Bücher mit dem Tag "bürokratie"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "bürokratie" gekennzeichnet haben.

36 Bücher

  1. Cover des Buches Per Anhalter durch die Galaxis (ISBN: 9783036959542)
    Douglas Adams

    Per Anhalter durch die Galaxis

    (3.291)
    Aktuelle Rezension von: Gilbeau

    Auch im Universum geht alles seinen bürokratischen geregelten Gang, alles wird nach Antrag gehandhabt. Jeder kann sich die Planungsunterlagen des Bauvorhabens ansehen und wenn geboten, Einspruch erheben. Was können die Vogonen dafür, dass die Erdbewohner die Genehmigungsunterlagen zum Bau einer Schnellstraße durch die Milchstraße nicht gelesen haben und deren Bau verhindert haben? Somit haben sie mit vollem Recht, nach bestem Wissen und Gewissen die Erden, welche dem Bau im Weg war, gesprengt.

    Der Beginn einer wilden Reise durch das Universum, bei der es unbedingt nötige ist, auf keinen Fall in Panic zu geragten. 

  2. Cover des Buches Der Prozess (ISBN: 9783596709625)
    Franz Kafka

    Der Prozess

    (1.100)
    Aktuelle Rezension von: bookswithjacki

    Ein unvollendetes Werk Franz Kafkas, das man trotzdem unbedingt gelesen haben sollte. Man kann das Buch auf verschiedene Arten interpretieren, und es regt den Leser zum Nachdenken an. Es wird dem Wort "kafkaesk" aufjedenfall gerecht.. Wir erfahren hier die Willkür der Bürokratie, und wie machtlos man als Einzelner gegenüber dem System ist. Franz Kafka ist nicht für jeden was, das ist völlig in Ordnung. Aber wenn man sich darauf einlässt, ist er ein großer Gewinn.

  3. Cover des Buches Das Schloss (ISBN: 9783596523801)
    Franz Kafka

    Das Schloss

    (315)
    Aktuelle Rezension von: bookswithjacki

    3,5 Sterne. Für mich persönlich das "schlechteste" Buch von Franz Kafka. Man muss bedenken, dass seine Romane unvollendet sind und postum veröffentlicht wurden. Als Kafka-Fan schätze ich auch dieses Buch, aber es konnte mir von seinen Werken am wenigsten geben. Die Handlung ist sprunghaft und nicht ganz durchsichtig. Man sollte sich Zeit dafür lassen.

  4. Cover des Buches Safe Haven - Wie ein Licht in der Nacht (ISBN: 9783453410534)
    Nicholas Sparks

    Safe Haven - Wie ein Licht in der Nacht

    (910)
    Aktuelle Rezension von: Elenay_Christine_van_Lind

    Ich habe das Buch gelesen und den Film mindestens 20 Mal mir angesehen. Schön gemütlich zu Hause am Laptop. 

    Ich erlebe beim Lesen und auch beim Film ansehen eine junge Frau, die in einem neuen Ort ankommt und von Anfang an sehr gesprächig und gut gelaunt ist. Viel und gerne lacht, sich mit allen auf Anhieb gut versteht.

    Nur bei dem Mann, den sie gleich nach ihrer Ankunft kennenlernt, ist sie ein wenig vorsichtig und etwas ängstlich aufgrund von Ereignissen aus ihrer Vergangenheit.


  5. Cover des Buches Die Hauptstadt (ISBN: 9783518469200)
    Robert Menasse

    Die Hauptstadt

    (169)
    Aktuelle Rezension von: Eva_Reichmann

    Vorweg: ich lese gern Menasse. Aber dieses Buch ist angenehm anders als die Menasse-Romane davor. 

    Eine Kommission der EU benötigt ein besseres Image - und natürlich geht es um die EU. Aber es geht noch um so Vieles mehr (Geschichte aus Europa - um es abzukürzen). Das wirklich großartige an dem Buch aber ist, dass es weder um politische Thesen noch Geschichtsbelehrung geht - sondern um die Geschichten der beteiligten Personen (die halt wegen Beruf oder persönlicher Beziehungen mit der EU-Kommission zu tun haben).

    Gut gefallen hat mir die Idee, eine europäische Hauptstadt in Auschwitz einzurichten.

    Als Menasse das Buch 2017 veröffentlichte, war es noch möglich von der "Langeweile des Friedens" als Glück und Segen zu sprechen - hätten mehr Politiker das Buch gelesen und ernst genommen, hätten wir diesen zustand heute noch.


  6. Cover des Buches Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O. (ISBN: 9783442489640)
    Neal Stephenson

    Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O.

    (50)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Was für ein Wälzer! Doch für mich ein absoluter Genuss beim Lesen. Konnte kaum Längen feststellen und das mag schon etwas bedeuten bei der Seitenanzahl. Eine tolle Mixtur. Genau mein Geschmack. Und spannend bis zum Schluss.

    Die verschiedenen „Erzählraster“ waren zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, übten dann aber im weiteren Verlauf einen gewissen Reiz aus.

    Inhaltlich sind mir keine groben Schnitzer aufgefallen und der Handlungsverlauf erscheint mir in sich schlüssig. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass die Phantasie in diesem Roman Purzelbäume schlägt.

    Auch der Stil hat mir gut gefallen. Das Buch ist flüssig zu lesen und eignet sich auch als Bett- bzw. Urlaubslektüre.


    Fazit: Mein bisheriger Favorit in diesem Jahr (2021) in der Kategorie: Belletristik

  7. Cover des Buches Die toten Seelen (ISBN: 9783862678303)
    Nikolai W. Gogol

    Die toten Seelen

    (119)
    Aktuelle Rezension von: berybooks

    Pawel Iwanowitsch Tschitschikow, ein findiger Finanzbeamter, zieht über's Land und kauft "Papierleichen" auf, verstorbene Leibeigene, deren Namen noch durch die Register geistern, weil er darin ein profitables Geschäft wittert. Nebenbei charakterisiert Gogol in dieser satirisch angehauchten Geschichte auch das Ständesystem des "alten Russlands", die lebensuntauglichen Herren der Provinzgüter und eine Welt, die es mittlerweile schon lange nicht mehr gibt (und die damals vielleicht auch schon eigentlich aus der Zeit gefallen war)

    Ich habe "Die toten Seelen" sehr gern gelesen. Der Schreibstil ist nicht so sperrig, wie man vielleicht bei einem so alten Roman erwarten würde und obwohl ich natürlich keine Ahnung von der damaligen Gesellschaft habe und darum bestimmt eine Menge der Anspielungen gar nicht verstanden habe, war es trotzdem unterhaltsam und zum Teil sogar lustig, wie Gogol so ironisch und kritisch seine Charaktere beschreibt.

  8. Cover des Buches Herr Sonneborn geht nach Brüssel (ISBN: 9783462000443)
    Martin Sonneborn

    Herr Sonneborn geht nach Brüssel

    (43)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaerchen

    In Vorbereitung an die anstehenden EU-Wahlen habe ich mir vorgenommen dieses und das nachfolgende Buch von Sonneborn zu lesen. Während man am Anfang oft kichern und schmunzeln muss, so schockiert ist man doch am Ende, wie der politische Alltag in Brüssel abläuft. Klüngelei, undemokratische Verhaltensweisen und Verachtung des Wählers werden hier humoristisch dargestellt, was auch bitter notwendig ist, um nicht vor Wut umzukippen. 

  9. Cover des Buches Baustellen der Nation (ISBN: 9783548069821)
    Philip Banse

    Baustellen der Nation

    (34)
    Aktuelle Rezension von: lilli1906

    Dieses Buch habe ich mit großem Interesse gelesen. Es fiel mir nicht so leicht, da ich gemerkt habe, dass mir viel Fachwissen fehlt, aber die beiden Autoren haben es geschafft, mir viele Zusammenhänge zu erklären und mir zu verdeutlichen, dass ich bei vielen "Baustellen" oft nur die Spitze des Eisbergs gesehen habe. Z.B. dachte ich ganz naiv, dass es ein wichtiges Ziel unserer Regierung sein müsse, Staatsschulden abzubauen und neue zu vermeiden. Dieses Buch hat mir klargemacht, dass das zu einfach gedacht ist. Und so ging es mir bei sehr vielen Themen.


    Wahrscheinlich ist das Buch nicht für jeden geeignet, es ist nun mal ein Sachbuch mehr eher "trockenem" Stoff. Interessiert man sich so gar nicht dafür, wird man das Buch wahrscheinlich schnell wieder aus der Hand legen. Aber ich fand es sehr gut - auch wenn ich für das Lesen länger gebraucht habe.


    Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die Autoren es tatsächlich schaffen, die Komplexität der Probleme darzustellen und nicht einfach irgendeine Lösung zu präsentieren. Ich bin froh, es gelesen zu haben, es hat mich definitiv weiterbilden können.

  10. Cover des Buches Ohrfeige (ISBN: 9783442714902)
    Abbas Khider

    Ohrfeige

    (90)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Von Abbas Khider kenne ich den Roman „Der Erinnerungsfälscher“, der mir sehr gut gefallen hat. Und der Roman „Ohrfeige“ kann durchaus mit diesem Werk mithalten und als eine Art Ergänzung dazu gelesen werden, allerdings ist der Erzählton etwas drastischer und deutlich schonungsloser, darauf muss man im Vorfeld gefasst sein. Und anders als in dem Roman „Der Erinnerungsfälscher“ geht es weniger um die Erinnerungen eines irakischen Flüchtlings an sein Heimatland, sondern mehr um die Beschreibung der schweren Anfangszeit in der neuen Heimat. Die Handlung spielt um die Jahrtausendwende herum.

    Karim Mensy ist die Hauptfigur in diesem Roman und durch ihn erhalten wir als Leser einen Einblick in die „Parallelgesellschaft“. Er informiert uns darüber, wie man einen Schlepper oder Schwarzarbeit findet, wie die Heiratsvermittlung in der Fremde abläuft oder wie man Geld in ein instabiles Land wie dem Irak transferiert. Er beschreibt eindringlich, was für Polizeischikanen er erlebt hat und welchen immer gleichen Vorurteilen er als irakischer Flüchtling in Gesprächen mit Einheimischen begegnet ist. Mit schonungsloser Offenheit berichtet uns Karim, dass er immer wieder auf Leute trifft, die aus der Not eines Flüchtlings Profit schlagen. Und wir leiden mit ihm mit, als er durch den Widerruf seines Asylantrags einen Schock erlebt. Er fühlt sich ohnmächtig, als ihm die Aufenthaltserlaubnis entzogen wird, er weiß nicht, was er tun soll, und als Leser empfindet man Mitgefühl. Mit sehr viel Ehrlichkeit beschreibt Karim darüber hinaus im Rückblick, wie er in Deutschland ankommt, verhaftet wird, eine erniedrigende Behandlung über sich ergehen lassen muss und wie sich sein Leben im Asylheim gestaltet, wo er keiner sinnvollen Beschäftigung nachgehen kann, wo er von Mitbewohnern eine Anleitung dafür erhält, wie man richtig Asyl beantragt, und wo er mit Kriminalität, Prostitution sowie mit anderen menschlichen Abgründen in Berührung kommt. Wir erfahren auch, warum Karim sein Heimatland verlassen hat und verstehen auf diese Weise, wie intolerant die Gesellschaft war, in der Karim zuvor lebte. Der Autor macht am Beispiel von Karim gut nachvollziehbar deutlich, welcher psychische Druck auf Flüchtlingen lastet, weil sie sich bürokratisch schwer verständlichen Verfahren zur Asylbeantragung ausgeliefert fühlen. Folge davon ist ein konfliktreicher Alltag im Asylheim. Der Umgangston in dieser Umgebung ist barsch und direkt. Erschwerend kommt hinzu, dass Karim außer zu einigen wenigen Mitarbeitern der Caritas keinen Kontakt zu Einheimischen pflegen kann, was das Erlernen der fremden Sprache enorm erschwert. Dennoch kämpft er sich durch, lässt sich trotz aller widrigen Umstände nicht unterkriegen. Er nimmt einen Integrationsjob als Müllsortierer an, schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und wohnt, weil er keine eigene Mietwohnung findet, in einem Obdachlosenheim, als er vorübergehend Asyl und eine Aufenthaltsgenehmigung erhält. Auch die Auswirkungen der Ereignisse des 11. September 2001 auf sein persönliches Leben schildert Karim. Plötzlich wird er argwöhnisch beäugt und fühlt sich unter Generalverdacht, sogar ein Verhör muss er über sich ergehen lassen. Dabei wird auch einmal eine andere Sichtweise auf den Irakkrieg deutlich, und zwar die Sicht von jemandem, der Familie in Bagdad hat. Mit Betroffenheit liest man Passagen, in denen Karim von einem Freund berichtet, der aufgrund der politischen Ereignisse durchdreht, Wahnvorstellungen entwickelt und in die Psychiatrie eingewiesen wird. Stellenweise erzählt Karim auch von skurrilen Figuren und Begebenheiten, dann wird der Erzählton auch einmal ironisch und bissig-humorvoll, sonst empfand ich ihn meist als sehr eindringlich.

    Die Gefühle Wut und Verzweiflung sind bei Karim allgegenwärtig, was auch die Rahmenhandlung erklärt. So gibt sich Karim der Gewaltfantasie hin, sich an einer Sachbearbeiterin zu rächen, die ihm stets ohne Verständnis begegnet ist. Das fand ich ehrlich gesagt schon grenzwertig in der Darstellung, es verleiht den Emotionen von Karim aber auch eine gewisse Drastik. Auch hätte ich mir etwas mehr Differenziertheit bei der Darstellung der Aufnahmegesellschaft gewünscht, v.a. was die deutsche Polizei betrifft. Was ich aber an diesem Werk schätze ist die schonungslose Offenheit und Ehrlichkeit, es wird nichts schön geredet. Wohl kaum jemand traut sich so offen über den Alltag in einem Asylheim zu sprechen wie Karim. Und wie schon bei dem Roman „Der Erinnerungsfälscher“, wo die Hauptfigur Said im Mittelpunkt stand, kann das Schicksal von Karim ebenfalls exemplarisch für das anderer Flüchtling in Deutschland stehen. Das macht auch diesen Roman für mich so interessant. Man erhält einen Einblick in die Lebenswelt und in die Erfahrungen eines Flüchtlings aus dem Irak, und das aus der Feder eines Autors, der ebenfalls eine Fluchtgeschichte erlebt hat. Einige biographische Überschneidungen zwischen der fiktiven Figur Karim und Abbas Khider gibt es nämlich (wie schon bei „Der Erinnerungsfälscher“). Und hier stellt sich schon die Frage, wie autobiographisch geprägt auch das Buch „Ohrfeige“ eigentlich ist. Das kann nur der Autor beantworten. Auf jeden Fall leistet der Roman einen Beitrag dazu, Empathie gegenüber Flüchtlingen entwickeln und beibehalten zu können.

     

    Fazit: Ich wiederhole das, was ich schon bei „Der Erinnerungsfälscher“ geschrieben habe. Ein Roman, der dem Leser/ der Leserin einen interessanten Einblick in die Biographie und in die Gefühls- sowie Erlebniswelt eines irakischen Flüchtlings gibt, der zum Nachdenken anregen kann und der einen Beitrag dazu leistet, Empathie gegenüber Flüchtlingen zu entwickeln bzw. beizubehalten. Vom Erzählton deutlich drastischer als „Der Erinnerungsfälscher“.

  11. Cover des Buches Schwarzer Lavendel (Ein-Leon-Ritter-Krimi 2) (ISBN: 9783864932168)
    Remy Eyssen

    Schwarzer Lavendel (Ein-Leon-Ritter-Krimi 2)

    (87)
    Aktuelle Rezension von: sansol

    Rechtsmediziner Leon Ritter lebt sich langsam in Le Lavandou ein, hat das übliche Kompetenz Gerangel mit der Polizei und kommt Kommissarin bzw. Vermieterin Isabelle Morell langsam näher. Tja, das ist genauso typisch wie der Punkt dass sich Isabelle in einer Männerwelt durchsetzen muss. Das alles hätte für mich jetzt nicht so stereotyp sein müssen.
    Eine alte Tante überschreibt Leon einen kleinen Weinberg, dumm nur dass Leon auf seinem Grundstück eine mumifizierte Frauenleiche findet. Da ist nicht nur der berufliche Ehrgeiz geweckt, dies wird genauso persönlich wie das Geschacher um seinen Besitz.
    Während der gerade angelaufenen Weinlese verschwindet eine deutsche Erntehelferin und deren Zwillingsschwester lässt Isabelle keine Ruhe.
    Mir hat das Buch gut gefallen, ich mag die Charaktere und den Schreibstil inkl. der kurzen Kapitel. Dann natürlich die Beschreibung der Provence - dieser Regionalkrimi macht Lust auf Urlaub...

  12. Cover des Buches Muttergehäuse (ISBN: 9783218010238)
    Gertraud Klemm

    Muttergehäuse

    (42)
    Aktuelle Rezension von: Wortstaubglitzern
    Bei diesem Buch ist etwas eingetroffen, was bei mir nie vorher der Fall war: Ich musste mich zwingen, es zuende zu lesen. Denn das Einzige, was mich am Buch fesselte, war der Schreibstil. Die Protagonistin ist unsympathisch und nervig, auch wenn man sie verstehen kann.
  13. Cover des Buches Gehen, ging, gegangen (ISBN: 9783328602491)
    Jenny Erpenbeck

    Gehen, ging, gegangen

    (129)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Ein emeritierter und verwitweter Professor schließt Bekanntschaft mit einer Gruppe junger, männlicher Flüchtlinge aus Afrika, die durch eine Protestaktion die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf sich gezogen hatten. Er zeigt keine Berühungsängste und interessiert sich für die Geschichten der Männer, die auf ihrem Weg nach Europa Traumatisches erleben mussten.

    Richard öffnet auch seine Tür, gibt einem der Männer Unterricht am Klavier und besorgt Gelegenheitsjobs. Er nimmt Teil an ihren Schicksalen und dem quälenden Warten auf eine Zukunft....

    Frau Erpendeck durchleuchtet verschiedene Aspekte der aktuellen 'Flüchtlings-Krise' an Einzelschicksalen. Die AfD wird dieses Buch sicherlich nicht als Lieblingslektüre empfehlen. Doch für mich war vor allem das Zwischenspiel mit dem alten Mann und den jungen Männern aus einem anderen Kulturkreis interessant. Man kann es so sehen, dass er in seinem Ruhestand eine neue Aufgabe gefunden hat und darin aufgeht. 

    Überraschenderweise wirken die meisten der Begegnungen zwar höflich, aber überraschend distanziert. Vielleicht kann das auch gar nicht anders sein. Diesbezüglich sicherlich nicht sonderlich förderlich ist, dass Richard einem Großteil der Männer Phantasie-Namen verpasst. Doch es von Richards Seite auch keine überstülpende Annäherungen. Einen wenig erschleicht er sich schon den Zugang, doch im weiteren Verlauf möchte er vor allem helfen. 

    Und die jungen Afrikaner? Sie bleiben trotz oder gerade wegen ihrer großen Zahl im Roman wenig greifbar. Vor allem ahnt man das verschwendete Potential ihrer Leben. 

    Fazit: Ihr Stil wirkt zum Teil ungewöhnlich, aber auf mich nicht schwerfällig oder gar mühsam. Ich habe das Buch mit zunehmendem Interesse gelesen. Sehr aktuelles Thema, anders als erwartet umgesetzt. 



  14. Cover des Buches Wattmord in Carolinensiel. Ostfrieslandkrimi (ISBN: 9783955738044)
    Rolf Uliczka

    Wattmord in Carolinensiel. Ostfrieslandkrimi

    (27)
    Aktuelle Rezension von: RamonaFroese

    Titel und Cover sind wieder sehr vielversprechend.

    Bei dem Titel deutet nichts darauf hin. was einen wirklich erwartet. Wer leicht getriggert werden kann sollte das Buch lieber nicht lesen!!

    An sich wieder eine gut geschriebene Geschichte, mit anderem Ausgang als man am Anfang vielleicht denken mag

    Der Schreibstil war wieder so gut, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Man hatte wieder viele Bilder  vor seinem geistigen Auge.
    Auch wenn ich das Buch gut fand, hoffe ich das mich diese Bilder nicht heute Nacht im Schlaf verfolgen.

  15. Cover des Buches Korrosion (ISBN: 9783740800406)
    Peter Beck

    Korrosion

    (49)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    „Die Frage war der Bluthund der Intelligenz.“ (Zitat Seite 55)

    Inhalt:
    1971 stirbt ein Bäcker in seinem Backofen. Mehr als vierzig Jahre später wird seine Witwe während der Weihnachtstage ermordet. Ihr Aktiendepot in zweistelliger Millionenhöhe wird seit Jahrzehnten von einer angesehenen Schweizer Privatbank verwaltet. Ihre Anweisungen für den Todesfall legen fest, dass ihr Testament erst vollstreckt werden darf, wenn geklärt ist, welches ihrer drei Kinder damals für den Tod ihres Ehemannes verantwortlich war. Tom Winter, dem erfahrenen Sicherheitschef der Bank fällt die schwierige Aufgabe zu, die drei möglichen Erben zu finden und den Sachverhalt zu klären.

    Thema und Genre:
    In diesem spannenden Buch, einzuordnen zwischen Roman und Thriller, geht es um aktuelle, wichtige Themen wie Flüchtlinge, Missbrauch und Umwelt, aber auch um Familie. Eine Kernfrage dreht sich um Ursache und Wirkung und den Graubereich zwischen Schuld und Gerechtigkeit. Die Finanzwelt bleibt im Hintergrund.

    Charaktere:
    Tom Winter ist ein erfahrener Ermittler und sein Einsatz bewegt sich zwischen psychologischen und körperlichen Herausforderungen, die ihn an seine Grenzen bringen. Private Befindlichkeiten setzt der Autor maßvoll und nur dort ein, wo es für die Handlung wichtig ist.

    Handlung und Schreibstil:
    Orte der Handlung sind neben der Schweiz die Azoren, England und Deutschland und der Handlungszeitraum erstreckt sich über wenige Wochen zwischen Ende Dezember und Ende Januar. In einem zweiten Handlungsstrang wird der abenteuerliche Weg eines Flüchtlings aus dem Sudan bis nach Europa beschrieben. Beide Erzählstränge sind trotz der intensiven Schilderungen knapp und rasant geschrieben, was die Geschichte dicht und packend macht.

    Fazit:
    Ein anspruchsvoller Thriller mit Tiefgang und Themen, die den Leser nachdenklich stimmen. Dazu eine spannende Handlung mit rasanten Abläufen und einem smarten Ermittler, eine sehr gelungene Kombination.

  16. Cover des Buches Der Platz an der Sonne (ISBN: 9783608962901)
    Christian Torkler

    Der Platz an der Sonne

    (69)
    Aktuelle Rezension von: Lilith_McCoy

    ⚫️⚪️🔴Kurzrezi⚫️⚪️🔴


    DER PLATZ AN DER SONNE von Christian Torkler. Gelesen als Hardcover (590 Seiten) mit Schutzumschlag von der Büchergilde, mit freundlicher Genehmigung von Klett Cotta von 2018


    ⚫️Darum geht es:

    Berlin, 1978: Die Hauptstadt der Neuen Preußischen Republik liegt in Trümmern, die Kinder klauen Kohlen und in der Politik geben sich die Halunken die Klinke in die Hand. In dieser Welt entfaltet sich die Lebensgeschichte von Josua Brenner - ein wagemutiger Tausendsassa, der sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Doch als ihn die Ereignisse überrollen, wird der Gedanke an eine Flucht ins reiche Afrika plötzlich real.

    Josua Brenner kennt sich aus im Leben der kleinen Leute. Im zerbombten Berlin fährt er Suppe aus, schachert auf dem Schwarzmarkt und holt sich Ratschläge fürs Leben bei Opa Lampbrecht. Eine Zeitlang scheint er die Nase vorn zu haben. Die Umstände sind ihm gewogen, seiner kleinen Familie geht es prächtig und auch die Geschäfte laufen gut. Die Strippenzieher in der Neuen Preußischen Republik versuchen zwar, ihm das Leben schwerzumachen, doch so leicht gibt Josua Brenner nicht auf. Ihn treibt ein unbezwingbarer Wille zum Glück, egal wie oft ihm der Teufel ins Handwerk pfuscht. Erst als es für ihn so richtig knüppeldick kommt, bricht er auf in Richtung Süden. Wie all die anderen vor ihm hat er vor allem ein Ziel: ein besseres Leben in einer besseren Welt.


    ⚫️Meine Meinung

    Die ersten 100 Seiten habe ich gedacht, der Autor habe die Jahreszahlen vertauscht. Kriege, Prügelstrafen, Erschießungen, Hunger, Not und Elend prägen seine Story. Das ist Dystopie, so real düster, da kommt kein Zombiefilm mit. Wenn ich bedenke, dass ich im gleichen Jahr geboren wurde, wie der Protagonist Josua, war mir doch manchmal etwas mulmig.

    Das wir in Deutschland und Europa in Freiheit leben können, ist nicht selbstverständlich. Manchmal fehlt nur ein kleiner Baustein und wir hätten eine Diktatur, wie in Russland und Armut wie in Afrika. Das regt natürlich zum Nachdenken an.

    Der Autor erzählt seine Story ja auch sehr plastisch und die Informationen kommen häppchenweise.

    Ich stelle mir ein Land vor, indem jeder, der nicht zur Partei gehört, arm ist. Wer Kritik übt, wird abgeholt und ins Lager gesperrt. Der flieht, wird erschossen. Geld ist nur wert wenn man viel hat. Alle anderen müssen tauschen, oder verhungern und erfrieren. Das gelobte Land heißt Afrika.Von dort kommen Hilfsgüter und Geld. Verdrehte Welt also.

    Ich kann Josua so gut verstehen, dass er die Strapazen auf sich nimmt.

    Das Buch lässt mich nachdenklich zurück. Es ist kein Reißer, sondern die Grausamkeiten kommen nüchtern und sachlich. Vielleicht ist es gerade das, was mich an dieser Geschichte so fasziniert.

    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️/5 Sterne zum Nachdenken, wie gut es uns doch eigentlich geht....

  17. Cover des Buches Eine Formalie in Kiew (ISBN: 9783446269378)
    Dmitrij Kapitelman

    Eine Formalie in Kiew

    (42)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Von einem, der auszog, ein Deutscher zu werden - und dazu dank teutonischer Bürokratie nach Kyjiw reisen muss, um eine Formalie zu erledigen. Unnötig zu erwähnen, dass es nicht bei der Formalie bleibt, ebenso unnötig zu erwähnen, dass es nicht bei dem einen sprichwörtlichen #Klischee bleibt. Erfreulicherweise hat #Autor Kapitelman eine ganze Reihe von Sprachneuschöpfungen ins literarische Feld geführt, um sich diesen Klischees angemessen anzunehmen und ihnen Leben einzuhauchen.

    Der #Leser folgt dem Ich-Erzähler in die Abgründe einer Migrations- und Familiengeschichte. Beide Motivkreise sind eng miteinander verwoben, beide sind fern jeglicher Verklärung und rührseliger Aufhübschung. Von einem Land ins andere überzusiedeln ist (über-)fordernder Kraftakt; Kapitelman spitzt das zu, in dem er sagt, die Katze habe sich am schnellsten in #Deutschland integriert. Die Eltern des Erzählers fremdeln, übertünchen die Fremdheit mit Verklärung ihrer eigenen Herkunft.

    In der Ukraine erlebt der reisende Erzähler eine Reihe von Überraschungen, die hier nicht vorweggenommen werden. Der Krieg im Osten des Landes, in Deutschland und weiten Teilen Westeuropas lange Jahre als »Krise« verharmlost und vergessen, wetterleuchtet immer mal wieder am Erzählhorizont, Putins Angriffs- und Vernichtungskrieg ist noch fern. Angesichts dessen, was Kapitelman erzählt, ist man schon verblüfft, wie widerstandsfähig sich die Ukraine erwiesen hat.

    Auf den ersten Blick jedenfalls, denn Zwischentöne und Beiläufigkeiten lassen bereits erahnen, wie blind die Annahme gewesen ist, die Ukraine würde sich nicht wehren (können). Bei allen Missständen hat sich das Land, haben sich seine Menschen zu einer Zivilgesellschaft entwickelt, auch wenn sowjetische »Stillstandsarchitektur« und vieles andere Überkommene noch präsent sind.

  18. Cover des Buches Bürokratie (ISBN: 9783442159208)
  19. Cover des Buches Weil ich ein Alien bin (ISBN: 9783442733705)
    Torey L. Hayden

    Weil ich ein Alien bin

    (23)
    Aktuelle Rezension von: Buecherspiegel

    Ich habe das Gefühl, Torey L. Hayden begleitet mich schon Jahrzehnte. Die Sonderschullehrerin und nun auch Kindertherapeutin erzählt in ihren Sachbüchern fast schon in Romanform von „ihren“ Kindern und deren Weg durch die Therapie beziehungsweise ihre Bemühungen, ihnen einen guten Weg ins Leben zu ermöglichen. In ihrem Buch „Weil ich ein Alien bin“, deutsche Erstveröffentlichung 2006, stehen wieder zwei Kinder im Mittelpunkt. Ein Mädchen, Cassandra, dass bereits im Vorschulalter vom Vater entführt wurde sowie ein Junge, Drake, der einfach nicht sprechen will, außer bei seiner Mutter.
    Hayden erzählt ihren Werdegang von der Sonderschullehrerin geistig behinderter und verhaltensgestörter Kinder zur Therapeutin der psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses. Sie stellt uns die Geschichte zweier völlig unterschiedlicher Kinder vor. Cassandra kommt mit ihren Gefühlen überhaupt nicht zurecht, weiß nicht, ob und wie sie mit wem über ihre Erfahrungen während ihrer Entführung sprechen soll oder darf. So lügt und hintergeht sie jeden Menschen, bringt sie mit falschen Anschuldigungen in Bedrängnis, weiß vor lauter Wut, Angst, Verwirrung nicht mehr wohin mit sich selbst. Sie tobt herum und ist ein lebender Gummiball. Bis die Autorin überhaupt zu Cassandra durchdringt, ihr ein wenig vertraut, sodass sie sich eine Winzigkeit öffnet, vergeht kostbare Lebenszeit für das Mädchen. Doch wie sie es schafft und was Hayden dann eröffnet wird, lässt keinen kalt.
    Genauso ist es auch bei dem Jungen, Drake, ein wahrer Schatz, ein Sonnenschein, der durch sein positives Wesen alle Herzen erreicht. Doch er spricht nicht. Da Hayden eine Expertin in Sachen Mutismus ist, wird sie vom Großvater des Jungen gebeten, ihre Techniken bei Drake anzuwenden, damit er endlich spricht. Hier schaut sie sich genau die Umgebung des Jungen an, warum er überhaupt verstummt sein könnte, denn auch bei ihr will es einfach nicht klappen. Die Lösung für Drake gestaltet sich viel schwieriger, als sie es je für möglich gehalten hat.
    Nebenbei wird sie von einer Kollegin gebeten, bei einer Schlaganfallpatientin vorbeizuschauen, die ebenfalls nicht mehr Sprechen kann oder will. Doch eigentlich ist sie für junge Patienten ausgebildet, deren Zukunft noch bevorsteht. Ob ihre Methoden auch bei der älteren Dame, Gerda, anschlagen werden, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist es eine ungewohnte Erfahrung für Hayden.
    Die Autorin beschreibt auch die mühevollen Wege durch die Administration, fehlende Gelder, Personalknappheit, viele Kinder, die Hilfe benötigen und sie nicht so schnell bekommen. Es sind zum Teil erschreckende Momente, die einem beim Lesen die Kehle abschnüren, wenn man erfährt, was den Kindern bereits zugemutet wurde. Ein Buch, dass man so schnell nicht aus der Hand legen kann.
    Mehr über die Autorin findet sich zum Beispiel unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Torey_L._Hayden

  20. Cover des Buches Russland (ISBN: 9783862842308)
    Manfred Quiring

    Russland

    (2)
    Aktuelle Rezension von: peedee
    Reihe Länderporträts, Russland: Bei Russland kommen mir als Erstes Wodka, Moskau, der Kreml, die Zwiebeltürme, die unwahrscheinlich Grösse, die Melancholie und die Extreme zwischen Reichtum und Armut in den Sinn. Sicherlich auch einige Klischees. Der Autor und Journalist aus Deutschland ist seit über 30 Jahren in Moskau tätig und erzählt einige Anekdoten und wieso als Gastgeschenk gerne 20 Liter Diesel gebracht werden können.

    Erster Eindruck: Ein quasi zweigeteiltes Cover; über dem Rundbogen sieht man nur den Buchtitel und den Autorennamen, unterhalb des Rundbogens sieht man eine Menschenmasse, die sich auf die prächtigen Gebäude mit den Zwiebeltürmen zubewegt. Mir gefällt das Cover sehr gut.

    Ich habe erst vor ein paar Tagen lesetechnisch in Russland reingeschnuppert, und zwar mit „Die Hessin auf dem Zarenthron – Maria, Kaiserin von Russland“. Da mir dieser „Ausflug“ gut gefallen hat, wollte ich gleich noch ein wenig dableiben. Schon den Einstieg ins Buch fand ich gelungen: „Eine schwarze Krawatte und eine grosse Kiste Toilettenpapier gehörten zu meiner Ausrüstung, als ich im Sommer 1982 zum ersten Mal für längere Zeit nach Moskau reiste.“ Mir wäre bisher nie in den Sinn gekommen, Toilettenpapier in den Urlaub mitzunehmen (ausser beim Camping).

    Russland ist für mich als Schweizerin ein schier unvorstellbar grosses Land mit elf Zeitzonen! Interessant ist, dass es keine durchgehende West-Ost-Strassenverbindung gibt, die den Namen „Strasse“ auch verdient. Es gibt da scheinbar Strassen, bei denen das Leben eines Pkws schon bei Tempo 30 höchst gefährdet ist. Mit dem Auto braucht man von Moskau nach Wladiwostok (gemäss Google Maps) ca. 116 Stunden, mit der Bahn 7 Tage und mit dem Flugzeug immer noch über 8 Stunden. Und dann ist man immer noch immer in Russland – wow!

    Es gibt so viele Dinge, die mich bei diesem Buch überrascht und/oder beeindruckt haben. Hier ein paar Beispiele:

    - „Trinken ist männlich, trinken adelt die Runde tapferer Kerle und ist eine Sache der Ehre. Das jedenfalls ist vor allem auf dem Lande die weit verbreitete Auffassung.“ Der Alkoholismus ist ein grosses Problem. 1987 hat eine Anti-Alkohol-Kampagne ihren Höhepunkt erreicht und damals wurden eine Milliarde Parfüm-Flakons und eine weitere Million Glasreinigungsmittel getrunken!

    - Die Religion bzw. „die richtige Religion“ ist in Russland sehr wichtig: „Wer konvertiert, macht sich zum Staatsfeind“ (Patriarch Alexij II., Januar 2002). Es gibt sehr viele Kirchen, die aber zum Teil weit mehr sind, als bei uns: „Eine Ladenstrasse mit Geschäften für Gegenstände des religiösen Bedarfs fehlt ebenso wenig wie ein üppig ausgestattetes Tagungszentrum für die Synode oder eine Tiefgarage mit 600 Parkplätzen. Der Patriarch bekam selbstverständlich eine eigene Zufahrt.“

    - Die Oligarchen haben für mein Verständnis unwahrscheinlich viel Geld. Einer davon hat z.B. in Moskau eine scharf bewachte, hinter vier Meter hohen Mauern versteckte Siedlung; daneben eine Wohnung im Londoner Stadtteil Knightsbridge für 27,5 Millionen Pfund; unter anderem eine 90-Millionen-Euro-Jacht… was man als Oligarch eben so hat. „In Russland leben wir nicht so lange, also verdienen wir und geben das Geld wieder aus.“

    - Das Leben in der Hauptstadt und in der Provinz unterscheidet sich sehr: „80 Prozent des gesamten russischen Kapitals sind in Moskau konzentriert. Weitere 10 Prozent befinden sich in St. Petersburg, der kleine Rest verteilt sich über das weite Land.“

    Ein sehr interessanter Einblick in die Politik, Geschichte und den Alltag eines für mich fremden Landes – vielen Dank dafür.
  21. Cover des Buches Es liegt kein Antrag vor (ISBN: 9783862653942)
    Johanna Richter

    Es liegt kein Antrag vor

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Manja82
    Kurzbeschreibung:
    Unerhörtes aus dem Alltag einer Jobsuchenden – der irrsinnige Weg der jungen Köchin Johanna auf der Suche nach einer neuen Stelle
    Was macht man, wenn man zwar eine abgeschlossene Ausbildung, aber keine Stelle hat? Was macht man, wenn man einen Antrag beim Amt abgegeben hat, der aber nicht bearbeitet wird? Was macht man, wenn der Chef von einem verlangt, dass man ein unbezahltes Praktikum nach dem anderen machen soll? Was macht man, wenn einem die Sachbearbeiterin vorschlägt, doch lieber Nageldesignerin (das ist sicher ein Job mit toller Zukunft) oder Kosmetikerin zu werden, man aber Köchin ist und bleiben will?
    Über diese und andere Fallstricke, über das, was sie mit dem Jobcenter und anderen Ämtern erlebt hat, bevor sie wieder eine Stelle fand, berichtet Johanna Richter.
    Skurrile Geschichten aus der deutschen Behördenwelt
    Ein offener und erschreckender Bericht über die Realität in Jobcentern
    Eine längst überfällige Abrechnung
    Für mehr Mut und Durchhaltevermögen bei allen Betroffenen
    (Quelle: Schwarzkopf & Schwarzkopf)

    Meine Meinung:
    Johanna Richter ist 21 Jahre alt. Sie hat einen wirklich sehr guten Realschulabschluss gemacht und danach eine Ausbildung zur Köchin in einem renommierten Hotel. Nach ihrer Ausbildung hat sie sich eine neue Stelle gesucht, diese aber leider nach der Probezeit verloren. Nun bekommt Johanna die ganze Härte der Bürokratie in Deutschland am eigenen Leib zu spüren. Sie stellt zwar einen Antrag auf Arbeitslosengeld aber dieser wird und wird nicht bearbeitet. Wurde er etwa verschlampt?
    Über dieses und andere Erlebnisse mit Ämtern schreibt Johanna Richter in diesem Buch.

    Das Sachbuch „Es liegt kein Antrag vor - Unerhörtes aus dem Alltag einer Jobsuchenden“ stammt von der Autorin Johanna Richter. Es ist das Debüt der jungen Autorin.

    Mit Sicherheit hat jeder bereits Erfahrungen mit Ämtern gemacht, ich auch. Doch es ist wirklich schon erschreckend zu lesen was Johanna Richter wiederfahren ist. Es ist ihre Geschichte nachdem sie 2012 ihre Stelle verloren hat. Danach geriet sie in die Mühlen des Jobcenters.

    Immer wieder habe ich mit dem Kopf geschüttelt als ich das Buch gelesen habe. Es ist schon schlimm was teilweise in deutschen Ämtern alles passiert, wovon der normale Bürger keine Ahnung hat. Es wird einfach alles unter den Teppich gekehrt.

    Johanna Richter klärt in ihrem Buch auf, zeigt die Arbeitsweise der Ämter auf. Sie macht Mut, stärkt Jobsuchenden den Rücken sich nicht entmutigen zu lassen.

    Mit einem locker leichten Schreibstil gibt sie unter anderem auch Tipps wie man die Behördenwillkür überwinden kann. Es ist alles authentisch, da aus ihren persönlichen Leben.
    Obwohl es ein Sachbuch ist, so ist es trotzdem auch spannend wie ein Thriller. Was passiert wohl als nächstes? Was lässt sich das Amt nun wieder einfallen? Der ganz normale Wahnsinn eben, den man niemanden wünscht, auch nicht dem schlimmsten Feind.

    Fazit:
    Kurz gesagt ist „Es liegt kein Antrag vor - Unerhörtes aus dem Alltag einer Jobsuchenden“ von Johanna Richter ein Buch das den Leser die Willkür der Behörden in Deutschland aufzeigt.
    Locker und leicht schildert die Autorin ihren eigenen Weg durch den Dschungel der Bürokratie und macht Mut nicht aufzugeben.
    Empfehlenswert!
  22. Cover des Buches Erschlagt die Armen! (ISBN: 9783894018207)
    Shumona Sinha

    Erschlagt die Armen!

    (21)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    "Also mussten sie die Wahrheit verstecken, vergessen, verlernen und eine neue erfinden. Die Märchen der menschlichen Zugvögel. Mit gebrochenen Flügeln und schmierigen, stinkenden Federn. Mit Träumen traurig wie Lumpen." 


    "Erschlagt die Armen"  ist Polemik und tiefster Einblick ins Innenleben einer tief gespaltenen Person. Shumona Sinha erschafft mit einer unglaublich poetischen Sprache ein vernichtendes Bild des europäischen Asylsystems. Ähnlichkeiten mit ihrer Protagonistin, die selbst aus Indien stammt und nun als Übersetzerin bei der französischen Asyöbehörde arbeitet, hat sie reichlich, und deshalb sollte die Prosa nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein ziemlich realistisches Bild handelt, das Sinha hier entwirft. Denn die Protagonistin, die es - mindestens aus der Perspektive ihrer nach Frankreich flüchtenden Landsleute - "geschafft" hat, hat sich damit auch verändert, hat sich entfernt, hat die leidvollen Geschichten, die oft genug mit Lügen gespickt sind um die Chancen auf Asyl durch noch mehr Leid zu erhöhen,  schon tausendmal gehört und stumpft ab. So sehr, dass sie sich in Polizeigewahrsam wiederfindet, da sie einen indischen Migranten angegriffen hat. 

    Nun muss sie sich damit auseinandersetzen,  was sie dazu gebracht hat.  Kritik richtet sie dabei an so ziemlich alle: Unmenschliche Asylgesetze, leichtgläubige Beamt*innen, aus Verzweiflung lügende Asylsuchende, die sie als Frau mitunter gar nicht erst ernst nehmen und nicht zuletzt sich selbst.

    Dass Sinha nach Veröffentlichung des Romans ihren Job bei der französischen Asylbehörde verloren hat, spricht in dem Kontext Bände.  Ein beeindruckendes Buch, das ebenso beeindruckend von Lena Müller übersetzt wurde. Erschienen ist es 2015  und gewann sehr zu Recht 2016 den Internationalen Literaturpreis.

  23. Cover des Buches Die dreihundert besten Beamten- Witze (ISBN: 9783811216211)

    Die dreihundert besten Beamten- Witze

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Für Cousinchen Doris, die olle Beamtenseele, gekauft und schnell gelesen: Die Witze sind in einzelne Bereiche ("Büroschlaf", "Finanzamt") unterteilt und ein bißchen altmodisch, das Buch stammt auch schon von 1990, also nix zum Thema Computer und Technik, aber ganz kurzweilig und so umfangreich, daß auch für erfahrene Beamtenwitzmacher noch was Neues dabei ist.
  24. Cover des Buches Neue Freunde (ISBN: 9783257011234)
    Tomi Ungerer

    Neue Freunde

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Rafi und seine Eltern ziehen in ein neues Stadtviertel, wo die drei noch niemanden kenne, und Rafi und sein Vater betätigen sich gleich handwerklich: basteln sägen hämmern usw. Über den Radau, den Rafi beim heimwerken macht, lernt er das Nachbarsmädchen Ki Sing kennen, mit der ihn bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Gemeinsam stellen die beiden aus allem, was nicht niet- und nagelfest ist, geschöpfe her, die ihnen als Freundeersatz dienen. bald kommen auch andere Kinder dahinter, wie sehr basteln Spaß macht und was man alles kreativ anstellen kann, und freunden sich mitbeiden an. Ein schönes Kinderbuch, das die kindliche Kreativität feiert, mit angenehm antirassistischer Message.

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