Bücher mit dem Tag "charles darwin"

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22 Bücher

  1. Cover des Buches Origin (ISBN: 9783404177141)
    Dan Brown

    Origin

    (634)
    Aktuelle Rezension von: Karandi


    Ich muss sagen, dass die letzten beiden Bücher der Robert-Langdon-Reihe meinen Geschmack absolut nicht getroffen haben. Vielleicht ist die Figur einfach langsam auserzählt, und es bringt nichts mehr, weiterhin Geschichten um sie herum aufzubauen. Die ersten drei Teile fand ich deutlich besser. Obwohl ich sie nicht in chronologischer Reihenfolge gelesen habe, wirkten sie auf mich trotzdem stärker als die letzten beiden.


    Ich habe Origin nach The Secret of Secrets gelesen, und schon dort habe ich einen gewissen Abwärtstrend bemerkt. Trotzdem gebe ich dem Buch noch drei Sterne – hauptsächlich wegen des Charakters Robert Langdon. Ich habe überhaupt erst angefangen, Dan Brown zu lesen, weil ich vor vielen Jahren den Film The Da Vinci Code gesehen hatte und wissen wollte, wie das Buch dazu ist. Dabei muss ich sagen: Die Bücher gefallen mir deutlich besser als die Filme.


    Allerdings wirken die letzten beiden Bände meiner Meinung nach zu verkrampft. Worum geht es in Origin? Ein Futurist und Technologe will beweisen, dass kein Gott nötig ist, damit Leben entstehen kann. Er möchte seine Entdeckung weltweit veröffentlichen, wird jedoch noch vor der Präsentation auf offener Bühne ermordet. Dadurch wird die Welt sogar noch aufmerksamer als zuvor. Der Livestream seiner Enthüllung hatte ursprünglich sieben Millionen Zuschauer, doch nach seinem Tod verfolgen über 200 Millionen Menschen die Auflösung.


    Natürlich arbeitet Dan Brown auch hier wieder mit vielen fiktiven Konstruktionen, Halbwahrheiten, Legenden und wissenschaftlichen Ansätzen. Die Wissenschaft versucht seit Jahrzehnten, mithilfe der sogenannten „Ursuppe“ und elektrischer Entladungen die Entstehung von Leben nachzustellen – bislang ohne endgültigen Erfolg. Im Buch wird ein Weg beschrieben, wie Edmond Kirsch dieses Problem angeblich gelöst hat. Allerdings fand ich die Umsetzung enttäuschend, denn letztendlich basiert der „Beweis“ lediglich auf einer Computersimulation, die zeigen soll, dass Leben auch ohne Schöpfer entstehen kann.


    Ich hatte auf mehr Raffinesse gehofft. Dan Brown hat mich in früheren Büchern oft mit cleveren Wendungen überrascht. Ich lese seine Werke durchaus objektiv. Auch als gläubiger Christ habe ich kein Problem damit, seine Bücher zu lesen, selbst wenn sie oft mit Legenden, spekulativen Behauptungen und fiktiven Geschichten arbeiten, die dem Christentum kritisch gegenüberstehen. Als Leser finde ich, dass man bei solchen Romanen auch einfach die Geschichte genießen sollte, anstatt alles zu verbissen zu betrachten.


    Gerade deshalb hatte ich mir in diesem Buch etwas Originelleres und Aussagekräftigeres erhofft. Dass am Ende ein Rechenmodell den entscheidenden Beweis liefern soll, war mir persönlich zu schwach. Das Problem bei solchen Simulationen ist für mich: Man gibt bestimmte Voraussetzungen und Ziele vor, und der Computer arbeitet innerhalb dieser Grenzen. Dadurch wirkt das Ergebnis auf mich zu leicht manipulierbar, weshalb mich die Aussagekraft diesmal nicht überzeugen konnte.


    Hinzu kommt, dass ich relativ früh geahnt habe, wer hinter den ganzen Morden steckt, die scheinbar verhindern sollen, dass das Geheimnis ans Licht kommt. Tatsächlich dienen sie jedoch nur dazu, noch mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen, damit möglichst viele Menschen die Liveübertragung sehen. Wer das Buch noch nicht gelesen hat, dem möchte ich die Auflösung natürlich nicht spoilern. Ich bin mir aber sicher, dass erfahrene Dan-Brown-Leser relativ schnell erkennen werden, wer am Ende die Strippen zieht.


    Wenn man die Robert-Langdon-Reihe liest, sollte dieses Buch trotzdem nicht fehlen. Allerdings finde ich generell nicht, dass man zwingend alle Bände lesen muss. Dass Robert Langdon Symbolologe ist, wissen viele ohnehin schon durch die Filme, und selbst ohne dieses Vorwissen funktioniert die Handlung meistens eigenständig.


    Da Origin und The Secret of Secrets die neuesten Bücher von Dan Brown sind, muss ich ehrlich sagen: Mir gefällt der „alte“ Dan Brown besser – mit schnelleren Szenenwechseln, originelleren Geschichten und diesen Momenten, in denen man kaum noch unterscheiden kann, was Wahrheit und was Fiktion ist.


    Ich bin gespannt, was er als Nächstes schreiben wird. Meiner Meinung nach sollte er Robert Langdon vielleicht langsam ruhen lassen und sich wieder auf etwas Neues konzentrieren, um frischen Wind in seine Geschichten zu bringen.


    Robert Langdon war für mich trotzdem noch das Positivste an diesem Buch. Immer wenn ich ihn lese, habe ich automatisch den Schauspieler aus den Filmen vor Augen. Dadurch wirken sein Humor, seine Wortwitze und seine Art sehr lebendig.


    Ansonsten wären es für mich wahrscheinlich sogar weniger als drei Sterne geworden. Deshalb würde ich das Buch vor allem denjenigen empfehlen, die ohnehin bereits mit der Robert-Langdon-Reihe angefangen haben – allen anderen eher nicht.

  2. Cover des Buches Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur (ISBN: 9783328102113)
    Andrea Wulf

    Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

    (88)
    Aktuelle Rezension von: Dennis_Moeller

    Wow, was für ein Buch! 

    Ehrlich gesagt wäre ich vermutlich nie auf die Idee gekommen, mir dieses Exemplar ins Bücherregal zu stellen. Allerdings war es eine dringende Empfehlung in einem Podcast und diese Empfehlung möchte ich ohne Einschränkung so weitergeben. 

    Klar, jeder hat mal von der Humboldt-Universität, dem Humboldt Palais oder einer Humboldt Straße gehört, aber was bzw. wer wirklich dahinter steckt? Mir war es in der Gänze nicht bekannt. Andrea Wulf rekonstruiert detailreich das Leben und Wirken eines vom Forschungs- und Wissensdrang getriebenen Menschen. Wir erfahren ALLES über seine Reisen, seine Expeditionen, welchen Einfluss er auf das heutige Naturverständnis hat, über seinen hart erarbeiteten gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Status und noch vieles mehr. Natürlich fehlen auch Illustrationen des Forschers nicht. Wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte man meinen, Alexander von Humboldt hätte noch vor wenigen Jahren gelebt, so informationsgeladen ist dieses Werk. Wie auch immer die Autorin das alles zusammengetragen hat, Hut ab! Ich war so tief im Thema, dass ich meine Wunschliste bei Amazon um einige Bücher erweitert habe.   

    War wem bekannt, dass von Humboldt enge Kontakte zu Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Simón Bolívar, Thomas Jefferson und Zar Nikolaus I. unterhielt? Mir jedenfalls nicht. Besonders mit Goethe und Schiller pflegte er eine enge freundschaftliche Verbindung. Erinnerte mich beim Lesen ein wenig an die legendäre WG von Otto Waalkes, Marius Müller-Westernhagen und Udo Lindenberg. 

    Ein ideales Nachschlagewerk und darf gerne Pflichtlektüre in der Schule werden.


  3. Cover des Buches Und Marx stand still in Darwins Garten (ISBN: 9783548290614)
    Ilona Jerger

    Und Marx stand still in Darwins Garten

    (146)
    Aktuelle Rezension von: Madamebiscuit

    Zuerst hatte ich befürchtet, dass es viel um die Theorien der beiden gehen würde, die zwar wirklich spannend und interessant sind, aber nicht zwingend leicht zu lesen. Aber die Autorin hat genau das nicht getan, sie hat die beiden älteren Herren - vor allem Darwin - in den Fokus gestellt. Dabei beschreibt sie beide so liebenswürdig, schrullig und exzentrisch, dass es ein absolutes kurzweiliges Lesevergnügen war. Ihr flüssiger Schreibstil und der bildliche Sprachstil brachten sie mir zusätzlich nahe.
    Ich habe so einiges über die beiden Männer und ihr Leben erfahren, zum Beispiel, dass beide aus gläubigen Familien kamen. Im Laufe ihres Lebens ihren Glauben allerdings verloren haben, was maßgeblich ihre beider Werke beeinflusst hat. 

    Auch meine Wissenslücke über das Paarungsverhalten von Regenwürmern konnte ich schließen. 🤭

    Auch wenn es das besagte Dinner in der Realität nie gab, ist gerade das eine der amüsantesten Szene mit einem herrlichen rhetorischen Schlagabtausch. 

    Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle, die Lust auf einen kurzweiligen Roman haben.

  4. Cover des Buches Die Schlange von Essex (ISBN: 9783847900306)
    Sarah Perry

    Die Schlange von Essex

    (171)
    Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeow

    𝐃𝐢𝐞 𝐒𝐜𝐡𝐥𝐚𝐧𝐠𝐞 𝐯𝐨𝐧 𝐄𝐬𝐬𝐞𝐱 ist ein Buch, das ich allein wegen seiner hübschen Optik in meiner Sammlung haben wollte. Und natürlich auch wegen des verlockenden Klappentextes um den Mythos eines Seeungeheuers, welches einen kleinen englischen Ort im 19. Jahrhundert heimsucht. Aber meine Bücherei hatte es da und weil Bücher nun mal teuer sind, durfte es nur als Leihexemplar bei mir einziehen.


    Der Roman begleitet eine Vielzahl von Personen, wobei die junge Witwe Cora und der Pfarrer Will die Hauptfiguren bilden. Cora ist voller Wissensdurst, folgt den Thesen Darwins und als sie hört, im Küstenort Aldwinter habe man eine Seeschlange gesichtet, ist sie sofort Feuer und Flamme. Könnte es sich doch um ein prähistorisches Wesen handeln.
     Die Dorfgemeinde glaubt aber eher an ein mystisches Ungeheuer. Will Ransome glaubt an keines von beidem, ist aber zunehmend fasziniert von Cora, mit der er aber auch immer wieder aneinander gerät.


    Ich hatte einige Probleme mit dem Roman.

    Erst einmal gibt es zu viele Personen, von denen kaum eine sympathisch ist. Jede von ihnen hat seine eigene interessante Geschichte zu erzählen, die aber nicht genug Raum bekommt, weil eben zu viel los ist.


    Das Paar Cora und Will hatte für mich null Chemie, zumal Will mit einer sehr lieben Frau verheiratet ist und mit Cora nichts gemeinsam hat. Cora ist anders und darin liegt der Reiz. Aber wie soll man mit eine Romanze mitfiebern, wenn die Verliebten nie einer Meinung sind und andere mit ihrem Verhalten verletzen?


    Auch wenn es hier um ein mystisches Wesen geht, erwartet keine Fantasy. Die Schlange steht für vieles. Wissenschaft und Aberglaube, Medizin, Massenhysterie, soziale Ungerechtigkeit und ein selbstbestimmtes Leben zu jener Zeit. Alles interessante Themen, über die ich gern gelesen habe. Man hätte es aber vielleicht besser auf drei verschiedene Romane aufgeteilt, damit jedes Thema für sich glänzen kann.


    Von mir erhält der Roman trotz meiner Kritik eine positive Bewertung, denn er hat mich sehr gut unterhalten. Und auch das versöhnliche Ende hat mir gefallen.

  5. Cover des Buches Die Fahrt der Beagle (ISBN: 9783806238396)
    Charles Darwin

    Die Fahrt der Beagle

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Sikal
    Die Evolutionstheorie Charles Darwins wird heute nur noch von einer kleinen Gruppe als unwissenschaftlich oder gar falsch angegriffen. Seit der Veröffentlichung der „Entstehung der Arten“  ist um diese Theorie ein heißer Kampf ausgebrochen, der uns heute nicht mehr daran zweifeln lässt, woher die Arten und damit auch der Mensch stammen.

     

    „Die Fahrt der Beagle“ ist für das mit Sicherheit bedeutendste Buch Darwins als Grundlage zu sehen. Der Wissenschaftler, der mit 22 Jahren zu dieser Fahrt aufgebrochen ist, hat sich danach immer wieder auf Erkenntnisse aus dieser Reise gestützt und daraus seine bemerkenswerten Schlüsse gezogen.

     

    Dieses, im wbg Theiss Verlag herausgegebene Werk stützt sich auf die Originalausgabe der zweiten Edition von 1845 und einer Übersetzung aus dem Englischen von Eike Schönfeld. Die Texte wurden (wo möglich) leicht gekürzt, um eine einfachere Lesbarkeit zu ermöglich und um weitere Texte aus der Zeit Darwins bereichert, die zu einem besseren Verständnis des Originaltextes beitragen.

     

    Die Reisen Darwins erstreckten sich über 5 Jahre (geplant waren ursprünglich zwei Jahre) und führten den Wissenschaftler - von England ausgehend - über vier unterschiedliche Routen um die ganze Welt. Die Reisen erstreckten sich von 1831 bis ins Jahr 1836.

     

    Charles Darwin durchquerte auf seinen Entdeckungsreisen dabei den Atlantik, den pazifischen Ozean, die Tasmanische See und den indischen Ozean, bevor er am Ende seiner Reisen wiederum über Südamerika nach England zurückreiste.

     

    Welche Spuren diese Reise über Südamerika und die Inseln der Weltmeere – vor allem Galapagos – bei Darwin hinterlassen haben, ist uns allen heute bewusst. Welche Eindrücke diese Reise für Darwin selbst hinterlassen hat, können wir allenfalls erahnen. Welchen wissenschaftlichen Wert er uns durch seine Eindrücke und die dazu gehörigen Aufzeichnungen vermacht hat, sehen wir daran, wohin sich die Biologie - oder genauer die Evolutionsforschung – entwickelte.

     

    Es stellt sich die Frage, ob es die Gentechnik in der heutigen Form gebe, wären dieser nicht die Abenteuer von Charles Darwin vorausgegangen.

     

    Der Autor hatte aber nicht nur das Zeug seine wissenschaftlichen Forschungen niederzuschreiben und diese als Fakten zu notieren, vielmehr hat Darwin dieses Buch als einen spannenden Reisebricht gestaltet, der seine Leser an vielen Stellen nicht weniger zu fesseln vermag als ein moderner Abenteuerroman.

     

    Vielleicht liegt es auch an dieser Art der Schilderungen, welche das Buch bis heute so faszinierend machen. Jules Verne hätte es nicht besser gekonnt, hätte er darüber einen fiktiven Roman geschrieben.

     

    Dem Verlag ist es gelungen, das romanhafte dieses Buches noch besser in den Vordergrund zu rücken und durch die zusätzlich gewählten Texte noch anschaulicher zu gestallten. Des Weiteren sind Originalabbildungen Darwins durch Bilder (aus den unterschiedlichen Epochen bis heute) ergänzt und vermitteln dadurch umso mehr den Eindruck einer modernen Erzählung.

     

    Ein wissenschaftlicher Roman, der durch die Kunst des Verlages und des Autors, die Reisen des Charles Darwin beinahe wie einen Film vor dem geistigen Auge des Lesers ablaufen lässt. Gerne vergebe ich für dieses wunderschön gestaltete Buch 5 Sterne.

  6. Cover des Buches Wallace (ISBN: 9783895611322)
    Anselm Oelze

    Wallace

    (44)
    Aktuelle Rezension von: Emili

                                                                                         

    Das Thema des Romans von Anselm Oelze klang vielversprechend. Es sollte doch das Leben des Naturforschers Alfred Russel Wallace dem Leser näherbringen. Als Zeitgenosse von Charles Darwin arbeitete er an der Erforschung der Arten. Im Buch werden zahlreich seine Reisen und die Suche nach verschiedenen Tierarten beleuchtet. Hier sei gesagt, wer die Beschreibungen der Natur mag, würde vermutlich auf seine Kosten kommen.

    Auf Reisen verfasste Wallace seine Einsichten in Bezug auf die Entwicklung der Arten und sendete diesen Brief an Charles Darwin, der kurze Zeit darauf seine Erkenntnisse zu der Evolutionstheorie veröffentlichte.

    So weit, so gut: Der Roman hätte unglaublich spannend werden können. Doch ich empfand es nicht so, ich finde, dass der Roman misslungen ist. Der sperrige Erzählstil fern von Emotionen und nennenswerten Höhepunkten hat mir nicht zugesagt. Unheimlich gestört hat mich auch, dass die Charaktere des Romans eindeutig blass blieben. Der Autor nennt den Naturforscher Wallace nicht einmal beim Namen: Der bleibt im Laufe der Geschichte - "der bärtige Engländer". Kleinigkeit, doch es hat mir nicht gefallen und ließ auch die Hauptfigur des Romans mir nicht näher kommen. So schuf der Autor im Verlauf des Romans immer eine gewisse Distanz zu den Protagonisten und der Handlung. Den Grund dafür war für mich nicht ersichtlich.

    Ich bin von dem Roman enttäuscht, und blieb mit dem Gefühl zurück, dass man aus der Thematik viel mehr machen könnte.

    Für dieses mittelprächtiges Vergnügen gibt es von mir 3 Sterne.

                            

  7. Cover des Buches Das Evangelium des fliegenden Spaghettimonsters (ISBN: 9783641182229)
    Bobby Henderson

    Das Evangelium des fliegenden Spaghettimonsters

    (48)
    Aktuelle Rezension von: Rumbuddel

    Ein sehr überzeugendes Evangelium, verglichen mit anderen nicht so namensreich, aber dafür wissenschaftlich voll fundiert und von hohem Nährwert für Leib und Seele. Liest sich manchmal wie ein Ulk, aber das mag Absicht sein, um den Leser auf die Probe zu stellen. Ich habe jedenfalls schlimmere Evangelien gelesen. Bedenkens- und dankenswert finde ich insbes. den Teil über Kiwis.

  8. Cover des Buches Darwin und der Darwinismus (ISBN: 9783406643880)
    Franz M. Wuketits

    Darwin und der Darwinismus

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Aischa
    Zugegeben: Als Biologin mit Schwerpunkt Genetik interessieren mich Darwins Leben und sein Werk wahrscheinlich etwas mehr als den Durchschnittsbürger.
    Aber ich kann diese Kurzbiografie jedem naturwissenschaftlich Interessierten uneingeschränkt ans Herz legen.
    Autor Wuketits porträtiert den englischen Naturforscher Charles Darwin knapp und dennoch prägnant, der Leser bekommt ein anschauliches Bild des bescheidenen Forschers, der die wissenschaftliche Welt seiner Zeitgenossen gehörig erschütterte und unser Weltbild nachhaltig veränderte.
    Selbst Wissenschaftstheoretiker schafft es der Autor dennoch hervorragend, auch kompliziertere Sachverhalte für Laien gut verständlich darzulegen. Wuketits schildert nicht nur Darwins Leben und erläutert seine wichtigsten Publikationen, sondern er setzt sich auch mit Darwins Menschen- und Weltbild auseinander. Den Missverständnissen des sogenannten Sozialdarwinismus ist ein eigenes Kapitel gewidmet, und zu guter Letzt erläutert er Darwins Einfluss auf die heutige Zeit.
    Das Paperback überrascht mit zahlreichen Illustrationen und Fotografien, die den Text hervorragend veranschaulichen.
    Das handliche Format macht das Büchlein zu einem praktischen Begleiter, um Wartezeiten unterwegs zu verkürzen.
    Ein Highlight der wunderbaren Wissens-Reihe aus dem C.H. Beck-Verlag!
  9. Cover des Buches Europa (ISBN: 9783458681410)
    Tim Flannery

    Europa

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Birnbaum

    Geschichte eines Kontinent mal ganz anders gesehen - aus der Erdgeschichte heraus. Was war Europa vor 100 Millionen Jahren? Hauptsächlich Wasser. So langsam sind wir "hochgekommen", die ersten Funde von unserer Spezie homo sapiens lagen da viel näher. Davor gab es Verbindungen nach Nordamerika bis hin zum Fernen Osten - plötzlich wird das eigene Sein und die eigene erlebte und gelernte Geschichte so winzig. Wer Spaß an "großen Linien", langfristigen Perspektiven und Überraschungen fürs eigene Denken mag, der wird sich an Tim Flannery manchmal etwas wissenschaftlichem Exkurs erfreuen und immer weiter lesen wollen, auf der Suche nach dem "Wann kommen wir?" 

  10. Cover des Buches Und Marx stand still in Darwins Garten (ISBN: 9783869092393)
    Ilona Jerger

    Und Marx stand still in Darwins Garten

    (8)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    Alles beginnt ganz harmlos in Jahr 1881 in London. Der rennomierte Arzt Beckett hat zwei Patienten, aus dessen Arzt-Patienten-Beziehung so etwas wie Freundschaft entstanden ist.

    Charles Darwin, mittlerweile berühmt, aber in London heimatlos, beschäftigt sich nur noch wenig mit der Erforschung von Flora und Fauna sondern fristet sein Dasein mit der Begutachtung von Regenwürmern.

    Beckett versteht, dass Darwin nicht nur an körperlichen Schmerzen leidet, sondern auch die Seele still und leise erkrankt und er beschließt, dass er um der Freundschaft willen Abhilfe schaffen muss. Polly, der Terrier und seine Ehefrau Emma sind am Ende ihrer Kräfte.

    Sein weiterer Patient Karl Marx befindet sich in einer ähnlichen Situation wie Marx. Der Stillstand seiner "Revolte" bringt ihn und seinen Körper in eine Ausnahmesituation gegen die auch sein Lehnchen machtlos ist.

    Per Zufall kommt es zu einem ersten Treffen der Beiden im Haus der Darwins und das von Darwins Ehefrau Emma als "Anstoß" gedachte Essen endet in einem Disaster.

    Beckett ist überrascht über das Treffen und beide begeistern sich von da an etwas mehr mit den Theorien und Forschungen des jeweils anderen.

    Ilona Jerger hat mit ihrem Roman über diese beiden außergewöhnlichen Persönlichkeiten eine Geschichte geschaffen, in der die Streitkultur und die Diskussion über Gott und die Welt im Vordergrund steht.

    Egal wie berühmt und wie streitbar der Mensch und dessen Theorien sein mögen, es ist und bleibt ein Mensch.
  11. Cover des Buches Ich bin der Hass (ISBN: 9783838785875)
    Ethan Cross

    Ich bin der Hass

    (22)
    Aktuelle Rezension von: parden

    KILLER VS. KILLER...

    Special Agent Marcus Williams und sein Bruder, der Serienkiller Francis Ackerman jr., verfolgen die blutige Spur mehrerer Auftragsmörder nach San Francisco. Dort stoßen sie auf einen besonders brutalen Killer namens Gladiator, der für ein mächtiges Verbrechersyndikat arbeitet. Die Ziele des Gladiators reichen jedoch weit über einfache Auftragsmorde hinaus: Er betrachtet sich als modernen Dschingis Khan und will dafür sorgen, dass er der Menschheit ewig im Gedächtnis bleibt. An eines hat der Gladiator dabei allerdings nicht gedacht: In seiner Arena des Todes stand er noch nie einem Gegner wie Ackerman gegenüber... 

    Nachdem ich von Band 4 der Reihe um den Serienkiller Francis Ackerman jr. so angetan war ('Ich bin der Zorn') und diese Folge zudem noch mit einem halboffenen Ende schloss, hörte ich Band 5 gleich hinterher. Leider war ich diesmal wieder weniger begeistert, da sich der Eindruck einer Persiflage erneut in den Vordergrund drängte.

    Ethan Cross scheint derart fasziniert von der Thematik der Serienkiller zu sein, dass es auch diesmal wieder nicht reicht, einen einzigen in den Fokus zu stellen, sondern gleich mehrere. Wer ist durchgeknallter, wer hat die schlimmere Kindheitsgeschichte hinter sich, wer ist skrupelloser, wer ist größenwahnsinniger, wer feiert die größeren Blutorgien usw. Nein, kein offizieller Wettkampf - aber der Gedanke drängt sich beim Lesen auf.

    Immerhin arbeiten Francis Ackerman jr. und sein Bruder Special Agent Marcus Williams diesmal eng zusammen. Dem gegenüber steht ein weiteres Brüderpaar, die ihnen an Entschlossenheit in nichts nachstehen. Es gibt zahllose überaus brutale und blutrünstige Szenen, die aber durch die oftmals sehr nüchtern-sachliche Schreibweise von Ethan Cross kaum etwas in mir auslösten. Überhaupt tut sich der Autor nicht gerade damit hervor, Emotionen zu transportieren, was ich als großen Schwachpunkt der Reihe ansehe.

    Es mag daran liegen, dass es sich hier um eine gekürzte Hörbuchfassung handelt (7 Stunden und 22 Minuten, souverän gelesen von Thomas Balou Martin), dass ich manches etwas unzusammenhängend fand. Der Größenwahn der Serienkiller, die diesmal von der Shepherd Organization gejagt werden, sorgt zudem dafür, dass Francis Ackerman jr. eher etwas in den Hintergrund gedrängt wird und er weniger brillieren kann als in der Folge davor.

    Alles in allem kann ich hier gerade noch drei Sterne vergeben, da ich der Folge trotz der genannten Schwächen einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann... Ob ich Band 6 jetzt auch noch höre, habe ich allerdings noch nicht entschieden...


    © Parden

     


      ***

     

    Bislang gelesen aus der Reihe um Francis Ackerman junior:

    1. Ich bin die Nacht ***
    2. Ich bin die Angst ***
    3. Ich bin der Schmerz **
    4. Ich bin der Zorn ****
    5. Ich bin der Hass ***


  12. Cover des Buches Darwin und die wahre Geschichte der Dinosaurier (ISBN: 9783401507156)
    Luca Novelli

    Darwin und die wahre Geschichte der Dinosaurier

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Ich liebe diese Buchreihe von Luca Novelli! Er schreibt Biografien von bekannten Persönlichkeiten für Kinder, einfach erklärt, verständlich und lehrreich. Und dabei sehr spannend und unterhaltsam!

    In diesem Buch geht es um Charles Darwin, den Begründer der Evolutionstheorie. 

    Dabei erzählt uns Charles Darwin in diesem Buch sein Leben selbst, also in der Ich-Erzählform. So hat man noch mehr das Gefühl, selbst dabei zu sein! 

    14.11.2023 

  13. Cover des Buches Darwins große Reise (ISBN: 9783038761518)
    Jake Williams

    Darwins große Reise

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Normal-ist-langweilig

    Unsere Meinung:

    Wer meinen Blog schon länger liest, weiß, dass ich immer auf der Suche nach ansprechenden und inspirierenden Büchern bin, die Wissen beim Lesen vermitteln, aber keinesfalls trocken oder/und langweilig sind. Viele Themen sind wirklich höchst interessant, werden aber nicht passend für die heutigen Kinder und Jugendlichen verpackt. Wer will schon eine sterbenslangweilige Biographie Darwins lesen? Niemand. Genau. Dabei sollte man diesen Mann auf jeden Fall „kennen“ bzw. irgendwie einordnen können.

    Das vorliegende Buch gefällt uns sehr, da es gekonnt Wissen vermittelt, aber nicht auf eine langweilige Art. Der Autor schafft es, Darwins Leben so zu erzählen, dass man immer weiterlesen möchte. Er weckt durch verschiedene Ansätze immer wieder die Neugierde des Lesenden und so bleibt man bis zum Ende wirklich dran an Darwins Lebensgeschichte. 

    So berichtet er nicht nur über den Namen des Schiffes, mit dem Darwin in unbekannte Gewässer aufbrach, sondern zeigt auch, wie ein solches Schiff aufgebaut war und beschreibt, wie die Menschen dort gelebt haben. Dadurch ist man als Leser näher dabei, man „fühlt sich ein wenig ein“.

    Auch werden z.B. die Ausrüstungsgegenstände Darwins gezeigt und hier sind Dinge dabei, von denen unsereins mit Sicherheit noch nichts oder noch nicht oft gehört hat (Goniometer).

    Berichte und Illustrationen über den sich permanent übergebenden Darwin, der aufgrund der Seekrankheit nur noch Kekse und Rosinen zu sich nehmen konnte, machen diesen großen Wissenschaftler menschlicher und greifbarer und auch hier fühlt man wieder mit.

    Ganze Doppelseiten werden zudem mit den außergewöhnlichen Tieren gefüllt, die Darwin auf seiner Reise begegnen und durch die er auf seine Ideen zu der Evolutionstheorie kommt. Alles immer perfekt eingebettet in Darwins Leben und Reise. 

    Die Illustrationen konnten uns wirklich überzeugen, wenn wir auch die Menschen, allen voran Charles Darwin leider als nicht so gelungen empfinden. Dafür sind die Tiere, die Gerätschaften, das Schiff, die Welt unter Wasser, einfach der Rest – richtig gut gelungen!

    *******************

    Fazit:

    Ein Buch, das wirklich Lust macht, sich mit dem Leben und den Entdeckungen Darwins zu beschäftigen, da es der Autor durch den durchdachten Aufbau des Buches schafft, auch jüngere Leser zu motivieren, dran zu bleiben. Ein Buch für die ganze Familie. Sicherlich lesbar ab 8 Jahren. Viel Spaß dabei!

  14. Cover des Buches Charles Darwin (ISBN: 9783827053541)
  15. Cover des Buches Das Darwin- Komplott. Aufstieg und Fall eines pseudowissenschaftlichen Weltbildes (One Earth Spirit) (ISBN: 9783570500026)
  16. Cover des Buches The Kingdom of Speech by Tom Wolfe (2016-08-25) (ISBN: B01NAO6TS5)
    Tom Wolfe

    The Kingdom of Speech by Tom Wolfe (2016-08-25)

    (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Abgrund (ISBN: 9783596299614)
    Bernhard Kegel

    Abgrund

    (28)
    Aktuelle Rezension von: Phyria

    Anne und Hermann, ein Liebespaar aus Kiel, machen zum ersten Mal gemeinsam Urlaub und zwar nirgends anders als auf den Galápagos-Inseln. Doch kommt es anders als gedacht, denn statt der erwarteten Zweisamkeit geht Hermann, ein Biologe, mit zwei Kollegen auf die Suche nach einer neuen Haiart, die er bei einem vorherigen Tauchgang entdeckt hat, und Anne muss sich an Land mit dem Inselleben auseinandersetzen und kann als Kriminalpolizistin gar nicht anders als neugierig zu werden als ein paar Schiffe innerhalb von Tagen Feuer fangen. Ist es nur Zufall oder Brandstiftung?

    Als Schauplatz sind die Galápagosinseln mit der großen Tiervielfalt und der wundervollen Landschaft wahrlich ein Traum und es ist kein Wunder, dass sich nicht nur Biologen und Wissenschaftler davon angezogen fühlen sondern auch immer mehr Touristen, auf die im Grunde nicht nur die Einheimischen sondern auch die Charles Darwin Forschungsstation angewiesen ist, denn das Geld ist bei allen knapp. 
    Abgrund ist ein gut und schnell lesbarer und selbst für Nicht-Biologen leicht verständlicher Roman, der dem Leser eine gekonnte Mischung aus Wissenschaft, Sachbuch, Krimi und Fiktion bietet. Das Buch ist sehr informativ und so bekommt man sogleich die Lust sich in einige Themen selber etwas mehr reinzulesen und zu recherchieren.
    Trotz der anfänglichen Idylle merkt man schnell, dass einige Probleme in der Luft liegen. Das Buch behandelt ernste Themen wie Klimawandel und das Augen verschließen davor, Umweltschutz, Artensterben, gesellschaftliche Probleme sowie den Interessenkonflikt zwischen den Forschern und Fischern, die Armut der Einheimischen und den Geldmangel der Forschungsstation. 
    Während man also Hermann und seine zwei Kollegen bei der Suche nach der neuen Haiart begleitet und mit ihnen herausfinden möchte was es damit auf sich hat, was ich übrigens sehr interessant fand und es auch als sehr bewundernswert empfunden habe wie sehr diese eher älteren Herren für ihren Beruf leben und wie viel Leidenschaft sie dafür aufbringen, bekommen wir mit Anne an Land einen sehr guten Einblick in all die problematischen Bereiche und lernen mit ihr alles kennen. Ihre pragmatische Sichtweise hilft einem alles etwas besser zu verstehen. Und auch wenn sie aufgebracht ist, dass Hermann sie während ihres ersten Urlaubs zurückgelassen hat und sich mehr für seine Arbeit interessiert, ist sie die meiste Zeit über eine eher besonnene Person, die Ruhe ausstrahlt und dessen Gedankengänge ziemlich nachvollziehbar sind.


    Das Buch besticht durch gute Beschreibungen, tolle Diskussionen und Themen, die einen zum Nachdenken bringen.
    Etwas schade finde ich, dass Anna's Sichtweise einen größeren Teil des Romans eingenommen hat, auch wenn ich es verstehen kann, weil man uns so den Umweltschutz und all die anderen Probleme auf der Insel näherbringen wollte. 

    Dennoch hätte ich noch viel lieber Hermann bei seinen Tauchgängen begleitet, mehr über die Naturphänomene erfahren und generell einfach mehr aus dem Bereich der Wissenschaft und Forschung gelernt, wobei der Schluss des Romans einiges wieder wett macht. 
    Im Grunde ist es eher ein Buch der ruhigen Art, das doch sehr tiefgehend ist und mit seiner Themenvielfalt überzeugen kann. 

  18. Cover des Buches Charles Darwin - Das Abenteuer Evolution (ISBN: 9783401063157)
  19. Cover des Buches Der Geist fiel nicht vom Himmel : d. Evolution unseres Bewusstseins. (ISBN: B002EPMW82)
    Hoimar von Ditfurth

    Der Geist fiel nicht vom Himmel : d. Evolution unseres Bewusstseins.

    (7)
    Aktuelle Rezension von: PhilippWehrli
    ‚Der Geist fiel nicht vom Himmel’ von Hoimar von Ditfurth war lange Zeit mein Lieblingsbuch. Wer verstehen will, was ein Mensch ist, muss dieses Buch gelesen haben. Ich kenne kein anderes Buch, in dem die Evolution so klar und überzeugend erklärt wird.

    Ein Argument, das Kreationisten immer wieder gegen die Evolutionstheorie anführen, lautet: Die Evolutionstheorie kann allenfalls erklären, wie ein Giraffenhals länger wurde. Aber sie kann unmöglich erklären, wie so komplizierte Organe wie das Linsenauge entstehen konnten. Bemerkenswerterweise war es Darwin selbst, der darauf aufmerksam machte, dass es schwierig ist, komplizierte Organe wie etwa das Linsenauge mit der Evolutionstheorie zu erklären. Bereits Darwin konnte sich eine Erklärung des Linsenauges aber durchaus vorstellen und er erklärte auch, welche Bedingungen eine Erklärung erfüllen muss.

    Erstens kann die Evolution nämlich nicht schlagartig grundsätzlich neue Eigenschaften hervorbringen. Sie kann nur kleine Schritte tun. Und zweitens muss jeder dieser kleinen Schritte einen Vorteil bringen oder zumindest nicht stören, denn ein Schritt der einen Nachteil bringt, in der Evolution sehr unwahrscheinlich.

    Die Frage ist also: Gibt es von einfachen Einzellern bis zu höheren Lebewesen mit Linsenaugen einen Weg, auf dem jeder kleine Schritt einen Vorteil bringt? – Darwin kannte diesen Weg nicht. Ditfurth aber kennt einen und er beschreibt ihn im Detail. Er beschreibt die wichtigsten Schlüsselstellen und zeigt, dass es auch heute noch Lebewesen gibt, welche gerade an diesen Schlüsselstellen stehen. So schildert er die Entwicklung des Linsenauges beginnend mit Euglena, einem Einzeller, der Licht braucht um zu überleben. Euglena sieht nichts. Solange kein Licht auf Euglena fällt, wackelt der Einzeller ziemlich zufällig umher. Wenn aber Licht von vorne auf den Einzeller trifft, schlägt dessen Geissel so, dass dieser Richtung Licht schwimmt.

    Für Euglena-artige Urwesen ist es ein Vorteil, wenn sich bei der Zellteilung die Zellen nicht sogleich trennen. Denn ein grösserer Klumpen von Zellen wird weniger gefressen und kann sich ausserdem schneller bewegen, wenn die Geisseln koordiniert schlagen. Für Mehrzeller ist es ein Vorteil, wenn die lichtempfindlichen Zellen nicht gleichmässig über die ganze Körperoberfläche verteilt sind, sondern sich wie beim Strudelwurm an nur zwei Stellen konzentrieren. Wenn aber alle empfindlichen Stellen versammelt sind, ist es gut, wenn sie in einer Vertiefung liegen und so ein bisschen geschützt sind. Die Napfschnecke hat solche schützenden Vertiefungen. Und dies führt, ohne dass es das Ziel war, zu einem völlig neuen Effekt: Die Napfschnecke kann Bewegungen sehen. Dies ist natürlich ein Vorteil, wenn man auf einen Angriff reagieren will. Jede Mutation, die diesen Vorteil weiter ausbaut und die Vertiefung tiefer macht, setzt sich in der Evolution durch. Dies führt nach vielen kleinen Schritten zu einem Auge, wie es der Nautilus hat: Ein Lochauge, das wie eine Lochkamera ein vollständiges Bild der Umwelt in sich trägt. Das Bild im Nautilus Auge ist aber stets unscharf, weil das Auge keine Linse hat. Wie kann sich in der Evolution ohne Erfinder eine Linse bilden? – Das Nautilus-Auge hat noch einen zweiten Fehler: Das Loch kann verstopfen und dann sieht der Nautilus gar nichts mehr. Es ist ein Vorteil, wenn das Loch mit einer durchsichtigen Gelatine gefüllt ist, je mehr desto besser. So füllt sich das Lochauge nach und nach. Die Gelatine muss natürlich mit einer durchsichtigen Haut überzogen sein, und je mehr diese Haut die Form einer Linse annimmt, desto schärfer wird das Bild.

    So kann also in vielen kleinen Schritten ein Linsenauge entstehen, ohne dass ein Designer dieses geplant hätte. Und wir können unseren Augen sogar noch ansehen, dass es so entstanden ist. Denn unsere Sehzellen haben tatsächlich noch den Ansatz einer Geissel und die Nervenbahnen gehen von den Sehzellen aus nach vorne weg, wie der elektrische Impuls bei den Geisseltierchen nach vorne weg geht. Das bedeutet, dass das Licht an einer Reihe von nicht sehr durchsichtigen Nervenbahnen vorbei muss, um zur Netzhaut zu kommen. Welcher Designer würde bei einem Fotoapparat die elektrischen Leitungen vor die Kamera hängen?

    Ein Linsenauge enthält nun zwar ein scharfes Abbild von der Umwelt, aber es sieht noch gar nichts. Nützlich wird das Auge erst, wenn das Bild zu einer Reaktion führt. Gleichzeitig mit dem Auge entwickelt sich also ein Rechenzentrum, das passende Reaktionen auslöst. Das Wichtigste, was dieses Rechenzentrum tut, ist, alle unwichtigen Informationen auszusortieren. Wir haben deshalb eine völlig falsche Vorstellung davon, wie ein einfaches Tier die Welt sieht. Einfache Tiere haben nämlich keineswegs ein vollständiges Bild von der Welt. Vielmehr tauchen nur gerade diejenigen Dinge auf, die unmittelbar eine Reaktion erfordern. Gut erforscht ist das beim Froschauge: Ein grösser werdender schwarzer Schatten löst eine Fluchtreaktion aus. Der Frosch springt dann in Richtung einer waagrechten Linie, weil waagrechte Linien in der Froschwelt Wasser bedeuten. Ein kleiner dunkler Punkt, der sich in bestimmter Weise bewegt, lässt den Frosch die Zunge ausfahren. Kleine dunkle Punkte, die sich bewegen, sind in der Froschwelt Fliegen.

    Diese primitiven Reiz-Reaktionsmuster werden durch das Stammhirn gesteuert, das für die lebensnotwendigen Funktionen zuständig ist. Wertvoll wäre aber natürlich, wenn eine Reaktion auch an die aktuellen Bedürfnisse des Tieres angepasst wäre. Es braucht also ein weiteres Gehirn, das sogenannte Zwischenhirn, welches nicht nur die von aussen kommenden Reize verarbeitet, sondern auch den inneren Zustand des Tieres berücksichtigt und eine Reaktion auslöst, die unter Berücksichtigung aller Reize angemessen ist. Der gleiche Input kann nun dank des Zwischenhirns je nach Zustand des Tieres unterschiedliche Reaktionen auslösen. So wird z. B. ein hungerndes Tier eher eine Gefahr in Kauf nehmen, um an Nahrung zu kommen.

    Beeindruckend und für mich beim Lesen überraschend war die Erkenntnis, dass die meisten Tiere wie etwa Frösche oder Hühner keineswegs ein vollständiges Bild der Welt haben. Die Haupttätigkeit ihrer Gehirne besteht im Gegenteil darin, alle Reize auszusortieren, die nicht unmittelbar eine Reaktion erfordern. Diese Tiere haben ein komplettes Verhaltensprogramm angeboren, das sich im Lauf der Evolution über Jahrmillionen bewährt hat. Sie müssen und können praktisch nichts mehr lernen. Und diese Lernunfähigkeit ist ein Vorteil. Denn lernen ist immer mit Gefahren verbunden.

    Das Lernen, das uns Menschen so wertvoll erscheint, wird in der Tierwelt nach Möglichkeit vermieden. Unbekannte Pflanzen oder Tiere fressen kann zu Vergiftungen führen, ein Huhn, das lernen will, wie Füchse so sind, wird gefressen. Deshalb lernen Tiere meist nur sehr gezielt in ganz bestimmten Bereichen. Nur ganz wenige höhere Tiere schaffen sich ein vollständiges Weltbild und eigentlich nur der Mensch lernt auf allen nur möglichen Gebieten. Dabei sind die primitiven Reiz-Reaktionsmuster durchaus auch bei uns Menschen noch aktiv. Sie erlauben es, sehr schnell auf eine Gefahr zu reagieren. Aber das Grosshirn kann die Reaktionen moderieren oder gar ausschalten.

    Ganz zum menschlichen Selbst-Bewusstsein kommt Ditfurth zwar nicht. Dazu müsste er wohl noch die Frage beantworten, wozu das Selbst-Bewusstsein eigentlich gut ist. Dennoch ist das ein einzigartiges Buch, das beste, das Ditfurth geschrieben hat, wohl das beste Buch überhaupt zum Thema Evolution.

    Hier findet man eine kurze Zusammenfassung der Überlegungen aus diesem Buch:
    https://fragen-raetsel-mysterien.ch/die-evolution-des-linsenauges/
  20. Cover des Buches Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren (1877) (ISBN: 9783861955627)
    Charles Darwin

    Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren (1877)

    (1)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    Charles Darwin ist berühmt geworden durch seine Evolutionstheorie. Hier widmet er sich einem anderen Thema: den Ausdrücken und Reaktionen der Menschen und Tiere. Einleitend werden die allgemeinen Prinzipien dazu erklärt um dann auf Ausdrucksformen bei Tieren und Menschen einzugehen. Die restlichen Kapitel haben unterschiedliche Gefühle und die dazu passenden Ausdrücke zum Thema.


    Seine Theorien bestehen aus kurzen Erklärungen, die er dann mit vielen Beispielen zu unterstreichen versucht. Dass er sich bei den Tierbeispielen oft auf Hunde und Katzen bezog, fand ich etwas bedenklich, da diese schon so lange mit dem Menschen zusammenleben, dass sie meiner Meinung nach vieles natürliche abgelegt haben. Auch gesteht er ihnen selten bewusste Absichten zu. So beschreibt er den Gesichtsausdruck seines Hundes zwar als Niedergeschlagenheit, versucht diesen aber auf eine angeborene gegensätzliche Reaktion zurückzuführen und kann sich nicht vorstellen, dass der Hund wirklich niedergeschlagen über einen ausbleibenden Spaziergang ist.

    Das Buch muss unter dem Gesichtspunkt gelesen werden, dass Darwin zu einer Zeit gelebt hat, in der uns selbstverständlich erscheinende Thesen noch jungfräulich waren. Entgegen meinen Erwartungen geht er hier sehr selten auf sein berühmtes Werk und seine – damals noch Theorie – zur Artentstehung ein. Überraschend waren für mich auch seine Annahmen, erworbene Fähigkeiten können vererbt werden – schließlich war ich immer der Meinung seine Postulate hätten genau das widerlegt.

    Noch vor den Großen der Psychologie und Verhaltensforschung probiert sich Darwin an Erklärungen zu Gefühlsausdrücken – wenn diese auch nie so genannt werden. Er spricht von Seelenzuständen und erklärt sehr viel durch starke Nervenkraft (wobei ich nie ganz durchschauen konnte, ob er sich damit wirklich nur auf Nervensignale bezog, oder die Bezeichnung auch mit Muskelbewegungen gleichsetzte). Viele der von ihm beobachteten Verhaltensmuster führte er auf die Physiologie zurück.

    Interessant an dem Buch fand ich auch die Einblicke in die Welt Darwins. So erzählt er kurze Episoden aus seinem Leben (wenn diese sich auch immer auf das Thema bezogen). Seine Wortwahl in einigen Bereichen zeigt die Einstellungen seiner Zeit. So werden Tiere immer als „niedere Tiere“ bezeichnet, Eingeborene als Wilde. Auch die Tatsache, dass er Frauen andere Eigenschaften zugesteht als Männern oder dass für ihn Pferde zum Alltag dazugehören, hat mir immer wieder vor Augen geführt, dass das Buch aus einer Zeit stammt, die sich sehr von unserer unterscheidet.

    Manche der Beispiele waren für mich sehr gegensätzlich und wirkten dadurch etwas seltsam auf mich. So konnte er in einem Absatz von Gesichtsausdrücken beim Menschen und Haltungen bei Hunden sprechen, die heute allgemein bekannt sind, um dann zu Experimenten bei Tieren zu wechseln, denen der Kopf oder Teile des Gehirns entfernt wurden. Dadurch erschienen die, für mich doch recht grausamen Experimente, als für ihn genauso normal, wie das Beobachten seines Haushundes während des Spielens. Daran musste ich mich erst gewöhnen und ich war froh, dass die Beispiele nicht allzu oft auftauchten.

    Fazit: Die Erörterungen zu den Tieren haben mir gut gefallen und vieles fand ich sehr interessant. Bei denen zu den Menschen war mein Interesse nicht ganz so hoch. Auf alle Fälle ein Buch, das einen Eindruck über Charles Darwins Leben und Arbeiten verschafft, wenn man zwischen den Zeilen liest.

  21. Cover des Buches Signale der Verständigung: Das Handicap-Prinzip (ISBN: 9783458169277)
    Amotz Zahavi

    Signale der Verständigung: Das Handicap-Prinzip

    (1)
    Aktuelle Rezension von: PhilippWehrli
    „Wenn ich die Federn im Schwanz eines Pfaus sehe, wird mir übel,“ schrieb Charles Darwin ein Jahr, nachdem er sein Buch über die Entstehung der Arten veröffentlicht hatte. Wie können sich so unpraktische, hemmende Federn, mit denen der Vogel kaum fliegen kann, in der Evolution durchsetzen? – Elf Jahre später erklärte er das Pfauenrad mit der sexuellen Selektion: Pfauen-Weibchen mögen imposante Räder.

    Diese Erklärung ist unbefriedigend. Denn weshalb sollten Pfauen-Weibchen so etwas Unpraktisches und Gefährliches mögen? Die langen Federn würden ja an die eigenen Nachkommen vererbt und auch die Nachkommen beim Fliegen behindern.

    Das Handicap-Prinzip komplettiert Darwins Idee. Weibchen lieben das Rad, gerade weil es eine Behinderung ist. Nur ein top-fitter Pfau kann es sich leisten, so lange Federn zu haben. Wir kennen das Phänomen aus dem Zirkus: Der Seiltänzer geht nicht einfach über das Seil. Nein, er verbindet sich die Augen und geht rückwärts.

    Die Zahavis führen das Handicap-Prinzip an unzähligen Beispielen vor. Dadurch lernt man erstens ungeheuer viel über verschiedene Tierarten. Man kriegt zweitens ein Auge dafür, z. B. beim nächsten Zoobesuch selbst weitere Beispiele zu entdecken. Und drittens lernt man sehr unterhaltsam die Denkweise der Evolutionsbiologen.

    Wenn sich Wölfe einer Herde von Gazellen nähern, gehen einzelne Gazellen den Wölfen entgegen und springen senkrecht hoch in die Luft. Wie kommen sie dazu, sich so unnötig einer Gefahr auszusetzen? – Solche Sprünge, dazu noch in der Nähe der Wölfe, kann sich nur eine kräftige Gazelle leisten, die sich sicher ist, bei einer Verfolgungsjagd zu entkommen. Wölfe sehen den Sprüngen an, wie fit die Gazelle ist. Weder die Gazelle noch die Wölfe haben Interesse an einer unnötigen kräfteraubenden Verfolgungsjagd. Die Wölfe werden sich also ein schwächeres Opfer aussuchen.

    Viele Schmetterlinge und Motten sind giftig, weil sie giftige Pflanzen fressen. Bei den Männchen ist das Gift ein Pheromen, das beweist, dass das Männchen so kräftig ist, dass es sehr viele giftige Pflanzen verträgt. Der Rosapelikan hat in der Paarungszeit einen Wulst zwischen seinen Augen, der ihm die Sicht auf Fische versperrt, die in seiner Schnabelnähe durchschwimmen. Er beweist damit, dass er ein so geschickter Fischer ist, dass er trotz dieser Behinderung genug Fische fängt. Sehr ähnlich beweisen Party-Gänger in der Disco mit einer Sonnenbrille ihre besondere Coolness.

    Wer solche Beispiele mag und mehr über die Tierwelt und auch über die menschliche Angeberei erfahren will, findet in Zahavis Buch eine wahre Fundgrube.
  22. Cover des Buches Steine und Gebeine (ISBN: 9783865025319)
    Rob Wilshaw

    Steine und Gebeine

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenhexe

    Sehr gut geschriebenes und dokumentiertes Sachbuch. Man sagt zwar "kindgerecht", ist aber in diesem Fall durchaus auch "Erwachsenen gerecht" geschrieben. 

    Die Zeichnungen und die knappen und verständlichen Erklärungen sowie die anschaulichen Diagramme und tabellenartige Darstellungen zeigen, wie sich das Leben von Flora und Fauna auf unserer Erde im Laufe der Jahrmillionen entwickelt hat. 

    Aber nicht nur die Entwicklung des Lebens wird sehr anschaulich in diesem Buch dargestellt. Auch wie die Paläontologie zur anerkannten und geachteten Wissenschaft wurde, wird auch gezeigt.

    Was ich besonders lobenswert finde: der Autor hat keine Gewissheiten ausgesprochen, sondern Mutmaßungen und heute anerkannte Theorien über das frühere Leben. Die Wissenschaft kann zum jetzigen Zeitpunkt keine unumstößliche Antworten geben. Da ist sie bescheidener geworden, auch als die Theologie. (Ich meine die Sieben Tage Theorie)

    Gut gemacht!

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