Bücher mit dem Tag "bürgerkrieg"
155 Bücher
- Carlos Ruiz Zafón
Der Schatten des Windes
(5.836)Aktuelle Rezension von: Christian_FisDer Roman beginnt äusserst vielversprechend. Dem Leser eröffnet sich die Komplexität der beiden fein miteinander verwobenen Handlungsebenen: die Geschichte von Daniel Sempere und jene von Julián Carax, dem Schriftsteller, dessen Bücher auf mysteriöse Weise verschwinden und offenbar von einer Figur aus seinen eigenen Romanen verbrannt werden.
Dies mag zu Beginn etwas verwirrend sein. Ein Personenverzeichnis hilft dabei, die zahlreichen Figuren auseinanderzuhalten, insbesondere, weil die beiden Handlungsebenen und ihre Figuren im Verlauf der Geschichte zunehmend miteinander verschmelzen.
Leider greift Zafón im «Bericht über Erscheinungen» von Nuria Monfort zu einem recht plumpen Stilmittel. Er verlässt die Perspektive des Ich-Erzählers Daniel und erklärt darin das Geheimnis beinahe vollständig. Damit geht viel von der zuvor so wirkungsvoll aufgebauten mystischen und unterschwelligen Spannung verloren.
Der Schluss wirkt schliesslich geradezu hollywoodesk und überladen. Schade – hier hat Zafón meines Erachtens eine Chance vergeben, einen wirklich grossen Roman zu schreiben. Dennoch habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Seine dichte Atmosphäre, die starken Figuren und der gelungene Einstieg machen ihn trotz dieser Schwächen zu einer lohnenden Lektüre.
- Victoria Aveyard
Gläsernes Schwert (Die Farben des Blutes 2)
(1.203)Aktuelle Rezension von: Punix"Ich bin eine Waffe aus Fleisch und Blut, ein von Haut umhülltes Schwert. Ich wurde geboren, um einen König zu töten, um eine Schreckensherrschaft zu beenden, bevor sie richtig beginnen kann. Feuer und Blitz haben ihn an die Macht gebracht, und Feuer und Blitz werden ihn zu Fall bringen." - Zitat
Ich wollte das Buch mehrmals abbrechen und dann wiederum konnte ich es teilweise nicht aus der Hand legen. Es fällt mir wirklich schwer es zu bewerten.
Ich glaube, ich mag weiterhin die Idee hinter dem Buch und auch der Weltenaufbau gefällt mir ziemlich gut. Mal ehrlich, Flugzeuge, Motorräder und Co. sind schon verdammt cool in einem Fantasybuch und es gibt dem ganzen einen dystopischen Hauch. Dazu noch die Fähigkeiten der Silbernen und der besonderen Roten. Es gefällt mir und gibt mir manchmal das Gefühl ein Superheldenfilm in meinem Kopf zu schauen.
Nur leider fehlte mir was auf der Gefühlsebene und das, obwohl die Protagonistin ziemlich oft über ihre Probleme nachdenkt und versucht alles um sich herum zu analysieren. Vielleicht liegt es aber auch genau daran, sie denkt sehr viel nach, aber die zwischenmenschlichen Handlungen werden oft abgekürzt. Und die Liebesgeschichte? Nicht wirklich existent, außer vielleicht im Kopf der Protagonistin und in angedeuteten Passagen.
Fazit: Hmm. Ich weiß immer noch nicht genau, wie ich das Buch bewerten soll 😁 Der nächste Band liegt jedenfalls bereit und ich hoffe er gefällt mir besser.
- Margaret Mitchell
Vom Winde verweht
(770)Aktuelle Rezension von: H-LshZu erst war der Film in meinem Kopf. Ich war zu jung, um ihn wirklich zu verstehen. Jetzt wagte ich mich an das Buch. Ich bin von der starken Scarlett begeistert. Für mich ist es der beste „Liebesroman“ ohne Kitsch dafür mit epischen Bildern und etlichen Charakteren. Absolut empfehlenswert für geduldige Leser.
- Lucinda Riley
Die Mondschwester
(469)Aktuelle Rezension von: dodo2025Der Roman hat mir sehr gut gefallen, die Protagonisten waren mir alle sympathisch.
Tiggy, die wie ihre Schwestern adoptiert wurde, erhält nach dem Tod vom Vater Pa Salt einen Brief, wo sie aufgefordert wird, nach Granada zu reisen um dort auf ihrer Herkunft zu stoßen. Die Beschreibung von Sacromonte fand ich sehr schön und konnte mich da hinein träumen, dann wird von ihrer Großmutter berichtet die eine berühmte Flamencotänzerin war und über Geschichte der Gitanos, was ich sehr interessant und spannend fand. Dann ist Tiggy Veganerin und Tierschützerin, dass gefiel mir sehr gut und ich konnte mich mit ihr identifizieren, allerdings war es bisschen unglücklich beschrieben, denn wenn sie eine überzeugte Veganerin wäre, würde sie keine Wollpullis und Daunenjacken tragen, aber nicht alle sind wohl so überzeugt.?!
Die Geschichte in Schottland, mit Charlie, Zara, Cal und Beryl war ganz nett, aber nicht grad so spannend, aber schön fand ich, dass auch noch mal auf Ally zurück gekommen wurde.
Alles zusammen fand ich den Roman aber recht schön.
- Noah Gordon
Der Schamane
(583)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEs ist leicht zu lesen, hat mich aber nicht gefesselt. Im Gegensatz zum Medicus hat mir die Spannung im Buch gefehlt.
Empfehlung für alle, die sich für die Geschichte Amerikas im 19 Jhd. interessieren.
Finger weg für alle, die einfach eine spannende Geschichte lesen wollen, oder sich für historische Hintergründe zur frühen Medizin interessieren.
Einen Pluspunkt gibt es für die Verwendung alter und ungewöhnlicher Wörter.
- Martin Suter
Der Koch
(499)Aktuelle Rezension von: rkuehneEin wirklich solides Buch um einen tamilischen Koch der eine Kreation entwickelt, die unerwartet aphrodisierend wirkt und daraus ein Geschäftsmodell macht. Angenehm geschrieben, hat ein gutes Tempo und liest sich gut weg. Die Rezeptdetailliertheit war mir an manchen Stellen zu viel und die Parallelgeschichte um das Drama der Tamilen in Sri Lanka hat für mich nie die Distanz zur Hauptgeschichte überwinden können. Aber gute Unterhaltung.
- Carlos Ruiz Zafón
Das Labyrinth der Lichter
(265)Aktuelle Rezension von: Boris_GoroffDer Autor vermag wie kein zweiter eine spannende Geschichte zu erzählen. Diese Barcelona Tetralogie kann in der Reihenfolge beliebig gelesen werden. Es entsteht ein Gesamtkunstwerk, das je nach Lesereihenfolge und aktuellem Roman einen neuen Blickwinkel auf die Geschichte und seine Protagonisten wirft.
Steht in den Top 5 meiner Lieblingsbücher!
- Tad Williams
Die Hexenholzkrone 1
(59)Aktuelle Rezension von: RiekaEs gibt so viele wundervolle Zitate in diesem Buch, dass es einem vorkommt, als halte man eines der großen weisen Werke aus Tiamaks Büchersammlung in Händen.
Es ist wieder sehr spannend, mit den politischen Entwicklungen und vielen neuen Charakteren. Am liebsten mag ich das Trio Prinz Morgan, Qina und Klein-Snenneq. Aber auch auf das Geheimnis von Jarnulf und Tanahaya bin ich sehr gespannt.
Schnell den nächsten Band schnappen und weiterlesen - nach diesem Cliffhanger am Ende.
- Colson Whitehead
Underground Railroad
(351)Aktuelle Rezension von: liceys_buecherwunderland[𝕦𝕟𝕓𝕖𝕫𝕒𝕙𝕝𝕥𝕖 𝕎𝕖𝕣𝕓𝕦𝕟𝕘]
𝔹𝕦𝕔𝕙𝕔𝕝𝕦𝕓𝕓𝕦𝕔𝕙 im #Buchclub_Buchgefluester
𝕋𝕚𝕥𝕖𝕝: Underground Railroad
𝔸𝕦𝕤 𝕕𝕖𝕣 𝔽𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟: Colson Whitehead
𝕍𝕖𝕣𝕝𝕒𝕘: Fischer Taschenbuch // Little, Brown Audio
𝔾𝕖𝕤𝕡𝕣𝕠𝕔𝕙𝕖𝕟 𝕧𝕠𝕟: Bahni Turpin
𝔾𝕖𝕝𝕖𝕤𝕖𝕟/𝔾𝕖𝕙𝕠𝕖𝕣𝕥 𝕒𝕦𝕗: Deutsch / Englisch
𝕌𝕖𝕓𝕖𝕣𝕤𝕖𝕥𝕫𝕥 𝕧𝕠𝕟: Nikolaus Stingl
𝔸𝕧𝕒𝕚𝕝𝕒𝕓𝕝𝕖 𝕚𝕟 𝔼𝕟𝕘𝕝𝕚𝕤𝕙: Yes
𝔽𝕣𝕒𝕘𝕖: Was haltet ihr von gekürzten Hörbüchern?
𝔻𝕣𝕖𝕚 (𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕞𝕖𝕙𝕣) 𝕎𝕠𝕖𝕣𝕥𝕖𝕣 𝕫𝕦𝕞 𝔹𝕦𝕔𝕙:
Betroffen machend - Emotionslos - Schlimm
𝕀𝕟𝕙𝕒𝕝𝕥:
Cora lebt auf einer Baumwollplantage in Georgia und ist nur einer der unzähligen, die dort schlimmer als Tiere behandelt werden. Als sie von der Underground Railroad hört, ist sie fest entschlossen dir Plantage hinter sich zu lassen. Aber findet sie am Ende der Reise wirklich die Freiheit?
𝕄𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘:
Es hat ein wenig gedauert, bis ich wirklich in die Geschichte gefunden habe. Denn trotz allem Elend ist das Buch eher sachlich und emotionslos erzählt. Versteht mich nicht falsch, ich fands von Anfang an schlimm, aber die Protagonistin ist eher sachlich dem ganzen Elend gegenüber.
Durch die vielen unbekannten Begriffe habe ich mir beim hören des englischen Hörbuchs auch ein wenig schwer getan. 😅
Da war es ganz gut, dass ich auch noch nebenher gelesen habe. 😊
Irgendwann hat mich die Story dann trotzdem gepackt und ich habe Coras Reise mit Spannung und Mitgefühl verfolgt. Vor allem aufs Ende zu, war ich dann voll dabei.
Irgendwie hätte ich mir aber gewünscht, von Anfang an ein wenig mehr mitgenommen zu werden. Aber vielleicht geht es auch genau darum, dass das Grauen und Elend zu alltäglich waren, dass es nichts mehr besonderes war und deshalb wenig emotional beschrieben wird.
𝕃𝕖𝕤𝕖𝕖𝕞𝕡𝕗𝕖𝕙𝕝𝕦𝕟𝕘?
Von mir gibt's eine Leseempfehlung für alle, die sich mit der Sklaven-Geschichte der USA auseinandersetzen möchten.
𝔼𝕦𝕣𝕖 𝕃𝕚𝕔𝕖𝕪 ☘️ - Ernest Hemingway
Wem die Stunde schlägt
(153)Aktuelle Rezension von: rkuehneIch will und kann hier nichts gegen Hemingway sagen, den alten Mann auf dem Meer fand ich großartig. Dieses Kriegs- bzw. Anti-Kriegsbuch ist sicher auch ein guter Roman, mich hat er nur einfach nicht erreicht und so hab ich, nachdem ich merkte, dass es mir nicht gelingt eine Beziehung zu den Figuren, die Rebellen im spanischen Befreiungskampf, aufzubauen, den Roman abgebrochen. Es gibt zu viele andere Bücher, die auf mich warten.
- Jaume Cabré
Die Stimmen des Flusses
(193)Aktuelle Rezension von: wandablueZwei Protagonisten, ein weiblicher und ein männlicher, teilen sich die Hauptrollen in diesem Roman. Senyora Elisenda Vilabrú und José Oriol Fontelles Grau (1915-1944). Er starb den Heldentod für Gott und Vaterland. Zeitebene und Setting führen die Leserschaft nach Spanien. Senyora Elisenda wurde alt und ermöglicht es so dem Autor Cabré, der sich für einen spanischen Schriftsteller wirklich gut lesen lässt, über den Zweiten Weltkrieg hinaus bis in die Gegenwart vorzustoßen. In der Gegenwart betreibt eine ehemüde Journalistin für einen Fotoband über "Schulen im Widerstand" in einem spanischen Bergdorf Recherche. Wieder einmal wird ein Buch im Buch geschrieben und ein Tagebuch gefunden! Zwei äußerst beliebte Motive, die Schriftsteller benutzen, um in der Vergangenheit zu graben und einige Leichen aus dem Keller zu holen. Dass es einige Leichen auszugraben gibt, ist ausgemacht. Nicht alles ist, wie es auf den esten Blick scheint.
So ist der Schulmeister Fontelles, den Senyora Vilabrú mit aller Gewalt heilig sprechen lassen möchte, vielleicht gar nicht so heilig gewesen. Und die superreiche Senyora Villabrú ist es schon gar nicht. Und auch ihr Sohn Marcel ist nicht der, für den man ihn hält.Der Kommentar:
Es macht Spaß, in die Art von Cabrés Federführung einzutauchen. Die Protagonisten sagen das eine, denken aber das andere, und beides lässt Jaume Cabré im Fließtext ineinandergleiten. So erhellen sich auf einen Schlag die diversen Seiten und Schichten der Menschen; man sieht, wer sie in der Öffentlichkeit sind und was sie dort darstellen, zum Beispiel, wenn sie ein Amt begleiten wie der Bürgermeister. Unter der Haut und im Kopf sind sie jedoch andere.
Jaume Cabré lässt eine ganze Heerschaar von Protagonisten antreten, man verliert aber nie den Überblick. Ganz besonderen Spaß macht es dem Autor selbst, die Versnobtheit der Honoratioren darzustellen, in dem er in der Anrede immer ! ihren ganzen Stammbaum aufrollt, das kann schon mal ein paar Zeilen in Anspruch nehmen. Aber man ehelicht in diesen Kreisen natürlich nur jemanden, der einen Stammbaum aufzuweisen hat. Und Geld. Oder Ländereien. Oder beides. Oder wenigstens einen Namen, der Klang hat.
Senyora Villabrú ist eine Geschäftsfrau. Sie hat die Nase für gute Geschäfte. So hat sie auch früher als andere die Möglichkeiten eruiert, die Wintertourismus bietet und ist dadurch unermesslich reich geworden. Ihren Sohn Marcel hält sie so klein wie möglich; man wird den Verdacht nicht los, dass sie seinem Charakter misstaut.Was war in Spanien los, bevor Franco an die Macht kam? Und was danach? Wer gehörte früher zum Maquis, wer hatte das Sagen, wessen Blut floss, wer saß unschuldig im Gefängnis, wer wurde zu Recht zur Rechenschaft gezogen und wer kam, wie immer, davon? Auch davon handelt dieser epische Roman. Von Verdächtigungen, von Verrat, Intrige, Willkür, Feigheit, Gefahr und Idealismus. Und von Gewalt und Folter.
Es ist schon erstaunlich, dass Cabré erst 2004 mit der Thematik des spanischen Bürgerkriegs publik ging.
Fazit: Flott geschrieben mit einer Unmenge an Personal, aber alles ist stets übersichtlich und an seinem Platz. Ein wenig mehr Historie hätte ich schon noch gebraucht, etwas weniger Faustrecht und eine Spur weniger Xanthippe, denn die Xanthippe hat sich im Verlauf des Romans dann doch etwas abgenützt
Kategorie: historischer Roman
Unter dem Titel „Les veus de Panamo“ 2004,erschienen.
Verlag, Suhrkamp, 2008. - Julia Quinn
Rokesby - Tollkühne Lügen, sinnliche Leidenschaft
(96)Aktuelle Rezension von: SarahreadsIn den britischen Kolonien wurde Cecilias Bruder im Kampf verwundet. Entschlossen und mutig begibt sie sich auf die Reise nach Nordamerika. Doch als sie in Manhattan ankommt, stellt Cecilia fest, dass ein Missverständnis vorliegt. Anstelle ihres Bruders findet sie den attraktiven jedoch bewusstlosen Captain Edward Rokesby im Lazarett. Mit ihm hat sie einen leidenschaftlichen Briefwechsel geführt und dabei ihr Herz an ihn verloren. Jetzt ist sie fest entschlossen, ihm zu helfen, obwohl dies normalerweise nur den Verwandten gestattet ist. Um dies zu ermöglichen, ergreift Cecilia eine waghalsige Maßnahme: Sie gibt vor, die Frau von Edward zu sein. Was wird passieren, wenn ihr „Ehemann“ die Augen öffnet?
„Rokesby –Tollkühne Lügen, sinnliche Leidenschaft“ ist der zweite Teil der „Rokesby“ Reihe von Julia Quinn. Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Durch die Personen mit den epochentypischen Kleidungen wirkt es sehr elegant. Der Schreibstil der Autorin war sehr locker und flüssig. Ich habe zwar dieses Mal ein bisschen länger gebraucht, um den Einstieg in das Buch zu finden, aber es hat sich definitiv gelohnt. Ist man einmal drin, möchte man das Buch nicht so schnell an die Seite legen. Auch dieses Buch wurde aus der Er-/Sie-Perspektive geschrieben.
Beide Charaktere fand ich auf Anhieb sehr sympathisch.
Cecilia ist eine äußerst mutige und starke Frau. Sie reist vollkommen allein von England aus nach Amerika, um nach ihrem Bruder zu suchen. Das sie auch noch so aufopfernd um Edward kümmert, finde ich einfach bewundernswert.
Edward habe ich sofort ins Herz geschlossen. Er wacht im Lazarett mit einer Gedächtnislücke auf. Cecilia kennt er bisher nur aus den Briefen ihres Bruders. Nach und nach entwickelt er aber immer mehr Gefühle für seine „Frau“.
Dieses Buch ist eine gelungene Fortsetzung der Reihe. Mir hat der Roman gut gefallen, da dieser mal ein bisschen anders war. Ich freue mich in den folgenden Büchern noch mal in der Welt der Rokesbys/Bridgertons eintauchen zu können. - Jessie Burton
Das Geheimnis der Muse
(140)Aktuelle Rezension von: MaFuWas wie eine Liebesgeschichte startet, entwickelt sich zu einem Beziehungsdrama rund um ein spektakuläres Kunstwerk. In Spanien im Jahr 1936 entstanden, taucht es im London der 1960er wieder auf. Odelle, eine junge Frau aus der Karibik, versucht das Rätsel seiner Herkunft zu lösen.
Lesefutter ist das erste, was mir zu diesem Buch einfällt. Gut geschrieben, auch spannend, aber irgendwie bleibt es immer an der Oberfläche, ich bekomme kein genaueres Bild von der Personen. Gern eine Empfehlung als Urlaubslektüre, wenn man mehr als eine Liebesgeschichte von einem Buch erwartet, aber für ein FünfSterneBuch reicht es leider nicht.
- Pierre Jarawan
Ein Lied für die Vermissten
(55)Aktuelle Rezension von: gstDer Libanon war einst die Schweiz des nahen Ostens, mit Skipisten in den Bergen und Jetskis am Strand. Allerdings, so führt der Autor aus, hat die Bevölkerung noch keinen Tag echte Demokratie erlebt. Unter der schönen Oberfläche brodelt es.
Das spürt man deutlich in diesem Roman, in dem Amin 1994 als Zwölfjähriger nach Beendigung des Bürgerkriegs (1975 bis 1990) in sein Geburtsland zurückkehrt. Nach dem Tod seiner Eltern hatte seine Großmutter mit ihm das Land verlassen. Zuviel war ihr genommen worden und sie wollte das Kind in Sicherheit aufwachsen lassen.
Im Buch begleiten wir Amin durch die Straßen von Beirut, wo er vieles entdeckt, das ihm fremd ist. Diese Fremdheit macht sich auch beim Lesen breit. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich an manchen Stellen überlegte, ob ich überhaupt weiterlesen soll. Denn über weite Strecken war ich enttäuscht, weil das Buch so ganz anders war, als Pierre Jarawans erster Roman „Am Ende bleiben die Zedern“ (zwar ging es auch darin um den Libanon, war aber sehr viel einfacher zu lesen). Allerdings kamen dann auch immer wieder Abschnitte, die mein Interesse so sehr auf sich zogen, dass sich alles in mir gegen einen Abbruch wehrte. Letztendlich bin ich froh, durchgehalten zu haben.
Obwohl ich den Libanon schon in anderen Büchern kennenlernen durfte, erfuhr ich viele neuen Tatsachen über die Geschichte dieses kleinen Landes im Osten des Mittelmeeres, das mit Syrien eine lange gemeinsame Grenze hat. Zum Beispiel verschwanden hier während des Bürgerkriegs über 17.000 Menschen spurlos. Auch die Zerstörung Beiruts wird auf Amins Erkundungszügen deutlich. Dabei begleitet ihn sein Freund Jafar, der sich ihm nach und nach immer mehr entzieht und eines Tages unauffindbar ist.
Pierre Jarawan (*1985) wurde als Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter in Jordanien geboren. Beide Eltern waren vor dem Bürgerkrieg geflohen und nahmen ihn im Alter von drei Jahren mit nach Deutschland, wo er bereits 2012 Meister im deutschsprachigen Poetry Slam wurde. Heute lebt er mit seiner Familie in München.
Fazit: Das Buch erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Es eignet sich nicht zum Nebenbeilesen. Aber es lohnt sich, und es bleibt in Erinnerung!
- John Shirley
BioShock
(32)Aktuelle Rezension von: Daniel_MechlingVorneweg: Natürlich ist dieses Buch für Fans der Videospielreihe gemacht, aber es funktioniert auch ohne.
Die Vision einer Welt ohne Regeln, in welcher jeder nur durch den eigenen Antrieb und die eigene Leistung voran kommt, treibt Andrew Ryan zum Bau seiner Unterwasserstadt "Rapture" an. Keine Regeln, keine Religion - der absolute Liberalismus. Nur: Wer einmal die Unterwasserstadt betritt, darf sie nie wieder verlassen.
Wir begleiten Ihn von den ersten Konstruktionen bis zum Ende der Utupoie durch die Augen seines Chefingenieurs. Vom Bau, über die Blütezeit bis zu den ersten Probleme, Revolutionen und schließlich dem unvermeidliche Untergang.
Auf der anderen Seite haben wir einen Trickbetrüger der geschickt die Macht an sich reißt und damit das eigentliche Monopol von Andrew Ryan ins wanken bringt. Denn so liberal sich Ryan auch gibt, hört bei seiner eigenen Macht die Freundschaft auf. So entsteht ein Geflecht aus Zahlreichen Nebenfiguren, welche jedoch meist wirklich nur eine sehr sanft gezeichnete Randerscheinung sind.
Die Problem und Brutalität die sich durch eine Stadt ohne Grenzen ergibt, entwickelt sich schleichend und ist nachvollziehbar. In Bester Michael Crichton-Manier "Nur weil es möglich ist, muss ich es nicht unbedingt tun" werden die Fragen von den Figuren im Buch nicht gestellt, aber die möglichen Konsequenzen dramatisch dargestellt.
Ein durchaus sehr unterhaltsames Buch das sprachlich sehr einfach, aber fesselnd eine Geschichte von der Utopie zur Dystopie erzählt.
- Christy Lefteri
Das Versprechen des Bienenhüters
(90)Aktuelle Rezension von: buecher_t1naIch habe die Ausgabe von 2019 günstig in einem Laden entdeckt. Mir hat das Cover mit der Biene und den Bienenwaben sehr gut gefallen.
Beim Lesen war das Erste, was mir auffiel, die unterschiedlichen Kapitelüberschriften. Einmal waren das fortlaufende Zahlen (1,2,3...), einmal waren das Worte. Kreativ war, dass das Wort der Überschrift sowohl das letzte Wort des letzten Satzes aus dem Kapitel davor ist, als auch das erste Wort des neuen Kapitels. Anfangs war das für mich sehr verwirrend, jedoch habe ich mir dann auch die Notiz gemacht, dass die Zahlen in der Gegenwart spielen, die Worte für die Vergangenheit sind. Somit gibt es hier auch zwei Erzählstränge (wie einige Kommentare auch schon beschreiben).
Zusätzlich musste ich mir tatsächlich die Notiz machen, wer mit wem verheiratet ist und zu wem welche Kinder gehören. Das war mir am Anfang alles auf einmal reingeworfen.
Das Buch wird aus Nuris Sicht erzählt. In der Vergangenheit in Aleppo war er mit seinem Cousin Mustafa Imker. Die beiden Familien verstanden sich sehr gut, wurden aber schon kurz vor dem Krieg auseinander gerissen. Mustafa flieht bald nach England, Nuri & Afra bleiben vorerst noch in Aleppo, da Afra nicht gehen möchte. Als Nuri dann gedroht wird, entschließt er, dass sie das Land verlassen. Der Strang in der Vergangenheit erzählt nun die Strapazen der Flucht, die Stationen an die sie kommen und die dortigen Begegnungen.
Die Gegenwart berichtet von ihrem Dasein in London, wie sie dort zurecht kommen mit den Folgen des Krieges, und was alles getan werden muss mit den Behörden und Papieren.Meine Meinung: Ich hatte schon das Buch "As long as the lemon trees grow" gelesen, welches auch während des Krieges in Syrien spielt. Dieses Buch hat mich damals nicht losgelassen und dort habe ich auch mehrmals geweint. Daher hatte ich ähnliche Erwartungen auch an dieses Buch. Ich hatte es gekauft, aber es lag sicher 9-10 Monate in meinem Regal, bis ich mich jetzt dazu aufraffen konnte, es zu lesen. Ganz ehrlich, ich dachte ich werde sicher weinen und wollte daher nichts emotionales lesen. Nun da ich es gelesen habe, nein, es hat mich nicht genauso mitgenommen. Einige Stellen fand ich verwirrend, manches aus Nuris Sicht vielleicht verständlich, aber so richtig warm geworden? Nein, das bin ich mit Nuri nicht. Mir persönlich hat es nichts ausgemacht zu wissen, dass Afra und Nuri in England ankommen und in Sicherheit sein werden. Diese "extra" Spannung mit "werden sie es schaffen? oder doch nicht?" brauchte ich nicht. Aber trotzdem hat mich das Buch nicht wirklich berührt.
- Pierre Jarawan
Am Ende bleiben die Zedern
(134)Aktuelle Rezension von: gstSamir kam 1983 zur Welt, ein Jahr nachdem seine Eltern nach Deutschland gekommen waren. Sein Vater war liebevoll und hat ihm viel über sein Heimatland Libanon erzählt. Doch eines Tages war er spurlos verschwunden und hinterlässt eine traumatisierte Familie. Mit Ende 20 begibt sich Samir auf die Suche nach dem Vater und reist in den Libanon.
„Als Vater verschwand, blieb die Zeit für mich stehen. Meine Erinnerung an ihn wurde mit den Jahren verschwommener, undeutlicher, seine Konturen lösten sich auf. Ich wurde älter und veränderte mich, aber er blieb immer jung.“ (Seiten 143)
Ich habe in diesem Buch viele interessante Dinge über den Libanon erfahren. Nicht nur darüber, wie die Landschaft aussieht, sondern auch wie die vielen nebeneinander bestehenden Religionen die Politik beeinflussen.
Der im Libanon geborene und in München lebende Autor und Fotograf hat für diesen Roman mehrere Preise erhalten. Sein Schreibstil erinnerte mich ein wenig an orientalische Geschichtenerzähler und hat mich sehr angesprochen. Dieses Buch war sein Romandebüt. 2020 folgte „Lied für die Vermissten“ und für 2025 ist ein weiteres Buch von ihm angekündigt.
- Anna Burns
Milchmann
(187)Aktuelle Rezension von: ReadingWitchRezension "Milchmann"
Die Welt, in die uns Anna Burns in ihrem Roman „Milchmann“ führt, ist schwarz und weiß. Es gibt genaue Regeln, die jeder kennt, aber über die keiner spricht. Das Regelwerk deckt alle Bereiche ab. Es erstreckt sich von der richtigen Wohngegend über die richtige Religion bis hin zu den richtigen Namen. Es wird zwar an keiner Stelle erwähnt, aber aus dem Kontext lässt sich entnehmen, dass die Geschichte mitten in dem Konflikt zwischen den Protestanten und Katholiken in Nordirland spielt. Der Alltag ist geprägt von Attentaten und Gewalt. Es gibt die Bewegung der Verweigerer, welche sich dem Staat widersetzt und ihren Bezirk kontrolliert. Die Menschen teilen ihre Stadt in “die richtige und die falsche Seite der Hauptstraße ein“ und definieren sich über ihre Gruppenzugehörigkeit. Es ist wichtig das richtige zu sagen, damit die Nachbarn nicht das Falsche denken. Daraus entsteht eine psychopolitische Atmosphäre der Angst und Unterdrückung.
„Der Schneeball und das böse Wort,
sie wachsen, wie sie rollen fort.
Ein Schneeball wirft zum Tor hinaus,
ein Berg wird`s vor Nachbars Haus.“
(Wilhelm Müller 1794 – 1827)
So ein Schneeball wird unserer Protagonistin zum Verhängnis. Die Ich-Erzählerin, auch Mittelschwester genannt, lebt in Belfast in den 70er Jahren. Mit ihren jungen 18 Jahren wird sie von dem deutlich älteren und verheirateten Anführer der „Verweigerer“ als nächste Affäre auserkoren. Er, im Roman Milchmann genannt, beginnt ihr nachzustellen. Und obwohl zwischen den beiden keine Beziehung besteht, brodelt die Gerüchteküche aufgrund einiger kurzer und für die Hauptfigur bedrohlicher Treffen. Der Milchmann erwartet von ihr, dass sie sich fügt und weicht nicht vor Drohungen zurück, um sich durchzusetzen. Die Erzählerin kann sich in ihrer Verzweiflung an niemanden wenden. Sie kann sich niemandem anvertrauen, nicht einmal ihrer Mutter, die aufgrund der Gerüchte bereits ihr eigenes Urteil gefällt hat.
Das Leben der Erzählerin besteht aus Anpassungsdruck, sozialen Kontrollen und Ungleichheit. Doch sie ist nicht bereit sich komplett anzupassen. Sie möchte nicht sofort heiraten und Kinder kriegen. Doch in ihrer Welt haben Frauen eine untergeordnete Rolle und müssen die männliche Überlegenheit anerkennen. Frauen, die widersprechen, gelten als missraten und werden geächtet.
Das alles wird in einen sehr ungewöhnlichen Schreibstil verpackt. Die langen Bandwurmsätze, die vom hundertsten ins tausendste springen, wirken wie ein nicht enden wollender Gedankenstrom. Die Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung der Hauptfigur wird dadurch greifbar. Ihre Gedanken drehen sich wie ein Karussell.
Ungewöhnlich sind auch die fehlenden Namen und Ortsbezeichnungen im ganzen Roman. Die Figuren werden mit ihrer Funktion angesprochen. Da gibt es dann "Schwester eins" und "Schwager eins, "Vielleicht-Freund und Chefkoch" und den "Ort auf der anderen Seite der See". Ich persönlich kann mir Namen nur sehr schwer merken und fand es daher erfrischend, dass die Figuren anders benannt wurden. Die fehlenden Namen machen die handelnden Personen anonym, aber auch allgemein gültig. Anna Burns schafft damit die Übertragbarkeit des Romans auf andere Orte und Zeiten.
Ob dieses Buch ein literarisches Meisterwerk ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Beim Lesen habe ich mehrfach meine Meinung zu diesem Roman gewechselt. Ich schwankte immer wieder zwischen langweilig und unglaublich. Zum Schluss tendiere ich doch zur Leseempfehlung.
https://www.readingwitch.com/post/milchmann - Conn Iggulden
Imperator - Die Tore von Rom
(25)Aktuelle Rezension von: Angel10- Gaius Julius Caesar und Marcus Brutus verbringen ihre gemeinsame Jugend auf einem Landgut,
- werden von einem alten Gladiator ausgebildet, gehen nach Sklavenaufstand nach Rom
- Sulla wird Diktator
- insgesamt ein interessanter Roman, manchmal etwas zu ausführlich
- Charles Frazier
Unterwegs nach Cold Mountain
(64)Aktuelle Rezension von: HoldenEin außergewöhnlicher Western, der viel über das Leben der damaligen Menschen und wie hart es war aussagt. Ein Deserteur der Nordataatenarmee im amerikanischen Bürgerkrieg ist unterwegs zu seiner Freundin und trifft unterwegs so einige zwielichtige Gesellen. Seine Freundin muß währenddessen nach dem überraschenden Tod ihres Vaters die Selbständigkeit lernen. Für den interessierten Leser kommen auch sehr viele historische Fakten rüber. - Shehan Karunatilaka
Die sieben Monde des Maali Almeida
(92)Aktuelle Rezension von: skiaddict7Maali Almeida, ein schwuler, selbstständiger Kriegsfotograf im Sri Lanka der 1980er und 90er Jahre, erwacht eines Tages im Jenseits. Er kann sich nicht erinnern, was passiert ist, wie er dahin gekommen ist oder wer ihn umgebracht hat. Im Bürgerkrieg Sri Lankas gibt es genügend Gründe, und zahlreiche Menschen, die Maali nicht wohlgesonnen sind. Er kommt im "Dazwischen" an, in einer Art Auffangbecken im Jenseits, die erste Anlaufstelle für alle Verstorbenen. Sieben Monde bleiben ihm Zeit, um ins "Licht" zu gehen oder endgültig im Dazwischen zu bleiben. Diese möchte er nutzen, um herauszufinden, was passiert ist...
"Die sieben Monde des Maali Almeida" ist mit über 500 Seiten etwas sperrig und ich habe einige Zeit und mehrere Anläufe gebraucht, um in den Roman hineinzukommen. Als ich dann mal drin war, wurde ich in den Sog der Geschichte hineingezogen und konnte nicht mehr aufhören. Karunatilaka hat nicht umsonst den Booker Prize für dieses Werk bekommen. Meisterhaft webt er die Erzählstränge ineinander, das Dazwischen und die Gegenwart, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Bürgerkrieg, und schafft es dabei, den Leser völlig in seinen Bann zu ziehen. Dämonen, Geister, Ghouls, alle leben sie im Dazwischen, und nach und nach kommt man in diese vielschichtige Erzählung hinein. Brilliant findet er ein Ende, in dem dann doch das meiste zumindest teilweise gut ausgeht. Ein hervorragender Roman!
- Alexander Osang
Die Leben der Elena Silber
(80)Aktuelle Rezension von: FortiAchtung (nicht sonderlich tiefgehende) Spoiler!
Eine Familiengeschichte über knapp 100 Jahre, die so einiges zu bieten hat: Geheimnisse, Legenden, Tragik, Konflikte, Schweigen, verschwundene Familienmitglieder, Migrationsgeschichten. Eins hat sie allerdings nicht: ein rundes Ende, das alles auflöst. Das machte es für mich aber auch sehr realistisch, denn in welcher Familie lassen sich schon alle Fragen nach der Vergangenheit beantworten. Das Thema Suche zieht sich durchs Buch – die Suche nach Antworten auf Fragen nach der Vergangenheit, die Suche nach Heimat, die Suche nach Familie. Ich fand es alles in allem eine stimmige Geschichte. Für mich eine zwar etwas lange (knapp über 600 Seiten), aber lohnende Lektüre. - Elyseo da Silva
Mosaik der verlorenen Zeit
(14)Aktuelle Rezension von: YannDas Mosaik der verlorenen Zeit ist schwierig kurz zusammen zu fassen, da es um völlig verschiedene - jedoch verwobene! - Handlungsstränge von Figuren geht. Insofern fühlte auch ich mich wie manch andere an "Cloud Atlas" erinnert und wenn es auch nicht ganz so allumfassend ein Portrait der Menschheit zeichnet wie jenes Buch, erzählt es doch eine mitreißende und tragische Geschichte bezüglich eines Landes, das ich literarisch vorher noch gar nicht erkundet hatte. Natürlich sind die anderen Handlungsstränge mit den europäischen Figuren auch lesenswert.
Insgesamt ist das Mosaik stilsicher geschrieben und angenehm zu lesen.
5/5 Sterne gibt es daher von mir!
- Bernard Cornwell
Starbuck: Der Rebell
(39)Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkondNathaniel Starbuck ist der Sohn eines Predigers aus Neuengland, der den Süden und dessen Lebensstil aus Blut verabscheut. Doch der SOhn hat mit der puritanischen Strenge der Familie gebrochen. Nach einem skandalösen Eklat verschlägt es ihn nach Virginia, in die Heimat seines Jugendfreundes Adam. Dessen Vater nimmt in mit Freuden auf. Und in den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen zum Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges wird der junge Mann aus dem Norden auf der Seite des Südens in den Konflikt mit hineingezogen.
Bernard Cornwell vermag es sowieso, die für mich spannendsten historischen Epochen in seinen Romanen aufzurollen und gerade eine Abenteuerroman im Sezessionskrieg hat das Potential, mich an das Buch zu fesseln. Und so geht die Geschichte auch schon sehr rasant los. Wie schon typisch für Cornwell haben wir eine lange Vorlaufzeit, die sich immer weiter zu einem Sturm hin aufrollt, sodass wir uns unversehens mitten in einer blutigen Schlacht wiederfinden. Zwar dauert dieser Anlauf bei diesem Roman recht lange, das Finale gestaltet sich dann aber überraschend blutrünstig und spannend, sodass die Seiten nur so geflogen sind. Der Recht ruhige Teil davor ist meiner Meinung nach auch notwendig, ob die verschiedenen Protagonist:innen erst einmal so richtig kennenzulernen. Und so haben wir mit Nathaniel einen etwas schwierigen, moralisch stabilen Charakter, der mir so manches Fragezeichen ins Gesichte gezaubert hat, der jedoch innerhalb dieses ersten Bandes schon eine beachtliche charakterliche Veränderung durchlauft. Doch umso interessanter sind für mich Washington Faulconer oder aber auch dessen Schwager "Pecker". Auf jeden Fall vermag es Cornwell die Figuren vielschichtig und mit einzigartigen charakterlichen Zügen zu versehen, sodass diese für mich besonders authentisch herüberkommen. Und so bestehen die ersten Beiden Drittel überwiegend daraus, die Leserschaft in Figuren und Setting einzuführen, einen Überblick über die politische Lage im Land zu geben - ohne dabei zu stark auszuschwefen - viele historische Fakten in wenig Raum zu packen. Man mag dafür zwar einen langen Atem brauchen, doch die Entlohnung erfolgt reichlich. Und außerdem erfolgt diese Einführungsveranstaltung für alle vier Bücher der Reihe, wodurch die restlichen drei nur noch rasanter zu lesen sein werden.
Wie dem auch sei: Blutrünstigkeit, Setting und Figuren haben meinen Geschmack getroffen. Bitte mehr davon!























