Bücher mit dem Tag "camorra"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "camorra" gekennzeichnet haben.

30 Bücher

  1. Cover des Buches Vendetta (ISBN: 9783943650815)
    Katja Montejano

    Vendetta

     (69)
    Aktuelle Rezension von: trollchen
    Vendetta

    Herausgeber ist Pax et Bonum; Auflage: 1 (2. Januar 2015) und hat 220 Seiten.

    Kurzinhalt: Anna Pizzo, Tochter des sizilianischen Cosa Nostra-Chefs Don Vito, lebt nach einem brutalen Übergriff und dem Tod ihres ungeborenen Sohnes zurückgezogen in ihrem Loft. Nach der Versöhnung mit ihrem Vater, der sie einst in eine unfreiwillige Heirat drängen wollte, sichert dieser ihr Hilfe bei ihrer Vendetta zu: Anna will Malik Brenner, ihren ehemaligen Freund und den Mörder ihres Kindes, zur Strecke bringen. Um sich ganz auf die Suche nach ihm konzentrieren zu können, kündigt die hochbegabte Hackerin ihren Job bei der Soffex AG, wird aber an ihrem letzten Arbeitstag Zeugin des Amoklaufs ihres ehemaligen Vorgesetzten Daniel Rohner.
    Zur selben Zeit bricht in Italien ein blutiger Mafiakrieg aus. Zwei Brüder versuchen, die Alleinherrschaft über die vier großen Organisationen an sich zu reißen. Um Anna nicht zu gefährden, beordert Don Vito seine Tochter nach Sizilien zurück. Was niemand weiß: Es gibt einen Maulwurf unter Don Vitos engsten Vertrauten.
    Wer steckt hinter den blutigen Anschlägen auf die Mafia-Clans? Während Anna eine Spur in der Schweiz verfolgt, gerät sie zwischen die Fronten und in Lebensgefahr. Wer ist ihr Freund und wer ihr Feind?
    'Vendetta – Die Rache der Anna Pizzo' ist eine rasante Story, ein Cocktail aus Action, Rache, Verrat und Familienehre – gewürzt mit Internet- und Wirtschaftskriminalität. Die Autorin Katja Montejano verwebt ihre Leidenschaft für Kriminalfälle geschickt mit fiktiven Figuren und tatsächlichen Ereignissen zu einem authentischen Thriller, der in Neapel, auf Sizilien und in der Schweiz spielt.

    Meine Meinung: Ich hatte ja schon ein Buch der Autorin gelesen und wusste demnach schon, was mich erwartete. Und ich wurde nicht enttäuscht. Am Anfang war ich skeptisch, ob mich das Thema Mafia packen wird, aber es ist weit besser als packend gewesen. Denn es war noch mehr als das, denn es ging um Computerkriminalität und Wirtschaftskriminalität. Und, wie man es ja kennt, die Familienehre in Italien wird ja hoch gepriesen. Es liest sich spannend, die Kapitel sind relativ kurz und man hat das Buch schnell durch. Was ich ein wenig störte, ich kenn mich nicht so mit der italienischen Sprache aus und in diesem Buch wurden viele Sachen gesagt, die ich nicht einordnen konnte, ausser die üblichen italienischen Worte, die man kennt.

    Mein Fazit: Ein toller, actionreicher Krimi um Mafia und die diversen Spiele um Macht und wer ein Verräter ist oder nicht. Ich vergebe 5 Sterne, auch wenn es für mich nicht ganz realistisch war. Aber ich kann ihn weiter empfehlen.
  2. Cover des Buches Meine geniale Freundin (ISBN: 9783518469309)
    Elena Ferrante

    Meine geniale Freundin

     (585)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Im ersten Band der neapolitanischen Saga lernen wir die zwei Freundinnen Lila und Elena kennen. In Neapel der fünfziger Jahre müssen sie lernen, dass Mädchen nicht viel zu melden haben, aber jede setzt sich auf ihre Weise zur Wehr. Lila mit ihrer auflehnenden Art, ihren Zukunftsvisionen aus der väterlichen Schusterei ein großes Schuhimperium zu erschaffen und der Idee, dass die Mafia sich nicht in ihre privaten Angelegenheiten einmischen darf. Elena darf auf Drängen ihrer Lehrerin eine weiterführende Schule besuchen und sieht sich immer im Zwiespalt zwischen ihren schulischen Ambitionen und ihrer Herkunft. 

    Endlich schaffe auch ich es diese Saga in Angriff zu nehmen. Der erste Band hat mir schon sehr gut gefallen. Als Leser fühlt man sich in das mafiöse Italien zurückversetzt und lernt es aus der Sicht von Kindern kennen. Die Freundschaft der beiden Mädchen ist etwas verwirrend und immer von Rivalität geprägt, daher interessiert es mich sehr wie es weitergeht. 

  3. Cover des Buches Hochamt in Neapel (ISBN: 9783406731334)
    Stefan von der Lahr

    Hochamt in Neapel

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Sikal
    Der Autor Stefan von der Lahr entführt uns für seinen Kriminalfall nach Italien. Zum Großteil wechseln die Schauplätze zwischen Neapel und Rom, wenngleich man auch Ausflüge über den halben Globus macht – so scheint es mir. Doch alles der Reihe nach …

     

    Der römische Commissario Bariello ermittelt in einem Verkehrsunfall, bei dem ein Mann anscheinend absichtlich überfahren wurde. Nach den ersten Spuren stellt sich heraus, dass der Fall verzwickter sein muss, als zuerst angenommen und auch in die Politik hineinreicht. Viele Indizien häufen sich gegen einen nach außen hin seriöse Firma, die zuvor Arbeitsplätze geschaffen und auch ein besonderes Zertifikat erhalten hat – hier kann es doch keine Ungereimtheiten geben, oder? Welche dunklen Geschäfte werden hier verschleiert?

     

    In Neapel stößt der neue Weihbischof Montebello durch Zufall auf eine Spur, dass Alexander des Großen sterbliche Überreste in Neapel zu finden sind. So nach und nach stellt sich heraus, dass auch Mitglieder der katholischen Kirche nur Menschen sind und ein offensichtlicher Skandal aufzudecken ist. Währenddessen sterben in Neapel Kinder, ohne dass es eine Spur dafür zu geben scheint. Erst als Bariello und Montebello zusammenarbeiten, beginnen sich Zusammenhänge herauszustellen.

     

    Die Geschichte ist durchaus spannend zu lesen, viele kunsthistorische und kirchengeschichtliche Hintergründe tun das übrige. Wenn man sich für Historisches interessiert, wird man hier gut bedient. Was mich während des Lesens zum Teil verwirrte, waren die vielen vielen Namen, die ich mir einfach nicht merken konnte. Auch wechselten häufig die Orte und der Autor spricht eine solche Themenvielfalt an, dass es mir zu viel wurde – nicht nur die Mafia spielt in großem Stil mit, auch russischen Oligarchen begegnet man, radioaktiver Abfall, Umweltschutz, Kriegsgeschehen, historische Sensation, Abhöraktionen, Pädophilie, und und und … Hier wäre definitiv weniger mehr gewesen.

     

    Die Charaktere werden klar in Sympathieträger und Bösewichte unterteilt. Auch schwebt ein apokalyptisches Szenario wie ein Damoklesschwert über der Geschichte, was die Spannung aufrecht hält und viel Aufmerksamkeit fordert.

     

    Für mich war es ein Sammelsurium an Namen, Orten und Themen, ein Zuviel des Guten. 3 Sterne

  4. Cover des Buches Die Geschichte eines neuen Namens (ISBN: 9783518469521)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte eines neuen Namens

     (330)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Der zweite Band dieser neapolitanischen Saga erzählt die spannende Freundschaftsgeschichte von Elena und Lila weiter. Es geht nun um die jungen Erwachsenenjahre der beiden Frauen. Die eine widmet sich mit ganzem Ehrgeiz ihrem Studium, die andere gleitet immer tiefer in familiäre Schwierigkeiten. Zeitweise verlieren sich die beiden aus den Augen und leben vollständig ihr eigenes Leben, doch bleiben sie verbunden unter anderem durch die Liebe zu demselben Mann.


    Man liest sich einfach und schnell in die Fortführung der Geschehnisse und auch dieser Band kann als Unterhaltungsliteratur auf gehobenem Niveau bezeichnet werden.

  5. Cover des Buches Die Geschichte des verlorenen Kindes (ISBN: 9783518469545)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

     (208)
    Aktuelle Rezension von: claudiaZ

    Für mich war es ein gelungener Abschluss der neapolitanischen Saga. Im vierten Teil geht es mehr um private Themen als um politische. Die Handlung kreist um den Spagat zwischen beruflicher Verwirklichung bzw. Verwirklichung als Individium und familierer Idylle. 

    Zugegeben war ich zunächst entsetzt, als sich Lenu entscheidet zurück in den Rione zu ziehen und sich so von den Problemen wieder vereinnahmen zu lassen, gerade auch wegen der Auswirkungen auf ihre Kinder. Damit hat sie sich für einen unbequemen und unsicheren Lebensweg entschieden. Dies war jedoch notwendig, um beruflich als Autorin bestehen zu können, da sie so unmittelbar von gesellschaftlichen und sozialen Konflikten erfuhr, welche sie in ihren Büchern verarbeitete. 

    Konfliktbeladen ist insbesondere auch die Freundschaft zu Lila, die scheinbar die Fäden im Rione in der Hand hat, jedoch ihr privates Glück nicht finden kann. 

    Das Ende stimmt mich aus Lenus Sicht versöhnlich. Sie ist eine selbständige und erfolgreiche Autorin mit drei erwachsenen Töchtern und alles was sie erreicht hat, hat sie sich selbst zu verdanken. 

  6. Cover des Buches Die Geschichte der getrennten Wege (ISBN: 9783518469538)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte der getrennten Wege

     (244)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Die „Neapolitanische Saga“ geht weiter: Lila lebt weiterhin in Neapel. Ihre Ehe ist zerbrochen, sie hat sich von Stefano Carracci getrennt und lebt jetzt mit Enzo Scanno zusammen. Dieser kümmert sich auch rührend um Lilas Sohn Gennaro, dessen vermeintlicher Vater Nino Sarratore sein soll, der Mann, in den Elena seit ihrer Schulzeit heimlich verliebt ist. Nach einigen schlecht bezahlen Jobs haben sich Lila und Enzo auf die neuen elektronischen Rechner spezialisiert und arbeiten nun für ihren ehemaligen Erzfeind, den Camorra-Boss Michele Scolara. Elena hat Neapel verlassen und in Pisa studiert, wo sie auch Pietro Airota, einen jungen Professor aus angesehener Familie, kennen lernt. Sie hat ihr erstes Buch veröffentlich, heiratet Pietro und bekommt im Laufe der Jahre zwei Mädchen, Dede und Elsa. Die Familie lebt nun in Florenz. Die beiden Freundinnen haben kaum noch Kontakt. Lila erinnert sich nur an Elena als sie dringend deren Hilfe brauchte, sonst bricht sie alle Kontaktversuche von Elenas Seite ab. Wider Erwarten geht deren Ehe geht gut, die Mädchen wachsen heran, und sie beginnt ein neues Buch zu schreiben. Dann taucht plötzlich wieder Nino in Florenz auf …                                                     

    Elena Ferrante ist das Pseudonym einer italienischen Schriftstellerin, deren Debütroman „L’amore molesto“ bereits 1992 in Italien und unter dem Titel „Lästige Liebe“ 1994 auf Deutsch veröffentlicht wurde. Internationale Bekanntheit erreichte sie durch ihre Neapolitanische Saga, deren erster Band „Meine geniale Freundin“ 2016 in Deutschland erschienen ist, der zweite Teil „Die Geschichte eines neuen Namens“ folgte 2017. In einem schriftlichen Interview gab die Autorin einige Informationen zu ihrer Person bekannt. Sie sei in einem Außenbezirk von Neapel geboren und aufgewachsen, heiße im realen Leben auch Elena und sei Mutter von Töchtern. Die Schriftstellerei sei nicht ihr Hauptberuf … 

    „Die Geschichte der getrennten Wege“ ist der dritte Band der „Neapolitanischen Saga“, die insgesamt vier Bände umfasst. Er erschien bereits 2013 im italienischen Original und 2017 in deutscher Übersetzung beim Suhrkamp-Verlag und behandelt das weitere Leben der beiden Freundinnen als reife Frauen. Wir befinden uns in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts, einer Zeit, in der Italien von politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen und von Studentenunruhen geprägt war. Ehescheidungen sind nun auch in Italien möglich. Diese Umbrüche, die Stellung der Frauen und wie die beiden Freundinnen darin involviert sind, bilden überwiegend den Hintergrund dieser Geschichte. Sie sind jetzt Mitte Dreißig und während Elena eher intellektuell in Frauengruppen rebelliert, ist Lila aktiv an gefährlichen Aktionen beteiligt. Ihre Lebenswege haben sich getrennt, sie sind sich fremd geworden und bleiben doch auf seltsame Art verbunden, denn jede sieht in der anderen etwas, das sie selbst nie erreichen konnte. Da die Geschichte aus der Erinnerung Elenas erzählt wird (Band 1), erhält man naturgemäß tiefere Einblicke in deren Leben und Entwicklung, über das sie des Öfteren reflektiert. Die bisher meist unspektakulär verlaufene Geschichte nimmt gegen Ende zu deutlich Fahrt auf und der übliche Cliffhanger der Autorin lässt uns doch gerne zu Band 4 greifen. 

  7. Cover des Buches Gomorrha (ISBN: 9783423345293)
    Roberto Saviano

    Gomorrha

     (97)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Gomorrha ist ein Sachbuch, so wird es beschrieben und das sollte man auch im Hinterkopf behalten. Es wird an keiner Stelle echte Spannung aufgebaut, dessen sollte man sich bewusst sein, somit kann es sich an manchen Stellen etwas ziehen. Auch die vielen verschiedenen Personen sind durchaus etwas verwirrend. Allerdings war das Buch für mich auch ein sehr interessantes und auch schockierendes Buch, vor allem das Ende hat es noch einmal wirklich in sich, ohne jetzt zuviel verraten zu wollen

  8. Cover des Buches Schutzgeld (Krimi, Spannung) (ISBN: B07CST2QSR)
    Gabriel Anwander

    Schutzgeld (Krimi, Spannung)

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Jana_Zimmermann

    Nach den vielen Liebesromanen, die ich nun wirklich sehr gern lese, darf es zwischendurch auch mal etwas Action und Spannung sein. Ein schöner Krimi passt doch da perfekt. Der Kriminalroman „Schutzgeld“ von Gabriel Anwander spielt in Italien auf der Insel Vulcano. Die Kulisse ist wirklich wunderbar inszeniert, ich jedenfalls konnte mir die beschriebenen Orte sehr gut vor Augen führen, auch wenn ich selbst noch nie dort war. Die beiden Urlauber Julian und Ralph geraten ungewollt in einen Mordfall. Es ist ihnen angeraten, auch von den Carabinieri, sich aus den Dingen raus zu halten. Doch da die beiden auf der Seite des Rechts stehen, gelingt den beiden Protagonisten das natürlich nicht. Ein Wettlauf mit den Anwohnern folgt, bis es immer brenzliger wird. Die Geschichte im Kriminalroman ist gut gewählt, allerdings ist sie mir manchmal etwas zu sprunghaft gewesen, so dass ich immer wieder mal etwas zurückblättern musste, ob ich denn etwas verpasst oder überlesen hätte. Auch hier und da gab es ein paar Längen, sodass der Spannungsbogen meinerseits ein wenig vermisst wurde. Darüber sehe ich persönlich aber gern weg, da die malerische Kulisse und im Übrigen auch die mitspielenden Vierbeiner mein Herz erobert haben, auch wenn es da einen etwas tragischeren Ausgang zu verzeichnen gab. Wer sich also gern an der Küste Italiens wieder finden möchte, kann gern zum Kriminalroman „Schutzgeld“ von Gabriel Anwander greifen. Für den Urlaub gut geeignet!

  9. Cover des Buches Gomorrha (ISBN: 9783446209497)
    Friederike Hausmann

    Gomorrha

     (83)
    Aktuelle Rezension von: lesemaus
    Camorra, auch die italienische Mafia, aus Neapel. Der Journalist, Roberto Saviano, recherchiert und schleust sich bei der Camorra ein, um mehr über sie zu erfahren. So arbeitet er in der Textilfabrik, die Kleidung für Stars herstellt. Denn bald erkennt er sein Kleid im Fernseher, welches eine berühmte Frau trägt. Weiter geht seine Reise in ein Zementwerk, welches Geschäftsbeziehungen in ganz Europa, wie Deutschland, hat.
    Roberto Saviano erzählt seine Geschichte, was ihm wiederfahren ist und beschreibt auch seine Heimatstadt: Neapel. Neapel versinkt immer mehr im Dreck, Unrat und Gewalt. Roberto bringt sich mit seinen Nachforschungen oft in Gefahr, kann sich daraus, für den Leser zum Glück, immer glimmrig retten.
    Die ersten Seiten des Buches haben mich geschockt und ließ ein Bild von Italien auferstehen, was ich noch nie so gesehen habe. Wobei ich schon vorher wusste, dass die Mafia eine riesige Macht in Italien ist.
    Roberto Saviano bracht sich mit der Veröffentlichung des Buches in großer Gefahr, denn er verriet viele Namen von hohen Tieren. Er setzte sich eines Mordes aus und hat es trotz der vielen Versuche bis heute überlebt.
    Eine Zeit später kam der Film zu dem Buch raus. Den Film habe ich mir angeschaut und war an einigen Stellen unschlüssig, da ich es aus dem Buch anders kannte.
    Ich wünsche den Autor, Roberto Saviano, ganz viele glückliche Jahre und weiterhin eine tolle Spürnase für Kriminalität.
  10. Cover des Buches Der Duft von Erde und Zitronen (ISBN: 9783442746958)
    Margherita Oggero

    Der Duft von Erde und Zitronen

     (117)
    Aktuelle Rezension von: DarthEni
    Wenn ich eines der wichtigsten Themen benennen müsste, die in diesem Buch behandelt werden, dann würde ich das Wort "Schuld" einwerfen.

    Imma, ein 13-jähriges Mädchen, wohnt bei ihrer Tante, mit der sie sich allerdings nicht gerade blendend versteht. Die Wohnung darf Imma aus Sicherheitsgründen nicht verlassen. Während das Leben - ihr eigenes Leben - an ihr vorbeizieht, sieht sie aus dem Fenster und fantasiert sich die Lebensgeschichten der fremden Passanten zusammen. Warum Imma in diese Lage gekommen ist, wird dem Leser nach und nach anhand von Rückblenden geschildert. Das ist besonders deshalb interessant, weil nicht nur ein einziges Ereignis zu dieser Situation geführt hat. Nein, hier spielen viele Faktoren eine Rolle und es ist unglaublich spannend, diese Kette der Ereignisse zu verfolgen.

    Die vielen verschiedenen Personen sind mal mehr, mal weniger gut ausgearbeitet. Doch gerade mit der Protagonistin kann man sehr gut mitfiebern und hofft für sie, dass sie sich den Wunsch nach Freiheit eines Tages erfüllen kann.

    Dennoch muss ich zugeben, dass das Buch auch einige langatmige Passagen enthält. Diese sind aber selten und der bildhafte Schreibstil lässt diese schnell in Vergessenheit geraten. Das Ende ist leider vorhersehbar und hat mich etwas enttäuscht. Dennoch lohnt es sich, das Buch zu lesen!
  11. Cover des Buches Die Geschichte des verlorenen Kindes (ISBN: 9783844525847)
    Elena Ferrante

    Die Geschichte des verlorenen Kindes

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Lesenisttoll

    Auch den vierten Teil der Neapel-Sage habe ich als Hörbuch gehört, ganz hervorragend gelesen von Eva Mattes. Durch ihre unaufgeregte und natürliche Sprechweise macht sie das Zuhören zu einem wahren Genuss.

    Die Geschichte setzt da an, wo Teil 3 aufhört, nämlich in den 1970er Jahren. Lenuccia und Lila haben sich beide von ihren Partnern getrennt und sind in neuen Beziehungen. Lenu ist endlich mit Nino zusammen, für den sie schon als junges Mädchen schwärmte. Dass sie ihn in einem völlig falschen, verklärten Licht sah, wird schnell klar.

    Die Beziehung zwischen den beiden Freundinnnen ist immer noch schwierig. Es gibt Zeiten, in denen sie überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Erst als Lenu wieder nach Neapel zieht, intensiviert sich ihre Beziehung wieder, vor allem als die beiden zeitgleich schwanger werden. Beide bringen ein Mädchen zur Welt, die sie beide nach ihren Müttern benennen. Die beiden Mädchen, Imma und Tina, wachsen quasi als Geschwister auf. Doch dann geschieht ein großes Unglück.

    Neben der persönlichen Ebene beleuchtet Elena Ferrante auch die gesellschaftliche Situation im Italien der 70er bis hinein in die 90er Jahre, regelrechte Hinrichtungen auf offener Strasse (Mafiamorde?), Korruption und Vetternwirtschaft.

    Der vierte Teil dieser Bücherreihe hat mich wieder in den Bann geschlagen, allerdings gab es Teile, die ich sehr schwierig fand. Vor allem Lilas „Auflösung“ nach dem großen Erdbeben, in dem sie minutenlang völlig wirres Zeug von sich gibt, fand ich schwer zu ertragen.

    Wir begleiten die beiden Frauen bis zum Alter von ca. 60 Jahren. Lenuccia spricht von sich als „alter Frau“, was mich auch seltsam berührt hat, denn mit 60 ist man heutzutage doch nicht alt? Interessant fand ich auch die Beziehung Elenas zu ihren Töchtern, die ganz und gar nicht problemlos ist. Dass die Mädchen unterschiedliche Väter haben, macht das Ganze auch nicht einfacher.

    Ich habe die Neapel-Saga sehr gern gehört, hätte mir aber gewünscht, dass nicht so viele Fragen offen bleiben. Am meisten hätte mich das Schicksal des verlorenen Kindes interessiert, doch das bleibt der Fantasie des Lesers überlassen.

  12. Cover des Buches Sie packen aus (ISBN: 9783222150562)
    Mathilde Schwabeneder

    Sie packen aus

     (10)
    Aktuelle Rezension von: G_A

    In 10 verschiedenen Portraits werden unterschiedliche Geschichten von Frauen erzählt, die einen Kampf gegen die Mafia beginnen. Im Vordergrund steht  die italienische bzw. sizilianische Mafia.

    Unglaublich Starke und bewundernswerte Frauen erzählen ihre Erfahrungen mit der Mafia. Diese Geschichten haben mich sehr berührt aber auch schockiert. Teilweise sind sie wirklich beängstigend und doch beinhalten sie so viel Stärke und Mut, dass es mich mit Stolz erfüllt hat. Ich finde die Geschichte dieser besondere Frauen sehr inspirierend und motivierend. 

    Mich hat das Buch wirklich zum Nachdenken animiert. Meiner Meinung nach steht Im Vordergrund der Vermittlung dieses Buches, die Aufklärung und die Bildung, denn nur so kann man dem Terror entgegensetzen. 

    Ich bin begeistert und finde es dieses Buch ist ein Mutmacher für viele andere Frauen da draußen. Wir sollten die Augen nicht verschließen sondern Lösungen suchen; zusammen!

    Fazit; 

    Starke Frauen, starke Geschichte, starkes Buch!


  13. Cover des Buches Schöner Schein (ISBN: 9783257231885)
    Donna Leon

    Schöner Schein

     (86)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Commissario Brunettis achtzehnter Fall!

     

    Was wäre Italien ohne die Mafia und ohne das riesige Müllproblem? Vielleicht ein noch schöneres Land mit bezaubernden alten Städten und einer belebten und gelebten Kultur!

     

    Brunetti stößt beim Abendessen seiner Schwiegereltern auf eine junge Frau, die sich mit Hingabe alten Griechen und Römern widmet. Seine Leidenschaft für die Bücher und die politischen Reden ist geweckt, kann doch Signora Marinello sie reihenweise zitieren.

     

    Endlich auf einen gleichgesinnten Leser getroffen übersieht Brunetti beflissentlich das leicht über alle Maßen hinaus geliftete Gesicht der jungen Frau.

     

    Tags drauf trifft er in der Questura auf ein weiteres Rätsel. Ein Polizist aus einer Sondereinheit lässt sich von Patta hofieren und der hat natürlich nichts Besseres zu tun, als ihn an Brunetti zu übergeben.

     

    Beide beweisen ihre Sturheit mit Verschwiegenheit und kommen nur durch einen gemeinsamen Freund auf den gleichen Nenner.

     

    Ein mysteriöser Mord, ein dubioses Handyfoto und illegal geschmuggelter Müll beschäftigt die Beiden ab sofort.

     

    Doch wie so immer gibt es Zuständigkeitsgerangel und erst als der Polizist erschossen aufgefunden wird, lässt sich Brunetti gemeinsam mit Vianello nicht mehr aufhalten.

     

    Die Spur führt natürlich zur Camorra und die stinkt einfach zum Himmel. Doch da wäre ja auch immer noch die geliftete Signora, die Brunetti nach wie vor keine Ruhe lässt.

     

    Bei Donna Leon kann man sich sicher sein, dass es sich nie nur um einen gewöhnlichen Mord handelt. Hier spielt die Politik Italiens, die sich immer weiter auswirkende Macht der Mafia und natürlich auch die Leidenschaft der Italiener eine große Bedeutung.

     

    Unser Laster der modernen Zeit zu bewältigen hat sich ausgerechnet die Camorra als Geschäftsmodel patentieren lassen und wer mit dieser „Firma“ verhandeln will, hat seinen Grabstein besser schon bestellt.

     

    Während Paola für die Macht der Frauen kämpft, kämpft Brunetti mit der Last der Politik, die sich scheinbar seit seinen Lieblingspolitikern und Philosophen aus dem alten Rom in keiner Weise geändert hat.

  14. Cover des Buches In Afrika ist immer August (ISBN: 9783257226324)
    Marcello D'Orta

    In Afrika ist immer August

     (10)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    Es gibt nichts schöneres als witzige Kindergeschichten. Marcello D´Orta hat sich ans Sammeln gemacht und 60 Schulaufsätze veröffentlicht, die einen als Leser mehr als einmal zum Weinen bringt, Lachtränen wohlgemerkt!

    Kindermund tut Wahrheit kund scheint auch in Italien besonders beliebt zu sein. Die Sammlung an Geschichten berichtet vom Leben in Italien und vom Leben des normalen Volkes. Grundehrlich und auch mal abgrundtief hässlich schildern die Kinder ihre Heimat und packen noch eine gute Schippe Witz hinzu!

    Das italienische Leben, bepackt mit der Camorra, gutem Essen und einem guten Schuss vom Wein der Wahrheit!
  15. Cover des Buches Das Engelsgesicht (ISBN: 9783442129737)
    Andreas Ulrich

    Das Engelsgesicht

     (35)
    Aktuelle Rezension von: ElLevi

    Andreas Ulrich versteht es eine Biographie wie eine Geschichte aufzubauen und Spannung zu erzeugen. "Das Engelsgesicht" lässt sich leicht und flüssig lesen. Allerdings sollte sich der Leser vorher schon etwas mit der Mafia beschäftigt und einige Grundkenntnisse über das Thema haben. In diesem Buch geht es ausschließlich über die 'Ndrangheta, der kalabrischen Mafia, und keinen anderen Mafia-Clan. Erzählt wird uns über das Leben des Giogrio Basiles, dem Engelsgesicht. Wir erfahren etwas über seine Kindheit, über seine Eltern und seine Geschwister und später dann über die komplizierten Beziehungen zwischen den einzelnen Akteuren der Mafia und seine Geschäfte. Ulrich lässt uns durch Basiles Augen auch ein Blick auf die mafiösen Handlungen der Italiener in Deutschland werfen, was vielen bestimmt noch ungewiss ist.
    "Das Engelsgesicht" hinterlässt nach dem zuschlagen des Buches ein beklemmendes Gefühl in einem.
    Das Thema Mafia interessiert mich schon seit je her und glücklicherweise räumt Andreas Ulrich mit den romantischen Vorstellungen der Gangster auf.
    Auch 13 Jahre nach Erscheinen des Buches ist das Thema Mafia nicht gegessen und somit aktuell. 

  16. Cover des Buches Die Toten von Santa Lucia (ISBN: 9783442461776)
    Barbara Krohn

    Die Toten von Santa Lucia

     (7)
    Aktuelle Rezension von: stephanie_bauerfeind
    Die Journalistin Sonja reist nach Neapel um ihre 19jährige Tochter Luzie dort nach einem großen Streit wieder zu finden. Luzie ist verletzt nach Neapel aufgebrochen um dort Ihren Vater Antonio zu suchen über den sie nicht viel mehr weiß als seinen Vornamen. Bei Ihrer Ankunft in Neapel wird Sonja von Gennaro Gentilini in Empfang genommen, den Commissario hat ihr Freund Lion Lichtenberg von der Hamburger Kripo gebeten Sonja ein wenig zur Seite zu stehen, ohne diesem zu verraten, aus welchem Grund sich Sonja in Neapel aufhält. Gennaro, der wie Don Quijote gegen seine eigenen Windmühlen kämpft. Die Camorra, welche für jeden inhaftierten oder getöteten Camorristi zwei neue zu gebären scheint und die bereits seine Ehe "zerstört" hat und an der Beziehung zu seinen Kindern "rüttelt". Auf der Suche nach Luzie, bei der Gennaro sie bald intensiv unterstützt, pflastern Leichen ihren Weg. Da sie bald erkennen, dass Luzie sich in gefährlichen Bahnen bewegt, ohne sie zu finden, treibt die Angst um das einzige Kind Sonja kreuz und quer durch die verhasste Stadt. Sonja, die mit einer lange und tief vergrabenen Enttäuschung im Herzen nach Neapel kommt, muss erkennen, dass sich diese Enttäuschung sich nicht auf ewig vergraben lässt. Der Besuch in Neapel wandelt ihre Enttäuschung über das "Verlassen werden" langsam aber sicher in ein tiefes Bedauern über eine verlorene Liebe. Tatsächlich war Antonio di Napoli nicht das was sie all die Jahre in ihm gesehen hatte. Mein Fazit: Leser, die akribisch beschriebene Ermittlungsarbeit lieben, werden von diesem Buch mit Sicherheit enttäuscht. Wer aber schön gezeichnete Protagonisten liebt, die nicht eindimensional durch Unmengen von Blut schwimmen, wird seine Freude daran haben. Mich hat das Buch begeistert. Die Kindle-Edition für lau erfreute mein Leserherz und macht Lust auf mehr, den zweiten Band werde ich mir im Anschluss auch gleich herunterladen. Nicht zuletzt, weil ich wissen möchte, ob nicht nur Luzie in Neapel bleibt und wie sich die aufkeimende Romanze zwischen Sonja und Gennaro entwickelt. ...
  17. Cover des Buches Romanzo Criminale (ISBN: 9783746627977)
    Giancarlo De Cataldo

    Romanzo Criminale

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Lyanna
    Ich weiß wirklich nicht, wie ich den Inhalt dieses Buches zusammenfassen soll. Oftmals hatte ich gar den Eindruck, dass es sich um eine Sammlung, unzusammenhängender, kurzer Geschichten handelt, die aber doch alle zusammengenommen ein großes Bild ergeben. Thema dieses Buches ist die Korruption im Rom der 70er und 80er Jahre - sowohl Staat und Mafia sind einigermaßen korrupt und man bekommt einiges über eine große Auswahl an kriminellen Aktionen zu lesen - ob es nun illegale Prostitution, der Handel mit Drogen, Morde oder andere Betrügereien sind. Politik spielt generell eine große Rolle, was es nicht leider macht, im Buch mitzukommen, zumal in jedem Kapitel eine große Bandbreite neuer Namen oder einfach nur Namen, die man aufgrund ihrer Vielfalt nicht auseinanderhalten kann, auftaucht. Deswegen war ich auch einigermaßen froh, dass den wichtigsten Personen eine Klappe des Buchumschlags gewidmet wird, sodass man schnell nachschauen kann, wenn man bezüglich der Personen unsicher ist. Während der Prolog total spannend ist und hoffen lässt, dass der Rest des Buches auch so gelungen wird, ermüden die zahlreichen Beschreibungen diverser Verbrechen auf den folgenden Seiten leider etwas - aber je mehr man liest, desto intensiver wird der Eindruck, den man von dieser korrupten, gewalttätigen Zeit bekommt. Am Ende wird es dann noch einmal total spannend und man ist richtiggehend froh, bis dahin durchgehalten zu haben. So gesehen habe ich also nur wenig an diesem Buch auszusetzen: Die langatmigen Passagen in der Mitte mögen der Dicke des Buches geschuldet sein, die Charakterbeschreibungen sind stets überzeugend und auch sonst macht der Autor eigentlich nur wenig falsch. Man muss sich eifnach auf diesen etwas schwerer zu lesenden Thriller einzustellen wissen - und wird dann mit einer spannungsgeladenen und überzeugenden Geschichte belohnt werden.
  18. Cover des Buches Viper (ISBN: 9783453405998)
    Michael Morley

    Viper

     (25)
    Aktuelle Rezension von: PMthinks

    Inhalt:
    Neapel, die Stadt der Camorra: eine tote Frau wird gefunden, bei lebendigem Leib verbrannt und dann vergraben. Doch da sie nicht die einzige bleibt, wird US-Profiler Jack King hinzugerufen, den Fall zu lösen. Schwieriger als gedacht, in einer Stadt, die von der Mafia beherrscht wird...

    Taschenbuch
    Seitenanzahl: 560
    Verlag: Heyne
    Sprache: deutsch

    Meine Meinung:
    Amerikanischer Profiler im Ausland? Sprach mich erstmal nicht so an, klang nach den üblichen langweiligen Fällen, die es nun wirklich zu Genüge gibt.


    Zum Glück hat mir mein Freund dazu geraten, denn sonst wäre mir ein wirklich spannender Roman über die neapolitanische Mafia, die Camorra, entgangen.


    Das Buch dreht sich nicht, wie oft, nur um die Ermittlungen, nein, man erlebt die Sichtweisen vieler verschiedener Personen mit, ohne dass sie anfangs einen großen Zusammenhang haben. Da es aber so sein muss, ist man natürlich neugierig, wie alles miteinander zusammenhängt. So erweisen sich die Kapitelenden als wahre Cliffhanger, da es meist mit einem anderen Charakter weitergeht und man gar nicht anders kann, als weiterzulesen um zu erfahren, wo das alles hinführt.


    Die verschiedenen Protagonisten sind sehr interessant, wobei natürlich Profiler King dennoch im Mittelpunkt steht. Da ist jedoch ein Klischee, denn auch er ist, typisch, vorbelastet und aus den Staaten geflohen. Aber das hat mich diesmal gar nicht so gestört, denn es gibt noch viele andere Charaktere, wie der frisch aus dem Gefängnis entlassene Bruno Valsi, der Schwiegersohn eines Mafiaoberhauptes, der seine Frau tyrannisiert (die natürlich auch zu Wort kommt) und nach Macht strebt. Oder auch der kranke Enkel eines Campingplatzbetreibers, der ob seiner Krankheit nie von Frauen ernstgenommen wird.


    Es gibt viele Verdächtige und erst gegen Ende sieht man klar, sodass es einem einfach nicht langweilig werden kann.

    Die kurzen Kapitel und leichte Sprache (ab und zu mit ein paar italienischen Worten gewürzt) sorgen zudem dafür, dass man durch die Seiten fliegt, immer auf der Suche nach dem wahren Mörder unter vielen Verbrechern.

    Info:
    2. Teil einer Reihe, ich kam aber auch ohne Vorwissen klar

    Fazit:
    So funktioniert Spannung
  19. Cover des Buches Gomorrha (ISBN: 9783869090139)
    Roberto Saviano

    Gomorrha

     (8)
    Aktuelle Rezension von: MichaelSterzik
    Das Südliche Italien ist mit Neapal ein wunderschöner und malerischer Ort. Als drittgrößte Stadt ist sie neben Rom und Mailand ein wichtiges Zentrum, allerdings weniger unter dem wirtschaftlichen Gesichtspunkt. Vielmehr gibt es wichtige kulturelle Sehenswürdigkeiten, z.B. Paläste, Burgen, Schlösser, Klöster und Kirchen, Kunstausstellungen und Galerien. Mit knapp einer Millionen Menschen und einer Arbeitslosenquote von ca. 20 - 30% ist dies für die Größe und seinen kulturellen Reichtum eher verwunderlich. Exakte wirtschaftliche Zahlen sind aber schwer zu bestimmen, da die Camorra mit einer Art von Schattenwirtschaft über die Stadt, ja über die ganze Region herrscht. Die Camorra, eine Verbrecherorganisation die ähnlich wie die Cosa Nostra und die Sizilianische Mafia strukturiert ist. Ein Syndikat das schon längst alles in der Stadt und der Region steuert. Die Wirtschaft ist fest in der Hand des organisierten Verbrechens, still geduldet von Politkern, Stadträten und Bürgermeistern, die aus Angst und Abhängigkeit nicht reagieren können oder wollen, die Polizei und die Staatsanwaltschaft kämpfen einen fast aussichtlosen Kampf. Erpressung und Einschüchterung tun ihr übrigens und immer wieder geraten auch unschuldige Zivilisten in den Bandenkriegen zwischen den Clans und Familien und bezahlen nicht selten mit ihren Leben. Im Jahre 2006 wurden bis Oktober ca. 700 Morde verübt, gemeldete und die Politiker erwogen schon das Militär in der Stadt einzusetzen. Neapel ist zu einem Schauplatz der Gewalt geworden. Verbrechen wie Drogenhandel, Produktpiraterie von Luxusgütern wie z.B. Kleidung, durch Korruption und Erpressung werden Großaufträge im Baugewerbe organisiert, hinzu kommt der Waffenhandel und auch die illegale Müllentsorgung die immer mehr an Bedeutung gewinnt lässt die Kassen der Camorra immer mehr klingen Die Camorra hat keine Angst vor der Staatsanwaltschaft, vor dem Innenministerium, natürliche Feind gibt es nicht und wenn sich jemand gegen die Interessen der Clans und Familien stellt so ist dies gleichbedeutend mit Selbstmord. Der 28 jährige Roberto Saviano, ein Journalist aus Casal die Principe hat die Geschäftspraktiken der Camorra in seinem Erstlingswerk "Gomorrha" beschrieben. Dabei geht er so sehr in Detail, schildert die Machenschaften und Verflechtungen der organisierten Kriminalität und hat keine Angst davor die Namen der Oberhäupter der Clans und Familien zu nennen. Gewagt hat so etwas noch niemand und Roberto Saviano ist sich durchaus bewusst, dass sein Mut ihn das Leben kosten könnte. Er beschreibt die illegalen Geschäfte und wie diese Gelder weiter in legale Geschäfte einfließen, so das die Camorra der größte Arbeitgeber in der Region Neapel geworden ist und auf lange Sicht auch weiter sein wird. "Gomorrha" ist ein erschütternder Bericht, kein Roman, aber auch nicht als Sachbuch einzusortieren. Es ist ein gut recherchierter und aufwühlender Tatsachbericht der uns beschämen mag, jeden Menschen der vielleicht von der organisierten Kriminalität profitiert oder bewusst darüber hinwegsieht. Was müssen die Journalisten der Region über den jungen Mann denken der einen solchen Mut aufbringt? Schütteln sie den Kopf oder zollen sie Roberto Saviano Respekt, wenn auch nur in einer stillen und anonymen Art. Inhalt "Gomorrha" ist ein Buch voller düsterer und erschreckender Tatsachen. Roberto Saviano beschreibt geschickt seine Geschichten und damit fesselt er seine Leser wie es nur ein atmosphärisch dichter Bilder von Gomorrha (Hörbuch) / Saviano, Roberto Der Autor der den Mut hatte Namen zu nennen. Roman schaffen kann. In Italien erschien "Gomorrha" unter der Belletristik, hier liegt die Vermutung nahe, dass das Verlagshaus Mondadori, dass sich im Besitz des früheren Ministerpräsidenten Berlusconi befindet von dem Gewicht der Wahrheit um die Camorra distanzieren wollte. Aber es gehört definitiv nicht das Genre "Belletristik". Die Macht der Camorra und der Strudel der illegalen Gewalt, der Blutrache und den globalen Geschäften kann man sich nicht entziehen, geschweige denn wegschauen oder ignorieren. Das Buch ist gründlich recherchiert und atemlos anklagend geschrieben. Alle Fälle sind aktenkundig und zumindest durch Beweise und Indizien in einer Ehrlichkeit beschrieben die beispiellos ist. Robert Saviano malt ein Schreckensbild und verbindet diese mit eigenen Erinnerungen und Emotionen. Anklagend, wütend und Empört beschreibt er Fehden und kriegerische Auseinandersetzungen der Clans. Er beschreibt Drogensupermärkte und Schulkinder die mit kugelsicheren Westen Schmiere stehen. Er beschreibt "Unfälle" auf Baustellen deren Opfer vor Übermüdung und Überanspruchung von Notärzten sterbend nicht behandelt werden, aus Angst sich Feinde zu machen. Angeschossene Opfer werden blutend auf der Straße nicht geborgen, aus Angst die Killer könnten zurückkommen. Seine Reise durch die Neapolitanische Unterwelt unternimmt der junge Autor zu Fuß oder mit seiner Vespa. Manchmal ist er nur Zuschauer, manchmal auch Beteiligter. Als Hafenarbeiter getarnt schuftet er bei Morgengrauen und löscht Schmuggelware für die Camorra. Wenig später lernt er den Schneider Pasquale kennen, der wie viele seiner Kollegen für einen Hungerlohn Kleider näht die unter einem berühmten Modelabel weiterverkauft werden. Die Unsummen an Profit für die Bosse bedeuten. Eines Abends beim Fernsehen mit seiner Familie sieht Pasquale im Fernsehen wie die Schauspielerin Angelina Jolie bei der Oscar-Gala über den roten Teppich flaniert. Sie trägt einen weißen Hosenanzug, den er persönlich entworfen und genäht hat. Für einen Hungerlohn hat sein Talent eingesetzt, aber beweisen kann er es nicht, ansonsten wäre dies sein Tod und vielleicht das seiner ganzen Familie. Pasquales Gehalt beträgt 600 Euro im Monat. Dies ist nur eine kleine Szene aus "Gomorrha", doch diese beschreibt die Hoffnungslosigkeit und die tiefe Frustration der Menschen die mit "ehrlicher" Arbeit in ihrer Heimatregion nichts erreichen können. Saviano sieht Monate später den Schneider Pasquale wieder, inzwischen arbeitet er als Fahrer für die Camorra und wird besser bezahlt, in seiner Brieftasche trägt er einen Zeitungsausschnitt: Angelina Jolie im weißen Hosenanzug. Roberto Saviano beschreibt einige Einzelschicksale wie z.B. auch die eines 32 jährigen Priesters der anklagend gegen die Camorra auftritt und gegen die Verbrecherorganisation predigt. Auch er wird das Opfer von Killern und später wird der Tote auch noch in Tageszeitungen verhöhnt und angeklagt. Diese persönlichen Eindrücke bleiben den Lesern und Hörern am stärksten im Gedächtnis. Saviano verzichtet nicht immer auf Effekthascherei. Die entspricht auch seiner Wut, seiner Empörung, seiner Klage gegen diese Organisation für die Menschen nur austauschbare und minderwertige Figuren auf der kriminellen Bühne sind. Man fühlt seine Wut förmlich und seine apokalyptischen Szenen hinterlassen auch beim Leser eine ganze eigene Form von Entrüstung und Entsetzen, z.B. dann wenn der Autor beschreibt wie die Clans den Giftmüll aus Norditalien nach Süden verschaffen. Diesen vergraben sie unter kampanischen Ackerland, es entstehen ganze Landstriche und Hügel in denen Giftmüll lagert. Diese Ländereien werden verseucht wie sie sind verkauft an Bauern die es stillschweigend akzeptieren, was bleibt ihnen auch sonst anderes übrig?! Die Clans verdienen doppelt und dreifach und kennen keine Skrupel, Moral, Recht und Ethik sind in ihrer Sprache nicht vorhanden. Nach Schätzungen der Justiz entsorgte diese Müllmafia im vergangenen Jahr 26 Millionen Tonnen illegaler Abfälle, einen Großteil davon in den Provinzen Caserta und Neapel. Kritik Roberto Saviano Erstling ein einziges Schreckensgemälde über die vielleicht blutigste und brutalste Region im Süden von Europa. Die Camorra ermordete allein in diesem Jahr 72 Menschen. In und um Neapel terrorisieren 15 Clans und machen Milliardengeschäfte die in legale Unternehmen reinvestiert werden. Die Camorra ist der wichtigste Arbeitgeber und mit Hilfe von korrupten Politikern blüht diese immer mehr auf. Über 70 Bürgermeister hat das Justizministerium wegen Amtsmißbrauch abgesetzt. Vielerlei Orts finden sich keine Lokalpolitiker mehr die für die Ämter kandieren wollen. Saviano aufgewachsen in dieser Welt, seiner Welt beschreibt er für die Tagszeitungen "La Repubblica" und das Wochenmagazin "L"Espresso" "Gomorrha" hat sich in Italien bestens verkauft und eine gesellschaftliche Debatte ausgelöst wie man es noch nicht erlebt hat. In vielen Medien, Radiosendungen, Websites und auch in Leserbriefen wird immer wieder die Frage gestellt: Wie konnte dies alles geschehen? Roberto Saviano mußte seine Wohnung in Neapel räumen und nach Morddrohungen erhält und steht er nun unter Polizeischutz. Ein Schriftsteller der mit seinem Buch zwar weltberühmt wurde, aber auch zum Vogelfreien erklärt wurde. Seine deutschen Leser und Hörer können sich vielleicht im dunklen, gefährlichen Wald von Namen der Familien verirren, aber sie können sich nicht der Wahrheit entziehen. Neapel ist zu einem Landstrich geworden in denen die Grenzen von Geschäft und Mord, von Hölle und romantischen Ferienland fließend geworden sind. Saviano schreibt: "Ich bin geboren im Land Camorra, wo mehr Menschen ermordet werden als irgendwo sonst in Europa, wo Geschäftemacherei und brutale Gewalt unauflöslich miteinander verbunden sind und nur das einen Wert besitzt, was Macht verspricht." Denn im Grunde geht es, allen Überhöhungen der Organisierten Kriminalität, allen Legenden um "Scarface", allen geheimen Ritualen und mystischen Bünden zum Trotz, nur um eines: Es geht um Geld. So einfach ist das. Die Camorra oder auch "il sistema" das System ist ein gigantisches Wirtschaftsimperium und Saviano beschreibt mit scharfen Worten anklagend dieses System. Aber sein Buch ist auch eine Mahnung, eine Aufforderung die Augen zu öffnen, Stellung zu beziehen und gegen "das System" anzukämpfen. Wer vielleicht die Inhalt des Buches anzweifelt, dem sei gesagt das die Einzelschicksale auf Fakten beruhen. Saviano hat nicht nur unzählige Prozessakten gesichtet und ausgewertet sonder auch unter Gefahr persönlich recherchiert. Fazit "Gomorrha" ist ein düsteres Buch. Die Reise in das Reich der Camorra wird aufwühlend und wütend erzählt. Heiko Deutschmann 1962 in Innsbruck geboren, liest "Gomorrha" und man merkt ihm sehr gut an, dass das Buch in bewegt, in ja auch wütend stimmt. Alleine schon im Vorwort, gesprochen von dem Chefredakteur Giovanni di Lorenzo - Die Zeit - erfährt der Hörer wie sehr die Erzählung eine Emotionalität aufbaut und wie sehr diese schon gerade in den Anfängen unter die Haut geht. Das Buch ist nichts für schwache Nerven. Es ist kein Thriller der der Fantasie entspringt. Roberto Saviano beschreibt eindringlich seine Heimat und deren kriminelle Realität. Er klagt an und immer wieder sagt er: Er sieht und hat Beweise. Er schildert das Morden, Töten und Sterben in all seiner Erbärmlichkeit und Jämmerlichkeit. Es gibt keine fiktionalen Charaktere, keine schattenhaften, anonymen Schauspieler. Saviano nennt Namen, Strukturen und Details die anklagend sind und die die ganze Organisation mehr bedrohen als vielleicht die ganze italienische Justiz es jemals für möglich gehalten hat. Saviano hält sich an Fakten, an Tatsachen die so atemberaubend sind, dass man sie kaum glauben will. Er glaubt an die Kraft seiner Worte, die vielleicht als Waffe noch niemals eingesetzt worden ist. "Wenn wir die Mafia wirksam bekämpfen wollen, dürfen wir sie weder in ein Monster verwandeln, noch denken, sie sei ein Blutsauger oder Krebs. Wir müssen akzeptieren, dass sie uns ähnlich ist", schrieb der bekannte sizilianische Richter Giovanni Falcone. 1992 wurde er von der Mafia ermordet. Roberto Saviano führt vor, wie untrennbar Legalität und Illegalität im globalisierten Kapitalismus miteinander verstrickt sind. Wie funktioniert eine kriminelle Organisation? Wer Gomorrha liest, bzw. hört wird es in Ansätzen verstehen können. Er wird verstehen und begreifen wie Drogen verkauft, Gelder gewaschen werden. Wie Modeartikel hergestellt und verkauft werden, wie ganze Müllberge verschoben werden und wie Menschen ohne Skrupel getötet werden, weil dies zum Alltag der Camorra gehört. Und es wird transparent, wie eng die Politik, die Wirtschaft und das Verbrechen in Kampanien - Neapel miteinander im Einklag stehen. Im Grunde geht es nur um das Geld, niemals um das Schicksal und das Leben der dort lebenden Menschen. Für den Autor Roberto Saviano geht es jetzt um das Überleben. Die Camorra ist nachtragend und wartet vielleicht nur darauf das sich die Wellen der Entrüstung legen um dann zum tödlichen Schlag auszuholen. Fakt ist es auch das Saviano bedroht wird. Er schläft in Kasernen, bewacht wird er ständig von zwei Polizisten und niemals ist Saviano länger an einem Ort. Robert Saviano lebt wie ein Verbrecher - Auf der Flucht, im Untergrund, immer in Gefahr. Seinen Häschern widmete der Untergetauchte jedoch den letzten Satz in seinem Buch: "Ihr verfluchten Dreckskerle, ich lebe noch!" Details Roberto Saviano "Gomorrha" Aus dem italienischen von Friederike Hausmann und Rita Seuß Gekürzte Lesung von Heiko Deutschmann 4 CD, 297 Minuten mit 69 Tracks. Die italienische Originalausgabe erschien 2006 unter dem Titel "Gomorrha" 2007 Carl Hanser Verlag München Vorwort: Giovanni di Lorenzo, Hamburg Januar 2008 (Chefredakteur "Die Zeit") Hörbuch Hamburg: HHV GmbH, Hamburg 2008 www.hoerbuch-hamburg.de ISBN-10: 3899034864 ISBN-13: 978-3899034868 Sprecher Heikko Deutschmann war nach dem Schauspielstudium Ensemlemitglied an der Berliner Schaubühne, am Hamburger Thalia Theater. Im Schauspiel Köln und im Schauspielhaus Zürich. Außerdem spielte er in zahlreichen Filmen mit und ist ein begehrter Hörbuchsprecher. Für Hörbuch Hamburg hat er u.a. "Der Erlöser" und "Das fünfte Zeichen" von Jo Nesbo, "Die dunkle Seite des Mondes von Martin Suter, Stendhals "Rot und Schwarz" und von Thomas Glavinic "Die Arbeit der Nacht" gelesen. Michael Sterzik
  20. Cover des Buches Der Tag vor dem Glück (ISBN: 9783548288246)
    Erri De Luca

    Der Tag vor dem Glück

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Habicht
    Der Tag vor dem Glück  Flott geschriebene und keineswegs klischeehafte Geschichte über einen gut beobachtenden italienischen „Waisenknaben“ aus Neapel, die in der Zeit des letzten Weltkrieges angesiedelt ist, in der der aufmerksame Leser viel über das sich vom Faschismus und den Nazis abspaltende Land erfährt, aus dem sich der zum Mann gereifte Knabe am Ende der Story, aus nicht vorhersehbaren, aber sehr interessant und aufschlussreich geschilderten Umständen in die weite Welt entfernt!
  21. Cover des Buches Geheime Gesellschaften , Verbindungen und Orden (ISBN: 9783898363266)
  22. Cover des Buches Das Gegenteil von Tod (ISBN: 9783899036701)
    Roberto Saviano

    Das Gegenteil von Tod

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe
    Wer von Roberto Saviano hört oder liest, denkt mit großer Wahrscheinlichkeit als Erstes an sein Buch über die Camorra. Dieses Hörbuch, das zwei recht kurze Geschichten beinhaltet, hat nur auf den ersten Blick nichts damit zu tun. Denn die Hintergründe sind dieselben, die zum Weiterbestehen dieser Mafiaorganisation beitragen: Armut und die beinahe fatalistische Einstellung zum Leben. "Nimm es wie es kommt und mach das Beste daraus." Kein Hinterfragen, kein Ergründen der Ursachen um diese womöglich zu beseitigen - man macht einfach das Beste daraus. Wie auch Maria, die 17jährige Verlobte von Gaetano, der mit dem Militär nach Afghanistan geschickt wurde und dort umkam. Saviano beschreibt anhand dieses Einzelschicksals, dass es für viele junge Männer im Süden keine Alternative zum Militärdienst gibt, um so zumindest eine legale Arbeit mit einem gesicherten Gehalt zu haben. Kein Wunder, dass die italienischen Soldaten in den Friedensmissionen größtenteils aus dem Süden kommen und damit auch die meisten Todesopfer 'stellen'. Soldat: die Alternative für diejenigen, die außer der Mafia keine andere haben? Doch nicht nur die jungen Männer sind die Leidtragenden. Denn Maria wird mit ihren 17 Jahren, deren Leben so verheißungsvoll vor ihr lag, eine ewige Witwe bleiben. Gefangen in den Dorftraditionen wird sie weiterhin bei ihren Elten wohnen und für den Rest ihres Lebens schwarz tragen müssen. Die zweite Geschichte berichtet davon, wie völlig Unbeteiligte zu Opfern der Mafia wurden, nur weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Aber es dennoch niemanden interessiert, wer sie getötet hat und warum und aus lauter Angst alle schweigen. Denn für die Außenstehenden ist alles klar: Wer so getötet wird, gehörte dazu - weiteres Nachfragen lohnt nicht. Heikko Deutschmann liest dies einfühlsam und mitfühlend vor, aber auch mit entsprechender Sachlichkeit. So grausam sich all dies anhört, es ist die Realität in diesem Teil des Landes. Das einzig Ärgerliche an diesem Hörbuch ist die Länge. Wohl in weiser Voraussicht wird nirgends (weder im Booklet noch beim Verlag oder sonstwo) die Dauer angezeigt. Vermutlich weil die beiden CDs gerade mal 80 min umfassen und man diese bei etwas gutem Willen auch auf eine CD hätte pressen können. Ansonsten aber hörenswert!
  23. Cover des Buches Zehn (ISBN: 9783423141093)
    Andrej Longo

    Zehn

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Eselsohren-Werner
    Zehn wuchtige kurze Erzählungen über seine Heimat Neapel hat Andrej Longo verfasst, die sich inhaltlich an die zehn Gebote anlehnen. Doch die Geschehnisse konterkarieren die Handlungsanweisungen aus dem Alten Testament. Da ist der Junge, der nichts mit der Mafia zu tun haben will, und sich zwangsläufig in die einreihen muss, als er seine Freundin nicht beschützen kann und ihm vom örtlichen Camorra-Chef geholfen wird. („Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“) Da ist der talentierte Sänger, der mit Hilfe der Mafia aufsteigt und von dieser fallengelassen wird, als er auch andere Kanäle für seine Karriere nutzen will. („Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht missbrauchen“) Da ist der Kriminelle, der damit rechnet, erschossen zu werden, und trotzdem mit seinem Sohn auf den Jahrmarkt geht. („Du sollst nicht töten“) Nicht alle Geschichten haben direkt mit der Mafia zu tun. Longo erzählt auch von einer Fernehe – der Mann arbeitet in Rom und kann nur dienstags nach Hause kommen. („Du sollst den Feiertag heiligen“) Oder von einem Mädchen, das eine Abtreibung vornehmen lässt. – Das Kind ist von ihrem Vater. („Du sollst nicht ehebrechen“) Niemand in dieser Erzählungen entkommt dem Umfeld, in dem er oder sie lebt. Dennoch wirken sie nicht pessimistisch, sondern wie eindringliche Zustandsbeschreibungen. Wer in der Zukunft einmal wissen möchte, wie es dereinst in Neapel zugegangen ist, wird es in diesem Buch finden.
  24. Cover des Buches Im Land der Mafiosi (ISBN: 9783960870050)
    Thomas Kowa

    Im Land der Mafiosi

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Frank1
    Klappentext:

    Ein humorvoller Kurzkrimi

    Eine Kreuzfahrt in italienischen Gefilden, ein Heiratsschwindler auf der Suche nach einem letzten großen Coup und zwei Frauen. Die eine schön, aber arm, die andere unermesslich reich. Wie wird er sich entscheiden? Und kann er das überhaupt noch?


    Rezension:

    Er macht eine Mittelmeer-Kreuzfahrt, doch für ihn ist das kein Urlaub. Als Heiratsschwindler muss man schließlich auch sein Geld verdienen. Das ist schwer genug, denn das Opfer seiner Wahl ist natürlich die ältliche Reiche, auch wenn die junge Frau natürlich erheblich mehr Spaß verspräche. Für Landgänge bleibt da keine Zeit, aber die wären im Land der Mafiosi ohnehin viel zu gefährlich. Denn er ist schließlich vorsichtig, sonst wäre er nie dahin gekommen, wo er jetzt ist.

    Die Abenteuer eines Heiratsschwindlers, serviert von Thomas Kowa – muss man mehr sagen? Wer die Kurzgeschichten des Autors kennt, wird natürlich sofort ahnen, dass da manches ganz anders ist, als es zunächst scheint. Selbstverständlich bleibt Kowa auch in diesem ‚Krimi‘ seinem Stil treu. Seinen Fans kann es nur recht sein.


    Fazit:

    Ein Heiratsschwindler und eine schwere Entscheidung. Für den Leser ist die Entscheidung um so einfacher: Kaufen!


    – Blick ins Buch –

    Alle meine Rezensionen auch zentral im Eisenacher Rezi-Center: www.rezicenter.blog

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