Bücher mit dem Tag "challenge: niveau 2015"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "challenge: niveau 2015" gekennzeichnet haben.

39 Bücher

  1. Cover des Buches Eine Rose für Putin (ISBN: 9783827012630)
    Thomas Wendrich

    Eine Rose für Putin

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Während auf einem Parkplatz alle gespannt dem Tennisfieber verfallen, verschwindet aus einem Auto ein kleines Mädchen. Die Spuren führen bis nach Weißrussland, doch trotz genauer Recherche kommt die Lösung nicht ans Licht.

    20 Jahre später: Der Drehbuchautor Johann Stadt zieht sich mit dem Regisseur M. in ein abgelegenes Ferienhaus zurück, um diesen Entführungsfall einem Drehbuch zugrunde zu legen. Die beiden schreiben die Geschichte ähnlich dem ursprünglichen Verbrechen nur in die Gegenwart versetzt – und nun beginnen die Zeitzonen zu verschwimmen, der Unterschied zwischen Fiktion und Realität nur schwer auszumachen. Während des Schreibens passieren immer wieder eigenartige Szenen, bei denen man als Leser nicht genau weiß, ob diese nun der Realität entsprechen oder nur im Drehbuch vorkommen. Was hat es mich dem Kampf mit einem Schwan auf sich? Ist die Postbotin nun wirklich tot und wie kommt es, dass Putins Revolver auftaucht?

    „Findest du einen Nagel in der Wand, so nutze ihn! Mir ist, als suchte ich ein Leben lang nach Nägeln. In der Wand. Aber da sind nicht einmal Wände.“

    Die Sprache ist flüssig und facettenreich, wechselt zwischen anspruchsvollen Passagen und humorvollen Dialogen. Das Buch ist auf alle Fälle spannend, so dass man unbedingt Seite um Seite weiterlesen möchte. Doch oftmals denkt man, dass man nun einen Teil ergründet hat und plötzlich kommt eine schräge Wendung, die wieder verwirrt.

    „Mit Manipulationen sät man, denke ich, was man Tage, Wochen, Jahre später ernten will. M. liebt die Ergebnisse, aber direkt, und zwingt die Zeit regelmäßig unters Joch, nur um noch schneller recht zu haben.“

    Für mich war dieses Buch eine große Herausforderung und ließ mich nach der letzten Seite verwirrt zurück. Erst nach und nach ordnet man seine Gedanken und macht sich hierzu sein eigenes Bild.

    Ein ungewöhnliches Leseerlebnis, auf das man sich einlassen muss.

  2. Cover des Buches Butcher's Crossing (ISBN: 9783423145183)
    John Williams

    Butcher's Crossing

     (104)
    Aktuelle Rezension von: notaboo

    Unglaublich spannend und doch gemütlich zu lesen - ein richtiges Outdoor-Erlebnis

  3. Cover des Buches Judas (ISBN: 9783518466704)
    Amos Oz

    Judas

     (54)
    Aktuelle Rezension von: gerda_badischl

    Über den Inhalt haben andere Rezensenten schon genug geschrieben. Ich möchte euch gerne erzählen, wie es mir beim Lesen gegangen ist:


    Die ersten zwei Drittel des Buches waren zäh.

    Trockene und viel zu genaue Beschreibungen eines langweiligen Alltags. (a la: "er tat Zahnpasta auf die Zahnbürste, dann putze er zuerst die Zähne oben links, dann oben rechts, innen putze er etwas ungenauer, weil da kam er mit der Zahnbürste nicht so gut hin, ..." das ist KEIN ZITAT, sondern selbst erfunden, und soll nur mein Gefühl beim Lesen wiedergeben!) 

    Abwechselnd mit Dialogen, die wie Vorträge klingen. Hier ein zufällig aufgeschlagenes Zitat aus einem Gespräch zweier Hauptpersonen:     

    "... Thomas Mann hat an irgendeiner Stelle geschrieben, Hass sei nichts anderes als Liebe, die man mit einem Minuszeichen versehen hat. Das Ausmaß des Hasses ist ein Beweis dafür, dass Liebe dem Hass gleicht, denn in der Eifersucht mischen sich Liebe und Hass. Im Hohelied, im gleichen Abschnitt, wird uns gesagt, die Liebe ist stark wie der Tod und ihr Eifer ist fest wie die Hölle. Ataljas Vater hat geglaubt, Juden und Araber wären dazu geschaffen, einander zu lieben, würde man nur das Missverständnis zwischen ihnen beseitigen. ...

    - übrigens ein recht schönes Zitat, das ich hier zufällig erwischt habe, ich schreibe für euch auch noch ab, wie es weitergeht: "...Zwischen Juden und Arabern gibt es kein Missverständnis, es hat nie ein Missverständnis gegeben. Im Gegenteil. Seit Jahrzehnten besteht zwischen ihnen ein vollkommenes Verständnis: Die einheimischen Araber hängen an diesem Land, weil es ihr einziges ist, sie haben kein anderes, und wir hängen an diesem Land aus genau den gleichen Gründen. Sie wissen, dass wir nie darauf verzichten können, und wir wissen, dass sie nie verzichten werden. Das gegenseitige Verstehen ist also völlig klar. Es gibt kein Missverständnis zwischen uns und hat es nie gegeben."

    Man sieht: schreiben kann er ja gut, der Herr Oz, aber die Romanhandlung schien mir anfangs mehr ein Vorwand zu sein, um ein paar Geschichte-Lektionen gut zu verpacken.


    Und dann - im letzten Drittel, oder vielleicht sogar erst im letzten Viertel - ist etwas mit mir passiert:

    Die Beschreibung eines Zimmers...

    Seitenlang...

     Und ich hab noch daran gedacht, wie langweilig mir die Lektüre ist, als ich plötzlich 

    ... das Zimmer GEROCHEN habe

    ... und das Sofa unter mir GESPÜRT 

    ... und plötzlich WAR ich in diesem Haus in Jerusalem!

    Ich kann verstehen, warum dieses Buch von manchen Rezensenten fünf Sterne bekommt. In der richtigen Stimmung gelesen, mit viel Ruhe und ohne große Erwartungen, dass etwas passiert, kann man diesen unglaublichen Sprung in eine andere Welt machen. Die Frage ist nur, ob es beim Zweitlesen leichter und schneller gehen wird. Ich werde es vorläufig noch nicht probieren. Aber vielleicht ... einmal in der Zukunft?


    Fazit: gute 3 Sterne - eventuell korrigiere ich meine Wertung beim Zweitlesen noch nach oben.


    off topic: Ich habe das auch schon bei anderen Büchern erlebt, dass aus Drei-Sterne-Büchern beim zweiten Lesen glatte Fünfer wurden. Aber selten. Eigentlich nur einmal. Buchtipp: https://www.lovelybooks.de/autor/Max-Frisch/Homo-faber-265111788-w/ 

  4. Cover des Buches Widerrechtliche Inbesitznahme (ISBN: 9783442714551)
    Lena Andersson

    Widerrechtliche Inbesitznahme

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Obst4

    Schlussendlich geht es in dem Buch durchweg das Ester  in Hugo verliebt ist, der aber die Liebe nicht so erwidert wie Ester es sich wünscht.
    Dennoch ist der Schreibstil so seltsam fesselnd das man das Buch nicht beiseite legen kann obwohl die Geschichte völlig banal ist. Ich glaube man kann es immer wieder lesen

  5. Cover des Buches Ein Diktator zum Dessert (ISBN: 9783328100607)
    Franz-Olivier Giesbert

    Ein Diktator zum Dessert

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Jessica-buchmoment

    Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, habe ich eigentlich einen Unterhaltungsroman erwartet. Stattdessen geht es in dem Buch, bzw. in den Teilen des Buches, in denen Rose ihre Memoiren schreibt, doch eher um ernstere Themen. Allen voran der Judenverfolgung im zweiten Weltkrieg.

    Dennoch sind im Buch auch viele Stellen, die den Leser schmunzeln lassen. Auf mich hatte aber genau das dann die Wirkung, dass ich mich oft beim Lesen gefragt habe, ob der Roman nun betroffen über ein ernstes Thema berichten möchte oder ob er den Leser unterhalten möchte und alles doch eher satirisch gemeint ist. Der Schreibstil ist insgesamt auf eine unterhaltende Art geschrieben. Leider stört mich genau das an diesem Buch. Diese satirische Art und die ernsten Themen, das passt einfach nicht zusammen.

    Grundsätzlich finde ich die Idee einer 105 Jahre alten Dame, die mit der Zeit geht und sich gerne einmal selbst verteidigt, super. Da hätte der Autor aber einen passenderen Inhalt zu schreiben können. Es kam mir teilweise vor, als würde ich zwei verschiedene Bücher lesen. Beide für sich wirklich gut, aber in Kombination leider nicht.

  6. Cover des Buches Kennen Sie diesen Mann? (ISBN: 9783442756162)
    Carl Frode Tiller

    Kennen Sie diesen Mann?

     (24)
    Aktuelle Rezension von: suppenfee

    David hat sein Gedächtnis verloren und versucht nun herauszufinden, wer er wirklich ist. Wie er tickt und wie er bisher gelebt hat. Seine Freunde Jon und Silje schreiben ihm. Die drei waren als Jugendliche oft zusammen unterwegs. Auch sein Stiefvater Pfarrer Arvid meldet sich und schildert David, wie er ihn damals erlebt hat.

    Kenne ich David nach den Briefen seiner Freunde und Verwandten nun? Ich habe nicht das Gefühl. Sie hingegen kenne ich nun relativ gut, glaube ich. Der Klappentext hat mich ein wenig in die Irre geführt. Bis zuletzt habe ich darauf gewartet, dass David nun auch einmal zu Wort kommt, doch man lernt ihn nur aus den Augen der anderen kennen und muss sich seinen David selbst erschaffen. Die drei Protagonisten schildern in Briefen, wie sie den Jungen damals kennengelernt haben. Alle geben neue Einblicke, jeder hat David in der Beziehung zu sich selbst sehr subjektiv erlebt und so unterscheiden sich die Bilder von ihm natürlich auch. Man kann also nie mit Bestimmtheit sagen, wie David nun war. Doch diese Erfahrung ist auch mal sehr interessant und ich war durchweg gefesselt und oft auch sehr berührt.

    Der Autor gibt jedem seiner Erzähler eine individuelle Note. Die Briefe lassen sich alle relativ leicht lesen und haben einen recht harmonischen Schreibstil. Doch man erfährt auch immer aus den jetzigen Leben der Schreiber und hier unterscheiden sich die Stile dann sehr deutlich, was das Lesen mal mehr und mal weniger angenehm macht.

    Jon ist mit Leib und Seele Musiker, aber irgendwie in dem kleinen Nest seiner Heimat hängengeblieben und er leidet unter den Ansichten von Mutter und Bruder. Ständig geraten sie aneinander. Sowieso scheint Jon zu den meisten Leuten keine gute Beziehung zu hegen. Er ist zu pessimistisch, zu negativ in seinen Ansichten. In seinem Text fehlen gerne mal Pronomen oder Füllwörter, als würden sie das Leben noch deprimierender machen.

    Arvid habe ich als einen sehr sympathischen, wenn auch missverstandenen Menschen kennengelernt. Er ist Pfarrer, jetzt schwer krank und sehr alt, doch er hat gerne die Vaterrolle für David übernommen. Er wollte den Jungen unterstützen wo es nur ging, doch David hat diese Liebe nie so recht erwidert. Arvids Passagen waren für mich am schönsten zu lesen. Sie sind sehr bildhaft und wirken rund und warm, auch wenn er sich ärgert.

    Auf Silje war ich durch die Beschreibungen der Vorgänger am meisten gespannt. Sie war damals eine sehr schillernde und einnehmende Persönlichkeit. Ein aufgewecktes Mädchen. Doch auch sie wird von Jon und Arvid sehr unterschiedlich wahrgenommen. Offenbar macht hier der Blick eines Erwachsenen sehr viel aus. Im Heute ist Silje erschöpft und ihre Ehe droht zu zerbrechen. Plötzlich konnte ich ihre Worte genauso wenig nachvollziehen wie ihr Mann. Und obwohl mich ihre Geschichte so interessiert hat, haben mir ihre Passagen in der Gegenwart am wenigsten gefallen. Sie waren unheimlich schwer zu verfolgen. Keine wörtliche Rede mehr, lange und wirre Sätze und viele Wiederholungen, als hätte Silje selbst Persönlichkeitsstörungen entwickelt.

    Insgesamt kein leichter, aber dafür durchaus lesenswerter und tiefgründiger Roman, doch es braucht etwas Geduld, um sich darauf einzulassen.

  7. Cover des Buches Die gute Erde (ISBN: 9783423144377)
    Pearl S. Buck

    Die gute Erde

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Es ist nur ein kleines Stück Land, das Wang Lung bewirtschaftet, und von dessen Ertrag er und sein alter Vater leben. Als seine Zeit zu heiraten gekommen ist, kann sich der Vater für ihn nur die unansehnliche OLan, die bisher als Sklavin bei der reichen Familie Hwang gedient hat, leisten. Doch O-Lan ist tüchtig und packt mit an, so dass die junge Familie bald neues Land dazu kaufen kann. Drei Kinder haben sie, als die große Dürre im Land ausbricht und die hungernde Familie in den Süden ziehen muss, wo sie sich durch Betteln und Hilfsarbeiten über Wasser halten. Eine Rückkehr in die Heimat ist aus Geldmangel nicht möglich, bis es ihnen gelingt, auf unehrenhafte Weise während der Wirren des Bürgerkrieges  eine große Menge Schmuck, Edelsteine und Gold zu erbeuten. Sie kehren zurück und kaufen der inzwischen verarmten Familie Hwang ihr Land ab. Wang Lung ist nun Großgrundbesitzer und seine Ehe längst schon freudlos, als ihm O-Lan noch Zwillinge gebiert. Das Schicksal nimmt seinen Lauf als Wang Lung sich entschließt, das Mädchen Lotus aus dem Freudenhaus als Zweitfrau ins Haus zu holen … 

    Die US-amerikanische Schriftstellerin Pearl S. Buck lebte vom 26.6.1892 bis 6.3.1973. Sie wuchs in China auf, studierte in Amerika und kehrte 1914 nach China zurück, wo sie den Missionar John Lossing Buck kennen lernte und 1918 heiratete. 1920 gebar sie Tochter Carol und adoptierte 1925 das Mädchen Janice. 1929 trennte sie sich von ihrem Ehemann und ging in die USA zurück, wo sie für immer blieb. Nach ihrer Scheidung 1935 heiratete sie den Verleger Richard J. Walsh. Bereits 1932 erhielt sie für ihren Roman „Die gute Erde“ den Pulitzer-Preis, 1938 wurde sie für ihre Gesamtwerke mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 

    Ohne politische Hintergründe aufzugreifen schildert die Autorin das bäuerliche Leben in China vor der Revolution. Sie bedient sich dabei einer sehr distanzierten Sprache, effektheischende Höhepunkte sucht man vergebens. Erdverbundenheit, der Kampf ums Überleben, alte Traditionen und dabei authentisch herausgearbeitete Figuren bestimmen das Geschehen. Der Kontrast zwischen arm und reich, die Gier zu besitzen und das Streben nach Reichtum und Ansehen, sind weitere Merkmale der Geschichte. Mit Hochachtung vor der chinesischen Kultur veranschaulicht uns die Autorin die alten Traditionen. Wir erfahren von der Versklavung der Frauen, vom Verkauf der Töchter und vom Bandagieren der Mädchenfüße, aber auch von der Hochachtung gegenüber dem Alter, der Hilfsbereitschaft innerhalb der Verwandtschaft und lernen die Bräuche bei Hochzeiten und Todesfällen kennen. In dem Protagonisten Wang Lung lernen wir einen Mann kennen, der es vom armen Bauern zum achtbaren Patriarchen bringt, was seinen Charaktereigenschaften nicht unbedingt förderlich ist. 

    Fazit: Ein Klassiker der Weltliteratur, eine interessante Lebensgeschichte, sehr lesenswert. 

  8. Cover des Buches Zeiden, im Januar (ISBN: 9783803132680)
    Ursula Ackrill

    Zeiden, im Januar

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Corsicana
    Eine sehr interessante, anspruchsvolle Sprache, die ein wenig "altmodisch" wirkt, eben die Sprache, die die Rumänien-Deutschen gesprochen haben oder sogar noch sprechen. Sprache entwickelt sich bei Auswanderern eben anders. Man kann dies auch bei Herta Müller erleben. Und wie bei Herta Müller (auch Rumäniendeutsche) auch hier eine eher traurige, depressive Grundstimmung im Buch. 
    Zeiden im Januar wird nicht chronologisch erzählt sondern in vielen vielen Zeitwechseln und als Mosaik, dass der Leser selbst zusammensetzen muss.Das macht die Lektüre für den Leser schwierig. Der rote Faden ist ein Tag im Januar, dieser dient immer wieder als Ausgangspunkt für Rückblicke. Kein Buch für den Strand, kein Buch für Zwischendurch sondern für ein langes Wochenende im Winter. Dieses Buch muss man aufmerksam lesen und in Ruhe, sonst verliert man leicht den Überblick. Sprachlich und von der Komplexität her sicher 4 Sterne, das ist mein bisheriger Eindruck. Wobei mir bisher das Winterwochenende Zeit fehlt, um das Buch zu Ende zu lesen.
  9. Cover des Buches Der Scheiterhaufen (ISBN: 9783518424988)
    György Dragomán

    Der Scheiterhaufen

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Himmelfarb
    "Der Scheiterhaufen" von György Dragoman überwältigt den Leser, lässt ihn erschöpft, aber begeistert zurück. Man klappt den Roman zu und weiß, dass man etwas gelernt hat. Das ist, besonders in diesen Tagen, sehr wertvoll. Dragomans Roman erzählt uns etwas über Europa, über die Welt, über uns. Was ist gut, was ist böse? Was ist richtig, was ist falsch? Die Heldin dieses komplexen Werks ist die 13 jährige Emma, ein Waisenkind, welches eines Tages von seiner Großmutter aus dem Heim geholt wird, in dem es seit dem Unfalltod der Eltern lebt. Die Großmutter nimmt Emma mit in ihre Stadt und ganz langsam beginnt das Mädchen die Geheimnisse der Vergangenheit zu enträtseln. Mystisch geht es zu in Dragomans Geschichte, märchenhaft und grausam. Alte Rechnungen eines untergegangenen Regimes müssen bezahlt werden und wer damals auf der richtigen Seite war, ist heute auf der falschen. Politisch ist dieses Buch aktueller denn je. Muss man für seine politischen Überzeugungen bezahlen? Und kann Schuld jemals getilgt werden? Emma wird mit der Vergangenheit ihrer Eltern und Großeltern konfrontiert, ja, muss dafür büßen. Befreien kann sie sich nur selbst. "Der Scheiterhaufen" steht symbolisch für die Dinge, die man hinter sich lassen muss, um gestärkt aus der Asche aufzusteigen. So gesehen ist Dragomans großer Roman ein Monolith der europäischen Literatur!
  10. Cover des Buches Fokus (ISBN: 9783596905935)
    Arthur Miller

    Fokus

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Rabiata
    Ich finde es erschreckend, wie zeitlos und aktuell der Roman ist.

    Auch wenn er in den USA zur Zeit des 2. Weltkrieges spielt, ist der Handlungsort eigentlich nebensächlich. Alltags-Rassismus ist leider noch viel zu verbreitet, weswegen ich dieses Buch zu den wichtigen Romanen unserer Zeit zähle.

    Ich hatte bisher noch gar nicht von diesem Buch gehört. In der Schule haben wir dieses Thema damals nicht durchgenommen. Klar, der 2. Weltkrieg und was damit zusammen hängt war etwa 4 Jahre lang Hauptthema in allen Fächern, von Deutsch über Geschichte bis zur Religion. Aber der Schwerpunkt lag auf der deutschen Geschichte und unserer Verantwortung zu diesem Thema. (Zumindest gefühlt war das so. Und nach dem 2. Weltkrieg brach die Geschichtsschreibung ab.) :=)

    Auf jeden Fall war das Buch keine leichte Lektüre. Ich fand den Schreibstil etwas steif, was aber sehr zur Art des Protagonisten passt. Mir haben die Kapitel aus der Sicht des Süßwarenladen-Besitzers Finkelstein gefallen. Auch der Wechsel und die Entwicklung, die Newman in seinen Ansichten und Überzeugungen nach und nach durchlebt, finde ich gut. Selbst Nachdenken finde ich wirklich essentiell wichtig.

    Alles in allem ein gutes Buch, dass nicht an Aktualität eingebüßt hat.

  11. Cover des Buches Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong (ISBN: 9783421046710)
    Jia Mai

    Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die Familie Rong bringt seit Generationen erfolgreiche Salzhändler hervor. Doch dann mach Großmutter Rong im ausgehenden 19. Jahrhundert einen Fehler: Sie sendet ihren Enkel Rong Zilai ins Ausland, damit er dort die Kunst der Traumdeutung erlernen kann. Stattdessen studiert der junge Mann allerdings Mathematik und nach seiner Rückkehr in die Heimat eröffnet er eine Universität.

    Die kommenden Generationen der Rongs widmen sich vermehrt dem Studium, und sie bringen dabei einige geniale Köpfe hervor. Einer von ihnen ist Rong Jinzhen, der mit seinem übergroßen Kopf in der Schule Getuschel hervorruft, sich allerdings bereits als Junge auf dem Feld der Mathematik behauptet und bereits kurze Zeit später an der Uni seines Vorfahren Mathematik studiert.

    Zu Zeiten des Kalten Krieges werden Regierungsorgane schnell auf den brillianten Mathematiker aufmerksam und Rong Jinzhen wird Kryptoanalytiker, der eine kometenhafte Karriere hinlegt. Doch sein Talent wird ihm zum Verhängnis – glücklich wird er nicht.

    Mai Jia gilt als Begründer der chinesischen Spionageliteratur, aber mit einem chinesischen James Bond wartet er nicht auf. Dafür ist dieses Buch viel zu leise und langsam. Alleine die Tatsache, dass der Erzähler zunächst genüssslich die Familiengeschichte der Rongs ausbreitet und dem Leser so Gelegenheit gibt, nicht nur Rong Jinzhen sondern auch die vorangegangenen drei Generationen kennenzulernen, ist ungewöhnlich für ein Buch aus diesem Genre.

    Verfolgungsjagden, Schusswechsel und Männer in Trenchcoats haben keinen Platz in diesem Roman. Ob Rong Jinzhen den wichtigen Code knackt, der als nicht zu knacken gilt, spielt eine weniger wichtige Rolle als die geistigen Anstrenungen, die ihn dies kosten. Anders als bei James Bond ist dieses Spionage-Leben nicht glamourös; es ist einsam und anstrengend und es macht Rong Jinzhen fertig.

    Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong wird aus Sicht eines Journalisten erzählt, der sich daran macht, der Geschichte des Spionagegenies Jinzhen auf den Grund zu gehen. So unterbricht er seinen Erzählfluss in regelmäßigen Abständen für Auszüge aus Interviews, die er mit Zeitgenossen und Weggefährten Jinzhens geführt hat. In einem “Anhang” bietet ein Exzerpt aus Jinzhens Notizbuch dem Leser Einblicke in das Innenleben dieses Charakters, der bis dahin verschlossen und unnahbar wirkt. Gekonnt rundet Mai Jia so seine Hauptfigur und vermeidet es so, sich Jinzhen nur oberflächlich zu nähern.

    Dieser Roman braucht geduldige Leser, die willens sind, bis zum Schluss die Figur und Geschichte des Rong Jinzhen puzzlegleich zusammenzusetzen. Belohnt werden sie mit einem Leseerlebnis, das subtil Spannung aufbaut und ein kleines bisschen Schwermut schafft.

    www.lesemanie.com
  12. Cover des Buches Praterveilchen (ISBN: 9783455405316)
    Christopher Isherwood

    Praterveilchen

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Nespavanje

    Praterveilchen ist, so wie viele Romane von Christopher Isherwood, biografisch gefärbt. Der Schriftsteller und Berthold Viertel arbeiteten gemeinsam als Drehbuchautor und Regisseur beim Film „Little Friends“, basierend auf einem Roman von Ernst Lothar. Alleine wegen dieser biografischen Basis lohnt es sich diesen Roman zu lesen. Zeit seines Lebens hat sich der Schriftsteller von seinem literarischen Ich distanziert, wenn er sagt, dass auch wenn er in diesen Erzählungen seinen eigenen Namen verwendet, es den Leser nicht zur Annahme berechtigt, dass diese Seiten rein autobiografisch, oder seine Figuren exakt ehrabscheindende Porträts lebender Menschen seien. Christopher Isherwood ist hier nicht mehr al eine zweckdienliche Bauchrednerpuppe.

    Isherwood behandelt in Praterveilchen zwei wesentliche Themen. Neben dem Film ist es der Nationalsozialismus. Hier sind es vor allem die Figuren, die verschiedene Perspektiven und Ansichten zu Wort bringen. Ähnlich also schon wie auch in den zu den „The Berlin Stories“ gehörenden Romanen „Mr. Norris steigt um“ und „Leb wohl, Berlin“. Auch wenn dieser Roman nun nicht zu meinen liebsten gehört, ist es doch ein sehr gutes Werk von Isherwood. Wer sich dem Leben von Christopher Isherwood nähern möchte, dem kann ich Peter Parkers Biografie „Isherwood wärmstens empfehlen. Leider zurzeit nur antiquarisch und auf Englisch erhältlich.


  13. Cover des Buches Null bis unendlich (ISBN: 9783499270598)
    Lena Gorelik

    Null bis unendlich

     (18)
    Aktuelle Rezension von: schokoloko29

    Viele schrieben ja in der Rezension, dass die Protagonisten überhaupt gar nicht sich lieben würden.

    Doch ich sehe das anders. Diese Menschen sind überzeugte Einzelgänger mit ihren persönlichen Wunden und auch mit der gewissen Angst vor Intimität und Nähe. Doch zusammen kommen sie aus ihrer Komfortzone heraus. Sie können im Laufe der Zeit Gefühle äußern und Gefühle zulassen und sie stehen lassen. Sie halten nichts von Floskeln und das Zerreden von Gefühlen. Dadurch wird aufgrund der Thematik (die Frau stirbt am Ende an Krebs) nicht kitschig, pathetisch oder rührselig.

     Auch diese selbstzerstörerischen Tendenzen von Sanela wurden sehr gut beschrieben. Dies macht natürlich sie als Person nicht gerade sympatisch.

    Liebe bedeutet, nach meiner Ansicht, ein kurzes Gedächtnis gegenüber den Verletzungen des anderen zu haben und für ein ander einstehen, wenn die Kacke am dampfen ist. Und diese Fähigkeiten zeigen beide Menschen. 

    Alles in allem fand ich diese Geschichte sehr lesenswert, sie hat mich sehr berührt und ich konnte mich in alle drei Personen sehr gut hinein versetzen.

    Ein Must- read.

    Nur diese Episode, wo Sanela und Nils, während des Bosnienkrieges zu dem Grabmal zu ihrem Vater fuhren empfand ich als unwahrscheinlich. Daher einen Stern Abzug!

  14. Cover des Buches Der Löwensucher (ISBN: 9783257243697)
    Kenneth Bonert

    Der Löwensucher

     (18)
    Aktuelle Rezension von: PetiteBelle
    Der Löwensucher hat mich ziemlich lange beschäftigt, nicht zuletzt wegen seiner ausladenden Seitenanzahl. Auch danach habe ich lange überlegt, wie viel Sterne ich vergeben möchte.

    Ich lese gerne Erzählungen und Geschichten über jüdische Familien. Das war auch der Grund dafür, dass ich dieses Buch gekauft habe. Die Geschichte rund um Isaacs Familie hat mich interessiert und hat mich dazu bewegt weiter und weiter zu lesen. Welches Leid wurde seiner Mutter zugefügt? Was sind die Beweggründe für das Verhalten seines Vaters gewesen? Können sie die restliche Familie nach Südafrika holen? Alles Rund um seine Familie, hat mich gepackt.
    Auch das Setting fand ich sehr interessant. Ich hatte mich davor noch nie großartig mit Südafrika beschäftigt und war über die geschichtlichen Ereignisse sehr erstaunt.

    Leider habe ich immer wieder die Übersicht über die Ereignisse verloren. Manchmal wusste ich gar nicht mehr, in welcher Situation ich aufgehört hatte zu lesen. Die Geschichte hat mich zunehmend weniger interessiert. Und das Schlimmste, die Hauptfigur Isaac ist mir über das gesamte Buch hinweg nicht sympathischer geworden.

    Was mir jedoch gut gefallen hat, war der Schreibstil von Kenneth Bonert. Das Buch hat sich, wenn man von den Geschichtssträngen mal absieht, flüssig und gut lesen lassen. Er hat sehr schöne sprachliche Bilder benutzt und obwohl es oftmals rau und brutal zu geht, eine Sprache gefunden es angemessen auszudrücken.
  15. Cover des Buches Der begrabene Riese (ISBN: 9783896677006)
    Kazuo Ishiguro

    Der begrabene Riese

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Leserstimme

    Angefangen hat diese Story in einem britischen Dorf im 5. Jahrhundert. Unruhige Zeiten zwischen Britanniern und Sachsen. Beatrice und Axl, das spürt man zu Anfang, hängen im Nebel des Vergessens und falscher Erinnerungen fest. Schon etwas ältlich, beschließen sie aufzubrechen und auf eine schwere Reise zum Dorf ihres Sohnes zu gehen. Unterwegs begegnen Sie Wistan, Edwin und dem Ritter Gawain, die jeweils mit ihren eigenen verblassten Erinnerungen kämpfen und auf ihrer eigenen Mission sind. Diese seltsame Truppe schlägt sich zusammen durch, scheinen aber jeweils Geheimnisse in sich zu tragen, die bei einer Offenbarung schreckliches hervorrufen könnte. Eine geheimnisvolle, fantastische Geschichte, leicht zu lesen, aber mit Schwächen.

  16. Cover des Buches Das bessere Leben (ISBN: 9783596187423)
    Ulrich Peltzer

    Das bessere Leben

     (12)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    In einer kapitalistischen Welt laufen die Geschäfte auch nicht immer rund. In einer solchen Welt können die wirtschaftlichen Grundlagen von Einzelpersonen mal ins Wanken geraten. Möglicherweise gibt es dann Hilfsangebote von anderen, doch ist es ratsam diese anzunehmen? Vielleicht geht es genau um diese Frage bei der Begegnung von Jochen Brockmann mit Sylvester Lee Fleming. Lee steht für den amerikanischen General - nicht dass es zu Verwechslungen kommt. 


    Was macht ein gutes Buch aus? Mit Freude und Erwartung begibt man sich an die Lektüre dieses hochdekorierten und hochgelobten Autors. Schließlich hat man gerade unter den Preisverdächtigen schon häufiger besonders herausragende Werke gefunden, die interessante Themen in fesselnden Worten bearbeitet haben. Die vielleicht einen anderen Blickwinkel dargestellt haben oder ein Thema besser erklärten als es ein trockenes Sachbuch vermöchte. Dann meint man, seinen Horizont erweitert zu haben und dabei noch etwas gelernt zu haben. Wenn dann das Ganze noch in eine packende Story gekleidet ist, was will man mehr. Manchmal ist es jedoch leider so, dass gerade wenn die Kritik mit Lob überschüttet, der einfache Leser etwas ratlos wird. Was ist denn dann das Thema eines Buches? Wo ist denn die berauschende Sprache? Wieso hat man über Seiten die Absätze vergessen? Wo ist die Geschichte, die interessieren könnte? Bestimmt hat sich der Autor viele Gedanken gemacht, lange an seinen Sätzen gefeilt und mit besten Gewissen die Ansicht vertreten, dass dieses das Beste ist, mit genau den Worten ausgedrückt, die er gewählt hat und auch wählen wollte. Doch leider hilft auch die herausragendste Besprechung der Feuilletons nicht, wenn eine Geschichte am Leser vorbeigeht. Die besten Bücher sollten doch die sein, die sowohl Kritiker als auch Leser begeistern. Zwar kann man vielleicht sagen, wenn das nicht klappt, ist einfach der Leser zu dumm. Was aber, wenn dieser sich durchaus durch so manche Klassiker oder Werke von Nobelpreisträgern mit Begeisterung gelesen hat und gerade hier entnervt anfängt quer zu lesen? Eine abschließende Entscheidung kann von einem Einzelnen sicher nicht getroffen werden. Dieser Einzelne muss hier aber sagen, für mich war es nichts.

  17. Cover des Buches Das Vermächtnis der Göttinnen (ISBN: 9783421046307)
    Kateřina Tučková

    Das Vermächtnis der Göttinnen

     (8)
    Aktuelle Rezension von: MariWo

    Dora, die Letzte eines uralten Heilerinnengeschlechts, macht sich auf, das tradierte Wissen mit rationalen Mitteln zu erforschen. Als die Archive der Staatsicherheit geöffnet werden, begreift Dora, dass ihre Tante Surmena, wie auch die anderen Göttinen, als regimefeindlich verfolgt wurden. Bei ihren Recherchen deckt sie ein dramatisches Familiengeheimnis auf.

    Die Aufdeckung des Familiengeheimnisses, ist spannend zu lesen. Die Handlung ist interessant aber auch schockierend. 

    Was mich an dem Buch aber gestört hat, sind die unzähligen Berichte der Staatssicherheit, die den Roman durchziehen. Der Lesefluss wurde jedesmal unterbrochen. Das war für mich einfach zu viel des Guten.

  18. Cover des Buches Alles zählt (ISBN: 9783596036271)
    Verena Lueken

    Alles zählt

     (13)
    Aktuelle Rezension von: GAIA

    In ihrem stark autobiografischen Roman begibt sich Verena Lueken zurück nach New York, dem Ort, der ihre innere Heimat beherbergt. Ohne viel Pathos aber mit vielen (pop-)kulturellen und literarischen Querverweisen beschreibt die Autorin die Überwindung eines dritten Lungenkrebsausbruchs. Gemeinsam mit der Protagonisten, welche keinen Namen trägt, die wir nur als "sie" kennenlernen, streift die Leserin durch einen überhitzten New Yorker Sommer, erfährt Gedanken zum Sterben und über bereits Verstorbene aus dem Leben der Protagonistin.

    Diese Erzählung liest sich nicht immer - eigentlich erst zum Ende hin -  einfach. Dies mag nicht nur am bleischweren Inhalt liegen, sondern auch an der personalen Erzählperspektive über "sie". Denn gerade, wenn "sie" über die Beziehung zu ihrer verstorbenen Mutter sinniert, wird es oft schwer, auseinander zu halten, welche Gedanken, Sätze und Gefühle nun zu "ihr" der Protagonistin oder zu "ihr" der Mutter gehören. Auch die genutzten Abkürzungen von Vornamen wichtiger Personen aus dem sozialen Umfeld, reduziert auf einen Buchstaben, macht ein Verstehen der komplizierten Familienverhältnisse schwerer, als es sein müsste. Hat man sich dort hindurch gearbeitet, arbeitet man sich gemeinsam mit der Protagonistin durch die strapaziöse Schmerztherapie. Diese gibt die Autorin sehr gut wieder und es verstärkt sich der Eindruck, dass diese Erzählung ohne den autobiografischen Hintergrund so nicht hätte entstehen können. Vor allem der dritte Teil des Romans mit einer Begegnung in Myanmar gibt ihm ein sowohl inhaltliches wie auch stilistisch leichteres Ende.

    Insgesamt handelt es sich um eine nicht immer leichte, aber solide Geschichte über das Sterben und dann doch Überleben. Wer sich dafür interessiert, wird hier sicherlich eine interessante und anspruchsvolle Lektüre finden. Für Einsteiger scheint mir der Roman nicht geeignet. Man braucht Zeit dafür trotz knapper 200 Seiten, aber diese lohnt sich. Und wie die Autorin selbst im Buch schreibt: "Sterbebücher neigen dazu, kurz zu sein. Die meisten Schriftsteller fangen spät damit an, da wird die Zeit, sie zu schreiben, oft knapp. ... Tote schreiben keine Bücher, und so war es ihr recht, mit den Sterbenden so nah es ging an diesen Augenblick im Leben aller Menschen heranzurücken. In der Vorstellung und in Gedanken." Dies tun wir mit dem vorliegenden Buch ebenso.


  19. Cover des Buches Das geteilte Haus (ISBN: 9783423134170)
    Pearl S. Buck

    Das geteilte Haus

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Sikal

    Während sich die ersten beiden Teile rund um die Wangs mit dem Großvater und der Elterngeneration befassten, erzählt nun der dritte Teil der Familiengeschichte das Leben der Enkel – mit all seinen Höhen und Tiefen.

    Der Haupterzählstrang befasst sich mit Wang Yuan, dem Sohn des Tigers. Sein Vater versuchte ihn ebenso zu einem Kriegsherrn zu machen, wie er es in seiner Jugend war – doch Yuan ist anders und das kann der Vater nicht hinnehmen. Er erzeugt Druck und droht Yuan, besteht sogar auf sein Recht , eine Frau für ihn auswählen zu dürfen (diese könnte der Vater auch ohne Anwesenheit des Sohnes mit ihm verheiraten), doch er erreicht nur, dass Yuan sich von ihm abwendet und Zuflucht bei einem anderen Familienstrang sucht.

    Als Leser erfährt man nun auch von den Änderungen Chinas durch die Revolution, vom Aufstreben der Städte und vom Verherrlichen der westlichen Einflüsse. Auch das Verbot des Füße schnüren und die neue Selbstsicherheit der Frauen wird zum Thema. Yuan genießt zwar sämtliche Annehmlichkeiten, die sich aus dem Wandel ergeben, mit der Lockerung der Moralvorstellung kann er sich dennoch nicht anfreunden. Hier kann er seine Generation nicht verstehen und sehnt sich mehr nach Beständigkeit und Vertrauen. Früh muss er lernen, dass ihn sein Weg in eine gefährliche Richtung lenkte, wo er gerade mal so mit dem Leben davonkommt, flüchten muss und nun einige Jahre in Amerika verbringt. Trotzdem Yuan dort alles daran setzt zu studieren und zu lernen, um irgendwann seinen eigenen Grund und Boden bestellen zu können, lässt ihn die ganze Zeit die Sehnsucht nach seiner Heimat nicht los. Er hofft natürlich auch, die richtige Frau dafür zu finden, denn eine Ausländerin käme für ihn nie in Frage.

    Der dritte Teil der Trilogie gefällt mir nun inhaltlich wieder besser als der zweite Band. Hier gibt es wieder viel Abwechslung, Veränderungen und Interessantes rund um die Wangs und ihrem China zu erfahren. Im Grunde genommen, ist auch die junge Generation zielstrebig und ehrgeizig, ähnlich der Großelterngeneration. Und doch ist es anders: Während die „Alten“ ruhig und zäh ihren Weg bestritten, das Ziel im Kopf gespeichert war, sind die „Jungen“ so begeistert, dass sie nicht umhin können, darüber zu philosophieren und Verbündete für ihren Weg zu finden.

    „Idealismus und Enthusiasmus sind nicht dasselbe. Enthusiasmus kann bloß körperlich sein – die Jugend und die Kraft des Körpers machen das Gemüt froh. Aber der Idealismus kann weiterleben, wenngleich der Körper alt ist oder gebrochen, denn die innerste Wesenheit der Seele ist es, die ihn hat.“

    Der Schreibstil ist auch hier – analog dem zweiten Band – schwierig, mit vielen Schachtelsätzen und oft ungewohnten Ausdrücken. Hier denke ich jedoch, dass es von der Übersetzung her rührt, denn mit dem ersten Band hatte ich keinerlei Probleme.

    Auf jeden Fall ist die Trilogie von Pearl S. Buck lesenswert für jeden, der sich für China interessiert. Sie erzählt in ihren Romanen keine dramatischen Geschichten, sondern über den Alltag und das Leben der Bevölkerung, schafft es hier die Unterschiede zwischen arm und reich genauso herauszuarbeiten wie zwischen Stadt und Land.

  20. Cover des Buches Das Gift (ISBN: 9783518425039)
    Samanta Schweblin

    Das Gift

     (4)
    Aktuelle Rezension von: SteffiWausL

    Nachdem ich so nachhaltig begeistert war von „Hundert Augen“, habe ich mir noch zwei weitere Bücher von Samanta Schwein gekauft: „Sieben leere Häuser“ und „Das Gift“.

    Über „Sieben leere Häuser“ habe ich ja schon kurz in meinem letzten Beitrag berichtet.


    Hier soll es nun über „Das Gift“ eine kurze Rezension geben:

    Es ist das merkwürdigste Buch, das ich je gelesen habe. Ob das gut oder schlecht ist, kann ich gar nicht sagen…


    Die Handlung: Amanda macht mit ihrer kleinen Tochter Nina Urlaub im Ferienhaus von Carla und dessen Sohn David. Carla erzählt Amanda, dass David vor ein paar Jahren eine Vergiftung erlitt, an der er beinahe gestorben wäre, wenn sie nicht mit ihm zum grünen Haus gegangen wäre, in dem eine Heilerin lebt, die eine Transmigration vornimmt, bei der ein Teil von Davids Seele in einen anderen Körper übergeht, um so auch das Gift zu verteilen. Seitdem ist er nicht mehr der Sohn, den sie mal hatte.

    Es kommt dann auch zu einer Vergiftung von Amanda und Nina…

    Mehr will und kann ich zur Handlung an dieser Stelle nicht sagen.

    So viel hab ich vom Buch verstanden.

    Am Ende sind mehr Fragen geblieben, als Antworten:


    Was möchte die Autorin zwischen den Zeilen sagen? Ist es ein Buch über bedingungslose Mutterliebe? Wofür steht das Gift sinnbildlich? Welche Rolle spielen die Männer / Väter eigentlich? Sie werden zwischendurch erwähnt und bilden dann aber den Abschluss der Geschichte. Auf diesen Abschluss wird mit einem großen Spannungsbogen hingearbeitet, aber dann…?! Ratlosigkeit auf meiner Seite! Was hat das Ende zu bedeuten?


  21. Cover des Buches Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte (ISBN: 9783328101420)
    Salman Rushdie

    Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Belladonna

    Beschreibung

    Die Dschinnya-Prinzessin Dunia hat sich dafür entschieden das Märchenland Peristan zu verlassen und ihr Glück auf der Erde zu suchen. Dort verliebte sie sich in den Philosophen Ibn Rushd mit dem sie viele Kinder zeugte, die sich dann über die ganze Welt verstreuten. Obwohl sich Ibn Rushd von Dunia abwandte, besuchte sie ihn nach seinem Tod und sein Geist begann zu erwachen.

    Während Ibn Rushds Geist mit seinem schärfsten Kontrahenten, dem tiefgläubigen Ghazali im Streit liegt, beginnt auf der Erde ein Kampf zwischen den bösen Dschinn und der Menschheit. Die Existenz der ganzen Welt steht auf dem Spiel und Dunia beschließt sich im Kampf gegen die zerstörerischsten aller Dschinn auf die Seite der Menschen und die Seite ihrer Kinder zu stellen.

    Meine Meinung

    Der Roman „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“ hat mich direkt angesprochen, und da ich über den Autor Salman Rushdie bisher nur gutes gehört hatte, habe ich mich auch sehr darauf gefreut.

    "Argumente selbst sind ja ein Werkzeug, mit dem man den Geist schärfen kann, das schärfste aller Werkzeuge, geboren aus Liebe zur Weisheit, mit anderen Worten: zur Philosophie." (Seite 29)

    Die Geschichte über das Geschlecht der Dschinn und Dschinnya/Dschinniri (weibl.) hat mir auch ausgesprochen gut gefallen. Ebenso die Art und Weise wie Salman Rushdie diese märchenhafte Welt mit unserer realen Welt verbindet. Dazu hat er die Dschinnya-Prinzessin Dunia auserwählt, die sich in einen Philosophen verliebt, eine Liebe die viele Kinder (ja sogar ein ganzes Geschlecht) hervorbringt und sich somit über die Jahre als Duniazat über die ganze Welt verbreitet. Die Idee solch eine tiefgehende Liebe zwischen Dschinn und Menschen als Bindeglied zu verwenden fand ich sehr romantisch und passte einfach.

    Der Einstieg in die Geschichte zu „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“ hat mir ausgesprochen gut gefallen. Man lernt die verschiedenen Charaktere und das Wesen der Dschinn näher kennen. Auch als sich die Geschichte immer mehr zu verzweigen beginnt und immer mehr Figuren und Schicksale eingeflochten werden, hatte ich immer noch meinen Spaß an der Story. Es wird dann auch recht schnell ein Punkt erreicht, ab dem es ganz schön wild durcheinander geht. Um den Überblick doch noch zu bewahren muss man sich wirklich gut konzentrieren.

    Normalerweise mag ich es durch die Verknüpfung zahlreicher Handlungsstränge eine komplexe Einsicht in die Geschichte zu erhalten. Leider muss ich sagen, dass mich Salman Rushdie nach einer Weile verloren hat. Ich habe es vermisst einen Bezug zu den einzelnen Charakteren aufbauen zu können, denn sie bleiben farblos und ich spürte nicht die geringste Nähe zu ihnen. Wirklich sehr schade, da ich sehr gerne mit den speziellen und einzigartigen Protagonisten mitgefühlt hätte.

    Salman Rushdies Roman lässt mich zwiegespalten zurück. Zum einen mochte ich den Aufbau und die Idee hinter der Geschichte, den Krieg zwischen der Welt des Glaubens und der Vernunft. Auch der gekonnte Mix aus orientalischem Märchen aus 1001 Nacht und Realität sowie die schöne Sprache des Schriftstellers haben mir ausgesprochen gut gefallen. Leider konnten mich jedoch die Protagonisten und deren Schicksale nicht so mitreisen wie ich es mir gewünscht hätte, und die verschiedenen Handlungsstränge wurden für meinen Geschmack etwas zu wild durchgemixt, so dass es irgendwann schwer wurde den Anschluss nicht zu verlieren.

    Fazit

    Phantastisches trifft auf Realität. Vernunft trifft auf Glauben. Eine sprachgewaltige Geschichte die mich leider nicht vollkommen mitreisen konnte.

    ---------------------------------------------------------

    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 21.05.2017
  22. Cover des Buches Die Liebe zur Freiheit hat uns hierher geführt (ISBN: 9783896675484)
    Gunnar Ardelius

    Die Liebe zur Freiheit hat uns hierher geführt

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Corsicana
    Ende der 60er Jahre kommt eine schwedische Familie nach Liberia. Der Vater hat dort in einer schwedischen Bergbaufirma eine Stelle als Personalchef angeboten bekommen. Seine Frau und sein 16 jähriger Sohn kommen notgedrungen mit. Aber es wird keine spannende und schöne neue Erfahrung. Denn im Grunde genommen ist die Familie zerrüttet, alle drei kommen mit ihren Problemen im Gepäck nach Afrika - und können dort nicht ankommen und sich dort nicht wohlfühlen.

    Der Vater wirkt seltsam haltlos und energielos - trotz seiner beruflichen Karriere. Vor kurzem hatte sich sein Vater umgebracht, Darunter leidet er. Und er wollte nach Afrika, weil er sich "nach dieser Finsternis" sehnt.

    Die Ehefrau ist  wahlweise planlos, hysterisch oder depressiv. Sie ist chronisch unentschlossen, denn "nach jeder Entscheidung, die sie im Leben getroffen hatte, immer ein bisschen weniger von ihr übrig geblieben war". Sie trauert ihrem Liebhaber in Schweden hinterher, der sie vor kurzem verlassen hat. Und dies alles betäubt sie mit Tabletten. Mit den Einheimischen kommt sie gar nicht klar - und sie bemüht sich auch nicht darum - sie kreist nur um sich selbst.

    Am normalsten wirkt noch der Sohn Marten, Er vermisst seine in Schweden zurückgelassene Freundin und ist  ansonsten auf dem Jugendlicher-Rebellen-Weg. Und so interessiert er sich als einziger für die Einheimischen und für deren Probleme - und kämpft damit auf Seiten der Minenarbeiter - und beschwört damit eine Katastrophe herauf....

    Irgendwie hat mich dieses Buch nicht packen können. Die Protagonisten waren mir all zu unsympathisch - bis auf den Sohn,
    der ein ganz normaler Jugendlicher zu sein schien. Etwas rebellisch - aber natürlich konnte er die Folgen seiner Handlungen noch nicht einschätzen.

    Was mich jedoch beeindruckt hat, war der Einblick in die Geschichte Liberias. "Die Liebe zur Freiheit hat uns hierher geführt" ist das Motto Liberias. Der Staat wurde quasi von Amerikanern gegründet, die hierhin Tausende ihrer freigelassenen Sklaven verschifften. Ob als Geste der Wiedergutmachung oder eher weil man diese Menschen nicht als freie Bürger im eigenen Land haben wollte?

    Jedenfalls führten sich diese freigelassenen Sklaven dann gegenüber der einheimischen Bevölkerung als neue Sklavenhalter auf. 



    Liberia war zwar nie Kolonie - aber "Freiheit" gab es auch nie. Statt Kolonialherren kamen später ausländische Firmen, die das Erz abbauten und die Wirtschaft bestimmten. Und danach ein langer und blutiger Bürgerkrieg - der begann jedoch erst Ende der 80er Jahre.

    Daher ist dieses Buch durchaus relevant als Zeugnis von Kolonialismus und Neo-Kolonialismus und  es wird aufgezeigt, dass Gewalt und Unterdrückung nur zu neuer Gewalt und weiterer Unterdrückung führen. 

    Fazit: Geschichtlich interessant, sprachlich gut geschrieben. Aber düster und mit komplett haltlosen Protagonisten. Für mich persönlich eher eine Enttäuschung.






  23. Cover des Buches Fieber am Morgen (ISBN: 9783455002102)
    Péter Gárdos

    Fieber am Morgen

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    In dieser herzerwärmenden Geschichte, erzählt Péter Gárdos die Geschichte seiner Eltern. Es ist 1945. Miklós ist dem Krieg gerade so entkommen und befindet sich als Ungar in einem schwedischen Krankenhaus. Er hat Tuberkulose und die Ärzte räumen ihm nur noch etwa 6 Monate Lebenszeit ein. Doch Miklós, der das Konzentrationslager überlebte und dadurch seine gesamten Zähne verlor, will heiraten. Er schreibt Briefe an junge Ungarinnen, die sich ebenfalls in Schweden aufhalten. Doch nur mit einer behält er das Briefeschreiben bei: Lili.

    Miklós ist ein Dichter, ein Schreiber, ein Wortkünstler und Lili verfällt ihm nach und nach. Natürlich verschweigt er ihr seinen Gesundheitszustand und den Zustand seiner Zähne – denn sein Gebiss glänzt silbrig und verscheucht eher, als dass es anzieht. Die beiden wollen sich besuchen, doch Miklós' Arzt ist dagegen und auch Lilis eine Freundin stellt sich den beiden in den Weg. Unermüdlich arbeiten die jung Verliebten daran sich sehen und heiraten zu können.

    Als Leser bangt man mit den beiden und ist betrübt über die vielen Ereignisse in den beiden „Auffanglagern“. Man wünscht sich so sehr, dass die beiden sich sehen können, dass es ein gutes Ende nimmt. Und obwohl man weiß, dass Péter geboren worden sein muss, kann man sich nicht vorstellen, wie die beiden je zusammenkommen. Sie schweigen verständlicherweise über die Geschehnisse im Krieg. Erzählen sich alles, nur nichts darüber. Lili spricht nur immer wieder über ihre Mutter und ihr Heimweh. Beide wollen zurück nach Ungarn. Dort sind sie zu Hause und obwohl nicht mehr viel Ihrer Heimat übrig ist, ist es verständlich, dass man zurück möchte, wenn man gewaltsam entfernt wurde.

    Eine schöne Geschichte, leicht poetisch und noch dazu basierend auf einer wahren Geschichte, 3,5 Sterne für diese Lebens- und Liebesgeschichte.

  24. Cover des Buches Das Paradies des Doktor Caspari (ISBN: 9783552057449)
    Andrea Grill

    Das Paradies des Doktor Caspari

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Dr. Caspari hat eine Leidenschaft, eine fast ausgestorbene Falterart, die Calyptra Lachryphagus, kein prächtiger, sondern eher ein unscheinbaren Schmetterling.  Mit einem Stipendium kommt er auf eine exotische Tropen-Insel um die letzten dieser Art zu suchen. Jahre vergehen, immer tiefer gräbt er sich in den Tropenwald, bis er einige Raupen findet. Mühevoll gelingt es ihm Falter zum Schlüpfen zu bringen, denn er hat ihr geheimnisvolle Nähr-quelle entdeckt: menschliche Tränen.

    Doch die Beschaffung ist mühsam, Beerdigungen gibt es wenig, auch seine Putzfrau kann er nicht jedes Mal zum Weinen bringen, sein ganzes Trachten ist auf die Falter und ihre Nahrung gerichtet. Im Lauf der Zeit hat er einige Freunde gefunden, da ist Heinrich - ein geheimnisvoller Europäer, der ihn generös nach Auslaufen des Stipendiums finanziell unterstützt. Der Besitzer der Tankstelle, Mr. Pants, ist ebenfalls ein Freund und Ratgeber und natürlich Mrs. Banerjee, seine Putzfrau, die viel mehr kann, als Caspari denkt.

    Obwohl wie ein Bericht gegliedert: Caspari beschreibt seine Suche, die Schwierigkeiten, die wissenschaftliche Arbeit, ist die Sprache des Buches  poetisch. Es gibt wunderbare Beschreibungen der Insel, der Menschen, der Stimmungen. Aber nun kommt der Knackpunkt, ich habe keinen Zugang ge-funden. Seite um Seite habe ich gehofft, dass der Funke überspringt, aber vergeblich. Auch den Schluss fand ich bemüht.

    Ich hoffe aber, dass das schön gestaltete Buch Leser findet, denen der Zugang zu diesem Roman besser gelingt.

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