Bücher mit dem Tag "buenos aires"
33 Bücher
- Sebastian Fitzek
Flugangst 7A
(1.420)Aktuelle Rezension von: Simply_Another_BookaholicDer Psychiater Mats Krüger leidet unter extremer Flugangst. Trotzdem muss er von Buenos Aires nach Berlin fliegen, um seine hochschwangere Tochter Nele zu Unterstützen.
Noch bevor der Flug überhaupt richtig begonnen hat, erhält er eine grausame Nachricht: Nele wurde entführt. Um sie zu befreien muss er jedoch das in die Wege leiten, wovor er am meisten Panik hat.
Gefangen in einem Flugzeug über den Wolken beginnt für Mats ein psychologischer Albtraum. Er weiß nicht, wem er vertrauen kann, wer die Wahrheit sagt oder ob er selbst gerade manipuliert wird.
Typisch Fitzek: schnell, intensiv und voller Wendungen. "Flugangst 7A" lebt vor allem von seinem hohen Tempo und der beklemmenden Atmosphäre im Flugzeug. Man fühlt sich als Leser:in fast selbst eingeengt zwischen den Sitzen und dem steigenden Druck an Bord.
Die Geschichte ist ein echter Pageturner, auch wenn man bei einigen Entwicklungen bereit sein muss, nicht jede Logikfrage zu hinterfragen. Dafür bekommt man eine Achterbahnfahrt voller Überraschungen, Cliffhanger und Nervenkitzel.
Ein psychologischer Thriller mit enormem Tempo, engem Setting und vielen Twists, also perfekt für alle, die Spannung am Stück lesen wollen.
- Vincent Kliesch
Auris
(802)Aktuelle Rezension von: Thess12345Inhalt:
In Auris begleitet man die True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge, die sich auf Fälle spezialisiert hat, bei denen es um mögliche Justizirrtümer geht. Als sie auf den Fall des verurteilten Phonetikers Matthias Hegel stößt, wird sie sofort misstrauisch.
Hegel, der aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten selbst kleinste Nuancen in Stimmen und Geräuschen analysieren kann, sitzt wegen Mordes im Gefängnis, obwohl vieles darauf hindeutet, dass mehr hinter dem Fall steckt.
Während Jula beginnt, tiefer zu recherchieren, gerät sie immer weiter in ein Netz aus Geheimnissen, Gefahren und Ungereimtheiten. Dabei wird schnell klar, dass dieser Fall weit größer ist, als er zunächst scheint.
Eigene Meinung:
Die Grundidee des Buches hat mich sofort begeistert. Das Thema rund um forensische Phonetik ist unglaublich spannend und für mich etwas Neues gewesen. Ich fand es faszinierend, was man allein durch Stimmen, Sprachmuster oder Hintergrundgeräusche alles herausfinden kann. Genau dieser Aspekt hebt das Buch für mich von vielen anderen Thrillern ab.
Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass dieser Bereich noch etwas stärker im Fokus steht. Die Ansätze waren sehr interessant, aber an manchen Stellen hätte ich gerne noch mehr Einblicke in diese besondere Fähigkeit bekommen.
Der Fall selbst war durchgehend spannend aufgebaut und hat mich zum Miträtseln eingeladen. Ich wollte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt und habe das Buch wirklich schnell durchgelesen.
Jula fand ich als Protagonistin sehr gelungen. Sie ist sympathisch, mutig und bringt durch ihre Vergangenheit eine emotionale Tiefe mit. Ihr Weg zur True-Crime-Podcasterin und ihre Motivation fand ich nachvollziehbar. Besonders spannend fand ich, wie ihr persönliches Schicksal immer wieder mitschwingt.
Auch die Dynamik zwischen ihr und Matthias Hegel hat mir gut gefallen. Hegel bleibt lange rätselhaft und sorgt dafür, dass man sich ständig fragt, was wirklich hinter ihm steckt.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig, die Kapitel sind kurz gehalten und sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Gerade die vielen kleinen Cliffhanger am Kapitelende tragen dazu bei, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Das Ende hat viele Fragen offen gelassen und sorgt definitiv dafür, dass man direkt zum nächsten Band greifen möchte.
Fazit:
Ein spannender Thriller mit einer außergewöhnlichen und sehr interessanten Thematik, die definitiv im Gedächtnis bleibt. Auch wenn mir stellenweise noch das gewisse Etwas und etwas mehr Tiefe im Bereich der Phonetik gefehlt haben, konnte mich die Geschichte gut unterhalten. Das offene Ende sorgt für große Neugier auf die Fortsetzung.
- Meike Winnemuth
Das große Los
(257)Aktuelle Rezension von: Schlumpfine-02Das große Los“ von Meike Winnemuth ist ein humorvoller, inspirierender Reisebericht über ein Jahr in 12 Städten weltweit, finanziert durch einen Gewinn bei „Wer wird Millionär?“ In Briefen teilt sie Aha-Erlebnisse, Kulturschocks und innere Veränderungen – ein Plädoyer für Mut und Möglichkeiten, das nie langweilig wird.
- Tommy Jaud
Resturlaub
(1.071)Aktuelle Rezension von: Perse- Details:
Ausgabe: eBook
Erscheinungsdatum:
Verlag: Fischer Verlag
Genre: Komödie
Seitenanzahl:
- Inhalt:
- Meinung:
Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen. Es kann auf jeden Fall mit der Simon Peters - Reihe mithalten. Sehr witzig geschrieben und Ironie und Sarkasmus kommen auch nicht zu kurz!.....
Fazit:
Tipp:
- María Cecilia Barbetta
Änderungsschneiderei Los Milagros
(41)Aktuelle Rezension von: EinBeutelVollerBuecherDie Aufmachung des Buches ist wirklich toll und auch das Buchcover ist wirklich fantastisch. Es war wirklich mal was anderes und ist ein wirklicher Blickfang. Der Schreibstil der Autorin hat mir im wesentlich auch gut gefallen, aber das waren auch schon die positiven Dinge. Was mich ein wenig gestört waren die ständigen Wiederholungen und manchmal auch die Momente nicht auf den Punkt zukommen. Die Geschichte war für mich einfach träge, langatmig und zäh. Kurz um kann ich nur sagen das mir dieses Buch überhaupt nicht gefallen. Fazit: Ich weiß nicht ob ich sagen kann das ich dieses Buch nicht empfehlen kann, aber ich denke das es für viele nichts ist und sie lieber die Finger davon lassen sollten. - Luca Di Fulvio
Als das Leben unsere Träume fand
(135)Aktuelle Rezension von: AnirahDieses Buch ist absolut nichts für schwache Nerven und meiner Meinung nach schlichtweg ekelhaft. Lassen Sie sich nicht von dem recht harmlos wirkenden Einband täuschen – der Inhalt steht in krassem Gegensatz zur optischen Aufmachung.
Meine Kritikpunkte:
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Exzessive Gewalt: Das Buch reiht eine detailgetreue Gewaltszene und Vergewaltigung an die nächste. Die Beschreibungen gehen dabei bis ins kleinste, unnötige Detail.
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Sadistischer Unterton: Beim Lesen drängt sich unweigerlich der Eindruck auf, dass hier eine gewisse Freude an sadistischen Szenen besteht. Besonders eine Szene – in der eine Frau mit Essen ruhiggestellt wird, während sie missbraucht wird, gefolgt von einem regelrechten Abschlachten – ist schlichtweg verstörend und abstoßend.
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Fehlende Grenze: Es gibt einen Unterschied zwischen einer harten Geschichte und einer Aneinanderreihung von Grausamkeiten, die psychologisch fragwürdig wirken.
Fazit: Ich war einfach nur geschockt. Wer keine Lust auf detailliert beschriebene Grausamkeiten und Sadismus hat, sollte einen großen Bogen um dieses Werk machen. Für mich war es eine absolut grenzwertige Erfahrung, die ich niemandem weiterempfehlen kann.
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- Andreas Gruber
Last Line of Defense - Der Angriff
(137)Aktuelle Rezension von: Catarina90Mit Last Line of Defense – Der Angriff startet Andreas Gruber eine neue Jugend-Agentenreihe rund um den jungen Protagonisten Jayden D. Knoxville. Die Idee klingt vielversprechend: Eine geheime Einheit jugendlicher Agenten, so geheim, dass selbst der MI6 nichts von ihrer Existenz weiß – die letzte Verteidigungslinie, wenn alle anderen versagen.
Jaydens erster Einsatz führt ihn nach Buenos Aires in die britische Botschaft. Eigentlich soll er dort nur in der Postabteilung interne Abläufe beobachten – ein unspektakulärer Undercover-Auftrag. Doch als die investigative Journalistin Sofia González unter Beschuss auf das Botschaftsgelände flüchtet und um Asyl bittet, kippt die Situation abrupt.
Sofia hat brisante Daten aus einem High-Tech-Konzern entwendet und wird von bewaffneten Verfolgern gejagt. Kurz darauf wird die Botschaft angegriffen – aus Beobachtung wird Überlebenskampf. Jayden muss improvisieren, kämpfen und fliehen.
Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt:
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Gegenwart: die dramatischen Ereignisse in Buenos Aires
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Rückblenden: Jaydens Ausbildung und sein Weg zur „Last Line of Defense“
Was gut funktioniert
Die Buenos-Aires-Handlung ist klar die Stärke des Romans. Die Szenen sind rasant, bildhaft und actionreich.
Kritikpunkte
Trotz des starken Einstiegs konnte mich das Buch nicht durchgehend überzeugen.
Die Rückblenden zur Ausbildung wirkten auf mich teilweise klischeehaft und vorhersehbar. Vieles folgt bekannten Mustern des „geheimen Elite-Trainings“, ohne diese wirklich neu oder überraschend zu interpretieren. An einigen Stellen war mir die Dramaturgie zu konstruiert – ich habe tatsächlich ein Kapitel übersprungen, weil die Entwicklung sehr absehbar erschien.
Fazit
Last Line of Defense – Der Angriff ist ein solides, actionreiches Jugendbuch mit starkem Auftakt und einer spannenden Hauptstory in Buenos Aires. Die Idee trägt, das Tempo stimmt, die Zielgruppe dürfte gut unterhalten werden.
Für mich persönlich bleiben jedoch zu viele Elemente der Ausbildung vorhersehbar und klischeehaft, um überdurchschnittlich zu überzeugen.
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- Héctor G. Oesterheld
Eternauta
(4)Aktuelle Rezension von: TheSaintDiese wunderschöne Ausgabe des "Avant-Verlages" präsentiert neben einer Fülle bedrückender Informationen über den Comic-Künstler Héctor German Oesterheld samt Familie und einer ausführlichen Betrachtung des "Zeitreisenden" durch Estela Schindel auch den schön restaurierten bedeutendsten Comic Argentiniens in schwarz/weiß.
Dieser 1957 entstandene Comic zählt auch zu den wichtigsten literarischen Werken des Landes.
Vorliegend ist die erste Version des von Oesterheld mit dem Zeichner Francisco Solano López geschaffenen Comics von Ende der 50er Jahre.
Der deutliche politische Unterton des Comics bringt die beiden Künstler bald in Konflikt mit der argentinischen Regierung, die sie einzuschüchtern versucht. López emigriert daraufhin 1959, Oesterheld verbleibt und veröffentlicht 1969 eine neue - mit weitaus mehr politischen Referenzen versehene - Version unter Mitwirkung des Zeichners Brecchia.
Die Geschichte beginnt in einer Winternacht 1963, in einem Vorort von Buenos Aires, wo ein seltsamer todbringender Schneefall niedergeht (Anmerkung: es gab im 20. Jahrhundert in Argentinien weniger Schneefälle als Staatsstreiche in dem Land!), der beim geringsten Kontakt alles Lebende vernichtet. Eine Gruppe von Nachbarn überlebt diese Katastrophe. Mit Hilfe von selbst genähten Schutzanzügen und Tauchermasken sind sie in der Lage, in der sie umgebenden Apokalypse zu überleben.
Der todbringende Schnee ist die erste Stufe einer Invasion von Außerirdischen...
Nach und nach sammeln Juan Salvo und seine kleine Gruppe immer mehr Informationen über ihre Umgebung und die Aliens und können diese einer kleinen Restarmee der argentinischen Streitkräfte mitteilen. Gemeinsam treten die von Tod und Verderben umringten Menschen den Kampf gegen die übermächtigen Invasoren an...
Wie bei vielen Comics jener Zeit verarbeitet diese Geschichte allegorisch die atomare Bedrohung im Kalten Krieg und ist eine Reflexion über die virulente kubanische Revolution und des US-Imperialismus jener Tage.
Dieser hier sehr genau und äußerst spannend geschilderte Untergrundkampf Salvo's und der Seinen nimmt Oesterheld seiner eigenen Geschichte 20 Jahre später vorweg... Seine Töchter und er gehen selbst während der Militärdiktatur in den Untergrund... und verschwinden. Der Verbleib von Oesterheld's Überresten ist bis heute unbekannt...
Wenn man um diese tragische Geschichte weiß, besticht und fesselt dieser Comic mit seiner detailgetreuen und langsamen Darstellung und Erzählung noch mehr. Man fiebert mit Juan Salvo und seinen Mitkämpfern - freut sich über jede Information, die sie gewinnen und jeden kleinen Erfolg, den sie gegenüber den mächtigen Invasoren erringen... und ist betroffen, wenn es einen herben und verlustreichen Rückschlag gibt.
Juan Salvo ist kein Superheld, sondern ein Mann, der nur gemeinsam mit seinen Freunden stark ist - ein kleiner Held in der Gruppe.
Der Comic wird zu einem starken Plädoyer für Solidarität und Humanismus.
Er ist aber auch eine Parabel auf die politische Lage: Juan Péron wurde 1955 durch einen Militärputsch abgesetzt und eine jahrzehntelang andauernde Instabilität im Lande folgte.
Ein außerordentliches Werk - eine uneingeschränkte Empfehlung! - Julio Cortázar
Die Erzählungen. Vier Bände
(20)Aktuelle Rezension von: BeagleCortazar besticht durch eine überragende Sprache, jdeoch sind seine Geschichten selbst, meiner Meinung nach, eher langweilig erzählt, es kommt keine Spannung auf. Deshalb nur zwei Sterne - aber das muss jeder selbst entscheiden - Ulla Lenze
Der Empfänger
(118)Aktuelle Rezension von: Sanne54Josef Klein, ein deutscher Auswanderer in New York, erlebt die aufgeladene Atmosphäre in der Metropole kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs eher als Beobachter. Bis er aufgrund seiner Fähigkeiten als Amateurfunker das Interesse des deutschen Spinonagenetzwerks; er reißt sich nicht darum, wehrt sich aber auch nicht dagegen und kommt irgendwann auch nicht mehr raus. Klein bleibt wie sein Name unterstellt nur ein kleines Rädchen im Getriebe, ein klassischer Mitläufer, entsprechend unspektakulär bleibt auch die Art und Weise, wie seine Geschichte erzählt wird: Als Erinnerung an den Onkel, der nicht weiter von James Bond & Co. entfernt sein könnte.
Die Situation der Deutschen im besiegten Deutschland wird anhand der Geschichte der Familie des Bruders erzählt, bei denen er nach seiner Ausweisung lebt, viel spannender ist aber in meinen Augen das unbekannte Kapitel des Deutschen Auswanderers bzw. die Stimmung, die sich in den Jahren bis 1939 in der Welt zum Thema Hitler und NSDAP aufgebaut hat. Kleins Reise mit uns Lesern endet im Südamerika der 1950er Jahre. Ein Roman, der zum Nachdenken über Schuld und Reue anregt, und welche Rolle Überzeugung bzw. Mitläufertum in solch fatalen historischen Entwicklungen spielt. Ohne es zu merken, ist man schnell auf der letzten Seite angelangt.
- Wolfram Fleischhauer
Drei Minuten mit der Wirklichkeit
(205)Aktuelle Rezension von: Mitterwallner
Eine junge deutsche Balletttänzerin verliebt sich Hals über Kopf in einen argentinischen Tangotänzer. Der verschwindet plötzlich, kurz nachdem er angeblich ihren Vater gefesselt und gefangen gehalten hatte. Sie hört nur auf ihr Gefühlt und macht sich auf die Suche nach ihm.
Der Autor schafft es, den Leser mit seinen detaillierten, hautnahen Erzählungen zu fesseln. Schon bei der spannenden Lektüre verspürt man selbst als Nicht-Tänzer den Wunsch, den Tangotanz kennenzulernen. Dennoch grenzt es auf Dauer etwas an Info-Dump und das Tangoalphabet ist schon sehr abstrus.
Gegen Ende ist die Diskrepanz zwischen Spannung und Aufklärung kaum mehr erträglich. Man zweifelt zunehmend am gesunden Menschenverstand der Hauptperson. Es ist ein gewagter Spagat, den der Autor dem Leser zumutet, gefühlt ein wenig zu pathetisch.
Die plötzliche unausgesprochene Erkenntnis, dass der Vater der Hauptperson auch der Vater ihres Geliebten war, ist genial und gleichzeitig subtil gemacht.
Genauso grandios ist am Ende die überraschende Offenlegung ihres andersartigen und damit provokanten Namens im Programmheft der finalen Aufführung.
Insgesamt hat mich der Roman sehr berührt, obwohl ich kaum etwas von Tango verstehe.
- Juan Garff
DUMONT Reise-Handbuch Reiseführer Argentinien
(2)Aktuelle Rezension von: Roswitha_BoehmOb nun mitten rein ins Getümmel oder doch lieber urig-ländlich. Juan Garff nimmt den Leser mit auf eine beeindruckende Reise durch Argentinien. Für alle, die wirklich viel vom Land sehen wollen, hat der Autor bereits einige Rundreisen zusammengestellt, an denen sich der Tourist orientieren kann. Wer lieber selbst plant, findet aber auch einen guten Überblick. Sei es nun Bones Aires oder das Hinterland. Für jeden Geschmack - und jeden Geldbeutel - ist etwas dabei. Praktischerweise sind auch gleich Öffnungszeiten und Preise angegeben. So kann man sich bereits im Vorfeld überlegen, ob der Besuch eines Museums o.ä. in Frage kommt.
Neben den Informationen zu den einzelnen Städten und Abschnitten, gibt es noch einer ganzen Reihe allgemeiner nützlicher Information. Hier sind z.B. Verhaltensregeln aufgeführt und auch auf die Geschichte, sowie die politische Lage in Argentinien wird eingegangen. Einige, wenn auch verhältnismäßig wenige, Fotos runden die Texte ab. Ein herausnehmbarer Faltplan, am Ende des Buches, bietet einen Überblick für unterwegs. (Das Reisehandbuch ist alles andere als handlich oder gar leicht, daher ist es wohl eher zur Vorbereitung bzw. zum Nachschlagen, als zur Mitnahme im Rucksack geeignet.)
Ein aktuelles und übersichtliches Reisehandbuch mit zahlreichen Tipps für alles, was man für eine Reise benötigt. Seien es nun Adressen von Hotels oder Sehenswürdigkeiten oder auch Straßenkarten oder kleine „Geheimtipps“.
- Hélène Grémillon
In Zeiten von Liebe und Lüge
(9)Aktuelle Rezension von: tragalibrosDer Psychiater Vittorio sitzt im Gefängnis. Vorgeworfen wird ihm der Mord an seiner eigenen Ehefrau! Verzweifelt versucht er, seine Unschuld zu beweisen und greift dabei auf ungewöhnliche Unterstützung zurück. Doch was bei den privaten Ermittlungen ans Licht kommt, ist nicht das, was er erwartet hat...
Ich habe mir diesen Roman von Hélène Grémillon gekauft, weil es vorab viele positive, ja, begeisterte Kurzmeinungen zum Buch gab.
Leider hat mich dieses Werk überhaupt nicht überzeugen können, im Gegenteil. Ich war derart gelangweilt von dieser Lektüre, dass ich das Buch mehrfach gern beiseite gelegt hätte.
Was hat mir nicht gefallen?
Nun, es fängt bei dem furchtbaren Schreibstil an, der oftmals, durch viele kurze und sich unzählig oft wiederholender Sätze, sehr kindlich anmutet. Die Passagen mit langen Schachtelsätzen sind dazu ein krasser Gegensatz.Zudem mutet der Aufbau und Erzählstil dieses Romans sehr wirr und unstrukturiert an. Dies liegt zum Teil auch an den überschriftslosen Kapiteln, die irgendwie ineinander übergehen und so vollkommen verschwimmen.
Die Charaktere waren ebenfalls langweilig, obwohl sie sehr emotional dargestellt sind und viele Gedanken und Gefühle dargelegt werden. Trotzdem konnte ich keine Verbindung zu den Protagonisten herstellen.Ihre Schicksale haben mich in keinster Weise berührt, weshalb ich leider auch sehr schnell die Lust am Lesen verloren habe.
Im Großen und Ganzen war dieser Roman für mich persönlich ein Reinfall.Ich vergebe daher nur zwei Sterne. - Charlotte Thomae
Monikas grosse Reise
(1)Aktuelle Rezension von: BuchgespenstDie achtjährige Monika ist sehr aufgeregt. Zusammen mit ihren Eltern macht sie sich auf den Weg nach Argentinien. Dort soll auf der Farm Ombu das Leben für die Familie neu anfangen. Auf der Schiffsreise gibt es für das kleine Mädchen viel zu entdecken und zusammen mit ihrem neuen Kameraden – dem Lümmel – macht sie viel Unsinn. Ans neue Land muss sie sich aber erst noch gewöhnen. Die fremde Sprache, die weit entfernte Schule, zu der sie reiten muss – doch mit dem Gaucho-Jungen Pedro ist sie bald gut befreundet.
Der erste Band einer tollen Tetralogie. Das einzige Manko ist, dass die Bände so kurz sind. 62 Seiten sind eine Zumutung. Der Leser möchte noch so viel mehr und alles viel genauer wissen als auf den wenigen Seiten erzählt werden kann. Trotzdem ist die Geschichte in sich rund und toll geschrieben. Zauberhafte Illustrationen aus dem Atelier „Der Kreis“ ergänzen die Erzählung wunderbar. Die achtjährige Monika ist sehr lebendig gezeichnet. Ihr Übermut aber auch die Unsicherheit in einem Land zu leben, dessen Sprache und Gewohnheiten man nicht kennt sind authentisch dargestellt. Wie die Eltern mit der Umstellung klarkommen wird leider nicht weiter beschrieben, dafür sind die Bände auch zu schmal. Alles bleibt aus der Perspektive Monikas, die sich mit dem Älterwerden verändert. Dass die Autorin es schafft ganze 5 Jahre der Protagonistin auf knapp 60 Seiten bringen ohne dass der Leser das Gefühl hat, nur rudimentär informiert zu werden, ist bemerkenswert.
Eine tolle, zeitlose Mädchengeschichte, die auch heute noch nichts von ihrem Reiz verloren hat. Der ungewöhnliche Schauplatz Argentinien gibt der Erzählung eine exotische Note und es wird auch auf Eigenheiten des Landes eingegangen. Es wird sich nicht auf eine schablonenhafte, künstliche Darstellung beschränkt.
Eine klare Leseempfehlung für alle Liebhaber von Mädchengeschichten.
- James Marrison
Stadt der Verschwundenen
(10)Aktuelle Rezension von: Anni84Klappentext:
Würdest du jemanden retten, wenn du selbst dadurch in Gefahr gerätst? Buenos Aires 1981. Der junge Guillermo Downes eilt einer jungen Frau zu Hilfe, die auf der Flucht vor der Militärpolizei ist - vergeblich. Ihr ungewisses Schicksal lässt ihn nicht los, und gemeinsam mit ihrer Schwester Pilar sucht er fieberhaft nach der Verschwundenen. Ihre Nachforschungen führen sie in eine Stadt, die hinter der friedlichen Fassade voller Gewalt ist - und zu Menschen, die das nicht länger hinnehmen wollen. Doch die Militärjunta hat die beiden bereits im Visier, und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Meine Meinung:
Ich fand das Buch recht interessant. Es ist gut und Spannend geschrieben und ließ sich dadurch schön Lesen. Das Ende habe ich so nicht erwartet aber auch das fand ich daher ganz gut. Ich kann es daher nur weiter Empfehlen. :-) - Rita Morrigan
Wir treffen uns am Ende der Welt
(7)Aktuelle Rezension von: Sabse_booktownHeute möchte ich dir ein ganz besonderes Buch vorstellen. Wir treffen uns am Ende der Welt, ich habe es schon eine Weile auf meiner Wishliste. Ich habe mal einen kleinen Artikel zu diesem Buch in einer Zeitschrift gelesen und seitdem wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt mal lesen muss. Als ich vor paar Tagen dann mal wieder in der Bücherei bin, bin ich über dieses Schätzchen gestolpert und es war ganz ganz schnell klar, dieses Buch wird jetzt mitgenommen und gelesen.
Jetzt kann ich dir sagen, dass dieses Buch einfach einem einlädt zu bleiben. Zum bleiben und die Geschichte von Lea zu begleiten. Der Schreibstil ist einfach dafür gemacht, in die Geschichte einzutauchen und erst wieder rauszukommen, wenn du auf der letzten Seite bist. Das Buch geht um Mutig sein, Neuanfänge, neue Bekanntschaften, Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt. Ich glaube, was das Buch für mich so lebendig gemacht hat, sind die so gut ausgewählten, verschiedene Generationen übergreifenden und unterschiedlichen Persönlichkeiten der ProtagonistInnen. So oft habe ich mir vorgestellt, mit dieser Gruppe von neu gewonnenen FreundInnen zusammen Zeit zu verbringen in dem Cafe am Ende der Welt.
Es geht um die Protagonistin Lena, die aus einem sehr reichen Elternhaus stammt. Ihre Zukunft ist bereits geplant im Familienunternehmen und mit der Hochzeit, mit dem “perfekten” Verlobten. Doch nachdem Lena ein Video zugeschickt bekommt, stellt sie ihre geplante Zukunft in Frage, liebt sie ihren Verlobten überhaupt noch, ist sie glücklich, so wie sie gerade lebt. Ganz spontan entscheidet sie, den nächsten Flieger zu buchen, egal wohin, nur weit weg von ihrer Heimat. Sie landet in Buenos Aires und als sie dort durch die Stadt läuft, führt sie ein köstliches Aroma in der Nase zum “Cafe am Ende der Welt” Der Besitzer Alejandro verprellt seine Kundschaft, noch bevor jemand etwas bestellen kann. Aber Lena lässt sich nicht abschütteln. Denn hier glaubt sie endlich einen Platz gefunden zu haben, an dem sie durchatmen kann.
Falls du dieses Buch noch nicht kennst, empfehle ich dir aus ganzem Herzen, diesem Buch eine Chance zu geben, lass dich von der Geschichte in den Bann ziehen. Ich bin mir sicher, dass ich es auch noch nicht das letzte Mal gelesen habe.
- María Cecilia Barbetta
Nachtleuchten
(18)Aktuelle Rezension von: wbetty77In Ballester, ein Ort unweit von Buenos Aires entfernt, leben Einwanderer aus aller Welt. Dort haben sie sich eine Existenz aufgebaut und blicken, nach Perons Rückkehr aus dem Exil, hoffnungsvoll in die Zukunft. Der Roman spielt in der Zeit am Vorabend der argentinischen Militärdiktatur.
In Ballester gibt es eine Klosterschule, in der die Arzttochter Teresa geht. Teresa ist eines der Mädchen, die Externe genannt wird, da sie nach dem Unterricht nach Hause gehen kann. Die Internen leben im Klosterinternat. Neuen Wind bringt eine junge Nonne namens Maria in die Klosterschule. Sie redet von den Neuerungen für die katholische Kirche, die der Papst einführt. Auch fährt sie ganz selbstbewusst Motorroller. Mit dem Roller fährt sie in ein Armenviertel, um dort dem ansässigen Pfarrer zu unterstützen. Schwester Maria ist so ganz anders als die anderen Schwestern im Kloster. Beeindruckt und inspiriert von Schwester Maria möchte Teresa Gutes für die Bewohner von Ballester tun. So nimmt sie ihr Plastikmadonna, welche im Dunkeln leuchtet, und bringt diese alle 7 Tage zu jemand anderen. In dieser Zeit soll die Madonna für ihre temporären Besitzer ein Wunder bewirken.
Teresas Großvater betreibt die „Autopia“, die Werkstatt von Ballester. Nach Perons Tod nur wenige Monate nach seiner Rückkehr, verfinstert sich die Atmosphäre im Land. In der Autopia, ein Treffpunkt im Viertel, wird über all die politischen Geschehnisse debattiert. Neben der Autowerkstatt gibt es in Ballester eine Reinigung mit dem Namen „Clean Eastwood“ oder der Friseursalon „Zur ewigen Schönheit“.
Der Roman besteht aus drei Teilen: Bloody Mary, Autopia und Die Basiliken. Der Beginn ist recht vielversprechend. Der erste Teil handelt in erster Linie von den Klosterschülerinnen, über die wir auch die Bewohner von Ballester kennenlernen. Der zweite Teil spielt, wie der Titel vermuten lässt, in der Autopia. Doch leider wurde es für mich in diesem Abschnitt viel zu unübersichtlich. Es fehlt der rote Faden. Es wirkt wie viele kleine Kurzgeschichten, die zu einer zusammengeflickt wurden. Der dritte Teil ist für mich unverständlich geblieben, was vor allem daran lag, dass ich die Lust verloren hatte, mir noch mehr Protagonisten zu merken. Aus meiner Sicht fehlt die Handlung und auch die erwartete politische Entwicklung ist kaum erkennbar. Ich konnte zu keiner der Figuren wirklich Zugang finden, dafür waren es zu viele. Durch die letzte Hälfte des Buches habe ich mich eher durchgequält, als das ich Freude am Lesen hatte. Aufgrund der Lesung von María C. Barbetta während der Bielefeld Literaturtage hatte ich eine völlig andere Erwartung an den Roman. Ich bedauere das sehr, weil mir die Autorin überaus sympathisch ist. Wie sie die deutsche Sprache einsetzt ist ganz großartig, dennoch sind einige Sätze sehr ausufernd und zu blumig geraten.
Alles in allem hat mich der Roman nicht überzeugt. Die Distanz zwischen der Geschichte und mir als Leser blieb zu groß. Die meisten Namen der Figuren habe ich schnell wieder vergessen. Auch von der Handlung an sich, blieb kaum etwas in meinem Gedächtnis hängen.
- Martín Kohan
Sittenlehre
(9)Aktuelle Rezension von: WolkenatlasMartín Kohans dritter Roman "Sittenlehre" ist ein an Konzentration und Strenge kaum zu überbietendes literarisches Meisterwerk. Schauplatz ist das Elitegymnasium Colegio Nacional, ein Gymnasium, das bis vor wenigen Jahren nur für Knaben zugelassen war und Schüler, die das Schuljahr nicht positiv beenden, ausschließt. Man schreibt das Jahr 1982, Militärpräsenz und Falklandkrieg gehören zum Alltag. Menschenverachtende Disziplin und Härte gehören zu einem Schulalltag, an dem das Lachen eines Schülers für die ganze Klasse mit einer Woche täglich eine Stunde nachsitzen enden kann. Eine Stunde, die natürlich nur zu bestimmten Zwecken genutzt werden darf. Für die Disziplin sorgt eine Gruppe von Aufsehern und Aufseherinnen. María Teresa, die noch mit ihrer Mutter wohnt, ist Aufseherin am Colegio Nacional und hat neben der ihr täglich in der Schule gestellten Aufgaben keine weiteren Freuden im Leben. María Teresas Bruder, der gerade seinen Militärdienst ableistet, erscheint während dieses Romans entweder als Anrufender, oder als Absender skurriler Postkarten, die entweder nur wenig Sinn, oder wenig, bis gar keine Worte enthalten. María Teresas Mutter scheint in der Welt ihres Fernsehapparats zu leben. Auch sie scheint keine weiteren Freuden im Leben zu haben. María Teresas Drang nach Disziplin und Ordnung ist ihr große Stütze im Leben. Als sie einmal an einem Schüler Tabak riecht, vermutet sie, dass dieser Schüler heimlich auf der Knabentoilette raucht und entschließt sich, von jetzt an geheim auf der Knabentoilette Wache zu schieben. María Teresas Aufenthalte auf der Knabentoilette werden immer häufiger, und so verschieben sich bald die Grenzen zwischen (unnötigem) Zweck und absurder Übertreibung. Großartig, wie Martín Kohan hier die Psyche der Aufseherin beleuchtet, wie er die Entwicklung ihres Verdachts zu einem Drang, zu einer Obsession zeichnet. Mit dem Wandel zur Obsession vollzieht sich in "Sittenlehre" auch ein Wandel ins Grotesk-Absurde. Ein Wandel, der neue Facetten mit sich bringt und neue Ebenen öffnet. Ein Wandel, der die sozial unterentwickelte Erzieherin in die Falle des Oberaufsehers tappen lässt und der den Überwachungsstaat ad absurdum führt. "Sittenlehre" ist ein dunkler, böser und großartiger Roman. Martín Kohan ein extrem eigenständiger Autor abseits der Mainstreamliteraturschiene, der die Tradition der argentinischen Literatur auf höchstem Niveau weiterführt. Absolute Empfehlung. - Klaus Hympendahl
Lost in Tango
(2)Aktuelle Rezension von: bagEigentlich wollte ich viel weniger: Einen schönen Bildband mit schwelgerischen Aufnahmen von Tango-Paaren. Milonga-Atmosphäre aus Buenos Aires, ein Tässchen Friesentee und dann der eigenen Tango-Stunde entgegenträumen. „Lost in Tango“ von den Hympendahls ist mehr: Klaus Hympendahl liebte den Tango, liebte die Musik und die fragile Verbindung zwischen den Tanzenden, die entstehen kann – wenn man alles richtig macht oder es schafft, beim Tanz nicht über richtig und falsch nachzudenken. „Lost in Tango“ basiert auf seinem Text, der zwischen kundigem Essay und einer arglos-jungenhaften Liebeserklärung an die Musik und den Tanz changiert.
Dazu hat sein Sohn, der Fotokünstler Philipp Hympendahl, Tangopaare und Tango-Schauplätze porträtiert. Seine Bilder erfassen eine Welt, in der sich Mann und Frau umarmen, gemeinsam dem Weg folgen, den die Musik ihnen vorgibt: Die Passion der Paare, die Milonga-Schauplätze als Licht- und Schattenlandschaften – Philipp Hympendahl hat eine Bildsprache entwickelt, mit der er die Tango-Seligkeit seines Vaters sichtbar macht.
Viele der Tanzenden sind ältere Menschen – wie auch Phillip Hympendahls Vater. Der Fotograf hat seinen Vater zu den Milongas und Tanzschulen in Buenos Aires zuerst ein wenig widerwillig begleitet, konnte sich dann aber doch – so schreibt er es in seinem eigenen Textbeitrag – auf das „Abenteuer Tango“ einlassen. Klaus Hympendahl hat die Veröffentlichung seines Buches nicht mehr erlebt, er verstarb während seiner letzten Reise in die Hauptstadt des Tangos. Phillip Hympendahl musste das Vater-Sohn-Projekt allein zum Abschluss bringen. Gelungen ist eine Hommage an den Tanz und eine Ermutigung, das Wagnis Tango einzugehen und sich zu verlieren…
- Sophie Villard
Madame Exupéry und die Sterne des Himmels
(65)Aktuelle Rezension von: EgataEin mitreißender Roman, erzählt aus der Sicht von Consuelo, Saint Exupérys Ehefrau, die für die damalige Zeit erstaunlich selbstbewusst und stark ihr Leben zwischen Krieg und Geldnöten meistert. Sie berichtet über ihr gemeinsames Leben, spannend und warmherzig, schön und traurig zugleich. Ein wirklich wunderbares Buch.
- Martín Kohan
Zweimal Juni
(5)Aktuelle Rezension von: HarryFSammlung lose zusammenhängender Anekdoten, die mir keinen Lesespaß bereitet haben, auch wenn die Message die transportiert werden soll, eine durchaus wichtige und notwendige ist. Man kann das ganze aber auch unterhaltsamer verpacken. - Claudia Piñeiro
Ganz die Deine
(28)Aktuelle Rezension von: Eternal-HopeEin so witziges und unterhaltsames Buch wie dieses habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
Inés lebt gemeinsam mit ihrem Mann Ernesto und der gemeinsamen, jugendlichen Tochter Laura, genannt "Lali", in einem Haus in Buenos Aires. Die Ehe ist mit den Jahren leidenschaftslos geworden, Sex gibt es nur noch selten, doch damit hat sich Inés im Großen und Ganzen arrangiert. Sowieso hat sie einen eher zynischen Blick auf das Leben und Beziehungen und geht davon aus, dass jede Frau früher oder später betrogen wird, was für sich betrachtet auch gar nicht so schlimm sei.
So verliert sie auch nicht die Nerven, als sie bei ihrem Mann Zettel findet, die mit "Ganz die Deine" unterschrieben sind, und als sie ihrem Mann des Nachts nachfährt und beobachtet, wie bei einem heftigen Streit mit seiner Geliebten diese durch einen starken Stoß versehentlich zu Tode kommt, ist sie sogar erst einmal bereit, gemeinsam mit ihrem Mann den Tod zu vertuschen und ihm ein Alibi zu liefern, denn, typisch Inés' pragmatische Einstellung zum Leben: "Was Ernesto und mich anging: Unsere Pflicht war es, die Sache so schnell wie möglich zu vergessen und nach vorne zu blicken. Das würde ich zu ihm sagen, sobald er mir alles gestanden hätte."
Inés ist also bereit, an ihrem bisherigen doch recht komfortablen Leben und dem damit verbundenen Familienkonstrukt festzuhalten, auch wenn Ernesto sie betrogen hat. Aber alles hat Grenzen... und so wird es irgendwann möglicherweise eine weitere Leiche geben.
Das Buch ist in kurzen Kapiteln geschrieben. Abwechselnd erzählt Inés aus der Ich-Perspektive, manchmal lesen wir in der dritten Person von ihr, dazwischen sind Dialoge zwischen der jugendlichen Tochter Lali, die mit ihren ganz eigenen Problemen kämpft (wovon die Mutter nichts ahnt und auch nichts sehen will, denn die beiden haben sich stark voneinander entfremdet) und verschiedenen Personen in deren Leben, und auch Ernesto kommt zwischendurch mal aus seiner Perspektive zu Wort, wodurch sich auch wieder Neues und Überraschendes zeigt. Dazwischen gibt es Einschübe aus verschiedenen Büchern zu den unterschiedlichen Todesarten und wie man die damit verbundenen Spuren verwischt.
Das Buch kann man an einem Abend entspannt weglesen und wird dabei bestens unterhalten - witzige Unterhaltungsliteratur vom Feinsten - Leseempfehlung!























