Bücher mit dem Tag "charles darwin"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "charles darwin" gekennzeichnet haben.

55 Bücher

  1. Cover des Buches Origin (ISBN: 9783431039993)
    Dan Brown

    Origin

     (563)
    Aktuelle Rezension von: Cora_Jeffries

    Dan Brown hat es mal wieder geschafft, mich mit diesem Buch zu fesseln. Die ersten Seiten waren ein bisschen langatmig, aber dann geht alles Schlag auf Schlag.

    Der Harvard Professor wird mit einem Headset zu seinem Führer Winston durchs Museum begleitet, bis er wieder an seine körperlichen Grenzen, der Klaustrophobie, stößt. Abgelegen von den anderen Besuchern trifft er auf seinen ehemaligen Studenten Edmond Kirsch. Dies ist aber nicht das erste Treffen seither. Gelegentlich haben sie sich getroffen, über Kunst und so weiter gesprochen.

    Kirsch hat eine Entdeckung gemacht, die die komplette Menschheit auf den Kopf stellen wird. Nur zur Wahrheitsverkündung kam es nicht. Nun liegt es in Robert Langdons Hand, das Rätsel zu lösen. An seiner Seite sind Ambra, die zukünftige Königin Spaniens, und Winston. Sie werden verfolgt und so beginnt der Wettlauf der Zeit.

    Im Buch kommen wieder schöne Gebäude vor. Was mir hier ein bisschen gefehlt hat, waren bildliche Darstellungen. Ab und zu musste ich das Buch zur Seite legen, damit ich mir vorstellen kann, wo genau sich Robert und Co. befanden.

    Die Spannung wurde wie immer langsam aufgebaut und auf einem Niveau gehalten, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann!

  2. Cover des Buches Die Schlange von Essex (ISBN: 9783847900306)
    Sarah Perry

    Die Schlange von Essex

     (140)
    Aktuelle Rezension von: katis_readings

    Eine verwitwete Frau, ein verhaltensauffälliger Sohn und eine sehr treue und loyale Haushälterin - diese drei zieht es nach dem Tod ihres Mannes an den Küstenort Aldwinter. Lang genug hat sie die Ketten der Ehe ertragen und ist nun Willens ihren eigenen Interessen, der Naturwissenschaft ,nachzugehen. Denn,Cora Seaborne ist, für damalige Verhältnisse, keine gewöhnliche denkende Frau.

    Was Cora noch nicht weiß? In Aldwinter treibt eine geheimnisvolle Schlange ihr Unwesen. Mysteriöse Phänomene werden zur Tagesordnung und scheuchen die sowieso schon leicht abergläubigen Bewohner auf. Der Pfarrer des Dorfes plädiert an den Glauben und die göttliche Kraft. Cora hingegen, eine Vertreterin der Wissenschaft, kommt mit den Ansichten des Pfarrers nicht überrein. Diskusionen und tiefsinnige Gespräche sind vorprogrammiert. Doch trotz aller Meinungsverschiedenheiten fühlen die beiden eine Verbindung.

    Diese Begegnung, gepaart mit dem Verlust ihres Mannes und dann ist da auch noch ein unbekanntes Wesen....Wo soll das nur hinführen?

    Nicht nur die Atmospähre des 19Jh. und des englischen Landlebens werden hier großgeschrieben, nein, auch die Charakteristik dieses Jahrhunderts hat hat die Autorin wunderbar in Szene gesetzt:

    Die Aufklärung der Aberglaubens durch die aufflammende Wissenschaft.

    Umdenken und Umstrukturierung seitens der Politik.

    All dies hat die Autorin in diesem Roman aufgegriffen und auf wunderbare natürliche Art und Weise mit einfließen lassen. Dieses Buch ist demnach nicht nur ein äußerst bildgebender roman, nein, hier lernt man auch noch etwas über die Geschichte. Solche Aspekte liebe an Büchern. Was auch und vor allem herausstach, war die Gegenüberstellung von Aberglauben und Wissenschaft durch die Charaktere. Tolle und auch tiefsinnige Diskussionen.

    Für mich, die sowieso schon eine Faszination für diese Zeit hat, ein toller Roman.

    Da werden definitiv noch Bücher von Sarah Perry folgen. Spätestens mit 'Malmoth' im Herbst.

  3. Cover des Buches Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur (ISBN: 9783570102060)
    Andrea Wulf

    Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Elisabeth_Rettelbach

    Ich liebe historische Reise- und Wissenschaftsbeschreibungen ohnehin sehr, und hier hat mich auch der lebendige Schreibstil mitgerissen. Das Werk befasst sich mit interdisziplinärem und universalem Weltwissen, das die Jahrhunderte überdauert: Philosophie, Geschichte, Naturwissenschaft, Kunst, Soziologie … Auch machte Humboldt damals schon auf beginnende Umweltzerstörung aufmerksam und kritisierte den Kolonialismus und seine Auswirkungen auf Mensch und Natur durch Ausbeutung. Natürlich lässt sich nicht verhehlen, dass auch er selbst zwangsläufig ein europäischer Eindringling auf dem südamerikanischen Kontinent war und aus heutiger Sicht mit Sicherheit Ausbeutung betrieben hat – allein schon das Sammeln von Pflanzen und Tieren etc. Dennoch schien er für die damalige Zeit umsichtig vorzugehen und wirklich vor allem Wissensdurst stillen wollen, nicht sich selbst bereichern. Ein herrliches Buch, das ich Nächte durchgelesen habe. Sehr zu empfehlen.

  4. Cover des Buches Wallace (ISBN: 9783895611322)
    Anselm Oelze

    Wallace

     (39)
    Aktuelle Rezension von: ysmn

    Anselm Oelzes Roman “Wallace” zeichnet das Leben von Alfred Russel Wallace nach, dem ewig Zweiten, dem, der nie als Entdecker der Evolutionstheorie in die Geschichte eingegangen ist. Dabei hat Wallace zur selben Zeit wie Darwin ganz ähnliche Überlegungen zur natürlichen Selektion und zur Entstehung von neuen Arten gemacht. Doch Darwin kommt ihm zuvor, veröffentlicht seine Schriften zuerst und sichert sich so einen Platz in der Geschichte. 

    Der Roman verleiht Wallace eine Stimme. Er nimmt den Leser mit auf Wallaces Expeditionen in den Regenwald Brasiliens, wo er unermüdlich tausende Käfer und Schmetterlinge sammelt, die ihm die Anerkennung und die Aufmerksamkeit seiner englischen Zeitgenossen zu versprechen scheinen. Doch bei seiner Rückreise nach England fängt das Schiff Feuer und Wallaces kostbare Ladung versinkt im Meer. 

    Wallace verzagt nicht, macht sich auf die Reise nach Malaysia, entdeckt dort die Trennlinie der Arten zwischen der asiatischen und australischen Region und schreibt Darwin von seinen Überlegungen über die Entstehung neuer Arten.

    Anselm Oelze hat einen Roman über das Glück geschrieben, über das Schicksal und seine Wendungen, über das Selbstbewusstsein, den Mut und den Glauben an sich selbst, über Sieger und Verlierer und über Geschichte und Geschichtsschreibung. Er verleiht einer historischen Figur eine Form und Stimme, die es verdient hat, wahrgenommen zu werden. Der Roman setzt Wallace ein wohlverdientes Denkmal, erkämpft ihm nachträglich einen Platz in der Geschichte und macht ihn einem breiten Publikum vertraut. 

    Ein lesenswertes Buch, das es nicht zu verpassen gilt!

  5. Cover des Buches Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen (ISBN: 9783446241657)
    Jacqueline Kelly

    Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Nadezhda

    Die Geschichte von Calpurnia Tate hat mir sehr gut gefallen, da sie auf ruhige und kindgerechte Weise das Leben und die leider meist recht einseitigen Perspektiven eines Mädchens im ländlichen Texas des Jahres 1899 zeigt und somit einen schönen Gegenpol zu den aktuell oft sehr rasant erzählten und fantasylastigen Kinderbüchern darstellt. Calpurnia findet Magie ganz woanders: Im Laboratorium ihres Großvaters, unterm Mikroskop, in der Lektüre von Darwins skandalösen Schriften, beim leidenschaftlichen Beobachten der Natur... Nur bedauerlicherweise nicht im Produzieren von Stricksocken, Mustertüchern und Apfelkuchen, wie ihre Mutter es gern sähe. Auch ihr Vater und ihre sechs Brüder beäugen Calpurnias spezielle Interessen mit einigem Argwohn und versuchen immer mal wieder, sie an den ihr zugedachten Platz in der Gesellschaft zu lotsen.

    Wie die naturwissenschaftlich interessierte Elfdreivierteljährige mit den Ansprüchen ihrer Familie und der damaligen Gesellschaft hadert und es schließlich schafft, sich von ihnen zu lösen, ist feinfühlig und anschaulich erzählt. So kann heutigen Kindern ohne pädagogischen Zeigefinger klarwerden, dass Chancengleichheit im Blick auf Bildung und selbstbestimmte Lebensentwürfe einst hart erkämpft wurde und auch im 21. Jahrhundert noch nicht immer eine Selbstverständlichkeit darstellt. Und sie bekommen vielleicht ebenfalls Lust, das Leben in einem Wassertropfen vergrößert auf einem Objektträger zu betrachten oder sich die Grashüpfer und Zaunwinden beim nächsten Besuch einer Wiese genauer anzugucken.

    Besonders hervorheben möchte ich noch das wunderschöne Cover der deutschen Ausgabe, das mich ein bisschen an Albrecht Dürers Wiesenausschnitte, aber noch viel mehr an die Krabbelviehzeug-Zeichnungen von Maria Sibylla Merian erinnert.

    Der Verlag empfiehlt die Altersspanne 12-14 Jahre; ich würde eher 10-12 Jahre vorschlagen. Aber auch für mich als Erwachsene war das Buch angenehm zu lesen und ich freue mich schon sehr auf den 2. Band, den ich mir nach der Lektüre des 1. Bandes direkt auf den Reader gezogen habe.

  6. Cover des Buches Das Wesen der Dinge und der Liebe (ISBN: 9783833309892)
    Elizabeth Gilbert

    Das Wesen der Dinge und der Liebe

     (127)
    Aktuelle Rezension von: elisaking

    Dieser Roman war ein Zufallsfund – und was für einer. Ich habe ihn als Hardcover aus eine Bücherkiste gezogen, hatte keine großen Erwartungen und habe ihn dann geradezu verschlungen. Einzig ein ziemlich großer Zeitsprung hat zunächst etwas irritiert – andererseits hätte die Autorin sonst auch unmöglich alles in zwei Buchdeckeln unterbringen können. Unterm Strich ein großartiges Leseerlebnis und eine fantastische Zeitreise ins 19. Jahrhundert. Kopfkino!  

  7. Cover des Buches Angst (ISBN: 9783453437135)
    Robert Harris

    Angst

     (116)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    Alexander Hoffmann ist ein brillanter Physiker, ein von ihm entwickelter Algorithmus erwirtschaftet mit dem von ihm gegründeten Hedgefond überdurchschnittliche Renditen.

    Hoffmann hat alles und noch mehr, doch dann bekommt er ein Buch - und innerhalb eines Tages ändert sich alles.

    Robert Harris hat einen packenden Thriller geschaffen, Schritt für Schritt steigert sich die Spannung - und was auch passiert, immer wieder weisen die Spuren auf Hoffmann - hat er in einem schizophrenen Wahn selbst das Unheil losgetreten oder hat sein "Kind", ein selbstlernender Algorithmus die Zügel übernommen und steuert nicht nur Hoffmanns Leben sondern Teile der Weltwirtschaft ins Chaos und das alles nur, um seinem Zweck zu genügen - möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften.

    Die Geschichte lässt einen "KI Laien" wie mich grübelnd zurück - wie weit ist die Technik heute bereits? Sind diese Szenarien denkbar und wann sind sie Realität und kann man das Ganze noch aufhalten?

    Fazit - ein wirklich gutes Buch, welches zum Nachdenken anregt.

  8. Cover des Buches Saturday (ISBN: 9783257236279)
    Ian McEwan

    Saturday

     (255)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Der Neurochirurg Henry Perowne führt ein glückliches Leben in seinen besten Jahren. Er hat eine erfolgreiche Tochter, einen Sohn, der seinen eigenen Lebensweg geht, eine Frau, die er über alles Liebt und einen Job, in dem er aufgeht. Es ist Samstagmorgen, und Henry freut sich auf ein Squashspiel mit seinem Freund und Arbeitskollegen. Doch es ist kein normaler Samstag. Es sind unruhige Zeiten und in Henrys Heimatstadt London findet am 15. Februar 2003 die größte Friedensdemo seiner Zeit statt. Und dann ist da noch die Begegnung mit einem Fremden, die sich im Laufe des Tages zu einer Katastrophe auszuwachsen droht, und sein Leben für immer prägen wird. 

    Der Schreibstil von Ian McEwan ist sehr außergewöhnlich, und ich glaube nicht für jede und jeden geeignet, aber ich fand ihn einfach fantastisch. Er ist wunderbar atmosphärisch und beschreibend, genau was ich mag. Jedes noch so kleine Detail im Tagesablauf von Henry scheint von Bedeutung. Beeindruckend fand ich an der Geschichte, dass sich alles innerhalb von 24 Stunden abspielt, von 4 Uhr morgens am 15. Februar, bis 4 Uhr morgens am Tag danach, ohne, dass es dabei langweilig wird. In Rückblenden erfährt man vom Leben der Familie - wie sie zu der wurde die sie heute ist. Die Protagonisten sind wunderbar beschrieben und Henry war mir sehr sympathisch. Der Autor hat es sogar geschafft, dass auch die Nebenfiguren, wie beispielsweise das junge Mädchen im Krankenhaus oder Henrys Squashkollege, nicht einfach nur blass wirkten, sondern eine erstaunliche Tiefe in charakterlicher und politischer Weise haben. Wie eigentlich nicht anders zu erwarten, wurden in der Geschichte politische und gesellschaftsrelevante Themen angesprochen, die dem Buch einen besonderen Charakter verliehen. Interessant war für mich auch der Einblick in die damaligen Weltgeschehnisse, und was die Bevölkerung darüber dachte. Die Friedensproteste wirken auf mich zwar sehr interessant, aber auch ein wenig befremdlich, da ich mit meinen 17 Jahren definitiv zu jung für die damaligen Geschehnisse bin, und mir insofern kaum ein Bild der damaligen Lage machen konnte. 

    Alles in Allem ist das Buch sehr lesenswert und ich kann es wirklich weiterempfehlen, wenn man gerne tiefer gehende Geschichten mag, die einen zum Nachdenken über sich selbst und das Leben bringen. Saturday war mein erstes Buch von Ian McEwan und es wird definitiv nicht das letzte gewesen sein. Ich hoffe, dass mir Der Zementgarten und Abbitte genau so gut gefallen werden. 

  9. Cover des Buches Ich bin der Hass (ISBN: 9783785755525)
    Ethan Cross

    Ich bin der Hass

     (22)
    Aktuelle Rezension von: parden

    KILLER VS. KILLER...

    Special Agent Marcus Williams und sein Bruder, der Serienkiller Francis Ackerman jr., verfolgen die blutige Spur mehrerer Auftragsmörder nach San Francisco. Dort stoßen sie auf einen besonders brutalen Killer namens Gladiator, der für ein mächtiges Verbrechersyndikat arbeitet. Die Ziele des Gladiators reichen jedoch weit über einfache Auftragsmorde hinaus: Er betrachtet sich als modernen Dschingis Khan und will dafür sorgen, dass er der Menschheit ewig im Gedächtnis bleibt. An eines hat der Gladiator dabei allerdings nicht gedacht: In seiner Arena des Todes stand er noch nie einem Gegner wie Ackerman gegenüber... 

    Nachdem ich von Band 4 der Reihe um den Serienkiller Francis Ackerman jr. so angetan war ('Ich bin der Zorn') und diese Folge zudem noch mit einem halboffenen Ende schloss, hörte ich Band 5 gleich hinterher. Leider war ich diesmal wieder weniger begeistert, da sich der Eindruck einer Persiflage erneut in den Vordergrund drängte.

    Ethan Cross scheint derart fasziniert von der Thematik der Serienkiller zu sein, dass es auch diesmal wieder nicht reicht, einen einzigen in den Fokus zu stellen, sondern gleich mehrere. Wer ist durchgeknallter, wer hat die schlimmere Kindheitsgeschichte hinter sich, wer ist skrupelloser, wer ist größenwahnsinniger, wer feiert die größeren Blutorgien usw. Nein, kein offizieller Wettkampf - aber der Gedanke drängt sich beim Lesen auf.

    Immerhin arbeiten Francis Ackerman jr. und sein Bruder Special Agent Marcus Williams diesmal eng zusammen. Dem gegenüber steht ein weiteres Brüderpaar, die ihnen an Entschlossenheit in nichts nachstehen. Es gibt zahllose überaus brutale und blutrünstige Szenen, die aber durch die oftmals sehr nüchtern-sachliche Schreibweise von Ethan Cross kaum etwas in mir auslösten. Überhaupt tut sich der Autor nicht gerade damit hervor, Emotionen zu transportieren, was ich als großen Schwachpunkt der Reihe ansehe.

    Es mag daran liegen, dass es sich hier um eine gekürzte Hörbuchfassung handelt (7 Stunden und 22 Minuten, souverän gelesen von Thomas Balou Martin), dass ich manches etwas unzusammenhängend fand. Der Größenwahn der Serienkiller, die diesmal von der Shepherd Organization gejagt werden, sorgt zudem dafür, dass Francis Ackerman jr. eher etwas in den Hintergrund gedrängt wird und er weniger brillieren kann als in der Folge davor.

    Alles in allem kann ich hier gerade noch drei Sterne vergeben, da ich der Folge trotz der genannten Schwächen einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann... Ob ich Band 6 jetzt auch noch höre, habe ich allerdings noch nicht entschieden...


    © Parden

     


      ***

     

    Bislang gelesen aus der Reihe um Francis Ackerman junior:

    1. Ich bin die Nacht ***
    2. Ich bin die Angst ***
    3. Ich bin der Schmerz **
    4. Ich bin der Zorn ****
    5. Ich bin der Hass ***


  10. Cover des Buches Und Marx stand still in Darwins Garten (ISBN: 9783548290614)
    Ilona Jerger

    Und Marx stand still in Darwins Garten

     (135)
    Aktuelle Rezension von: purrfectopatronum

    Ich habe das Buch zufällig in der Bücherei entdeckt, weil mir der Gedanke, Marx und Darwin auf eine intimere Art kennenzulernen, gefiel. Ilona Jerger gelingt es,  Darwins Gedanken größtenteils so verständlich darzustellen, dass man die Faszination und Leidenschaft, die Darwin für seine Forschungen hatte, nur nachempfinden kann.

    Ich empfehle das Buch Jeder*m, der*die einen Fuß in das Leben - so wie es ausgesehen haben könnte - von Darwin und Marx setzen möchte, um einen Einblick in die Köpfe der beiden Genies zu erhaschen. In diesem Sinne ist es ebenso eine gute Alternative zu einer schlichten Biografie der Männer.

  11. Cover des Buches Wer bin ich - und wenn ja wie viele? (ISBN: 9783442313617)
    Richard David Precht

    Wer bin ich - und wenn ja wie viele?

     (647)
    Aktuelle Rezension von: Faidit

    Precht hat seine Abhandlung in drei Abschnitte eingeteilt. Den ersten Abschnitt könnte man zusammenfassen mit: Ich habe ein Gehirn, mit dem ich denke und fühle, also bin ich. Ob man seine Persönlichkeit nur auf diese graue Masse beschränken will, sei jedem selbst überlassen. Ich für meinen Teil sehe das nicht so. Aber es scheint, dass die Philosophie die Beantwortung der großen Fragen eines jeden sinnierenden Menschen ohnehin nicht endgültig beantwortet, sondern nur Anreize gibt, wie auch Precht in seinem Buch. Der Autor packt unter diesem sinnpr“e“chtigen Titel sämtliche anerkannten Größen der Philosophie und Psychologie sowie auch der Medizin im Bereich Hirnforschung mit kurzer Darstellung ihres Lebens und ihrer persönlichen Lehre zusammen, sodass dieses Werk eher zu einem Sachbuch der Historie der Geisteswissenschaften wird. Das Buch hat sich zur Mitte hin, als der Autor auch aktuelle Themen wie Sterbehilfe, Tierversuche usw. angepackt hat, sehr gesteigert, ist zum Ende hin aber leider wieder abgeflacht. Precht verpackt wissenschaftliche Inhalte höchst unterhaltsam. Da gibt es dann schon mal den einen oder anderen Lacher. Leider konnte ich von ihm keine persönlichen Einsichten, keine eigene philosophische Meinung zu den Fragen des Lebens finden, die er zumindest gegen Ende hätte äußern können, damit das Ganze nicht nur vergangene Größen aufzählt. Immer wieder kommt Precht auf die Hirnfunktionen des Menschen zu sprechen, von einer Seele und Geist wird kaum etwas erwähnt bzw. erwogen, dass der Mensch mit mehr denken und fühlen könnte als mit vergammelndem Fleisch. Die Frage nach dem Sinn des Lebens kann scheinbar überhaupt nicht beantwortet werden und wird darum zur sinnlosen Frage degradiert, die lt. Nietzsche und Freud nur stellen könne, wer eine körperliche oder geistige Schwäche habe. Das hat mich doch schon sehr verärgert, denn ich sehe den Sinn des Lebens eindeutig darin, Liebe zu geben und anzunehmen und Hass und Angst deshalb immer weiter aus unserem Leben „abzutrainieren“. Da kommt dann schon die nächste Frage auf, die der Autor ebenfalls nur körperbezogen beantwortet: Was ist Liebe wirklich? 

    Ist „ich denke, also bin ich“, die Antwort, die uns befriedigt? Wohl eher nicht, sonst würden wir nicht weitersuchen. Tatsächlich regiert unser vielgerühmter Verstand unser Leben nämlich nicht. Denn selbst nach Tausenden von Jahren funktioniert dieses Konzept ja noch immer nicht und die Menschen lernen aus ihren Fehlern nicht dazu.

    Die Frage im Buchtitel des Autors würde ich persönlich mit „Alles“ beantworten. Weshalb? Darüber kann sich jeder selbst seine Gedanken machen. Doch da unser ICH nicht zu erfassen in der Lage ist, ist es wichtig zu wissen, dass man nichts weiß…

  12. Cover des Buches Der Hals der Giraffe (ISBN: 9783518467909)
    Judith Schalansky

    Der Hals der Giraffe

     (252)
    Aktuelle Rezension von: Anna625

    Selten hat mich ein Buch so zwiegespalten zurückgelassen.
    Das Positive: Es enthält sehr viele biologische Informationen und auch der Schreibstil & die Gestaltung (es gibt einige Zeichnungen) haben mich sehr angesprochen.

    Was mir dagegen auf Dauer Probleme bereitet hat, sind die sozialdarwinistischen Ansichten der Protagonistin. Beim Start ins neue Schuljahr werden die wenigen verbliebenen Schüler der kleinen Klasse als erstes eingeteilt in die, die es mit ganz viel Glück zu etwas bringen könnten, und die, bei denen alle Versuche vergebene Liebesmüh sind - wobei die allermeisten zu letzterer Kategorie zugeordnet werden. Und das lässt Inge Lohmark die Jugendlichen auch spüren; sie ist eine derer, die von ihren Schülern gefürchtet werden, die unangekündigt umfangreiche Prüfungen schreiben lässt, Mobbing als nicht so schlimm abtut und unerbittlich über die Klasse herrscht. Kurz: Keine Lehrerin, deren Unterricht man als Schüler genießt.
    Mit der Zeit wird immer deutlicher, wie sehr die Protagonistin verbittert ist vom Leben und verdrossen von der in ihren Augen immer weiter zugrundegehenden Menschheit. Eigentlich hat sie längst mit allem abgeschlossen; ihre Ehe ist längst nur noch friedliche Koexistenz, ihre Tochter lebt weit weg und meldet sich ohnehin nicht mehr, das Gymnasium soll geschlossen werden. Schüler wie Lehrer lassen Disziplin vermissen, und überhaupt taugt dort doch niemand mehr irgendetwas.

    Ich weiß ehrlich nicht, wie ich den Roman bewerten soll. Mit vielem, was die Protagonistin denkt, sagt und tut bin ich alles andere als einverstanden; und dennoch hat das Buch eine merkwürdige Anziehung auf mich ausgewirkt. Vielleicht wegen der biologischen Aspekte, vielleicht aber auch, weil ich diese ausgebrannte Frau, die mich so sehr an manche meiner früheren Lehrer erinnert hat, verstehen wollte. Und vielleicht, weil ich an manchen, wenigen Stellen tatsächlich etwas Ähnliches wie Verständnis für sie verspürt habe.

    Ob ich das Buch empfehlen kann oder nicht, weiß ich nicht. Tatsächlich glaube ich aber, dass es mir noch eine ganze Weile im Gedächtnis bleiben wird. Und vielleicht ist es am Ende ja doch genau das, was ein gutes Buch ausmacht?

  13. Cover des Buches Wer bin ich - und wenn ja, wie viele? (ISBN: 9783837109276)
    Richard David Precht

    Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Bommerlinda
    Ja, ich bin eine Spätzünderin, bzw. eine Spätleserin.

    Fünf Jahre steht die philosophische Reise des Herrn Prechts bereits in meinem Bücherregal, aber ehrlich gesagt, habe ich nie so richtig Lust verspürt, dieses Buch zu lesen, warum auch immer. Das hat sich nun geändert und so schlimm, wie ich es mir zeitweise ausgemalt habe, ist es dann doch nicht zu lesen.

    Der Inhalt des Buches gibt auf unterhaltsame Art und Weise Antworten auf Fragen, mit denen sich Philosophen so im Allgemeinen beschäftigen müssen. Hier besitzt Herr Precht die Fähigkeit, manch tiefgreifende Erkenntnis so prägnant auf den Punkt zu bringen, dass viele Philosophen noch etwas lernen können.
    Allerdings behandelt Precht vor allem die modernen Philosophen des 19. und 20. Jahrhundert. Wer einen wirklichen Überblick über die wichtigen Philosophen haben möchte, der kommt um andere Bücher nicht drumrum, so wird beispielsweise Sokrates, der Begründer der Philosophie, nur kurz erwähnt. 

    Übersichtlich und kompakt umfasst jedes Kapitel um die zehn Seiten. Die Sprache ist verständlich, und jedes Thema wird sehr klar dargestellt und fast immer mit einem Beispiel aus dem heutigen Alltag belegt, so dass die Gedanken Prechts sehr anschaulich vermittelt werden.
    Der Autor bietet dem Leser einiges, nämlich die drei Pfeiler der Philosophie: die Ethik die Erkenntnistheorie sowie die Metaphysik.
    So gesehen ist die philosophische Reise mit Precht zwar unterhaltend und lehrreich, meines Erachtens führt sie aber letztendlich in ein Nirgendwo.

    Wer sich allerdings nur für Zusammenhänge aktueller ethischer Fragen interessiert, für den ist dieses Buch sicherlich spannend, aufschlussreich und durchaus lesenswert.
  14. Cover des Buches Darwins große Reise (ISBN: 9783038761518)
    Jake Williams

    Darwins große Reise

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Normal-ist-langweilig

    Unsere Meinung:

    Wer meinen Blog schon länger liest, weiß, dass ich immer auf der Suche nach ansprechenden und inspirierenden Büchern bin, die Wissen beim Lesen vermitteln, aber keinesfalls trocken oder/und langweilig sind. Viele Themen sind wirklich höchst interessant, werden aber nicht passend für die heutigen Kinder und Jugendlichen verpackt. Wer will schon eine sterbenslangweilige Biographie Darwins lesen? Niemand. Genau. Dabei sollte man diesen Mann auf jeden Fall „kennen“ bzw. irgendwie einordnen können.

    Das vorliegende Buch gefällt uns sehr, da es gekonnt Wissen vermittelt, aber nicht auf eine langweilige Art. Der Autor schafft es, Darwins Leben so zu erzählen, dass man immer weiterlesen möchte. Er weckt durch verschiedene Ansätze immer wieder die Neugierde des Lesenden und so bleibt man bis zum Ende wirklich dran an Darwins Lebensgeschichte. 

    So berichtet er nicht nur über den Namen des Schiffes, mit dem Darwin in unbekannte Gewässer aufbrach, sondern zeigt auch, wie ein solches Schiff aufgebaut war und beschreibt, wie die Menschen dort gelebt haben. Dadurch ist man als Leser näher dabei, man „fühlt sich ein wenig ein“.

    Auch werden z.B. die Ausrüstungsgegenstände Darwins gezeigt und hier sind Dinge dabei, von denen unsereins mit Sicherheit noch nichts oder noch nicht oft gehört hat (Goniometer).

    Berichte und Illustrationen über den sich permanent übergebenden Darwin, der aufgrund der Seekrankheit nur noch Kekse und Rosinen zu sich nehmen konnte, machen diesen großen Wissenschaftler menschlicher und greifbarer und auch hier fühlt man wieder mit.

    Ganze Doppelseiten werden zudem mit den außergewöhnlichen Tieren gefüllt, die Darwin auf seiner Reise begegnen und durch die er auf seine Ideen zu der Evolutionstheorie kommt. Alles immer perfekt eingebettet in Darwins Leben und Reise. 

    Die Illustrationen konnten uns wirklich überzeugen, wenn wir auch die Menschen, allen voran Charles Darwin leider als nicht so gelungen empfinden. Dafür sind die Tiere, die Gerätschaften, das Schiff, die Welt unter Wasser, einfach der Rest – richtig gut gelungen!

    *******************

    Fazit:

    Ein Buch, das wirklich Lust macht, sich mit dem Leben und den Entdeckungen Darwins zu beschäftigen, da es der Autor durch den durchdachten Aufbau des Buches schafft, auch jüngere Leser zu motivieren, dran zu bleiben. Ein Buch für die ganze Familie. Sicherlich lesbar ab 8 Jahren. Viel Spaß dabei!

  15. Cover des Buches Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack (ISBN: 9783404206995)
    Mark Hodder

    Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Mondrac
    In sehr inspirierender Erzählweise fesselt die skurrile Handlung, angesiedelt im viktorianischen England, das im Buch zu einer fantastischen Steampunk-Welt mutiert, mit nicht minder interessanten, exzentrischen oder heroischen Protagonisten die tatsächlich so oder ähnlich gelebt haben. Die Story vom Spring Heeled Jack beruht ebenfalls auf einem Mythos, der in dieser Zeit tatsächlich umging und nach wie vor die (,Dank Mark Hodder, inzwischen nicht nur) britannischen Gemüter quirlt.
    Der mit feinem Humor gewürzte, expressive Sprachstil lässt es kaum zu, das Buch zur Seite zu legen.
  16. Cover des Buches Die Intelligenz der Pflanzen (ISBN: 9783956140303)
    Stefano Mancuso

    Die Intelligenz der Pflanzen

     (8)
    Aktuelle Rezension von: desaluma

    Ein wirklich sehr interessantes Buch, welches eine völlig neue Sicht auf die Pflanzenwelt aufzeigt. Es ist sehr flüssig und nachvollziehbar geschrieben, so dass es sich sehr gut lesen lässt. In meinem Fall sogar in einem Rutsch. Viele neue Erkenntnisse und Eindrücke die die Pflanzenwelt für mich noch interessanter gemacht haben. Allein für den Buchumschlag muss man dieses Buch mögen. Es ist mit völliger Hingabe und Liebe gestaltet worden.

  17. Cover des Buches Abgrund (ISBN: 9783596299614)
    Bernhard Kegel

    Abgrund

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Phyria

    Anne und Hermann, ein Liebespaar aus Kiel, machen zum ersten Mal gemeinsam Urlaub und zwar nirgends anders als auf den Galápagos-Inseln. Doch kommt es anders als gedacht, denn statt der erwarteten Zweisamkeit geht Hermann, ein Biologe, mit zwei Kollegen auf die Suche nach einer neuen Haiart, die er bei einem vorherigen Tauchgang entdeckt hat, und Anne muss sich an Land mit dem Inselleben auseinandersetzen und kann als Kriminalpolizistin gar nicht anders als neugierig zu werden als ein paar Schiffe innerhalb von Tagen Feuer fangen. Ist es nur Zufall oder Brandstiftung?

    Als Schauplatz sind die Galápagosinseln mit der großen Tiervielfalt und der wundervollen Landschaft wahrlich ein Traum und es ist kein Wunder, dass sich nicht nur Biologen und Wissenschaftler davon angezogen fühlen sondern auch immer mehr Touristen, auf die im Grunde nicht nur die Einheimischen sondern auch die Charles Darwin Forschungsstation angewiesen ist, denn das Geld ist bei allen knapp. 
    Abgrund ist ein gut und schnell lesbarer und selbst für Nicht-Biologen leicht verständlicher Roman, der dem Leser eine gekonnte Mischung aus Wissenschaft, Sachbuch, Krimi und Fiktion bietet. Das Buch ist sehr informativ und so bekommt man sogleich die Lust sich in einige Themen selber etwas mehr reinzulesen und zu recherchieren.
    Trotz der anfänglichen Idylle merkt man schnell, dass einige Probleme in der Luft liegen. Das Buch behandelt ernste Themen wie Klimawandel und das Augen verschließen davor, Umweltschutz, Artensterben, gesellschaftliche Probleme sowie den Interessenkonflikt zwischen den Forschern und Fischern, die Armut der Einheimischen und den Geldmangel der Forschungsstation. 
    Während man also Hermann und seine zwei Kollegen bei der Suche nach der neuen Haiart begleitet und mit ihnen herausfinden möchte was es damit auf sich hat, was ich übrigens sehr interessant fand und es auch als sehr bewundernswert empfunden habe wie sehr diese eher älteren Herren für ihren Beruf leben und wie viel Leidenschaft sie dafür aufbringen, bekommen wir mit Anne an Land einen sehr guten Einblick in all die problematischen Bereiche und lernen mit ihr alles kennen. Ihre pragmatische Sichtweise hilft einem alles etwas besser zu verstehen. Und auch wenn sie aufgebracht ist, dass Hermann sie während ihres ersten Urlaubs zurückgelassen hat und sich mehr für seine Arbeit interessiert, ist sie die meiste Zeit über eine eher besonnene Person, die Ruhe ausstrahlt und dessen Gedankengänge ziemlich nachvollziehbar sind.


    Das Buch besticht durch gute Beschreibungen, tolle Diskussionen und Themen, die einen zum Nachdenken bringen.
    Etwas schade finde ich, dass Anna's Sichtweise einen größeren Teil des Romans eingenommen hat, auch wenn ich es verstehen kann, weil man uns so den Umweltschutz und all die anderen Probleme auf der Insel näherbringen wollte. 

    Dennoch hätte ich noch viel lieber Hermann bei seinen Tauchgängen begleitet, mehr über die Naturphänomene erfahren und generell einfach mehr aus dem Bereich der Wissenschaft und Forschung gelernt, wobei der Schluss des Romans einiges wieder wett macht. 
    Im Grunde ist es eher ein Buch der ruhigen Art, das doch sehr tiefgehend ist und mit seiner Themenvielfalt überzeugen kann. 

  18. Cover des Buches Der fünfte Spieler (ISBN: 9783351041298)
    Blue Balliett

    Der fünfte Spieler

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    - Und dann begriff ich etwas Wichtiges: Geheimnisse sind nur dann gut, wenn man sie geheimhalten will. Wenn man sie geheimhalten muss, ist es, als würden sie dich von innen auffressen. Als wärst du irgendwo gefangen und könntest nicht entkommen. - Zoomy, welch sonderbarer Name, der paradoxer Weise so wunderbar zu dem kleinen Jungen passt, der als Protagonist in "Der fünfte Spieler" auftritt. Denn das Wort ist scheinbar eine Abwandlung von Zoomen. Und genau dass kann Zoomy nicht. Er leidet seit seiner Geburt an degenerativer Myopie, die das Sehvermögen sehr stark beeinträchtigt. Selbst mit sehr starken Brillengläsern können die Betroffenen ihre Umwelt nur sehr schwer wahrnehmen. Sie sind extrem kurzsichtig. Doch Zoomy findet sich auch so sehr gut in seiner Umgebung zurecht. Er wächst ohne Vater oder Mutter bei seinen Großeltern auf und ist mit seinem Leben zufrieden. Er hilft bei der Hausarbeit und im Antiquitätengeschäft, liest gerne und schreibt leidenschaftlich gerne Listen, die ihm helfen seinen Tag zu strukturieren. Dinge, die für viele Menschen schon fast unbewusst ablaufen, müssen von ihm notiert werden, damit er am Morgen nicht vergisst sich anzuziehen oder zu frühstücken. Die Regeln, welche Zoomy ein glückliches Leben garantieren, werden eines Tages durcheinander gebracht. Sein Vater, den er noch nie gesehen hat, taucht plötzlich auf dem Hof der Großeltern auf. Er hat eine Kiste bei sich, die er seinen Eltern übergibt. Mehr als ein paar abwertende und alkoholgeschwängerte Worte hat er für seinen Sohn, von dem er anscheinend noch nicht einmal etwas wusste, nicht übrig. Er verschwindet genauso schnell wie er aufgetaucht ist. Ratlos öffnet Zoomy mit seinen Großeltern die Kiste und findet ein Tagebuch darin, das nicht besonders wertvoll wirkt. Da Zoomy ja wie gesagt Listen und kleine Bücher liebt, darf er sich das Tagebuch näher ansehen. Und damit beginnt eine rasante Recherche, die unglaubliche Dinge aufdeckt, aber auch von Minute zu Minute mehr Gefahren anzieht. Hilfe erhält Zoomy von einem Mädchen, das er in der Bibliothek getroffen hat. Da sie sehr aufbrausend und hibbelig ist, nennt er sie das Feuerwerksmädchen. Gemeinsam bilden sie ein wunderbares Duo, dass von den meisten Menschen zunächst verlacht wird, aber im Endeffekt alle in Intelligenz, Witz und Mut übertrifft. Mit lauten Schritten ist Zoomy auf mich zugekommen und hat mich etwas ungelenk in seine Arme geschlossen. Dann hat er mir von seiner Nervosität erzählt, die er Flatterbibbrigkeit nennt, und wir waren sofort enge Freunde. Wir teilten alle Sorgenkrümel und sahen gemeinsam Lorrol zu, wenn sie wie ein Feuerwerkskörper explodierte und mit ihren Flip-Flops kleine Geräusch-Knallkörper in der Bibliothek zündete. Blue Balliett erzählt eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Mut, Geheimnisse und das Leben als große Aufgabe. Natürlich trägt jeder sein eigenes Päckchen durch diese Welt. Doch sind nicht alle gleich groß oder genauso schwer. Zoomy zeigt uns wie leicht eigentlich viele Dinge sein könnten, wenn wir sie genau betrachten, uns für die wirklich wichtigen Dinge Zeit nehmen und wenn wir die Liebe, die wir in uns tragen einfach teilen. Dies passiert auf eine sehr zugängliche und liebevolle Art und Weise, die sich in einer klaren und leicht verständlichen Sprache ausdrückt. Durch sonderbare Begriffe, die alltägliche Dinge klangvoll umschreiben, erschafft die Autorin eine besondere sprachliche Note. Die Begriffe liegen wie ein vollmundiger Wein auf der Zunge und zaubern ein Lächeln auf das Gesicht des Lesers. Claudia Feldmann ist demnach eine hervorragende Übersetzung gelungen, die den Kosmos von Zoomy sicher in eine andere sprachliche Umgebung überträgt. Fazit: Für mich handelt es sich um ein überragendes Jugendbuch, das man auch erwachsenen Lesern empfehlen muss. Unbedingt lesen und nie wieder vergessen!
  19. Cover des Buches Justin Time - Zeitsprung (ISBN: 9783473544349)
    Peter Schwindt

    Justin Time - Zeitsprung

     (55)
    Aktuelle Rezension von: mehe
    Justin fristet ein Dasein im goldenen Käfig. Selbst in den Ferien darf er das Internat nicht verlassen, während die anderen Kinder des 24. Jahrhunderts zum Mond oder Uranus reisen.
    Eine Einladung seines Onkels nach London wird alles ändern, in diesen Ferien wird auch er eine unvergessliche Reise antreten, nämlich ins 19. Jahrhundert.


    Doch Zeitreisen sind gefährlich, niemand dürfte das besser wissen als Justin Time, der berühmte Zeitwaise, dessen Eltern bei einer der ersten Zeitreisen verschwunden oder gar gestorben sind.
    Irgendjemand will die Zeit manipulieren und durch seltsame Zufälle wird Justin in diese Angelegenheit hineingezogen. Er und sein Onkel versuchen die Zeitachse wieder zu korrigieren und geraten dabei selbst in große Schwierigkeiten.


    Dieses Jugendbuch entführt seine Leser aus der fernen Zukunft in die bekannte Vergangenheit. Man trifft auf bekannte Zeitgenossen, wie etwa Charles Darwin. Leider erfährt man aber nicht allzu viel über sein Wirken und seinen heutigen Stellenwert. Dafür bekommt man einen Einblick in das Leben von Kindern zu dieser Zeit, denen es mitunter in Zeiten der Kinderarbeit nicht immer so gut ging wie heute.


    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven im Wechsel erzählt deren Handlungsstränge sich allmählich verflechten. Für mich war diese sprunghafte Erzählweise manchmal schwer im Auge zu behalten, ich verlor immer wieder den Fade und musste nachblättern bei all den Namen.


    Ich hätte mir ein wenig mehr Spannung erhofft, im Mittelteil hing die Geschichte etwas durch. Das offene Ende zielte natürlich auf den Kauf des zweiten Bandes ab, durchaus legitim und auch gelungen, dennoch war es für mich zu wenig Quintessenz aus den knapp über 300 Seiten.


    Für die Zielgruppe fand ich die Kapitel mit oft über 40 Seiten etwas zu lang. Dennoch ließ sich das Buch relativ flüssig lesen, sieht man mal von ein paar schwierigeren Vokabeln ab. Gerade für technisch interessierte, junge Fans von Science Fiction könnte dieses Buch durchaus ein Volltreffer sein, meinen Geschmack hat es aber leider nicht so ganz getroffen.
  20. Cover des Buches Und Marx stand still in Darwins Garten (ISBN: 9783869092393)
    Ilona Jerger

    Und Marx stand still in Darwins Garten

     (8)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    Alles beginnt ganz harmlos in Jahr 1881 in London. Der rennomierte Arzt Beckett hat zwei Patienten, aus dessen Arzt-Patienten-Beziehung so etwas wie Freundschaft entstanden ist.

    Charles Darwin, mittlerweile berühmt, aber in London heimatlos, beschäftigt sich nur noch wenig mit der Erforschung von Flora und Fauna sondern fristet sein Dasein mit der Begutachtung von Regenwürmern.

    Beckett versteht, dass Darwin nicht nur an körperlichen Schmerzen leidet, sondern auch die Seele still und leise erkrankt und er beschließt, dass er um der Freundschaft willen Abhilfe schaffen muss. Polly, der Terrier und seine Ehefrau Emma sind am Ende ihrer Kräfte.

    Sein weiterer Patient Karl Marx befindet sich in einer ähnlichen Situation wie Marx. Der Stillstand seiner "Revolte" bringt ihn und seinen Körper in eine Ausnahmesituation gegen die auch sein Lehnchen machtlos ist.

    Per Zufall kommt es zu einem ersten Treffen der Beiden im Haus der Darwins und das von Darwins Ehefrau Emma als "Anstoß" gedachte Essen endet in einem Disaster.

    Beckett ist überrascht über das Treffen und beide begeistern sich von da an etwas mehr mit den Theorien und Forschungen des jeweils anderen.

    Ilona Jerger hat mit ihrem Roman über diese beiden außergewöhnlichen Persönlichkeiten eine Geschichte geschaffen, in der die Streitkultur und die Diskussion über Gott und die Welt im Vordergrund steht.

    Egal wie berühmt und wie streitbar der Mensch und dessen Theorien sein mögen, es ist und bleibt ein Mensch.
  21. Cover des Buches Die Fahrt der Beagle (ISBN: 9783596175895)
    Charles Darwin

    Die Fahrt der Beagle

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Stadtbuecherei_Wuerzburg
    Charles Darwin, gerade mal 22 Jahre jung, brach am 27.12.1831 zu seiner Forschungsreise an Bord der „Beagle“ auf. Die Welterkundung mit dem Vermessungsschiff unter dem Kommando von Kapitän Fritz Roy dauerte ganze fünf Jahre. In dieser Zeit legte der passionierte Käfersammler Darwin schließlich 1529 Spezies in Spiritus ein, etikettierte 3907 Häute, Knochen und andere Fundstücke. Die Reiseroute führte zu den Kapverdischen Inseln, nach Patagonien, Feuerland, Chile, über die Galapagos-Inseln, Neuseeland und Australien. In dem sehr ausführlichen Reisetagebuch hielt er all seine Beobachtungen und Entdeckungen fest. Er berichtete von der Schönheit Haitis, den atemberaubenden Korallenriffen der Südsee ebenso wie über seine geologischen Exkursionen. Hier erweist sich der junge Charles Darwin als glänzender Stilist, der keinen Hehl aus seiner Liebe für poetische Impressionen und literarische Metaphern machte. Wir lernen einen Menschen kennen, der sich stets wissbegierig über bereits vorhandene Vorurteile und festgefahrene Meinungen erhob und die Welt mit wissenschaftlicher Akribie und exakten empirischen Forschungen, aber auch mit den offenen und staunenden Augen eines Kindes betrachtete. Dabei stellte er bereits spektakuläre Theorien auf, erkannte sehr bald, dass alle Tiere und Pflanzen auf gemeinsame Vorfahren zurückzuführen sind und sich nur allmählich von einfachen zu höheren Lebewesen entwickelt haben. Somit keimte seit dieser Reise die Evolutionstheorie in ihm, die er erst viele Jahre später ausarbeiten und dank seines Kontrahenten Alfred Russel Wallace, der unabhängig von Darwin eine Evolutionstheorie entwickelte, dann auch publizieren sollte. Denn Darwin quälte sich jahrelang mit den Erkenntnissen dieser Theorie herum, ließen sie sich doch überhaupt nicht mit der biblischen Schöpfungsgeschichte unter einen Hut bringen. Selbst heute noch wird er dafür als Häretiker und Ketzer verachtet, denn mit Darwin wurde die Welt verändert und nichts sollte mehr so sein wie es einst war. Endlich nun liegt dieses Buch in einer spannend zu lesenden neuen deutschen Übersetzung vor, die dank des Marebuch Verlags in einer wunderschönen, bibliophilen, edlen Ausgabe mit Kartenmaterial, Illustrationen im Schuber zum Schmökern einlädt. So kann man sich als Leser hervorragend in die Welt des jungen Charles Darwin hineinversetzen und findet dabei eine Welt vor, die noch nicht ausgebeutet und durch des Menschen Hand verunstaltet war. Daniel Kehlmann nimmt im Vorwort den Leser bei der Hand und macht durch seinen engagierten und fundierten Text sofort neugierig auf dieses einmalige Lesevergnügen.
  22. Cover des Buches Charles Darwin - Das Lesebuch (ISBN: 9783100102324)
    Julia Voss

    Charles Darwin - Das Lesebuch

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Europa (ISBN: 9783458681410)
    Tim Flannery

    Europa

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Herkunft und Geschichte des Menschen (ISBN: 9783833301308)
    Steve Olson

    Herkunft und Geschichte des Menschen

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Kurz: Alle Europäer sind Verwandte, wenn auch im Einzelfall über 999 Ecken. Und es kommt noch dicker. Denjenigen, die rassistische Klischees mit sich herumtragen, verpasst Olson eine Breitseite. Als Beispiel nennt er den Gesandten aus Äthiopien, der im Mittelalter eine Hofdame Heinrichs II. heiratete und mit ihr Kinder hatte. Heute sind alle Europäer Nachkommen dieses Äthiopiers. Global wird dieser Effekt vollends, wenn man 2000 Jahre oder noch weiter in die Vergangenheit blickt: „Jeder heute lebende Mensch auf der Welt“, schreibt Olsen, „kann mit hoher Wahrscheinlichkeit Nofretete (sie hatte sechs Töchter), Konfuzius und Julius Caesar (über seine illegitimen Kinder) zu seinen Vorfahren rechnen.“ Stammbaumforscher sollten im Übrigen stets auf Überraschungen gefasst sein. Olson berichtet von einem US - Amerikaner, der in der männlichen Linie von schwedischen Vorfahren abstammte und eines Tages beschloss, der Spur der verehrten Ahnen bis in die alte Heimat zu folgen. Dort fand er heraus: Der Familienname des ausgewanderten Urahnen kam von einem großen Bauernhof außerhalb von Stockholm. Dort wurden damals die vaterlosen Kinder der Prostituierten aufgezogen.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks