Bücher mit dem Tag "bushido"
6 Bücher
- Felix Lobrecht
Sonne und Beton
(133)Aktuelle Rezension von: RabenprinzessinDer Roman ist inzwischen längst Schullektüre und meine Klasse hat sich diese Lektüre gewünscht. Für mich hat die Sprache es sehr anstrengend gemacht, da das ganze "Dings" etc. mich beim Lesen ganz aggressiv gemacht hat. Aber natürlich weiß ich, dass Jugendlich lieber so sprechen und sie dafür bei der Lektüre älterer Texte wie z.B. Faust leiden.
Also ausgleichende Gerechtigkeit. Die Hauptfigur Lukas wird zwar beschrieben, war für mich aber keine richtige Identifikationsfigur. Dafür enthält der Roman sehr viele Themen wie Rassismus, Jugendkriminalität, Armut, Gewalt und Perspektivlosigkeit. Damit werde ich auf jeden Fall viele Anknüpfungspunkte finden, um im Unterricht sinnvoll zu dem Buch zu arbeiten. Ich bin gespannt auf das Feedback der Klasse, denn natürlich ist mir klar, dass ich nicht die Zielgruppe des Buches bin.
- Jay Kristoff
Stormdancer
(127)Aktuelle Rezension von: Aleshanee"Am Anfang war das Nichts. Jene unendlichen Möglichkeiten, ehe das Leben Atem holt."
Zitat Seite 317
Der Einstieg war gleich recht aufregend: Die Protagonistin Yukiko lernen wir direkt in einer Kampfsituation kennen, wenn auch nur für einen kurzen Moment, da es nur ein kleiner Einblick in die Zukunft ist. Sowas mag ich, denn es macht natürlich total neugierig, wie sie in diese Situation geraten ist!
Der Schauplatz ist aber erstmal die Hauptstadt Kigen.
Besonders beeindruckend fand ich die Welt, die Kristoff hier erschaffen hat. Sie ist asiatisch inspiriert von der Lage her, den Bezeichnungen und der Mythologie - gleichzeitig aber auch durchzogen von Steampunk-Elementen und dystopischen Motiven. Luftschiffe, Raffinerien, Schutzbrillen und mechanische Konstruktionen treffen auf eine Gesellschaft mit Clans, Kastensystem und mythologischen Anklängen. Das Stadtbild ist extrem düster, denn hier prägen Dreck, Armut, Hunger und Hoffnungslosigkeit den Alltag, während Rauch und Lotusabgase die Luft vergiften.
Die Lotus-Pflanze scheint dabei das Herz dieser Welt zu sein – Energiequelle, Suchtmittel und gleichzeitig Ursache vieler Probleme. Besonders interessant ist der Gedanke, dass die Bevölkerung durch Unterhaltung und Ablenkung von der Wahrheit ferngehalten wird. Dieser Aspekt der Geschichte spielt auf die aktuelle Lage an und lässt diese Zukunft erschreckend real erscheinen.
Herrscher über das Inselreich Shima ist der Shogun Yoritomo. Ein selbstgerechter und naiver Charakter, bei dem man schnell merkt, dass die Macht ihn komplett korrumpiert hat. Aus Gerüchten und Träumen heraus ist er überzeugt, dass ein mythischer Donnertiger – ein Greif – tatsächlich immer noch existiert und beschließt kurzerhand, ihn besitzen zu wollen. Auf ihm will er in dem lange währenden Krieg seine Heere endlich in den Sieg führen.
Durch Yukiko schließlich lernen wir die Stadt aus der Sicht der Bewohner kennen. Trotz der vielen fremdartigen Begriffe und Namen, die am Anfang etwas überwältigend sein können, gelingt es dem Autor, eine sehr lebendige Welt zu erschaffen. Anderen scheint das alles etwas zu lange gedauert zu haben - ich fands super, da man auf diese Weise alles spürbar miterleben konnte.
Hinten im Buch gibt es auch ein Glossar für die Fremdwörter.
Mit ihr lernen wir jedenfalls eine Protagonistin kennen, die sich in dieser Welt behaupten muss. Sie hat wenig Respekt vor Autoritäten und trägt eine große Verantwortung, besonders gegenüber ihrem Vater Masaru, der von Lastern geprägt ist. Trotz seiner Schwächen merkt man jedoch schnell, dass er glaubt, das Richtige zu tun – vor allem, um das Überleben seiner Tochter zu sichern. Diese Beziehung ist kompliziert und offenbart nach und nach die tieferen Gründe.
Ein besonders faszinierender Aspekt ist Yukikos Gabe: Sie kann mit Tieren kommunizieren und ihre Gedanken berühren. In einer Welt, in der Tiere beinahe ausgestorben sind, ist diese Fähigkeit etwas Kostbares – und gleichzeitig gefährlich. Menschen mit solchen „Unreinheiten“ werden gejagt, was Yukiko zwingt, ihre Kräfte zu verbergen.
Die eigentliche Handlung setzt dann doch schneller ein, als ich erwartet hatte. Der Auftrag, einen Donnertiger zu fangen, führt Yukiko mit ihrem Vater und einer Crew rasch zu dem mythischen Wesen – und hier wird es sehr actionreich und spannend!
Nebenbei entfaltet sich eine größere politische Ebene. Widerstandsgruppen treten auf den Plan, Fragen nach Moral und Opferbereitschaft werden gestellt: Wer entscheidet, was für das „größere Wohl“ gerechtfertigt ist? Wie weit darf man gehen, um ein tyrannisches System zu bekämpfen?
Diese Themen machen deutlich, dass Stormdancer mehr sein möchte als nur eine Abenteuergeschichte. Kristoff greift gesellschaftliche Fragen auf – etwa Manipulation durch Unterhaltung oder die Macht von Propaganda und spinnt das ganze weiter auf unsere Zukunftsaussichten. Es ist ja doch ein frühes Werk von ihm und ich glaube, dass er diese Themen heute etwas undurchschaubarer mit einfließen lassen würde. Manchmal mag ich es nicht so gerne, wenn es so deutlich genannt wird, aber es passte und es sind einfach auch wichtige Denkanstöße dabei.
Aber auch auf zwischenmenschlicher Basis:
„Es ist nicht schwer, sich in der Vorstellung zu verlieren, die man von einem Menschen hat, und ihm selbst gegenüber blind zu sein.“
Zitat
Insgesamt passiert im ersten Teil der Handlung zwar gar nicht so viel im klassischen Sinne – die Mission wird gestartet, Figuren werden eingeführt –, aber gleichzeitig erfährt man unglaublich viel über die Welt, ihre Regeln und ihre Konflikte. Dadurch entsteht schnell ein klares Bild davon, was noch alles passieren könnte.
Eine spannende Mischung aus Fantasy, Steampunk und dystopischer Gesellschaftskritik - das ganze im asiatischen Setting, mythologischen Wesen und einer rebellischen Heldin; durchsetzt von actionreichen Szenen und ein paar Überraschungen war es wie erwartet ein Vergnügen zu lesen und ich freu mich auf die Fortsetzungen!
- Andreas Pflüger
Geblendet - Thriller (Jenny Aaron 3)
(90)Aktuelle Rezension von: San_KellerDer dritte Band der Reihe um die blinde Polizistin Aaron fand ich am schwächsten.
Der Autor bleibt seinem Schreibstil treu, was ich gut fand. Die Story ist an sich auch wieder spannend, weil man sich schon sehr früh überlegt, wer wird wohl am Schluss noch dabei sein und wer nicht.
Den Schluss fand ich dann einfach zu schnell, zu unübersichtlich und auch zu unbefriedigend.
Also 3 Sterne, aber die Reihe hat mir insgesamt sehr gut gefallen.
- Bushido
Anis
(2)Aktuelle Rezension von: Perse- Details:
Ausgabe: Hardcover
Erscheinungsdatum: 08.11.2022
Verlag: riva
Genre: Autobiografie
Seitenanzahl: 224
- Inhalt:
Wer ist der Mann hinter der Kunstfigur "Bushido"?
- Meinung:
Ich habe die Dokumentation "Unzensiert" auf Amazon Prime gesehen und fand sie sehr interessant. Dort erlebt man Anis Ferchichi als einen klugen, sensiblen und ehrlichen Ehemann/Familienvater. Er und seine Frau sprechen offen über die fatalen Folgen, die diese Verbindung zum Clan mit sich gebracht haben. Auf Grundlage dieser Dokumentation war der Reiz bei mir natürlich groß, das neue Buch von ihm zu lesen. Als Teenie - Fan hatte ich natürlich auch seine erste Autobiografie gelesen.
Ungefähr die Hälfte des Buches kam mir sehr bekannt vor. Wer das Buch "Bushido" gelesen hat wird wissen was ich meine. Das was den ersten Teil dennoch von seinem ersten Buch unterscheidet ist, dass die Erzählungen sachlicher formuliert sind und es keine starke Verherrlichung mehr zu dem Abou-Chaker-Clan und den Vorkommnissen gibt.
Ich habe mir mehr erhofft zu erfahren. Es gibt auch eine Stelle die geschwärzt und mit einer Fußnote versehen ist. In der Fußnote wird darauf hingewiesen, dass über laufende Ermittlungen nicht berichtet werden darf. Das betrifft wahrscheinlich auch noch einige andere Begebenheiten, die daher überhaupt nicht oder nur oberflächlich verschriftlicht wurden. Als ich dachte das wir jetzt zu dem wirklich spannenden Teil kommen, endete das Buch abrupt.
- Fazit:
Es ist inhaltlich gesehen nicht wirklich was neues. Beim lesen bin ich über einige Rechtschreibfehler gestolpert. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen, es war eine seichte Unterhaltung.
- Empfehlung:
Von mir gibt es keine Kauf- und Leseempfehlung!
- Tipp:
Die Dokumentation "Unzensiert" bei Amazon Prime Video.
- Lian Hearn
Die Legende von Shikanoko - Fürst des schwarzen Waldes
(13)Aktuelle Rezension von: Raidenim Ersten Band wird schon angedeutet, dass Shikanoko die Mythen und Vorgeschichten zum Clan der Otori sein könnte und hier wird das noch formvollendet zum Abschluss gebracht.
Band 2 geht etwas weg vom Sagencharakter und ist mehr wie ein Roman aufgebaut.
- Davide Bortot
Könnt ihr uns hören?
(3)Aktuelle Rezension von: EvyHeartIch kannte Deutsch-Rap bisher nur aus Chart-Songs - daher war es Zeit, sich dem Thema anzunähern!
Inhalt
Das Buch lässt Rapper, Produzenten usw. zu Wort kommen und zeichnet in Interview-Form (?) die Geschichte des Rap bzw. wichtige Aspekte nach.
Meinung zum Inhalt
Ich fand es sehr spannend, die Geschichte zu lesen und vor allem Gemeinsamkeiten zwischen Rap und Punk festzustellen - der Freiheitsgedanke. Gegen den Strom schwimmen. Aber mich störte die Abgrenzung zu anderen Musikrichtungen. Rap ist für die Interviewten etwas Besonderes, aber ich denke, es ist auch ein Teil ihrer Jugend. Und eine Möglichkeit, wichtig zu sein, mit dem Alltag klarzukommen.
Auch das Thema Feminismus wird angesprochen, aber überwiegend Rapperinnen der heutigen Zeit befragt.
Interessant war auch, wie sich alles entwickelt hat - dass es anfangs darum ging, überhaupt etwas zu tun, später Kunst und Können dazu kam und sich das Gebiet mit elektronischen Einflüssen stark erweitert.
Es war cool, wieviele Leute an einem Projekt arbeiten und wie unterschiedliche Personen die Szene vorangebracht haben.
Trotzdem habe ich nach dem Lesen schwer einen Bezug zum Thema bekommen - ich fand die Menschen sympatisch, aber die Musik holpert. Der Funke springt nicht über.
Schreibstil und Gestaltung
Die Autoren notieren die Gedanken verschiedener Künstler, lassen sie "aus dem Nähkästchen" plaudern. Einerseits sorgt das für eine entspannte Stimmung und man bekommt einen guten Eindruck davon, was Rap den Künstlern bedeutet hat. Es wirkt tatsächlich sehr persönlich und reflektiert. Das hat mich wirklich beeindruckt - das Thema auch mit Distanz zu betrachten.
Der Nachteil ist, dass sich vieles doppelt bzw. das Buch an manchen Stellen langatmig ist. Außerdem beleuchtet das Buch überwiegend die Musik, lässt aber Kleidung und Graffiti außen vor - dadurch fehlten mir Bausteine für das Gesamtbild. Außerdem ist der Text relativ glatt - oft sind sich die Interviewten einig, selten werden gegensätzliche Meinungen deutlich. Eko Fresh und Kool Savas zeigen kurz ihren Konflikt, kontroverse Personen wie Bushido oder Money Boy fehlen.
Ich fand mich gut ins Buch, hätte mir aber zu Beginn eines Kapitels eine Übersicht mit den wichtigsten Künstlern und anderen Informationen gewünscht.
Am Ende gibt's ein Glossar mit allen Künstlern, aber eine Liste prägender Songs wäre mir lieber gewesen.
Die Sprache der Interviewten ist meist relativ klar, mit ein paar umgangssprachlichen Einwürfen und Anglizismen - die übrigens grammatikalisch korrekt gebeugt sind, ohne, dass es komisch aussah. Schön, dass das funktioniert!
Fazit
"Könnt ihr uns hören?" war ein sehr interessanter Ausflug und wird mir im Gedächtnis bleiben. Trotzdem fand ich das Buch oft zu "nett". Die Interviewform hat funktioniert, aber mir wären mehr sachliche Informationen lieber gewesen.





