Bücher mit dem Tag "bulgarien"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "bulgarien" gekennzeichnet haben.

108 Bücher

  1. Cover des Buches Liebe findet uns (ISBN: 9783548289557)
    J. P. Monninger

    Liebe findet uns

     (395)
    Aktuelle Rezension von: summerfeeling9

    Nach erfolgreichem College Abschluss geht es für Heather mit ihren zwei besten Freundinnen Amy und Constance durch Europa - sie wollen den letzten gemeinsamen Sommer genießen. 

    Im Zug nach Amsterdam lernt Heather Jack kennen, der den Spuren seines Großvaters folgt und alle Orte besuchen will, die dieser in seinem Tagebuch beschrieben hat.

    Heather und Jack kommen sich näher und es entwickelt sich eine ganz besondere Liebe zwischen den beiden. An den unglaublichsten Orten in Europa - teilweise abseits der Touristenattraktionen - erleben sie unvergessliche Momente.

    Doch das Ende der Reise ist unausweichlich und Jack möchte Heather von Paris aus zurück nach New York begleiten. Doch dann verschwindet er plötzlich am Flughafen und ist wie vom Erdboden verschluckt.

    Warum ist Jack verschwunden? Diese Frage lässt Heather nicht los. Sie kann Jack einfach nicht vergessen und macht sich auf die Suche nach ihm und wird so mit einer schrecklichen Wahrheit konfrontiert.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, die Liebesgeschichte zwischen Heather und Jack ist toll herausgearbeitet und man mag die beiden. Auch bekommt man richtiges Reisefeeling beim Lesen. Das Ende ist offen und sehr traurig, aber macht das Buch auch besonders und es bleicht einem lange in Erinnerung. 

  2. Cover des Buches Harry Potter und der Feuerkelch (ISBN: 9783551557445)
    Joanne K. Rowling

    Harry Potter und der Feuerkelch

     (11.114)
    Aktuelle Rezension von: Magic-books

    Also was soll ich dazu sagen. Ich werde jedes mal von diesen Büchern überrascht, weil jedes mal etwas so spannendes passiert mit dem man überhaupt nicht rechnet. Man kann sich so gut hineinfühlen in die ganzen Situationen auch als Harry Potter das mädchen aus dem Wasser rettete. Wenn man dieses Buch liest denkt man dass man auch in Hogwarts ist und das man ein Teil von der Harry Potter Geschichte ist. Jeder der die vorherigen Teile schon gelesen hat sollte dieses Buch dringend lesen denn dann könnt ihr euch noch mehr von diesem Buch inspirieren lassen.

    Liebe Grüße 

    Magic-books

  3. Cover des Buches Harry Potter and the Goblet of Fire (ISBN: 9781408855683)
    Joanne K. Rowling

    Harry Potter and the Goblet of Fire

     (979)
    Aktuelle Rezension von: Alondria

    Meine Meinung

    Harry Potter habe ich zum ersten Mal 1999 gelesen, als es gerade erschien und die Welt faszinierte. Auch heute noch, 20 Jahre später, bin ich fasziniert von dieser magischen Welt, dieser tiefgehenden Freundschaft zwischen Harry, Ron und Hermine und der ganzen Zauberei.

    Ein Re-Read auf Englisch musste allein schon wegen der wunderschönen Cover der englischen TB-Ausgaben sein. Rowling weiß einfach, wie man allein durch Schrift eine magische Welt erschafft, die den Leser nie wieder loslässt. Jahrelang habe ich nur die Filme geschaut und dadurch zwangsläufig so viele Details aus den Büchern vergessen. Daher war das Lesen wie ein neues Erlebnis.

    Fazit

    Auch mit Ende 20 ist Harry Potter immer noch ein Muss für mich. Ich liebe die Geschichte einfach so sehr, dass ich die Bücher natürlich nur empfehlen kann!

  4. Cover des Buches Die Entscheidung (ISBN: 9783734105227)
    Charlotte Link

    Die Entscheidung

     (272)
    Aktuelle Rezension von: ElOlorDeUnLibro

    Inhalt:

    Simon möchte Weihnachten mit seinen Kindern an der Südküste Frankreichs verbringen, doch diese springen kurzfristig ab und lassen ihren Vater im Stich. Auch seine neue Freundin hat genug von Simon und gibt ihm kurzerhand telefonisch den Laufpass. Allein und traurig wandert Simon durch den Regen - und trifft dort auf die hilfesuchende Nathalie. Aus Mitleid nimmt er die junge Frau mit in seine Ferienwohnung, nicht ahnend, in welche Gefahren er sich damit selbst bringt...

    Meine Meinung:

    Charlotte Link schafft es gekonnt, die Lesenden an das Buch zu fesseln. Es ist ein flüssiger Schreibstil, geschrieben aus verschiedenen Perspektiven und Orten. Dadurch entsteht ständig ein Informationsdefizit für jeden Handlungsstrang. Nach und nach finden die Fäden zueinander. Dadurch gestaltet sich das Buch insgesamt spannend und man will immer wissen, wie es weitergeht. Es war mir insgesamt recht schnell klar, worum es in der Geschichte insgesamt geht: Sehr zu Anfang ergibt sich eine Szene in Bulgarien, in der ein junges Mädchen ein Angebot auf eine vielversprechende Zukunft im Westen gemacht wird. Weitere Informationsfetzen von anderen Schauplätzen ließen relativ schnell klar werden, mit welchen Gefahren sich Simon und Nathalie konfrontiert sehen... Dennoch war die Geschichte an sich spannend erzählt und konnte mich gut unterhalten.

    Leider konnte ich mich insgesamt nicht so gut mit den Charakteren anfreunden. Simon ist ein Ja-Sager, Nathalie ein naives, verliebtes Mädchen, das einer Illusion hinterherrennt... da hielt sich bei mir der Sympathielevel leider eher gering. Trotzdem tolle Story.

  5. Cover des Buches Welt in Flammen (ISBN: 9783499268434)
    Benjamin Monferat

    Welt in Flammen

     (119)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ende Mai 1940 fährt der Simplon Orient Express zum letzten Mal von Paris nach Istanbul. An Bord des legendären Zuges befindet sich eine illustre Reisegesellschaft mit ganz unterschiedlichen Beweggründen für diese Fahrt.

    Die Romanows haben ebenso gute Gründe ihr Exil zu verlassen wie Carol, ehemaliger König von Carpathien. Dessen jüdische Ex-Geliebte Eva Heilmann hingegen hat diese Reise überhaupt nicht geplant, und tritt sie aus einer Notlage unter entsprechend abenteuerlichen Umständen an.

    Die Glanzzeiten des Stummfilmstars Betty Marshall sind ebenfalls längst vorbei; Engagements gibt es für sie nur noch in Istanbul, der Grund, weshalb sich die Schauspielerin im Zug befindet.

    Der texanische Ölmillionär Paul Richards hat der sentimentalen Vorliebe seiner jungen Frau für das alte Europa nachgegeben und die Hochzeitsreise im Orient Express gebucht.

    Und schließlich wird auch ein berühmter Waggon zwischen den anderen Luxusgarnituren mitgeführt, der Wagen, in dem die Deutschen nach dem Großen Krieg ihre Niederlage eingestehen mussten. Damit er den Nationalsozialisten nicht als Zeichen des Triumphs in die Hände fällt, soll er gut getarnt außer Landes gebracht werden.

    Keiner der Reisenden weiß, ob der Zug auf seiner letzten Fahrt durch das vom Krieg erschütterte Europa sein fernes Ziel erreichen wird, jede Stunde stellt sowohl Passagiere als auch Bordpersonal vor neue Herausforderungen.


    Mit diesem Roman hat der Autor ein interessantes Panorama einer aus den Fugen geratenen Welt gezeichnet, und dafür beeindruckende Recherchearbeit geleistet.

    Der russische Großfürst Constantin Alexandrowitsch Romanow sieht endlich die Chance gekommen, sein Haus zum Glanz alter Zeiten zurückzuführen, ebenso wie der abgesetzte Balkankönig Carol. In ihren Plänen spielt die 15-jährige Tochter des Großfürsten eine wichtige Rolle, doch Xenia hat anderes im Sinn.

    Die große Unbekannte in allen Vorhaben, Überlegungen und Aufträgen der Reisenden ist Adolf Hitler, dessen düsterer Schatten sich über Europa auszubreiten begonnen hat. An Bord des Zuges befinden sich auch Agenten sämtlicher Nationalitäten mit den unterschiedlichsten Zielen. Ihre Interessen und Aktionen kollidieren immer wieder miteinander, wobei es der Autor hervorragend verstanden hat, vielschichtige Figuren mit ihren charakteristischen Eigenheiten zu zeichnen. Dadurch ist es für den Leser trotz der zahlreichen Protagonisten nicht schwierig, sich zurechtzufinden. Ein Personenregister am Ende des Buches ist bei etwaigen Unklarheiten behilflich, und im Nachwort werden sämtliche Zweifel über historische und erfundene Figuren ausgeräumt.

    Besonders gut hat mir der Aufbau des Buches gefallen. Innerhalb der Kapitel werden die einzelnen Szenen minutiös in den verschiedenen Abteils geschildert. Die Übergänge sind ausgezeichnet gelungen, sodass das hohe Spannungsniveau von Abschnitt zu Abschnitt erhalten bleibt.

    Der Roman liefert zudem einen sehr interessanten Blick auf die Einstellung etlicher europäischer Staaten zu Hitlers Siegeszug an einem ganz bestimmten Zeitpunkt der Geschichte.

    Mein einziger Kritikpunkt gilt dem Handlungsverlauf gegen Ende des Buches mit einem furiosen, meiner Meinung nach aber teilweise reichlich überzogenem Finale. Übermenschliche Leistungen werden von Schwerverletzten vollbracht, die höchstens einem "Superman" zur Ehre gereichen. Deshalb hat mir das letzte Drittel des Buches mit seinen teilweise unrealistischen Lösungen und unglaubwürdigen Zufällen nicht mehr so gut gefallen.

    Höchstes Lob gebührt dem Autor hingegen für sein erzählerisches Talent, womit er den Leser von Anfang in den Strudel der Ereignisse zu ziehen versteht.

  6. Cover des Buches Der Historiker (ISBN: 9783833303944)
    Elizabeth Kostova

    Der Historiker

     (303)
    Aktuelle Rezension von: David_Lindsam

    Der Titel des Buches (engl. „The Historian“) ist zugleich Motto, Charakterisierung aller Hauptpersonen und Auflösung eines großen Rätsels zum Ende hin – und könnte damit kaum treffender gewählt sein.
     Eingleisig oder gar schmalspurig wird der Roman deshalb nicht. Im Gegenteil. In drei Generationen spielt die Handlung und wir reisen in verschiedenen Zeiten des 20. Jahrhunderts (30er, 50er, 70er) von Amsterdam, nach Istanbul, Budapest, Südfrankreich und Rumänien, immer auf den Spuren Vlad III. und den Zeugnissen über ihn aus dem 15. Jahrhundert. Die treibenden Kräfte sind die großen Fragen: Wo ist das Grab des vermeintlichen Grafen Dracula? Und liegen dort wirklich seine sterblichen Überreste?

    Unerwarteter Erfolg für einen viktorianischen Roman …

    Als der Debütroman von Elizabeth Kostova 2005 in den USA erschien, landete er direkt auf Platz 1 der amerikanischen Bestsellerlisten (New York Times u.a.). Zwei Jahre zuvor war „The Da Vinci Code “ von Dan Brown (dt. „Sakrileg“) erschienen und zu den Topsellern in der Branche aufgestiegen. Das Publikum war begierig auf Thriller, die Action und die Suche nach Rätseln in der Geschichte verbanden, weshalb die Verlagswelt sich in einer Auktion um die Rechte für dieses Werk überbot und damit ein groteskes Stück Buchgeschichte schrieb. Nachdem der Verlag Little, Brown and Company bereits 2 Millionen als Honorar für die Autorin aufgewendet hatte, musste ein gigantisches Marketing mit TV-Werbung und zehntausenden Vorabexemplaren folgen. Ein riskantes Buchpokerspiel …

    Am ersten Tag des Erscheinens wurde in den USA 80.000 Exemplare verkauft. Nach nur einer Woche lagen die Verkaufszahlen bereits so hoch (ca. 700.000), dass The Historian sich auf den Platz 1 geschoben hatte. Das ist eine waschechte american success story und in diesem Fall ein besonderer Glücksfall für die Leserwelt. Durch spekulative Marktmechanismen wurde ein sonst eher leises und anspruchsvolles Werk in Welt der Massenware hochgepusht.  

    Niemand war mehr über den Erfolg erstaunt als die Autorin selbst: „It’s a literary novel, not a commercial novel“. Nach ihrer Meinung hatte sie einen langsamen, viktorianischen Roman geschrieben. Ihre Helden stolpern nicht abgebrüht, abenteuerlustig und plündernd wie India Jones durch unentdeckte Überreste der Vergangenheit, sondern sie sind echte Historiker und Bibliothekare, die sich in mühevoller Kleinarbeit durch vergilbte Karteikartenkataloge kämpfen und die Geheimnisse der Vergangenheit in unzugänglichen Faksimiles akribisch entziffern.

    In Deutschland erschien das Buch noch im gleichen Jahr (2005) bei Bloomsbury (engl. Verlag, bei dem Harry Potter im Original erschien), aber die Resonanz war sehr verhalten. Ich kann nur mutmaßen, ob das vergleichsweise schmale Marketing der Grund war, oder vielleicht die etwas eigene deutsche Leserschaft. Tatsächlich dominierten den deutschen Fantasy-Markt in dieser Ära Zwerge, Orks, Elfen und natürlich die Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Obwohl ebenfalls 2005 (und auch bei Little, Brown and Company) Stephenie Meyer mit dem ersten Buch ihrer Twilight-Serie einen Vampir-Boom in den darauffolgenden Jahren auslöste, wurde Der Historiker von dieser Welle nicht mitgerissen. Mein böser Verdacht ist, dass das deutsche Fantasy-Publikum schlicht keine anspruchsvolle Kost gewohnt war und deshalb das Dargebotene nicht zu würdigen wusste. Das Urteil mildernd muss ich hinzufügen, dass der viktorianische Schauerroman eine lange und würdige Tradition in den englischsprachen Ländern besitzt und die Geschmacksnerven der Leserschaft besser auf einen über 800 Seiten langen Roman eingestellt sind, in dem der interessante, aber normale Historiker-Alltag nur an einzelnen Stellen von dem Unheimlichen durchbrochen wird. Hoch spannend bleibt es allemal – auf zum Inhalt:

    Geschichten über Geschichte

    In ihrer Kindheit bereiste Elizabeth Kostova (geb. 1964) mit ihrer Familie die südeuropäischen Ostblockstaaten und erinnert sich gerne an die Geschichten, die ihr Vater zur Unterhaltung auf den langen Fahrten über Dracula erzählte. Damit war nicht nur ihr Interesse an dieser schillernden Gestalt zwischen Mythos und historischer Realität geweckt, sondern auch die Erzählform für ihren ersten Roman gefunden. In dem fiktiven Epilog stellt sich eine amerikanische Geschichtsprofessorin vor, die in Rückblenden von ihren Erlebnissen als Sechzehnjährige berichtet, natürlich auf Reisen durch Europa mit ihrem Vater, dem sie ganz langsam das große Geheimnis um ein kleines Büchlein entlockt, das in seinem Inneren nur einen großen, zornigen Drachen beherbergt – das Zeichen des Ordo Draconis, dem Vlad der III. angehörte, weshalb er den Beinamen Drăculea trug.

    Ihr Vater, den wir als Paul kennenlernen, berichtet von den seltsamen Begebenheiten, wie er in den 50ger Jahren als Student in Oxford bei seinen Unterlagen plötzlich dieses leere Buch fand. Als er seinen Geschichtsprofessor Rossi zu Rate zieht, offenbart ihm dieser, dass auch er ein solches Buch besitzt und seine Nachforschungen ihn zu dem walachischen Fürsten (heutiges Rumänien) aus dem 15. Jahrhundert geführt haben. Aus unerfindlichen Gründen übergibt der sonst so rationale Professor Paul die Aufzeichnungen über seine Suche nach dem Grab und fügt fast ängstlich hinzu: „Dracula … Vlad Țepeș … lebt noch“ (35). Am gleichen Abend verschwindet Rossi spurlos; zurück bleiben nur ein paar Tropfen Blut. Verzweifelt sucht Paul in den Unterlagen nach Hinweisen, was seinem Professor passiert sein könnte, und trifft in der Bibliothek auf eine junge Doktorandin, die Rumänin Helen. Nach einer zaghaften Annäherung der beiden zeigt sich, dass Helen den Professor durch ihre Arbeit über Vlad III beeindruck möchte, weil sie dessen uneheliche Tochter ist. Paul erzählt ihr von seinem Verdacht, was mit dem Professor geschehen sein könnte, aber ein Bibliotheksangestellter belauscht das Gespräch und beißt Helen in den Hals. Überhastet brechen die beiden nach Istanbul auf, wohin eine erste Spur weist.

    Immer weiteren Dokumenten und ihren Geheimnissen folgend reisen Paul und Helen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien, werden von Untoten heimgesucht, entdecken nach langen Mühen tatsächlich das Grab des Fürsten, treffen auf den sterbenden Professor, erfahren die wahre Geschichte der Begegnung zwischen ihm und Helens Mutter aus seinen persönlichen Aufzeichnungen und begegnen dem leibhaftigen Vlad Dracula … Mehr kann ich leider nicht verraten, ohne doch auf gemeine Art zu spoilern.

    Inzwischen ist jedoch auch der Vater der Erzählerin spurlos verschwunden und die 16-Jährige macht sich in Südfrankreich auf die Suche nach ihm, denn sie vermutete ihn an einem der letzten Orte, wo Dracula noch eines seiner geheimen Gräber besitzt. Sie wird von unheimlichen Wesen verfolgt, aber auch von einem studentischen Gentleman wacker unterstützt.

    Die verschiedenen Erzählebenen verflechten sich im Laufe des Romans so stark miteinander, dass man als Leser die Geschehnisse in drei Zeiten fast synchron erlebt. Von Rossi erfahren wir durch seine Briefe und Tagebucheinträge, von Paul aus dessen eigenen Schilderungen auf der Reise mit seiner Tochter und zuletzt und parallel alles in der Erzählgegenwart von dieser selbst. Historik und die persönlichen Schicksale verweben sich auf brillante Art in den Historikern selbst.

    Durch Geschichten in der Kindheit der Autorin wird das Interesse an Geschichte geweckt und daraus entsteht wieder die Lust auf Geschichten … Das ist die Geschichte des Buches Der Historiker.

    Übrigens sind die historischen Hintergründe und Orte des Romans sehr gut recherchiert und stimmig, nur die Fakten um das Grab sind fiktiv und die Dokumente und Zeugnisse dazu fast komplett erfunden (ich habe selbst schon zum Thema Vlad III. geforscht).

    Eine eigenwillige Hommage an Bram Stoker

    Der Historiker liegt weitab vom üblichen Fantasy-Mainstream und ist durchaus ein Art Kunstwerk. Elizabeth Kostova hat 10 Jahre daran gearbeitet – manche der bekannteren Fantasy-Autoren bringen deutlich mehr als ein Werk pro Jahr heraus. Daraus lässt sich ersehen, welche Arbeit hinter diesem Buch steckt. Das macht einen Unterschied und der Unterschied ist spürbar.

    Die Autorin hat sich eine interessante Mischung ausgedacht, indem sie historische Briefe, Dokumente und persönliche Berichte mit der Rahmenhandlung einer Ich-Erzählerin verbindet, die uns als LeserIn zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit einlädt. Dabei nutzt die Amerikanerin ein Gestaltungsprinzip ihrer großen literarischen Vorlage, Bram Stokers „Dracula“ (1897), der seine Vampir-Geschichte als Tatsachendokumentation in Form von Tagebucheinträgen und Zeitungsartikel präsentiert.

    Kostova stellt dieses Prinzip nicht in Frage, ironisiert es nicht. Eingebettet in eine rückblickende Erzählung umspinnt sie auf diese Weise unseren modernen, rational und historisch geprägten Geist und verführt uns für die Zeit des Lesens, daran zu glauben, dass Dracula tatsächlich noch bis ins letzte Jahrhundert sein Unwesen getrieben hat und, wenn ich den Epilog richtig verstehe, vielleicht sogar noch heute.

    Vampirisches?

    Kommen Vampir-Freunde auf ihre Kosten? Vielleicht nicht, je nach dem. Wer Bram Stokers Dracula mag, wird den Historiker noch weit mehr mögen, weil die Erzählweise viel moderner und weniger weitschweifig, blumig und umständlich ist. Und ein paar typische Gerne-Elemente finden sich durchaus. Bisse, Blut, Werkzeuge für die Vampirjagd (Silberdolch), Angriffe durch dienende Untote (Vampire), bezwingende Hypnose, Fledermausschatten, Särge und Grüfte …
    Am meisten enttäuscht am ganzen Buch hat mich die Begegnung mit Dracula selbst – er ist anders als meine Vorstellung von ihm … und nicht übermäßig böse. Schade – ich hätte mich gerne mehr gegruselt.
     Die Büchlein mit den leeren Seiten und dem Drachen hat er übrigens selbst gedruckt und verteilt … Warum? Wenn ich das mal so ganz verstanden hätte. Ich finde es nicht stimmig.

    Trotz der Umfänglichkeit des Buches bleibt vieles über Vlad Dracula offen, wie er zum Vampir wurde, wie viele seiner Art es noch gibt – reizvoll und unbefriedigend zugleich, aber in jedem Fall anregend für
     die eigene Fantasie. Und das schätze ich durchaus.

    Einordnung in der Literatur und Kritik

    Ein Feuilletonist der FAZ betitelte (2005) seine Rezension sarkastisch „wie man einen Roman pfählt“ und spielte damit auf die grausamen Hinrichtungsmethoden des historischen Vlads und auf Längen des Romans an, eine beliebte Kategorie der Literaturkritik, die wenig besagt. Tatsächlich ging es mir an einigen Stellen aber ähnlich und ich musste zwischendurch mein Durchhaltevermögen bemühen, um dran zu bleiben. Die Frage ist, wodurch diese Längen entstehen.
    Ausführlichere Berichte von der Reise, Beschreibungen der Landschaft und der Städte, Details des Interieurs – all das gehört zum Schmuckwerk und literarischen Gewand eines Romans, der sich an die viktorianische Erzählweise des 19. Jahrhunderts anlegen will, dennoch wirkt es ungewohnt. Die Gothic Novel lebt davon, dass in die alltäglich erlebte Wirklichkeit plötzlich das Übersinnliche hereinbricht und alles in Frage stellt, weshalb man in der Literaturforschung von magischem Realismus spricht.
    Die Längen haben also System. Trotzdem erwarten die Lesegewohnheiten des 21. Jahrhunderts etwas mehr Spannung. Mir hätte es geholfen, wenn die äußeren Orte ähnlich wie bei Dan Browns Thriller in einem direkten Zusammenhang mit der historischen Detektivarbeit gestanden hätten. Aber man kann auch nicht alles in einem Buch haben.
    Der Historiker bietet zudem eine wunderschöne und tragische Liebesgeschichte, lässt das Leben im Rumänien und Bulgarien der 30er und 50er Jahre szenisch vor Augen treten und erzeugt eine leicht gruselige, melancholische Stimmung, die perfekt zu der Erzählung passt.

    Und noch ein Zitat:

    „Es ist eine Tatsache, dass wir Historiker uns für Dinge interessieren, die zum Teil unser eigenes Ich widerspiegeln, vielleicht den Teil, den wir am liebsten nicht näher untersuchen würden, es sei denn auf dem Feld der Wissenschaft. Und je mehr wir in unsere Interessen eintauchen, desto mehr ergreifen sie von uns Besitz.“ (314)

  7. Cover des Buches Nalas Welt (ISBN: 9783404617111)
    Dean Nicholson

    Nalas Welt

     (47)
    Aktuelle Rezension von: VanCity

    Hierbei handelt es sich um eine Autobiographie, in der der Autor von seiner Idee und seinen Plänen von einer Radtour um die Welt erzählt. Während seiner Reise trifft er, auf einem Berg zwischen Bosnien und Montenegro, auf ein kleines Kätzchen, dass er mit an Bord nimmt und es Nala nennt. Seit dem sind die beiden unzertrennlich. 


    Für mich als Katzenmensch war das Buch ein unbedingtes Muss. Schon nach dem ersten Kapitel war ich von dem Schreibstil und von Deans Reise fasziniert und begeistert. Die Seiten sind regelrecht dahingeflogen. Die Freundschaft der beiden war bei jedem ihrer Abenteuer etwas ganz besonderes. Nicht nur einmal habe ich während des Lesens mein Handy zur Hand geholt und mir den entsprechenden Post dazu auf dem Instagram-Account (@1bike1world) dazu angesehen. Durch die Posts hat man als Leser einen noch besseren Einblick in die Reise von Dean und Nala erhalten. Es war einfach so klasse und bildhaft beschrieben, sodass man als Leser tatsächlich das Gefühl hatte, dabei gewesen zu sein.


    Je näher ich ans Ende des Buches gekommen war, umso wehmütiger wurde ich, da natürlich auch die Reise um die Welt durch das Coronavirus beeinflusst wurde, wie sich dieses auf Dean und Nala ausgewirkt hat, und wie Dean die Anfangszeit des Viruses wahrgenommen und erlebt hat. Beim Lesen sind tatsächlich Erinnerung an letztes Jahr hoch gekommenen.


    Das Buch "Nalas Welt" bekommt von mir eine absolute Leseempfehlungen. 

  8. Cover des Buches Academy of Shapeshifters - Sammelband 3 (ISBN: B072W83946)
    Amber Auburn

    Academy of Shapeshifters - Sammelband 3

     (42)
    Aktuelle Rezension von: BelladerKruemel
    Im dritten Sammelband starten die "Spiele".
    Doch schnell stellt sich heraus, dass die Captoren für die diesjährigen Spiel andere Pläne haben. 
    Die Geschichte wird ernster, erwachsener und beschreibt jetzt nicht mehr nur Probleme wie Lenas vernarrtheit in zwei Jungs oder die Rangeleien im Rudel.

    Der Schreibstil ist wie immer sehr angenehm und man kann der Geschichte einfach folgen.

    Für mich eine sehr gelungene Fortsetzung, die Lust auf mehr macht.
  9. Cover des Buches Fucking Berlin (ISBN: 9783548374963)
    Sonia Rossi

    Fucking Berlin

     (579)
    Aktuelle Rezension von: LeseVerrueckt

    Bei diesem Werk hatte ich zuerst den Film gesehen und dann die Erwartung gehabt, dass das Buch im Grunde genauso ist wie der Film. Pustekuchen! Im Buch geschehen so viele Dinge, die im Film gar nicht vorkommen und die eigentlich hätten inkludiert werden müssen, damit man die Protagonistin noch besser versteht.

    Die Szenen, die sich in der Geschichte abspielen, sind keine leichte Kost und doch sind sie so geschrieben, dass sie weniger erotische Schwingungen senden als ein New Adult Buch das macht. Das mag zwar schwer vorstellbar sein, da die Protagonistin eine Teilzeit-Hure ist, aber es ist eben dies: ein Job, um sich und ihren Mann (später auch ihr Kind) über die Runden zu bekommen und sich gleichzeitig ihrem Mathematik-Studium widmen zu können. Mehrere Schicksale kommen vor. Nicht immer basieren die auf einer eigenständigen Entscheidung wie es bei der Protagonistin der Fall war.

    Das Cover finde ich auch sehr gelungen. Es ist die billige Leuchtschrift, die man in so vielen Schaufenstern zu sehen bekommt, die dem Titel etwas Plakatives geben, ohne dass man Personen oder Schauplätze zeigen muss.

    Insgesamt ist "Fucking Berlin" ein wirklich sehr gut geschriebenes Buch, das sich sehr flüssig liest und zu Diskussionen anregt. 

  10. Cover des Buches Der fünfte Mörder (ISBN: 9783492257435)
    Wolfgang Burger

    Der fünfte Mörder

     (25)
    Aktuelle Rezension von: julestodo

    Ein explodierendes Auto, direkt neben Alexander Gerlach.... die Ermittlungen nehmen ihren Lauf und fördern ungeahnte Dinge an die Oberfläche.

    Wieder ein spannender Kriminalroman von Wolfgang Burger, den ich gerne gelesen habe. Der flüssige Schreibstil und die detailiert beschriebenen Personen haben es mir angetan. ich weiß jetzt schon: die Reihe werde ich ganz zu Ende lesen!

  11. Cover des Buches Feinde (ISBN: 9783453438897)
    Susanne Saygin

    Feinde

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Gulan

    Der Kölner Kommissar Can Arat und seine Chefin Simone Kerkmann ermitteln in einem brutalen Doppelmord an zwei bulgarischen Roma, die offenbar auf dem Schrottstrich gearbeitet haben. Die Kommissare stellen eine Verbindung zum Bauunternehmer und Mäzen Nolden fest. Doch der einzige Zeuge, der sich bereit erklärt zu reden, landet vor einer U-Bahn. Der Staatsanwalt ist außerdem ein Karnevalskumpel von Nolden. Der Fall droht im Sande zu verlaufen, doch Can ist nicht bereit, dies zu akzeptieren und ermittelt weiter – auf Teufel komm raus.

    Autorin Susanne Saygin wohnte in Köln selbst in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem „Bulgarenhaus“, einer völlig überfüllten, heruntergekommenen Immobilie voller Arbeitssklaven. Dies inspirierte sie zu diesem packenden Krimi über Menschenhandel, Korruption und Ausbeutung, der auch sprachlich keine Kompromisse macht und die Dinge beim Namen nennt. Interessant fand ich die Wandlung des Romans, der erst als typischer Ermittlungskrimi beginnt und dann sich immer mehr auf den von Migräne geplagten und persönlich betroffenen Can fokussiert, bis hin zu seinem Road Trip nach Bulgarien auf der Suche nach der Wahrheit. Dabei beinhaltet die Story auch noch eine komplizierte Liebesgeschichte. Nur das Ende kam mir etwas zu kunstvoll oder märchenhaft vor in dieser sonst so knallharten Geschichte. Doch insgesamt ein richtig starkes, intensives Krimidebüt.

  12. Cover des Buches Per Anhalter durch den Nahen Osten (ISBN: 9783959102452)
    Patrick Bambach

    Per Anhalter durch den Nahen Osten

     (14)
    Aktuelle Rezension von: BeiterSonja

    Das Cover gefällt mir.

    Am Anfang gibt es eine Karte, wo man als Leser die Reise mit verfolgen kann.

    Der Schreibstil ist im Tagebuch - Stil. Finde ich persönlich gut, daher hat man das Gefühl mit dabei zusein. Den Mut die Strecke komplett zu trampen und bei Leuten zu übernachten, welche ich nicht kenne - Couchsurfing - finde ich mutig. Gerade in gewissen Ecken auf der Strecke.


    Ich hätte gerne mehr erfahren über manche Orte bzw. von der Bevölkerung, Fotos fehlen auf jeden Fall. Das macht einen guten Reisebericht aus. Es gibt am Ende einige Fotos aber für einen Reisebericht zu wenig. 

  13. Cover des Buches Der liebe Gott macht blau (ISBN: 9783404164721)
    Arto Paasilinna

    Der liebe Gott macht blau

     (50)
    Aktuelle Rezension von: miss_mesmerized
    Dem lieben Gott geht seine Schöpfung und insbesondere der Mensch gehörig auf den Zeiger und schon seit dem 1. Weltkrieg schleppt er sich mit einer latenten Depression herum. Jetzt braucht er eine Auszeit, so ein Sabbat-Jahr wäre genau das richtige für ihn. Aber wer soll dann seine Arbeit übernehmen? Erzengel Gabriel und Petrus sind selbst schon ausgelastet genug, aber warum sollte nicht so unsägliches Menschlein mal auf die Artgenossen Acht geben? Mit Pirjeri Ryynänen, einem finnischen Kranfahrer, haben sie scheinbar genau den richtigen gefunden, der noch dazu bereit ist, diese anspruchsvolle Aufgabe zu übernehmen. Mutig macht er sich ans Werk, Weltfrieden, Umwelt- und Tierschutz stehen auf seiner Agenda, aber er hat den Job ein wenig unterschätzt und Gottes Gehilfen hatten nicht damit gerechnet, dass der agile Finne den Himmel in seine Heimat verlegen möchte und so manch andere Neuerung in petto hat.

    Ein herrlich absurdes Buch – einmal wieder – das einfach nur Spaß beim Lesen macht und das Dasein in Himmel und auf Erden mit einem Schmunzeln betrachtet. Die Figur des Pirjeri ist einfach genial angelegt, in seinen Grundfesten unerschütterlich und mit dem Herz am rechten Fleck, wenn auch am Ende doch etwas zu selbstverliebt bei seiner eigenen Schöpfung, füllt er die Rolle des Lenkers unterhaltsam und doch mit ernsten Nebensätzen aus. Der feine Wortwitz, der entweder in der Übersetzung nicht verloren ging oder schlichtweg sehr gelungen neu geschaffen wurde, macht das Buch zu einer wahren Freude.
  14. Cover des Buches Grenzgängerin aus Liebe (ISBN: 9783453292284)
    Hera Lind

    Grenzgängerin aus Liebe

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Martina1964

    Das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen, ich war zwischendurch mal richtig geschockt, da ich mit den Ereignissen, die sich ergeben haben gar nicht gerechnet hatte. Ich finde die Sprecherin Svenja Pages hat die Geschichte sehr gut rübergebracht und man konnte richtig merken, dass sie in die Ereignisse eingetaucht ist. Ich empfehle dieses Hörbuch oder auch das Buch jedem, der über eine Liebe zwischen den Grenzen mehr erfahren möchte und auch über das Leben in der früheren DDR wie es wirklich war. Ich habe ja im Vorfeld gewußt, dass Hera Lind (die Autorin) nach einer wahren Begebenheit diesen Roman geschrieben hat, aber dass solch schlimme Sachen in der DDR passiert sind, hätte ich dann doch nicht gedacht. Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte und viel Spass allen, die es noch hören oder lesen werden.

  15. Cover des Buches Der Flug der Störche (ISBN: 9783404139019)
    Jean-Christophe Grangé

    Der Flug der Störche

     (111)
    Aktuelle Rezension von: RapsUndRuebe

    Inhalt:
    Der Inhalt lässt sich über den Klappentext oder andere Rezensionen herausfinden.

    Stil:
    Leicht zu lesen. Detailiert, aber nicht langatmig. Sehr spannend. Man will nicht mehr zu lesen aufhören.

    Fazit:
    Kleine Reise durch Europa und Afrika. Man erfährt sehr viel spannendes über die "Roma's", über Israel und Zentralafrika. Hinter der eigentlichen Geschichte mit den Störchen, verbirgt sich ein viel grösseres Geheimnis um einen sadistischen, brutalen Herz-Chirurg, der Herzen stiehlt und diese seinen Opfern auf perfideste Art bei lebendigem Leib entfernt.

    Sehr spannend, unbedingt empfehlenswert.

  16. Cover des Buches Macht und Widerstand (ISBN: 9783596034550)
    Ilija Trojanow

    Macht und Widerstand

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    INHALT: Der Roman spielt in Bulgarien zur Zeit des Kalten Krieges und den Jahren nach der Wende, und Metodi Popow und Konstantin Scheitanow sind die gegensätzlichen Pole um die sich die Geschichte dreht. Popow, ein Lebemann und erfolgreicher Offizier der Staatssicherheit mit engen Beziehungen zur Regierung, und auch nach 1990 noch eine feste Größe im Staatsapparat; Scheitanow dagegen ein Querulant, der der Stasi schon zu Schulzeiten auffällt und sein Leben Kampf widmet, ein Dorn im Fleisch, einer, der nie locker lässt.

    Beide kommen aus derselben Stadt, sind ungefähr im gleichen Alter und geraten ihr Leben lang aneinander, als ob sie zur Symbiose bestimmt seien. Während Popow sich im Wohlwollen der Obrigkeiten sonnt, durchlebt Scheitanow alle Höllen in den bulgarischen Gefängnissen und Arbeitslagern. Nach seiner Rehabilitierung und dem Fall des Eisernen Vorhangs sucht er in den Akten nach Hinweisen: Wer hat ihn bespitzelt? Wer waren seine Freunde, wer seine Verräter? Doch es bleibt ein Kampf, denn die Mächtigen von damals sitzen auch heute noch am längeren Hebel.

    FORM: Die zahlreichen Kapitel springen abwechselnd zwischen den Perspektiven Popows und Scheitanows hin und her, die aus heutiger Sicht die Ereignisse von damals schildern. Popows Sprache ist die eines gutmütigen Onkels, bauernschlau, hemdsärmelig und lebensbejahend. Scheitanow dagegen spricht ohne Humor, voller Bitterkeit und Sarkasmus.

    Unterbrochen wird dieses Erinnerungspingpong zum einen durch Auszüge aus den Akten Scheitanows und zum anderen – und das ist stilistisch der größte Kniff des Romans – durch Wortmeldungen der vergangenen Jahre. Trojanow hat versucht, jedem Jahr einen Charakter, eine Stimme zu verleihen. 1958 spricht anders als 1990 oder 2007; die Themen sind andere, so auch die Zuhörer.

    Auch außerhalb der eigentlichen Geschichte kann der Roman viel zur Erweiterung des Horizonts beitragen. Zum Beispiel schreibt Trojanow den Fund des Thrakischen Goldes seinen Figuren zu, und auch über Kyrill und Method wusste ich vor der Lektüre nichts. Ganz abgesehen von der jüngeren bulgarischen Geschichte, ein Land, gar nicht weit weg und doch so fern, das wohl noch so einiges aufzuarbeiten hat.

    FAZIT: Mir ist bei der Lektüre etwas ganz merkwürdiges passiert: Mir war der Protagonist unsympathisch und der Antagonist sympathisch! Das geht doch so nicht! Was ist denn hier los? Aber es geht. Und es ist wohl auch nicht ganz ungewollt. Durch diese Verdrehung umgeht Trojanow geschickt die Klischees von Gut und Böse.

    Ich hatte die große Befürchtung, auch MACHT UND WIDERSTAND sei in dieser für politische Romane typischen Nüchternheit und Humorlosigkeit geschrieben, was sich aber dankenswerter Weise nicht bestätigte. Im Gegenteil: Zwischendurch musste ich sogar laut lachen. (Popows siebzigster Geburtstag oder die Frage, wer denn das KOMMUNISTISCHE MANIFEST geschrieben habe sind großartig humorvolle Szenen.) Ganz klare Abstriche muss ich jedoch bei den Dialogen machen, die mir oft sehr gestelzt und zähflüssig vorkamen. Ansonsten kann ich sagen: Ein wichtiges Buch – vier Sterne.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

  17. Cover des Buches Über die Grenzen (ISBN: 9783218011877)
    Franz Paul Horn

    Über die Grenzen

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Pimpy2502

    Ein tolles Buch über die Reise dreier junger Männer auf den nahezu gleichen Routen, jedoch mit anderen Zielen und Reiseambitionen, was dadurch natürlich sehr kontrastreich ist. Mich hat das Buch auf der einen Seite sehr fasziniert, aber auch berührt. Besonders bei den Kapiteln, in denen es um die Flüchtlinge Malek und Filip um die Erlebnisse im Kriegsgeschehen ging, hatte ich das ein oder andere Mal einen Kloß im Hals. Man konnte die Ängste und Hoffnungen spüren, die sie gehegt haben. Schlimm, wenn einem Menschen sowas widerfahren muss.

    Einen Punkt Abzug bekommt das Buch von mir, weil mich der Buchaufbau etwas gestört bzw. im Lesefluss behindert hat. Die Idee, die drei Geschichten „nebeneinanderher“ laufen zu lassen, ist einerseits gut und es zeigt die Kontraste besser auf, aber gerade anfangs habe ich echt Zeit gebraucht, bis ich verinnerlicht hatte, wer wer ist, weil ich das gerade bei Filip und Malek anhand der (Orts-)Namen nicht ausmachen konnte. Zwar sind die Kapitel durch Grauschattierungen voneinander abgegrenzt, aber wenn man vertieft ins Buch ist, war mir das zu wenig optische Reize. Ich habe es dann kurzerhand so gemacht und mir die Kapitel der einzelnen Personen rausgesucht und in einem Stück gelesen. Für mich war das so besser.
     

    Da der „Aufbau“ der einzige Punkt ist, den ich ein wenig negativ ansehen (und der sicherlich persönliches Empfinden ist), empfehle ich das Buch gerne weiter. Ich finde die Idee, die hinter dem Buch steckt, klasse, drei Leben in einem Buch zu vereinen. Für mich ist das Buch absolut lesenswert. Ich vergebe deshalb 4*. 

  18. Cover des Buches Todesnacht (ISBN: 9783442467129)
    Stephen Booth

    Todesnacht

     (12)
    Aktuelle Rezension von: supersusi

    Bewertet mit 4.5 Sternen

    Rose lebt sehr zurückgezogen. Kaum einer der anderen Bewohner des Ortes hat sie je zu Gesicht bekommen. Hat sie etwas zu verbergen ? Versteckt sie sich? Ist sie im Zeugenschutzprogramm ? Ist sie einfach nur Menschenscheu? Eines Nachts fallen Schüsse. Aber woher kamen die ? Fenster und Türen sind alle von innen verriegelt.  Detective Fry muß auch einen Brand untersuchen, bei dem Frau und 2 Kinder umkamen. Liegt sie mit ihrem Verdacht richtig ?

    Was mir gut gefallen hat, war, wie gut die psychiatrischen Aspekte recherchiert waren. Die Fachbegriffe wurden korrekt und gut erklärt. 

    Dies war mein erstes Buch von Stephen Booth. Etwas zu lang und langatmig. Es war durchaus spannend, aber im Gegesatz zu anderen Krimis wird der Spannungsbogen nicht immer aufrecht erhalten. Normalerweise lese ich so ein Buch in 2-3 Tagen. Für dieses habe ich 2 Wochen gebraucht, weil ich es nicht so fesseln fand. Ich konnte es im Gegensatz zu anderen Krimis durchaus aus der Hand legen. 

    Das Ende ist sehr überraschend. Ich will nicht spoilern, aber bei allen Verbrechen war ich über die Täter überrascht. Bei dem ein oder anderen hätte man das allerdings noch vertiefen können.z.B. bei dem Brand war mir das Motiv zu dürftig dargestellt und auch irgendwie die Konsequenzen. Andere Sachen dagegen wurden sehr ausgewalzt. Die Befragungen, die mühsame Kleinarbeit beispielsweise.

    Mein Fazizt : Ich werde noch ein Buch des Autors lesen und dann entscheiden, ob weitere folgen oder ich diese Krimis ad acta lege. Spannend mit überraschendem Ende, gut recherchiert, aber nicht wirklich fesselnd.

     
  19. Cover des Buches Die Frauen vom Meer (ISBN: 9783426306154)
    Deniz Selek

    Die Frauen vom Meer

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Arbutus
    Man ahnte es schon, als der türkische Kapitän Sercan in See stach - er wird nicht zurückkommen. Wir wissen warum, wir können mit der kleinen zweijährigen Ferah in die Zukunft schauen. Seza, seine Frau, weiß es nicht. Sie ist Tatarin und hat als junges Mädchen schon einmal einen fürchterlichen Verlust erlitten, als sie und ihre Familie von ihrem Grundbesitz gejagt wurden.

    Ferah, Sezas kleine Tochter, inzwischen um viele Jahrzehnte gealtert, trifft sterbend, in einer anderen Daseinsebene, ihren Vater wieder, redet mit ihm über das Vergangene und erzählt ihm von ihrer deutschen Schwiegertochter Elisabeth und der Enkelin Ilyada. So entspinnt sich anhand des Schicksals der verschiedenen Frauen ein türkisches-deutsches Familienepos.

    Die Geschichte kommt recht zögerlich in Gang. Die Autorin scheint beim Leser einen gewissen detektivischen Spürsinn vorauszusetzen. Bei diesem Genre finde ich das zumindest ungewöhnlich. Ohne Zweifel, Deniz Selek kann wunderschön schreiben. Oft jedoch fehlt ein gewisser editorischer Feinschliff, und das macht das Lesen häufig etwas zäh. Manchmal sind mir die Alltagsbeschreibungen einfach ein wenig zu aufgereiht. Und dann zu viele ungeordnete Informationen über Personen: erst kam dieser, dann jener zu Besuch, er hatte dies und das gemacht - wer jetzt? Die Vergangenheitsformen geraten durcheinander, und was ist - passiert es gerade jetzt, oder ist es schon geschehen?... Von dieser hin und wieder etwas zerfasernden Erzählweise einmal abgesehen, sind aber die Schilderungen aus den Familien der verschiedenen Kulturkreise durchaus faszinierend und gut beobachtet. Mitten im Gewühl einer ausdrucksstarken Schicksalsschilderung versteckt sich dann auch schon mal politischer Zündstoff, wenn zum Beispiel bei Sezas und Ferahs Ankunft in Istanbul ein alter Mann im Gespräch einen Hinweis auf die Vertreibung der Griechen und den Genozid an den Armeniern fallenlässt (das wird dort natürlich nicht so genannt). Spannend wurde es für mich, als auch die Geschichte der kleinen Elisabeth, Ferahs Schwiegertochter, geschildert wurde, ihre Geburt in einer Berliner Bombennacht und ihre Landverschickung nach Pommern - da horchte ich auf, denn das berührt eigene Familienhistorie ...

    Das Hin- und hergerissensein der Protagonistinnen zwischen zwei völlig unterschiedlichen Kulturkreisen wird glaubhaft geschildert - was auch kein Wunder ist, entpuppt sich doch der Roman von Deniz Selek als recht autobiographisch, wie wir im Nachwort erfahren. Dieser Umstand erklärt einiges, entschuldigt aber nicht alles. Man weiß oft nicht so recht, wo dieser Roman eigentlich hin will. Die großen, ganze Kapitel überspannenden Rückblenden sind nicht zu beanstanden, aber die vielen Rückblenden, die innerhalb der Kapitel passieren und leider nicht eindeutig mit der richtigen Vergangenheitsform gekennzeichnet sind, verwirren und lassen den Leser hoffnungslos verzettelt zurück. Sprachlich, nun ja ... die Autorin benutzt einen erlesenen Wortschatz, und auch an der Grammatik gibt es nichts zu beanstanden. Insgesamt aber ist die Erzählweise oft frappierend konzeptlos. Vieles bleibt trotz einer ausgiebigen Melodramatik an der Oberfläche. Ein Beispiel: dieselbe Mutter, die fühllos blieb, als ihre kleine Tochter fürchterlich verprügelt wurde, kennt ihre Tochter auf einmal ganz genau und weiß intuitiv, was diese wirklich braucht. Um diesen Wandel dem Leser zu vermitteln, hätte es einiges mehr benötigt als die vielen Schilderungen der Inneneinrichtung und der Alltagstätigkeiten.

    Der Schluss - reißt es nicht wirklich raus, ist aber - schön. Oder, eigentlich sind es drei schöne Schlüsse. Nur, dass es nicht reicht - um es einmal musikalisch auszudrücken - viele schöne Töne zu erzeugen;  es sollte auch eine singbare Melodie dabei entstehen ...

  20. Cover des Buches Bloom (ISBN: 9783407810625)
    Kenneth Oppel

    Bloom

     (62)
    Aktuelle Rezension von: hapedah

    Kaum ist das Herbizid gefunden, das gegen die schwarzen Pflanzen wirkt, wird die Erde von einer neuen Invasion heim gesucht. Bei einem weltweiten Regenguss fallen Insekteneier vom Himmel, aus denen furchterregende Kreaturen schlüpfen. Doch noch ehe das Team um Dr. Weber die neuartigen Insekten untersuchen kann, werden Anaya, Petra und Seth festgenommen und in einen unterirdischen Bunker gebracht, wo sich zu ihrem Erstaunen noch andere Jugendliche befinden, die alle ähnliche körperliche Veränderungen wie die drei Freunde aufweisen. Unter Anleitung des gruseligen Dr. Ritter dokumentieren Wissenschaftler die neuen Fähigkeiten der Teenager und die fortschreitende Entwicklung ihrer außerirdischen Merkmale, doch als Anaya telepathischen Kontakt zu einer Außerirdischen bekommt, weiß sie nicht mehr genau, auf welcher Seite sie eigentlich steht.

    Bloom - Sie schlüpfen auch in deiner Stadt" von Kenneth Oppel ist der zweite Teil einer Trilogie, die mich genau so begeistert hat, wie der Vorgängerband. Die Protagonisten Anaya, Petra und Seth waren mir bereits im ersten Buch ans Herz gewachsen und ich habe sie auch in dieser Geschichte gern begleitet. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den drei Hauptfiguren, so dass ich beim Lesen einen guten Einblick in ihre verschiedenen Emotionen und Entwicklungsschritte bekommen habe. Dabei konnte ich mich gut in ihre Ängste hinein versetzen und manche Reaktion besser verstehen, besonders bei Petra, die ihre Furcht häufig durch zickiges Verhalten kaschiert. 

    Den Schreibstil habe ich als äußerst spannend empfunden und ich mochte das Buch bis zur letzen Seite kaum aus der Hand legen, auch den Hintergrund fand ich umfassend und authentisch beschrieben. Die Handlung spulte sich beinahe wie ein Film vor meinem geistigen Auge ab und ich kann mir gut vorstellen, dass die Buchtrilogie als Vorlage für einen Kinostreifen dient, die spannende Mischung aus Fantasy und Teeniehorror würde ich mir gern auf einer Leinwand ansehen. Da es noch einen weiteren Band geben wird, endet auch dieser Roman mit einem Cliffhanger, wem das nicht gefällt, der sollte sich noch etwas gedulden und dann die komplette Reihe hintereinander weg lesen. 

    Fazit: Kenneth Oppel hat auch im zweiten Band seiner Bloom-Trilogie eine gelungene Mischung aus Grusel- und Fantasyelementen geschaffen, die Spannung hat sich konstant durch die gesamte Geschichte gezogen, so dass ich mich sehr gut unterhalten gefühlt habe und auch für dieses Buch gern eine Leseempfehlung ausspreche. 

  21. Cover des Buches Academy of Shapeshifters Sammelband (ISBN: B01MXFZ6W0)
    Amber Auburn

    Academy of Shapeshifters Sammelband

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Rebecc4

    Der Einstieg der Geschichte war sehr spannend. Wie die Kurzbeschreibung schon verrät, gerät unsere Protagonistin in diese interessante Welt der Shapeshifters, die sich in Tiere verwandeln können und wird aus ihrer heilen normalen Welt heraus gerissen. Dann wird es spannend und sie muss lernen, ihre Kräfte zu beherrschen und sich in die Gruppe einzufügen. Soweit fand ich die Geschichte sehr schön und spannend.

    Als es dann jedoch weiter ging mit den ganzen scheinbar in Büchern für junge Menschen notwendigen Liebesgeschichten, wurde es anstrengend.

    Und dann wurde es immer abstruser. Von normalen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die miteinander sprechen konnten, gemeinsam trainierten, diskutierten, lebten, wurden sie immer krasser abgesogen in ihre animalischen Instinkte und versuchten sich gegenseitig zu töten, zu verletzten und ließen ihre Alpha-Tiere raushängen. Ja, äh,.. nein. Ich habe die Reihe irgendwann abgebrochen.

  22. Cover des Buches Smørrebrød in Napoli (ISBN: 9783499624490)
    Sebastian Schnoy

    Smørrebrød in Napoli

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Die-Glimmerfeen
    Wie gut kennen wir unsere Nachbarn? Nach der Lektüre dieses Buches musste ich gestehen, vieles war mir bislang unbekannt. Sebastian Schnoy serviert Wissen immer mit einer vergnüglichen Note und so wird der Ausflug in die Geschichte und politische Landschaft der Mitgliedsstaaten der EU kein langweiliges Unternehmen.
    Ich weiß jetzt wer die ‚Kleine Seejungfrau‘ in Auftrag gab und wer für Kopf und Körper Modell stand. Das ein Generalstreik anderen geschieht, aber nicht uns braven Deutschen. Wer angeblich das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Europa hat, obwohl sich der Autor hier ein wenig selber widerspricht. Warum man in Grönland wahrscheinlich nicht besonders alt wird und warum Estland von alkoholisierten Finnen heimgesucht wird.
    Lediglich die gut gemeinten Tipps, wie wir als Deutschen etwas lockerer werden, finde ich weder vergnüglich noch hilfreich, da hätte ich etwas mehr erwartet.

    Warum man vielleicht zu diesem Buch greifen sollte:
    1. Wenn man einen Blick über den Tellerrand der deutschen Grenzen werfen möchte
    2. Man wissen möchte, wie unsere EU-Nachbarn ticken
    3. Man eine Europareise plant und auf der Suche nach einem geeigneten Reisebegleiter ist

    Fazit: Ich fühlte mich gut informiert und unterhalten, obwohl das Buch für mich nicht an ‚ Von Napoleon lernen, wie man sich vorm Abwasch drückt‘ heranreicht.
  23. Cover des Buches Gesammelte Werke Band 1: Die Blendung (ISBN: 9783446243859)
    Elias Canetti

    Gesammelte Werke Band 1: Die Blendung

     (82)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Gleich vorweg: zu Ende gelesen habe ich dieses Buch nicht, ich konnte einfach nicht. Weder der Protagonist noch seine spätere Frau sind mir sympathisch. Er ist 40 und hat nur Bücher im Kopf, auch zurecht, denn er ist ein angesehener Professor, aber wie man lebt, weiß er trotzdem nicht und aus einem Anfall heraus heiratet er seine Putzfrau, die ihn dann tyrannisiert und aus der Wohnung schmeißt, wo er dann wahnsinnig wird. Das alles zieht sich in Form von Gedanken und endlosem sinnieren über 500 Seiten - Nein danke.
    Allerdings liegt's nicht am Schreibstil per se, der ist gar nicht übel, nur diese endlosen Gedankenschleifen...
  24. Cover des Buches Zähne zeigen (ISBN: 9783462320527)
    Zadie Smith

    Zähne zeigen

     (63)
    Aktuelle Rezension von: BeaMilana
    „Zähne zeigen“ von Zadie Smith ist ein überbordender, überschwänglicher Generationenroman aus dem Jahre 2000 und das beeindruckendste Buch, das ich 2018 gelesen habe. Erzählt wird die Geschichte einer Einwanderung, die den Zeitraum vom 2. Weltkrieg bis 1992 umfasst. Der Hauptteil konzentriert sich auf die Leben dreier Familien im Schmelztiegel ethnischer Vielfalt im London der siebziger bis neunziger Jahre; sie entwickelt sich aus der Freundschaft der beiden Väter: Archiebald Jones (verheiratet mit Clara Bowden, einer Frau aus Jamaika) und Samad Iqbal, der mit seiner Frau Alsana (aus Bangladesh) Zwillinge hat. Ihre beiden Söhne, Magid und Millat, werden auf Wunsch des Vaters in der frühen Jugend voneinander getrennt. Die dritte Familie namens Chalfen, aus der gebildeten Mittelschicht englischer Herkunft, gesellt sich später dazu und bildet den Kontrast und den Sprengsatz für Weiterentwicklung und Konflikte.

    Die Themen reichen von Vergangenheitsbewältigung, Freundschaft, Tradition, Religion bis hin zum Fanatismus und Assimilationsproblemen der Muslime, Elternliebe, Ehestreit, Weltuntergang, Gentechnik, Werteverlusten und den daraus resultierenden Problemen, die sich in einem multikulturellen Drama zuspitzen. Große Themen für kleine Leute? Ja, warum nicht; sie werden getrieben von Fragen nach Identität, Selbstfindung und besonders der Heimatlosigkeit. Zadie Smith geht es im Wesentlichen um die Unmöglichkeit ein anderer Mensch zu sein, als der, der man ist.

    Ihre Schreibweise ist intelligent und äußerst kreativ, die Sprache salopp, der Ton heiter und die Figurenzeichnung und -entwicklung des reichlich vorhandenen Personals darf als sehr gelungen bezeichnet werden. Was ich am meisten mochte, ist die Lebendigkeit mit der die Autorin diesen Kosmos (so beschissen er eben sein kann) auf Buchseiten bannt. Ein 643-seitenstarker Roman, der dem Leser vergnügliche Stunden bereitet und auch aufgrund des spritzigen, teilweise lakonischen Humors auf keiner Seite durchhängt.

    Dieser Debütroman gewann zahlreiche Preise und machte die außergewöhnliche, damals fünfundzwanzigjährige Autorin zu Recht auf einen Schlag international berühmt.

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