Bücher mit dem Tag "chinesische literatur"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "chinesische literatur" gekennzeichnet haben.

38 Bücher

  1. Cover des Buches Die wandernde Erde (ISBN: 9783453319240)
    Cixin Liu

    Die wandernde Erde

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Sakle88
    Meine Meinung:
    Das Cover passt sehr gut zum Inhalt.
    Der Schreibstil ist herausragend fesselnd. Ich hatte mir zuerst die Leseprobe durchgelesen und war sofort gefangen in der Welt von Cixin Liu. Für mich war es Neuland. 
    Dies ist meine erste Begegnung mit einem Buch aus seiner Feder.
    Ich finde dieses Kurzgeschichten sind ideal für jeden der überlegt ob er sich ein Buch von Cixin Liu näher anschauen sollte. Ideal für einen Neueinstieg in die Welt voller futuristischer Geschichten.
    Sie sind vielfältig und fesselnd.

    Vielleicht ist nicht jede Geschichte gleich gut, aber ich wurde von jeder einzelnen in einen Bann gezogen. Ich werde mir auf jeden Fall weitere Bücher von ihm anschauen. 

    Die Kurzgeschichten hat der Autor in verschiedenen Zeiträumen geschrieben was man auch am Schreibstil merkt. Was nicht schlimm ist, denn Schreibstil ist flüssig und atmosphärisch. Sehr gut zu lesen. 

    Fazit: 
    Wer keine Angst vor einem dicken Schmöcker hat, kann hier beruhigt zu greifen. Das Buch lässt sich wunderbar lesen und da es Kurzgeschichten sind, kann man es sich auch sehr gut aufteilen. Auch für Neulinge in der Welt von Cixin Liu ist dieses Buch ein wahres Fest.
    Ich bin begeistert und gebe fünf Sterne. Außerdem spreche ich eine klare Kauf- und Leseempfehlung aus!

    Vielen lieben Dank an das Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House und den Heyne Verlag für das Reziexemplar.
    Dies hat keinen Einfluss auf meine ehrliche und persöniche Meinung!
  2. Cover des Buches Brüder (ISBN: 9783596178681)
    Yu Hua

    Brüder

     (25)
    Aktuelle Rezension von: PaulTemple
     Die epische Geschichte zweier Brüder spannt sich von den Tagen der Kulturrevolution bis in die 2000er Jahre, so dass die Protagonisten den Aufschwung Chinas zur Weltmacht miterleben und auch mitgestalten. Warum hat mir der Roman insgesamt nur mittelmäßig gefallen? Einerseits ist der Auf- bzw Abstieg der ungleichen Brüder mit sehr viel Humor erzählt, der leider nicht meinen Geschmack trifft und mir an vielen Stellen schlicht zu albern und über dreht ist. Zum anderen ist die Handlung vielerorts sehr in die Länge gezogen, was den Lesefluss etwas eintrübt und mich nicht immer zum Weiter lesen animiert hat. 
  3. Cover des Buches Das Buch eines einsamen Menschen (ISBN: 9783596152414)
    Gao Xingjian

    Das Buch eines einsamen Menschen

     (9)
    Aktuelle Rezension von: DrGordon
    Die Geschichte eines Schriftstellers in der Zeit des kommunistischen Chinas ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend und macht Freude zu lesen. Auch die sinnlich, erotischen Beschreibungen der sexuellen Beziehungen zu den verschiedenen Frauen macht Spaß und Lust auf mehr. Xingjian erzählt unpatethisch und nicht moralisierend den Finger hebend das Leben während der Kulturrevolutionen speziell die allmächtigen Partei. Der alltägliche Terror und Gewalt, die Angst der Menschen und deren Kampf ums Überleben im System des Überwachungsstaates. Die Hauptfigur des Buches durchläuft verschiedene Phasen in seinem Verhältnis zur Partei und des kommunistschen Systems. Gefeierter Schriftsteller und Aushängeschild des Staates und der Partei, Mitglied einer revolutionären Gruppe die die wahren Werte Maos verteidigen wollen bis zu seiner Zeit auf dem Land in einem Arbeitslager als Dorflehrer. Zuletzt Asyl in Frankreich und Bruch mit allem was China ist und wahr bis auf die chinesische Sprache, in der der Erzähler weiterhin schreibt. Gao Xingjian beschreibt sehr anschaulich, dass die Menschen versuchen durch Erreichung von Macht und Einfluss selbst Terror, Gewalt und Vernichtung von Dritten im kommunistischen System zu erreichen, anstatt das politische System als solches zu bekämpfen. Nur um das eigene Überleben im wortwörtlichen Sinne zu garantieren. Auch im Wissen, dass es letztlich nie Garantien im Kommunismus laut XIngjian gibt. Was heute gilt kann morgen verboten sein, Wer heute ein Held der Partei und des Kommunismus ist, kann morgen ein Staatsfeind sein, im Arbeitslager geschickt gleich getötet werden. Bis zu Spitzen der Partei die von denen angeklagt werden welche Sie jahrelang verfolgt und terrorisiert werden. Nur um mit dem gleichen Mitteln betraft zu werden. Der Erzähler liebt Frauen, hauptsächlich sexuell und Frauen lieben ihn. Katharina, eine deutsche Jüdin, die ihn letzlich zwingt sich mit seiner eigenen Vergangenheit, Identität und Emigration auseiner zu setzen. Die Übersetzerin für Chinesisch würde ihn sogar heiraten, er liebt die Frau wirklich schafft diesen Schritt aber letzlich nicht. Sicher auch aufgrund seiner letzlich gescheiterter Ehe mit Xu Qian. Einer Frau, welcher er sicherlich anfangs sexuell attraktiv findet. Um seine Einsamkeit im Arbeitslager und Verbannung zu bekämpfen heiratet er sie.
  4. Cover des Buches Die Go-Spielerin (ISBN: 9783492272759)
    Shan Sa

    Die Go-Spielerin

     (54)
    Aktuelle Rezension von: sumsidie
    In kargen Worten erfahren wir wie ein japanischer Soldat in der Mandschurei in den Krieg zieht. Parallel dazu verfolgt der Leser die weibliche Hauptperson, eine Chinesin, die langsam vom Mädchen zur jungen Frau wird. Gegen Ende des Buches treffen sich die beiden Hauptpersonen auf einem Platz zum Go spielen, das hier als ein intensives Kennenlernen auf einer alternativen Kommunikationsebene geschildert wird. Obwohl die Geschichte sehr schön zum Lesen war, haben mich die Hauptpersonen nicht überzeugen können. Sie sind viel zu reflektiert und selbstkritisch, das wirkt an einigen Stellen leider gekünstelt.
  5. Cover des Buches Ein freies Leben (ISBN: 9783548609706)
    Ha Jin

    Ein freies Leben

     (7)
    Aktuelle Rezension von: dzaushang
    Was macht ein freies Leben aus? Ein Leben nur möglichst weit weg von der Heimat China? Ein Leben in den USA, wo jeder seines Glückes eigener Schmied zu sein scheint? Nan verlässt fluchtartig die verhasste Heimat, eine enttäuschte großen Liebe und viele andere geplatzte Träume hinter sich lassend. Aber er merkt, dass er seiner Heimat nicht so schnell entkommen kann, wie er sich das wünscht. Trotz eigener kleiner Familie gelingt das Wurzel fassen in den USA nur mühsam. Selbst über Jahre hinweg spukt immer noch die verloren gegangene Liebe in seinem Kopf herum. Auch sein Traum vom Leben eines Dichters lässt ihm keine Ruhe. Nan fühlt sich zerrieben zwischen dem Streben nach materieller Unabhängigkeit und Sicherheit für sich und seine Familie und diesem Herzenswunsch. Was macht ein freies Leben aus? Der äußere Schein,das Anhäufen von immer mehr Geld und Besitz? Ein Leben nach den eigenen Träumen und Idealen, Wünschen und Sehnsüchten? Ha Jin´s Roman erzählt von der Suche des Menschen nach dem Sinn des Lebens, vom Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung. Er tut dies auf einfache, anrührende und authentische Weise.
  6. Cover des Buches Im Teich (ISBN: 9783423242769)
    Ha Jin

    Im Teich

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Nexus
    Shao Bin lebt in der chinesischen Stadt Endstadt und arbeitet als arbeitet dort als Mechaniker in der Düngemittelfabrik „Ernteglück“. Schon lange sind ihm die korrupten Praktiken der Firmenleitung ein Dorn im Auge und als er bei der Wohnungszuteilung für eine größere Unterkunft erneut übergangen wird, platzt ihm der Kragen. Der talentierte Hobbykalligraph und Zeichner veröffentlicht eine Karikatur, die die Korruption in der Führungsebene der Firma anprangert. Damit gerät er natürlich auf deren Abschlussliste, aber unermüdlich kämpft er weiter für seine Rechte. Ha Jin hat hier mit seinem ersten Roman „Im Teich“ eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Mit viel Witz beschreibt er die er die eigentlich ernste Geschichte des Kampfes eines einfachen Arbeiters gegen den übermächtigen Führungsapparat. Das Buch ist sehr kurzweilig geschrieben – Längen oder Durchhänger in der Geschichte gibt es nicht. Shao Bin ist ein sehr sympathischer Hauptcharakter in den ich mich schnell hineindenken konnte. Ich habe mich über jede Idee gefreut, die er hatte, um den Machenschaften der Fabrikleitung ein Ende zu bereiten – genauso wie ich mit ihm gelitten habe, wenn er mitunter weit über das Ziel hinausschießt. Insgesamt ist „Im Teich“ ein schöner, durch seinen wohldosierten Humor nie langweilig werdender kleiner Einblick in die chinesische Kultur. (Der leider viel zu schnell zu Ende ist – denn der Schluss kam dann doch sehr abrupt)
  7. Cover des Buches Ein Ufo, dachte sie (ISBN: 9783442742271)
    Xiaolu Guo

    Ein Ufo, dachte sie

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Zen-Cola
    Xiaolu Guos Roman »Ein UFO, dachte sie« spielt in einem abgelegenen chinesischen Dorf im Jahre 2012. Von der Modernisierung der letzten Jahrzehnte ist hier nicht viel zu merken. Das jedoch ändert sich, als die Bäuerin Kwok Yun eines Mittags ein UFO am Horizont sieht. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, findet sie einen verletzten Fremden. Sie hilft ihm, dann verschwindet er spurlos - und schickt als Dank für seine Rettung einen Scheck über 2000 US$. Und zwar nicht aus dem fernen All, sondern den USA.
    Fortan ist in dem Nest allerlei Trubel angesagt. Nicht nur die Polizei rollt an, um in Silberberg nach dem Rechten zu sehen, sondern ebenso eine durch den Scheck entfachte Modernisierungswelle; doch bringt der Fortschritt wirklich nur Gutes in einem kleinen Provinzkaff, in dem die Bevölkerung alt(eingesessen) ist und nur wenige lesen und schreiben können?

    Der Roman ist durchgängig im Protokollstil gehalten. Am Anfang eines jeden Kapitels steht somit jeweils ein Protokollkopf, anschließend verhören die nach Silberberg entsandten Polizisten pro Kapitel einen der Dorfbewohner zum Sachverhalt. Das alles ist in einem angenehmen Schreibstil gehalten, kommt hin und wieder auch recht witzig rüber (besonders die etwas eigentümlichen Flüche der »Landbevölkerung«, die in den Protokollen nachträglich geschwärzten Zeilen und die ausschweifenden Erzählungen der Befragten über die großen Höhepunkte in der Geschichte Silberbergs - was natürlich alles unsägliche Banalitäten sind), insgesamt verläuft der Plot aber etwas ziellos. Durch den Protokollstil bleiben sowohl die Befragten als auch die Befragenden recht blass, was für die Geschichte allerdings nicht wirklich störend ist, da es mehr um den Modernisierungsprozess geht. Der bleibt etwas skizziert, das Anliegen wird aber deutlich, sodass sich jeder selbst Gedanken machen kann. Eine Moralkeule oder den erhobenen Zeigefinger gibt es nämlich an keiner Stelle des Buches.

    Das hätte ich aber auch nicht anders erwartet, da es sich bei Xiaolu Guo um eine meiner Lieblingsautorinnen chinesischer Literatur handelt. Nachdem mich »Stadt der Steine« sowie »Kleines Wörterbuch für Liebende« völlig und »20 fragments of a ravenous youth« immerhin noch zu Großteilen begeistern konnten, sind von mir jedoch nicht mehr als drei Sterne drin.

    »Ein UFO, dachte sie« ist kein schlechter Roman, aber eben auch kein besonders hervorzuhebender. Wer sich auf
  8. Cover des Buches Chinesische Geistergeschichten und Liebesgeschichten (ISBN: 9783423240048)
  9. Cover des Buches Daodejing (ISBN: 9783150107188)
    Laotse

    Daodejing

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Der Berg der Seele (ISBN: 9783596152506)
    Gao Xingjian

    Der Berg der Seele

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ich habe bei Büchern großes Durchhaltevermögen und habe deshalb auch schon einige Lesehürden überwunden (z.B. Don Quijote), aber "der Berg der Seele" hat meine Geduld überstrapaziert. Da kam einfach nichts, was mich gefesselt hätte: keine Sprachspielerein, keine philosophischen Ausritte, nichts Hochgeistiges, nichts Banales. NIchts. Ich bin an diesem Buch gescheitert und habe es nach der Hälfte weggelegt und schließlich verschenkt. Das Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken.
  11. Cover des Buches Raise the Red Lantern (ISBN: 0060596333)
    Su Tong

    Raise the Red Lantern

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches The Vagrants (ISBN: 9780007196647)
    Yiyun Li

    The Vagrants

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Die Schnapsstadt (ISBN: 9783293405554)
    Mo Yan

    Die Schnapsstadt

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ding Gou'er wird als Sonderermittler in die Stadt Jiuguo (Schnapsstadt) geschickt, um zu prüfen, ob dort -wie gerüchteweise behauptet wird- Parteikader tatsächlich kleine Kinder als Delikatesse verspeisen. Als er die Stadt erreicht, kommt er jedoch nicht wie erwartet mit seinen Ermittlungen voran, denn schnell verstrickt er sich in den Wirren von Schnaps und Liebe.... Quasi als "Nebenhandlung" lernt man den Alkoholdokteranden Li Yidou aus Jiuguo kennen, der sich als Möchtegern-Autor versucht und Briefe an einen bekannten Autoren namens "Mo Yan" schreibt. Bei jedem Brief liegt eine seiner Erzählungen bei (die entsprechend auch in dem Buch abgedruckt sind). Nunja, soviel zum Inhalt des Buches. Die Idee an sich fand ich ganz interessant und anfangs las sich das Buch auch noch richtig gut. Aber ab einem gewissen Punkt konnte ich die Beweggründe für die Handlungen des Ermittlers Ding Gou'er einfach nicht mehr nachvollziehen, am Ende wirkt das ganze dann auch zunehmend fantastisch und war teilweise recht ausschweifend. Und manche Beschreibungen hätten ruhig ein bisschen weniger detailreich sein können - da rumort es einem teilweise schon fast im Magen.
  14. Cover des Buches Big Breasts, Wide Hips (ISBN: 9780413771551)
    Mo Yan

    Big Breasts, Wide Hips

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Das rote Kornfeld (ISBN: 9783293405523)
    Mo Yan

    Das rote Kornfeld

     (11)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Der Granatapfelbaum, der Kirschen trägt (ISBN: 9783423138123)
    Er Li

    Der Granatapfelbaum, der Kirschen trägt

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    „Die Welt ist verkehrt, ja verkehrt ist die Welt. / Der Granatapfelbaum trägt Kirschen. / Das Häschen hockt friedlich beim Hunde und bellt, / Das Mäuschen die Katze im Maule hält.“ Als Doudou, die kleine Tochter der Dorfvorsteherin Kong Fanhua diesen Kinderreim vor sich hin singt und die Mutter ihr dabei zuhört, ahnt Fanhua noch nicht, dass in den kommenden Tagen und Wochen ihre Welt tatsächlich gehörig auf den Kopf gestellt wird. Es stehen nämlich Wahlen an, doch eigentlich macht Fanhua sich darüber keine allzugroßen Sorgen, denn ihr fällt kein Grund ein, aus dem sie nicht wiedergewählt werden sollte. Plötzlich muss sie jedoch erfahren, dass Xuedai, eine der Bäuerinnen aus ihrem Dorf schwanger ist – und sie hat bereits zwei Kinder (noch dazu Töchter!). Das stellt den Geburtenplan des Dorfes gehörig auf den Kopf, und ein Rüffel diesbezüglich von höherer Stelle aus der Partei könnte Fanhua ihre Wiederwahl kosten. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Vorstandskomitees, macht sich Fanhua daran, Xuedai von einer Abtreibung zu überzeugen, doch weder Versprechungen noch Drohungen zeigen Erfolg. Damit nicht genug, wissen auch auf einmal eine Menge Leute an höherer Stelle von dem Problem und machen Fanhua Druck. Zu allem Überfluss zeichnet sich dann auch noch ab, dass ihre Wiederwahl nicht nur durch Xuedais Bauch in Frage gestellt wird – es scheint ganz so, als strebten gleich mehrerer ihrer Komitee-Mitglieder nach höheren Aufgaben und würden bei der kommenden Wahl gegen sie antreten.

    Der Granatapfelbaum, der Kirschen trägt ist noch viel mehr als die Geschichte einer Dorfvorsteherin, die sich auf die kommende Wahl vorbereitet. Es ist nämlich ein erstaunlich offener und kritischer Blick auf das gegenwärtige ländliche China, und das allgegenwärtige Thema der Geburtenkontrolle macht das Buch in meinen Augen zu schwerem Tobak. In diesem Falle steht Abtreibung nicht für die Selbstbestimmung der Frauen, sondern ist ein politisches Werkzeug. Familienplanung ist ein Staatsakt, und wer sich nicht an die vorgegebenen Zahlen hält, schadet nicht nur seiner Familie wegen hoher Strafzahlungen, sondern dem Dorf, dem Landkreis, dem ganzen Land: „Die Familienplanung ist nicht nur eine Frage des Unterleibs, sie steht ebenso in Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Lage unseres Landes und dem Lebensstandard der Bevölkerung. Sie ist für das Versiegen der Ressourcen, für die Erderwärmung und eine ganze Reihe anderer Probleme von großer Bedeutung.“

    Wie es mit Fanhuas politischer Karriere weitergeht, verliert anhand solcher Aussprüche beinahe an Bedeutung, besonders weil Li Er nicht nur sehr offen über Chinas Familienplanung (und die Abneigung gegen Töchter) spricht, sondern auch, ganz nebenbei, sehr viele Gelegenheiten wahrnimmt, um auf Korruption und Selbstbereicherung innerhalb der Partei hinzuweisen. Hier scheint er kurzzeitig den Faden der Geschichte verloren zu haben, doch bald schon nimmt er ihn wieder auf und schlägt einen gekonnten Bogen zu Fanhuas Wahlkampf und der Wahl selbst, deren Ausgang dann einen noch tieferen Blick in das chinesische Landleben zulässt.

    Der Erzählstil ist zunächst gewöhnungsbedürftig - ungewohnte Namen und lange Dialoge über Alltagsdinge benötigen ein wenig Zeit. Wer sich jedoch hineingefunden hat, wird mit einem hochinteressanten Einblick in das chinesische Dorfleben belohnt, mit einer gesellschaftskritischen Geschichte, die teilweise parabelhafte Stellen aufweist.

    Diese Rezension wurde auch auf lesemanie.com veröffentlicht.
  17. Cover des Buches The Boat to Redemption (ISBN: 9781590206720)
    Su Tong

    The Boat to Redemption

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Der Mann des Tao und andere Geschichten (ISBN: 9783442217090)
  19. Cover des Buches Tagebuch eines Verrückten (ISBN: 9783293208919)
    Lu Xun

    Tagebuch eines Verrückten

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Die Räuber vom Liang Schan Moor (ISBN: 9783458318910)
    Franz Kuhn

    Die Räuber vom Liang Schan Moor

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches The Garlic Ballads (ISBN: 9781611457070)
    Mo Yan

    The Garlic Ballads

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Abschied von der Mutter (ISBN: 9783293308138)
    Zhang Jie

    Abschied von der Mutter

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Der Überdruss (ISBN: 9783895022722)
    Mo Yan

    Der Überdruss

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania
    Mir fällt es schwer etwas über dieses Buch zu schreiben. Das erste Mal aufgefallen ist es mir als im Unionsverlag das Taschenbuch herauskam. Die interessante Idee und weil es chinesische Literatur ist, sprach mich sofort an. Als ich das Buch dann jedoch begann, hatte ich ein wenig meine Probleme damit.
    Ximen Nao ist Grundbesitzer und findet sich unversehens ins der Hölle wieder. Er darf zurück, wird aber als Esel wiedergeboren. Doch damit nicht genug. Er wird auch als Stier, Schwein, Hund und Affe wiedergeboren. Er muss im Prinzip gutes Karma sammeln, denn Yama, der Fürst der Unterwelt, ist von seiner Schuld überzeugt.
    Während der Leser Ximen Nao in seinen vielen Leben begleitet, erfährt er auch viel über 50 Jahre chinesische Geschichte in Gaomi, einem armen Dorf in der Provinz Shandong. In Form einer großen Familiensaga erzählt Mo Yan teilweise leider langatmig und albern, wie sich die Familie entwickelt, was Mao Zedongs Landreform bewirkt und wie sich die Mitglieder von Gaomie durchschlagen. Und immer wird Ximen Nao in diese Vorgänge als unterschiedliches Tier  gebracht. Auch Mo Yan spielt seinen Teil, der auch tatsächlich in Gaomi geboren wurde, eine Nebenrolle. Manchmal als Erzähler, manchmal als Statist, manchmal als Akteur.
    Teilweise war es natürlich erschreckend, was im ländlichen China passierte, und vermutlich heute noch geschieht, und was Gang und Gäbe war. Teilweise fand ich die Lektüre aber auch ein wenig schwergängig und bin nur sehr langsam vorangekommen. Am Ende war ich schon irgendwie erleichtert fertig zu sein. Wobei ich mir schon vorstellen kann, dass diese Art des Erzählens durchaus Anklang findet. Nur für mich war das irgendwie nicht so richtig was. Ich habe noch zwei weitere Bücher von ihm stehen und hoffe, dass mir die anderen mehr zusagen.
  24. Cover des Buches Die Sandelholzstrafe (ISBN: 9783458740261)
    Mo Yan

    Die Sandelholzstrafe

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Phil_Skurril
    "Mei o Mei!"
    Das ist kein chinesisches Sprichwort, sondern eher die unwillkürliche Reaktion eines unbedarften Mitteleuropäers auf die grausamen Methoden der Bestrafung für sonderbare Vergehen in einem unbekannten Land wie China vor noch garnicht allzu langer Zeit.
    Berühmt, berüchtigt, das Kapitel 9.
    "Mei o Mei!" Ein Meisterwerk.

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