurde in der ganzen Reihe irgendwie sehr wenig Beachtung geschenkt. Immerhin hatte Jen in diesem Buch etwas mehr Platz.
Das Buch ist nicht schlecht, aber ich hatte nach den anderen beiden Büchern mehr erwartet. Ich würde mir eine Fortsetzung über Jen und Leo wünschen.
- Nicole Böhm
One Last Song
(355)Aktuelle Rezension von: Juliamueller94"One last Song" von Nicole Böhn erschien am 27.10.2020 beim Mira Taschenbuch Verlag. Schon das Feeling des Unschlages der Klappbroschüre ist fabelhaft, das Cover schlicht aber wunderschön. Mit 448 Seiten braucht man schon ein bisschen Lesezeit.
Die Reise zum Erfolg von Protagonistin Riley in New York ist gefühlt um.einiges länger als die Seitenanzahl zunächst vermittelt. Nicht immer hat die es leicht, doch Riley kämpft stets für ihren Traum und ist sich für keine Arbeit auf dem Weg dahin zu schade. Sie ist ein sehr sympathischer Charakter für mich. Auch Julian konnte mich von Anfang an überzeugen. Er ist niemals auf Grund seines Erfolges abgehoben, stets sympathisch und hilfsbereit. Die Tension zwischen Riley und Julian ist von Anfang an spürbar und die beiden haben mich ganz schön warten lassen, bis es dann wirklich mal spicy wurde.
In der Story traf ich auf liebenswürdige Nebencharaktere, die, wie ich bemerkte, in den Nachfolgebänden glücklicherweise ihre eigene Story bekommen.
Es war für mich richtig interessant einen Einblick in das Großstadtleben und die Musikszene dort zu bekommen. Ich wollte das Buch des öfteren gar nicht aus der Hand legen, aber irgendwann musste ich auch mal schlafen bzw. Arbeiten.
"One last Song" war für mich ein sehr angenehmes Wohlfühlbuch, das ich Romancefans auf jeden Fall empfehlen kann. - Michelle Marly
Romy und der Weg nach Paris
(75)Aktuelle Rezension von: JulianchenRomy Schneider hat mich schon als Kind fasziniert. Ihre frühe Paraderolle als Kaiserin Sissi ist sicher eine der frühesten Erinnerungen, doch auch die traurige, einsame Romy kurz vor ihrem Tod hat sich mir eingeprägt. Michelle Marly beschreibt ihrem Roman den Weg von der jungen erfolgreichen Schauspielerin zur selbstbewussten Frau. Ein wirklich bewundernswerter und sicher auch harter Weg, wie sehr gut deutlich wird. Die Handlung beginnt Ende der 50er Jahre als Romy zu Dreharbeiten nach Paris geht und dort den jungen und damals noch unbekannten Alain Delon kennenlernt. Auch eine Figur, die mich sehr fasziniert. Der rebellische, oft ungehobelte, aber wunderschöne Mann wird Romy über viele Jahre begleiten. Erst als Liebhaber und Verlobter, dann als guter und wichtiger Freund. Den Großteil des Buches nimmt die Liebesgeschichte zwischen den beiden ein. Romys Gefühlsleben ist sehr gut eingefangen. Sie, die die Jugend übersprungen hat, fühlt plötzlich die Energie und das Leid der ersten großen Liebe. Ihre Geschichte ist eng verflochten mit der professionellen Karriere der beiden Schauspieler. Während es für Alain immer weiter bergauf geht, stagnieren die Angebote für Romy. Das ist die erfolgsverwöhnte junge Frau nicht gewöhnt. Sie leidet und doch gelingt es ihr, den Kopf aus dem Sand zu ziehen. Ihr Willen die französische Sprache zu lernen und am Theater in Paris zu bestehen, imponieren mir. Als Leser weiß man schon, dass die Beziehung zu Delon nicht von Dauer sein wird und dieses Ungleichgewicht zwischen den beiden zieht sich durch die Jahre. Romy ist immer die, die etwas mehr liebt. Besonders beeindruckt hat mich auch das sehr enge Verhältnis zu ihrer Familie, insbesondere ihrer Mutter. Romy kann sich nur schwer lösen, sehnt sich nach Harmonie und kann dennoch dem Drang nach Freiheit nicht widerstehen. Ein sehr bildhafter und gefühlvoller Einblick in das Leben und Wirken einer der bedeutendsten Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts.
- Anne Enright
Die Schauspielerin
(28)Aktuelle Rezension von: KateRappDies ist ein wirklich erstaunlicher Mutter-Tochter-Roman. Nicht weil immer nur Friede, Freude, Eierkuchen herrschte in ihrem Leben, auch nicht, weil diese exotisch schillernde, schauspielernde Mutter eine sensible, bürgerliche, loyale Tochter erzog, sondern aufgrund der Liebe, die durch die Zeilen schimmert, wie ewiges Licht.
Norah,eine Schriftstellerin Mitte Fünfzig, erinnert sich aufgrund einer Anfrage einer Journalistin zunächst an ihre Kindheit und Jugend, die sie als einzige Tochter der alleinerziehenden, berühmten, irischen Schauspielerin Katherine O`Dell verbrachte. Sie springt dabei zwischen den Ereignissen hin und her, beginnt mit ihrem einundzwanzigsten Geburtstag, erzählt von dem Schuss (Mordanschlag?) ihrer Mutter auf ihren Agenten 1980, von ihrer psychischen Erkrankung, ihrem Tod. Sie sucht nach ihrer Mutter Tod verschiedene Orte und Menschen ihres ebens auf, um dem einzigen Geheimnis auf den Grund zu gehen, das diese niemals gelüftet hatte: den Namen von Norahs Vater.
Katherine O`Dells Leben war eine einzige Inszenierung, vom gefärbten Haar bis zur irischen Abstammung und ihrer Fake-Hochzeit. In diesem Wechselspiel der Rollen, öffentlichen und privaten Auftritten, den Menschen zu erkennen, das schien Norah mal besser, mal schlechter zu gelingen. Sie schlug einen vollkommen anderen Weg ein, als ihre Mutter, versuchte sich von ihr zu lösen und blieb ihr doch für immer eng verbunden.
„...eine Frau, die Apfelkuchen backt, kann nur eine Heuchlerin sein. Aber ich wollte lieber nett sein, statt schrecklich - vor allem wenn es doch ohnehin auf das Gleiche hinauslief. Außerdem hatte ich nichts gegen Kuchen.“
Ich mochte das Buch sehr. Es zeigt in seinen splitterhaften Episoden eine Diskrepanz zwischen distanziert-stoischem, teils lakonischem Text und verwirrendem, emotionalem Inhalt, die mir äußerst überzeugend das Ringen der Tochter um einen adäquaten Umgang mit der toten Übermutter widerspiegelt. Letztendlich hat sie sich dazu entschieden, die Scharade der Mutter weiterzuführen. „Die Leute mögen meine Bücher, auch wenn sie nicht die Wahrheit sind.“
Der Schreibstil von Anne Enright wieder einmal brillant, poetisch, berührend. Eine herzliche Empfehlung !
- Minny Baker
Alpha-Reihe / Alpha One
(82)Aktuelle Rezension von: Desiree_Miao_MiaoKennt ihr das? Ihr lest und lest und lest und euer Reader zeigt einfach nach zwei Stunden erst 5% als gelesen an? Ich dachte, dass mein Tab kaputt sei, aber nein. Band 1 der Alpha OneReihe von @minnybaker hat wirklich sage und schreibe mehr als 700 Seiten. Einem Print sieht man seinen Umfang ja sehr gut an, aber beim Ebook schaue ich in der Regel so gar nicht auf Seitenzahlen. So war ich total überrascht, dass sich „Alpha One“ nicht als kleines Schmankerl zwischendurch rausstelle.
Protagonistin Beth ist ein durchschnittliches Mädchen, zumindest auf den ersten Blick, und wird von einem Talentscout angequatscht. So landet sie bei UCoP, der United Confederation of Performance. Im Fokus der Geschichte steht auf jeden Fall das Leben eines Performenden und wieviel Arbeit darin steckt, auf der Bühne zu stehen und Menschen zu begeistern. Der Lovestory Aspekt ist in diesem Buch noch nicht so ausgeprägt und Minny gibt ihren Protagonisten wirklich unglaublich viel Zeit sich kennenzulernen und auch sich auszutesten.
Henry , ebenfalls Performer, ist der männliche Protagonist und Tanzpartner von Beth. Sie durchleben in den 700 Seiten einige Höhen und Tiefen, die widerspiegeln, wie schwierig Vertrauen und Kommunikation manchmal sein kann. Das Buch ist in der dritten Person geschrieben, was auch den Nebencharakteren sehr viel Raum für ihre Vielfalt und ihr Können gibt. Es gibt sehr viele Namen, aber zum Glück kann man am Ende des Buches auch nachschlagen, wenn man jemanden einfach aus Versehen vergessen hat.
Zielgruppe ist meiner Meinung nach eher ein jüngeres Publikum oder auch Lesende, mit dem großen Traum berühmt zu werden. Die meiste Zeit begleiten wir die Performendenbeim Üben, wachsen, fallen und wieder aufstehen. Es ist wirklich eher ein Plätschern, aber ich glaube, wenn man seiner Zeit sehr inbrünstig Popstars und Co. verfolgt hat, findet man mit der Alpha Reihe einen unterhaltsamen Begleiter für wirklich sehr viele Lesestunden. Denn die Reihe umfasst sage und schreibe 7 Bände, die alle nicht unter 400 Seiten auskommen.
Mir war es manchmal etwas langgezogen, aber es folgte dann auch recht schnell wieder eine interessantere Szene, so dass ich auch locker dranbleiben konnte. Positiv ist mir auch aufgefallen, dass Minny immer geschlechtsneutrale Begriffe verwendet hat, um alle ihre Charaktere anzusprechen. Beth ist als Charakter ein bisschen wackelig meiner Meinung nach. Nicht unsympathisch oder sowas, aber sie bekommt eine sehr einnehmende und durchsetzungsfähige Attitude, die nicht grundsätzlich zu ihrem weiteren Handeln gepasst hat.
Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen – nur nicht alle Bände direkt hintereinander. Das liegt aber mehr daran, dass ich gerne zwischendurch ein kürzeres Buch lese, nur so fürs Gemüt und fürs „Schaffen“.
- Pippa Watson
Hundeherz zu verschenken
(46)Aktuelle Rezension von: MayaRottenmeierMit euch an meiner Seite
Von Pippa Watson, 368 Seiten, erschienen am 13.01.2017, Bastei LübbeDas eBook ist unter dem Titel „Hundeherz zu verschenken“ erhältlich
Mit diesem Buch hat mich die Autorin erneut gepackt. Am späten Nachmittag beginne ich mit dem Lesen und beende es am gleichen Tag, eine Stunde vor Mitternacht. Es ist so gut.
Um was es geht:
Die Hundetrainerin June wird vom bekannten Rockstar Tobey Lambert gebucht und so reist sie kurzerhand nach London, um sich seiner verstörten Hündin Millie anzunehmen. Dabei steht nicht nur das Schicksal des Tieres auf der Kippe, auch in Tobeys und Junes Leben poltert so einiges an seinen Platz.Zu den Figuren:
June Harrison ist 40 Jahre alt und betreibt in Glastonbury eine erfolgreiche Hundeschule. Ihr langjähriger Lebenspartner Morris arbeitet ebenfalls dort. June ist direkt, um keine Antwort verlegen und kann Menschen blitzschnell lesen. Zudem ist sie tierlieb und fürsorglich. Mit ihr fühle ich mich wohl.Tobey Lambert ist 30 Jahre alt und hat großes Musiktalent. Er ist ein berühmter Popstar. Tobey lebt in London und wirkt am Anfang wortkarg, was sich zum Glück rasch ändert. Mir gefällt seine Entwicklung sehr und ich freue mich, dass er zu den Menschen gehört, die Fehler zugeben, wenn sie welche begehen.
Die Nebenfiguren sind eine Klasse für sich. Die Sicherheitsleute, der Chauffeur, die Köchin, der Manager, Junes Mutter, ich genieße sie alle und fühle mich unter ihnen pudelwohl.
Zur Umsetzung:
In dieser Geschichte prallen zwei Welten aufeinander und ich werde in beide geworfen, ehe das passiert. Wie June den Alltag in London an der Seite einer Berühmtheit meistert, begeistert mich. Noch mehr in Ekstase versetzt mich jedoch ihre Arbeit. June verfügt über so viel Feingefühl und Hundesachverstand, das mir kein Millimeter von Millies Entwicklung verborgen bleibt. Dabei geht mir das Herz auf, mitzuerleben, wie diese traumatisierte Hündin immer mehr auftaut. Es ist so berührend.Das Setting ist genial. Auf der einen Seite inhaliere ich das ländliche Leben, das sich um Junes Hundeschule erstreckt, und auf der anderen Seite erlebe ich das quirlige und laute London mit all seinen Facetten, bestaune den Luxus, in dem Tobey lebt und darf die Band sogar in den Probenraum begleiten.
Watson entzündet die Flamme zwischen June und Tobey kaum merklich, doch mit einem Mal ist sie da und züngelt wärmer und höher. Alles liest sich für mich authentisch und fesselnd. Kleine Dramen bleiben nicht aus und bringen frischen Wind ins Geschehen. Ich kann mich nie sicher fühlen, wie es am Ende ausgeht, dafür sorgt die Autorin. Der Spannungsbogen ist für mich konstant hoch und ich rausche durch die Seiten. Die Welt, die die Autorin erschafft, nimmt mich völlig für sich ein. Mit verklärtem Blick sitze ich neben Dan in der Küche und schaue Joana beim Kochen zu, während Millie auf der Suche nach einem Leckerchen unter dem Tisch schnüffelt.
Als eingefleischte Hundetrainerin hat June die Eigenschaft, Menschen in Hunderassen zu kategorisieren, was ich absolut amüsant finde. Sie legt eine enorme Trefferquote vor. Das Buch wird aus den wechselnden Perspektiven von June und Tobey in der Ich-Perspektive in der Vergangenheit geschildert.
Hervorheben möchte ich die Tatsache, das sich hier eine ältere Frau in einen jüngeren Mann verliebt und der Altersunterschied überhaupt nicht thematisiert wird. Andersherum wäre es auch absolut normal und deshalb fällt mir das so wohltuend auf.
Mein Fazit:
„Mit euch an meiner Seite“ hat mein Herz im Sturm erobert. Es kommt selten vor, dass ich ein Buch mit 368 Seiten innerhalb eines halben Tages lese. Ich habe jede Menge Lesespaß und die bunt zusammengewürfelte „Familie“ von Tobey nimmt mich so gut auf, das ich gar nicht mehr weg möchte. Feuchte Hundeschnauzen, feinfühlige Charaktere, ein brillantes Setting und berührende Emotionen nehmen mich gefangen. Wer Hunde mag und auf selbstbewusste Frauen steht, wird hier sein Glück finden. Es geht um Vergangenheitsbewältigung, Neustarts, Vertrauen und die Kraft der Liebe. Mit dieser Geschichte entfliehe ich blitzartig meinem Alltag und tauche tief in die Seiten ein.Von mir erhält „Mit euch an meiner Seite“ 5 berührende Sterne von 5 und eine absolute und unbedingte Leseempfehlung. Für mich ein weiteres Lesehighlight in 2023
- Zelda Fitzgerald
Himbeeren mit Sahne im Ritz
(32)Aktuelle Rezension von: bouquinInhalt:
Kaum jemand verkörpert den Zeitgeist der Roaring Twenties so wie Zelda Fitzgerald. Sie war der Prototyp des »Flappers«: frech, abenteuerlustig, extravagant. Ihre Erzählungen entführen uns in das glamouröse, schillernde Bühnenuniversum der Tänzerinnen, Schauspielerinnen und Sängerinnen und erwecken das Gefühl dieser Ära zum Leben. Die Lichter des Broadways, Schrankkoffer voll Tüllkleider, Orchideen in onduliertem Haar: Diese hinreißend sinnlichen Erzählungen handeln von der hohen Kunst, sich selbst zu inszenieren – und von dem Preis, den man dafür zahlt.
Quelle: https://blogger.randomhouse.de/bloggerportal/site/title/542085.html
Bewertung:
Die kurzen einzelnen Geschichten haben mir sehr gut gefallen. Die Protagonistinnen waren sich alle ähnlich: Sie waren alle hochnäsig, erfolgsgierig und aufmerksamkeitssuchende junge Frauen. Die Erzählinstanz fand ich auch sehr interessant: Über das „Ich“ weiß man gar nichts und er/sie beschreibt die jungen Frauen aus seiner/ihrer Perspektive.
Die einzelnen Geschichten waren auch sehr schnell zu lesen, da sie relativ kurz sind. Sie handeln um Liebe, Verlobungen, Schauspiel- und Tanzkarrieren, Freundschaften und Verrat. Weiters hat mir auch die Sprache sehr gut gefallen: Sehr detailreich und beschreibend.
Zitate:
„Im Stillen erwartet sie Großes vom Leben, und zweifellos war das einer der Gründe, warum das Leben ihr Großes gewährte.“ S. 7
„Sie konnte sich nicht mehr vorstellen, im Leben überhaupt etwas zu erreichen.“ S. 128
„Für viele Menschen ist die Liebe trügerisch wie die Marmelade in „Alice in Wunderland“ – gestern Marmelade, morgen Marmelade, nur heute gibt es keine.“ S. 136
Fazit:
Kurze und einprägsame Geschichten, die die „roaring twenties“ und deren Frauen sehr gut widerspiegelt.
- Clara Gabriel
Postkarten an Dora
(21)Aktuelle Rezension von: GabrieleFeileDas Buch hat mich gefunden, als ich in einem öffentlichen Bücherregal nach Lesestoff Ausschau hielt. Erst als ich anfing zu lesen, bemerkte ich, dass die Autorin das Buch selbst veröffentlicht hat. Das Cover, die Qualität des Lektorats und das Buch selbst sind auf höchstem Niveau. Ich ziehe den Hut!
Das Buch und die Protagonistin entfalteten sich mir Seite um Seite und ließen mich nicht mehr los. Der Schreibstil ist so wunderbar flüssig, bildhaft und süchtigmachend, dass ich selbst jetzt, nachdem ich durch bin, immer wieder reinschaue und ein paar Absätze lese.
Dora, die etwas naive junge Frau, die aus den strengen Konventionen ihres Elternhauses ausbricht, ist wirklich ein "Feger", wie es die Autorin in ihrem Nachwort treffend beschreibt. Ob ihr Leben genau so aufregend war, wie es im Buch steht, werden wir wohl nie erfahren. Aber falls es so war, hat es sich gelohnt. Es ist schier unglaublich, mit welchen Situationen Dora fertigwerden muss. Auch die Tatsache, dass es gerade mal rund 100 Jahre her ist, dass Frauen ohne einen Mann nicht (über-)leben konnten (es sei denn, sie wurden Lehrerin oder Nonne), wurde mir wieder mal bewusst.
Das Buch beschreibt eine Zeit, die historisch vielleicht nicht so bekannt ist. Dennoch ist es interessant zu erfahren, wie der "Goldrausch" der damaligen Zeit wirkte und was er für Folgen hatte - vor allem für Frauen.
Bleibt nur eine Frage offen: Wann kommt die Fortsetzung? - Michael Degen
Der traurige Prinz
(4)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerMit Oskar Werner, dem preisgekrönten, oscarnominierten und zu seiner Zeit vielgeachteten Schauspieler, kam ich zum ersten Mal durch „Fahrenheit 451“ in Berührung. Den Roman von Ray Bradbury sollte, meiner Meinung nach, jeder bibliophile Mensch einmal im Leben gelesen haben. Thematisiert wird dort der feindliche und zerstörerische Umgang mit Literatur in einer dystopischen Welt, die ob ihres aufklärerischen, kraftvollen und meinungsfördernden Charakters als Bedrohung angesehen und verbrannt wird. Der Besitz von Büchern ist strafbar, nur Fernsehen und synthetische Drogen helfen den Menschen über den Tag und machen sie zu leicht kontrollierbaren, willenlosen Geschöpfen. Feuerwehrmann Montag, in der Verfilmung von François Truffaut von Oskar Werner gespielt, zweifelt jedoch an der Richtigkeit dieses Systems und lehnt sich heldenhaft dagegen auf.
Werner ist in diesem und anderen Filmen trotz namhafter Nebendarsteller stets der Mittelpunkt der Handlung, obwohl er eher zurückhaltend, fast schüchtern spielt. Doch schafft er es, den Zuschauer mit seiner reduzierten Gestik und seinem Charisma zu begeistern.
Eben diese Begeisterung verspürt auch Michael Degen, als er nach einer Aufführung in Vaduz im Jahr 1983 von Oskar Werner eingeladen wird, mit diesem auf seiner Teixlburg den Abend zu verbringen. Der große Mime, Jahrgang 1922, hat sich mittlerweile aus dem Geschäft zurückgezogen und lebt isoliert von der Welt des Films und des Schauspiels auf seinem Anwesen in Liechtenstein. Umso überraschender kommt die Offerte für Michael Degen, der in Werner nicht weniger als ein Idol der Branche sieht:
„Diese unverwechselbare, männlich und immer noch jugendlich klingende Stimme, mit diesem leicht wienerischen Tonfall darin. Jeder einschlägige Theatergänger hätte ihn daran sofort erkannt. Ja, das konnte nur er sein. Er, den ich als mein Vorbild bezeichnet hätte – wäre ich unbescheidener gewesen.“
Wer jetzt denkt, dass die folgenden knapp 250 Seiten eine Anbetung des Genies von Werner seien und sich innerlich schon auf eine einzige Lobhudelei vorbereitet, sieht sich getäuscht. Degen zollt dem Kollegen großen Respekt, das ist in jeder Szene dieses Buches zu spüren. Doch ist er sich auch seiner eigenen Person und Fähigkeiten bewusst und betrachtet den ehemaligen Weltstar durchaus kritisch.
Untertitelt ist diese Geschichte mit „Roman einer wahren Begegnung.“ Und angesichts der Tatsache, dass das hier wiedergegebene Treffen beim Erscheinen des Buches schon dreißig Jahre zurückliegt, darf von etlichen Lücken im Gedächtnis des Erzählers ausgegangen werden, die durch fiktive Inhalte gefüllt werden. Es wird in Der traurige Prinz viel Raum gelassen für die Ansichten Werners, für Geschichten aus seiner Wiener Kindheit, in der er mehr Zeit mit seiner Großmutter als seiner Mutter verbrachte, die sein Dasein fast bedauerte und in Phasen der Depression mehrfach Selbstmord verüben wollte.
Den jungen Oskar Bschließmayer, so der bürgerliche Name Werners, zieht es schnell an das renommierte Wiener Burgtheater, wo die glanzvolle Karriere eines Schauspielers beginnt, der für sein Spiel fast nichts an Arbeit investieren muss. Michael Degen zeichnet in einer Mischung aus wörtlicher und indirekter Rede den Lebensweg Werners auf und gibt auch Auskunft über seine eigene Person; hier treffen sich Kollegen verschiedener Prägung, deren charakterliche und ideelle Gegensätzlichkeiten die Spannung innerhalb der Geschichte auf einem konstant hohen Niveau halten.
Was neben den, teils bissigen, Passagen der Rede-Gegenrede besonders hervorsticht, ist die tiefe Diskrepanz zwischen der humanistischen, freiheitlich orientierten Weltsicht Werners und seiner tiefen Verachtung für das Geschäft des Schauspielens, der Bühne und der Fiktion:
„Irgendwann fließen Phantasie, Wunschdenken und Realität ineinander, sodass man gar nicht mehr erkennen kann, was was ist. Und dieses Gemenge überantwortet man dann der Nachwelt. Scheußlich.“
Je weiter der Roman voranschreitet, desto mehr demaskiert sich das Idol Oskar Werner und entblößt dabei sein verletzliches, von Zerrissenheit und panischer Angst vor dem Alter geprägtes Inneres. Begleitet von unheimlichen Mengen von Alkohol, Zigaretten, Stimmungsschwankungen und mitunter beleidigenden Kommentaren und Fragen seinem Gast gegenüber changieren die Monologe des Altmeisters zwischen dem Lob der Vergangenheit, der Wut auf die Gegenwart und der Angst vor der Zukunft:
„Im Grunde war er noch immer der Despot, zu dem er sich im Laufe der Jahre entwickelt hatte. Er sprach zwar nach wie vor bewundernd von seinen Vorbildern, ohne aber auch nur eines von ihnen kennengelernt zu haben. Reinhardt, Barrault, Jouvet – sie waren unerreichbar, weil sie längst tot waren. Umso leichter konnte er sie anhimmeln und verklären. Sie widersprachen ihm nicht, forderten nichts von ihm.“
Degen versteht es, zwei Seiten einer Medaille aufzuzeigen und das Treffen mit Oskar Werner zu einem nicht nur für ihn unvergesslichen Moment werden zu lassen. Auch der Leser fühlt mit dem Star, ballt die Fäuste gegen das von ihm so verhasste Nazi-Regime, dem er in seiner Kindheit und Jugend zwangsweise dienen musste, begleitet ihn erst auf die Bühne des Burgtheaters, später vor die Kameras Hollywoods und schüttelt konsterniert den Kopf ob der Undankbarkeit und der nicht enden wollenden Litanei gegen seinen alten Beruf und dessen Vertreter.
Dieser Weg schließlich führt bis zum bitteren Ende, dass in der endgültigen Demontage Werners als ernstzunehmender Schauspieler auf den kleinen Bühnen der Bundesrepublik und final in einem Marburger Hotel endet, in dem Oskar Werner im Jahr 1984 tot aufgefunden wird. Obwohl der Roman schon lange hätte enden können, bringt Degen auch diese unrühmlichen, heute vergessenen Episoden dieses so einzigartigen Lebens vor das geistige Auge des Lesers und ins kollektive Gedächtnis der Kenner Oskar Werners zurück.
Vielleicht ist dieses schonungslose Ende der richtige Abschluss dieser Geschichte, in deren Mitte zwar das Treffen der beiden Schauspieler steht, die aber eine leise, respektvolle Verbeugung vor einem der Größten der Zunft darstellt. Sie hinterlässt ein Gefühl des Mitleids, der Fassungslosigkeit und gleichzeitig der Neugier, diese so facettenreiche Person näher kennenzulernen.
Der traurige Prinz ist ein Buch, dass sich wunderbar eignet, um einen Blick hinter die Kulissen der Bühnen- und Filmarbeit zu werfen. Und das darüber hinaus einen Menschen zeigt, der schließlich an der Unvereinbarkeit von Genie, Wunsch und Realität zerbrach. - A.R. Klier
Herzenssache
(13)Aktuelle Rezension von: UlrikeBodeWas machst Du wenn Dein Leben durch Krankheit völlig aus dem Ruder läuft und Du Dich von allem was Dir je wichtig warst verabschieden mußt? Wenn Du plötzlich an einer offenen Beziehung zweifelst und Deine Familie auch noch eine große dabei Rolle spielt?
Die Protagonisten und Handlungsorte sind toll beschrieben. In den Ärzten haben wir alte Bekannte aus der Fehlerreihe getroffen, was ich toll fand. das Cover wie auch der Klappentext sind gut gewählt und passen zum Inhalt.
Man ist erschüttert, bangt mit und versteht. Eine Erkenntnis wird hier toll miteingearbeitet. Es kommt alles irgendwann ans Tageslicht, was in einer solchen Situation, die aber klassisch dafür ist, fatal ist und zu gorßen Unsicherheiten führt.
Alles in Allem ist dieser Roman einfach gelungen. Der Schreibstil ist so daß man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Man fiebert mit und hofft hier wirklich auf ein happy end.
Leider müssen wir da weiter hoffen, weil es, wenn überhaupt, erst im zweiten Teil folgt, den ich sofort haben muß.
Sehr empfehlenswert - Marie Force
Und wenn es Liebe ist
(30)Aktuelle Rezension von: Nika488Zweite Chancen unter dem Weihnachtsbaum – emotional, romantisch und herzerwärmend
„Und wenn es Liebe ist“ – der vierte Teil der Neuengland-Reihe von Marie Force – überzeugt mit einer wunderschönen Geschichte über verpasste Chancen, den Mut zur Versöhnung und die Kraft der Liebe.
Glamour trifft Gefühl
Kate, als gefeierter Star, bringt Glanz in die Story, aber im Mittelpunkt stehen ihre Emotionen und der Wunsch, eine alte Liebe neu zu entfachen. Die Begegnung mit Reid nach zehn Jahren bringt Drama, Sehnsucht und echte Tiefe mit sich – genau das, was man von Marie Force erwartet.
Familiendynamik sorgt für Spannung
Nicht nur die alte Liebe steht auf dem Prüfstand, auch Kates Schwester Jill und ihre Gefühle bringen zusätzlichen Zündstoff in die Geschichte. Alte Wunden reißen auf, es wird gestritten, gezweifelt – und am Ende zusammengerückt.
Weihnachtsfeeling mit Herz
Das Setting rund um ein unvergessliches Weihnachtsfest macht die Geschichte besonders stimmungsvoll. Ein echtes Winter-Wohlfühlbuch mit einer Extraportion Liebe.
Fazit:
Eine emotionale Rückkehr, berührende Familienmomente und die Erkenntnis, dass es nie zu spät ist, für die Liebe zu kämpfen. Kleine Längen nehmen dem Roman etwas Tempo, aber das Gefühl stimmt – 4 Sterne!
- Charlotte Tendon
Sing My Lovesong
(18)Aktuelle Rezension von: Enny_bookloverWenn man sich in sein Idol plötzlich unsterblich verliebt. Doch das Leben im Rampenlicht ist nicht für jeden gemacht. Wenn man von heute auf Morgen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, kann man damit einfach so umgehen?
Ich finde das Cover sehr stimmig zur Geschichte. Mir gefällt die Farbkombination sehr gut und auch die gewählten Cover-Model finde ich passend, weil ich mir die Protas ungefähr so vorgestellt habe.
Der Schreibstil gefiel mir sehr gut, lesbar und verständlich. Ich fand es eine sehr süsse Liebesgeschichte für zwischendurch. Teilweise etwas klischeehaft, aber im Großen und Ganzen sehr stimmig. Der Spannungsaufbau fand ich passend.
In diesem Buch geht es um den erfolgreichen Musiker Andreas Cavelli und Anja, die gerade im Laientheater durchstartet. Sie ist seit ihrer Jugend ein Riesen Fan von Andreas. Dass er dann auch noch eines ihrer Castings führt, macht ihre Nervosität nicht weniger. Doch so schön sein erfolgreiches Leben auch scheint, mit den Steinen, die ihnen in den Weg gelegt werden, hat selbst Anja nicht gerechnet.
Anja’s grösster Traum ist es auf der grossen Bühne zu Singen, und sie steht kurz davor eine grandiose Rolle zu ergattern. Dabei hat sie jedoch nicht damit gerechnet, dass ihr Teenie-Schwarm und bekannter Musiker Andreas, die Fäden in der Hand hat. Sie kennen sich am Theater kennen und merken zu Beginn, dass da mehr zwischen den beiden ist. Jedoch geht Anja nicht davon aus, dass mehr als Freundschaft zwischen ihnen sein kann, denn er ist ein Star und sie nur ein einfaches Mädchen. Doch falsch gedacht, sie kommen sich immer näher und Andreas lässt sie in sein Leben. Mit einem haben die beiden allerdings nicht gerechnet, den Schattenseiten am berühmt sein.
Andreas ist schon lange nicht mehr glücklich, mit seinem Leben. Der Ruhm hat ihn verändert und seine Kraft geraubt. Als er Anja kennenlernt, kommt wieder frischen Wind in sein Leben, was er sehr begrüsst. Durch sie fühlt er sich wieder lebendig und hat das Gefühl, er könne Bäume ausreissen. Er zeigt ihr seine Welt und will, dass sie ein Teil davon wird. Jedoch stehen ihm einige Dinge ihm Weg, um ein vollends glückliches Leben mit Anja zu führen. Unter anderem sein Erfolg, denn der macht schnell alles kompliziert zwischen den Beiden. Er muss sich nun entscheiden. Kämpft er für die Liebe, oder ist ihm sein Ansehen wichtiger.
Ich fand die Beiden sehr süss zusammen, besonders zu Beginn. Je mehr die Geschichte fortschritt, desto nervtötender fand ich Andreas und seine Ansichten. Er sah es immer als Selbstverständlichkeit, dass Anja sich seinem Leben anpasst. Aber was es dabei mit ihr macht und wie kaputt sie dabei geht, hat ihn teilweise überhaupt nicht interessiert. Er wollte alles haben, doch dann merkte er, dass dies nicht möglich ist. Ich war jedoch ein grosser Fan von Anja, denn sie liess sich nicht einfach herumschubsen und wehrte sich gebührend.
Jeder der gerne romantische Liebesgeschichten für zwischendurch liest, kann ich dieses Buch empfehlen. Es braucht viele Nerven, da es oftmals ein grosses hin und her ist, aber dennoch ist es einen zweiten Blick jedenfalls Wert. - Tamara Leonhard
Regenbogenblau
(25)Aktuelle Rezension von: Svenjab21Das Buch Regenbogenblau von Tamara Leonhard hat mich bereits mit seinem Cover verzaubert. Die Farben harmonieren wunderbar miteinander und man bleibt als Erstes an dem Pärchen in der Mitte hängen. Sie stehen in einer romantischen Pose. Unsere Hauptcharaktere, Rebekka und Fabian. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde der Hintergrund einen Flusslauf zeigen. Den Fluss des Lebens vielleicht. Schaut man aber genauer hin, erkennt man, dass es in Wirklichkeit die Lücke zwischen zwei Gesichtern ist, die kurz davor stehen sich zu küssen. Sehr raffiniert umgesetztes Cover. Am rechten Rand sehen wir noch zwei Personen, diesmal augenscheinlich Männer, die sich näher kommen. Studieren wir dazu den Klappentext, handelt es sich hierbei wo um Fabians Mitbewohner David, der momentan viel Pech in der Liebe hat.
Die Geschichte spielt in Berlin. Hintergrund ist die Musicalszene. Ein interessantes Business, in dem man viel herumkommt. Tamara hat in ihrer Geschichte zwei Liebesgeschichten in den Fokus gerückt. Zum einen die Geschichte um Fabian und Rebekka und das Liebesleben von David.
Während bei Fabian die Vergangenheit eine große Rolle für seine Beziehung spielt, hat David viel Pech in seinen Beziehungen und bisher nicht den Richtigen gefunden.
Die Autorin hat von vielen verschiedenen Möglichkeiten einer Liebesgeschichte die ausgewählt, wo ein Paar bereits während der ersten Hälfte des Romans zueinander findet und die Beziehung dann an Herausforderungen wächst. Ich fand das sehr gut umgesetzt und es hat mir gefallen, wie die beiden zunächst mit der Beziehung haderten, es zu anfänglichen Missverständnissen kam und sie dann ihre Hürden gemeinsam nahmen. Vor allem, diese kleinen, glücklichen Momente haben mir sehr gefallen. Ich sag nur Frühstück. ;) Wer das Buch bereits gelesen hat, weiß, was ich meine und alle andere können es schneller herausfinden.
Der zweite Handlungsstrang mit Fabians Mitbewohner David hat mir ebenfalls gut gefallen. Er enthielt zwei für mich wichtige Aspekte. Zum einen den Fakt, dass Menschen, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften führen, nicht anders sind als andere. Liebe unterscheidet nicht. Egal worin und David ist wirklich eine tolle Person. Lieb, nett, fürsorglich und ein echter Freund, wenn es darauf ankommt. Der andere Aspekt dahinter war, dass man sich nicht aussuchen kann, wann und in wen man sich verliebt. Wie Fabian so passend sagte: Das geht nicht auf Knopfdruck an oder aus. Manchmal hat man eben Pech, aber das hält nicht ewig an. Wichtig ist dabei nur, dass man die Dinge auf sich zukommen und geschehen lässt. Man kann das Glück nicht zwingen, auch wenn man jemanden vor sich hat, der genau das ist, was man sich wünscht. Wenn die Gefühle nicht da sind, kann man eben nicht ändern.
Was zum Schluss noch sehr wichtig war, ist Vertrauen. Man sollte Vertrauen in sich selbst und seine Fähigkeiten haben und auch in seine Freunde. Oft stehen mehr Menschen hinter einem, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Nicht alle glauben automatisch jeden Tratsch, der in den Medien verbreitet wird.
Für mich ein rundherum gelungener Roman, vom Cover über die Story, bis zum selbstgeschriebenen Song: Regenbogenblau.























