Bücher mit dem Tag "christen"
56 Bücher
- Margaret Atwood
Der Report der Magd
(859)Aktuelle Rezension von: wortgefluesterDer Report der Magd ist ein beeindruckendes, atmosphärisch dichtes Werk, das mich sowohl fasziniert als auch erschüttert hat. Der Einstieg fiel mir allerdings nicht leicht – die Welt ist so ungewöhnlich und gleichzeitig so beklemmend, dass ich eine Weile brauchte, um mich zurechtzufinden und wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Doch sobald das gelungen war, hat mich die düstere, unglaublich real wirkende Atmosphäre vollkommen in ihren Bann gezogen.
Besonders die Grundidee der Geschichte hat mich tief berührt und teilweise richtig erschreckt. Die Vorstellung, wie leicht gesellschaftliche Strukturen kippen können und wie schnell Menschenrechte verloren gehen, bleibt bedrückend nah an der Realität. Diese Mischung aus Fiktion und erschreckender Plausibilität macht das Buch zu einem intensiven Leseerlebnis.
Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich die Länge einiger Passagen. Manche Abschnitte wirken etwas in die Länge gezogen, wodurch die Spannung zwischendurch etwas abflacht. Dennoch tut das dem Gesamteindruck nur wenig Abbruch, denn Stil, Atmosphäre und die verstörend aktuelle Thematik tragen die Geschichte kraftvoll bis zum Ende.
Insgesamt ein eindrucksvolles, zum Nachdenken anregendes Buch – für mich klare 4 Sterne.
- Stephen King
Carrie
(1.553)Aktuelle Rezension von: SchnudlAuf der Suche nach etwas anderem zum lesen hab ich mich endlich mal an Stephen King getraut. Ich kenne ein paar Filme von ihm aber gelesen habe ich noch nichts. Mit Carrie war es also nicht nur mein Debüt von ihm sondern es war auch seines.
Carrie ist eine Außenseiterin und wird in ihrer Schule gehänselt. Aber auch zu Hause führt sie mit ihrer fanatischen Mutter kein einfaches Leben. Nach einem grausamen Streich auf dem Schulball, sinnt sie nach Rache.
Das Buch hat alles, was man sich bei einer guten Geschichte wünscht. Einen tollen Schreibstil, bei dem man flüssig und gut voran kommt und man in einen Sog gezogen wird.
Es ist von Anfang an spannend und mysteriös. Die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten geben einem tiefe Einblicke in die Person Carrie. Nicht nur aus ihrer Sichtweise wird sie dargestellt sondern auch wie sie nach außen hin wirkt. Hier haben wir zum Einen, die bei der man einfach mitfühlen muss, indem sie gemobbt und gehänselt wird und auch aus einem religiös fanatischem Haushalt stammt. Aber auch die Sichtweise, dass sie eben einfach anders ist und wie hier die Gesellschaft reagiert.
Wichtige Themen, die auch heute noch so wichtig sind, werden hier besprochen. Mobbing, Fanatismus, Gesellschaftskritik gespickt mit Rache und Vergeltung und Macht.
Man kommt auf seine Gruselmomente weil es einige Horrorszenen gibt. Es wird blutig und brutal. Aber auch tiefgründig und emotional.
Mich konnte Carrie absolut abholen und bringt mich näher an das Horrorgenre, dass ich noch viel zu oft versuche zu vermeiden eben weil ich ein kleiner Schisser bin. Aber es wird nicht mein letztes Buch von ihm sein.
- Rebecca Gablé
Das Haupt der Welt
(339)Aktuelle Rezension von: anilaMir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Tugomir ist ein spannender Protagonist und ich habe seine Abenteuer gerne und mit Spannung verfolgt. Auch die anderen Charaktere haben mir in ihrer Ausarbeitung gut gefallen.
Das einzige, was ich etwas schade fand, dass die Geschichte hier und da etwas vor sich hinplätschert und wiederholt und nicht so richtig voran geht. Besonders am Ende habe ich Seiten übersprungen.
- Gotthold Ephraim Lessing
Nathan der Weise
(1.364)Aktuelle Rezension von: kira_murasakiIch habe das Buch in der Schule gelesen und hatte - entgegen der allgemeinen Meinung - weniger Probleme mit der Ausdrucksweise als mit der scheinbaren Erhabenheit aller Charaktere. Wirklich ALLE Personen in dem Buch sind auf ihre Art freundlich und höflich und das erschien mir als Jugendlicher nicht nur unauthentisch, sondern grade heraus verlogen. So ist niemand und wenn jemand doch so ist, dass ist er sicher eine große Ausnahme bzw. einer von 100ten; so empfand ich es damals. (Zum Vergleich: Der gute Mensch von Sezuan ist frustrierend, las sich mich aber viel mehr als Abbild der Realität).
Heute sehe ich diesen Punkt etwas anders: Ich glaube, dass Lessing sehr wohl wusste, dass nicht alle Menschen gut sind, aber vllt wollte er durch eine durch und durch gute und freundliche Personenkonstellation zeigen, wie die Welt aussehen könnte, wenn wir uns wieder klar machen: Freundlichkeit ist eine Entscheidung.
Die Figuren könnten aufgrund ihrer unterschiedlichen Ethnien und / oder gesellschaftlichen Stände (arm, reich ect.) einander mit Hass begegnen, aber sie tun es nicht. Zwar werden die Unterschiede zwischen ihnen (z.B. Aussehen, Religion, Reichtum) besprochen, doch werden diese Themen nie ein Grund sich gegenseitig aufzureiben. Dieser Umstand ist es, weswegen ich finde, dieses Buch hat bedingt durch die heutigen gesellschaftlichen Umstände - um nicht zu sagen Missstände - an Relevanz noch hinzugewonnen.
Im Zentrum der Botschaft, die Lessing vermitteln will, steht die viel besprochene Ringparabel; über die auch ich damals eine Erörterung schreiben musste, die für mich aber an Kraft in ihrer Aussage seit meiner Schulzeit an nichts eingebüßt hat.
Neu hinzugekommen ist für mich, dass ich den Kreuzritter (zu denen ich schon damals keine nennenswert gute Meinung hatte) plötzlich als Menschen verstand. Nicht hinsichtlich seiner missionarischen Ambition!; aber sein häufig schlecht gelauntes, getriebenes und mürrisches (eigentlich möchte ich sagen frustriertes) Wesen sind mir als Erwachsener nicht ganz unbekannt. - Gerne habe ich als Leser mitverfolgt, wie er (quasi gezwungen durch das freundliche Wesen Nathans, dem er zuerst mit Verachtung begegnet) im Laufe der Geschichte seine Haltung den Personen in seinem Umfeld ändert und sehr viel aufgeschlossener wird. Hier gibt Lessing das Beispiel das wir offenbar zu allen Zeit gebraucht haben: Es geht!
- Ellen Nieswiodek-Martin
Neue Montagsgedanken
(11)Aktuelle Rezension von: peedeeMontagsblues? Kenn‘ ich nicht persönlich. Ellen Nieswiodek-Martin, seit 2014 Chefredakteurin der Zeitschrift „Lydia“, hat mit weiteren Autorinnen zum zweiten Mal 52 Impulse zusammengetragen, um einen wunderbaren Start in die Woche zu ermöglichen.
Erster Eindruck: Ein zum Kuscheln einladendes Cover mit schönen Farben – sehr gemütlich. Mir gefällt der Buchrücken mit dem magenta-metallischen Schriftzug.
Wie bereits beim ersten Buch der „Montagsgedanken“ gibt es jeweils kurze Geschichten à je 2 – 3 Seiten von unterschiedlichen Frauen. Diese Frauen sind wohl sehr unterschiedlich, aber doch in einem vereint, nämlich in ihrem Glauben.
Es hat wiederum sehr viele Passagen und Bibelverse, die mich zum Nachdenken gebracht haben, wie z.B.:
- „Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit.“ (Prediger 3,1)
- „Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm!“ (1. Petrus 5,7)
- „Mir wird bewusst, dass nicht nur die Aufgabe, sondern auch die Haltung, mit der ich sie erledige, Bedeutung hat.“ (Saskia Barthelmess)
- „Ich kann nicht alle Not auf dieser Welt lindern. Aber wenn ich heute einem einzigen Menschen so begegnen kann, wie Jesus ihm begegnen würde, dann hat sich mein Glaube bewährt.“ (Jrene Bircher)
Der für mich wohl wichtigste Bibelvers in diesem Buch ist, da ich mir sehr häufig zu viele Sorgen mache, der folgende:
„Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug.“ (Matthäus 6,34 / Neues Leben)
Mir hat das Buch mit den vielen unterschiedlichen Geschichten sehr gut gefallen. Eine kleine Kritik zur Gestaltung des Buches habe ich trotzdem (wie beim ersten „Montagsgedanken“-Buch): Für mich wäre es viel schöner gewesen, wenn sich bei jeder Geschichte der Name der Autorin und der Kurzbeschrieb direkt unter dem Titel befunden hätten; die Informationen sind am Ende der Geschichte (Autorin) bzw. am Ende des Buches (Kurzbeschrieb) zu finden – dieses Hin-und-Her-Blättern wäre nicht nötig gewesen.Fazit: 5 Sterne – schöne Impulse für jeden Montag eines Jahres.
- Kerstin Wendel
Vom Glück des Loslassens
(12)Aktuelle Rezension von: gstWer träumt nicht von einem leichten Leben? Mich hat das Cover zum Kauf des Buches animiert. Leider konnte es nicht halten, was ich mir davon versprochen habe.
Trotzdem möchte ich den Autoren, einem Pastorenehepaar, meine Hochachtung aussprechen. Kerstin und Ulrich Wendel haben die Leser in ihr Leben eingeladen und ihnen vermittelt, wie sie selbst mit ihren Sorgen und Erwartungen umzugehen gelernt haben. Dabei half ihnen ihre Bibelkenntnis, auf die sie immer wieder zurückkommen.
Sie sprechen das Loslassen von Sorgen, Erwartungen und Besitz ebenso an, wie die Vergebung von Schuld und den Rückzug aus Überforderung. Sie nehmen Jesus als Beispiel und erläutern, wie er sich in diversen Situationen verhalten hat. „Häufig braucht es berührende Gotteserfahrungen, damit wir »Unverzeihliches« loslassen können“, steht auf Seite 97. Darunter verstehen die Autoren fremde und eigene Fehltritte gleichermaßen. Ihnen geht es darum, das Leben nicht schwerer zu gestalten, als es ohnehin schon ist.
Auch wenn mir das Buch über weite Strecken nicht das bot, was ich mir erwartet hatte, hat es mich doch angesprochen. Zwar hatte ich auch ohne die Lektüre in vielen Situationen schon meine Überlebensstrategie entwickelt, trotzdem gefiel es mir, mich noch einmal in die Lösung diverser Probleme hineinzudenken. Den Umgang mit dem Spannungsfeld eines Erwachsenen zwischen seinen Kindern und den Eltern fand ich sehr gelungen dargestellt.Gut gefallen hat mir zudem der Aufbau des Buches: Die 14 Kapitel haben eine angenehme Länge mit vielen Zwischenüberschriften. Zur Verdeutlichung sind die wichtigsten Leitsätze noch einmal in einer anderen Schrift in kleinen Kästchen am Rand hervorgehoben.
- Rafik Schami
Die geheime Mission des Kardinals
(10)Aktuelle Rezension von: -BuchLiebe-Ich habe das Hörbuch gehört.
Leider hat es nicht meinen Geschmack getroffen. Für mich war zu viel unwichtiges/uninteressantes drumherum. Außerdem sehr ausschweifend und zu detailliert. Daher ist es etwas langwierig und langatmig geraten.
Ich hatte das Gefühl, dass es eigentlich mehr um kulturelles, Religion und Politik geht als um den eigentlichen Kriminalfall. Auch die persönlichen Hintergründe der Hauptfiguren lagen viel zu sehr im Fokus. Dinge die schon ewig her sind und keinen Beitrag zur aktuellen Situation beitragen wird lang und breit erzählt.
Manchmal hatte ich überlegt abzubrechen, aber irgendwie will man doch erfahren von wem und warum dieser Mord geschehen ist.
Der Spannungsbogen war sehr flach und kaum vorhanden. Die Szene welche etwas Spannung verspricht ist leider nur sehr kurz gehalten und wird schnell wieder aufgelöst. Schade.
Fazit: Ich hatte einen spannenden Kriminalfall erwartet, doch insgesamt war es für mich zu langweilig.
- T. M. Frazier
Wild Hearts
(268)Aktuelle Rezension von: Biblio.manin"Wild Hearts" von T.M. Frazier, ist eine fesselnde Dilogie die im Lyx Verlag erschienen ist und nimmt uns über 303 Seiten mit auf eine außergewöhnliche Reise. Dieses Buch hebt sich wohltuend von anderen ab, da es ein Thema behandelt, das in der Welt der Romane nicht alltäglich ist – die Flucht aus einer Sekte. Diese ungewöhnliche Thematik sorgt für eine erfrischende Abwechslung und macht das Buch zu einem packenden Leseerlebnis.
Der Schreibstil von T.M. Frazier ist nicht nur packend, sondern auch authentisch. Von der 1. Seite an vermag er den Leser in die Geschichte hineinzuziehen und seine Neugierde zu wecken. Das Buch strotzt vor Geheimnissen, die nach und nach enthüllt werden. Die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut und lässt den Leser das Buch kaum aus der Hand legen.
Besonders beeindruckend ist das unerwartete Ende. Es kommt wie ein Paukenschlag und hinterlässt den Leser mit offenen Mund vor Überraschung. Dieser unvorhergesehene Plottwist trägt zur Faszination des Buches bei und hinterlässt den Wunsch, sofort mit dem nächsten Band weiterzulesen.
Die Handlung ist reich an Geschehnissen. Die Geschichte bewegt sich ständig vorwärts, und dennoch kommt die Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten sowie deren emotionalen Entwicklungen nicht zu kurz. Der ständige Fluss von Ereignissen trägt zur Spannung bei und verhindert jegliches Abflachen des Interesses.
Auch die Nebencharaktere Miler und Josh sind äußerst spannend und wecken die Neugierde des Lesers. Man möchte nicht nur die Hauptgeschichte weiterverfolgen, sondern auch herausfinden, wie es mit diesen Charakteren weitergeht.
Insgesamt ist "Wild Hearts" von T.M. Frazier ein beeindruckendes Buch. Mit einem packenden Schreibstil, einer spannenden Handlung und überraschenden Wendungen. Es gelingt, die Balance zwischen aufregenden Ereignissen, emotionaler Tiefe und einer fesselnden Liebesgeschichte zu finden. Wer nach einer neuen Perspektive im New Adult Genre sucht und Lust auf eine mitreißende Handlung hat, wird von diesem Buch definitiv nicht enttäuscht sein.
- Rüdiger Marmulla
Treffpunkt Donaustrudel
(17)Aktuelle Rezension von: Diana182Das Cover wirkt idyllisch und sanft. Mittig ist der Titel des Buches zu sehen. Doch bereits der Blick auf die Buchbeschreibung macht deutlich, dass hier ein spannender Regionalkrimi enthalten ist.
Der Autor nimmt seine Leser mit auf eine Reise durch seine Umgebung. Er verknüpft diese mit einer guten Geschichte, welche den Leser sehr gut unterhält. So lernt man fast nebenbei viele interessante historische Ereignisse aus Regensburg kennen und fühlt sich dank der detailliert beschrieben Szenen, als wäre man hautnah dabei.
Der Schreibstil ist stets sehr flüssig und bildhaft. Die Geschichte besitzt eine gute Spannungskurve, der man sehr gerne folgt. Einmal mit dem lesen begonnen, mag man diesen Krimi nur ungern aus den Händen legen.
Auch die einzelnen Personen werden lebendig beschrieben und entwickeln auf diese weise ein Eigenleben.
Mein Fazit:
Ein spannender Donaukrimi mit tollen historischen Fakten aus der Region. Auch für ortfremde ein echter Lesegenuss!
- Robert Low
Raubzug
(39)Aktuelle Rezension von: vormiSie nennen sich die Eingeschworenen: eine Mannschaft von Wikingern, die Seite an Seite kämpfen – bis in den Tod. Auf ihren Raubzügen stehlen sie christliche Artefakte, ihre Welt ist geprägt von Brutalität und dem gnadenlosen Kampf ums Überleben. Zusammen mit den Eingeschworenen begibt sich der junge Orm auf eine Reise von gewaltigen Ausmaßen, die über die Weltmeere bis zu den Steppen Sibiriens führt. Im blutigen Wettstreit um ein legendäres Schwert muss er zwischen den todesmutigen Wikingern bestehen.
Inhaltsangabe auf amazon
Der erste Teil zu einer 5-teiligen Serie rund um den jungen Wikinger Orm.
Ein Auftakt, der mir richtig Spaß gemacht hat.
Ich weiß gar nicht, wann ich mein letztes Wikinger-Buch gelesen habe, aber hier hat mich auch die Vilefalt an diversen Details begeistert.
Davon mal abgesehen, dass die Personen sehr gut gelungen sind.
Lebensecht und unverwüstlich, so stellt man sich die Wikinger ja landläufig vor - und man wird nicht enttäuscht.
Hoffentlich geht es so weiter, dann werde ich ein großer Fan von Orm und seinen Kameraden... - Daniel Speck
Piccola Sicilia
(167)Aktuelle Rezension von: StolliPiccola Sicilia von Daniel Speck ist der direkte Nachfolger von Bella Germania und hat mich erneut mitgerissen, die teilweise sehr bedrückenden Stimmungen, insbesondere in Tunis, waren ganz tief zu spüren.
Die Charaktere waren sehr gut beschrieben, ich konnte mich gut einfühlen. Gerade Yasmina war sehr negativ aber das war wohl so gewollt.
Der Schreibstil wunderbar, ich konnte das Buch oft nicht aus der Hand legen.
Wie in anderen Rezensionen war auch für mich das Ende einfach zu offen aber dies soll ja in Jaffa Road aufgeklärt werden.
- Carel van Schaik
Das Tagebuch der Menschheit
(9)Aktuelle Rezension von: PhilippWehrliEvolution und Bibel? - Diese Kombination assoziieren wir mit Streitgesprächen. An vorderster Front sehen wir den Evolutionsbiologen Richard Dawkins, der sich ‚militanter Atheist’ nennt und erklärt, der Gott des Alten Testaments sei „ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Überwachungsfanatiker, ein rachesüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer: ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, grössenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann.“
Deshalb war ich einigermassen überrascht, als im anthropologischen Museum Zürich eine Zeitung der reformierten Kirche auflag. Noch einmal überrascht war ich, in dieser Zeitung ein Interview mit dem Direktor des anthropologischen Museums Zürich, Carel van Schaik, zu lesen. Thema des Interviews: Der Bestseller ‚Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät’, den van Schaik zusammen mit dem Historiker und Wissenschaftsjournalist Kai Michel schrieb, der in den Zeitungen ‚Die Zeit’, ‚FACTS’ und ‚Die Weltwoche’ zu Themen Archäologie, Religion und Evolution bearbeitete.
Tatsächlich zeigen uns van Schaik und Michel Schätze der Bibel, die auch Atheisten begeistern dürften. Sie erreichen dies, indem sie eine eigentlich naheliegende Perspektive einnehmen: Sie lesen die Bibel als ‚Buch der Bücher’, als weltweit reichste Sammlung historischer Zeugnisse, als Tagebuch der Menschheit, in dem über mehr als tausend Jahre verschiedene Menschen ihre Gedanken, Fragen und Ideen festhielten. Diese Berichte vergleichen sie mit den Erkenntnissen der Archäologie und erreichen dadurch ein wesentlich lebendigeres Bild der Antike, aber auch der Frühgeschichte.
Natürlich bemerken auch die Autoren die Brutalität des alttestamentlichen Gottes. Sie untersuchen aber, wie denn aus der von Dämonen und Geistern erfüllten Welt der Jäger und Sammler ein einziger, allmächtiger, aber grausamer Gott wachsen konnte. Fast könnte man sagen, sie unterziehen den grausamen Gott einer Psychoanalyse und ergründen in dessen ‚frühester Kindheit’, worin denn die Grausamkeit gründet.
Die originelle und überzeugend belegte These: Durch die Sesshaftwerdung traten ungekannte Naturkatastrophen von geradezu apokalyptischen Ausmassen auf, Katastrophen, welche die Macht von Dämonen oder lokalen Göttern bei weitem überstiegen. Wenn ein Erdbeben eine ganze Stadt zertrümmerte, wenn Hunderte von Menschen in einem Tsunami ertranken oder von einem Vulkan verschüttet wurden, dann musste eine gewaltige Macht dahinter stehen.
Anschaulich schildern die Autoren, wie sich in den ungeschickt gebauten ersten Städten Seuchen ausbreiten, oft durch Haustiere eingeschleppt, welche in Jägerkulturen noch kaum bekannt waren. Nachvollziehbar ist auch das moralische Dilemma, als die ersten Bauern ihre Felder schützen wollten. In Jahrmillionen langer Evolution hat sich das Naturgesetz in unsere Gene eingegraben, alles, was die Erde hergibt, gehöre allen. Früchte, die noch am Baum hängen, die man aber doch nicht essen darf, waren undenkbar. Ein Bauer, der seine Ernte verteidigt, der wie Kain seinen eigenen Bruder erschlägt, nachdem er ihn heimtückisch mit reifen Feldfrüchten angelockt hat, so etwas gab es unter Jägern nicht.
Van Schaik und Michel anerkennen die kulturelle Meisterleistung, die intuitive, angeborene Jägerethik zu überwinden und dem Bauern zu seinem überlebensnotwendigen Recht zu verhelfen. Sie machen aber auch klar, welche Kraftanstrengung nötig war, der Jägernatur eine zweite oder gar eine dritte Natur anzuerziehen.
So führen uns die Autoren durch die Abschnitte der Bibel von der Schöpfungsgeschichte über Moses, die Könige über Jesus bis zu den Evangelisten. Sie berücksichtigen dabei, wann und in welchem Zusammenhang eine Textstelle zum ersten Mal auftaucht und ziehen auch Texte anderer Kulturen hinzu oder hebräische Texte, die es nicht in den offiziellen Kanon der Bibel geschafft haben. Sie zeigen, wie sich parallel zur kulturellen Evolution des Menschen auch der Gott Jahwe entwickelt hat.
In diesem Punkt unterscheiden sich Van Schaik/Michel am stärksten von Dawkins: Sie zeigen Hochachtung für die grandiose kulturelle Leistung, die angeborene Jäger- und Sammlermentalität zu überwinden und Gesellschaftsformen zu erfinden, die für Bauern, Händler und insbesondere für Städter tauglich waren. Sie honorieren, dass die Bibelautoren diese kulturelle Evolution über weite Strecken initiierten. Tragisch liest sich vor diesem Hintergrund der Satz in Kapitel 19: „Um das Jahr 400n. Chr. Jedoch wurde die Bibel durch die Kanonisierung ihrer Schriften schockgefroren.
Tatsächlich wurde die Entwicklung des Christentums durch die Kanonisierung zumindest stark gebremst. Kühn scheint mir daher die These, durch das Christentum seien die Wissenschaften und die Demokratie gefördert worden. Wissenschaften seien in einer monotheistischen Religion entwickelt worden, weil es eher denkbar sei, die Gedanken und Pläne eines einzelnen Gottes zu ergründen, als die eines in sich zerstrittenen Pantheon. Natürlich waren bis vor kurzer Zeit praktisch alle westlichen Wissenschaftler Christen oder Juden, wohl aber vor allem mangels Alternativen.
Spannend ist aber die Frage, die van Schaik und Michel zum Abschluss aufwerfen: Wie würde das Abendland heute aussehen, wenn die Kanonisierung nie stattgefunden hätte? Wie würde die Welt aussehen, wenn wir die Religion nicht eingefroren, sondern stetig weiter entwickelt hätten und heute vielleicht am 5. Testament schreiben würden?
Das ‚Tagebuch der Menschheit’ ist eine unterhaltsam geschriebene, durchwegs gelungene und empfehlenswerte Hommage zweier Agnostiker an das Buch der Bücher, das wichtigste Buch des Abendlandes.
Nachtrag vom 1. Oktober 2017
Im Podcast der Skeptiker Schweiz habe ich ein Interview mit Carel van Schaik zu diesem Buch geführt.
- Daniela Splettstößer-Pache B.Sc.
Das Unfassbare begreifen: Gewalt und Missbrauch in christlichen Kreisen
(8)Aktuelle Rezension von: strickleserlImmer wieder hört man von Missbrauch in christlichen Kreisen. Das scheint unmöglich zu sein, denn in Gemeinden und Kirchen erwartet man, dass die Menschen dort Jesus nachfolgen wollen. Leider kommt jedoch sowohl körperlicher als auch seelischer Missbrauch viel zu oft in christlichen Gruppen vor.
Die Autorin dieses Ratgebers möchte Betroffenen und ihren Begleitern helfen. Sie hat selbst negative Erfahrungen mit geistlichem Missbrauch gemacht, doch sie hält trotzdem an dem Gott der Bibel fest.
Komplexe Sachverhalte werden mit einfachen Worten erklärt. So erfährt der Leser, dass ein Trauma wie eine seelische Wunde ist. Manche Verletzungen werden vergessen, weil der Umgang damit zu schmerzhaft wäre. Bei besonders schmerzhaften Erfahrungen spaltet sich gar ein Teil der Persönlichkeit ab, was zu einer dissoziativen Identität führt, einer gespaltenen Persönlichkeit.
Eine wichtige Ursache für Trauma ist rituelle Gewalt. Die Autorin hat einige Opfer dieser schrecklichen Form von Gewalt kennengelernt. Auch wenn die Autorin weiß, was diese Menschen durchmachen mussten, scheinen ihre Geschichten so unfassbar tragisch zu sein, dass nur bruchstückhaft davon erzählt wird.
Neben der Aufklärung über Grundlagen und Formen und Folgen der Gewalt, liegt ein Schwerpunkt des Buchs auf Hilfen für Betroffene. Die Hilfen sind auch nützlich für Menschen, die mit betroffene Menschen arbeiten. Es geht dabei um Themen wie Umdenken, Ressourcen und Vergebung.
Ein kurzes Kapitel wendet sich an Täter. Dabei ist besonders traurig, dass gerade bei der rituellen Gewalt Opfer zu Tätern gemacht werden. Abschließend wird aufgezeigt, wie eine heile Gemeinde aussehen sollte, und der Leser wird daran erinnert mit dem Unfassbaren zu rechnen, das sich vielleicht hinter den Kulissen einer heilen Gemeinde verbirgt.
Dieses Buch enthält viele gute Gedanken und Anhaltspunkte für Menschen, die sich mit den Themen Glaube und Missbrauch auseinandersetzen. Es geht dabei nicht nur um sexuellen Missbrauch, auch geistlicher Missbrauch und fromme Manipulation spielen eine große Rolle.
Psychologische Inhalte werden größtenteils laiengerecht erklärt. Viele Beispiele aus dem Alltag helfen dem Leser sich das Gesagte vorzustellen.
Eine große Rolle spielt das Problem der rituellen Gewalt, die zu einer dissoziativen Identität führen kann. Die Autorin schreibt, „Ich habe dieses Buch mit der Motivation geschrieben, die Informationen, die mir gefehlt hatten, zur Verfügung zu stellen. Sie finden in dieser Lektüre das, was ich mir als Vorbereitung auf den Kontakt mit Überlebenden schlimmster Gewalt gewünscht hätte. Diese Zeilen sind von meiner Hoffnung begleitet, dass Sie besser vorbereitet sind, als ich es war, wenn Sie in die Abgründe menschlicher Gebundenheit und seelischer Qualen schauen.“
Bei der Erklärung dieser Inhalte fällt es teilweise schwer der Autorin zu folgen. Da die Aufdeckung dieser Taten, die meistens im Rahmen von organisiertem Verbrechen stattfinden, gefährlich ist, scheint die Autorin nicht zu viel sagen zu wollen. Die Erklärungen sind vielleicht hilfreich für Betroffene, aber jemand der damit keine Erfahrung hat ist nach dem Lesen nicht viel klüger.
Fazit: Dieser Ratgeber ist weniger hilfreich für Menschen, die erste Informationen über das Thema Kirche und Missbrauch suchen. Es richtet sich eher an Helfende und Betroffene, die mit dem Thema rituelle Gewalt konfrontiert sind. Die Erklärungen sind einfach und praktisch anwendbar, allerdings findet der Nichteingeweihte in diesem Buch nicht zu jedem Thema das nötige Hintergrundwissen.
- Rafik Schami
Die geheime Mission des Kardinals
(121)Aktuelle Rezension von: Michelles_NotebookSeitenlange Monologe, eine langsam dahintröpfelnde Geschichte ohne Spannungsbogen und ein frustrierendes Ende ohne echte Ermittlungsarbeit - das fasst diesen Roman gut zusammen. Ich habe ganze Abschnitte übersprungen, da mich die immer wiederkehrenden Themen wirklich gelangweilt haben. Mitgefiebert habe ich an keiner Stelle, einzig die Frustration über das korrupte System konnte ich nachfühlen. Einen flotten Krimi hatte ich nicht erwartet, aber eine atmosphärisch dichte Erzählung über einen Kriminalfall in einer ganz anderen Kultur. Am Ende fand ich die Geschichte aber vor allen Dingen langatmig.
- Tilman Spreckelsen
Der Nordseespuk
(53)Aktuelle Rezension von: natti_LesemausInhalt
Husum, 1843: Nachts am Hafenbecken sieht Peter Söt, der Schreiber und Freund des jungen Anwalts Theodor Storm, im Schlick einen goldenen Pokal aufglänzen. Als er Werkzeug holt, um ihn zu bergen, findet er keinen Kelch mehr – statt dessen liegt nun eine Leiche im Schlick.
Der erste von mehreren Toten, die Husum in Angst versetzen. Alle Ermordeten hatten Kontakt zu einer Sekte, die vor über hundert Jahren auf der Insel Nordstrand ein Paradies auf Erden, einen Gottesstaat errichten wollte. Storm entdeckt, dass die Gemeinschaft im Verborgenen bis heute besteht. Nimmt sie jetzt späte Rache?Meinung:
Das ist der zweite Teil einer Reihe- die ich vorher nicht kannte. So habe ich mit diesem Teil begonnen, da ich es mal geschenkt bekommen habe. Den ersten Teil kenne ich somit nicht. Aber ich denke, man kann die Teile auch unabhängig voneinander lesen, denn die Teile sind in sich abgeschlossen, es ist jedes mal ein neuer Fall. Und alles wichtige wird erwähnt was man wissen muss.
Erst einmal muss ich sagen, das ich es als richtigen Krimi nicht bezeichnen würde. Es ist zwar spannend und und teilweise aufregend, aber richtig Krimimäßig eben nicht.
Für mich ist diesen Werk etwas besonderes, da ich selber aus der Nähe von Husum komme und oft durchfahre.
Es spielt im 18. Jahrhundert und es wird wirklich bildlich die Zeit von früher beschrieben. Ich konnte mir wunderbar die alten Kachelofen vorstellen, die kleinen, zugigen Häuser, die Straßen, den Nebel und das Wasser. Ich war fast dabei.
auch wurde hier wirklich gut Recheriert, finde ich- was die damalige Zeit und der Charakter einer bestimmten Person betrifft- die es tatsächlich gab.
Die Charaktere sind gut gelungen finde, jedoch finde ich den Schreiber Söt etwas zu ruhig und zurückhaltend.
Der Fall selber ist interessant und man überlegt, was da wohl im Gange ist.
Gibt es tatsächlich eine Geheime Sekte die schon seit Jahrhunderten ihre Finger im Spiel hat und verantwortlich für die Toten ist oder agieren hier ganz andere Personen?
Ich würde germe die anderen Teile auch lesen, ich finde sie sehr interessant.
- John Grisham
Das Testament
(275)Aktuelle Rezension von: makamaTroy Phelan, ein ultrareicher Milliardär ist tot, gesprungen nachdem er sein letztes Testament unterzeichnet hat ..... Doch wer erbt sein Vermögen - seine missratenen Kinder sind voller Vorfreude auf das zu erwartende Erbe und geben schon fleißig Geld aus, dass sie "noch" nicht haben ...... Die wahre Erbin hat niemand auf dem Schirm - eine uneheliche Tochter, die keiner kennt und als Missionarin im brasilianischen Dschungel arbeitet .... Wie wird sie und die vermeintlichen Erben reagieren. Der ehemals brillante Anwalt Nate wird in den Dschungel geschickt - die Frau aufzuspüren ..... Ein gefährliches Abenteuer....
Fazit und Meinung: Wieder ein Grisham Krimi - wieder ein Justizkrimi - teilweise recht interessant und amüsant, aber auch oft langatmig. War nicht so ganz mein Ding - deshalb nur gute 3 Sterne für dieses doch schon recht alte Buch.
- Brian Moore
Schwarzrock
(22)Aktuelle Rezension von: mabo631635 bricht Paul Laforgue, ein französischer Jesuitenpater zu einer abenteuerlichen Reise von Quebec nach Westen auf, sein Ziel bei einer Missionstation im Landesinneren nach dem Rechten zu sehen. Der dort stationierte Jesuitenpater soll schwer erkrankt sei und es geht das Gerücht dass Mord und Gewalt an den Gottesmännern verübt wurde.
Auf seiner Reise auf dem Sankt-Lorenz-Strom begleitet ihn Daniel, ein junger Franzose und eine Gruppe Algonkin-Indianer. Durch Feindesland gehts, sie werden beobachtet von kriegerischen Irokesen.
Zwei völlig verschiedene Kulturen prallen aufeinander, die Algonkin die ein freizügiges Leben führen, ein mitleidloses Leben, die sich von Träumen leiten lassen, "der grossen Manitu", brutale Bräuche sind an der Tagesordnung. Die Frauen werden wenn sie alt sind und nur noch eine Last sind einfach vertrieben, vergessen.
Anders die Jesuitenpater, "Schwarzröcke" - so werden sie genannt in Ihren schwarzen Gewändern - sie betreiben einen "Wasserzauber" (Taufe) und scheinen die Macht über alles zu haben.
Die Jesuiten ertragen das Leiden im Leben als Hoffnung auf eine Erlösung im Jenseits.
Die Algonkin hingegen leben jetzt, das Jenseits ist für sie das Dunkel.
Zwei Welten treffen aufeinander.
Schonungsloser, recht brutaler Abenteuerroman.
Lesenswert!
- Sue Monk Kidd
Das Buch Ana
(123)Aktuelle Rezension von: Katharina_CizekZum Inhalt:
Schon als kleines Kind zeigt Ana einen außergewöhnlich scharfen Verstand und eine tiefe Faszination für die Welt der Buchstaben und Worte. Sie ist wissbegierig, liebt es, das Geschriebene zu erkunden, und beginnt bald, eigene Geschichten zu erfinden und aufzuschreiben. Doch in Galiläa im Jahr 16 nach Christus ist es Frauen streng verboten, lesen oder schreiben zu können. Ihre Leidenschaft für das geschriebene Wort bleibt daher ein geheimes Feuer, das sie in verborgenen Momenten in sich nährt und heimlich weiter entfacht.
Im Alter von vierzehn Jahren droht Ana jedoch ein Schicksal, das viele junge Frauen ihrer Zeit trifft: Man beschließt, sie mit einem älteren, verwitweten Mann zu verheiraten. Doch gerade, als alles verloren scheint, tritt ein junger Mann in ihr Leben, der sie vor diesem ungewollten Bund rettet. Dieser Mann ist Jesus, und zwischen ihnen entsteht eine tief empfundene Verbindung. Dank seiner Tat und seines Mutes kann Ana dem Schicksal entfliehen und einen neuen Weg einschlagen.
Gemeinsam mit Jesus begibt sich Ana auf eine Reise voller Herausforderungen und unvorhersehbarer Wendungen, eine Reise, die nicht nur ihre beider Leben, sondern die Geschichte selbst verändern wird.Dieses Buch ist mit einer wunderschönen und fesselnden Sprache geschrieben und ein wahres Muss für alle, die von starken Frauenfiguren und einem neuen, faszinierenden Blickwinkel auf die Geschichte von Jesus inspiriert werden möchten. Die Autorin erschafft eine beeindruckende Welt, in der die Stimme einer mutigen, klugen Frau zum Leben erwacht und uns auf eine außergewöhnliche Reise mitnimmt. Für mich war dieses Buch eine wertvolle Bereicherung und ein tief berührendes Leseerlebnis, dass ich jederzeit mit Freude erneut in die Hand nehmen würde.
Meine Bewertung: 9/10
- Rainer M. Schießler
Himmel - Herrgott - Sakrament
(20)Aktuelle Rezension von: JourneyGirlEin katholischer Pfarrer aus München, der schon lang einen weltoffenen Weg im 21. Jhd. geht! Der seine Mitmenschen als gleichberechtigte Menschen ansieht, und auch Homosexualität nich als Tabu ansieht, sondern auf erfrischende Weise damit umgeht, dass es das gibt. Das, worüber die katholische Kirche dieses Jahr angefangen hat zu reden, ohne wirkliche Ergebnisse zu erzielen oder Taten folgen zu lassen, hat dieser sympathische Mensch längst verstanden! Schön, dass es auch solche Pfarrer gibt! Ich würde mich freuen, diesen interessanten Priester kennenzulernen und mich mit ihm zu unterhalten! Das Buch war spannend zu lesen und ich musste oft schmunzeln. Eine absolute Leseempfehlung!
- Todd Burpo
Den Himmel gibt's echt
(70)Aktuelle Rezension von: KeksisbabyEine Frage, die wohl jeden beschäftigt, ist was kommt nach dem Tod. Nur wenige, die eine Nahtoderfahrung hatten, können Eindrücke schildern, wie es ausschaut das Leben Danach. So auch der kleine Colton. Eine akute Blinddarmentzündung bringt den Vierjährigen an den Rand des Todes. Später als alles überstanden ist, beginnt er seltsame Bemerkungen zu machen. Er fragt nach der Gottesfurcht verstorbener, behauptet neben Jesus gesessen zu haben und das er seine kleine Schwester getroffen hat, von deren Existenz er gar nichts wissen dürfte. Behutsam versucht der Vater über die nächsten Jahre Colton auszuhorchen, wie es denn sei im Himmel. All dies hat der evangelische Pfarrer nach langen Bitten seiner Gemeinde zu Papier gebracht mit dem Titel: „Den Himmel gibt es echt.“
Ich kann auch mich nicht von der Neugier freisprechen zu erfahren, was mich nach meinem Tod erwartet und da dieses Buch im Rahmen von Amazon Primereading kostenlos zur Verfügung stand, musste ich es einfach lesen. Ich fand die Geschichte der Familie Burpo spannend, aber vom Himmel war ich ehrlich gesagt enttäuscht. Der Himmel passt eins zu eins zur Bibel. Ich möchte gar nicht abstreiten, dass das was Colton erlebt hat, nicht seinen eigenen Wahrheitsgehalt hat, vielmehr weigere ich mich einfach anzunehmen, dass die biblische Geschichte vom Himmel den Menschen zugesandt wurde, wie ein Fax. Es handelt sich für mich um Erzählungen damaliger Ereignisse, die mündlich weitergegeben wurde, bis jemand sie zu Papier brachte. Der Junge berichtet von Schlachten zwischen Satan und Gott, Jesus der die Kinderlein zu sich kommen lässt und antike Kleidungsstücke, ähnlich einer Togaparty mit Schärpen in unterschiedlichen Farben, wahrscheinlich je nach Dienstgrad. Nein in diesen Himmel möchte ich nicht, würde es doch bedeuten, dass dieser nur Christen offen steht. Was ist mit all den anderen Religionen? Muslime, Hinduisten, Juden und Buddhisten? Ich glaube einfach nicht, dass die Christen die alleinige wahre Religion für sich gepachtet haben, vielmehr glaube ich dass das was Colton gesehen hat, sehr geprägt war von seinem familiären Umfeld. Es stellt sich nämlich die Frage hätte ein Kind, dass nicht aus einer streng gläubigen Pfarrersfamilie stammt, all dies auch so bewertet oder sähe der Himmel eines Moslems genauso aus? Außerdem betont mir der Vater zu oft, dass ein Kind solche Details nicht wissen könne. Nein das war einfach nicht mein Buch.
Ein Buch das Christen helfen kann, die einen lieben Angehörigen vermissen, nur für mich als Atheist liefert diese Schilderung keine realistische Vorstellung vom Himmel, dazu passt das was Colton erzählt zu sehr auf Bibelzitate, die er wahrscheinlich sehr oft gehört hat, wenn sein Vater predigte.
- Tanja Kinkel
Mondlaub
(118)Aktuelle Rezension von: Akantha„Mondlaub“ von Tanja Kinkel beschäftigt sich mit der Situation in Granada zwischen 1471 und 1492, dem Finale der Reconquista, der Wiedereroberung des heutigen Andalusien durch christliche Könige. Protagonistin ist Layla, die Tochter der zweiten Ehefrau des Emirs von Granada. Da ihre Mutter allerdings als Christin in die Alhambra kam, schlägt ihnen von vielen Seiten Missgunst entgegen. Leitfiguren der Reconquista sind Isabella und Ferdinand, an deren Hof in Kastilien Layla, als Doña Lucia, den Untergang von Al-Andalus miterlebt.
Die Protagonistin Layla ist sehr authentisch, vor allem, da sie nicht perfekt und makellos ist, wie so viele Protagonisten anderer Bücher. Als „verhungerte Katze“ wird ihr Aussehen von Feinden beschrieben, aber auch sie selbst erkennt ihre zu lange Nase und knochige Statur. Sie definiert sich allerdings nicht darüber, sondern über ihre Heimat, Herkunft und Kultur, was sehr gut in den Fokus der Geschichte passt.
Hier liegt die große Stärke der Erzählung: die muslimisch-arabische Kultur auf der einen Seite und die christlich-kastilische Kultur auf der anderen (sowie am Rande die jüdische) werden sehr anschaulich und wortgewaltig geschildert. Man lernt viel darüber und vor allem auch über das konfliktreiche Dreieck in dem sich diese drei Weltreligionen befanden, oder vielleicht heute auch noch befinden, denn der Leser kann durchaus Rückschlüsse für die heutige Zeit ziehen.
Die Handlung ist zuweilen leider etwas zäh. Layla hadert mit ihrem Schicksal und ihrem Wunsch nach Rache und ist die Personifikation des kulturellen Konflikts. Leider passiert aber streckenweise nicht viel, sodass ich mich manchmal zum weiterlesen zwingen musste und nicht von Neugier getrieben wurde. Dementsprechend kann ich auch nicht nachvollziehen, warum der BuchJournal auf der Rückseite mit „Ein spannender […] Roman“ zitiert wird.
Der Schreibstil ist außerdem an manchen Stellen anstrengend. Einige Sätze musste ich mehrfach lesen, bis sich mir der Sinn erschloss. Dies wird zudem dadurch erschwert, dass auf arabischer Seite zum Teil dieselben– oder zumindest ähnliche - Namen für unterschiedliche Charaktere verwendet werden. Der andere Fall ist allerdings auch problematisch: gerade unter den kastilischen Edelleuten wird eine Person teilweise mit mehreren Namen betitelt. Dies hat den Lesefluss etwas gehemmt.
Über eine Anwandlung der Erzählung habe ich sehr viel nachgedacht. Es gibt in der Geschichte eine Art Geisterscheinung, die viele sicher als einen Hauch von Fantasy in einer historischen Geschichte beschreiben würden. Dies gefiele mir gar nicht, da ich historische Romane gerade auch schätze, weil sie grundsätzlich frei von solchen Aspekten sind. So habe ich es lange Zeit als Einbildung der Protagonistin betrachtet, als Personifizierung ihres Leidens und ihrer Wünsche und zum Teil wahnhafter Vorstellungen. Es hat im Laufe der Geschichte allerdings immer mehr Willenskraft meinerseits gebraucht, um von dieser Interpretation überzeugt zu bleiben. Unabhängig davon, was nun stimmt (der Intention der Autorin entspricht), gibt es hierfür weitere Abzüge in meiner Bewertung.
„Mondlaub“ ist eine bildgewaltige Schilderung einer beeindruckenden Epoche in der Herrschaft Granadas. Der Mangel an Handlung beziehungsweise Spannung, sowie der gestörte Lesefluss und der vermeintliche (?) Fantasy-Aspekt dämpfen meinen Enthusiasmus allerdings auf 3 von 5 Sternen. - Nerea Riesco
Der Turm der Könige
(39)Aktuelle Rezension von: Felis2305Ein sehr schöner historischer Roman über eine Wette, die allerdings der Fiktion entsprungen ist.
Die Story ist jedoch extrem gut recherchiert und auch bei Nachforschungen valide.
Einen Stern Abzug gab es jedoch wegen des Klappentextes, dieser impliziert das die Geschichte im 13. Jahrhundert spielt, in Wirklichkeit spielt sie nahezu ausschließlich im 18. und 19. Jahrhundert… - Ursula Schmid-Spreer
Blutspuren auf Mallorca
(14)Aktuelle Rezension von: Frau-BuchIch war überrascht, dass mich Geschichte doch noch faszinieren wird. In Verbindung mit spannenden Geschichten aber auch kein Wunder.Alle Autoren haben es geschafft tolle Krimis zu schreiben.Natürlich gefällt die eine mehr als die andere, aber Geschmäcker sind nun mal verschieden!Danke fürs bildhafte Schreiben! So hatte ich in jeder Geschichte das Gefühl direkt dabei zu sein.Der geschichtliche Hintergrund ist genau passend kurz gehalten, aber informiert und macht neugierig auf mehr.























