Bücher mit dem Tag "chile"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "chile" gekennzeichnet haben.

195 Bücher

  1. Cover des Buches Violeta (ISBN: 9783518430163)
    Isabel Allende

    Violeta

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Petris

     Violeta wird im Jahr 1920, mitten in einer Pandemie geboren. Und sie stirbt ein Jahrhundert später im Jahr 2020, wieder mitten in einer Pandemie. Die Spanne ihres Lebens erzählt sie uns in Briefform. Es ist ein Brief an ihren geliebten Enkel Camilo. 

    Ihr Leben umfasst viele Umwälzungen in ihrem Land, das nie genannt wird, bei dem man aber genau weiß, dass es Chile ist. Wirtschaftskrise, Diktatur, dazwischen eine kurze Zeit der instabilen Demokratie, Umbruch, wieder Diktatur, Verfolgung und Gewalt. Doch Violeta selbst scheint, trotz einiger Schicksalsschläge, immer auf der Schokoladenseite zu leben. Am Ende ihres Lebens steckt sie ihren Reichtum in eine Stiftung, die sich gegen häusliche Gewalt einsetzt.

    Ein spannendes Leben, voller spannenden Begegnungen, mit einem schillernden, aber gewalttätigen Vater ihrer Kinder. Ihre eigene Tochter stirbt jung, der Sohn muss ins Exil, ein Mitglied des Haushalts verschwindet, nachdem er ihren Sohn über die Grenze gebracht hat. 

    Am Rande spielt die große Geschichte Schicksal, die ihrem Land übel mitspielt.

    Das alles ist flüssig zu lesen, lebendig erzählt, lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

    Doch in Wirklichkeit bleibt sehr viel an der Oberfläche. Ihre Naivität, dass sie nie etwas von den Machenschaften ihres Partners mitbekommen hat, erst im Alter durchschaut hat, wie gewalttätig und verbrecherisch die Militärdiktatur wirklich ist, das nimmt man ihr nicht ganz ab. Auch ihr selbstverliebter Blick auf das eigene Aussehen, die Betonung der weißen Haut, ihrer sexuellen Eroberungen, von denen sie dann wieder schreibt, sie wären nicht erwähnenswert und nicht so viele, um wenige Kapitel später wieder ausführlich darüber zu schreiben, das nimmt der Erzählstimme Kraft. Und lässt auch den Rahmen des Briefes an den Enkel nicht ganz authentisch erscheinen. Zudem wurde jede einzelne Geschichte bis zum Ende erzählt, aufgeklärt. Da bleibt nichts offen oder versandet, wie es das im realen Leben oft tut.

    Alles in allem eine gut erzählte Geschichte, für 400 Seiten etwas überfüllt mit Handlungen, Ereignissen und Menschen, so dass vieles an der Oberfläche bleibt. Auf diese Weise war für mich die Protagonistin recht schlecht greifbar und konnte mich der Roman, trotz seiner Dramatik, nicht wirklich bewegen.

    Für mich nicht der gelungenste Allende-Roman. Für jemand, der noch nie etwas über die Militärdiktatur in Chile gelesen hat, vielleicht ein Einstieg. Zu viel Tiefgang sollte man sich allerdings nicht erwarten.

  2. Cover des Buches Celeste bedeutet Himmelblau (ISBN: 9783802593888)
    Brigitte Pons

    Celeste bedeutet Himmelblau

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Rezensionen-Isabel

    Ich habe es nicht bereut es zu lesen. Also ich fange jetzt einfach mal mit der Kritik an. Ich finde das Buch hört am Schluss zu schnell auf. Man weiß wer der Mörder ist, er wird.... ,aber was passiert mit dem Mädchen? (Ich habe gehört es wird noch ein bzw. mehrere Bänder geben. Vielleicht kommt das Mädchen, celeste, darin noch vor)ich hoffe es. In der leserund habe ich geschrieben. Ich habe eine verbindung mit dem mädchen. Sie ist einer meiner lieblingspersonen in diesem buch. Daher hoffe dass ich noch etwas höre bzw. Noch etwas lese von ihr. Die Geschichte an sich finde ich sehr schön auch der Schreibstil. Oft lese ich ein Buch und Frage mich kommt man auf so eine geschichte. Wie auch an diesem Buch. Eigentlich bin ich mehr so der fan von Romanen. Doch bei diesem Buch habe ich den Klappentext gelesen und gedacht das muss ich haben. Ich habe aus nicht bereut. Ich kann dieses Buch eigentlich nur weiter empfehlen. Ich hoffe es erscheinen noch viele Bände aus der Reihe.

  3. Cover des Buches Die Villa am Elbstrand (ISBN: 9783492313513)
    Charlotte Jacobi

    Die Villa am Elbstrand

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Wiebke13

    Der erste Teil der Elbstrandsaga. 

    Für mich ein sehr spannender und interessanter Auftakt dieser Familiensaga.

    Mit Sophie, Anna und Willy verbrachte ich in den letzen Tagen fesselnde Lesestunden. Diese drei Haupt- Protagonisten sind so lebendig beschrieben und für mich sehr liebenswert.

    Dieses Buch spielt von 1912- 1920 und somit ist der erste Weltkrieg sehr präsent in diesem Teil! 

    Und in dieser Zeit ist es alles andere als einfach. 

    Aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten wird das Buch nie langweilig und sehr spannend.

    Die Geschichte von Sophie, eine einfache Bauerntochter, die als Gesellschafterin bei einer Reedereifamilie in Hamburg angestellt wird, die tiefe Freundschaft zu Anna, der Tochter oder auch den schweren Weg von Willy, Bruder von Sophie ist sehr sehr beindruckend und hat mein Herz sehr berührt.

    Auch die Geschehnisse des ersten Weltkrieges sind detailliert und sehr nachdenklich beschrieben. 

    Ein wirklich sehr spannender und beeindruckender Roman, den ich nur weiterempfehlen kann, in dem es nicht nur um Krieg, Revolution, Frauenrecht, und Hungersnot geht , sondern auch die Liebe und viele schöne Orte ganz groß geschrieben werden !

  4. Cover des Buches Feuerland (ISBN: 9783958625723)
    Pascal Engman

    Feuerland

     (38)
    Aktuelle Rezension von: pallas

    Der auf Tatsachen beruhende Thriller  "Feuerland" von Pascal Engman

    berichtet von unfassbar grausamen Verbrechen an Kindern im Rahmen des

    kriminellen Organhandels.


    Komissarin Vanessa Frank wurde bei einer Verkehrskontrolle betrunken am

    Steuer erwischt und daraufhin eine Zeit lang vom Dienst suspendiert. Um

    die Zeit sinnvoll zu verbringen, hilft sie in einem Flüchtlingsheim mit,

    wo sie die junge Natasha kennenlernt und betreut. Als einige Mädchen eines

    Tages entführt werden, ermittelt Vanessa verdeckt um sie zu finden.

    Nahezu zeitgleich werden auch zwei reiche Geschäftsmänner entführt. Die

    Täter stellen eine hohe Lösegeldforderung für deren Freilassung.


    In Chile existiert eine Klinik, genannt Colonia Rhein. Entführte Kinder

    werden in diese Klinik verschleppt, um ihnen Organe zu entnehmen. Diese

    werden dann reichen "Kunden" transplantiert. Der Chef dieser Klinik ist

    der widerliche Don Carlos, der im Roman als allmächtiger Gewaltherrscher

    sein Unwesen treibt.


    Nicolas ist ein ehemaliger Elitesoldat, der zu Verbrechen der leichten Art greift um endlich genug Geld für sich und seine Schwester zu haben begegnet zufällig der verdeckt ermittelnden Vanessa und schließt sich ihr letztendlich an, um dem abscheulichen, kriminellen Organhandel in der Klinik "Colonia Rhein" ein Ende zu setzen. Tatsächlich haben sie nur gemeinsam eine Chance,
    denn die menschenverachtenden, kriminellen Aktivitäten dieser Klinik
    werden bis in die höheren Regierungskreise Chiles hinein gedeckt. Es
    gibt einen permanenten Nachschub an Kindern, die spurlos verschwinden.

    Der Autor macht die Leser und Hörer auf ein brisantes Thema des heutigen
    Zeitgeschehens aufmerksam. Auch wenn die Story zu Beginn eher schleppend
    ihren Anfang findet, nimmt der Thriller jedoch gehörig an Fahrt auf.
    Einen ganz besonderen Hörgenuß bietet die Audiofassung des Romans durch
    die Stimme Frank Stierens. Er liest die Story mit dynamischer
    Lebendigkeit und unterstreicht, während der Thriller Fahrt aufnimmt, die
    Geschichte mit brillant dargebotener Rasanz. Es macht einfach nur Freude
    dem Roman in seiner Hörbuchfassung zu lauschen.

    Ich freue mich schon sehr auf die kommenden Thriller mit der kompetenten
    Komissarin Vanessa Frank.
    Einen herzlichen Dank an den Audiobuch Verlag für das spannende Hörbuch.

  5. Cover des Buches Rabenfrauen (ISBN: 9783423217538)
    Anja Jonuleit

    Rabenfrauen

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Emili

                                                                                                                                                                                                                                                                    

    Ein gutes Buch, über das man diskutieren kann, denn die Thematik des Romans ist alles andere als unterhaltsam. Es geht um die weit bekannte Sekte Colonia Dignidad.

    Der Roman erzählt die Geschichte drei Frauen, die mit dieser Sekte in Berührung kamen. Die Geschichte beginnt mit ihrem Bericht im Jahr 1959 und endet in der jetzigen Zeit.

    "Rabenfrauen" ist hervorragend recherchiert und gut vermittelt. Nicht nur die Kenntnisse über die Colnia Dignidad sind interessant, auch das Verhalten der Raben und die aktuelle Forschung dazu.

    Mit 400 Seiten ist es ein recht umfassender Roman, der die Zeit hat nicht nur die Charaktere ausführlich vorzustellen, sondern auch das Leben in der Sekte eingehend zu betrachten.  

    Ohne großer Aufregung schildert die Autorin die Tatsachen und das Schrecken des Lebens, das die Sektenmitglieder unter der Leitung, des später zu 20 Jahren verurteilten, Paul Schäfer. Die Menschenrechtsverletzungen, Misshandlungen und Missbrauch kommen in dem Roman zur Sprache und wirken noch lange nach.  

    Für mich war es sehr schwer nachzuvollziehen, was ausschlaggebend für den Beitritt zu der Gemeinde für viele gewesen ist. Dass die später sich nicht mehr von der Sekte lösen konnten, kann man bei der strengen Überwachung leichter nachvollziehen.

    Erschütternd, berührend und sehr spannend erzähl

    Würde das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen. Sehr gut recherchiert, berührend und fesselnd erzählt. Eine kleine Anmerkung noch, was das Cover betrifft. Man sieht es inzwischen selten, dass das Cover an den Inhalt angepasst ist. In diesem Roman stimmt alles: Cover und die Geschichte.  

                                                                             

       

                                                                                                                                                                                                    


  6. Cover des Buches Working Late (ISBN: 9783736314290)
    Helene Holmström

    Working Late

     (84)
    Aktuelle Rezension von: divergent

    Es fällt mir wirklich schwer, dieses Buch zu bewerten! Ich habe mich ganz doll auf diese neue Reihe gefreut, denn ich liebe Schweden und die Bücher von Simona Ahrnstedt. Doch ich finde, mit den Büchern von Ahrnstedt kann diese Autorin,Helene Holmström, noch nicht mithalten.


    Die Autorin hier verliert sich oft viel zu sehr in der juristischen Welt. Mir persönlich kam dadurch die Liebesgeschichte etwas zu kurz. Dennoch habe ich das Buch relativ schnell durchgelesen und es gefiel mir dann auch wieder gut. Für mich lag aber der Fokus der Geschichte nicht auf der Liebesgeschichte, sondern an dem juristischen Fall, an dem beide Protagonisten arbeiten.

    3 von 5 Sternchen!

  7. Cover des Buches Die Tochter der Patientin (ISBN: 9783957512048)
    Felix Bonke

    Die Tochter der Patientin

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Linatost

    Zugegeben hab ich mich anfangs recht schwer mit dem Buch getan. Fast bis zur Hälfte des Buches hat es gedauert eh ich voll in der Story war.

    Direkt zu Anfang des Buches lernen wir Niklas und Paulina kennen. Niklas unser Protagonist hat gerade seine erste Stelle als Arzt angefangen. Noch völlig unbeholfen hangelt er sich von einen Tag zu dem anderen. Auch sonst ist sein Leben nicht gerade auf der Sonnenseite. Nach der Trennung von seiner Langzeitfreundin hat er als Single nicht wieder richtig Fuß fassen können. Gleich zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn lernt er die Patientin Melanie Hoffmann kennen, diese Patientin begleitet uns durch das restliche Buch. Anfangs lernen wir sie als Lebenslustig kennen, jemand der mit sich und der Welt im Reinen ist, einzig die Beziehung zu ihrer Tochter ist noch in Arbeit. Diese Tochter, Paulina, übt eine magische Anziehung auf unseren Protagonisten aus, der auch gleich versucht ihr näher zu kommen. Das ganze zieht sich nun aber doch sehr in die Länge. Mit einem kurzem Zwischenspiel die Ex zurück zu gewinnen, bis er dann doch wieder dazu kommt Paulina für sich gewinnen zu wollen.

    Nach der Hälfte des Buches wurde ich aber von der Handlung doch sehr überrascht! Wegen eines Zwangsurlaubs entschließt er sich Paulina in ihrer Heimat Chile zu besuchen und entdeckt dort die Wahre "Identität" und das "Doppelleben" von Melanie Hoffmann. Ab da an konnte mich das Buch durchaus begeistern. Leider zog es sich zum Schluss doch nochmal ein klein wenig in die Länge.

    Auch sprachlich fand ich das Buch etwas schwierig. An manchen Stellen wurden zu viele Worte verloren, ein bisschen Hemingway hätte hier gut getan. Der Autor hat es aber geschafft nie ins Kitschige abzudriften, was mich mit der Story wieder aussöhnt.

  8. Cover des Buches Adam ist jetzt mit Eva befreundet (ISBN: 9783841902450)
    Wylie Overstreet

    Adam ist jetzt mit Eva befreundet

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Eine interessante Idee: Was wäre passiert, wenn Mark Z. (bzw. die Winklevoss-Zwillinge) Facebook viel früher erfunden hätten, was hätte man damals nicht alles schon im Vorraus wissen können? Schön ironisch-humorvolle Gedankenspielereien, bei dem einem auch manchmal das lachen im Halse stecken bleibt, zB wenn Hitler Nationalismus bereits 1920 für eine "gute Idee" hält. Sehr amüsant so für zwischendurch, durchaus weiterzuempfehlen.
  9. Cover des Buches Die Enden der Welt (ISBN: 9783596512232)
    Roger Willemsen

    Die Enden der Welt

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Ferdinand-Uth

    “Die Enden der Welt” von Roger Willemsen liest sich wie eine lange, komplizierte, aber auch lyrische Introversion eines Reisenden auf der Suche nach sich selbst.
    Immer aus der ersten Person beschrieben sucht der Protagonist die Enden der Welt wohl vor allem, um etwas über sich selbst herauszufinden. Gleichzeitig schildert er das Gesehene in schillernden Farben und nimmt einen mit in die Eifel, in ein Bordell in Mumbai, auf die Inseln Tongas oder auch Orvieto in Italien.
    Nicht alle Geschichten finde ich gleich stark. Manches liest sich für meinen Geschmack etwas zu „intellektuell", aber insgesamt mochte ich das Buch. Besonders die persönlicheren Geschichten sind gut geschrieben. Stellenweise ist das Buch sehr reich an Hintergrundwissen, sodass man etwas über ferne Kulturen oder Orte lernen kann. Und alle Geschichten stehen alle für sich, sodass sich problemlos manche der Orte überspringen lassen, wenn einem danach ist.
    Das Buch gibt es in einer kleinen, süßen Ausgabe, die man überall mit hinnehmen kann.

  10. Cover des Buches Choral des Todes (ISBN: 9783404160396)
    Jean-Christophe Grangé

    Choral des Todes

     (108)
    Aktuelle Rezension von: simonfun
    Arische Nachfolger einer Schreckensherrschaft verüben unheimliche Morde? Krass, aber gut!
    Schnell wird dem Leser klar, welche Kernbotschaft der Autor im Sinne hatte.
    Die Umsetzung, Spannung und teilweise hochkommende Aversion meinerseits hat der Autor gut hochgekitzelt. Respekt!
    Wie auch immer - Leser müssen auf die Geschichte eingehen, dann kalppt's!
  11. Cover des Buches Die Tochter des Blütensammlers (ISBN: 9783492227414)
    Kayte Nunn

    Die Tochter des Blütensammlers

     (13)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Der Inhalt des Buches wurde hier bereits ausführlich beschrieben. Daher beschränke ich mich auf meine Meinung. 

    Der Roman spielt auf 2 Zeitebenen in England, Chile und Australien. Die Protagonisten Elisabeth und Anna mochte ich beide und kam gut in die Geschichte. Der Schreibstil war einfach zu lesen. 

    Der Roman gefiel mir im Grossen und Ganzen recht gut. Aber die Auflösung um die Pflanze gingen mir etwas zu schnell. Da hätte ich mir mehr Verwirrungen und Spannung gewünscht. Die Liebesgeschichte rückte mir zu sehr in den Vordergrund. 

    Ausserdem fehlten mir besonders in Chile ausführlichere Landschaftsbeschreibungen. Ich konnte mir nicht alles so gut vorstellen und bekam kein Kopfkino. Nebensächlichkeiten wurden mir dagegen teilweise zu ausführlich erklärt. 

    Der Roman hat mir jedoch schöne Lesestunden beschert und ich vergebe daher 4 Sterne. 

  12. Cover des Buches Bonsai (ISBN: 9783518424803)
    Alejandro Zambra

    Bonsai

     (25)
    Aktuelle Rezension von: letusreadsomebooks

    Am Ende stirbt sie, und er bleibt allein, doch allein war er schon mehrere Jahre vor ihrem Tod, vor dem Tod Emilias. Sagen wir, sie heißt oder hieß Emilia, und er heißt, hieß oder heißt immer noch Julio. Julio und Emilia. Am Ende stirbt Emilia, Julio stirbt nicht. Der Rest ist Literatur.

    So beginnt der äußerst kurze Roman Bonsai, der 90 Seiten umfasst, es ist keine Novelle, eher schon eine Erzählung. Aber eigentlich ist es ein Roman, ein kurzer, ein Bonsai-Roman sozusagen. Schon am Anfang erzählt uns Zambra, wie es ausgehen wird, und sehr viel geschieht nicht zwischendurch. Julio und Emilia lernen sich kennen und lieben, ihre Beziehung bricht auseinander, Emilia zieht fort. Julio versucht, sie zu vergessen, doch das kann er nicht. Emila stirbt, Julio lebt weiter, Zambra will seine Geschichte zu Ende bringen,

    aber Julios Geschichte hat kein Ende, das ist das Problem.

    Julio und Emilia lernen sich an der Universität kennen, sie sind jung, lieben die Literatur und beginnen ihre Beziehung mit der Lüge, beide hätten natürlich schon Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeitgelesen. Ihre eigensinnige Liebelei dauert eine Weile an und sie lesen sich nachts, als Vorspiel, gegenseitig die großen Literaten vor: Darío, Perec, Carver, Nietzsche, irgendwann auch Proust. Die Geschichte, die ihre Liebe endgültig verändern soll, ist die Erzählung „Tantalia“ von Macedonio Fernández. Sie erzählt von einem Paar, das sich eine kleine Pflanze als Zeichen ihrer Liebe zulegt. Mit der Pflanze soll auch ihre Liebe sterben. Nach dieser Lektüre bemerken Emilia und Julio, dass auch ihre Liebe nicht mehr dieselbe ist wie zuvor.

    Kurz bevor Emilia sich mit Julio einließ, hatte sie beschlossen, fortan mit niemandem mehr Liebe zu machen, sondern nur noch zu vögeln wie die Spanier, ‚follar‘ nannten sie es, nichts mehr von wegen bumsen, mit jemandem schlafen und ficken schon gar nicht. Das ist ein chilenisches Problem, sagte Emilia damals mit einer Ungeniertheit zu Julio, die sie nur im Dunkeln entfaltete, natürlich flüsternd: Das ist ein Problem von uns jungen Leuten in Chile, wir sind zu jung, um Liebe zu machen, und wenn du in Chile nicht Liebe machst, kannst du blöoß ficken, aber mit dir würde ich das ungern tun, mir wäre lieber, wir würden auf gut Spanisch vögeln.

    „Tantalia“ begleitet Julio nach Emilias Verschwinden aber noch weiterhin. Er behauptet, Jahre später, gegenüber einer anderen Geliebten, dass er für einen bekannten Schriftsteller dessen neuen Roman abzutippen soll, in welchem der Protagonist erfährt, dass seine Jugendfreundin gestorben ist. Damals hätten sich die beiden einen Bonsai gekauft, als Zeichen ihrer Liebe, doch sie trennten sich und später erfährt er von ihrem Tod. Da wäre er wieder, der Bonsai. Der titelgebende Bonsai, der schon in der Erzählung „Tantalia“ die tragende Rolle spielt, nun von Julio selbst in seinen eigenen Roman eingespannt wird, und – ebenfalls von Julio – als Erinnerungsstück an Emilia herangezüchtet wird. Der Bonsai als wiederkehrendes Element der Verbindung zwischen zwei Liebenden. Gleichzeitig verknüpft Zambra mehrere Metaebenen: er selbst wurde von „Tantalia“ zu Bonsai inspiriert, ebenso wird Julio von „Tantalia“ zu seinem Roman inspiriert. Gleichzeitig ist „Tantalia“ aber auch die Geschichte von Julio und Emilia, und auch Julios Roman spiegelt ihre Liebesgeschichte – ohne Happy End – wider. Grandios verbindet Zambra diese verschiedenen Ebenen miteinander.

    Dann weißt du nicht, wovon ich rede, kennst diesen Impuls nicht. Das Schreiben auf dem Papier, das Geräusch des Bleistifts löst einen Impuls aus. Das seltsame Gleichgewicht zwischen Ellbogen, Hand und Bleistift.

    Alejandro Zambras Bonsai ist ein reduzierter Roman, sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Er ist präzise, aber dennoch auf seine ganz eigene Art eindringlich. Auch wenn nicht viel geschieht, ist es die im Zeitraffer erzählte Liebesgeschichte von Julio und Emilia, von ihrem unausweichlichen Untergang, die diesem kleinen Büchlein, dem Miniroman, dem Bonsai-Roman, einen besonderen Zauber verleiht.

  13. Cover des Buches Fernweh im Herzen (ISBN: 9783959102049)
    Nina Sedano

    Fernweh im Herzen

     (18)
    Aktuelle Rezension von: ckfree

    Das Cover ist altbacken und passt nicht zu einer modernen Weltenbummlerin, die mit dem Rucksack unterwegs ist. Zudem ist der Titelzusatz irreführend, denn es handelt sich nicht nur um neue Abenteuer. Das Buch umfasst vielmehr Reiseerlebnisse aus 40 Jahren (1978-2018), in denen teilweise Rückblicke zu anderen früheren Reisen gemacht werden.

    Die Anekdoten sind mal mehr, mal weniger lang und beschäftigen sich mehr mit den Reisebekanntschaften der Autorin als mit den Ländern.
    Oft wirkt es wie ein Tagebuch oder eine Dokumentation runtergeschrieben. Zwischendurch gibt es Passagen, die sich wie ein Sachbuch über Tiere oder Belehrungen über Natur, Umweltschutz etc. lesen.

    Äußerst wenig verspürt man die Freude und Euphorie der Reisenden.
    So ist das selbst auferlegte Vorhaben "Dieses Buch möchte zum Reisen animieren" in meinen Augen klar gescheitert. So schwappt keine Begeisterung oder springt der Funke für einzelne Länder auf mich nicht über, sodass ich nach dem Lesen ohne neues Fernweh zurückbleibe.

  14. Cover des Buches Am ersten Tag (ISBN: 9783442376582)
    Marc Levy

    Am ersten Tag

     (101)
    Aktuelle Rezension von: SonnenBlume

    Die Archäologin Keira und den Astrophysiker Adrian verbindet ein gemeinsamer Sommer, an dessen Ende sie ihn wieder verlässt. Beide haben lange keinen Kontakt und gehen ihren Berufen leidenschaftlich nach, bis sie ein hochdotierter Wissenschaftspreis wieder zusammenbringt. Doch auch dieses Mal ist Adrian nicht mehr als eine Nach vergönnt, nach der Keira einen geheimnisvollen Anhänger bei ihm lässt.
    Sie will wieder zu ihrer Ausgarbungsstätte nach Äthiopien zurückkehren, während Adrian versucht herauszufinden, was Keira ihm mit diesem geheimnisvollen Anhänger mitteilen wollte. Als er sich auch nach einiger Zeit keinen Reim auf das alles machen kann reist er zu Keira und versucht gemeinsam mit ihr das Geheimnis um den mysteriösen Anhänger zu lüften. Die beiden reisen um die Welt und ihre Fragen beantwortet zu bekommen und sind sich lange nicht bewusst, dass all die Unfälle um sie herum keine Zufälle sind, sondern sie mit ihrer Suche eine mächtige Organisation gegen sich aufbringen, die vor wenig zurückschreckt.

    Ich habe mich gefreut auf einen Liebesroman, der mir mein Herz erwärmt. Bekommen habe ich ein Buch, dessen Gerne ich nicht so recht einordnen kann mit Dialogen, die wahrscheinlich kein Mensch so verkrampft führen würde. Lange wusste ich nicht, wohin mich die Geschichte führt (außer einmal fast um die ganze Welt), am Ende angelangt war ich von Marc Levy als Reiseführer leider aber nicht sonderlich überzeugt.
    Abgesehen von den völlig krampfhaft konstruierten Dialogen war ich spätestens ab Hälfte des Buches sehr genervt von der geheimnisvollen Gruppierung, die Adrian und Keira um jeden Preis stoppen will. Man bekommt als Leser immer nur kleine Stückchen zugeworfen, die nicht mal den hohlen Zahn füllen und nicht wirklich Informationen bringen, die mich gerne zum Weiterlesen bewegt haben.

    Alles in allem mache ich keine Freudensprünge bei der Aussicht auf Teil zwei, auf der anderen Seite möchte ich aber natürlich wissen, was es mit dem Anhänger jetzt wirklich auf sich hat und vor allem, wie es Adrian geht. Hoffnung auf große Verbesserungen mache ich mir aber leider nicht.

  15. Cover des Buches Im Zeichen der Katze (ISBN: 9781796650716)
    Anne Nattermann

    Im Zeichen der Katze

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Wortgefluester
    Das Cover dieses Buches ist definitiv eine Augenweide - aber auch sein Inhalt muss sich nicht verstecken. Die Geschichte über Karma, ihre Kollegen und die mysteriöse Katze ist spannend geschrieben und bietet ein überraschendes Ende, mit dem ich nicht gerechnet hätte und über das ich noch lange nachgedacht habe. Mir hat die malerische Sprache der Autorin sehr gut gefallen und ich mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. 
    Der einzige Wehmutstropfen: Das Buch ist eben eine Novelle und dementsprechend kurz - für mich hätte es auch gerne ein umfangreicher Roman werden können! Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung - die werde ich dann auf jeden Fall lesen! :-)
  16. Cover des Buches Dieser weite Weg (ISBN: 9783518470886)
    Isabel Allende

    Dieser weite Weg

     (35)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Victor Dalmau ist Katalane und will Arzt werden und seine Chance stehen gut. Er kämpft im spanischen Bürgerkrieg und begreift hier zum ersten mal, dass sich das Leben von jetzt auf gleich für immer verändern kann. Der Weg der Familie Dalmau begleiten wir dann bis ins Chile der 1990er Jahre. Es gibt viele Veränderungen und Kämpfe und nicht immer, kann man es mit einem Sieg davon tragen. Isabel Allende hat wieder einen großen Roman geschrieben und spannt ihren Erzählbogen über viele Jahrzehnte und es gibt natürlich auch eine großartige Liebesgeschichte und so viel Wunderbares.

  17. Cover des Buches Ohne Geld bis ans Ende der Welt (ISBN: 9783462041811)
    Michael Wigge

    Ohne Geld bis ans Ende der Welt

     (34)
    Aktuelle Rezension von: MeinNameistMensch

    Wer träumt nicht irgendwann einmal davon den Alltag zu verlassen und sich auf zu machen dsie eigenen Träume zu leben? Die eigenen Ängste hinter sich zu lassen und einfach los zu gehen? 

    Genau dies tut der Autor dieses Buches Michael Wigge, indem er sich entscheidet von Deutschland aus zum Südpol zu reisen ohne dabei einen einzigen Cent in der Tasche zu haben? Wird es ihm gelingen und wird er Wege finden seinen Traum in die Tat umzusetzen?

    Michael Wigge lässt die Leser_innen teilhaben an seiner Reise von Berlin über Antwerpen, Kanada, die USA, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Peru, Bolivien, Chile bis zur Antarktis, aber vor allem - was für mich noch wichtiger ist - an seinen Erfahrungen mit den Menschen, denen er begegnet und seinen eigenen Entwicklungsprozessen.

    Eine solche Reise wie er sie bestritten hat mag nicht für jede_n etwas sein, der Mut und das Vertrauen in das Leben, was vom Buch vermittelt wird, sind es aber allemal und ich wünsche jeder_m, den eigenen Träume zum Leben zu verhelfen.

  18. Cover des Buches Mayas Tagebuch (ISBN: 9783518467039)
    Isabel Allende

    Mayas Tagebuch

     (134)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Maya ist neunzehn Jahre alt und kommt auf Drängen ihrer Großmutter nach Chile. Die junge Frau hat in ihrem Leben schon so viel erlebt und durchlebt, wie es manche nicht in einem Leben schaffen. In Chile bei ihrer Familie soll sie zur Ruhe kommen, die Vergangenheit bewältigen und einfach wieder von ganz vorne anfangen. So einfach ist das aber gar nicht, denn Maya hat auch viele Neider und Feinde. Früh kam sie mit Drogen in Berührung, arbeitet als Prostituierte und verbrachte ihr Leben zum großen Teil in einem Nebel in Las Vegas. Es gab auch Feindschaften, Tote und Verfolgungen. Gerade, als sie auf der Insel mit ihrer Familie und speziell mit Manuel auf den Grund des Geheimnisses der Familiengeschichte kommt, werden die Schatten der Vergangenheit länger und das neue Leben scheint in Gefahr. Was wollen ihr die Zeichen sagen? Die Träume und Stimmen die so anders und teilweise fremd sind im Haus? Maya muss sich von allen Zweifeln, Ängsten und Schatten lösen, denn nur so kann sie wirklich wieder von vorne anfangen und ist frei für die Liebe. Isabel Allende hat so einen ganz eigenen Erzählstil, eine ganz besondere Melodie und mit dieser Art zu erzählen begeistert sie seit nunmehr drei Jahrzehnten ihre Fans. [Mayas Tagebuch[ ist ein weiterer großer Roman und spricht durch seine Heldin auch junge Leserinnen an.

  19. Cover des Buches Der Mörder weinte (ISBN: 9783551583093)
    Anne-Laure Bondoux

    Der Mörder weinte

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Seehase1977
    Klappentext:
    In einem Haus an der südlichsten Spitze Chiles, wo nichts ist als steinige Erde und Wind, wächst Paolo auf wie ein kleines Tier oder eine zähe Pflanze. Bis zu dem Tag, an dem Angel Alegria auftaucht, ein Mörder auf der Flucht. Ohne Zögern tötet er Paolos Eltern; er bringt es aber nicht übers Herz, Hand an den Jungen zu legen. Stattdessen beginnt er, sich um ihn zu kümmern. Als dann auch noch Luis auftaucht, der Paolo Lesen beibringt, kämpfen sogar zwei Männer um die Vaterrolle, und Paolo erfährt eine Art von Glück. Aber auch in dem kleinen Haus am Ende der Welt sind die drei nicht sicher vor ihrer eigenen Geschichte.

    Anne-Laure Boundox hat mit „Der Mörder weinte“ auf nur 176 Seiten ein kleines Meisterwerk erschaffen. Sie erzählt mit wunderbar klarem, flüssig zu lesenden und bildhaftem Schreibstil die Geschichte von dem kleinen Paolo und den beiden Männern, deren aller Leben sich durch ihr Beisammensein verändert. Das Buch lebt durch seine Charaktere, vor allem durch Paolo dessen Leben auch mit seinen Eltern schon nicht einfach war, ein Leben am Existenzminimum in der kargen und einsamen Landschaft Chiles. Angel Alegria raubt dem Kind an einem einzigen Tag grausam seine Familie und doch fasst der Junge nach und nach Vertrauen zu Angel, bringt ihm sogar Zuneigung entgegen, letztlich ist der Mörder alles, was er noch hat. Auch Angel macht eine enorme Entwicklung durch, vom eiskalten Mörder schlüpft er in eine fast schon liebevolle und fürsorgliche Vaterrolle, bis ihn seine Vergangenheit eiskalt wieder einholt. Als Leser diese Veränderung mitzuerleben war sehr berührend und wirft bei mir die schwer zu beantwortende Frage auf: Kann einer Mörder sich verändern und wenn ja, verdient er es, diese Veränderung auch zu leben? Wo beginnt die Reue, wann der Weg zurück zur Menschlicheit und zu Mitgefühl? Wie groß ist das Risiko eines Rückfalls?

    Der Roman „Der Mörder weinte“ von Anne-Laure Boundox ist ein ergreifendes Buch voller Melancholie welches aufzeigt, wie eng Hass und Liebe, Hoffnung und Enttäuschung doch beieinander liegen können. Ein Buch das verinnerlicht, dass Glück nicht unbedingt Reichtum bedeuten muss. Lesenwert!
  20. Cover des Buches Tod auf der Osterinsel (ISBN: 9781515200727)
    Jürgen Ehlers

    Tod auf der Osterinsel

     (6)
    Aktuelle Rezension von: angel1843

    Mark Asmussen ist Journalist und deckt nebenbei große Geheimnis und Verschwörungen in der gesamten Welt auf. Nach seinem letzten gefährlichen Auftrag muss Mark nun erneut einen Fall für die deutsche Regierung übernehmen. Er reist zusammen mit seiner Verlobten Sofia auf die Osterinsel um den verschwundenen Wissenschaftler Karsten Diepholzer ausfindig zu machen. Leider trifft er dort nicht nur auf die amerikanischen Behörden, die Diepholzer ebenfalls suchen, sondern auch auf jede Menge widerstand von den Einheimischen. Letztendlich gelingt es ihm aber mit Sofia Diepholzer ausfindig zu machen, doch in diesem Augenblick ist es schon zu Spät für alles weitere… 

    Im zweiten Fall von Mark Asmussen lässt der Autor Jürgen Ehlers, diesen auf die kleine Osterinsel fliegen um einen Wissenschaftler zu retten der enorme Geheimnisse - für zwei Regierungen - hütet. Leider verläuft es für Mark anfangs nicht wie erhofft; später jedoch schafft er es gerade so zu erfahren was wirklich hinter allem steckt. Aber nicht ohne erhebliche Verluste auf allen Seiten.

    Die Geschichte nimmt immer mal wieder Aspekte vom ersten Teil um Mark Asmussen auf und baut diese geschickt in die Handlung mit ein. Wer den ersten Teil - wie ich  - nicht kennt, wird so seine Schwierigkeiten haben zu verstehen, was hinter Marks und Sofias Geheimnis steckt; dennoch ist Handlung des zweiten Teils um den Journalisten spannend und abwechslungsreich. 

    Fazit: Ein spannender und auch abwechslungsreicher Thriller um einen Journalisten der mehr als nur ein Geheimnis birgt.

  21. Cover des Buches Jenseits von Feuerland (ISBN: 9783426504406)
    Carla Federico

    Jenseits von Feuerland

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Chile im 19. Jahrhundert: Rita und Emilia - zwei völlig unterschiedliche Frauen - fliehen vor ihrer Vergangenheit und landen in Punta Arenas, der südlichsten Stadt Chiles. Sie versuchen, sich dort ein neues Leben aufzubauen. Doch seiner Vergangenheit kann man nicht entfliehen.

    Carla Federico ist mit diesem Buch ein spannender zweiter Teil ihrer Chile-Saga gelungen. Ich habe den ersten Band zwar nicht gelesen, kam hier in diesem Band aber dennoch gut mit und hatte nicht den Eindruck, dass mir zuviel fehlen würde.

    Über das Buch hinweg machen die Hauptcharaktere eine Wandlung durch - aus meiner Sicht gelingt dies der Autorin bei Rita und Arthur noch am stärksten, Emilia bleibt hingegen erstaunlich blass. Gerade bei Emilia fehlen mir auch die Ecken und Kanten, die einen Charakter ausmachen.

    Der Schreibstil ist flüssig und die detailreichen Schilderungen helfen dem Leser sich ins Chile des 19. Jahrhunderts zu versetzen. Allerdings waren mir manche Beschreibungen zu ausführlich, sodass ich das Buch stellenweise nur noch überflogen habe. Die Beschreibungen gingen für mich zu Lasten der Spannung. Ein paar hundert Seiten weniger hätten dem Buch daher gut getan.

    Insgesamt ist es aber ein sehr emotionaler Roman über zwei starke Frauen. Eine andere Rezensentin hat es hier auf Lovelybooks schon so schön zum Ausdruck gebracht: Fans von anderen Autorinnen wie bspw. von Sarah Lark kommen hier ebenfalls voll und ganz auf ihre Kosten.
  22. Cover des Buches Der Klavierstimmer (ISBN: 9783442740413)
    Pascal Mercier

    Der Klavierstimmer

     (132)
    Aktuelle Rezension von: 101844
    Ein sehr feinfühliger und bewegender Roman. Das eigentliche Thema ist viel erschütternder als es anfangs den Anschein hat. Das Buch ist als eine Art Tagebuch-Korrespondenz gestaltet. Über die beiden Kinder erfährt man nach und nach die Hintergründe des großen Familiendramas. 
    Sprachlich wunderschön geschrieben, mit Blick für all die kleinen Gesten im Leben. Eine unerwartet vielschichtige Handlung, die sich behutsam offenbart. Der Autor schafft eine hochdramatische Darstellung der menschlichen Psyche. Dennoch sehr realistisch und beklemmend nachvollziehbar. 
  23. Cover des Buches Fortunas Tochter (ISBN: 9783518463833)
    Isabel Allende

    Fortunas Tochter

     (186)
    Aktuelle Rezension von: Buchgespenst

    Eliza wurde als Baby in einem Waschpulverkarton ausgesetzt. Sie wächst im großen Haus von Miss Rose und deren Bruder Jeremy auf und bekommt eine hervorragende englische Erziehung. Alles endet an dem Tag, an dem Eliza feststellen muss, dass sie vom Angestellten ihres Ziehonkels schwanger ist – eine unauslöschliche Schande. Heimlich macht sie sich auf Joaquín zu suchen, der dem Ruf des Goldes nach Kalifornien gefolgt ist. Wenn er sie heiratet, wird alles gut. Doch die Suche dauert lange, Kalifornien ist groß und für eine alleinstehende, junge Frau gefährlich.

    Allendes Sprache ist überwältigend. Farbig, bildgewaltig und voller Poesie lässt sie das Chile und Kalifornien des 19. Jahrhunderts vor einem auferstehen. Brillant schildert sie längst vergangene Zeiten, lebendig und echt, dass man sich in ihnen zu bewegen meint.

    Leider konnte ich mich mit der Geschichte selbst überhaupt nicht anfreunden. Sie hat in mir gar nichts berührt. Der magische Sog fehlte. Auch nach 480 Seiten konnte das Buch kein Interesse in mir wecken. Sehr schade, doch für mich nicht das richtige.

  24. Cover des Buches Das Geisterhaus (ISBN: 9783518472668)
    Isabel Allende

    Das Geisterhaus

     (807)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht Clara del Valle, sowie ihr Mann Esteban Trueba. Ihre ungewöhnlichen übersinnlichen Begabungen und Wahrnehmungen spielen eine große Rolle in Ihrem Leben. Sie sieht Katastrophen vorher und kann Gegenstände bewegen, ohne sie zu berühren. Ähnliche Fähigkeiten und Erlebnisse sind später auch für das Leben ihrer Tochter Blanca und ihrer Enkelin Alba von Bedeutung. Während ihr Mann Esteban Trueba ein erfolgreicher, aber gnadenloser Gutsbesitzer sich auch politisch immer mehr für die Konservativen engagiert, vermittelt Clara ihren drei Kindern Nächstenliebe. So kommt es zum Eklat zwischen Vater und Tochter, als diese sich in Pedro, den Sohn eines Plantagenarbeiters verliebt und von ihm schwanger wird. Nachdem die kommunistische Partei die Wahlen gewinnt, wird die Regierung kurz darauf von Militärs gestürzt. Der Putsch verläuft blutig und Esteban muss als alter Mann erkennen, dass er keinerlei Macht mehr hat. Einer seiner Söhne wird von den Militärs ermordet. Nun muss er sich entscheiden wie das Schicksal seiner Tochter und seiner Enkelin verlaufen soll und muss seine Einstellung neu in Frage stellen.

    Der Debütroman der Autorin enthält viele autobiografische Züge aus dem Leben und Umfeld der gebürtigen Chilenin. Und trotz des einzigartigen bildreichen, leicht mystischen und immer wie dahinschwebend wirkenden Schreibstils, erzählt die Autorin schonungslos von der Brutalität der Reichen und Plantagenbesitzer und deren Willkür, von dem politischen Kampf der Unterschicht und vor allem von den Greueltaten der Militärs während und nach dem Putsch. Die Familiengeschichte steht im Mittelpunkt einer Zeit voller Umbrüche und gibt einen guten Blick auf das Chile zur Zeit Allendes, denn als Tochter des Cousins des chilenischen Präsidenten Salvador Allende, als engagierte Frauenrechtlerin und Volkskämpferin, lebte die Autorin selbst lange im vezolanischen Exil und suchte einen Weg ihre Stimme für ihr Land erheben zu können.

    Mein Fazit: Wer in die Geschichte Chiles eintauchen möchte, die Denk- und Lebensweisen, die politischen Erschütterungen des Landes, immer erzählt anhand einiger weniger mutiger Frauen und eingebettet in die Familiengeschichte der de Valles und Truebas, der darf sich hier auf einen feinsinnigen, tiefgründigen und sozial starken und aufrüttelnden Roman freuen. Nicht umsonst zählt der Bestseller mittlerweile zu den Klassikern seiner Zeit. Eine klare Leseempfehlung für Alle die nicht nur unterhalten werden möchten.

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