Bücher mit dem Tag "cdu"
22 Bücher
- Gudrun Pausewang
Die Wolke
(956)Aktuelle Rezension von: EllenKnorr„Jetzt werden wir nicht mehr sagen können, wir hätten von nichts gewusst.“
Ziemlich harte Lektüre. Gudrun Pausewang hat eine Erzählweise bei der man denkt man steckt mittendrin. Das Buch ist beklemmend, macht Angst und appelliert an unsere Menschlichkeit. Ich bin auch der Meinung, dass das Buch nicht als Jungendbuch gelistet werden sollte.
- Martin Sonneborn
Herr Sonneborn geht nach Brüssel
(43)Aktuelle Rezension von: BuecherbaerchenIn Vorbereitung an die anstehenden EU-Wahlen habe ich mir vorgenommen dieses und das nachfolgende Buch von Sonneborn zu lesen. Während man am Anfang oft kichern und schmunzeln muss, so schockiert ist man doch am Ende, wie der politische Alltag in Brüssel abläuft. Klüngelei, undemokratische Verhaltensweisen und Verachtung des Wählers werden hier humoristisch dargestellt, was auch bitter notwendig ist, um nicht vor Wut umzukippen.
- Robin Alexander
Die Getriebenen
(15)Aktuelle Rezension von: HoldenDie Durchtriebenen, die Umtriebigen, die Herumtreibenden, die Angetriebenen: Hinter Merkels Flüchtlingspolitik mit dem Catch phrase "Wir schaffen das" herrschte erstaunlich viel Planlosigkeit, Belauern des politischen Gegners auf ganz hohem Niveau und erstaunlich viel Improvisation. Unglaublich, wie viele Zugeständnisse man dem Autokraten Recep Tayyip Erdogan für den EU-Türkei-Deal machen wollte, daß dieser sich zunächst prowestlich verhalten wollte und sogar den Ausgleich mit Israel anstrebte, spielt insofern keine Rolle. Getrieben und häufig rachsüchtig agiert hier fast jeder, ständig versucht einer, den anderen über den Tisch zu ziehen, und mit der Einführung des Sebastian Kurz macht bereits hier ein "Fähnlein im Wind" auf sich aufmerksam. Oder sind mit den "Getriebenen" vielleicht die flüchtenden Menschen gemeint, auf deren Rücken sich hier alles abspielt?
- Peter Kohl
Hannelore Kohl
(5)Aktuelle Rezension von: Imke_BrunnDas Leben von Hannelore Kohl wird von ihrem Sohn und eienr Journalistin von Geburt bis zu ihrem Tod nachvollzogen und zeigt das Bild einer sehr starken Persönlichkeit, die vielen Schicksalsschlägen begegnet (Krieg, Flucht, Nachkriegszeit, Angriffe, Tod, Terrorangst, Krankheit) und die große Herausforderung des Lebens an der Seite von Helmut Kohl und doch mit unabhängigen Engagements meistert.
Das Buch hat berührt, auch wenn ich mir etwas weniger Fokus auf die Politik gewünscht hätte, aber das war bei einer Frau in dieser Position und auch in der Zeit, als das Buch geschrieben wurde weder möglich, noch zu erwarten.
Wer die politische Entwicklung Deutschlands einmal aus einer der Perspektive einer Frau direkt neben dem Kanzler sehen möchte, dem kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Es liest sich sehr angenehm.
- Robin Alexander
Machtverfall
(3)Aktuelle Rezension von: Zsadista„Machtverfall – HB“ ist ein Report aus der Feder des Autors Robin Alexander.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, es wurde vom Autor selbst vorgelesen.
Ich verlange von solchen Büchern, dass sie neutral, realistisch, linear und fundiert geschrieben werden. Vor allen Dingen sollten sie neutral gegenüber den Personen in dem Buch sein.
Von meinen Erwartungen wurde hier nichts, aber absolut nichts eingehalten. Es kam mir eher vor, wie ein schlechter möchte-gern Roman.
Am Anfang wurde der Punkt „linear“ schon über den Haufen geworfen. Da ging es von mitten in der Corona Pandemie, zu den Anfängen der Flüchtlingskriese, über die Wirtschaftskriese zu den Anfängen der Corona Pandemie und wieder zurück. Zeitweise wusste ich nicht, in welchem Jahr ich mich gerade befand. Für ein Hörbuch ganz schwer mitzukommen.
Den Punkt „realistisch“ kann man hier auch absolut abhaken. Oder hat der Autor Robin Alexander vielleicht eine Glaskugel, die ihm sagt, was zum Beispiel, zwischen Frau Merkel und Frau Kramp-Karrenbauer bei einem Vier-Augen-Gespräch gesagt wurde. Das Buch sprüht nur so von Gesprächen, Gedanken und Überlegungen, die wohl jeder Politiker gerne einem Autor auf die Nase binden würde ( Ironie off ). Es kam mir einfach nur hineininterpretiert und ausgedacht vor. Bis hin zu dem Brief, der im Kanzleramt rund ging, von dem die kleinen Beamten und vor allen Dingen die Bürger nichts wissen sollten. Aha, da wurde es interessant. Mich interessierte dann, was darin stand und wie der Autor an den Inhalt des Briefes gekommen sein könnte. Nein, der Autor tat das dann ab, dass auch der Autor nicht weiß, was darin stand. Boah, mega! Er weiß nicht, was darin stand? Hat die Glaskugel ihren Dienst versagt? Und warum muss man das dann erwähnen? Es gibt mit Sicherheit hunderte verschlossener Briefe, die nur für den Adressaten bestimmt sind und nicht für andere. Man bedenke seine eigene Post, ist ja auch nicht für den Nachbarn. Also, warum muss man das extra erwähnen?
Den Punkt „neutral“ gibt es erst gar nicht. Das Hörbuch geht 13 Stunden und 15 Minuten. Nach einer Stunde war mir schon klar, aus welchem politischen Lager der Autor kommen muss. Wenn man aus dem politischen Gegenlager kommt, kann man einfach keinen neutralen Report schreiben. So zeigt es sich auch hier, das kann man als neutraler Leser nicht von der Hand weisen. Ich muss dann auch sagen, als die Lobhuddelei auf eine gewisse Partei angefangen hat, habe ich das Hörbuch abgebrochen.
Zusammen mit den angeblichen Gesprächen und Gedanken wirkt das Buch einfach wie ein schlechter Roman, in dem man das Ur-Böse und seine Machenschaften darstellen will. Es wird ohne Hintergründe zu erwähnen drauf gehauen, was die Tasten hergeben. Das Printbuch müsste eigentlich doppelt so viele Seiten, wie der Text haben, um die ganzen Quellenangaben anzugeben, wo der Herr Autor das alles herhat was er zu Buche bringt.
So hat er es zum Beispiel nicht einmal nötig, einer Ärztin, die angeblich etwas sehr wichtiges herausgefunden hat, einen Namen zu geben, damit der geneigte Leser dies einmal nachprüfen könnte. Nein, die Dame bleibt anonym. Könnte man also auch einfach mal so erwähnt haben, weil es super in den Text passte. Ob es stimmt? Entweder blind glauben oder sich durch hunderte Seiten im Internet suchen.
Beispiel seiner Effekthascherei in dem Buch sind folgende Punkte. Er schiebt alles was schlecht an der Pandemie Regelung war, Frau Merkel, Frau Kramp-Karrenbauer, Herrn Laschet und/oder Herrn Söder in die Schuhe. Alles Schlechte ist auf ihrem Mist gewachsen. Wenn ich allerdings zurück denke, wurden die meisten Entscheidungen von allen Länderchefs getroffen. Und nicht nur von seinen drei liebsten Bösewichten. Frau Kramp-Karrenbauer spielt in seinem Buch ja keine große Rolle, daher nehme ich sie da mal raus. Dazu genommen, wenn man den Ausführungen des Autors einmal genau zugehört hat, sind eigentlich alle negativen Entscheidungen vom RKI und der WHO getroffen worden. Die Politiker haben sich auf ihre Berater verlassen und deren Entscheidungen weiter getragen. Was eigentlich auch ganz klar ist. Wenn mir ein Chef des Robert Koch Institutes und jemand aus der Welt Gesundheits-Organisation etwas sagt, dann halte ich mich daran und treffe keine eigenen Entscheidungen. Da ich mit der Materie wenig Ahnung habe, höre ich auf Experten. Warum also, tritt der Autor ständig auf den Entscheidungen der Politiker herum?
Jetzt könnte man dagegen stellen, das Buch geht ja auch nur um die drei/vier Personen und ihre schlechten Entscheidungen, sowie der Streit in der Partei. Aber warum also kommt dann gegen Ende dieser Lobgesang auf die Partei der Grünen und ihre Vorsitzenden? Neutral geht wirklich anders.
Kurz und gut, ich finde das Buch einfach unmöglich. Viel zu viel aus der Nase des Autors heraus gezogen, zu sehr auf die eigene politische Meinung geschrieben, durcheinander, stümperhaft, effektheischend und bösartig in eine Richtung. Wie schon erwähnt, ich mag solche Bücher, jedoch müssen sie neutral und fundiert geschrieben sein. Wenn es ginge, würde ich hier noch Punkte abziehen, was leider nicht geht und ich auch noch einen Stern vergeben muss.
- Jakob Augstein
Links oder rechts?
(7)Aktuelle Rezension von: Antonia_SalomonDas ist schon lange kein Schlagabtausch mehr, sondern das schlaffe Wiederholen von längst Gesagtem, wobei Augstein als rechthaberischer Ideologe zunehmend langweilt. - Harald Schmidt.
Mulatten in gelben Sesseln
(40)Aktuelle Rezension von: HoldenHarald Schmidts Focus-Kolumnen aus den Jahren 2004/2005 sowie sein gefaktes Tagebuch vorneweg. Man wundert sich, an wie viele Politiker und viele Aufgeregtheiten von damals man sich gar nicht mehr erinnern kann, die in den Kolumnen vorkommen. Aber ein schöner Rückblick auf einen Ausschnitt deutscher Geschichte, gewohnt ironisch/süffisant/schwarzhumorig. Deutschland als Weltbelehrer, Weltexportmeister, welt sympathischstes Land mit herausragender Aufnahmekultur.
- Heribert Schwan
Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle
(12)Aktuelle Rezension von: TanteGhostDas Streben nach Höherem und doch Mensch bleiben. Es scheint mir, Herrn Kohl ist das ganz gut gelungen.
Von Anfang an habe ich ich auf dieses Buch gefreut. Und es war so quälend weit unten auf meinem SuB. Ich glaube, deswegen habe ich in diesem Jahr auch so viele Bücher schon gelesen. es hat gezogen.
Gleich zu Anfang hatte es zwei Bilder von Heribert Schwan und Helmut Kohl. Man sah die zwei, wie sie im lockeren Gespräch saßen. - auf jeden Fall habe ich mich von Anfang an fest gelesen. Schon am ersten Abend konnte ich nicht mehr davon lassen.
Ich frage mich, was Herrn Kohl dazu bewogen hat, sich mit seiner zweiten Frau einzulassen. Diese Frau kommt in diesem Buch absolut gar nicht gut weg. Einmal mehr bin ich der Meinung, dass diese Person nur hinter dem Erbe des Herrn Kohl her war. - Also vom Inhalt her, war das Buch schon einmal mehr als interessant. Das Lesen hat Spaß gemacht.
Ich muss allerdings dazu sagen, dass es jetzt als Feierabendlektüre nicht unbedingt komplett entspannend ist. Helmut Kohl war ja nicht aus Dummland. Und deswegen sind auch die einen oder anderen Fachbegriffe gefallen. Auch in Schachtelsätzen wurde viel geschrieben. - Trotzdem habe ich es gelesen. Ich habe nicht jede Fußnote nachgelesen und auch den einen oder anderen Fachbegriff nicht verstanden. Aber im Gesamten habe ich begriffen worum es geht.
Seltsamer Weise hatte ich aber Bilder im Kopf, als ich gelesen habe. Bei einem Sachbuch recht ungewöhnlich. Aber ich habe Herrn Kohl gesehen, wie er damals leibhaftig vor mit stand, in dem Hotel, und einen Espresso bei mir bestellt hat. Deswegen hatte ich auch arge Probleme, mir vorzustellen, wie so ein sanft erscheinender Reise aufbrausend werden sollte.
Die geschwärzten Stellen im Text, haben wir unter anderem der zweiten Frau Kohl zu verdanken. Sie wirken leicht störend beim Lesen, da die Passagen mitunter ziemlich lang sind. Aber bei aufmerksamen Lesen ist es durchaus möglich, sich seinen eigenen Text da hin zu denken. - So ist weder Herrn Kohl, noch der gerade besprochenen Person, ein Gefallen getan.
Hier spreche ich ganz klar und deutlich eine Leseempfehlung aus. Für jeden, dem seine dreibändige Biografie zu viel ist, sind die Protokolle auf jeden Fall eine sehr gute Alternative.
Man lernt den Menschen Helmut Kohl etwas genauer kenne. Und ich habe mich echt gefragt, was das mit seiner 2. Frau gewesen sein soll. Liebe wohl kaum...
(Auszüge des des Textes sind auch auf meiner Website und in meinem Blog zu finden.) - Claudius Crönert
Spieler - Gegenspieler: Eine Deutsch-Deutsche Nachkriegsgeschichte
(2)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeDas Hörbuch hat mich positiv überrascht.
Der Autor und Journalist Claudius Crönert erzählt die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland anhand von 24 Porträts. Konrad Adenauer ist dabei und Helmut Schmidt, Angela Merkel und Helmut Kohl. Jedes Porträt wird erzählt in etwa 30 Minuten.1. September 2025
- Markus Feldenkirchen
Die Schulz-Story
(15)Aktuelle Rezension von: Igno2017 in Deutschland – Bundestagswahlkampf. Die SPD steckt in ihrer bis dato wohl schwersten Krise. Was sie auch macht, die Wähler rennen weg und ihre Umfragewerte fallen von einem historischen Tief ins nächste. Anfang 2017 gelingt ihr scheinbar der Coup: Martin Schulz, bislang Präsident des EU-Parlaments, soll überraschend die Kanzlerkandidatur übernehmen. Die Ankündigung ist der Startschuss für eine lange nicht mehr erlebte Euphoriewelle, die Umfragewerte steigen rasant, obwohl noch gar nichts geschehen ist. Der Bundesparteitag wählt Schulz mit dem ebenfalls historischen Ergebnis von 100%. Der Druck ist riesig. Und der Absturz wird ein tiefer sein.
Die Schulz-Story: Ein Jahr zwischen Höhenflug und Absturz ist das Ergebnis eines Jahres hautnaher Wahlkampfbegleitung durch den SPIEGEL-Journalisten Markus Feldenkirchen. Das Buch umfasst 320 Seiten und erschien 2018 bei DVA, einem Imprint von Random House. Die zugehörige SPIEGEL-Reportage wurde mit dem Nannen-Preis ausgezeichnet.
Die Schulz-Story ist ein in Deutschland bislang ziemlich einzigartiges Experiment. Martin Schulz ließ sich auf eine sehr nahe Begleitung seines gesamten Wahlkampfes durch den SPIEGEL-Journalisten Markus Feldenkirchen ein. Einzigartig ist es vor allem durch die Absprache, dass das Buch am Ende ohne Abnahme veröffentlicht würde. Damit bekam Feldenkirchen einerseits einen sehr persönlichen Einblick, andererseits die Möglichkeit ein ungeschöntes Werk zu schreiben. Martin Schulz trat einst an als Vertreter eines offenen Politikstils nahe den Menschen, das Projekt ist im Prinzip ein logischer Schritt.
Und das Projekt hat sich gelohnt, ob man Schulz oder die SPD nun mag oder nicht. Feldenkirchen berichtet detailliert über zahlreiche Stationen des Wahlkampfes, öffentliche Veranstaltungen wie Planungsmeetings. Dabei nimmt er regelmäßig eine resümierende Haltung an. Er analysiert treffsicher, wo die Ursachen für Schulz’ fortlaufendes Scheitern lagen. Wurde Schulz selber in der medialen Wahrnehmung wegen fehlender Professionalität und ähnlichem maßgeblich für das katastrophale Wahlergebnis verantwortlich gemacht, ergibt sich durch den tieferen Einblick eine wesentlich andere Perspektive. Denn neben Schulz sind es vor allem Sigmar Gabriel und die SPD-Granden selber, die die Kampagne von Anfang an auf unruhige See geschickt haben.
So ergibt sich mit der Zeit auch ein anderes Bild von Martin Schulz selber. Zahlreiche Entscheidungen, die ihm öffentlich angelastet wurden – auch weil es offensichtlich war -, stellen sich in einem anderen Licht dar. Exemplarisch, weil es im Nachhinein betrachtet persönlich wohl der drastischste Fehler war, sei da die Entscheidung, in der Neuauflage der GroKo das Außenministerium zu übernehmen. Was nach außen wie eine machtpolitische Entscheidung und ein vollkommen offensichtlicher Fehler aussah, entpuppt sich als Teil eines vielschichtigen Prozesses, den Schulz nur noch bedingt steuern konnte. Feldenkirchen offenbart einen Prozess, der mit dem Moment beginnt, in dem Schulz als Kanzlerkandidat in Frage kommt, der sich über die gesamte Zeit spannt und auf den Schulz selber erstaunlich wenig Einfluss nehmen konnte. Man könnte sagen, er geriet in eine Maschinerie, die er, obwohl er Parteivorsitzender war, kaum steuern konnte.
Insofern zeigt Die Schulz-Story auch die ganze persönliche Tragik auf, die diese Kandidatur mit sich gebracht hat. Überhaupt ist das Buch zu einem großen Teil ein sehr persönliches. Es geht tatsächlich fast so sehr um den Privatmann Martin Schulz wie um den Kanzlerkandidaten. Feldenkirchen schreibt dabei so, dass man nicht selten mit dem Kandidaten leidet. Er wird greifbarer als die erst Lichtgestalt und dann Witzfigur, als die er vor und nach der Wahl beschrieben wurde. Möglicherweise ist das Buch auch vor allem so gut geworden, weil Schulz diese ganzen Entwicklungen erleiden musste und so krachend scheiterte. Was die Tragik nur erhöht.
Im Bereich der politischen Berichterstattung ist Die Schulz-Story auf jeden Fall ein empfehlenswertes Werk. Mehr Spitzenpolitiker, die ein Politikverständnis pflegen, das solche Begleitungen möglich macht, würden dem Ansehen der Spitzenpolitik sicher einen guten Dienst erweisen.
- Hans Leyendecker
Die Korruptionsfalle
(3)Aktuelle Rezension von: HoldenLeyendecker berichtet uns aus der um sich greifenden und flächendeckenden Korruption, die vor keiner Branche und keiner Gesellschaftsschicht halt macht. An manche der ganz bekannten Fälle (zB Mannesmann-Vodafone) konnte man sich noch erinnern, nach 20 Jahren wäre eine aktualisierte Neuauflage wünschenswert. Daß in Deutschland bei diesen Zuständen überhaupt noch "was läuft"! Grotesk, was da abgelaufen ist, wie dreist und selbstüberzeugt die Betreffenden vorgegangen sind. Leider kann man keine Partei ausnehmen, auch nicht die selbst favorisierte. Irgendwie denkt man doch, daß das Ganze eher in den Großstädten und den Metropolregionen stattgefunden hat, aber die größeren Unternehmen in unserer Provinz hier (v.a. die Entsorgungsbetriebe) sieht man jetzt auch mit anderen (mißtrauischen) Augen. H.L. ist uns bei unserer Pragfahrt mit der Referendars-AG 2002 in zwei Tagen mindestens drei Mal über den Weg gelaufen. Entscheidungsträger, hört den Autor!
- Norbert Blüm
Verändert die Welt, aber zerstört sie nicht
(1)Aktuelle Rezension von: KinderbuchkisteEinsichten eines Konservativen
Ein Buch was man gelesen haben sollte!!!
Wenn ich schreibe, das es ein Buch ist, das man gelesen haben sollte, würde ich gern noch weiter gehen. Es ist ein Buch, das man nicht nur einmal gelesen haben sollte sondern immer mal wieder aus dem Regal holen sollte!!!
Norbert Blüm hat mein Leben immer irgendwie begleitet. Schon als Jugendliche war ich fasziniert von seiner Sprache.
Es ist einer bei dem man spürt, das er das Herz am rechten Fleck hat.
Ich gehöre keiner Partei an, bin so etwas wie ein Wechselwähler.
Ich betrachte Menschen als Menschen und das tut Norbert Blüm auch.
Es gibt Politiker, die scheinbar unglaublich menschenfreundlich sind. Die Presse baut sie so lange auf, macht einen Hype um sie, das man irgendwann wirklich daran glaubt. Ich selbst habe so etwas erlebt. Ein Jugendfreund meines Mannes ist ein solcher Politiker. Mein Mann hat ihn über viele Jahre begleitet. Sie sind in Urlaub gefahren haben Politik gemacht, sich unglaublich engagiert. Mein Mann hat noch mehr für diesen Menschen getan, viel mehr. Wenn wir ihn heute sehen tut dieser Mensch gleich immer wahnsinnig freundschaftlich. Doch als es darum ging, eine kulturelle städtische Einrichtung, vor der Schließung zu bewahren und ehrenamtlichem Engagement den Rücken zu stärken war dieser Menschenfreund nicht da, dabei wäre es etwas gewesen das auch seine Wähler ihm gedankt hätten.
Auch als eine Mutter ihn bat sich doch einmal wegen eines Praktikumsplatzes für ihr Kind umzuhören half er nicht, verwies ans Arbeitsamt obwohl er Gott und die Welt kennt und es mit Sicherheit ein leichtes gewesen wäre sich einmal um zu hören.
Nun könnte man sagen, der Mann kann sich nicht um alles kümmern. Ja, sicher aber für "Freunde"?
Nun schließt sich der Bogen zu diesem Buch wieder, denn Norbert Blüm, der hätte geholfen. Hätte es zumindest versucht und wenn es nur darum gegangen wäre jemanden anzurufen der weiter helfen könnte.
Ich bedauere es sehr das sich Norbert Blüm etwas aus dem Geschehen herausgezogen hat. Seine direkte Art fehlt in der politischen Landschaft.
Er liebt die Menschen und das spürt man. Er ist Mensch! Geerdet, den Menschen zugewandt und scheut sich nicht auch mal unbequem zu sein.
In seinem Buch, das ich in einem durch gelesen habe, erzählt er von Dingen die ihn bewegt haben. Von der Zeit als kleiner Junge im Krieg. Von Bombenangriffen, Freundschaften und Familie. Er erzählt von der Ausbildung, von der Zeit als Gewerkschafter und Politiker. Dabei fließen Dinge mit ein, die man leider schon längst vergessen hatte. An einiges erinnert man sich wie z:b. die Zeit des chilenischen Diktators Pinochet doch was damals genau geschah und was Norbert Blüm damit zu tun hatte, daran erinnern sich vermutlich nur noch wenige.Es ist nicht nur sehr interessant sondern auch spannend und etwas was nicht in Vergessenheit geraten sollte.
Doch Norbert Blüm blickt nicht nur weit zurück sondern berichtet auch von sehr nahen Themen. Die Flüchtling Kriese, ein Thema das ihn tief bewegt und wo er Position bezieht. So fährt er als immerhin schon 80 jähriger ( man sieht es ihm nicht an) 2016 in ein Flüchtlingslager nach Idomeni um dort eine Nacht in einem der Zelte, die auch den Flüchtlingen zur Verfügung stehen, zu übernachten.
Sicherlich nimmt man ihn noch als politischen Menschen wahr aber er fährt nicht dort hin um irgend einen Nutzen daraus zu ziehen sondern weil ihm die Menschen am Herzen liegen.
Norbert Blüm ist ein Familienmensch. Er und seine Frau sind ein Gespann, das für alle von uns Vorbild sein kann. Wenn er uns in seinen Büchern berichtet dann weil er möchte, das wir nicht vergessen. Ja, in der Tat, wir vergessen zu schnell. Es passiert so viel in der Welt und immer mehr Informationen strömen täglich auf einen ein. Man verliert manchmal den Überblick und ein Gefühl dafür was wirklich wichtig ist.
Dieser eine Satz "Verändert die Welt, aber zerstört sie nicht" ist nicht nur Warnung sondern ein Satz der wachrüttelt.
Was Norbert Blüm damit meint und wieso er warnt, das wird sehr deutlich wenn man dieses Buch liest.
Es ist ein Buch, ich sagte es ja bereits, das ich in einem durch gelesen habe, weil es so gut und fesselnd geschrieben, erzählt, ist, dass man einfach nicht aufhören mag.
Man sollte jedoch nicht den Fehler begehen es nur oberflächlich zu lesen.
Jeder Satz, jedes Wort ist wichtig.
Es gibt kein belehren, nur berichten. Jeder muss für sich selbst entscheiden was er davon aufnimmt und mit nimmt.
Ich für meinen Teil muss sagen, ich werde das Buch bestimmt noch viele weitere Male lesen.
Ein Buch gegen das Vergessen!
"Krieg, Folter, Ausbeutung, Ungerechtigkeit sind keine Wetterereignisse........
sondern von Menschen geschaffen. Also können sie auch von Menschen abgeschafft werden.
Darum geht es in diesem Buch."
Das schreibt Norbert Blüm, zu finden auf dem Cover dieses Buches
- Klaus-Dietmar Henke
Adenauers Watergate: Die Geheimoperation des BND gegen die SPD-Spitze
(1)Noch keine Rezension vorhanden - Julia Schramm
Fifty Shades of Merkel
(4)Aktuelle Rezension von: YoyomausZum Inhalt:
Angela Merkel scheint im Berliner Politikbetrieb vor allem eines zu sein: alternativlos. Die größte Stärke der "Mutti der Nation" und mächtigsten Frau der Welt ist das Arrangieren und Aushalten von Widersprüchen. Darum muss ein Buch, das ihr gerecht wird, all diese Widersprüche annehmen. In "Fifty Shades of Merkel" porträtiert Julia Schramm die Bundeskanzlerin mit allen Untiefen und Zwischentönen. Was macht für Angela Merkel Freiheit aus, was Kontrolle? Welche epochemachenden Stunden verbrachte sie in der Sauna? Welche Rolle spielen Richard Wagner und der Fußball? Und: Wie virtuos kann man eigentlich schweigen? - In 50 pointierten Betrachtungen gelingt Julia Schramm eine grandiose Annäherung an die Unnahbare und an den bundesdeutschen Zeitgeist - analytisch und humoristisch, klug und anekdotisch.
Cover:
Das Cover ist ja mal sowas von cool, das muss man schon zugeben. Wer sich mit der Politikerin Angela Merkel etwas beschäftigt hat, der hat schön öfter die „Kampfraute“, die sie immer mit den Händen macht bemerkt – auch als Zeichen der Illuminati bekannt. Zu sehen ist auf diesem Cover die typische Körperhaltung unserer derzeitigen Kanzlerin sowie ein weiteres typisches Kennzeichen. Nämlich, dass sie scheinbar nur einen Anzug besitzt, zumindest vom Schnitt her und diesen dafür aber in allen Farbnuancen, die es gibt. Absolut passend gestaltet und ein echter Blickfang!
Eigener Eindruck:
Angela Merkel. Eine Politikerin, die es ganz weit nach oben geschafft hat und so unscheinbar ist. Trotzdem ist sie eine der mächtigsten Frauen der Welt. Über sie und ihr Leben ist kaum etwas bekannt und das was bekannt ist, das ist doch recht dürftig. Doch wer ist Angela Merkel überhaupt? Wie ist sie zu der Person geworden, die sie ist? Wie ist sie zur Politik gekommen? Was hat sie in ihren Jugendjahren bewegt? Wie war es als Westkind in der DDR zu leben? Was bewegt sie bei ihren politischen Entscheidungen? In 50 Kapiteln betrachtet die Autorin Julia Schramm die Kanzlerin und gibt erstaunliche Einblicke.
Ich bin lange um dieses Büchlein herum geschlichen, um ehrlich zu sein. Wollte ich wirklich etwas über die Kanzlerin lesen, die mit ihren Entscheidungen öfter oder weniger oft meine Zustimmung bekommt? Doch ich wollte, denn ich war neugierig, wer die Person Angela Merkel ist. Einfach betrachtet, ganz ohne Vorurteile, so wie es in der Inhaltsangabe versprochen wird. Doch so einfach ist es dann doch nicht gewesen. So ein bisschen wurde ihre Art zu leben und zu entscheiden dann doch ausgewertet, wenn auch die Autorin immer wieder versucht hat unparteiisch (Wortwitz) zu bleiben. Sieht man von dieser Tatsache ab, dann bekommt man hier aber ein ganz solide recherchiertes Werk rund um die Kanzlerin. Es war für mich interessant ihre familiären und biografischen Hintergründe zu erfahren und auch die eine oder andere Begebenheit zu lesen, bei der sich die Kanzlerin doch auch einmal rebellisch verhalten hat, auch wenn der Hauptteil ihres Lebens sehr durchdacht und durchstrukturiert liest. Man beginnt ihre Beweggründe zu verstehen, aber auch zu hinterfragen. Das ist an sich nicht schlecht gemacht. Aber leider ist das Buch vor allem auch eines, nämlich in seiner Schreibweise sehr trocken, wenn auch sehr detailliert. Ich bin ehrlicherweise so oft über diesem Buch eingeschlafen, dass ich dachte, dass ich es nie beenden werde. Schlussendlich habe ich es mir immer wieder in Portionen von Kapitel zu Kapitel einteilen müssen, um es zu schaffen. Mal hat es sich besser, dann wieder zäher gelesen, was ich wirklich schade fand. Auch, dass die Kanzlerin an manchen Stellen doch von der Autorin nicht kritisiert, sondern eher verteidigt wurde, fand ich dann auch ein bisschen schade, wurde doch erst versprochen, dass es ein neutrales Buch sein sollte. Aber das ist auch Ansichtssache. Fakt ist, dass man dieses Büchlein durchaus einmal gelesen haben kann, vor allem, weil unsere Kanzlerin bei vielen Diskussionen immer ein top aktuelles Thema ist.
Fazit:
Interessante und detaillierte Aspekte zu der Person Angela Merkel. Wer sich für unsere derzeitige Kanzlerin und ihr Leben interessiert, der könnte hiermit richtig glücklich werden.
3 von 5 Sterne
Daten:
ISBN: 9783455504101
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Fester Einband
Umfang: 240 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe
Erscheinungsdatum: 10.03.2016
- Miriam Hollstein
Miss Tschörmänie
(5)Aktuelle Rezension von: HoldenEin Biographiecomic über die erste deutsche Kanzlerin, überraschend tiefschürfend, so daß auch Randfiguren (sorry!) wie Eva Christiansen und Ronald Pofalla vorkommen. Die Lebensgeschichte DER Bundeskanzlerin bis ins Jahr 2009, als das Buch erschienen ist, vielleicht als Kontrastprogramm zu Merkels gerade erschienener Autobiographie "Freiheit", die angeblich wenig Neues und wenige tiefere Einblicke gewährt. Den besoffenen Sturz in den Swimmingpool findet man hier leider vergeblich, ansonsten kann man feststellen, wie A.M. sich Schritt für Schritt weiter nach vorne in der Politik geschoben hat, dabei ständig unterschätzt wurde und sich doch durchsetzen konnte, als sie in wichtigen Momenten ihrer Karriere Härte zeigte. Und es kommen wirklich alle Personen und Ereignisse vor, die für die Kanzlerin und für die CDU von Bedeutung waren, anders als man vielleicht vor Lesen des Buches erwartet hätte.
- Henning Venske
Lallbacken
(2)Aktuelle Rezension von: HoldenUnd ob man so was noch sagen darf! Venske stellt die Dummschwätzer und Windbeutel in der deutschen Politik und der Wirtschaft bloß, so intensiv geschrieben, daß man nur einige Seiten "auf mal" lesen kann. Lallbacke folgt auf Lallbacke, Inkompetenz folgt Ahnungslosigkeit, und auch die Partei der eigenen Präferenz geht nicht ungeschoren daraus hervor. Wunderbar "auf links" geschrieben, keiner der "deutschen Anführer" kann sich noch herausreden, man habe nichts gewußt. Wie sähe eine Neuauflage aus mit AFDlern und Friedrich Merz? Man kann es nur erahnen, lesen würde man es schon gerne.
- Till Reiners
Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen
(4)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Ich bin nur mittelmäßig begeistert von dieser Geschichte. Die Botschaft dahinter ist klar. Dennoch finde ich die Geschichte reichlich unrealistisch, denn es gibt wohl kaum einen Menschen, der vor absolut gar nichts Angst hat. So eine Sichtweise finde ich ein bisschen zu übertrieben und würde mir die Geschichte daher nicht nochmal durchlesen wollen. Es gibt deutlich realistischere Werke, die in die ähnliche Richtung gehen.
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