Bücher mit dem Tag "bundeswehr"
42 Bücher
- Sven Regener
Neue Vahr Süd
(646)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderWenn man nur dieses Buch kennt ist es eigentlich sehr gut, aber wenn man Herr Lehmann bereits kennt, dann ist es einfach eine ganz große Enttäuschung. Viele wiederholt sich und mir fehlt hier der Biss und das Frische von Herrn Lehmann, schade. Es blitzt immer wieder die Genialität von Sven Regener hervor, aber zu selten
- Bov Bjerg
Auerhaus
(362)Aktuelle Rezension von: rkuehneEine schöne und wirklich ganz klassische Coming-of-Age Geschichte. Frieder versucht sich das Leben zu nehmen, scheitert und soll oder will nach dem Klinikaufenthalt nicht mehr alleine wohnen und zieht mit einigen seiner Schulfreunde in ein altes Bauernhaus seines Opas. Das Auerhaus. Grundsätzlich solide Geschichte, auch gut geschrieben, aber der Funke ist zu mir nicht übergesprungen, ich hab kaum Bindung zu den Figuren gewonnen und daher verbleibt es im Mittelmaß.
- Michael Tsokos
Zerschunden
(424)Aktuelle Rezension von: TuppisEine alte Frau wurde vom Supermarkt nach Hause verfolgt, in ihrer Wohnung überwältigt und ermordet.
Dr. Fred Abel war Rechtsmediziner beim BKA und hatte Bereitschaft, weshalb er die Tote untersuchen musste. Schon am Tatort merkte er, dass es kein herkömmlicher Raubmord war.
Der Schreibstil ist angenehm und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. Dr. Abel war mir sofort sympathisch, wie auch seine Kollegen.
Der Leser bekommt immer wieder Einblicke aus Sicht des Täters.
Zwischendurch gab es immer Rückblenden auf einen Täter und seine Aktivitäten vor 5 Jahren. Aber was das mit dem aktuellen Fall zu tun hat, war nicht sofort klar.
Dann war da noch ein 12-jähriges Mädchen auf der Intensivstation. Sie hat Leukämie und die Ärzte geben ihr noch 2 Wochen. Und plötzlich taucht ein Serienmörder auf, der vor 3 Jahren tätig war.
Auch privat hat Dr. Abel Probleme. Nach dem Tod seiner Mutter macht seine Schwester ihn dafür verantwortlich. Und Abel hinterfragt, ob sie mit diesen Gedanken recht hat.
Die Tätersuche verlief schleppend, bis Abel ein neues Analyseverfahren ins Spiel brachte. Und das Ergebnis brachte einen Namen ans Licht. Es war ein alter Kamerad von Abel, dem dieser diese Taten aber nicht zutraut.
Für den Kommissar steht der Täter fest, denn Abels Kumpel passt zur Beschreibung und hat kein Alibi. Abel ermittelt auf eigene Faust und findet weitere identische Opfer - und wieder war sein Kumpel in der Nähe. Täuscht er sich in ihm? Sind das alles wirklich nur komische Zufälle?
Die Suche nach der Wahrheit und die Auflösung der Taten wurde spannend beschrieben und ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Am Ende wurde alles aufgeklärt und es blieben keine Fragen offen. Mit einem Cliffhanger wird auf das nächste Buch verwiesen. Ich gebe diesem sehr guten Buch gerne sehr gute 4 Sterne. - Sebastian Niedlich
Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
(312)Aktuelle Rezension von: MissAlekto"Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" von Sebastian Niedlich ist eine faszinierende und ideenreiche Geschichte, die mich positiv überrascht hat.
Die Vorstellung des Lebens nach dem Tod wird auf schöne Weise präsentiert, wobei der Tod nicht als bedrohlicher Bestimmer, sondern als sanfter Begleiter erscheint.
Die Handlung, die sich in Berlin während der 80er, 90er und 2000er Jahre abspielt, ist geschickt in reale Ereignisse eingebettet. Trotz anfänglicher Erwartungen an eine schwarzhumorige Komödie entpuppt sich die Geschichte als vielschichtige Lebensgeschichte voller Höhen, Tiefen, Humor und Trauer.
Besonders beeindruckend ist die Darstellung des Todes als beruhigender Charakter mit einem Kescher anstelle einer traditionellen Sense. Die Protagonisten Martin und der Tod werden facettenreich und nachvollziehbar dargestellt. Die philosophischen Elemente zum Thema Tod sind nicht deprimierend, sondern regen zum Nachdenken an. Die Erzählung bleibt bis zum Ende fesselnd, und die entscheidende Wendung macht es umso mehr lesenswert.
"Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang. Absolut empfehlenswert, vor allem für Leser ab 14 Jahren. - Jacques Berndorf
Eifel-Blues
(128)Aktuelle Rezension von: FranklinTummescheit"Eifel-Blues" (1989) ist der erste Roman der erfolgreichen Eifel-Krimi-Reihe von Jacques Berndorf, einem Pseudonym des deutschen Journalisten und Autors Michael Preute. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Journalist Siggi Baumeister, der in der idyllischen Eifel lebt und arbeitet. Sein ruhiges Leben wird gestört, als er in einen mysteriösen Kriminalfall verwickelt wird. Eine junge Frau verschwindet spurlos, und kurz darauf wird ihre Leiche gefunden. Siggi Baumeister beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln, wobei er immer tiefer in ein Netz aus Lügen, Korruption und dunklen Geheimnissen gerät, die in der scheinbar beschaulichen Eifel verborgen liegen. Unterstützt wird er dabei von seinen Freunden, dem pensionierten Kommissar Rodenstock und der Fotografin Emma. Gemeinsam decken sie die wahren Hintergründe des Verbrechens auf, die weit in die Vergangenheit zurückreichen.
"Eifel-Blues" von Jacques Berndorf ist ein gelungener Auftakt zu einer Krimi-Reihe, die die deutsche Regionalliteratur nachhaltig geprägt hat. Der Roman besticht durch seine atmosphärische Darstellung der Eifel, die Berndorf mit viel Liebe zum Detail beschreibt. Die Landschaft wird nicht nur zur Kulisse, sondern zu einem eigenen Charakter, der die Handlung maßgeblich beeinflusst.
Siggi Baumeister ist ein unkonventioneller Ermittler, der mit seinem zynischen Humor und seiner Menschlichkeit sofort sympathisch wirkt. Die Erzählweise ist authentisch und bodenständig, was dem Leser das Gefühl gibt, direkt in die Eifelwelt einzutauchen. Besonders hervorzuheben ist die realistische Darstellung des journalistischen Alltags, die Berndorf mit seiner eigenen Berufserfahrung geschickt einfließen lässt.
Allerdings leidet der Roman stellenweise unter Längen, insbesondere in den Passagen, in denen Baumeisters Privatleben und seine persönlichen Reflexionen im Vordergrund stehen. Diese könnten für manche Leser die Spannung dämpfen. Zudem ist der Kriminalfall an sich zwar solide konstruiert, bietet jedoch keine allzu überraschenden Wendungen. Wer jedoch ein Fan von gut ausgearbeiteten Charakteren und regionalen Milieuschilderungen ist, wird "Eifel-Blues" dennoch schätzen.
Insgesamt ist "Eifel-Blues" ein unterhaltsamer Regionalkrimi, der vor allem durch seine stimmungsvolle Atmosphäre und die lebensnahen Figuren überzeugt. Er bildet eine solide Grundlage für die nachfolgenden Bände der Reihe, die sich mit der Zeit zu einem echten Kult entwickelt haben.
- Salih Jamal
Briefe an die grüne Fee
(73)Aktuelle Rezension von: AnjaScDas Buch ist eine Auflistung aus dem Leben des namenlosen Ich-Erzählers und erinnert mich stark an Tagebucheinträge. Er rekapituliert sein Leben, während er oben auf dem Dach sitzt. Wir erfahren nur das, was uns der Protagonist wissen lassen möchte und können bei allem anderen nur mutmaßen. Egal ob es um die tatsächlichen Ereignisse geht oder um die Dinge, die die anderen Beteiligten wohl erlebt haben.
Auf Instagram habe ich unter „Kurz und bündig“ bereits geschrieben:
„Das Buch ist tragisch, es ist manchmal ganz laut, es ist vulgär und dann ist es wieder ganz leise und poetisch. Es ist kraftvoll und beschönigt nichts. Es ist pornös!Das Buch ist wirklich dreckig, es ist direkt und es ist genau das, was wir als Großstandkinder erlebt haben um uns herum: Nutten, Dreck, Suff und Drogen. Was für einen selbstherrlicheren Mist wir getan haben und unbezwingbar haben wir uns gefühlt… Genau wie der Ich-Erzähler in diesem Buch, gut vielleicht nicht genau so.
Das habe ich dem Autor geschrieben, als ich das Buch beendet habe und ich möchte Euch diese Sätze nicht vorenthalten, denn so geht es mir immer noch:
Du nimmst keinen Blatt vor den Mund. Beschreibst Exzesse so präzise, dass man als Leser weiß: Das ist scheisse was Du machst, aber trotzdem feiert man das ein oder andere!
Was Du mit den leisen Tönen im Hintergrund beschreibst, das ist die Seele. Das Gefühl. Die Veränderung. Das, wie der Protagonist fühlt.
Die Reise, die in den Briefen oder ( wie ich es empfunden habe ) Tagebucheinträgen beschrieben wird, ist wie ein Feuerwerk. Mal der Lichtstreif der Rakete am Himmel und dann wieder nur die schwarze verbrannte Hülse. Ich bin abgestoßen und fasziniert zu gleichen Teilen von dem namenlosen Protagonisten. Du weckst all das und doch ist man am Ende ausgesöhnt.Deshalb ist das Buch etwas besonderes.
Von mir bekommt „Briefe an die grüne Fee“ von Salih Jamal 4,5 von 5 möglichen Punkten und eine klare Empfehlung.
- Torsten Haeffner
Hidschra
(10)Aktuelle Rezension von: Leseratte61Klappentext:
Großvater war 28, als er 1939 seine Heimatstadt verließ, weil er in den Krieg musste. Und er war 42, als er 1953 aus der russischen Kriegsgefangenschaft wieder zurückkehrte. Was in diesen Jahren des Kriegs und der Gefangenschaft alles geschehen war, wusste Niemand. ‹Darüber sprechen wir jetzt nicht mehr›, war Großvaters geflügelte Antwort auf einschlägige Fragen. Gerne hätte ich einen Teil meiner Lebenszeit und alles Vermögen gegeben, hätte ich Großvater eines Abends nicht gefragt, wie es ist, einen Menschen zu töten.
Fazit:
In diesem Buch wird die Geschichte von Stella erzählt. Von ihren Eltern wird Stella zum Vorzeigekind optimiert und sie soll den Weg des Erfolges gehen, den ihre Eltern für sie vorgesehen haben. Lob und Tadel bestimmen ihre Kindheit und Jugend, Liebe können ihre Eltern ihr kaum zeigen, so kann sie selbst auch nicht von ganzem Herzen lieben. So wächst Stella heran und findet als erwachsene Frau den Zugang zu ihrem Großvater. Endlich findet sie die Liebe und Fürsorge, nach der sie sich immer sehnte. Stella wagt es eines Tages, ihren Großvater nach den Erlebnissen des Krieges zu fragen. Nach seiner Antwort bleibt Stella geschockt zurück und will mit ihrem Großvater nichts mehr zu tun haben. Ob es wieder eine Annäherung zwischen ihnen geben kann? Das müsst ihr selbst lesen, da ich nicht zu viel verraten will.
Bei den Kriegserlebnissen des Großvaters scheut sich der Autor nicht, die Szenen so bildgewaltig zu beschreiben, dass die Grausamkeit und Gewalt die damalige Zeit sehr deutlich zeigen. Auch die Folgen des jahrzehntelangen Schweigens werden sehr deutlich dargestellt. Dieses Schweigen herrscht bis heute noch in vielen Familien und viele Fragen wurden bis heute nicht gestellt und beantwortet. Beides trägt dazu bei, dass auch die heutigen Generationen immer noch unter den Folgen dieses Krieges leiden müssen.
Der Roman hat sich einem sehr belastenden Thema gewidmet, ohne den Zeigefinger zu heben und schafft es trotzdem, eine gewisse Leichtigkeit zu vermitteln. Diese Leichtigkeit entsteht durch Stellas Freundin Marianka, die mit Stella lacht und weint und dafür sorgt, dass Stella das Vergehen ihres Großvaters von allen Seiten beleuchtet. Was Marianka alles tut, um Stella zum Nachdenken zu bringen und was daraus entsteht, dass müsst ihr selbst lesen, es lohnt sich.
Die Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet und ich konnte ihre Gedanken und Gefühle sehr gut verstehen und nachvollziehen. Die verschiedenen Charaktere sorgten dafür, dass die Geschichte abwechslungsreich und lebendig war und zum Nachdenken anregt.
Dieses Buch wird höchstwahrscheinlich für sehr unterschiedliche Meinungen sorgen, mir hat es gut gefallen, auch wenn mir das Ende teilweise zu überfrachtet und zu weit hergeholt erschien. Es hat mich gefesselt, mit der Spannung überzeugt, aufgewühlt und berührt. Ich habe mich ständig gefragt, wie ich an Stellas Stelle handeln würde. Durch das Schweigen der Kriegsgeneration wurden deren Traumata tief im Inneren versteckt und unbewusst an die nächsten Generationen weitergegeben, die bis heute darunter leiden. Dies wurde in diesem Buch sehr gut dargestellt, so dass ich es gerne weiterempfehle.
- Klaus Märkert
Wie wir leuchten im Dunkeln, geben wir so verdammt gute Ziele ab
(12)Aktuelle Rezension von: AsmodiKlaus Märkert kann man mit Fug und Recht als Kultautor bezeichnen. Wäre ich Klaus Märkert, so würde ich mich nach diesem Satz jetzt erst mal breit über die Phrase "mit Fug und Recht" auslassen – etwa, wo sie denn überhaupt herkommt, ob Fug in Zusammenhang mit Unfug steht oder womöglich etwas mit Fugen zu tun hat und wenn ja, was – oder über den untergründigen Begriff "Kultautor". Der Autor eines geheimen Kults? Ein Satanist gar? Ist Kultautor ein Beruf? Kann man davon leben? Was macht jemanden zur Kultfigur?
Bei Klaus Märkert ist die letzte Frage relativ leicht zu beantworten. Es ist sein ganz eigener Stil, der den Autor auszeichnet. Klaus Märkerts Texte sind verklärt, aber klar, todernst, aber urkomisch, klug, aber nicht verkopft. Klaus Märkert bricht große Themen auf kleine Feinheiten herunter und kann aus Banalitäten gewichtige Erkenntnisse herleiten. So etwas vermögen nur Menschen, die ihre Umwelt scharf beobachten, denen Dinge, Widersprüche, Eigenheiten auffallen, die Normalos gemeinhin verborgen bleiben. Leute halt, die um die Ecke sehen und denken.
Mit "Wie wir leuchten im Dunkeln, geben wir so verdammt gute Ziele ab" hat Klaus Märkert, der sich zuvor durch Kurzgeschichten einen Namen gemacht hat, seinen ersten Roman vorgelegt. Es ist ein autobiografisches Werk, und da trifft es sich gut, dass der Verfassen ein bewegtes Leben geführt hat (war er doch unter anderem als DJ, Rechtswissenschaftler, Drogenberater, Musikredakteur und Taxifahrer tätig). Von der Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter dreht sich das episodenhafte Buch um die existenziellen Dinge des Daseins wie Liebe und Tod, Verwandte und Freunde, Heimat und Schicksal, Kindheitsidole und Popkultur. Das ist jetzt erst mal nichts Ungewöhnliches für einen autobiografischen Roman, aber, wie gesagt, bei Klaus Märkert liegt der Reiz in den Details, in den persönlichen Ungereimtheiten, in der Wahrnehmung, in der Sichtweise. Wie sich der Autor oft in Dinge hineinsteigert, hat etwas von einem Crescendo, und irgendwo zwischen dem Wirrnis aus Herzfehlern, Bestattungen, Bundeswehr, dem Ruhrgebiet, Hartz IV, Düsterdiscos und Leberwurst findet sich denn doch gottlob auch etwas Tröstliches. Der Grad des Absurden ist hoch und insofern ist das Werk bei allem Ernst äußerst vergnüglich. Nachthumor eben. Lakonisch bis ins Mark!
Wer die Gelegenheit hat, den "schwarzen Klaus" einmal live zu erleben, sollte sie sich nicht entgehen lassen. Man kann den Bochumer Autor, seine Vortragskunst und seine Texte nicht beschreiben, man muss sie schlichtweg erleben. Am besten hautnah.
- Dirk Kurbjuweit
Kriegsbraut
(20)Aktuelle Rezension von: BuecherfreundinimnordenAnfangs fiel es mir schwer, die Hauptperson Esther zu akzeptieren: viel zu lange lässt sie sich nach meinem Geschmack von einem verheirateten Mann hinhalten. Sie nimmt die Rolle der Geliebten hin, obwohl sie eigentlich fest daran glaubt, etwas besseres verdient zu haben. Das kennt man schon, das fand ich eher langweilig. Doch in dem Moment, als Esther beschließt, Soldatin zu werden, hatte sie meine ganze Aufmerksamkeit: und dabei ist es geblieben. Frauen bei derBundeswehr, noch dazu im Auslandseinsatz in Afghanistan, wo es alles gibt, nur keinen Frieden - das war spannend. Der Autor kann erzählen, ich werde auch sein nächstes Buch lesen Als Musik meine Sprache wurde - Die offizielle Autobiografie
(14)Aktuelle Rezension von: zickzackIch schäme mich, dass dieses Buch 10 Jahre auf meinen SUB versauert ist. Es war so unfassbar gut, dass ich schon jetzt mein Jahreshighlight gefunden habe.
Der Schreibstil ist so, wie ich den Grafen kenne. Ab und an gab es Audios, wo er über das Konzept seines neuen Albums gesprochen hat oder, wenn er ein Interview gehalten hat oder wenn er auf dem Konzert ein paar Worte an die Fans gerichtet hat. Und genauso wie er in solchen Momenten von Dingen erzählt hat, ist das Buch geschrieben. Ich hätte mir ja auch das Hörbuch anhören können (was es übrigens auf Spotify gibt, was ich aber auch zu Hause als CDs habe), da dies vom Grafen selbst eingesprochen wurde, aber ich bin einfach kein großer Hörbuchfan. Es war für mich auch nicht notwendig, da ich seine Stimme beim Lesen direkt im Ohr hatte und das obwohl ich schon länger nicht mehr seine Musik gehört habe. Es war für mich eine kleine Zeitreise, zu der Phase, wo ich so gerne auf Konzerte gegangen bin.
Der Graf erzählt also in diesem Buch über seinen Weg vom schüchternen, stotternden Jungen zu einem erfolgreichen Musiker. Dabei ist er gnadenlos ehrlich.
Es geht schon am Anfang mit dem Rektor los, der ihm doch geraten hat, einen Beruf zu wählen, wo er ja nichts mit Menschen zu tun hat, weil das ist ja nicht sein Ding und schon gar nicht, wo er vor Menschen stehen muss. Irgendetwas in einem Büro. Jemand, der das Selbstvertrauen eines jungen Menschen zerstört hat. Der Junge, der es sowieso schon nicht leicht hatte und mit Mobbing zu kämpfen hatte (allein da, hat er schon meine vollste Solidarität), wird so von seinem Rektor fertiggemacht. Anstatt jemand, dem es eh nicht leichtfällt, zu bestärken und zu ermutigen, zertrampelt er einfach dieses Selbstbewusstsein. Was für ein ekelhafter Mensch. Und diese Worte verfolgen den Grafen noch Jahre später und lassen ihn immer wieder zweifeln. Kein Wunder, dass der da klar gesagt hat, dass er diesem Menschen nicht verzeihen kann.
Und so begegnet er auf seinem Lebensweg noch mehreren solchen Personen, denen man letzten Endes auch nicht verzeihen muss. Vor allem wenn man sie dann wiedertrifft und sie einfach so tun, als wäre nie etwas gewesen. Wie er es schon schrieb: „Erbärmlich.“
Der Graf erzählte aber besonders von seiner Liebe zur Musik. Am Anfang hat er seine Sprechstörung noch mit Sport kompensiert, doch eines Tages entdeckte er die Musik für sich und kam von dieser nicht mehr los. Es war ein langer und beschwerlicher Weg bis er endlich Fuß fassen konnte und das tun, was er liebte.
Dabei habe ich erfahren, dass er mehr Komponist und Produzent ist. Ich habe ihn eher, als Sänger und Songwriter wahrgenommen, was er ja auch ist, dabei war am Anfang gar nicht abzusehen, dass er jemals Sänger wird. Und glücklicherweise hat er zur deutschen Musik gefunden. Es war schon erstaunlich wie lange er sich mit englischen Texten abgequält hat, wobei er der Sprache doch nicht einmal so besonders gut mächtig war, sondern Unterstützung bei der Übersetzung benötigte. Vielen Dank an Oomph (ich nehme stark an, dass er diese Band mit dem Song „Das weiße Licht“ meint), die ihm zur deutschen Musik inspiriert haben.
Wie man es vom Grafen kennt, beschreibt er zwar sehr stark, wie sein Weg zur Musik war, aber dennoch wenig über sein Privatleben, außer an Stellen, wo sich das mit seiner Musik direkt überschnitten hat. Die Songs „An deiner Seite“ und „Geboren um zu Leben“ sind ja für seinen verstorbenen Freund geschrieben. Und darauf geht er noch einmal ein, ohne dennoch zu tief ins Detail zu gehen. Auch in „Stark“ hat er seine Emotionen verarbeitet, als ein wichtiger Mensch gestorben ist.
Auch andere Songs sind durch das Buch noch einmal tiefer geworden. „Bruder“, was er seinen großen Bruder gewidmet hat, welcher ihm Geld gegeben hat, wo er es dringend benötigt hat. „Puppenspieler“, der über seinen ehemaligen Produzenten spricht. „Unter deiner Flagge“, der seiner Mutter gewidmet ist.
Ich habe das Buch in mich aufgezogen und gerade als ich von den Anfangszeiten des Grafen gelesen habe, habe ich etwas darum getrauert, dass ich ihn erst mit seinem großen Durchbruch „Geboren um zu leben“ kennenlernen durfte. Ich hätte ihn gern mit seinen weißen Kontaktlinsen auf der Bühne gesehen. Muss eine wilde Zeit gewesen sein. Später habe ich mir seine älteren Songs angehört und mir haben sie sehr gut gefallen, obwohl er zu Anfangszeiten härtere Musik gemacht hat, da er ja aus der „Gothic-Szene“ kam.
Oh man. Er spricht hier auch mehrmals kurz über ein paar Fans, die ihm immer wieder „Kommerz“ vorgeworfen haben, dass sich Unheilig verkauft hat etc. Es ist doch logisch, dass ein Musiker möchte, dass seine Musik von so vielen Menschen wie möglich gehört wird. Wenn er da also die Chance auf einen Plattenvertrag bei einem großen Label wie Universal bekommt, klar nimmt er es da an. Im Buch wurde deutlich, dass es ihm nie ums Geld persé ging, sondern letzten Endes nur um die Musik.
Ja und weil es ihm um die Musik ging, wundert es mich letzten Endes auch nicht, dass er 2016 aufgehört hat. Er hat zwar das Leben auf der Bühne gelebt und geliebt, aber es hat ihn auch einiges abverlangt und vor allem hat er den Medienrummel und das ganze Drumherum nichts abgewinnen können. Dem Grafen ging es steht’s darum Musik zu machen. Ich bin mir sicher, dass er inzwischen als Komponist und Produzent für andere Künstler agiert.
Leider endet die Autobiografie 2012 bereits. Nicht nur, dass dieser in einer Phase geschrieben sein muss, wo er im großen Hype war und ich mich frage, wie er das Buch und das Hörbuch da noch untergebracht hat, ist es schade, dass hier nicht mehr die letzten Jahre aufgeschrieben wurden. Auch wenn ich mir zusammenreimen kann, was seine Gründe fürs Aufhören waren und wahrscheinlich wirklich der entscheidendste war, dass er mehr für Familie und Freunde da sein wollte, hätte es mich doch aus seiner Sicht sehr interessiert. Zumal zu dem Zeitpunkt (2012) ein Aufhören gar nicht in Betracht kam. Allerdings hat er bereits davon geschrieben, dass er sich gefragt hat, wie lang man so als Musiker leben kann und er sich nicht mit 60 Jahren noch auf der Bühne sah. Interessant, dass ich beim Grafen immer Stefan Raab Vibes habe, da sie sich doch in einigen Belangen sehr ähnlich waren.
Fazit: Das Buch hat mich absolut begeistert und in mir noch einmal die alte Fanliebe zu Unheilig hochkommen lassen. Auch wenn ich mich etwas schäme, dass das Buch so lange auf meinem SUB lag, war es dennoch der richtige Zeitpunkt um es zu lesen. Denn nach langer Zeit habe ich gerade wieder sehr große Lust die Musik vom Grafen zu hören. Super und ehrlich geschrieben, interessante Geschichte. Ein Highlight für mich. 5 Sterne.
- Sönke Neitzel
Deutsche Krieger
(7)Aktuelle Rezension von: geraldruschDIeses Buchch erstaunte mich mehrfach in seiner Detailtiefe, wie sie nur von einem anerkannten Experten der Gewaltforschung kommen kann. Ein kurzweiliges, wenngleich 600 Seiten langer Abstrich über Debatten, Realitäten, Interviews, Artikel, Skandale, Bücher etc. die die deutschen Armeen begleiteten, gespickt mit einer unheimlichen Menge an Zahlen und Wissenswertem. Wer sich für die Bundeswehr oder die Weltkriege interessiert, wird an diesem Buch nicht vorbeikommen. Geschichtswissenschaftliche Fragestellungen werden ausgiebig betrachtet, z.B. Reichswehr eine Staat im Staate?; Wehrmacht alles Nationalsozialisten?; NVA Angriffsarmee?; Handwerkliches Können NVA; konnte die Bundeswehr je glaubhaft abschrecken?. Das Ganze Buch ist sehr spannend geschrieben und nur zu empfehlen.
- Silvia Stolzenburg
Blutfährte
(42)Aktuelle Rezension von: Rose75Mit Blutfährte startet Frau Stolzenburg eine neue Krimi/Thriller Reihe um den Feldjäger Mark Becker. Ich kenne von der Autorin schon ein paar historische Romane und war neugierig wie sie einen Thriller schreibt. Sie kann wirklich beides.
Dem Sanitätsfeldwebel Tim Baumann fällt in der Notaufnahme des BWK Ulm ein seltsames Verhalten seines Vorgesetzten im Umgang mit Unfalltoten auf. Er hat einen Verdacht, klaut Akten und taucht unter. Das bedeutet für die Bundeswehr, dass er 'eigenmächtig abwesend' ist und das ist ein Fall für die Feldjäger, die ihn suchen und zurück zur Truppe bringen müssen.
Den Auftrag bekommt Mark Becker und gemeinsamen mit dem Kameraden Müller macht er sich auf die Suche. Erst als ein Toter in einem Hotelzimmer gefunden wird gibt es eine Spur von Tim Baumann. Mark Becker muss mit der Kripo Stuttgart zusammenarbeiten und lernt dadurch die eifrige Lisa Schäfer kennen. Die beiden sind wie Feuer und Eis.
Die Autorin hält die Spannung mit kurzen Kapiteln und wechselnden Perspektiven hoch und man ist schnell mittendrin in dieser Hetzjagd. Da ich die Gegend,in der die Handlung spielt, kenne, hatte ich die Szenen meist vor Auge. Das Ende war ein Showdown wie man ihn von Hollywood kennt.
Zusammengefasst: Ein toller Thriller im Umfeld der Bundeswehr mit eigenwilligen Protagonisten, von denen man gerne noch mehr lesen möchte.
- Karsten Krepinsky
Wiedergeburt der ISombies
(19)Aktuelle Rezension von: Jolly_sunUnd weiter geht die Zombie Apokalypse in Berlin. In die Geschichte um Frank und die anderen habe ich sofort wieder hinein gefunden. In diesem Buch sind sie weiterhin in Berlin auf der Suche nach einem Heilmittel für die Seuche. Neben ihnen geht es in diesem Teil um einige interessante Politiker die zusammen in einem Hotel eingeschlossen sind. Dieses Aufeinandertreffen war für mich auf jeden Fall das Highlight dieses Bandes.
Das Buch war wie auch die Vorgänger wieder sehr lustig geschrieben und ich musste fast die ganze Zeit grinsen. Es ist einfach eine super Mischung die man sich unbedingt mal anschauen sollte. Auch diesen Teil kann ich daher nur empfehlen.
- Emile Claassen
Die Kunduz-Connection
(2)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerSehr interessant wie der Drogenhandel in Särgen vertuscht wurde - Reinhard Kaiser-Mühlecker
Fremde Seele, dunkler Wald
(27)Aktuelle Rezension von: XirxeZwei Brüder aus einem kleinen Dorf, der ältere hat es bereits vor einigen Jahren hinter sich gelassen, während der halb so alte 15jährige praktisch im Alleingang den Hof bewirtschaftet. Der Vater ist ständig unterwegs auf der Suche nach neuen lukrativen Geschäften, um seine Geldsorgen zu beenden. Stattdessen verkleinert sich der Hof jedoch nach jedem neuen Versuch, Hektar um Hektar. Und Jakob, dem Jüngeren, bleibt nichts Anderes, als zuzuschauen.
Es ist ein ungemein trostloses Buch, das dem Landleben nichts Positives abgewinnt, zumindest was das Zwischenmenschliche anbelangt. Was die Menschen dort leisten müssen, ist harte Arbeit, die immer schlechter entlohnt wird. Höfe werden verkleinert, verkauft, Landwirte müssen aufgeben, das Leben scheint perspektivlos. Miteinander reden ist den Menschen dort nicht gegeben; wenn man redet, dann eher übereinander, ansonsten schweigt man sich an. Es gibt kein Gemeinschaftsgefühl füreinander, weder bei den Brüdern noch bei den anderen Personen in diesem Buch. Trotz Ehe und Freundschaften sind die Menschen einsam, eine gewisse Zusammengehörigkeit gibt es nur in einer außerkirchlichen Gruppe. Alexander und Jakob brauchen eine geraume Zeit, bis sie erkennen was ihnen fehlt und sie die Eigeninitiative ergreifen. Doch für Andere gibt es keine Rettung mehr.
Alexander gelingt es durch den Besuch einer weiterführenden Schule (worum er sich selbst kümmern musste) dieser Einsamkeit zu entfliehen und landet nach einigen Umwegen bei der Bundeswehr. Und Jakob tritt fast exakt in die Fußspuren seines großen Bruders, ohne sich dessen jedoch bewusst zu sein, sodass zumindest zum Ende hin sich für beide so etwas wie ein Lichtblick zeigt.
Doch warum sollte man so etwas lesen, was einem vermutlich keine allzu guten Gefühle bereitet, eher im Gegenteil? Weil Reinhard Kaiser-Mühlecker eine wunderbare Sprache sein Eigen nennt. Es sind weniger einzelne Sätze, die herausragen, sodass sie das Zitieren wert sind, sondern die Beschreibungen der Gefühle und Gedanken seiner Protagonisten, die so echt sind, dass ich mir sicher bin, manche davon sehr gut zu kennen ;-) Wie Jakob in bestimmten Situationen ein unbändiger Zorn packt, den er jedoch nicht artikulieren kann und will. Wie Mutmaßungen und Interpretationen über andere Menschen angestellt werden, die durch ein Gespräch einfach klargestellt werden könnten. Wie Vermutungen fast Menschen zerstören, ohne dass diese sich wehren können. Es sind Situationen, die vermutlich jede/r kennt und wo ich mich immer wieder dabei erwischte, dass ich vor mich hinmurmelte: 'Jetzt redet doch miteinander!' Eine Aufforderung, die auch im wirklichen Leben beherzigt werden sollte :-) - Stefanie Kloft
Die Windvögel - Der verbotene Wald
(7)Aktuelle Rezension von: Tokki_ReadsEigentlich hatten sich Ella und Hannes Windvogel auf ein ganz normales, entspanntes Campingwochenende mit ihren Eltern in der idyllischen Brandenburger Natur gefreut. Lagerfeuer, Zelte, Vogelgezwitscher – einfach mal abschalten und die Ruhe genießen. Doch es kommt ganz anders, als die beiden Geschwister es sich vorgestellt haben. Denn kaum angekommen, geraten sie in ein Abenteuer, das sie so schnell nicht vergessen werden.
Schon in der ersten Nacht wird die Idylle durch einen seltsamen Zwischenfall gestört. Und dann ist da auch noch Johnny – der vorlaute und freche Sohn der Kioskverkäuferin. Mit seiner aufmüpfigen Art bringt er vor allem Ella schnell auf die Palme. Erst wirkt er wie ein richtiger Störenfried, der auf Konfrontation aus ist. Doch nach und nach wird klar, dass hinter seinem Verhalten mehr steckt: Vielleicht ist es einfach seine unbeholfene Art, sich Freundschaften zu nähern. Diese Entwicklung fand ich sehr gelungen und authentisch.
Während die Tage auf dem Campingplatz teilweise gemütlich und familiär wirken, zieht im Hintergrund eine spürbare Spannung auf. Denn im nahegelegenen Wald – der eigentlich strikt verboten ist – ereignet sich ein Unglück, das alles verändert. Plötzlich wird aus dem Campingurlaub ein gefährlicher Wettlauf gegen die Zeit. Die Kinder müssen Mut, Zusammenhalt und Köpfchen beweisen, um rechtzeitig Hilfe zu holen – und vielleicht sogar ein Leben zu retten.
Der Schreibstil ist gewohnt angenehm und fesselnd. Die Atmosphäre ist toll eingefangen: einerseits die sommerliche Campingplatzidylle, andererseits die düstere, unheimliche Stimmung rund um das verbotene Waldstück. Johnny war mir anfangs sehr unsympathisch, aber seine Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mich überrascht und überzeugt. Die Mischung aus Familienurlaub, Kinderfreundschaft und Abenteuer ist gelungen.
Ein spannender und gleichzeitig herzerwärmender Kinderroman, der mit einem wichtigen Thema, authentischen Figuren und einem echten Nervenkitzel punktet. - Nicola Förg
Mord im Bergwald
(41)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDer zweite Alpen-Krimi
Eine Bergtour des Alpenvereins endet mit dem Fund einer Leiche. Das Kommissarinnen-Duo Irmi und Kathi stehen vor einem neuen Fall. Witzig, spannend und deftig. Für Fans von Kluftinger und Co. - Silvia Stolzenburg
Das dunkle Netz
(33)Aktuelle Rezension von: Rose75Nach Blutfährte ist das der 2. Band mit dem Feldjäger Mark Becker als Hauptprotagonist. Nachdem mir Band 1 schon gut gefallen hat, war ich neugierig wie es mit Mark Becker weitergeht.
Es ist wieder ein rasanter Action-Thriller und wieder zeigt Becker, dass ihm die Loyalität zu seinen Kameraden wichtiger als die Dienstvorschrift ist.
Sein ehemaliger Kamerad Kai Jäger steckt in Schwierigkeiten und wendet sich in letzter Not an ihn. Kurz darauf findet man eine verkohlte Leiche und die Kripo Stuttgart ermittelt. So kreuzen sich wieder die Wege von Lisa Schäfer und Mark Becker. Gemeinsam gehen sie der Sache auf den Grund.
Frau Stolzenburg hat mit Mark Becker eine sympathische Figur geschaffen, von der ich gerne noch mehr lesen würde.
- Krisz Hardy
Jan T.
(2)Aktuelle Rezension von: Krisz-Hardy„Flapsig, übermütig – und doch gut gemacht! […]
Schriftstellerisch ist es daher eine spannende Kombination, die Sie durch die sehr originellen Formulierungen erreichen.“ (Fr. Sylvia Witt, Autorin)"Das Buch erfasst genau das Abgebrühtsein und die Verwundbarkeit, die man in dieser Region oft im gleichen Menschen vereinbart findet. Und über allem schwebt ein Hauch von Wehmut. " Annegret Diebold (Quelle: amazon.de)
„Du hast einen sehr lockeren Schreibstil, der es einem leicht macht, in deine Welt einzusteigen.“ (eine Leserin)
- Gregor Weber
Feindberührung
(14)Aktuelle Rezension von: KarrGregor Weber lässt sich nicht auf die schnellen Schuldzuweisungen ein, wenn es darum geht, Gründe für Verbrechen und Kriminalität zu finden, er fällt auch nicht auf die gängigen Krimi-Klischees herein. Er geht seinen eigenen Weg - und das Ergebnis ist einer der aufregendsten Krimis der Saison. "Feinberührung" ist ein Polizeiroman, der Maßstäbe setzt - was dieSorgfalt angeht, mit der hier Polizeiarbeit geschildert wird und was die Entwicklung der Geschichte angeht. Schauplatz ist eine namenlose Großstadt - ungewöhnlich genug in Zeiten des Regionalkrimi. "Bomber Rems" ist ermordet worden, ein heruntergekommener, unterschenkelamputiertet Afghanistan-Rückkehrer, der offenbar die Kurve nicht mehr gekriegt hat. Kommissar Grewe und seine Kollegin Theresa Swoboda ermitteln ind em fall schnell, dass "Bomber Rems" offenbar zu der Rockgang der SKULLS, zu denen er mal gehört hat, immer noch gute Kontakte hatte und wohl für sie über seine alten Afghanistan-Kontakte Drogen ins Land geschmuggelt hat. Doch es gibt auch noch eine zweite Spur, der die beiden Polizisten nachgehen müssen - die führt direkt zur Bundeswehr. Autor Gregor Weber ist kein Unbekannter in der Krimiszene - zumindest als Schauspieler: er verkörperte den Kollegen von Kommissar Palü und aktuell von Kommissar Kappl in den TATORT-Filmen des Saarländischen Rundfunks. Als Krimi-Autor liefert Gregor Weber hier ein Debüt, das sich gewaschen hat: unglaublich dicht erzählt, unglaublich spannend und so voller echter, lebensnaher Charaktere, dass es unmöglich ist, das Buch zur Seite zu legen, ehe man die letzte Seite gelesen hat. Dazu kommt - Gregor Weber lässt sich nicht auf die schnellen Schuldzuweisungen ein, wenn es darum geht, Gründe für Verbrechen und Kriminalität zu finden, er fällt auch nicht auf die gängigen Krimi-Klischees herein. Er geht seinen eigenen Weg - und das Ergebnis ist einer der aufregendsten Krimis der Saison. - Steffen Schulze
Fahnenflucht: Eine Pepe S. Fuchs Kurzgeschichte (Feldjäger Kurzgeschichte 1)
(10)Aktuelle Rezension von: mabuerele„...Er war auf der Suche nach einem eigenmächtig abwesenden Hauptgefreiten, eine der Kernaufgaben der Feldjäger der Bundeswehr...“
Pepe S. Fuchs hat alle Hände voll zu tun. Er sucht einen Fahnenflüchtigen, der sich samt Waffe vom Heer entfernt hat. Die Spuren führen zu dessen Schwester in die Lausitz. Ihr Vierseitenhof ist auch Pepes erster Anlaufpunkt. Doch zuvor bleibt er im Gasthof des Ortes hängen. Was weiß Lola?
Der Autor hat eine spannende Kurzgeschichte geschrieben.
Der Schriftstil unterstützt die rasante Handlung. Trotz der wenigen Seiten werden die Protagonisten gut charakterisiert. Auch die Probleme im Lausitzer Braunkohlenrevier sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern sehr real. Das Land wird zum Spekulationsobjekt. Die Wirtschaft aber liegt am Boden.
Alles scheint klar. Motive und Ziele liegen auf den Tisch. Pepe muss den Abtrünnigen nur noch finden, ehe es zum Blutvergießen kommt. Wer im Dorf auf seiner Seite steht und wer gegen ihn arbeitet, ist allerdings schwer einschätzbar.
Und dann kommt alles ganz anders…
Die Kurzgeschichte hat mich sehr gut unterhalten.
- Gerd Kobe
Pflicht und Gewissen, Smilo Freiherr von Lüttwitz : Lebensbild eines Soldaten
(1)Aktuelle Rezension von: geraldruschAnahnd des Lebens von Lüttwitz kann man wunderbar Eigenschaften eines Offiziers festmachen und er stellt ein tolles Beispiel für die Integrität einiger Offiziere dar. Nach dem 2. WK war er überall geachtet für seine militärischen Fertigkeiten und seine Art.
- Helen Klaus
Abgeranzte Liebe
(9)Aktuelle Rezension von: MissRose1989Mit "Abgeranzte Liebe" stellen sich in einem kleinen Verlag mehrere Jungautoren vor, die ihre ganz eigene Sichtweise auf die Liebe zeigen. In 12 Kurzgeschichten geht es um verschiedene Facetten der Liebe, mal sehr romantisch und feinsinnig, aber auch mal sehr hart und rau, wie eben Liebe ist. Dabei bezieht es sich nicht nur auf die Liebe zwischen Menschen, es geht um Liebe innerhalb der Familie, um Liebe zu Tiere und auch um den kleinen Moment, in dem man denkt, dass man sich verliebt hat oder liebt.Die Kurzgeschichten sind sicher nicht immer hohe Kunst, aber sie sind realistisch und lesen sich alle sehr gut und schnell weg. Einige Mal sitzt man da und sinnt über die Geschichten nach, weil sie einfach berühren oder auch einfach im Alltag passieren könnten. Trotzdem gehen sie teilweise sehr tief und zeigen, dass auch Kurzgeschichten emotional anrühren können.























