Bücher mit dem Tag "bürgerrechte"

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70 Bücher

  1. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783404173204)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

     (445)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Brigitte

    Band III der Jahrhundertsaga

    „Wie ironisch, dachte George: Um die Türkei zu beschützen, müssen wir die Kernwaffen von dort abziehen. Außenminister Dean Rusk warnte: >>Die Sowjets können aber woanders aktiv werden, Sir, und zwar in Berlin.<< George nickte. Es war paradox, dass der amerikanische Präsident eine Karibikinsel nicht angreifen konnte, ohne die Auswirkungen zu berücksichtigen, die eine solche Entscheidung siebentausend Meilen entfernt in Mitteleuropa hätte. Die ganze Welt war für die beiden Supermächte zum Schachbrett geworden.“ (S. 362)

    Eine komplexe, vielschichtige Handlung vereint historische Eckpunkte aus 30 Jahren amerikanischer, deutscher, englischer und russischer Geschichte. Thematisch durchschreitet Ken Follett, der Stephen King des Historischen Romans, im dritten Teil seiner Jahrhunderttrilogie den Kalten Krieg von vorne bis hinten – beginnend mit dem Mauerbau 1961 (1. Kritikpunkt: Warum beginnt er nicht bei der Nachkriegszeit mit interessanten Ereignissen wie dem Aufstand vom 17. 06. 1953) über die Kubakrise und JFK, die Rassendiskriminierung in den USA und M. L. King, Ost-West-Flucht, Korruption und Intrigen im Kreml (2. Kritikpunkt: Wo bleibt die Aufarbeitung der Nazivergangenheit mit den Nürnberger Prozessen? Richtig. Nirgendwo. Auch zur Mondlandung hätte ich wenigstens eine Erwähnung erwartet) bis hin zu Glasnost & Perestroika und dem Mauerfall (3. Kritikpunkt: Bei Follett hört es sich so an, als wäre mit dem Einsturz einer betonierten Wand alles getan und alle Menschen springen in Blümchenkleidern zu >I’ve been looking for Freedom< über einen Regenbogen…Dass wir auch heute noch, zu einem Zeitpunkt, an dem die Mauer länger abgerissen ist, als sie stand, mit Ungleichheiten und Vorurteilen zwischen Ost und West zu tun haben, lässt er unbetrachtet).

    Ken Follett hat mit diesem Abschluss seiner Familiensaga des 20. Jahrhunderts wieder einen dramatischen Liebesroman kreiert. Alle Protagonisten finden wieder auf magische Weise zueinander von den USA über England und das geteilte Deutschland zur Sowjetunion. Die Stammbäume der beteiligten Familien im Anhang und in den Klappen haben wirklich geholfen mit den umfänglich vorhandenen Protagonisten umzugehen, dennoch kam ich einige Male raus. „Zu wem gehörst du jetzt? Ich dachte, du hast etwas mit dem anderen Typen am Laufen? Oh, ach ne, doch nicht.“ Nach kurzer Orientierung und vielleicht ein paar Seiten zurückblättern ging das bei mir aber wieder.

    Es muss Follett zugutegehalten werden, dass er einen komplexen historischen Zeitrahmen mit vielen politischen Strängen (mehr als in den ersten beiden Teilen der Trilogie) gut gemeistert hat. Er vereint die wichtigsten politischen Themen aus diesen 30 Jahren geschickt, immer ist ein Protagonist live im oder am Geschehen dran ganz wie bei Forest Gump – Montgomery-Bus-Boykott & Martin Luther King’s >I have a Dream<-Rede; JFK’s >Ik bin ein Berliner< -Rede & das Attentat, Vietnamkrieg, Mauerfall u.v.m.

    Die Leserinnen und Leser bekommen einen groben Überblick über politische Zusammenhänge des Ost-West-Konflikts im historischen Kontext. Die Umsetzung in Romanform erlaubt es dem Rezipienten in lockerer Atmosphäre Geschichte spannend und informativ zu erleben. Ich muss zugeben, dass ich mich mit diesem Zeitabschnitt weniger auskenne als das noch beim ersten und zweiten Teil der Fall war. Einfach, weil im Lehrplan besonderer Fokus auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts mit den beiden Weltkriegen gelegt wird, da wird nach hinten heraus die Zeit knapp. Jahrgänge nach 1990 wie ich kennen sich da weniger gut aus bzw. beziehen ihre Informationen von Eltern und Großeltern. Auch gibt es mehr filmische Adaptionen über die NS-Zeit als über den Kalten Krieg. Daher bewerte ich hier besonders die Auswahl der Eckdaten, die Follett getroffen hat, und deren Zusammenspiel positiv. Gerade zur Rassendiskriminierung und der damit verbundenen Polizeigewalt in den USA konnte ich in diesem Roman etwas lernen. Leider ein immer noch hoch brisantes Thema.

    Dennoch kann ich nicht mehr als drei Sterne vergeben. Wie im Vorgängerband macht Ken Follett einen entscheidenden Fehler, über den ich nicht hinwegsehen kann. Er denkt in Schwarz-Weiß-Schemen, am Ende wird alles gut, alle Protagonisten sind glücklich, gesellschaftliche Probleme werden ignoriert. Beispielsweise sind die Stasi-Mitarbeiter so gezeichnet wie die Nazis in Teil zwei – strunz dumm. Nur einer hat es auf die Familie abgesehen und benutzt seinen Gripps komplett nur zum Schikanieren der Protagonisten. Der Roman suggeriert außerdem, dass die gesamte DDR-Bevölkerung in den Westen will, die Grenzsoldaten werden als handelnde und nicht denkende Schachfiguren bewegt. Was ist denn mit den regimetreuen intelligenten Bürgern und Funktionären? Was ist mit den Ängsten bei der Wiedervereinigung? Follett legt den Fokus besonders auf die Swinging Sixties. Das Jahrzehnt erstreckt sich auf fast 900 der 1200 Seiten, dadurch werden die anderen zwei Jahrzehnte sehr gedrängt.

    Ein großer Kritikpunkt in den Vorgängerbänden war die Häufigkeit von romantischen Bettgeschichten. Hier hat sich das etwas gelegt, Follett lässt vieles nur angedeutet. Es gibt zwar ein kleines Durcheinander, wer mit wem und wann, aber der historische Rahmen mit den Ereignissen überwiegt.

    Fazit

    KINDER DER FREIHEIT ist der Abschluss der Familiensage über das 20. Jahrhundert von Ken Follett. 30 Jahre Weltgeschichte drängen sich auf 1200 Seiten, da können nicht alle Details abgebildet werden. Als dramatische Liebesromane im historischen Setting ist die Reihe gut zu lesen. Ich empfehle, die Erwartungen nicht zu hoch zulegen. Die Leserinnen und Leser finden in diesem dritten Band einen soliden, zufriedenstellenden Abschluss.

     

    KINDER DER FREIHEIT| Ken Follett| Bastei Lübbe| 2014| 1208 Seiten| 29,99€ (Hardcover nicht mehr erhältlich; als Taschenbuch für 17,00€

  2. Cover des Buches Wer die Nachtigall stört ... (ISBN: 9783499271571)
    Harper Lee

    Wer die Nachtigall stört ...

     (933)
    Aktuelle Rezension von: Alexander_Bally

    Bei Büchern ist es oft ähnlich wie bei Menschen: Da gibt es wen, den kennt vage schon seit langem, aber es ergab sich nie ein näheres Kennenlernen. Wenn es doch geschieht, erkennt man mitunter, dass man seit Jahren eine wunderbare Begegnung versäumt hat.

    So ging es mit mit Harper Lee und „Wer die Nachtigall stört“. ‚Amerikanischer moderner Klassiker, nett zu lesen und wohl auch lohnend‘, das wusste ich. Aber näher bin ich dem Buch nie gekommen und selbst die oskarprämierte Verfilmung aus dem Jahr 1962 war an mir vorbeigegangen, obwohl ich das Kino der sechziger Jahre sehr schätze und ebenso Gregory Peck.

    Und dann war neulich meine Bettlektüre zu Ende und ich war zu faul einen anderen lieben Band im Bücherbord auszusuchen. Zufällig lag Harper Lee gerade herum und ich war nun einfach neugierig. Und dann? Den Anfang fand ich ein wenig harzig. Die Erlebnisse des altklugen Wildfangs, der sechsjährigen Jean Louise Finch, genannt Scout, fand ich nett, aber mehr auch nicht. Ich las, wie sie sich von ihrer Lehrerin ungerecht behandelt fühlt, über ihre Schulweg- und Schulhofabenteuer, die sich immer wieder um Arthur „Boo“ Ridley drehen, den geheimnisvollen Nachbarn, der die Menschen scheut und seit vielen Jahren nie das Haus verließ. Für die Kinder wurde er so zu einer Art Sagen-und Schreckgestalt. Scout und ihr älterer Bruder Jem versuchen in immer neuen Anläufen ihn aus dem Haus zu locken. Alles las sich angenehm und die Figuren waren stets plastisch und lebendig gezeichnet, doch wohin wollte die Geschichte?

    Erzählerisch bricht das Buch mit sehr vielen Regeln, die ein Autor besser beachten sollte. Vor allem in der Erzählstruktur. Scout stellt dem Leser eine Unmenge Figuren vor, doch der Leser bleibt alleingelassen mit der Frage, warum er dies gezeigt bekommt. Die eher anekdotische Handlung meandert zwischen dem Finchschen Anwesen und dem Postamt hin und her, schweift ab in die Tiefen in die Familengeschichte um dann scheinbar Volten drehend wieder zum geheimnisvollen Boo Ridley zurückzukehren. Scout ist zwar hinreißend, doch auch die beste Protagonistin braucht eine Thema, dem sie folgen kann, um ihre Geschichte zu erzählen.

    Fast hätte ich das Buch wieder weggelegt. Und doch war da etwas, was mich zum weiterlesen bewog: Der Schauplatz Maycomb. Harper Lee zeichnet sehr genau ein Bild dieser fiktiven Kleinstadt in Alabama zur Zeit der Depression, führt das typische Personal vor Augen, bigotte Damenkränzchen, unverbiegbare Farmer an der Armutsgrenze, die dennoch stolz und aufrecht nie etwas schuldig bleiben wollen und ihre Schulden mit Eiern oder einem Ferkel bezahlen, verschlagene Rednecks, weißes Prekariat am Rande der Gesellschaft und die Parallelgesellschaft der Farbigen. Seit meiner Jugend kenne ich dank Tom Sawyer, die Waltons. Durch sie und viele andere Quellen war ich vertraut mit diesen Versatzstücken, doch Harper Lee hat sie, das merkte ich erst auf den zweiten Blick, zu einem dichten und lebendigen Mikrokosmos verwoben. Vor allem aber, das ist ihre große Stärke, blickt sie immer wieder genau in die Seelen der Figuren, belässt es nie beim Anschein, der vertrauten Oberfläche, dem Klischee. Das erzählende Kind begegnet allen Menschen unvoreingenommen und lotet so die Charaktere aus, immer wieder auch mit Hilfe ihre verwitweten Vaters, Atticus Finch, einem alternden Anwalt in der Gemeinde. Er glaubt an Freiheit und die Gleichheit vor dem Gesetz und lebt dies auch vor. Seinen Kindern ist er Vertrauter und Vorbild und vor allem Freund, der sie auch als Gesprächspartner ernst nimmt. Ansonsten lässt er ihnen sehr viel Freiheiten. Weit mehr, als Calpurnia, die schwarze Haushälterin, die mit Strenge und Liebe die eigentliche Erziehungsarbeit übernimmt.

    Ein Weilchen lag das Buch mit einem Lesezeichen in der Mitte neben meiner Bettstatt unberührt. Ich fand den Ruf, den es genießt, eher rätselhaft. Doch dann las ich weiter und endlich schälten sich aus den vielen, vielen Themen im Buch drei heraus, die sich in der zweiten Hälfte immer dichter verwoben: Rassismus, Gerechtigkeit und vor allem die Menschlichkeit in ihren guten und schlechten Ausprägungen.

    Als Atticus einen Schwarzen als Pflichtverteidiger vertritt, der beschuldigt wird, ein weißes Mädchen vergewaltigt zu haben, ein Vorwurf, der in Alabama in dieser Zeit beinahe automatisch zur Verurteilung führt, und er dieses Mandat auch noch sehr ernst nimmt, kommt es zu verdeckten und offenen Anfeindungen gegen diese „Niggerfreunde“. Atticus gelingt der Ritt auf der Rasierklinge, gelassen den gehässigen Klatsch zu überhören und sich dennoch sich dem Unrecht, notfalls auch dem Lynchmob entgegenzustellen, mit nichts weiter bewaffnet als aufrichtiger Überzeugung und Manieren. Er lehrt er seine Kinder, die Menschen zu verstehen, sich in die anderen hineinzuversetzen und niemanden zu verurteilen, nicht einmal die Bekannten und Nachbarn, die den Angeklagten lynchen wollten. Denn manchmal, so lehrt er sie, sind auch vernünftige Menschen verblendet. Dann stünde irgendetwas zwischen ihnen und ihrer Vernunft, ein Vorurteil, eine Angst oder sonst ein Gefühl.

    So wird über niemandem der Stab gebrochen, denn man muss ja auch in Zukunft friedlich zusammenleben. Dennoch werden im Roman die Schwächen und Unzulänglichkeiten und das Unrecht nie ausgeblendet, verleugnet und auch nicht beschönigt, denn der Angeklagte muss sterben, auch wenn Atticus im zentralen Prozess seine Unschuld offen zu Tage fördern kann. War sein Einsatz umsonst? So sieht es sein Sohn, und doch hat sich manches geändert, wenn auch einstweilen nur in den Köpfen. Aber genau da, in den Köpfen der Menschen, muss wohl alle gesellschaftliche Veränderung beginnen.

    So birgt das Buch gewaltigen gesellschaftspolitischer Sprengstoff, liebenswürdig verpackt in rosa Seidenpapier mit Schleifchen. Im seinem Kern ist es hochexplosiv und gerade heute so hochaktuell wie vor sechzig Jahren, als es erschien – in Amerika ebenso wie bei uns und vielleicht überall, wo Menschen mit Vorurteilen die Gesellschaft gestalten.

    Wie konnte ich dieses Buch nur übersehen? Es hielt mich bis drei Uhr wach, und nun, da ich das Werk als ganzes kenne, bin ich begeistert. Ich glaube, es verdient ein Plätzchen bei meinen Lieblingsbüchern.

    Rezension von www.perspektivwechsel.webador.de

  3. Cover des Buches Gute Geister (ISBN: 9783442714506)
    Kathryn Stockett

    Gute Geister

     (675)
    Aktuelle Rezension von: primweltenarchiv

    Wir werden zurückversetzt in eine Zeit, die vielleicht in manchen Belangen besser war, jedoch in keiner Weise in dem Punkt, den dieses Buch behandelt: Die Rassentrennung.

    Inmitten vieler furchtbarer Charaktere, die man aus heutiger Sicht nur verurteilen kann, haben wir eine herrlich sympathische Weiße, die die Rassentrennung für falsch hält – stand sie doch selbst ihrem wunderbaren Häusmädchen näher, als es zur damaligen Zeit "normal" war. Um die Missstände aufzudecken und das System ins Wanken zu bringen, will sie über die Geschichten der schwarzen Dienstmädchen schreiben. Ein absolutes No Go für solche, sich negativ über ihre Hausherren zu äußern. Doch eine mutige Frau wagt den Anfang und viele folgen ihr. 

    Ich liebe die Protagonistin, ihre Aufgeschlossenheit, sie ist ein fröhlicher Wirbelwind in finsteren Zeiten. Und ganz besonders sind mir die verschiedenen Dienstmädchen nahegegangen. Es gab traurige Moment, in denen ich den Kopf schütteln musste, und ich durfte herzlich lachen (insbesondere bei dieser einen speziellen Szene :D)

     

    Mein Fazit:

    Ein Buch, das meiner Ansicht nach jeder Mensch mal gelesen haben sollte. Hier wird ein wichtiges Thema behandelt, das zwar heute nicht mehr in diesem Ausmaß vorhanden ist, aber es ist noch da, wir bekommen es immer wieder mit, wie unsere dunkelhäutigen Mitmenschen herabgesetzt werden. Das muss aufhören und dieses Buch zeigt uns, dass wir zumindest schon einen ganzen Schritt geschafft haben in den letzten Jahrzehnten. Must Read und 5 von 5 Sternen!

  4. Cover des Buches Stay away from Gretchen (ISBN: 9783423282598)
    Susanne Abel

    Stay away from Gretchen

     (136)
    Aktuelle Rezension von: BabsyZ

    Als Tom Monderath, erfolgreicher Nachrichtenmoderator aus Köln, einen Anruf erhält, dass seine 84-jährige Mutter Greta in Würzburg in einer Klinik ist, ahnt er nicht, dass sein Leben komplett aus den Fugen geraten wird. Die Diagnose ist niederschmetternd: Demenz! Die alte Dame vergisst, an was sie sich nie mehr erinnern wollte und erzählt Bruchstücke aus ihrem Leben: von der Flucht der Familie aus Ostpreußen und von einer großen Liebe, die nicht sein durfte. Das Foto eines kleinen dunkelhäutigen Mädchens bringt Greta zum Verstummen und Tom beginnt zu recherchieren…

    Selten hat mich ein Buch so tief berührt und bewegt wie dieses. Sehr einfühlsam und gefühlvoll erzählt Susannne Abel von dem Kampf einer an Demenz erkrankten Frau um ein normales Leben. Gleichzeitig beleuchtet sie ein dunkles Kapitel der Nachkriegszeit und die Schicksale tausender sogenannter „Brown Babies“ und ihrer Mütter, deren einziges Verbrechen es war, sich in einen amerikanischen Soldaten zu verlieben und auf eine gemeinsame Zukunft zu hoffen. Da steckt so vieles drin, das kann man nicht kurz wiedergeben, das muss man einfach lesen!

    Mein Fazit: ein wichtiger, bewegender und zutiefst berührender Roman! Absolute Leseempfehlung.

  5. Cover des Buches Gehe hin, stelle einen Wächter (ISBN: 9783328100188)
    Harper Lee

    Gehe hin, stelle einen Wächter

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    Harper Lee brillierte natürlich mit Wer die Nachtigall stört- keine Frage. Dieser Roman kann seinem Vorgänger nicht das Wasser reichen. Dennoch ist Gehe hin, stelle einen Wächter absolut lesenswert.

    Wir begleiten Scout, die jetzt zumeist Jean Luise genannt wird, auf Heimaturlaub. Die Mittzwanzigerin lebt mittlerweile in New York, ist erwachsen und reifer geworden. Zu Hause muss sie sich jedoch wieder mit (bspw.) Rassismus auseinandersetzen, der bereits 20 Jahre zuvor ein zentrales Thema war. Es ist spannend zu erkennen, wie sich die einzelnen Charaktere verändert haben, zudem wird der Leser eingeladen, in tiefgründige Dialoge einzutauchen.

    Harper Lee war eine tolle Autorin, ich kann auch dieses Buch (was eigentlich ein Manuskript ist, wie ich gelesen habe) sehr empfehlen. 

  6. Cover des Buches Infernale (ISBN: 9783785588710)
    Sophie Jordan

    Infernale

     (665)
    Aktuelle Rezension von: toria_lin

    Stellt euch mal vor, ihr würdet in einer Welt leben, in der Menschen ein sogenanntes Mördergen haben. Und jede eurer Taten, sogar ihr selbst, werdet auf dieses Gen reduziert. Die Menschen, die euch ihr ganzes Leben lang kennen, betrachten und euch auf einmal komplett anders. Dabei hat sich an eurer Persönlichkeit nichts geändert.

    Von einem Tag auf den anderen, werdet ihr aus eurem Leben gerissen.

    Neue Schule, neue Menschen und Feindseligkeit, wo auch immer man hinkommt.

    So ergeht es  Davy in Infernale von Sophie Jordan. Ihr Leben war nahezu perfekt, doch die bloße Existenz des Mördergens in Davys DNA sorgt dafür, dass sich nicht nur ihr Freund von ihr trennt, sondern auch ihre Freunde sich von ihr abwenden. Sogar ihre eigene Familie meidet sie. Doch ist Davy aufgrund dieses Gens wirklich eine Mörderin? Und welche Absicht hat die Gesellschaft mit den Trägern des Mördergens?

    Davy ist eine sympathische und authentische Protagonistin. Ich konnte viele ihrer Gedankengänge und Entscheidungen nachempfinden, aber vor allem ihren Schmerz und Zwiespalt. Sie musste Entscheidungen treffen, die unmöglich waren.

    Ich habe mitgefiebert und mitgelitten, vor allem in der Mitte des Buches habe ich geheult wie ein Schlosshund, weil ich die ganze Situation so ungerecht empfand. 

    Die Handlung hielt ein paar Überraschungen bereit, außerdem finde ich die Grundidee der Dystopie wirklich interessant und wichtig. Denn in diesem Buch werden Menschen aufgrund eines Gens diskriminiert und sogar abwertend und ängstlich behandelt, obwohl man derselbe Mensch ist, den sie vorher kannten. Vor allem kann weder Davy noch einer der anderen etwas für dieses Gen. Aber genau so funktioniert Diskriminierung auch generell. Im Endeffekt werden Menschen, sogar ganze Bevölkerungsgruppen, auf der Basis von Eigenschaften und Handlungen Einzelner be- und verurteilt.

    Deshalb finde ich dieses Buch generell sehr authentisch.

    Auch die zweite Hälfte des Buches war total spannend und für einige Überraschungen gut, aber da will ich nicht zu viel verraten. Den Teil der Handlung kann man nämlich nicht aus dem Klappentext herauslesen.

    Die ganze Zeit hatte ich einen guten und emotionalen Einblick in Davys Gefühlswelt.

    Dennoch war für mich persönlich die Spannungs- und Entdeckungskurve in der ersten Hälfte etwas stärker als in der zweiten Hälfte.

    Deshalb gebe ich dem Buch zwischen 4.5 und 5 Sterne.

  7. Cover des Buches The Help (ISBN: 9780241956540)
    Kathryn Stockett

    The Help

     (145)
    Aktuelle Rezension von: Fantasia08

    Den Film habe ich schon gefühlt dutzende Male geschaut und immer wieder fesselte mich die Geschichte um Skeeter, Aibileen und Minny von neuem. Da ich versuche mein Englisch Level aufrecht zu erhalten. Lese ich nun viele Bücher in Englisch. Auch einige welche Verfilmungen ich schon gesehen habe.

    Inhalt:

    Mississippi, 1962: Die junge Skeeter wünscht sich nur eins: Sie will weg aus dem engen Jackson und als Journalistin in New York leben. Um etwas zu verändern, verbündet sie sich mit zwei schwarzen Dienstmädchen: Aibileen zieht die Kinder ihrer Arbeitgeber auf – das Tafelsilber darf sie aber nicht berühren. Und Minny ist auf der Suche nach einer neuen Stelle. Sie ist bekannt für ihre Kochkünste, aber sie ist auch gefürchtet: Denn Minny trägt das Herz auf der Zunge. Gemeinsam beschliessen die drei Frauen, gegen die Konventionen ihrer Zeit zu verstossen und etwas zu wagen. 

    Fazit:

    Ich muss sagen, der Film ist vergleichsweise sehr nah am Buche geblieben. Klar wurde hin und wieder Teile dazu erfunden oder weg gelassen, aber die bedeutendsten Teile blieben zum Glück bestehen und wurden sogar in den Film adaptiert. 

    Was mir aber definitiv im Buch besser gefällt ist die liebevolle Beziehung welche sich zwischen Skeeter und Aibileen entwickelt. Zudem spürte ich die Gefühle der Hauptcharaktere im Buch deutlich mehr als im Film. Es ist fantastisch, dass sich die drei Frauen beim erzählen immer abwechseln, dies gibt dem Buch richtig drive. Manchmal habe ich 90 Minuten durchgelesen ohne einmal auf zu Blicken. 

    Die Situation, welche das Buch beschreibt, bescherte mir immer wieder Gänsehaut. Und lies mich auch oft nachdenken, welche Rolle ich 1962 in Jackson wiedergegeben hätte? Ich hoffe wir lernen aus solchen Büchern für die Zukunft...auch wenn dieses "nur" Fiktion ist.

    Das Buch ist auf jeden Fall ein muss JEDEN!   

  8. Cover des Buches Wolf Shadow - Verlockende Gefahr (ISBN: 9783802582158)
    Eileen Wilks

    Wolf Shadow - Verlockende Gefahr

     (211)
    Aktuelle Rezension von: BlueTulip

    Genre Romantic-Fantasy

    Cover. Das Cover ist noch beinah mit das Beste am Buch es ist in einen dunklen grau mit einen Tick blau gestaltet dazu der Titel der Reihe in blutrot für mich perfekt.


    1 Satz: Viel war von seinem Gesicht nicht mehr übrig.


    Haupt- und Nebencharaktere: Die Hauptcharaktere waren sehr gut ausgearbeitet und wurden gut aufgebaut. Leider kann ich das gleiche nicht von den Nebencharaktere sagen. Denn dort fehlte eindeutig die Tiefe bzw eine genauere Beschreibung bei einigen Nebencharaktere, was meiner Meinung nach nicht ganz unwichtig für ein Buch ist.


    Schreibstil : Der Schreibstil war flüssig und gut und leicht zu lesen.


    Autor. Von Eileen Wilkes hab ich bisher weder was gehört noch gelesen.


    Gesamteindruck : Klar Eileen Wilkes ist nicht die erste die sich in diesem Genre versucht, selten aber konnte mich ein Buch so wenig begeistern wie dieses. Hab das Buch mindestens 5x abgebrochen, da mich der Inhalt nicht wirklich mitgerissen hat. Sexszenen gab es auch aber nicht sehr viele und auch hier wieder es war nicht meins denn ich fand sie teilweise doch sehr plump. Hatte zum Ende gar das Gefühl könnte vielleicht auch an der Übersetzung gelegen haben? Ich weiß es nicht. Fertig gelesen hab ich es ja jetzt und bin auch froh drüber Cover ein Punkt, alles andere zusammen 0,75 macht aufgerundet 2 Punkte von 5.

  9. Cover des Buches Die Inseln des Ruhms - Die Wissende (ISBN: 9783442267606)
    Glenda Larke

    Die Inseln des Ruhms - Die Wissende

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Geschichte in spannend, die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz und bleiben dennoch geheimnisvoll und bisweilen auch sehr undurchsichtig. In der Kurzbeschreibung von Amazon wird die Söldnerin Blaze genannt. Das wurde sicherlich aus dem Original übernommen. In der Übersetzung heißt sie (leider) Glut Halbblut. Ich muss zugeben mit den Namen hat man sich hier nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Aber für die Geschichte lohnt es darüber hinweg zu sehen.
    Der Schreibstil war am Anfang sehr ungewöhnlich. Es beginnt mit dem Brief eines Forschers an seinen Onkel. Mit diesem legt er ihm die ersten Berichte von einer schon deutlich in die Jahre gekommenen Glut Halbblut bei.
    Hier berichtet sie aus der Zeit und Ihrem Leben vor dem großen Wandel. Dieser Brief wirft auch gleich einige Fragen auf, mit deren Aufklärung die Autorin sich (meiner Meinung nach) bis zum letzten Band zeit lassen wird.
    Die Berichte von Glut sind toll geschrieben. Man hat das Gefühl sie würde vor einem sitzen und die Geschichte erzählen, nach ein paar Seiten aber entstehen die Bilder im Kopf. Man sieht die heruntergekommene Schenke, man sieht die junge Glut und taucht in ihre Geschichte ab. Die in der Kurzbeschreibung angedeutete Geschichte spielt eine Zentrale Rolle, ist aber bei weitem nicht so "kitschig" und "einfallslos" wie es sich auf den ersten Blick anhört.
    Mit hat das Buch großen Spaß gemacht und ich fand es sehr schade das es dann doch so schnell zu Ende war.
  10. Cover des Buches Postdemokratie (ISBN: 9783518125403)
    Colin Crouch

    Postdemokratie

     (19)
    Aktuelle Rezension von: kvel

    Inhalt / Definition / Anmerkung – S. 4:
    'Postdemokratie': Dieser Begriff des Politikwissenschaftlers Colin Crouch wurde nach dem Erscheinen der Originalausgabe seines Buches zum Kristallisationspunkt der Debatte um Politikverdrossenheit, Sozialabbau und Privatisierung. Crouch hat dabei ein politisches System im Auge, dessen demokratische Institutionen zwar weiterhin formal existieren, das von Bürgern und Politikern aber nicht länger mit Leben gefüllt wird. Der polemische Essay, der in Italien und Großbritannien bereits zum Klassiker der Gegenwartsdiagnose gilt, liegt nun endlich auch in deutscher Übersetzung vor.

    Collin Crouch lehrt Governance und Public Management an der University of Warwick.


    Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
    - Was heißt 'Postdemokratie'?
    - Das globale Unternehmen
    - Soziale Klassen im postdemokratischen Zeitalter
    - Zur Lage der Parteien
    - Postdemokratie und die Kommerzialisierung öffentlicher Leistungen
    - Und jetzt?


    Meine Meinung: Sehr schlüssige Analyse.


    Fazit: Dieses Stück politischer Bildung sollte sich jeder gönnen!

  11. Cover des Buches Angriff auf die Freiheit (ISBN: 9783423346023)
    Ilija Trojanow

    Angriff auf die Freiheit

     (90)
    Aktuelle Rezension von: Rose75

    Dieses Buch ist wirklich lesenswert und man ist erstaunt über die Weitsicht der Autoren. Es handelt hauptsächlich um den „Kampf gegen den Terror“ und wie sich dadurch Staaten das Recht nehmen, die Persönlichkeits- und Freiheitsrechte der Bürger zu beschneiden. Im Namen der Sicherheit !

    Heute, 10 Jahre später, ist die Angst vor Terroristen nicht mehr so präsent. Wir haben es mit anderen Themen wie Flüchtlinge, Migration und Klimawandel zu tun. Welche Antworten haben die staatlichen Institutionen? Mehr Gesetze und Verordnungen.          Die folgende Aussage:

    [S. 83] „Bevor neue Gesetze erlassen werden, muss die Akzeptanz der Öffentlichkeit vorbereitet werden. Die Einschränkung von Rechten kann nur mit Gefahren für die Gesellschaft und den Einzelnen gerechtfertigt werden. „  

     ist sehr gehaltvoll und sollte immer im Hinterkopf sein, wenn wir wieder medial mit Horrorszenarien konfrontiert werden.

    Juli Zeh ist Juristin und daher beleuchtet sie einige Standpunkte aus juristischer Sicht. Das fand ich interessant und bereichernd.

    Mit smarter Technik und Algorithmen ist eine neue Generation des 'Gläsernen Menschen' entstanden und die wenigsten sind sich des Werts und der Konsequenzen der „produzierten“ Daten bewusst.

    Das Buch ist wirklich lesenswert und alle Aussagen sind auf die heutige Zeit übertragbar. 

  12. Cover des Buches Little Brother (ISBN: 9780765323118)
    Cory Doctorow

    Little Brother

     (153)
    Aktuelle Rezension von: tob82
    "Little Brother" von Cory Doctorow wurde zuerst im Jahr 2008 veröffentlicht. Ort der Handlung ist San Francisco in der Gegenwart oder nahen Zukunft. Protagonist ist der 17-jährige Schüler Marcus Yallow. In der Post-9/11 Welt werden auch Schüler auf Schritt und Tritt überwacht. In seiner High School muss jeder Schüler mit einem Laptop arbeiten, der regelmäßig kontrolliert wird. Es gibt Gangüberwachungskameras (Gang im Sinne von Erkennung des Laufmusters einer Person) und alle Schulbücher sind mit RFID-Chips ausgestattet, deren Aufenthaltsort jederzeit abgefragt werden kann. Marcus besitzt profunde Technik-Kenntnisse und legt grundsätzlich viel Wert auf Privatsphäre. Die Umgehung der Überwachungsmaßnahmen stellt ihn vor wenig Probleme. Eines Mittags schleicht er sich zusammen mit drei Freunden aus der Schule, um eine Quest für ein Online-Computerspiel zu erkunden. Während sie durch SF auf dem Weg zu einem GPS-Ziel ziehen, kommt es zu einer starken Explosion. Terroristen haben die Bay Bridge in die Luft gejagt. Im Chaos der Ereignisse werden die Freunde daraufhin von Militärs aufgegriffen und als potentielle Terroristen in einem Geheimgefängnis unter übelsten Bedingungen verhört. Wieder auf freiem Fuß muss Marcus mitansehen, wie SF durch das DHS (Department of Homeland Security) immer mehr zu einer Polizeistaat-Zone umgewandelt wird. Sein bester Freund aus der Gruppe bleibt weiterhin verschollen. Im Angesicht dessen beschließt Marcus, einen Kampf für die Freiheit des Einzelnen aufzunehmen und Widerstand gegen das DHS selbst zu organisieren. Er stattet seine Freunde mit Kryptografie-Software aus und ersinnt Maßnahmen des zivilen Ungehorsams. Damit begibt er sich unweigerlich in noch größere Gefahr.

    Ich habe den Roman 2012 zum ersten Mal gelesen und jetzt erneut. Die Thematik von Sicherheit und Privatsphäre ist und bleibt ein wichtiges Thema. Durch die Ich-Erzählung aus Marcus' Perspektive erlebt man sich als Leser immer nahe am Geschehen und an seiner Gefühlswelt. Der Roman ist aus meiner Sicht die meiste Zeit über kurzweilig und kann mit einer gut konstruierten Story überzeugen. Auch das Ende erscheint mir passend. Bei David-gegen-Goliath-Geschichten ist das für mich nicht immer selbstverständlich. Die Verhöre sind emotional stark geschildert und wirken realistisch ohne dabei zu übertreiben. Ein Mehrwert des Romans besteht in gelegentlichen Erklärungen und Hintergrundinformationen zu erwähnter Technik und Verfahren. Auch die enthaltenen Diskussionen zum Thema Grundrechte finde ich spannend. San Francisco kommt mit seiner besonderen Geschichte als Ort der Handlung gut zur Geltung.
  13. Cover des Buches Abgespeist (ISBN: 9783596176298)
    Thilo Bode

    Abgespeist

     (24)
    Aktuelle Rezension von: zimtstern
    Kaum zu glauben, was dem Ottonormalverbraucher heutzutage geboten wird. Legal vergiftete Lebensmittel sind noch Lapalien im Hinblick auf das Ausmaß des Betrugs durch die Lebensmittelindustrie. Scheinbar sind wir machtlos dagegen - oder doch nicht? Dieser Aufklärungsratgeber von Umwelt- und Verbraucherschutzaktivist Thilo Bode gibt Antworten zu den politischen Hintergründe dieser Zustände. Sein Ziel: Mehr Rechte für die Verbraucher. Dieser Roman gibt neue Einsichten über die Interessen der Lebensmittelindustrie! Hat man dieses Buch gelesen, wird kein Einkauf mehr so unbeschwert sein, wie er einmal war.
  14. Cover des Buches Dantons Tod (ISBN: 9783746721149)
    Georg Büchner

    Dantons Tod

     (245)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Georg Büchners Text kann auch heute noch mit einigem zeitgeschichtlichen Bezug gelesen werden. Die französische Revolution, deren Ursprung auf die massive Staatsverschuldung und die grosse Ungleichheit der Standesgesellschaft Ende des 18. Jahrhunderts zurückzuführen ist, bildet den Hintergrund dieses Dramas. Anhand der Hauptcharaktere Danton und Robespierre schildert Büchner eindrücklich, wohin übersteigerter Idealismus und Fanatismus führen können. Ein paar wenige selbsternannte Vertreter des Volkes – ohne dieses je befragt zu haben – führen die Revolution an, die schnell aus dem Ruder läuft und in einer Schreckensherrschaft und unglaublichem Leid endet. Was die Manipulation der Massen und die daraus entstehende Gruppendynamik bewirken kann, lässt einem erahnen, wie nah Wahnsinn und Tugend sein können. Nicht selten werden dabei Naturereignisse als Argumentationshilfe für demagogische Inhalte missbraucht.


    Wenn man die heutige Welt besser verstehen will, sollte man dieses Werk lesen.

  15. Cover des Buches Martin Luther King (ISBN: 9783499503337)
    Gerd Presler

    Martin Luther King

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Eine lebendig geschriebene Dokumentation über das Leben und Wirken des bedeutenden Bürgerrechtlers und Freiheitskämpfers Dr. Martin Luther King, jr. Es grenzt fast an eine unglaubliche Geschichtsentdeckung über die Lebensleistung eines „Revolutionärs“ zu lesen, der stets den gewaltlosen Protest und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen untereinander förderte und forderte. Dass er diese beiden Ziele auf eindrucksvolle Weise in die Wirklichkeit umsetzte und ganze Massen dafür gewinnen konnte, ist kaum fassbar und dennoch wahr. Spannend, bewegend und mitreißend erzählt dieses Büchlein von einem mutigen Menschen. Die Wortwahl von 1984 würde an manchen Stellen heute so sicher nicht mehr getroffen werden, jedoch schmälert das nicht die würdevolle und hoffnungsvolle Gesinnung, von der hier berichtet wird.

  16. Cover des Buches Dunkle Flüsse des Herzens (ISBN: 9783453433007)
    Dean Koontz

    Dunkle Flüsse des Herzens

     (80)
    Aktuelle Rezension von: chrissie

    Schon der Anfang zieht sich sehr in die Länge und ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob ich das Buch zur Seite legen soll. Dean Koontz ergeht sich in langatmigen Beschreibungen und selbst eine Szene in der Wüste, die eigentlich atemraubend sein könnte, wird meiner Ansicht nach totbeschrieben.

    Es dauert sehr lange, ehe man ansatzweise versteht, worauf es hinauslaufen könnte. 

    Zwischendurch gibt es aber durchaus spannende und manchmal lustige Dinge, die sich vor allem in den Dialogen zwischen Spencer und Ellie zeigen. Auch Spencers Beziehung zu seinem Hund Rocky gefällt mir gut.

    Der Showdown, der sehr gut eingefädelt war und viel Spannung versprach, hat mich leider nicht wirklich gepackt und das Ende gefiel mir nur teilweise.

    Dies war mein zweiter Roman von Dean Koontz und ich muss gestehen, dass es mein letztes Buch von ihm sein wird.

  17. Cover des Buches Das Teufelsspiel (ISBN: 9783734110443)
    Jeffery Deaver

    Das Teufelsspiel

     (207)
    Aktuelle Rezension von: EngelAnni

    In dem 6. Teil ermittelt Lincoln Rhyme in Fall eines Angriffs auf ein 16-jähriges Mädchen, welches auf den Spuren eines Vorfahren wandelt.
    Die Lösung scheint also 140 Jahre zurück zu liegen, aber stimmt es wirklich oder gibt es ein anderes Motiv?
    Wie immer bei Deaver wechselt der Thriller ein paar Mal die Richtung, aber diesmal finde ich alles wieder stimmig und nicht so herbei gezogen. Es steht immer das Mädchen und ihr Vorfahr im Vordergrund.
    Was mir auch sehr gut gefällt, sit die Entwicklung von Lincoln Rhyme, aber da darf ich nicht mehr verraten ohne zu spoilern.
    Ich gebe dem Buch volle 5 Sterne!

  18. Cover des Buches Gute Geister (ISBN: 9783837107777)
    Kathryn Stockett

    Gute Geister

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Clio

    Kathryn Stockett gelingt es, ein facettenreicheres Bild farbigen Lebens in den Sechzigerjahren und der einsetzenden gesellschaftlichen Veränderungen zu zeichnen. Sie verleiht der Geschichte ein zum Teil schier bedrückendes Lokalkolorit und schildert die tatsächliche schreckliche Realität der damalige Zeit. Dabei gelingt es ihr aber dennoch, einen erstaunlich leichtfüßigen und nur selten bedrückenden Roman zu verfassen, denn aber auch der Humor kommt keinesfalls zu kurz.

    Die Südstaatendamen sind ach so fein mit all ihren Bridgerunden, Countryclubs und Versammlungen der traditionsreichen Vereinigung „Daughters of the American Revolution“, halten aber ihre Hausmädchen im Grunde für Menschen dritter Klasse, die rassenspezifische Krankheiten übertragen und wenig Verstand haben und zu nichts nütze sind. Aber im Gegenzug übernehmen diese die Erziehung der Kinder, halten das Haus sauber und kümmern sich um die Verpflegung der Familien – sie halten den weißen Damen den Rücken frei, damit diese sich dem Müßiggang und der Wohltätigkeit widmen können, was sie natürlich ungemein erschöpft. Und paradoxerweise sammeln sie gern für die armen hungernden Kinder in Afrika und ignorieren fleißig, dass diese „armen Kinder“ auch direkt vor ihrer Haustür leben. Aber es ist ja immer einfacher, sich für ein Übel zu engagieren, das möglichst weit vom eigenen Wohlfühlbereich entfernt ist …

    Die Beschreibung dieser Missstände/Zustände gelingt Kathryn Stockett durch einen wunderbaren Kniff: Sie erzählt die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven – der von Skeeter, Aibileen und Minny –, wobei jede der Frauen auch erzähltechnisch gesehen ihre eigene Stimme und ihren eigenen literarischen Stil hat. Dadurch wirkt das Ganze noch authentischer. Und dadurch vermeidet die Autorin, dass die Geschichte ins Gefühlsduselige oder Mitleidsheischende abgleitet, da alle drei Frauen eine recht nüchterne Sicht ihrer jeweiligen Situation haben. Ob dies nun Skeeter ist, die zwar einerseits darunter leidet, dass sie keinen Mann hat, sich aber andererseits auch nicht verbiegen will, um einem potenziellen Bewerber zu gefallen. Oder die sehr darunter leidet, dass ihre Freundinnen sich von ihr zurückziehen, als deutlich wird, dass sie eine „Niggerfreundin“ (Zitat) ist. Oder ob es Aibileen ist, die mit ganzer Liebe Elizabeths Tochter Mae Mobley erzieht und dieser Selbstwertgefühl vermittelt, indem sie ihr immer wieder sagt, dass sie ein liebes, gescheites Mädchen und wichtig ist, auch wenn ihre eigene Mutter der Kleinen keinerlei Zuneigung entgegenbringt. Und schließlich Minny, die ihre Zunge einfach nicht im Zaum halten kann und selbst in gewisser Weise auf ihre weißen Arbeitgeber herabblickt und einfach nicht verstehen kann, dass Miss Celia, ihre neue Arbeitgeberin, etwas „seltsam im Kopf“ ist – wenn diese nämlich nicht den ganzen Tag im Bett liegt und sogar mit dem dunkelhäutigen Dienstmädchen am selben Tisch essen will.

    Bei all dem macht die Autorin jedoch nicht den Fehler, auf irgendeiner Seite vom Pferd zu fallen oder ihre Botschaft mit erhobenem Zeigefinger zu vermitteln. Weder sind alle Farbigen „Engel“ noch alle Weißen „Teufel“. Um es mit Kathryn Stocketts eigenen Worten zu sagen: „War das nicht der Sinn des Buchs? Dass Frauen erkennen: Wir sind einfach nur zwei Menschen. Uns trennt gar nicht so viel. Nicht annähernd so viel, wie ich dachte.“ Wenn etwas deutlich wird, dann, dass auch die weißen Frauen in ihren Rollen gefangen sind. Zwar gehen sie nach ihrem Schulabschluss aufs College – aber nur, um sich einen Mann einzufangen, den sie sofort heiraten und für den sie auch sofort Kinder in die Welt setzen. Weil die Gesellschaft und überkommene Rollenvorstellungen dies von ihnen erwarten. Ob sie dazu bereit sind, ob sie ihren Mann wirklich lieben und ob sie überhaupt bereit sind, Kinder in die Welt zu setzen: Das interessiert niemanden.

    Gute Geister ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Frauenbuch – Männer spielen darin nur eine nebensächliche Rolle; die eigentlich Handelnden sind ausnahmslos Frauen. Stuart ist Skeeters Love Interest, aber so in den Traditionen gefangen, dass er nicht in der Lage ist, sich in den gesellschaftlichen Veränderungen dieser Zeit zurechtzufinden. Leroy, Minnys Ehemann, schlägt seine Frau und fördert so in gewisser Weise ihre Selbstständigkeit. Und die Ehemänner der übrigen Frauen reagieren ausnahmslos auf deren Stichworte hin.

    Darüber hinaus greift Gute Geister verstärkt das Zeitgeschehen auf und auch die Popkultur: Martin Luther Kings Marsch auf Washington, das Wirken des Ku Klux Klans, Rosa Pars Busstreik oder die Jim-Crow-Gesetze werden ebenso erwähnt wie die Einführung von Valium (um Frauen zu helfen, die Anforderungen des Alltags zu bewältigen) oder der Pille, das Attentat auf Kennedy oder der Vietnamkrieg. Aber auch Elvis Presley, Bob Dylan oder die Anfänge der Flower-Power-Zeit fließen organisch in die Rahmenhandlung ein.

    Über das Hörbuch

    Das Hörbuch zu Gute Geister wird von Regina Lemnitz gelesen. Lemnitz ist eine bekannte Synchronsprecherin und die deutsche Stimme z. B. von Whoopie Goldberg, Kathy Bates, Roseanne Barr oder Liz Torres aka Miss Patti in Gilmore Girls – allesamt toughe Frauen, zu denen die rauhe, starke, entschlossene, erwachsene Stimme extrem gut passt. Und deshalb ist sie auch definitiv die richtige Besetzung für Abileene und Minny, die genau das sind: gestandene Frauen, die mitten im Leben stehen oder sich bereits seinem Ende nähern, die sich seit ihren Teenagerjahren bei fremden Menschen durchboxen müssen und jede ihre Schicksalsschläge hinter sich haben. Meines Erachtens könnte Lemnitz zwar Aibileen und Minny etwas besser voneinander absetzen (hier glänzt „Minny“ durch ein wenig mehr Durchsetzungskraft und ein bissigeres Mundwerk), aber grundsätzlich macht sie ihren Job hier sehr gut. Weniger passt ihre Stimme leider zu Skeeter. Bei dieser handelt es sich um eine 23-jährige junge Frau, die zwar weiß, was sie will (oder nicht will), aber noch nicht die Kraft hat, dieses Ziel auch mit allen Konsequenzen anzustreben. Hier hätte ich mir wirklich eine etwas jüngere Stimme gewünscht, da diese Passagen sich von den Minny-/Aibileen-Kapiteln lediglich durch die Verwendung einer deutlichen, grammatikalisch korrekteren Sprache und eine dezente sprachliche Weichheit auszeichnen.

    Mein Fazit: Unbedingt lesen! Gute Geister ist ein wunderbares Buch, das dem Leser Zeiten zum Lachen und zum Weinen schenkt, das ihn bzw. sie schockiert innehalten lässt, aber auch wütend macht. Und das vor allem nachdenklich macht, weil es einfühlsam einlädt, über die eigenen Rassismus nachzudenken.

  19. Cover des Buches Die Hinrichtung des Martin Luther King (ISBN: 9783720524056)
  20. Cover des Buches Martin Luther King Jr. (ISBN: 9781419702693)
    Angela Farris Watkins

    Martin Luther King Jr.

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Martin Luther King Jr. and the March on Washington (ISBN: 9781433974922)
  22. Cover des Buches The Life of Reverend Dr. Martin Luther King Jr. (ISBN: 9780745952826)
  23. Cover des Buches Quien fue Martin Luther King, Jr.? / Who Was Martin Luther King, Jr.? (ISBN: 9780448458557)
  24. Cover des Buches A Gift of Love (ISBN: 9780807000632)
    Martin Luther King

    A Gift of Love

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden

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