Bücher mit dem Tag "china"
646 Bücher
- Jonas Jonasson
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
(5.952)Aktuelle Rezension von: Tanja_Wue"Richtig war nicht unbedingt das, was richtig war, sondern das, was von der maßgeblichen Person für richtig erklärt wurde."
Die Geschichte fängt genauso an, wie der Titel es vorhersage. Der Hunderjährige Allan hat keine Lust seinen 100ten Geburtstag zu feiern und stieg aus dem Fenster des Altenheim und verschwand. Was dann passiert ist sowohl skurill und an manchen Stellen humorvoll. Weil ich mir einfach nicht das vorstellen konnte und kopfschüttelnd lachen musste um mir das was gerade passiert sein soll, vorstellen zu können.
Insgesamt war es aber mehr eine Erzählung über Allan, wie er aus dem Fenster stieg und was dann passiert, sowie Rückblicke was alles in seinem Leben passiert ist. Fand durch die Erzählung der Schreibstil sehr monoton und dadurch viel es mir schwer manchmal dran zu bleiben, weil es auch schnell langatmig wurde.
Eine solide und skurille Geschichte, die bestimmt mal was anderes ist!
- Maja Lunde
Die Geschichte der Bienen
(1.078)Aktuelle Rezension von: ratherbehappythandignifiedEndlich habe ich mich an dieses so hochgelobte Buch herangetraut und hatte anfangs wirklich meine Schwierigkeiten damit.
"Die Geschichte der Bienen" wird in drei Erzählebenen näher gebracht. Wir erfahren von William, der in der Vergangenheit versucht, ein neuartiges Forschungsprojekt zu entwickeln.
In der Gegenwart folgen wir George bei seiner Imker-Tätigkeit. Dessen Sohn hat leider nicht den Ansporn, den Hof irgendwann zu übernehmen.
In der Zukunft treffen wir auf tao, die als Arbeiterin die Blüten von Hand bestäubt, denn Bienen gibt es schon lange nicht mehr.
Ich hatte keine Probleme in die Geschichte einzutauchen, doch ich hatte Probleme damit, mein Interesse aufrecht zu halten. Glücklicherweise hatte ich eine lange Zugfahrt vor mir, sodass ich einen Großteil der Geschichte in der Bahn lesen konnte. Ich wüsste nicht, wie sich mein Interesse ohne diese Rahmenbedingungen hinentwickelt hätte. Den Schreibstil fand ich super, das war es also nicht, aber die Geschichten waren nicht ergreifend genug und doch lag eine Schwere in den Seiten. Das Bienensterben allein ist schon tragisch, aber auch die menschlichen Geschichten hatten nie einen positiven Beigeschmack. Alles war dunkel, ohne dass es mich richtig bewegt hätte und das sollte es allerdings durchaus tun. Denn das Thema ist sehr wichtig.
Das Positive am Buch war, dass es mein Interesse an den Bienen geweckt hat. Ich vermute, dass geht Vielen beim Lesen so. Ich habe nebenher ein paar Dokus angesehen und werde mit Sicherheit mich noch mehr freuen, wenn ich nächsten Frühling/Sommer ein paar Bienen zu Gesicht bekomme.
Außerdem fand ich das Ende schön. Wie sich alle drei Geschichten und somit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verflochten haben. Nur war es bis dahin sehr zäh.
Ich weiß nicht, ob ich das Buch wirklich empfehlen könnte. Vielleicht gibt es bessere Romane über Bienen, geschadet hat es mir aber auch nicht. Nur hat mich das Buch nicht wirklich mitgerissen und meine Lesefreude hielt sich in Grenzen.
- Rebecca F. Kuang
Babel
(446)Aktuelle Rezension von: FrauKlopp„Babel“ spielt im Oxford des 19. Jahrhunderts, wo Übersetzung mithilfe von Silber Magie erzeugt und zur Stütze des britischen Empires genutzt wird. Der Waisenjunge Robin Swift studiert dort gemeinsam mit vielen anderen – und erkennt nach und nach, dass Sprache, Wissen und Macht untrennbar miteinander verknüpft sind. Was als Studium beginnt, wird zur politischen und moralischen Zerreißprobe.
Ein historischer Fantasyroman über Übersetzung als Magie, Sprache als Machtinstrument und die Frage, wie weit man gehen darf, um ein ungerechtes System zu bekämpfen.
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„Babel“ war für mich ein echter Klopper, und ich weiß, die meisten haben dieses Buch bereits vor zwei Jahren gelesen. Wie ich dieses Buch nun aber mit Herzklopfen beendet habe, nachdem ich in der Mitte des Buches so genervt war von den – natürlich als Stilmittel genutzten – zähen Kapiteln, puh. Die letzten knapp 200 Seiten waren allerdings so intensiv, dass ich jetzt richtig platt bin. Und ohne zu spoilern: Ich trauere natürlich sehr um die kleine 4er-Gruppe, bestehend aus Robin, Ramy, Victoire und Letty. Sie sind mir alle schon sehr ans Herz gewachsen.„Babel“ ist schonungslos ehrlich, und ich bin irgendwie ganz ehrfürchtig vor dieser Geschichte, die R. F. Kuang geschrieben hat. Die Triggerwarnung zu Beginn des Buchs war richtig und wichtig, hat mich aber trotzdem nicht auf die rassistischen Szenen, Bilder und dazugehörige Sprache vorbereitet, so viel zu schonungslos. Ich bin trotzdem sehr froh, dass ich es gelesen habe, auch, wenn ich megalange Pausen einlegen musste.
- Marissa Meyer
Die Luna-Chroniken 1: Wie Monde so silbern
(1.729)Aktuelle Rezension von: Thess12345Inhalt:
In Wie Monde so silbern verbindet Marissa Meyer das Märchen von Cinderella mit einer düsteren, futuristischen Welt. Die Geschichte spielt in einer Gesellschaft, in der Technik, Androiden und Cyborgs zum Alltag gehören, Diskriminierung jedoch ebenso präsent ist. Im Mittelpunkt steht Cinder, eine talentierte Mechanikerin und Cyborg, die bei ihrer Stiefmutter lebt und von der Gesellschaft nicht als vollwertiger Mensch anerkannt wird. Als sie auf Prinz Kai trifft, gerät sie ungewollt in politische Spannungen, eine tödliche Krankheit und die Bedrohung durch das geheimnisvolle Mondvolk. Schritt für Schritt wird klar, dass Cinders Rolle in all dem weit größer ist, als sie selbst ahnt.
Eigene Meinung:
Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen. Die Geschichte ist von Beginn an sehr spannend und wird auf eine fantastische, atmosphärische Weise erzählt. Die Märchennacherzählung ist deutlich düsterer und geheimnisvoller, als man es vielleicht erwartet, und genau das hat mich sofort gepackt. Bekannte Motive sind klar erkennbar, werden aber so modern interpretiert, dass sie frisch und eigenständig wirken.
Besonders überzeugt haben mich die Figuren. Cinder ist eine starke, aber zugleich verletzliche Protagonistin, die mit gesellschaftlicher Ablehnung, inneren Konflikten und großen Erwartungen konfrontiert wird. Prinz Kai war mir ebenfalls sehr sympathisch. Er steht unter enormem Druck und versucht dennoch, menschlich zu bleiben und verantwortungsvoll zu handeln. Beide kämpfen ihre eigenen Kämpfe und wirken dadurch sehr glaubwürdig.
Neben der spannenden Handlung greift das Buch auch gesellschaftliche und ethische Fragen auf, ohne belehrend zu wirken. Der flüssige Schreibstil sorgt zusätzlich dafür, dass die Seiten nur so an einem vorbeifliegen und man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Fazit:
Wie Monde so silbern ist ein starker Reihenauftakt, der weit mehr bietet als eine einfache Märchennacherzählung. Die gelungene Mischung aus Science Fiction, düsterer Stimmung und sympathischen Figuren macht das Buch zu einem echten Pageturner. Als Auftakt weckt es große Lust auf die weiteren Bände. Für mich ein absolutes Jahreshighlight zum Jahresende und verdiente 5 Sterne.
- Jonas Jonasson
Die Analphabetin, die rechnen konnte
(727)Aktuelle Rezension von: MayaBEin weiteres Buch von Jonasson, das mir gut gefallen hat. Ich hatte keine Ahnung, was genau mich erwarten würde, kannte nur meine bisherigen Erfahrungen und dass ich die genossen habe, weshalb ich mit gutem gerechnet habe, und wurde wieder einmal nicht enttäuscht.
Politische Probleme werden mit sehr viel Humor gemeinsam in eine absurde Geschichte gepackt, in der wieder einmal Atomwaffen eine Rolle spielen, ebenso wie ein paar sehr unglaubwürdige Figuren, die in dieser Geschichte aber absolut natürlich wirken, einfach weil die ganze Geschichte so unglaubwürdig ist.
Mit Nombeko und Holger gibt es zwei unglaublich sympathische Hauptfiguren, die ihr bestes tun, um ein möglichst gutes Leben zu führen, ohne dass andere darunter leiden, und mit den drei chinesischen Schwestern und dem amerikanischen Töpfer sind auch für lustige Nebenfiguren gesorgt, die alle ihren Platz in der Geschichte haben. Und dann gibt es da noch die nicht ganz so liebevollen Nebenfiguren, die mir leider eher auf die Nerven gingen, aber auch die hatten eindeutig ihren Platz im Geschehen und es ist ja nicht so, als seien sie versehentlich nervig geworden, sondern man merkt schon sehr deutlich, dass Jonasson sich was bei den Dingen gedacht hat, die er geschrieben hat.
Es gibt ein paar kleinere Momente, bei denen ich mich gefragt habe, ob die Dinge vielleicht doch zu weit gehen in ihrem Humor, da sie einen rassistischen Unterton haben könnten, allerdings habe ich bei Jonasson wirklich das Gefühl, dass er seine Witze eher auf Kosten von den Figuren schreibt, als auf Kosten der Stereotype ihrer Herkunft, auch wenn beides teilweise überschneidet. Ich bin was das angeht aber wirklich kein Experte, und auch nicht betroffen, entsprechend kann ich mir auch durchaus vorstellen, dass andere Leute das ganz anders sehen würden.
Auch muss ich zugeben, dass ich an so einigen Stellen doch sehr enttäuscht war, als in der Geschichte manche Figuren so stark unter anderen leiden, und die anderen praktisch nie die Konsequenzen davon zu spüren bekommen. Es geht für die Figuren letztendlich gut aus, aber dass man so sehr im Leben anderer herumpfuschen konnte, ohne dass es je zu irgendwelchen Problemen kommt, hat mich doch nicht ganz glücklich gemacht. Auch wenn's vielleicht realistisch ist, dass nicht alle Leute immer vom Karma erwischt werden, aber gewünscht hätte ich's mir hier doch.
Ändert aber nichts daran, dass ich alles in allem wieder einmal eine echt gute Zeit hatte, und Jonasson ist denke ich auch weiterhin auf der Liste der Autoren, bei denen ich nie nein zu einem Buch sagen würde. - Andy Weir
Der Marsianer
(883)Aktuelle Rezension von: Igelmanu66»So sieht die Situation also aus. Ich bin auf dem Mars gestrandet und kann weder mit der Hermes noch mit der Erde Verbindung aufnehmen. Alle halten mich für tot. Ich sitze in einer Wohnkuppel, die einunddreißig Tage stabil bleiben soll. Wenn der Oxygenator versagt, ersticke ich. Wenn der Wasseraufbereiter versagt, verdurste ich. Wenn die Wohnkuppel nicht hält, explodiere ich einfach. Wenn das alles nicht passiert, geht mir irgendwann der Proviant aus, und ich verhungere.«
Mark Watney hat wirklich mehr als Pech. Als ein enormer Sandsturm ihn und seine Crew zwingt, den Mars nur wenige Tage nach der Ankunft zu verlassen, gelingt allen anderen die Flucht, er allerdings wird von einem Trümmerteil getroffen, für tot gehalten und zurückgelassen. Als er verletzt aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein auf dem Mars, ohne Möglichkeit, mit der Crew oder der Erde Kontakt aufzunehmen und im Grunde ohne Hoffnung. Doch Mark Watney ist keiner, der schnell aufgibt…
Dieses Buch lag ziemlich lang in meinem Regal, SciFi ist normalerweise nicht mein Genre. Doch nachdem ich wenige Seiten gelesen hatte, mochte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Mark nimmt mit großem Mut den Kampf um sein Überleben auf, er weiß, dass in vier Jahren die nächste Marsmission landen soll und analysiert und plant nun, was er anstellen muss, um so lang durchzuhalten. Absolut bewundernswert, was er sich alles einfallen lässt und was er nach zahlreichen Rückschlägen immer wieder umplant und neu angeht! Als er irgendwann Kontakt zur NASA herstellen kann, starten auch auf der Erde enorme Rettungsversuche, in ihrem Einfallsreichtum nicht weniger fesselnd.
Fazit: Extrem spannend, obwohl SciFi eigentlich nicht mein Genre ist, mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
- Tim Marshall
Die Macht der Geografie
(66)Aktuelle Rezension von: FederfeeMit ein wenig Zähneknirschen vergebe ich 4 Sterne, denn es gibt für mich zwei nicht unerhebliche Kritikpunkte, halte es aber dennoch für ein wichtiges, Einsichten verschaffendes Buch.
Der Untertitel: ‘Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt’ trifft genauso ins Schwarze wie der Originaltitel ‘Prisoners of Geography’. Es handelt sich um eine komplett überarbeitete Neuausgabe (2025) und ist somit hochaktuell. Auch wenn sich sicher in nächster Zeit einiges verändern wird, bleiben die geografischen Rahmenbedingungen bestehen.
Das Vorwort, das auf wenigen Seiten eine gut verständliche, zusammenfassende Darstellung der Weltlage mit ihren Tendenzen gibt, hat mir gefallen: Zusammenschluss autoritärer Staaten, Lockerung der Bindungen von einst, hin zu einer multipolaren Welt, Falscheinschätzungen der Europäer, neue Technologien, etc.
Der Autor stellt zehn Räume mit ihren geografischen Gegebenheiten vor, wozu aber auch Faktoren wie Demografie, Klima etc. gehören, also nicht nur Berge, Flüsse. Seen, Meere. Es sind Russland, China, USA, Westeuropa, Afrika, Der Nahe Osten, Indien und Pakistan, Korea und Japan, Lateinamerika, Die Arktis.
Inhaltlich leicht lesbar und einsichtig dargestellt, ist aber mein erster Kritikpunkt: es hätte strukturierter sein müssen. Wenn man z.B. ein Kapitel über Westeuropa schreibt, wäre es ein Leichtes, über einen Abschnitt den Namen des Landes zu schreiben, um das es gerade geht. Das wäre besonders wichtig, weil sich der Autor nach einleuchtenden gut dargestellten geografischen Gegebenheiten etwas zu sehr in Details verliert.
Zu jedem Kapitel gibt es eine große Karte und im Text noch einmal eine oder zwei kleinere. Aber: ohne Atlas daneben geht es nicht. Wie kann man wichtige Orte erwähnen, die dann doch nicht auf der Karte eingetragen sind?! Das ist leider ein großes Manko dieses Buches und hat mich streckenweise sogar geärgert.
Aber - um sachlich zu bleiben - außer den erwähnten Mängeln (in meinen Augen) bleibt es immer noch ein Buch, das grundlegende wichtige Einsichten verschafft und zu mehr Verständnis im Sinne von ‘Erklärung’ einiger Phänomene der Weltlage verhilft. Trotz meiner Kritik kann ich es empfehlen, wenn man politisch interessiert ist.
- François Lelord
Hectors Reise
(1.186)Aktuelle Rezension von: KarinJAnfangs fand ich die Fähigkeit des Autoren Francois Lelor, komplexe Sachverhalte auf den Kern herunterzubrechen, auffallend und den daraus resultierenden Schreibstil in seiner Schlichtheit ansprechend. Nach wenigen Seiten jedoch dachte ich, dass es sich der Autor öfter mal zu einfach macht. Kurz danach ging es dann darum, wie es ist zu begreifen, dass man nicht begriffen hat. Und ich wartete darauf, dass der Autor in diesem Sinne einige seiner Statements vielleicht irgendwann zum Ende hin revidieren würde. Aber nein. Es bleibst so stehen, dass Hectors (aus dessen Perspektive die Geschichte geschrieben ist) Lebensgefährtin ein wenig Schuld sei an seinem Fremdgehen, weil sie ihn auf der Reise nicht begleitet hatte. Was für ein Clown. Hectors Einstellung zu Frauen stieß mir mehrmals übel auf. Sie fallen ihm entweder auf, wenn sie "hübsch" und "reizend" sind (Frauen müssen für ihn also Unterhaltungswert haben) oder negativ wie die Psychiaterin Marie-Louise, die mit ihrem Wunsch, dass ihre Kinder ohne Chauffeur und Leibwächter sicher zur Schule gehen können, dafür sorgt, dass ihr Ehemann in einem anderen Land weit weg von seinen Eltern leben muss. Dabei hätte es Hector als Kind doch cool gefunden, mit Chauffeur und Leibwächter in die Schule zu kommen. Bei solchen Sätzen dachte ich mir, Hector müsse ein ziemlicher Idiot sein. Er war mir am Ende reichlich unsympathisch. Da gab es Formulierungen, die ich für unbedacht hielt wie die, dass die chinesischen Kellner wie "normale" Kellner aussehen - Hallo? Wenn man in China ist, dann sind wohl Chinesen das Normale und alles andere die Ausnahme. Mir kamen solche Dinge nicht vor, als sollten sie eine gezielte Provokation des Lesers sein. Denn im Folgenden erhält man keine Gelegenheit, mit dieser Kritik irgendwo anzuknüpfen. Zusammengenommen wirkte Hector recht selbstverliebt mit seiner Überzeugung, er könne die Welt durchschauen und jeden zum Reden bringen. Mehrmals sagt er, die Wissenschaft brauche man nur zur Überprüfung von Erkenntnissen, die jeder für sich selbst machen könne. So schafft es Hector ja auch, auf seiner Reise sämtliche Prinzipien des Glücks aufzuschreiben, die die gesamte Forschungslandschaft zusammengetragen hat. Lebenserfahrung ersetzt Wissenschaft. Irgendwann merkte ich dann, dass der Stil des Autors, Dinge zu vereinfachen, diese Überheblichkeit widerspiegelt. Bei mir kam es so an, als habe man dem Leser zeigen wollen, dass sich die Menschen (so wie Hectors "grundlos" unglückliche Patienten) zu sehr verkopfen und dass es auch einfacher und damit besser ginge. Es kam dabei allerdings etwas heraus, das abgeglitten ist, wenn nicht in die Babysprache, dann aber in eine belehrende Sprache für sehr kleine Kinder. Die verschiedenen Stationen der Reise und die Begegnungen waren durchaus interessant. Das war sehr abwechslungsreich und vielfältig. Nicht nur durch die Menschen, die eben verschieden sind, sondern auch durch die unterschiedlichen Stimmungen, die über den Situationen lagen. Aber ich lese sicher kein Buch mehr von Hector (da gibt es ja noch etliche Bände). 3 Sterne von mir für das Buch, 3 minus!
- Rebecca F. Kuang
Yellowface
(579)Aktuelle Rezension von: libriamoooreIch habe mich mit Yellowface bewusst aus meiner Komfortzone gewagt und bin ehrlich gesagt sehr positiv überrascht. Im Rahmen meiner A-Z Challenge hatte ich das Buch auf dem Schirm und hätte nicht gedacht, wie sehr es mich packen würde.
Die Geschichte und die Protagonistin haben mich gleichermaßen beeindruckt und teilweise auch richtig schockiert. Yellowface hält der Buchbranche und dem Literaturbetrieb gnadenlos den Spiegel vor.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr direkt, wodurch man kaum Abstand zur Geschichte bekommt. Für mich war es deutlich besser als erwartet und definitiv ein Buch, das nachwirkt.
- Martin Suter
Elefant
(311)Aktuelle Rezension von: bilbobeutlinIch habe das Buch gelesen und nahezu verschlungen. Es hat mir richtig gut gefallen, da es sehr detailreich und spannend geschrieben ist. Es war irgendwie mal etwas anderes und hat daher genau meinen Zahn der Zeit getroffen. Allerdings war ich dann vom Ende etwas enttäuscht. Man liest das ganze Buch voller Spannung und wird dann enttäuscht, weil man sich ein anderes Ende gewünscht hätte. Trotzdem eine Lesempfehlung!
- Cixin Liu
Die drei Sonnen
(250)Aktuelle Rezension von: _Eli_Die drei Sonnen' ist ein faszinierendes Werk, das mich völlig unerwartet in seinen Bann gezogen hat. Cixin Liu verwebt meisterhaft die düstere Geschichte der chinesischen Kulturrevolution mit einem hochkomplexen Science-Fiction-Plot, der das Genre auf ein neues Level hebt.
Was dieses Buch so besonders macht, ist die Art, wie es wissenschaftliche Konzepte - von der Quantenmechanik bis zur Astrophysik - mit philosophischen Fragen nach der Existenz der Menschheit verbindet. Das Drei-Körper-Problem als zentrale Metapher ist brilliant gewählt und zeigt, wie chaotisch und unvorhersehbar nicht nur unser Universum, sondern auch zwischenmenschliche Beziehungen sein können.
- Elizabeth Lim
Ein Kleid aus Seide und Sternen
(551)Aktuelle Rezension von: kittencuexWunderschöne Beschreibungen - man kann sich dadurch in die Geschichte hineinversetzen.
Zunächst etwas langsam. Wurde dann aber sehr spannend. Die Charaktere entwickeln sich gut und die Beschreibungen sind sehr detailliert und lassen einen in die Geschichte eintauchen.
Das ganze spielt in einem Setting, welches an ein antikes asiatisches Reich erinnert.
Für Mulan-Fans ein Muss.
- Rebecca F. Kuang
Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin
(157)Aktuelle Rezension von: Silke-LuIm Zeichen der Mohnblume – Die Schamanin erzählt die Geschichte der Kriegswaisen Rin, die sich mit eiserner Disziplin und Wille den Weg an die Militärakademie Sinegard erkämpft. Dort entdeckt sie ihre schamanische Gabe, die sie mit einem uralten Gott verbindet. Währenddessen entwickelt sich ein grausamer Krieg und Rin wird vor folgenschwere Entscheidungen gestellt.
Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und sehr detailreich, auch wenn sich die langen Kapitel und besonders der Akademie-Teil manchmal etwas gezogen haben. Rin ist für mich keine klassische Sympathieträgerin. Ihr Hass, ihr Machthunger und ihre Rachsucht sind mir so vollkommen fremd, aber gerade das machte ihren Blickwinkel sehr interessant. Spannend fand ich die Themen Standesunterschiede, Drogenhandel und deren Folgen für die Gesellschaft. Absolutes Highlight war für mich Meister Jiang und dessen sehr ungewöhnliche Lehrmethoden (ich sage nur: das Ferkel den Berg hochtragen😂). Das Lehrer-Schüler-Verhältnis hat mich manchmal an Karate Kid erinnert 😅.
Ab Teil 2 überrascht die Geschichte komplett: Der Krieg bringt ein hohes Tempo, viele Wendungen und eine erschreckende Brutalität, mit der ich nicht gerechnet hatte.
Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Bände...
- Naomi Novik
Die Feuerreiter Seiner Majestät 02
(238)Aktuelle Rezension von: KuragelakeDrachen Prinz, eine grandiose Fortsetzung zu Drachen Brut.
Hier geht es dort weiter, wo Band Eins aufgehört hat. Die Chinesen, die ihren Himmelsdrachen wieder zurückhaben wollen. Da ein Himmelsdrache stets für einen Kaiser ist und nicht irgendeinem dahergelaufenen als Gefährte dienen sollte und schon gar nicht als Eroberungstrophäe. Schließlich sollte er Napoleon, der sich selbst zum Kaiser ernannt hatte, gehören.
Doch weder Temeraire noch Laurence wollen sich wirklich voneinander trennen, also beginnt eine abenteuerliche Reise über das große Wasser mit einem Drachentransporter nach China, um am kaiserlichen Hof vorstellig zu werden. Auf dem Weg dorthin gibt es Abenteuer, mit Seeungeheuern und Versuche, Temeraire davon zu überzeugen, dass China das bessere Land für Drachen sei.
Auch wird es gefährlich, auch wenn Napoleon nicht mit von der Partie ist. Aber es gibt politische Machtkämpfe in den chinesischen Reihen.
Was mir so besonders gefällt, ist die Beziehung zwischen Laurence und Temeraire, die weiter wächst und im Vordergrund steht.
- Meike Winnemuth
Das große Los
(255)Aktuelle Rezension von: schokobookMeike Winnemuth hatte 2010 bei Günther Jauch eine halbe Million Euro in der Sendung Wer wird Millionär gewonnen.
Was macht man mit 500.000 Euro? Meike packt ihren Koffer . Nicht in die Luxushotels Europas, sondern sie reist, ein Jahr lang und jeden Monat ein anderes Land und wohnt in airbnb. Alleine! Mit einem Koffer und nur das nötigste. Ihre Erlebnisse hält die Journalistin in einem Blog fest und per Mails an ihre Freunde und Bekannten. Am Ende stellt sie fest, dass sie das Geld nicht unbedingt brauchte, da sie ja weiter gearbeitet hatte, als Journalistin ist das sicher auch so machbar. Aber das Geld hat den Mut gegeben JETZT. Und ich finde das Buch ist inspirierend und das nochmals anders als Eat,Pray Love. Was sich für Möglichkeiten auf tun ist absolut interessant. Das Buch ist locker geschrieben. Hat immer mal wieder Bildmaterial und macht nachdenklich.
- Christopher Schacht
Mit 50 Euro um die Welt. Wie ich mit wenig in der Tasche loszog und als reicher Mensch zurückkam
(126)Aktuelle Rezension von: HopeandliveChristopher Schacht erfüllt sich nach seinem Abitur einen großen Traum, er will um die ganze Welt reisen. Nicht das ein solcher Traum für junge Menschen ungewöhnlich wäre, ich kenne kaum einen, den nach dem Abitur nicht das Reisefieber packt, doch Christopher reist auf eine ganz besondere Art und Weise, mit nur 50 Euro in der Tasche, seinem Rucksack und dem festen Willen, nicht mit dem Flugzeug zu fliegen, macht er sich auf den Weg. Da würden schon einmal einige junge Menschen den Rückzieher machen. Doch wer sich die gutgelaunte Frohnatur auf dem Cover anschaut, gewinnt schon vor dem Lesen den Eindruck, bei dem könnte es klappen, der lässt sich nicht so schnell von seinem Vorhaben abbringen.
Christopher nimmt uns mit und schreibt während der ganzen Reise Tagebuch, frisch von der Leber weg, was ihn bewegt und berührt und das fast immer positiv und humorvoll. Dennoch ist es kein Easy-going, er macht sehr viele gute Erfahrungen auf seiner Reise, durchaus auch mal negative, die ihn jedoch keinesfalls dazu bewegen, die Reise abzubrechen. Es gelingt ihm diese Erfahrungen hinter sich zu lassen und einfach weiter zu gehen in dem festen Vertrauen, es wird sich ein Weg zu seinem nächsten Ziel öffnen.
Während der Reise lernt er auch immer mehr auf Gott zu vertrauen und das fließt in seine Tagebucheinträge mit ein und der Leser kann auch erkennen, dass Christopher in diesen vier Jahren, in denen er von seiner Familie getrennt war, zu einem erwachsenen Menschen gereift ist. Interessant war, dass er sich immer einen offenen und freundlichen Blick auf die Menschen, die ihm begegneten, bewahrt hat und vielfach auch wirklich Bewahrung erlebte. Er war sich auch nicht zu schade, alle möglichen Arbeiten zu erledigen um seine Reisekasse aufzubessern und hat in etliche Berufsgruppen hineingeschnuppert. So ist er mit dem Segelboot, zu Fuß, mit der Bahn, dem Bus (häufig völlig überfüllt und leicht marode), irgendwelchen Lastwagen etc. gereist.
Auf dieser Reise hatte er auch schriftlichen Kontakt mit einer jungen Frau aufgenommen und sie haben sich auf diese Weise so gut kennengelernt und füreinander Gefühle entwickelt, dass sie sich schlussendlich trafen und beschlossen zusammen weiter durch das Leben zu reisen. Mir hat dieser Reisebericht sehr gut gefallen, oftmals habe ich es aus Sicht einer Mutter gelesen und dachte, oh, das musste jetzt auch noch sein;):), doch es lohnt auf jeden Fall auf Reisen zu gehen und wenn es wie bei mir oft literarisch ist.
- Chloe Gong
Welch grausame Gnade
(102)Aktuelle Rezension von: Schuby233Chloe Gong entführt uns in ihrem Debütroman "Welch grausame Gnade" in das pulsierende Shanghai der 1920er Jahre und präsentiert eine bemerkenswerte Neuinterpretation des klassischen Shakespeare-Dramas "Romeo und Julia". Die Geschichte um die verfeindeten Gangsterfamilien Scarlet Gang und White Flowers wird durch die historische Kulisse und den Hauch von Mystery zu einem packenden Leseerlebnis.
Die Autorin erschafft eine atmosphärisch dichte Welt, in der sich Politik, Bandenkriege und eine mysteriöse Krankheit zu einem fesselnden Gesamtbild vereinen. Besonders beeindruckend ist die Darstellung der Protagonistin Juliette Cai, die als starke, komplexe Figur überzeugt und die Geschichte maßgeblich trägt. Ihre komplizierte Beziehung zu Roma Montagov ist geprägt von Verrat und unausgesprochenen Gefühlen, was für eine konstante Spannung sorgt.
Während die Haupthandlung durchgehend fesselnd ist, hätten die Rückblenden in die Vergangenheit etwas eleganter in die Geschichte eingewoben werden können. Diese kleinen Übergangsschwächen werden jedoch durch die sonst gelungene Erzählstruktur und die faszinierende Weltenbeschreibung mehr als ausgeglichen.
Ein besonderes Highlight ist die detailreiche Darstellung Shanghais, die den Leser direkt in die brodelnde Atmosphäre der Stadt eintauchen lässt. Die Verbindung von historischen Elementen mit fantastischen Aspekten erschafft eine einzigartige Atmosphäre, die den Roman von anderen Adaptionen klassischer Literatur abhebt.
"Welch grausame Gnade" ist ein vielversprechender Auftakt einer Reihe, die sowohl Fans des Originals als auch Neueinsteiger begeistern wird. Die Geschichte bietet genug Tiefe für mehrmaliges Lesen und macht definitiv Lust auf die Fortsetzung. Trotz kleiner Schwächen in der Struktur überzeugt der Roman durch seine innovative Interpretation und atmosphärische Dichte. Ich gebe dem Buch 3,5 von 5 Sternen.
- Kai Meyer
Das Wolkenvolk. Band 1
(494)Aktuelle Rezension von: EngelsteamIn diesem Buch begegnen uns mehrere Personen und auch Völker.
Alles fängt beim Wolkenvolk an. Hier wohnt der junge Niccolo. Seine Wolke sinkt bedrohlich und eines Tages wird er deswegen den Erdboden ( zum ersten Mal in seinem Leben) betreten. Er soll etwas wichtiges für seine Wolke suchen, damit sie weiter existieren kann. Und wieder hoch nach oben steigen kann. Auf dieser Wolke selbst spielt sich selbst auch immer wieder zwischendurch abenteuerliches ab, so dass wir auch dort immer wieder zurück kehren im Buche.Niccolo lernt auf seiner Reise mehrere Wegesbegleiter kennen. Da wäre zum Beispiel Wisperwind oder Nugua und Feiqing. Und Mondkind, die ebenfalls noch eine interessante Rolle in diesem Buche Bekommt ( jedenfalls im ersten hier).
Ich fand den Stil des Autors soweit ganz gut. An manchen Stellen nur manchmal etwas langatmig. Aber sonst gut. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Es endete spannend und gerne möchte ich nun wissen wie es weitergeht.
- Eleanor Catton
Die Gestirne
(138)Aktuelle Rezension von: Sanne54Walter Moody trifft 1866 nach schwerer Überfahrt in der neuseeländischen Hafenstadt Hokitika ein. Im Raucherzimmer des Hotels, in dem er absteigt, wird er durch die Erzählung von 12 Männern in eine Serie ungeklärter Mordfälle hineingezogen, die sich rund um das Goldgräbermilieu bewegen.
Wer nun einen Kriminalroman erwartet oder einen historischen Roman, der wird enttäuscht sein. Catton strickt eher eine Art Sittenbildnis, entführt den Leser in ein wildes, unerschlossenes, abenteuerliches Neuseeland.
Ich habe das Buch von einer Freundin geschenkt bekommen, die selbst großer Neuseeland-Fan ist, mit dem Hinweis, dass man trotz der Komplexität dem Plots doch gut folgen kann, selbst wenn man den Roman mit Unterbrechungen liest. Und in der Tat tut es dem Romanvergnügen keinen Abbruch, wenn man ihn immer wieder zur Hand nimmt, um weiterzulesen. Ich habe allerdings auch sehr lange benötigt, um ihn zu beenden.
"Die Gestirne" ist ein sehr aufwändig und kunstvoll (künstlich) konstruierter Roman. Die 12 Männer sind 12 Gestirnen (Sternzeichen und Planeten) zugeordnet, deren Konstellationen der Handlung entsprechen. Dazu kommt, dass der abnehmende Mond sich in der Kapitellänge widerspiegelt. Es ist einerseits ein Roman, den man mit Verstand lesen sollte, andererseits sollte man die Szenerie, in der er spielt genießen. Ich kann verstehen, dass manche Leser den Roman ermüdend finden, ich persönlich war am Ende aber fast enttäuscht, Neuseeland wieder verlassen zu müssen.
- Julie Kagawa
Im Schatten des Fuchses
(193)Aktuelle Rezension von: Maura99"Versprochen, Yumeko. Egal, wie lange es dauert, wie weit ich reisen muss, selbst wenn es mich mehrere Leben kosten sollte, ich werde immer nach dir Ausschau halten. Mein Äußeres mag sich ändern, mein Name ein anderer sein, aber du bist die andere Hälfte meiner Seele. Sie wird nicht aufhören, nach dir zu suchen, bis ich dich wiedergefunden habe." - S 387 Im Schatten der Drachen
Für mich war diese Reihe ein reread und noch immer ein Genuß. Vor allem: sehr ihr diese Ausstattung 😍
Tasumi und Yumeko trafen sich und brauchten sich, auch ohne es selbst zu wissen.
Zwei sehr junge Menschen die irgendwie in ihre Pflichten gerutscht sind und jetzt umdenken müssen.
Über drei Bände hindurch lernen die beiden zusammen mit ihren Gefährten sich zu entwickeln, über sich hinaus zu wachsen und sich sogar aufzuopfern.
Es ist durch die Bände hinweg eine wirklich wundervollen Reise voll von Legenden, Dämonen, liebe und opfern.
Die kämpfe waren grandios. Die Finale Auflösung absolut begeisternd.
Die Tragik passt zu den japanischen Geschichten und der Mut den es hier braucht war so schön dargestellt.
Ein angenehmer Schreibstil und ein tolles Feeling was will man mehr. - Rebecca F. Kuang
Babel (English Edition)
(49)Aktuelle Rezension von: GingerteabooksDieses Buch ist eine wirklich sehr gute Kolonialismuskritik. Das Buch hat wunderbare Charaktere, besonders die vier Protagonist*innen. Die Geschichte ist unglaublich stark aber auch emotional und ich finde jeder, der (besonders weiße Menschen) sollte dieses Buch mal lesen. Trotzdem ist die erste Hälfte etwas anstrengend und zäh, da es dort viel um Sprachgeschichte und Wortursprünge geht und es länger Passagen gibt, die starken Fachbuch-Charakter haben.
- Christoph Ransmayr
Cox
(107)Aktuelle Rezension von: LeserstimmeDieses Buch hatte sehr große Wirkung auf mich. Ich erwartete ein historisches Buch, wurde aber teils eines Besseren belehrt.
Allister Cox (im historischen James Cox) wird als Uhrmacher und Maschinenbauer mit seinem Helfer in die Verbotene Stadt Bejing eingeladen. Der Kaiser Quianlong erwartet von ihm den Bau einer Uhr, die die Unendlichkeit messen kann. Kiang, ihr ständiger Begleiter und Bediensteter warnt Cox, diese Uhr jemals zu bauen, könne eine solche Uhr doch den Herrscher der Zeit, den Gottkaiser beleidigen und die Maßlosigkeit eine solche zu bauen, die Todesstrafe fordern. Quianlong, der sich selbst "Herrscher der Zeit" nennt, lebt maßlos, zügellos, hat über 300 Konkubinen und etliche Ehefrauen. Ihn anzusehen und den Blick des Kaisers gar zu erwidern, würde die Todesstrafe bedeuten. Strenge Regeln herrschen am Hofe des Kaisers und niemand, der dort verweilt und dient, hat gar einen Freund. Jeder misstraut jedem, der kleinste Fehler könnte dem Kaiser mitgeteilt werden, um sich selbst hochzudienen. Je unsinniger diese Regeln zu sein scheinen, desto mehr Nachdruck und Kraft wird ihnen gegeben. Wer hier eine historisch belegte Geschichte erwartet, liegt falsch. Der Uhrmacher hieß mit Vornamen James und hat niemals den Kaiser getroffen. Beleuchtet wird hier eine Zeit, in der es noch abgeschnittene Nasen als Kennzeichnung eines Verbrechens gab und sich jeder dem Willen des Kaisers zu fügen hatte. Die Sprache ist meiner Meinung nach etwas konstruiert, erfordert aufmerksames Lesen, passt aber sehr gut zum Buch. Quianlong ist 1711 geboren, mit 24 Jahren an die Macht gekommen und blieb offiziell bis 1796 Kaiser. Ransmayr geht es hier eher um die Beleuchtung der Gestalt des Kaisers und die Auswirkungen seiner Strenge auf die Fremden und den Hof, als um historische Fakten. Sehr empfehlenswert, wird aber sicher eher von Männern gelesen. Mir hat das Buch trotzdem sehr gefallen, da es außergewöhnlich ist und ich mich freue dann so etwas zu finden.
- Alison Goodman
EONA - Drachentochter
(308)Aktuelle Rezension von: SkyeDas Buch Eona band 1 war sehr spannend in der Handlung. Es gab intressante Wendungen in der Story mit denen ich nicht gerechnet habe .
Ich würde das Buch auf alle Fälle weiterempfehlen . Das Buch empfehle ich für Jugendliche ab 12 jahren oder auch Altere kann ich ich es empfehlen. Das Buch ist ein Fantasybuch.
- Kai Meyer
Das Wolkenvolk. Band 2
(397)Aktuelle Rezension von: la_vieIch habe schon mehrere Bücher von Kai Meyer gelesen und ich muss sagen, dass ich mit keinem so richtig warm geworden bin. Mit dieser Buchreihe war es genau so.
An sich ist es wirklich eine nette Geschichte, eine Mischung aus Legenden, Fantasy und Liebesgeschichte. Ein Junge, der seine Heimat verlässt, um seinem Volk zu helfen und dabei Abenteuer erlebt und auch die Liebe findet.
Leider muss ich sagen, dass einige Charaktere etwas flach geraten sind. Ich habe die Hoffnung, dass ihnen im dritten Teil der Reihe noch etwas mehr Tiefe gegeben wird. Vermutlich liegt das auch daran, dass die Kapitel aus unterschiedlichen Blickwinkeln geschrieben sind und die Bücher aber nicht so lang sind, sodass die Zeit fehlt, um die Charaktere richtig aufzubauen.
Auch kann ich mich mit dem Protagonisten nicht so richtig identifizieren. Ich verstehe seine Entscheidungen oft nicht (auch wenn er seine Gründe dafür hat) und hätte manchmal am liebsten in das Buch gegriffen, um ihn mal kräftig durchzuschütteln.
Daher von mir nur 3 von 5 Sternen. Den dritten Teil werde ich aber noch lesen, um der Geschichte einen Abschluss zu geben.























