Bücher mit dem Tag "charles dickens"
53 Bücher
- Christoph Marzi
Lycidas
(731)Aktuelle Rezension von: Ulis_BooksInhalt: Ein Waisenmädchen macht sich auf, um ein entführtes Kind zu finden, das angeblich die verschollene Erbin eines Elfenadels ist. Zusammen mit dem Alchemisten Wittgenstein, ihrer Freundin Aurora und dem Elfenbibliothekar Micklewhite steigt sie in die uralte Metropole hinab, einer mystischen und gefährlichen Welt unterhalb Londons. Dabei stößt sie auf den gefallenen Engel Lycidas, der sich an Kinderseelen labt - doch das wahre Böse ist ein ganz anderes.
Meinung: Noch nie hat mich ein Buch so sehr fasziniert wie Lycidas. Es erzählt eine düstere, phantastische und in weiten Teilen auch unbarmherzige Geschichte, die selbst nach hunderten von Seiten nicht loslässt. Man muss das Buch mehrfach lesen, um alle 'Easter Eggs' zu finden, denn der Autor hat in seinen Figuren, mal mehr, mal weniger subtil Figuren aus Literatur, Film und Geschichte versteckt. Für die Fans besonders dicker Bücher extrem empfohlen! - Charles Dickens
Oliver Twist
(744)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Oliver musste sehr viele unschöne Dinge durchmachen, die den Leser mitfiebern und mitleiden lassen. Gut aufgebaute Spannungsbögen und ein sehr angenehmer Schreibstil kommen oben drauf. Hinzu kommt, dass ich den Krimi in diesem Klassiker sehr schätze, aber auch, dass gezeigt wird, dass früher alles vom Ablauf her anders war, als es heute der Fall ist. Am besten finde ich jedoch, dass nicht nur nach Olivers Vergangenheit gesucht wird, sondern dass Oliver als Charakter sehr bodenständig und höflich rüber kommt und die Grundwerte, wie sich zu bedanken, jemanden begrüßen etc. nicht unter gehen. Ein Buch, das ich sehr gerne nochmal lesen möchte und das ich hier auch sehr gerne weiterempfehle.
- Charles Dickens
Große Erwartungen
(242)Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeow𝐆𝐫𝐨ß𝐞 𝐄𝐫𝐰𝐚𝐫𝐭𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 ist ein Roman den ich schon länger lesen wollte, seit ich den Trailer zu der Verfilmung von 2012 gesehen habe. Aber vor dem Film, erst das Buch, dachte ich mir. Ich finde Charles Dickens passt gut in die Weihnachtszeit und deswegen habe ich es mir für diesen Monat aus der Bücherei ausgeliehen.
In der Geschichte geht es um den Waisenjungen Pip und wie er durch einen unbekannten Gönner in den Genuss von Bildung und Aussicht auf Wohlstand kommt und dabei auf so manches Hindernis stößt.
Das Buch war ein ganzes Stück Arbeit.
Es umfasst etwa 600 Seiten und das ist lang für einen Klassiker. Die lesen sich nie schnell weg und ich wollte zwischendurch lieber andere Bücher lesen. Aber bei Klassikern muss man am Ball bleiben.
Dabei enthält der Roman allerlei interessante Figuren und Themen.
Da hätten wir die geisterhafte Miss Havisham. Am Hochzeitstag verlassen, vegetiert diese in ihrem Brautkleid vor sich hin und verlässt nie ihre Villa, die noch immer für den großen Tag vorbereitet ist. Unter Spinnenweben und Schimmel, versteht sich.
Pip’s Leben beginnt sich zum Guten zu wenden, als er zu Miss Havishams Unterhaltung eingeladen wird. Dort trifft er auf die gleichaltrige Estella, in die er sich sofort verliebt. Aber Estella ist kaltherzig und arrogant.
Auch ein entflohener Sträfling, den Pip unter Nötigung geholfen hat, spielt immer wieder ein Rolle, genauso wie der furchterregende Anwalt Mr. Jaggers.
Aber unsere Hauptfigur ist Pip, den wir durch verschiedene Lebensphasen begleiten. Er steigt auf und fällt, wird sich im klaren darüber was im Leben wirklich zählt, leistet Wiedergutmachung und beweist sein gutes Herz.
Nicht ganz nachvollziehbar fand ich seine Liebe zu Estella, die allein auf ihrer Schönheit beruht und die allenfalls Ehrlichkeit und die Loyalität gegenüber Miss Havisham als gute Eigenschaften zu bieten hat. Das hat allerdings einen sehr interessanten Grund.
Was mich aber überzeugen konnte, waren die warmherzigen Männerfreundschaften in dieser Geschichte.
Leider fand ich, dass der Roman einige Längen aufweist und recht ausschweifend geschrieben ist. Manche Figuren waren aufgrund ihrer Ausdrucksweise derart schwer zu lesen, dass ich diese Zeilen, manchmal nur überflogen habe.
Abgesehen davon ist es aber eine sehr schöne Geschichte über Moral mit geradezu märchenhaften Passagen, einigen Überraschungen und einem wunderbaren, versöhnlichen Ende. Sicher nicht mein letzter Charles Dickens Roman.
- Jasper Fforde
Der Fall Jane Eyre
(575)Aktuelle Rezension von: Svenjas_BookChallengesAuch „Der Fall Jane Eyre“ von Jasper Fforde (aus dem Englischen übersetzt von Lorenz Stern) ist ein Buch, das ich aus eigenem Antrieb wahrscheinlich nicht gelesen hätte. Einfach, weil ich noch nie davon gehört hatte und mittlerweile ja nur noch selten Fantasy lese. Aber es wurde mir als „ähnlich zu Walter Moers“ empfohlen und könnte daher gut zu meinem Dissertationsvorhaben passen. Aber ehrlich gesagt bin ich mir nach dem Lesen nicht so sicher, was ich von dem ersten Band der Thursday-Next-Reihe halten soll.
Eines war er auf jeden Fall: ein wilder Ritt. Und was für einer! Jasper Fforde entführt uns in ein absolut freakiges Universum, in dem gefühlt kein Stein auf dem anderen bleibt. Ich hatte mir eine nette, vielleicht zauberhafte Geschichte á la „Tintenherz“ vorgestellt, aber weit gefehlt. „Der Fall Jane Eyre“ ist eher Agententhriller mit einer guten Portion Übersinnlichem + einer Prise Science Fiction, angereichert mit jeder Menge Blut, als kuscheliges Book-Fantasy.
In diesem, zugegeben sehr weirden Paralleluniversum, tobt seit über 100 Jahren ein Krimkrieg zwischen Großbritannien und dem auch 1980 noch zaristischen Russland, es gibt LiteraturAgenten, die aber nicht etwa Manuskripte an den Verlag bringen, sondern Literaturverbrechen aufdecken, es gibt schwarze Löcher, Zeitreisen und und und. Ganz nebenbei geht es aber natürlich auch um den im Titel erwähnten Roman „Jane Eyre“ und um weitere Klassiker der britischen und amerikanischen Literatur. Romanfiguren werden entführt, die literarische Welt erpresst, Agenten sterben wie die Fliegen und hinter all dem steckt ein perfider Superschurke.
Puh, ich muss erstmal wieder zu Atem kommen. Ganz ehrlich: Hier war mir deutlich zu viel los. Der Roman ist zwar mit jeder Menge Wortwitz geschrieben und hat wirklich tolle Momente, er ist aber auch vollgestopft bis oben hin. In diesem Universum herrscht reinstes Chaos, es gibt kaum Regeln und es passiert einfach alles nebeneinander, durcheinander und querbeet. Einige Handlungsstränge haben sich mir irgendwie gar nicht erschlossen und mich ermüdet (ich sag nur: Krimkrieg und Republik Wales), andere waren mir zu unausgereift. Gleichzeitig sind die Figuren zwar herrlich skurril, aber vielleicht auch ein bisschen zu klischeehaft gezeichnet. Und gerade Ich-Erzählerin Thursday Next hat mich irgendwie gar nicht überzeugt.
Fazit: Ich bin mir nicht sicher, ob die Reihe für meine Dissertation geeignet ist (stellt sich auch vielleicht erst im Prozess heraus), aber ohne literaturwissenschaftliches Interesse würde ich sie vermutlich nicht weiterlesen. Mein Leben ist manchmal schon chaotisch genug, da kann ich so viel Literatur-Chaos nicht auch noch gebrauchen. Obwohl ich andererseits zugeben muss, dass ich einige Aspekte an der Geschichte richtig cool fand. „Der Fall Jane Eyre“ lässt mich auf jeden Fall zwiegespalten und auch ein bisschen ratlos zurück.
- H.G. Parry
Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep
(91)Aktuelle Rezension von: MadameBuchfeinDas Buch ist erstaunlicherweise aus der Sicht des Bruders, von Rob, geschrieben und nicht von Charles, der die Fähigkeit hat Figuren aus Büchern herauszulesen.
Diese Fähigkeit finde ich wirklich faszinierend, da die Figuren nicht einfach da sind, sondern sie nehmen mehr oder weniger die Erinnerungen usw. von Charles auf, was natürlich wiederum die Figuren beeinflusst. Auch kann er Ihnen Fähigkeiten andichten, wenn er etwa über Theorien brütet, mit denen er sich als Literaturprofessor beschäftigt. Dadurch kann es auch mal etwas gefährlicher werden..
______☆●☆_______
Was mir auch sehr gut gefällt ist, dass die Figuren nicht 17, sondern erwachsen sind und mitten im Leben stehen, wobei das bei Charles wohl etwas weniger der Fall ist als bei Rob.
______☆●☆_______
Der Schreibstil ist sehr flüssig und hat mich gerade so durch die Geschichte fliegen lassen.
______☆●☆_______
Das erstaunliche an dem Buch ist.. es ist definitiv Fantasy - ich meine lebende Figuren aus Romanen? Es muss Fantasy sein! Aber es fühlt sich absolut real an, als ob z.B. die liebe Millie auch gleich bei mir vor der Tür stehen könnte um zum Kaffeetrinken zu kommen.
Mit den Charakteren habe ich mich so verbunden gefühlt und ich habe einfach dazu gehört.
Außerdem ist es mal eine ganz andere Art gewesen, die Welt aus Bücher zum Leben zu erwecken und sie zu erleben.
- Charles Dickens
Great Expectations (Vintage Classics Dickens Series)
(77)Aktuelle Rezension von: BeautifulLifeEine Reise durch das Leben von Pip vom unschuldigen Waisen bis hin zum ausgebrannten Erwachsenen mit vielen Schulden. Dickens ist bekannt für seine stark überzeichneten Charaktere und die großen Plottwists. Ohne diese zu spoilern lässt sich sagen, dass das Buch mit seinen gesellschaftskritischen Aspekten keine leichte Kost ist. Wenn man sich mit den einzelnen Charakteren, Beschreibungen und Motiven beschäftigt, findet man schnell heraus, dass Dickens gängige Dualismen humorvoll invertiert.
Wer ein unkompliziertes Plot mit wenig Charakteren mag, der findet in Große Erwartungen und generell mit Dickens nicht gerade sein Mekka. Dieses Werk ist für alle, die Gesellschaftskritik lieben und Charaktere bevorzugen, die dynamisch und fehlerhaft sind.
- Sarah Rees Brennan
Golden Darkness - Stadt aus Licht & Schatten
(162)Aktuelle Rezension von: Bookoholic01Das Buch ist ein Einzelband mit einem doch recht offenen Ende. Sarah Rees Brennan hat ihr Buch an “Eine Geschichte aus zwei Städten” von Charles Dickens angelehnt. Wie in diesem Buch geht es um zwei Städte und um eine Revolution die vieles verändern soll und doch nur die Opfer und Täter Rollen vertauscht.
Die geteilte Stadt ist New York. Es gibt eine Licht- und eine Dunkleseite. Auch die Bewohner können nach Licht und Dunkel entsprechend ihrer magischen Fähigkeiten eingeteilt werden.
Nachdem Lucies Freund Ethan des Verrats bezichtigt wird und sie unerwartet Hilfe von seinem Doppelgänger bekommt, verliert ihr Leben ziemlich schnell die Ordnung die sie sich aufgebaut hatte.
Die Handlung war spannend und konnte mich mit dem Schreibstil super mitreißen und allein davon ausgehend und von den Themen wäre es ein fantastisches und emotionales fünf Sterne Buch, jedoch hatte ich ein paar Probleme mit den Charakteren.
Die Charaktere kamen mir etwas wirr vor und mir ist besonders gegen Ende aufgefallen wie sie sich in sich selbst widersprochen haben und innerhalb von vier Seiten zwei verschiedene Erkenntnisse zur selben Sache hatten, zwischendurch jedoch mit niemanden geredet hatten und auch nichts passiert war. Es gab nicht mal richtig Übergang. Leider haben Lucie und Ethan für mich auch einfach nicht zusammen gepasst und waren mir im Doppelpack irgendwie zu naiv. Lucie war sobald sie allein war irgendwie immer sehr scharfsinnig hatte aber immer mal wieder so ihre Phasen (in denen sie dann meist mit Ethan zusammen war). Der einzige Charaktere den ich durchgehend mochte war Carwyn.
Es war jedoch insgesamt ein super spannendes Buch, dass einen zum nachdenken anregt.
- Charles Dickens
Die Pickwickier
(44)Aktuelle Rezension von: andischmidt
Endlich mal eine gelungene Umsetzung, sprich ohne Fehler und vernünftig mit Inhaltsverzeichnis. Ich denke, mittlerweile sollte das der Standard sein.
Zum Buch muss ich nicht viel schreiben. Eine Kritik stünde mir eh nicht zu... Außerdem habe ich erst die ersten ca. 50 Seiten (E-Book-Seiten?) gelesen - Amor Towles
Eine Frage der Höflichkeit
(108)Aktuelle Rezension von: ArgentumverdeAls Kate auf einer Fotoausstellung in den 1960ern zwei Fotos eines Mannes aus ihrer Vergangenheit entdeckt kommen Erinnerungen an die Vergangenheit hoch - New York, Silvester 1937: Die beiden Freundinnen Kate und Eve gabeln in einer Jazzkneipe den charmanten Tinker Grey auf. Er scheint Single zu sein und nicht verarmt. Eine turbulente Freundschaft à trois beginnt, zwischen schicken Partys und billigen Absteigen, Tinker wird der Schlüssel zu Kate und Eve's Träumen der High Society. Erst als ein jäher Unfall das dekadente Abenteuer abrupt beendet, rücken auch die Gefühle in den Vordergrund. Rückblickend erzählt Kate von der Zeit am Vorabend des Zweiten Weltkriegs und von einer Freundschaft, zwischen Naivität, Ignoranz und Lebensfreude.
Amor Towles erzählt die Geschichte in ruhigen, leichten Tönen, mit einem Hauch von Melancholie, der über Allem schwebt, und diesem Buch etwas Besonderes verleiht. Auch die Figuren bleiben eher oberflächlich in ihrer Beschreibung. Nur Eve und Tinker bekommen tiefere Charakterzüge, im Gegensatz zur Protagonistin Kate, die durchweg irgendwie blass und farblos bleibt, obwohl seltsamerweise alle Menschen, die Kate begegnen, von ihr umgehend fasziniert zu sein scheinen. Die Oberflächlichkeit der Figuren passt allerdings zum Zeitpunkt, denn der Glanz der 20er Jahre ist längst verblasst im trüben Dunst der Weltwirtschaftskrise. Aber allein durch Ruhe und Melancholie getragen, verliert das Buch an einigen Punkten sich einfach zu sehr und verläuft leider zeitweise in die Langeweile.Mein Fazit: Ein ruhiger, fließender Roman mit stimmigen Flair und stellenweise bezaubernden Wortgeflechten. Leider hält er den Leser nicht durchgängig gefangen, bleibt teilweise einfach zu oberflächlich oder rutscht ins Langweilige. Trotzdem nehme ich einige besondere Momente mit und werde nach dem nächsten Werk des Autors Ausschau halten.
- Charles Dickens
A Christmas Carol
(126)Aktuelle Rezension von: wordworld
Für meine Klassiker-Challenge habe ich es dieses Jahr zu Weihnachten endlich geschafft, Charles Dickens' "A Christmas Carol" (deutsch: "Eine Weihnachtsgeschichte") im Original zu gelesen. Allein durch den Disney-Film, aber auch durch die zahllosen Verfilmungen, Theaterstücke oder Adaptionen kennt wohl jeder die Geschichte zumindest in Grundzügen. Doch selbst, wenn man die Handlung um den geizigen Ebenezer Scrooge, der durch drei Geister die wahre Bedeutung von Weihnachten erkennt, in- und auswendig zu kennen glaubt, lohnt es sich meiner Meinung nach sehr, das mit ca. 160 Seiten recht kurze Buch in seiner ursprünglichen Form zu lesen.
"A Christmas Carol" war mein erstes Buch von Charles Dickens und ein großartiger Einstieg in sein Werk. Trotz des Alters (erstmals veröffentlicht in 1843 feiert die Geschichte bald ihren 200. Geburtstag) ist seine Sprache lebendig und charmant, seine Erzählweise zugleich humorvoll und tief berührend, wenn er Scrooges Wandlung vom verbitterten Geizhals zum großzügigen Menschen schildert. Im Gegensatz zu den doch eher fröhlichen Adaptionen besitzt der Roman eine düstere, stellenweise fast gruselige Atmosphäre, die die sozialen Missstände des viktorianischen Englands sowie die Existenzängste des mit ewiger Verdammnis gedrohten Scrooge ungeschönt beleuchtet. Charles Dickens verankert die Geschichte zeitlich stark in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen seiner Zeit, vermittelt dabei aber eine zeitlose moralische Botschaft: Großzügigkeit, Mitgefühl und Nächstenliebe als Tugenden besonders zur Weihnachtszeit zu pflegen. Somit endet die Geschichte mit einer hoffnungsvollen Botschaft, die auch nach über 180 Jahren nichts von ihrer Kraft verloren hat.
"It is a fair, even-handed, noble adjustment of things, that while there is infection in disease and sorrow, there is nothing in the world so irresistibly contagious as laughter and good humour."
Fazit
"A Christmas Carol" ist ein wahrer Klassiker, der sich nicht nur als Weihnachtslektüre lohnt. Ob man die Geschichte bereits kennt oder nicht – das Buch im Original zu lesen, ist ein warmherziges Erlebnis.
- Charles Dickens
Oliver Twist
(131)Aktuelle Rezension von: neenchenVon dem Roman „Oliver Twist“, geschrieben 1838 von dem britischen Schriftsteller Charles Dickens, hat jeder bestimmt schon mal gehört, aber nur wenige haben ihn auch gelesen, denn er ist nicht besonders gut gealtert, wurde aber nichtsdestotrotz sehr häufig für Bühnen, das Fernsehen und das Kino adaptiert.
Nachdem die Mutter bei der Geburt stirbt, kommt das Neugeborene ins Waisenhaus und erhält dort den Namen Oliver Twist. Von da an ist sein Leben gezeichnet von Leid. Die ersten Jahre im Waisenhaus und dann die Ausbildung bei einem Sarg-Tischler sind gleichermaßen von Schikanen geprägt. Eines Tages flieht der mittlerweile neunjährige Junge und gelangt nach London. Dort wird er schnell von anderen Jungs aufgegriffen und von ihrem tollen Leben als Diebe überzeugt. So wird er zum Teil einer Bande, die von dem Juden Fagin angeführt wird. Doch immer wieder gibt es auch Lichtblicke, die Oliver ein anderes Leben ermöglichen könnten, falls er es schafft, sich von seiner Vergangenheit und seinen neuen ‚Freunden‘ zu lösen.
Der 416-seitige Roman von Charles Dickens (1812-1870), der u.a. auch Werke wie „Eine Weihnachtsgeschichte“ (1843) und „Große Erwartungen“ (1860) schrieb, ist ein großes Stück Leidensgeschichte. Der Hauptcharakter Oliver ist der Spielball vieler negativer Kräfte und vermag sich über die Hälfte der Zeit nicht zu wehren. Natürlich handelt es sich dabei um einen sehr jungen Charakter, so dass man dies sogar für wahrscheinlich halten kann. Aber diese Ohnmacht und auch die Naivität, wie er immer wieder an die falschen Leute gerät, ist anstrengend und nimmt dem Buch jegliche Spannung, da ja bereits bekannt ist, dass es immer wieder so schlecht wie möglich laufen kann. Zum Ende hin entwickelt sich die Geschichte weiter, sodass das letzte Drittel des Buches einen gewissen Schwung bekommt. Geheimnisse und Verbindungen werden aufgedeckt und endlich scheint für Oliver mal das Glück hold zu sein. Doch muss man sich als Leser:in wirklich anstrengen, um diesen Punkt zu erreichen. Dass dies so schwer fällt, liegt auch an der Sprache. Charles Dickens Erzählweise und Wortwahl ist erstaunlich schlecht gealtert. Ein guter Lesefluss bleibt daher aus, so dass man nach einem kurzen Kapitel das Buch gerne wieder zur Seite legt. Hinzu kommt die Übersetzung ins Deutsche, welche die Mundart der Personen in deutsche Dialekte wie das Berlinerische überträgt, so dass das Lesen eine weitere Schwierigkeit und auch einen unangenehmen Klang bekommt. So ist die Lektüre des bekannten Klassikers, der oft adaptiert wurde, u.a. als „Oliver“ von Carol Reed , der 1968 den Oscar für den ‚Besten Film‘ bekam, nicht besonders erbaulich, spannend oder amüsant.
Fazit: „Oliver Twist“ ist ein Roman aus dem 19. Jahrhundert aus der Hand des bekannten Autors Charles Dickens. In einem schwer zugänglichen Stil mit eingebauter Mundart wird eine Leidensgeschichte entfaltet, die sich immer so schlecht wie möglich entwickelt. Die Ohnmacht des Helden wird übertragen und führt dazu, dass man als Leser:in kaum mitfühlt und im Gesamten keine Spannung aufkommt. So ist die Lektüre des Klassikers kein Must-Read, stattdessen sollte man eher auf die Filme, die darauf basieren, zurückgreifen.
Doreen Kaltenecker - https://testkammer.com/2023/03/05/oliver-twist-von-charles-dickens-1838/
- Charles Dickens
Die Charles-Dickens-Weihnachtsgeschichte
(39)Aktuelle Rezension von: BooksaremyLifeEine Geschichte bei der Weihnachtsstimmung aufkommt und nebenbei eine tolle Botschaft vermittelt ✨️ Die Zeit mit den Menschen die man liebt als wertvoll zu erachten ♥️
«Eine Weihnachtsgeschichte» ist rührselig und zurecht der größte Weihnachtsklassiker aller Zeiten.
Der Schreibstil in der Allwissenden Erzählperspektive hat mir den Lesefluss zeitweise etwas erschwert da dieser natürlich sehr veraltet ist aber nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte sehr gut gefallen.
𝟒,𝟓/𝟓 ⭐️
- Charles Dickens
Eine Weihnachtsgeschichte. Schmuckausgabe mit Goldprägung
(526)Aktuelle Rezension von: Fee04Was, wenn die größte Liebesgeschichte aller Zeiten eigentlich eine Geschichte über Hass ist? ❤️🩹
Vor rund 430 Jahren schrieb Shakespeare über zwei Menschen, die sich liebten und an einer Welt zerbrachen, die ihre Liebe nicht zuließ.
Romeo und Julia.
Montague und Capulet.
Liebe und Hass.
Und ein Ende, das bis heute niemand vergisst.Eine Tragödie in fünf Aufzügen, die mit einem Prolog beginnt und uns direkt hineinzieht in die Feindschaft zweier Familien und die heimliche Liebe ihrer Kinder.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum diese Geschichte nach mehr als vier Jahrhunderten noch immer funktioniert. Weil sich Menschen verlieben, Familien streiten, Vorurteile zerstört werden und Liebe manchmal gegen eine ganze Welt ankämpfen muss.
„Die armen Opfer unserer Zwistigkeiten.“ (letzter Aufzug/Seite 111)
Dieser Satz aus dem letzten Aufzug fasst für mich noch einmal alles zusammen. Denn Romeo und Julia sind nicht nur Opfer ihrer tragischen Liebe, sie sind Opfer eines Hasses, den sie selbst nie geschaffen haben.
Und diese wunderschöne Schmuckausgabe macht aus einem Klassiker auch optisch ein kleines Schmuckstück. Zart, edel und mit einem Einband, der schon beim ersten Anblick Lust macht, Shakespeare wiederzuentdecken.
Romeo und Julia ❤️ vor über 400 Jahren geschrieben und noch immer mitten ins Herz.
William Shakespeare
Romeo und Julia
aus dem Englischen von August Wilhelm von Schlegel
Verlag : Anaconda
- Elif Shafak
Am Himmel die Flüsse
(151)Aktuelle Rezension von: GundolfElif Shafak führt Handlungsstränge aus verschiedenen Zeiten zusammen. Das beginnt in der mesopotamischen Antike, führt aber hauptsächlich ins 19. Jahrhundert und in die Jetztzeit, Durch Keilschrift und das Zeichen für Wasser, Begebenheiten im Zweistromland und die Geschichte der Jesiden ist alles miteinander verbunden.
Im 19. Jahrhundert wird die Geschichte des Assyriologen George Smith in vielen Details nachgezeichnet, der die Keilschrift entzifferte. Im Buch heißt er allerdings Arthur Smyth und weist auch ein paar fiktionale Züge auf. Mit ihm beginnt der Erzählstrang über die Jesiden, die der breiten Öffentlichkeit wohl erst durch die Massaker des Islamischen Staates (IS, ISIS, Daesch) an ihnen bekannt wurden. Über den Glauben und die Geschichte der Jesiden erfahren Leser*innen dabei sehr viel.
Shafak erzählt Smyths Geburt und Jugend in bitterer Armut am Ufer der Thames ebenso wie sein Aufstieg im Britischen Museum und seine Reisen nach Mesopotamien, wo er die Jesiden besser kennenlernt und sich in eine mehr oder weniger schamanische Frau verliebt, allerdings ohne dass es jemals zu einer Erfühllung dieser (beidseitig empfundenen) Liebe kommt.
Die Jetztzeit führt ebenfalls und gleichzeitig ins heutige London zu einer Frau mit mesopotamischen Wurzeln, die aus ihrer Ehe und dem bisherigen Leben ausbricht und ein Wohnboot auf der Thames mietet (ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt), und zu den Jesiden und den beginnenden IS-Massakern. Das ganze Buch ist einerseits wunderschön und mit seinen Liebesgeschichten "bittersüß", andererseits furchtbar tragisch und traurig, und die Schilderungen mancher Ereignisse sind ehrlich gesagt fast nicht zu ertragen. Aber sie sind bzw. waren – leider – Realität!
There are Rivers in the Sky ist ein wunderschönes und wichtiges Buch der türkisch-britischen Autorin. Sie hat es, wie alle späteren Werke, auf Englisch geschrieben. Und auch ich habe es im englischen Original gelesen, das eine wunderbare, flüssige und poetische Sprache hat. Zur deutschen Übersetzung kann ich aus diesem Grund nichts sagen, weil ich sie nicht kenne.
Für mich ist dieses Buch ein wertvoller Beitrag zur Weltliteratur. Absolut empfehlenswert. Und eine kleine Warnung: Empfindsame Leser*innen sollten sich einen Packen Taschenbücher bereitlegen …
- Charles Dickens
Eltern family Weihnachtsmärchen
(12)Aktuelle Rezension von: Amy_BellFazit
Den Inhalt von „Einer Weihnachtsgeschichte“ und „Der Schneekönigin“ erspare ich mir hier, denn, wer kennt ihn nicht? Darum gibt es nur ein Fazit. Beide Geschichten sind wunderbar eingesprochen. Vor allem „Eine Weihnachtsgeschichte“ hat mir genial gefallen. Es geht hier wirklich ein großes Lob an den Sprecher. Er hat es geschafft, interaktiv die Geschichte zu erzählen, auf zwei Ebenen, als Erzähler und eben die Geschichte an sich. Einfach super!
Ich habe beide CD´s sowohl alleine, als auch mit Kindern gehört und muss sagen, dass beide wirklich gut ankommen.
Das beigefügte Malbuch wurde auch gleich in Beschlag genommen und verziert.
Perfekt für alle Kinder ab 3-4 Jahren, die schon etwas mehr Aufmerksamkeit und Konzentration aufbringen können ,um einem Hörspiel zu folgen. - Imke Sörensen
Meine schönsten Weihnachtsmärchen
(48)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderDie Kinder haben nicht viel und es ist kalt und so holt der Pastor die kleine Frieda und Paul immer zu sich und sie singen und basteln und es ist gemütlich. Bald ist Weihnachten und dafür basteln wir Geschenke. Aber Paul weiß nicht wie lange es noch ist bis Weihnachten und da hat der Pastor eine Idee. Zwei Kinder hören ein Kindlein an der Haustüre und lassen es ein und wissen nicht, wer dieser besondere Gast ist Der Weihnachstmann ist alt und müde und da kommt das Christkind und da entsteht eine Idee Liebevoll geschrieben, schön und stimmungsvoll. Die Bilder sind einfach toll und warm.
- Matt Haig
Das Mädchen, das Weihnachten rettete
(76)Aktuelle Rezension von: Roman-TippsNachdem der 1. Band der Weihnachts-Reihe von Matt Haig “Ein Junge namens Weihnacht” für mich zum Lieblingsbuch geworden ist, wollte ich unbedingt auch die Fortsetzungen lesen. “Ein Mädchen, das Weihnachten rettete” ist der 2. Band und konnte mich mit seiner Magie wieder überzeugen.
In “Ein Mädchen, das Weihnachten rettete” geht es um Amelia, das Kind, das als erstes vom Weihnachtsmann besucht wurde, und ein Problem, welches in Wichtelgrund zu einer Katastrophe führt. Amelia lebt mit ihrer Mutter und ihrem schwarzen Kater in ärmlichen Verhältnissen und versucht mit einer Arbeit als Kaminkehrermädchen ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch als ihre Mutter erkrankt und sie den Weihnachtsmann um Hilfe bittet, erscheint dieser nicht. Denn der hat leider ganz andere Probleme: Ein Angriff auf Wichelgrund sorgt dafür, dass Weihnachten dieser Jahr ausfällt. Es muss herausgefunden werden, wie es dazu kam. Doch im nächsten Jahr, als sich Amelias Leben vollständig zum Schlechten ändert, gibt es kaum noch Hoffnung – und Weihnachten droht wieder auszufallen. Und deshalb macht der Weihnachtsmann sich auf die Suche nach Amelia…
Der 1. Band hatte mir zwar ein bisschen mehr gefallen, aber auch der 2. Band besticht mit einer zauberhaften, magischen, schönen und herzerwärmenden Geschichte und Schreibstil und tollen Illustrationen. Genau richtig für gemütliche Lesetage im Winter. Und das Ende, wie es schließlich mit Amelia etc. weitergeht, hat mir auch richtig gut gefallen. Ich freue mich schon auf den 3. Band!
Fazit:
Eine wundervolle, magische, herzerwärmende und schöne Fortsetzung!
- Charles Dickens
Weihnachtserzählungen
(68)Aktuelle Rezension von: Miss_bookaddictedTitel: Weihnachtserzählungen
Autorin: Charles Dickens
Genre: Klassiker
Seitenzahl: 672
Verlag: Anaconda
Erscheinungsdatum: 11.10.2021
In dem Buch sind 9 verschiedene Weihnachtsgeschichten von Charles Dickens in einem Band zusammengefasst. Enthalten sind viele alte Illustrationen der Erstausgaben, die die Geschichten schön untermalen. Der altmodischer Schreibstil war für mich anfangs nicht so einfach, aber wenn man einmal drinnen ist, dann liest es sich ganz gut. Dadurch, dass es viele kleine Geschichten sind, lässt sich das Buch nicht in einem Rutsch durchlesen. Einige Geschichten haben es wirklich in sich und müssen erstmal verdaut werden. Alles in allem ist es eine wundervolle Sammlung von Weihnachtlichen Geschichten, die sich auch wunderbar zum Vorlesen eignen.
Es beginnt mit „Ein Weihnachtslied in Prosa“ von 1843, der bekannten Geschichte rund um den Griesgram Scrooge, der von drei Geistern heimgesucht wird und so lernt Weihnachten zu lieben.
Die zweite Geschichte nennt sich „Die Silvesterglocken“ von 1844 und handelt ebenfalls von Geistern. In der Silvesternacht träumt Toby von seinem eigenen Tod und seinem Leben als Geist. Er sieht was sich seitdem verändert hat: Seine Tochter hat einen Trinker geheiratet und ist unglücklich. Da wacht Toby auf und nimmt sein Leben selbst in die Hand.
„Heimchen am Herd“ von 1845 handelt von Dot und John Peerybingle, die unverhofft einen Fremden bei sich aufnehmen und ein kleines Weihnachtswunder erleben.
„Der Kampf des Lebens“ von 1846 die Geschichte handelt von Marion, die mit Alfred verheiratet werden soll, der Vertrag wird unterschrieben und alles ist besiegelt. In der Zwischenzeit geht Alfred an eine Universität und Marion pflegt Michael Warden, in den sie sich auch verliebt. Michael muss ins Ausland fliehen, da er große Schulden hat und möchte Marion mitnehmen, doch diese bleibt lieber bei ihrer Tante. So gibt sie ihrer Schwester die Chance sich in Alfred zu verlieben. Am Ende geht natürlich alles gut aus und jeder findet sein persönliches Glück.
In „Der Verwünschte“ von 1848 geht es um Professor Redlaw, der seit dem Tod seiner Schwester und seines Schulfreundes sehr gequält wird. Ein Geist bietet ihm an die Quälenden Gedanken von ihm und von allen seinen Mitmenschen zu nehmen. Doch mit ihrem Kummer und der Traurigkeit verlieren die Menschen auch jegliches Mitgefühl und Interesse an anderen. Nun geht es darum dem Irrsinn ein Ende zu bereiten.
„Die Geschichte des armen Verwandten“ von 1852: Am Karminfeuer erzählen sich die Gäste eines Hauses Geschichten. Der arme Verwandte Michael beginnt von seinem armseligen Leben zu erzählen, von seinem Onkel, der ihn enterbt hat, seine Braut, die ihn verließ und von seinem Partner, der ihn aus der Firma drängte. Anschließend erzählt er seine Version der Geschichte, in der es ihm deutlich besser geht. Eine Fantasie, um mit dem eigenen Leid umgehen zu können.
„Die Geschichte des Schuljungen“ von 1853: Am Karminfeuer erzählen sich die Gäste eines Hauses Geschichten. Ein junger Mann erzählt die Geschichte von Cheeseman einem gemobbten Jungen, dem es in seinem späteren Leben als Lehrer auch nicht besser erging. Einestages kam er nicht mehr zur Schule und seine Peiniger bekamen Angst, er hätte sich Umgebracht. Er hat allerdings ordentlich geerbt und muss deshalb nicht mehr arbeiten. Statt sich nun an seinen Peinigern zu rächen, lädt er sie zu einem großen Festmahl ein und bedankt sich bei ihnen.
In „Mrs Lirripers Fremdenpension“ von 1863 geht es um die gutmütige Witwe Mrs. Lirriper, die einige Menschen in ihrer Pension kennenlernt. Nachdem eine ihrer Mieterinnen bei der Geburt eines Jungen stirbt, zieht sie den kleinen Jemmy zusammen mit einem anderen Mieter, ihrem guten Freund Major groß. Anschließend erzählt der Major einen Rückblick von einem Weihnachtsfest zu dritt, bei dem es gemütlich zu geht.
Die letzte Geschichte „Doktor Marigold” aus dem Jahre 1865 handelt von Doktor Marigold, der seine Familie und seinen Hund verliert. Auf einem Jahrmarkt findet er ein taubstummes Mädchen, dass seiner toten Tochter sehr ähnlichsieht. Er kauft sie und ersetzt somit seine Tochter. Er kümmert sich gut um das Mädchen, dass sich wenig später in einen taubstummen Mann verliebt.
- Terry Pratchett
Dunkle Halunken
(92)Aktuelle Rezension von: Stuffed-Shelves[...]»Dunkle Halunken« ist einer der wohl realistischsten Romane Terry Pratchetts und zudem eine Hommage an den großen Geschichtenerzähler Charles Dickens. Und es ist ein Rundum-Glücklich-Paket. Die Figuren sind gelungen und durch den fehlenden Fantasyeinschlag sehr nachvollziehbar und bodenständig. Die Atmosphäre ist, allem Humor zum Trotz, gut eingefangen und weiß zu gefallen. Die Geschichte um Dodger selbst hat Dramatik, Spannung und eine Menge Schmunzelmomente. Alles, was man von Pratchett erwartet also. Mit »Jack Dodgers London Guide« packt der Piper Verlag zudem ein nettes Gimmick mit in die Veröffentlichung, welches zwar unter dem Taschenbuchformat leidet, aber immer noch manch wissenswertes und unterhaltsames aus der Welt von Jack Dodger erzählt.
Die komplette Rezension wie immer auf Stuffed-Shelves.de - Antonia Michaelis
Die wunderliche Reise von Oliver und Twist
(13)Aktuelle Rezension von: SeitenwindAm Anfang riecht man bereits eine "fein am Reißbrett entworfene Geschichte": Armer Junge, hilflos und einsam in der Welt. Trifft auf neuen Freund, der hilft ihm und umgekehrt. Alles super...
Das Schema tritt zum Glück durch teils sehr schöne Abenteuer öfters in den Hintergrund, wird aber leider gegen Ende wieder sauber ausgegraben. Gewürzt wird es durch zeitliche Verknappung und angedeutete Grausamkeiten, wobei (zum Glück) fast alles gewaltfrei, fast schon pazifistisch verläuft.
Charakteristisch für das Buch sind die Redebeiträge des Dackels, die überwiegend flach und holprig klingen, aber irgendwie auch auf andere Art liebevoll.
Fazit: Teils hanebüchen, aber überwiegend liebevoll und geschichtenreich.
- Lev Kaplan
Oliver Twist
(9)Aktuelle Rezension von: EleonoraOliver wächst unter widrigen Umständen in einem Waisenhaus auf. Hunger und Bestrafung sind an der Tagesordnung. Als er zu einem Bestatter geschickt wird, um dort in Lehre zu gehen und heftigst verprügelt wird, rennt er am nächsten Morgen davon Richtung London. Geschwächt und in Lumpen gekleidet wird er kurz vor der Stadt von einem Jungen aufgegabelt, der ihm Hilfe von einem Herrn anbietet. So landet Oliver bei Fagin, einem Gauner und Dieb, der kleine Kinder für seine Machenschaften einspannt. Auch Oliver soll bei ihm das Diebeshandwerk lernen. Als er eines Tages einen Diebstahl der anderen Kinder zu Lernzwecken beobachtet, wird er fälschlicherweise verdächtigt und vor Gericht gebracht. Glücklicherweise wird er dort entlastet und der Bestohlene zeigt sogar ein Herz und nimmt Oliver bei sich auf um ihn vor einer weiteren schiefen Bahn zu bewahren. Als dieser ihn dann gut gekleidet vor sich sieht, meint er jemanden in ihm zu erkennen. Doch bevor er dem mehr auf den Grund gehen kann, ist Oliver wieder verschwunden. Eine von ihm ihm aufgetragen Aufgabe hat er nicht erfüllt und ist mitsamt teuren Büchern und Geld abgehauen. Doch ist er das wirklich? Oder wurde er geschickt wieder eingefangen weil andere Menschen mehr über Olivers Herkunft wissen als er selbst? Im weiteren Verlauf wird er wieder vom Pech verfolgt aber auch vom Glück begünstigt. Er bewahrt sich stets sein gutes Herz und seinen Anstand bis zum Schluss alle Fäden zusammengeführt werden und alles aufgeklärt wird📖
Ein sehr lesenswerter Klassiker von eindrucksvollen Illustrationen begleitet. Ich hab die Geschichte des kleinen Oliver, der immer wieder Glück und Pech im Wechsel durchlebt gerne verfolgt. Die Armut, das Elend und auch Gewalt dieser Zeit hat Charles Dickens gut vermitteln können und machte mich doch auch traurig. Die Welt der Oberklasse mit Anstand und Herzlichkeit traf hier auf die der Untersten, mit Ruppigkeit und Gewalt. Die langen Schachtelsätze, die mitunter ältere Sprache und auch die Menge an Personen erforderten doch etwas mehr Aufmerksamkeit von mir und manchmal kam ich zugegeben auch ein klein wenig durcheinander. Das lag aber vielleicht auch daran, dass sich bei mir mitunter ein paar Tage Lesepausen eingeschlichen hatten und ich dann wieder einen Moment brauchte, um erneut in die Geschichte hineinzufinden.
Der Text wurde offenbar leicht gekürzt, wovon ich allerdings nicht allzu viel spürte.
Die Kapitel waren recht kurz gehalten und begannen jeweils mit einer schönen Illustration und einer kurzen Zusammenfassung, was den Lesenden darin erwartete.
Alles in allem eine lesenswerte Geschichte, die einen guten Blick ins Leben des 19. Jahrhunderts in London bietet und einen bis zum Schluss mitnimmt und der endgültige Lösung entgegenfiebern lässt. Die Illustrationen machen diese Ausgabe zusätzlich zu etwas Besonderem🙂 - John Irving
Rettungsversuch für Piggy Sneed
(76)Aktuelle Rezension von: Trishen77Mein Bekenntnis direkt vorweg: Ich finde, dass John Irving einer der wichtigsten und besten Schriftsteller unserer Zeit ist. Nicht unbedingt, weil er der größte Romancier ist, da gibt es mit Philip Roth, Jonathan Safran Foer, Paul Auster, Milan Kundera etc. noch einige bessere, versiertere. Aber wenn es um Geschichtenerzähler geht, wenn es um Figuren geht, können Irving nur wenige das Wasser reichen. Epik und Menschliches treten nirgendwo so zusammen auf, wie in einem Irvingroman.
Aber: Was soll man von den Kurzgeschichten eines Autors erwarten, der hauptsächlich wunderbar lange und, in aller Breite, über imaginäre Jahre und Jahrzehnte gehende, Romane schreibt? Dessen Figuren man sonst so gut kennen lernt, wie es selten ist bei Romanfiguren (die doch sonst meist die Distanz zum Leser nicht überwinden können; oft nicht mehr als Symbole sind, die in Personen wandeln)?
Nachdem ich die erste Erzählung des Bandes, "Rettungsgesuch für Peegy Sneed" gelesen hatte, dachte ich: okay, Irving hat hier seine ersten Erzählversuche und gleichsam seine Bekenntnisse vorgelegt. Doch schon die zweite Erzählung "Innenräume" und später "Miss Barrett ist müde" haben mich beeindruckt wie es nur "echte" Erzählungen sonst tun - gleichzeitig wirkten diese beiden Texte auch ein wenig wie komprimierte Irving-Romane oder Teilstücke aus einem Roman, auch weil ihre Zusammensetzung, ihre Art und ihre Motive Irving-typisch wirkten.
Doch auch damit war das Repertoire des Bandes noch nicht erschöpft. Denn mit dem innerlichen "Fast schon in Iawo" und dem ähnlich verzehrten Text "Fremde Träume" legte Irving auch noch zwei eher experimentelle, künstliche Werke vor - deren Ideen dennoch nicht unbedingt schlecht sind und die zumindest einen Eindruck hinterlassen. Die letzte Erzählung "Brennbars Fluch" ist die einzige schlechte des Bandes, wie ich finde.
Der Essay über Dickens, eine schöne und doch kräftige Liebeserklärung, kann gleichzeitig als gespiegeltes Portrait von Irving selbst gelten, zumindest teilweise und man kann einiges über ihn daraus erfahren. Somit schließt sich, da die erste Erzählung ebenso eine kleine Selbstcharakterisierung enthält, der Kreis am Ende nahezu perfekt.
Ich weiß nicht, ob ich einem echten Irving-Fan das Buch empfehlen sollte. Schon bei den neusten Romanen war das ja immer ein schwieriges Thema. Und dann dieser Band?
Soviel: Für einen Irving-Roman ist dieses Buch kein Ersatz, auf gar keinen Fall. Aber man sollte diese Projekte auch nicht bloß als Reste, erste Arbeiten und Beiwerk sehen. Im Band, als Einheit, haben diese Texte schon eine interessante Lektüre zu bieten. Und wer etwas mehr über Irvings schreiben erfahren will, dem könnten sie vielleicht ein bisschen dabei helfen. Und mindestens drei Erzählungen und der Essay sind in keiner Weise für Irving-Freunde zu verachten udn auch nicht wirklich Neuland, wenn man sich an den begrenzten Raum gewöhnt.























