Bücher mit dem Tag "christentum"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "christentum" gekennzeichnet haben.

266 Bücher

  1. Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)
    Leo Tolstoi

    Anna Karenina

    (1.103)
    Aktuelle Rezension von: Malte_Hermann

    Wenn ich Leo Tolstois „Anna Karenina“ lese, spüre ich von der ersten Bahnhofsszene an ein leises Grollen unter den Füßen: metallisches Zischen, neugierige Blicke, ein Vorzeichen von Unheil. Anna tritt für mich wie ein warmer Lichtkegel in eine kalte Gesellschaft; ihr Blick auf Wronskij entzündet eine Liebe, die zugleich Befreiung und Sturz bedeutet. Ich folge ihr durch Salons, Waggons und Gerüchte, durch die starre Höflichkeit von Petersburg und die klatschenden Kreise Moskaus. Ihr Ehemann Karenin wirkt korrekt wie ein Protokoll: Er schützt die Form und übersieht den Menschen. Ich schäme mich stellenweise über eine Welt, die Skandal wittert, aber Mitgefühl spart. (Mehr zu Anna Karenina: https://love-books-review.com/de/anna-karenina-von-leo-tolstoi/ )

    Parallel gehe ich mit Lewin über Felder. In Gesprächen mit Bauern, in Mühen und Zweifeln sucht er Sinn, Gott und Arbeit zu verbinden. Zwischen abgewiesenem Antrag, Rückzug und Rückkehr wächst in mir Ruhe: In Kittys Blick und der Geburt des Kindes erkennt Lewin eine demütige, leise Wahrheit. Diese zweite Geschichte erdet die erste; sie zeigt mir, dass Glück nicht flackert wie Feuerwerk, sondern glüht wie eine kleine Flamme, die man gegen Wind schützt.

    Je weiter ich lese, desto enger wird Annas Raum. Eifersucht, Schlaflosigkeit, Morphium und die Unmöglichkeit einer ehrlichen Zugehörigkeit lassen ihre Sprache spröde werden. Am Ende schneiden die Zugräder durch meine Gedanken: ein Entschluss, grausam klar. Ich bleibe erschüttert und zugleich dankbar, weil Tolstoi mir beides schenkt – das Porträt einer Gesellschaft, die Menschen zu Rollen verengt, und die Ahnung, dass Sinn im einfachen Guten liegt. Anna bleibt ein brennender Schatten; Lewin, ein stilles Versprechen von Alltag und Gnade.

  2. Cover des Buches Der Alchimist (ISBN: 9783257072723)
    Paulo Coelho

    Der Alchimist

    (2.165)
    Aktuelle Rezension von: culejule

    Muss ich zu diesem Weltbestseller eigentlich noch viel sagen? „Late to the party“ trifft es gut – aber nun habe ich ihn endlich gelesen.

    Der andalusische Hirte Santiago hat einen wiederkehrenden Traum: Am Fuß der Pyramiden soll ein Schatz auf ihn warten. Die Frage, die sein Leben verändert, lautet: Altes hinter sich lassen oder dem Ruf des Unbekannten folgen? Santiago entscheidet sich für den Aufbruch. Seine Reise führt ihn über die Souks von Tanger bis nach Ägypten. Unterwegs begegnet er Menschen, die ihm helfen – und solchen, die es nicht gut mit ihm meinen. Er lernt, was es heißt, dem eigenen Weg zu vertrauen, und entdeckt in der Stille der Wüste nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst.

    Es ist ein zutiefst philosophischer Roman, der mir ein zauberhaftes Leseerlebnis beschert hat. Themen wie Schicksal, Lebenssinn und persönliche Bestimmung ziehen sich durch jede Seite.

    Man kann sicher darüber diskutieren, ob der Roman diese großen Fragen eher oberflächlich oder sehr zugänglich behandelt. Für mich hat der Autor jedoch einen Nerv der Zeit getroffen und eine Geschichte geschaffen, die viele Menschen berührt – und das seit Jahrzehnten.

    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

  3. Cover des Buches Das Reich der Vampire (ISBN: 9783596700400)
    Jay Kristoff

    Das Reich der Vampire

    (374)
    Aktuelle Rezension von: Michael-P-Kraus

    Der Tagestod hat die Welt verdunkelt. Die Sonne scheint nur für wenige Augenblicke am Tag, ansonsten liegt die Welt in einem Zwielicht. In einem Turmzimmer sitzt der Gefangene Gabriele de Leon, der letzte Wächter des Silberordens, die sich einst dem Kampf gegen die Vampire verschrieben haben. Und er erzählt seine Geschichte. 

    Dieses Buch war eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Gabriele ist kein typischer Protagonist. Er trinkt, er raucht, er h*rt und er flucht schlimmer als ein betrunkener Seemann. Doch nach und nach wird ersichtlich, was diesen einst stolzen Krieger gebrochen hat. Und doch steckt in ihm noch immer ein Rest des Kriegers. 

    Die Welt ist interessant gestaltet und mutet an die Renaissance an. Die Vampire sind das, was sie sein sollen: Bösartig, verschlagen und grausam. Und sie trinken Blut. Doch nicht nur sie... 

    Gabriele hat alle Hände voll zu tun, um das vermeindliche Schicksal der Welt zu beeinflussen. Wird es ihm gelingen? 

    Mit über 1000 Seiten ein wahrer Brocken, der aber absolut lesenswert ist. Ich kann ihn nur bedingungslos empfehlen. 

  4. Cover des Buches Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger 3D, 1 Blu-ray (ISBN: 4010232059383)
    Yann Martel

    Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger 3D, 1 Blu-ray

    (1.041)
    Aktuelle Rezension von: Fiona_Camars

    Eines der schönsten und ungewöhnlichen Bücher, die ich je gelesen habe. Das Setting ist merkwürdig, mit einem indischen Zoobesitzer Sohn. Die Geschichte mäandern erst hier hin und dorthin, bis plötzlich der (im Deutschen) namensgebende Schiffbruch passiert, bei dem sich der Junge auf einem kleinen Rettungsboot mit einer Handvoll bedauernswerten Tieren wiederfindet. Ungewohntes Ende. Tolle Geschichte!

  5. Cover des Buches Der Gotteswahn (ISBN: 9783548376431)
    Richard Dawkins

    Der Gotteswahn

    (220)
    Aktuelle Rezension von: Boris_Goroff

    Er setzt sich in keinster Weise seriös mit Religion auseinander. An allem was auf der Welt läuft gibt er der Religion die Schuld (Dabei waren es gerade die religionslosen Staatssysteme die die Welt an den Rand des Abgrunds gedrängt haben und alle Menschlichkeit vermissen ließen, Nationalsozialismus und Kommunismus).

    Gläubige Menschen sind für ihn per se geisteskrank, unabhängig von ihrer Lebensweise und ihrer gelebten Ethik.

    Ein primitives Buch, das nur auf Hass aufbaut und die Menschheit weiter spaltet.

  6. Cover des Buches Das Fundament der Ewigkeit (ISBN: 9783404177707)
    Ken Follett

    Das Fundament der Ewigkeit

    (248)
    Aktuelle Rezension von: mesu

    Auch in diesem Buch beweist der großartige Ken Follet sein Gespür für historische Geschichten.  Es ist eine vielschichtige, spannende und monumentale Zeitreise, in deren Zentrum immer die Kathedrale von Kingsbridge steht. Sie trotzt dem ewigen Kampf der Menschen in jeder Epoche und ist ein standhaftes Wahrzeichen für alle Generationen. Eine wunderbare historische Buchreihe, die man unbedingt lesen sollte!

  7. Cover des Buches Theos Reise (ISBN: 9783446203426)
    Catherine Clément

    Theos Reise

    (243)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe

    Theo, ein 14jähriger Junge aus Paris mit einem ungewöhnlichen Interesse an griechischer Mythologie und am alten Ägypten, leidet an einer lebensgefährlichen Krankheit. Seine vermögende und etwas skurille Tante Marthe lädt ihn zu einer Weltreise ein, die ihn zu den Religionen der Welt führen soll, mit der Hoffnung dass ihr Neffe währenddessen geheilt wird. Schwerpunkt dieses Buches ist eindeutig die Darstellung der unterschiedlichen Religionen und der Erfahrungen, die Theo damit während Gottesdiensten, Riten, Festen und ähnlichem macht. Die Menge an Fakten und Informationen, die hier präsentiert werden, ist zwar manchmal erschlagend, doch wer sich für dieses Thema interessiert, wird trotz der rund 700 Seiten keine Minute gelangweilt sein. Die Darstellung ist gut verständlich und insbesondere für Jugendliche (für die das Buch gedacht ist) und Unwissende sehr informativ. Nicht nur der aktuelle Stand der jeweiligen Religionen wird beschrieben sondern auch die Entstehung und Entwicklung bis hin zum Erscheinen dieses Buches (also Ende des letzten Jahrtausends). Die von manchen Leserinnen und Lesern genannte Oberflächlichkeit konnte ich nicht nachvollziehen: Vielleicht sollte man einfach im Auge behalten, für welche Zielgruppe dieses Buch geschrieben wurde. Und langatmig? Nun gut, wer kein Interesse für Religion aufbringt, dem sei dieses Buch auch nicht empfohlen, die Rahmenhandlung ist wirklich nur Nebensache.

  8. Cover des Buches Die Entdeckung des Himmels (ISBN: 9783499247521)
    Harry Mulisch

    Die Entdeckung des Himmels

    (282)
    Aktuelle Rezension von: Ferrum
    Was macht der Himmel, wenn er mit den Menschen unzufrieden ist? Richtig, er will seine 10 Gebote zurückholen und somit die Verbindung zur Erde auflösen. Und darum gehts, beginnend vor der Zeugung der Akteure bis hin zum großen FInale in Jerusalem. 

    Kaum eines der großen gesellschaftspolitischen Themen wird dabei ausgelassen, und dennoch hat man nie das Gefühl, dem hocherhobenen, moralinsaurem Zeigefinger ausgesetzt zu sein. Hat einen ewigen Ehrenplatz in meiner Bibliothek.
  9. Cover des Buches Das letzte Königreich (ISBN: 9783499254710)
    Bernard Cornwell

    Das letzte Königreich

    (569)
    Aktuelle Rezension von: Moidlvomberch

    ich kannte den Autor noch nicht, ebenso war es mein erster Historischer Roman in dieser Richtung.

    Nun der schreibstil (Ich-Erzählung)  war sehr gut zu lesen und hat mir gut gefallen. Der einstieg in das Buch fielen mir sehr leicht da es sehr spannend geschrieben wurde. gerade die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen.
    die Historischen Hintergründe waren auch sehr interessant. ganz gut gefallen hat mir dass es nicht so trocken war sondern teilweise auch sehr zum schmunzeln und witzig geschrieben ist
    klare Empfehlung sowohl für dieses Buch als auch die ganze Reihe

  10. Cover des Buches Gott bewahre (ISBN: 9783442774319)
    John Niven

    Gott bewahre

    (372)
    Aktuelle Rezension von: NoinJoynds

    Diese Geschichte ist ein grossartiger Mix des Abstrusen, der Tragödie und purer Erheiterung. Wie könnte es - alternativ zur Auslegung der christlichen Kirche - im Himmel aussehen? Wie würde Gott die Entwicklungen der letzten Jahrhunderte beurteilen? Warum muss er seinen Sohn Jesus ein zweites Mal auf die Erde senden? Und wie könnte dieser in der Moderne die Menschen erreichen? Ihnen die Augen öffnen? Das Buch nimmt Dich mit auf einen unerwarteten, aber höchst lesenswerten Weg.

    Ich habe die englische Originalausgabe gelesen, gehe aber davon aus, dass auch die Deutsche Übersetzung gelungen ist.

  11. Cover des Buches Nathan der Weise (ISBN: 9783872910165)
    Gotthold Ephraim Lessing

    Nathan der Weise

    (1.366)
    Aktuelle Rezension von: Buecherkopfkino

    Im März ist es mir wirklich schwer gefallen ein Buch für die @eat.read.sleep_and_friends Jahres-Lese-Challenge zu finden, denn das Thema war: "Ich lese ein Buch, das vor 1900 erschienen ist."


    Würde euch da gleich ein Buch zu einfallen? 

    Ich war vorallem irritiert, weil meine Ausgabe aus 1955 stammt, aber Lessing hat ja weit vorher gelebt und somit wurde Gotthold Ephraim Lessing "Nathan der Weise - ein dramatisches Gedicht" 1779 veröffentlicht und am 14.04.1783 fand die Uraufführung in Berlin statt. 


    Ich habe allerdings die 136 Seiten etwas unterschätzt und bin daher erst jetzt im April fertig geworden. 

    Man liest halt nicht täglich ein Theaterstück und dann auch noch in der schweren alten Sprache. Anfangs fand ich es auch ziemlich langweilig, aber ab der Mitte fand ich es dann spannender. 

    Eine wirkliche Rezension mit Punktzahl kann ich hier ja nicht schreiben, da es einfach aus einer ganz anderen Zeit stammt und damals war es bestimmt revolutionär. 

    Ich habe es nicht bereut es zu lesen. 

  12. Cover des Buches Der Jesus-Deal (ISBN: 9783404173532)
    Andreas Eschbach

    Der Jesus-Deal

    (184)
    Aktuelle Rezension von: Lara_Geu

    Zu Anfang ist es mir sehr schwer gefallen in die Story einzusteigen aber zum Ende konnte ich das Buch kaum mehr weglegen.

    Meiner Meinung nach lohnt es sich definitiv, nur gibt es hier kein gewöhnliches Happy End.

    Bisher habe ich 3 Bücher von Andreas Eschbach gelesen und es war jedesmal schwierig reinzukommen, dies ist aber noch lange kein Grund das Buch wegzulegen. Nach etwas 2/3 des Buches lese ich meist durch bis zum Ende, weil mich dann die Spannung packt.

    Die Bücher lohnen sich wirklich, ein zweites mal würde ich es jedoch nicht lesen.


  13. Cover des Buches Ein einfaches Leben (ISBN: 9783423147507)
    Min Jin Lee

    Ein einfaches Leben

    (90)
    Aktuelle Rezension von: Firebee

    Sunja wächst auf einer kleinen koreanischen Insel für die dortigen Verhältnisse behütet auf. In ihrer Naivität wird sie von einem japanischen "Geschäftsmann" schwanger. Ein christlicher Koreaner, der auf dem Weg zur Auswanderung nach Japan ist, hegt Gefühle für sie. Sie heiraten und wandern nach Japan zum Bruder ihres Ehemanns aus. 

    In Japan treffen sie dann auf die harte Realität von Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. Dies noch in besonderem Masse, da ihr Mann christlicher Pfarrer ist.

    Der Roman beginnt in der Zeit der Weltwirtschaftskrise und endet in der heutigen Zeit. Er ist ein Familienepos der 5 Generationen umspannt. 

    Die Härte des Überlebens, der Kampf um alltägliche Kleinigkeiten, Anerkennung, Bildung, Wohnen und die Entbehrungen werden hervorragend dargestellt. 

    Die Ausgrenzung der Japaner gegenüber der Koreaner auch wenn sie schon in der dritten Generation in Japan leben ist erbarmungslos.

    Eine Rückkehr nach Korea auch nach Ende des Krieges st auch keine wirkliche Option. Nordkorea wird von einem Despoten regiert und es droht der Tod. In Südkorea werden sie auch ausgegrenzt als "Japaner". 

    Die Figuren in dem Buch sind für mich alle sehr lebendig geworden und emotional konnte ich sehr gut mitfühlen. Warum im Endeffekt "Pachinko" als Einnahmequelle relativ konkurrenzlos bleibt hängt mit der Diskriminierung der japanischen Gesellschaft zusammen. 

    Dieser Teil der Geschichte war mir bis dato unbekannt. Die Mischung zwischen Familienepos und historischem Roman ist gelungen.
    Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. 

  14. Cover des Buches Die Siedler von Catan (ISBN: 9783838709512)
    Rebecca Gablé

    Die Siedler von Catan

    (452)
    Aktuelle Rezension von: nasa

    Die Siedler von Catan von Rebecca Gablé ist ein großartiger Roman der auf dem gleichnamigen Spiel basiert. Ich habe das Spiel nie gespielt, bin aber ein großer Fan der Autorin. Auch dieses Buch hat mich wieder wunderbar unterhalten.

    Das Dorf Elasund wird des Öfteren von den Turonländern überfallen. Als es einen weiteren sehr schweren Überfall gab und die Elasunder einen Hungerwinter erleiden, beschließt das Dorf ihre Heimat für immer zu verlassen. Nach dem Hungerwinter machen sich neun Schiffe auf um eine neue Heimat zu finden. Nach einem starken Sturm der einige Verluste mit sich brachte, kommen die Siedler zu einer unbewohnten Insel die sie nur aus ihren Sagen kennen - Catan. Die Siedler beginnen dort ein neues Leben. Doch es ist mit vielen ungeahnten Schwierigkeiten, Streit und auch Zerwürfnissen verbunden.

    Rebecca Gablé hat einen angenehmen, leichten, sehr bildhaften Schreibstil. Ich habe sofort in die Geschichte reingefunden und konnte mir die Personen und Gegebenheiten gut vorstellen. Es hat Spaß gemacht mit den Siedlern diese Geschichte zu erleben. Es gibt einige Wendungen mit denen man so nicht gerechnet hat, andere waren schon vorhersehbar.

    Obwohl es sich bei dem Buch um eine rein Fiktive Geschichte handelt, kann man sich gut vorstellen das es damals um 850 genau sowas gab. Normalerweise verbindet die Autorin immer Fakten mit Fiktion. Also historische belegte Orte, Personen oder Geschehnissen. Doch in diesem Buch ist alles reine Erfindung.

    Was mich etwas störte waren die teilweise sehr ähnlichen Namen. Aber wenn man sie erstmal kannte und wusste welcher wirklich wichtig war jnd welcher nicht ging es. Auch sind die Schilderungen von Kämpfen, Ritualen, Opfern usw oft sehr detailliert und plastisch dargestellt. Wer also zartbesaitet ist könnte hier an seine Grenze kommen. Mich persönlich hat es nicht stark gestört. 

    Es ist ein gelungener Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. 

  15. Cover des Buches Nach der Flut das Feuer (ISBN: 9783423147361)
    James Baldwin

    Nach der Flut das Feuer

    (82)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    "Vielleicht liegt die Wurzel unserer Misere, der menschlichen Misere darin, dass wir die ganze Schönheit unseres Lebens opfern, uns von Totems, Tabus, Kreuzen, Blutopfern, Kirchtürmen, Moscheen, Rassen, Armeen, Flaggen und Nationen einsperren lassen, um die Tatsache des Todes zu leugnen, die einzige Tatsache, die wir haben."

    Lange habe ich überlegt, ob ich, anlässlich seines 100. Geburtstags, etwas über das Werk von James Baldwin schreiben soll. Es gibt einige Bücher von ihm, die mir sehr nah sind und zugleich kam es mir lange vermessen vor, diese Nähe zu benennen, zu behaupten. Denn was sollten James Baldwin und ich schon gemein haben? Wie könnte ich, ein weißer Mann aus Deutschland, sagen: Ich fühle mich diesen Büchern und ihren Themen nah, wo sie doch Baldwins Wirklichkeit entstammen, die eine ganze andere war als meine? Es gibt eine Antwort darauf, von Baldwin selbst – sie steht in diesem Essay aus dem Jahr 1963.

    In "The fire next time" bildet er die damalige (und in Teilen auch heutige) gesellschaftliche Wirklichkeit, das Lebensgefühl vieler Afroamerikaner*innen ab. Jedoch geht seine Analyse viel tiefer, benennt nicht nur die unmittelbaren Folgen und Mechanismen des tiefsitzenden Rassismus, sondern sucht die Wurzel des Konflikts. Ist Rassismus einfach nur Hass? Fremdenangst, verdrängte Furcht vor Rache? Oder, und hier setzt Baldwin an: ist er eine Vermeidungsstrategie?

    Die USA und viele Länder Europas haben nie die volle Verantwortung für ihren Kolonialismus, die Ausbeutungen und Einmischungen, die Genozide und Verschleppungen übernommen; statt Demut schwingen nach wie vor Überheblichkeit und Abfälligkeit das Zepter. (Bsp.: Zwar sagt man heute Entwicklungsländer statt Dritte Welt – aber inwiefern ist das weniger herablassend? Als wären die Länder noch nicht vollständig, solange sie nicht einen westlichen Standard erreicht hätten... ). 

    Die Hypothek dieser fehlenden Verantwortung lastet schwer auf der Welt, schwer auf den Opfern, aber – und das ist das Bedeutsame, das Baldwin das benennt – auch auf den Tätern. Obwohl wir alle Menschen sind, haben wir uns in zahllose Konflikte verrannt (bspw. auch solche wie den "Geschlechterkampf", die Kämpfe der Religionen, die Rivalität der Nationen, etc. ). Und all das nur, damit wir uns Trugbildern von Sicherheit, Größe und Überlegenheit hingeben können (die überhaupt nichts bedeuten), aus denen wir dann Ansprüche auf Privilegien ableiten, die entweder alle Menschen haben sollten oder keine*r (je nachdem, was möglich ist/wäre).


    Die Wucht dieser, eigentlich offensichtlichen Wahrheit, hat etwas Unerbittliches und zugleich Zärtliches, wenn sie von Baldwin vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen und seiner Analyse des Rassenkonflikts formuliert wird. Deswegen erreicht mich seine Literatur, ist sie mir so nah: weil sie, obwohl sie sich der verschiedenen Identitäten von Menschen bewusst ist und sie abbildet, nicht allein in diesen verhaftet bleibt. Sie geht und weist darüber hinaus. Nicht in einem schalen versöhnlichen Sinne, sondern im Wissen um die existenzialistische Wirklichkeit, die allem zugrunde liegt, was wir Menschen errichtet haben, diese zu verdecken. Das macht aber nicht frei, das erschafft Gefängnisse, in dene viele sich freiwillig selbst einsperren. Dazu noch ein Zitat von Baldwin:

    "Die Verantwortung freier Menschen liegt darin, den Konstanten des Lebens zu trauen und sie zu feiern – Geburt, Kampf und Tod sind Konstanten genau wie die Liebe, auch wenn uns das nicht immer so scheinen mag – und das Wesen von Veränderung zu erfassen, zur Veränderung fähig und bereit zu sein. Damit meine ich nicht oberflächliche, sondern tief greifende Veränderung – Veränderung im Sinne von Erneuerung. Erneuerung wird aber unmöglich, wenn man von Konstanten ausgeht, die keine sind – Sicherheit zum Beispiel oder Geld und Macht. Dann klammert man sich an Chimären, von denen man nur betrogen werden kann, und die ganze Hoffnung auf Freiheit - ihre ganze Möglichkeit - verschwindet. Und mit Zerstörung meine ich genau den Verzicht der Amerikaner auf jegliches Bemühen, wirklich frei zu sein."

  16. Cover des Buches Das Tagebuch der Menschheit (ISBN: 9783499631337)
    Carel van Schaik

    Das Tagebuch der Menschheit

    (10)
    Aktuelle Rezension von: PhilippWehrli
    Evolution und Bibel? - Diese Kombination assoziieren wir mit Streitgesprächen. An vorderster Front sehen wir den Evolutionsbiologen Richard Dawkins,  der sich ‚militanter Atheist’ nennt und erklärt, der Gott des Alten Testaments sei „ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Überwachungsfanatiker, ein rachesüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer: ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, grössenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann.“ 

    Deshalb war ich einigermassen überrascht, als im anthropologischen Museum Zürich eine Zeitung der reformierten Kirche auflag. Noch einmal überrascht war ich, in dieser Zeitung ein Interview mit dem Direktor des anthropologischen Museums Zürich, Carel van Schaik, zu lesen. Thema des Interviews: Der Bestseller ‚Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät’, den van Schaik zusammen mit dem Historiker und Wissenschaftsjournalist Kai Michel schrieb, der in den Zeitungen ‚Die Zeit’,  ‚FACTS’ und ‚Die Weltwoche’ zu Themen Archäologie, Religion und Evolution bearbeitete.

    Tatsächlich zeigen uns van Schaik und Michel Schätze der Bibel, die auch Atheisten begeistern dürften. Sie erreichen dies, indem sie eine eigentlich naheliegende Perspektive einnehmen: Sie lesen die Bibel als ‚Buch der Bücher’, als weltweit reichste Sammlung historischer Zeugnisse, als Tagebuch der Menschheit, in dem über mehr als tausend Jahre verschiedene Menschen ihre Gedanken, Fragen und Ideen festhielten. Diese Berichte vergleichen sie mit den Erkenntnissen der Archäologie und erreichen dadurch ein wesentlich lebendigeres Bild der Antike, aber auch der Frühgeschichte.

    Natürlich bemerken auch die Autoren die Brutalität des alttestamentlichen Gottes. Sie untersuchen aber, wie denn aus der von Dämonen und Geistern erfüllten Welt der Jäger und Sammler ein einziger, allmächtiger, aber grausamer Gott wachsen konnte. Fast könnte man sagen, sie unterziehen den grausamen Gott einer Psychoanalyse und ergründen in dessen ‚frühester Kindheit’, worin denn die Grausamkeit gründet.

    Die originelle und überzeugend belegte These: Durch die Sesshaftwerdung traten ungekannte Naturkatastrophen von geradezu apokalyptischen Ausmassen auf, Katastrophen, welche die Macht von Dämonen oder lokalen Göttern bei weitem überstiegen. Wenn ein Erdbeben eine ganze Stadt zertrümmerte, wenn Hunderte von Menschen in einem Tsunami ertranken oder von einem Vulkan verschüttet wurden, dann musste eine gewaltige Macht dahinter stehen.

    Anschaulich schildern die Autoren, wie sich in den ungeschickt gebauten ersten Städten Seuchen ausbreiten, oft durch Haustiere eingeschleppt, welche in Jägerkulturen noch kaum bekannt waren. Nachvollziehbar ist auch das moralische Dilemma, als die ersten Bauern ihre Felder schützen wollten. In Jahrmillionen langer Evolution hat sich das Naturgesetz in unsere Gene eingegraben, alles, was die Erde hergibt, gehöre allen. Früchte, die noch am Baum hängen, die man aber doch nicht essen darf, waren undenkbar. Ein Bauer, der seine Ernte verteidigt, der wie Kain seinen eigenen Bruder erschlägt, nachdem er ihn heimtückisch mit reifen Feldfrüchten angelockt hat, so etwas gab es unter Jägern nicht.

    Van Schaik und Michel anerkennen die kulturelle Meisterleistung, die intuitive, angeborene Jägerethik zu überwinden und dem Bauern zu seinem überlebensnotwendigen Recht zu verhelfen. Sie machen aber auch klar, welche Kraftanstrengung nötig war, der Jägernatur eine zweite oder gar eine dritte Natur anzuerziehen.

    So führen uns die Autoren durch die Abschnitte der Bibel von der Schöpfungsgeschichte über Moses, die Könige über Jesus bis zu den Evangelisten. Sie berücksichtigen dabei, wann und in welchem Zusammenhang eine Textstelle zum ersten Mal auftaucht und ziehen auch Texte anderer Kulturen hinzu oder hebräische Texte, die es nicht in den offiziellen Kanon der Bibel geschafft haben. Sie zeigen, wie sich parallel zur kulturellen Evolution des Menschen auch der Gott Jahwe entwickelt hat.

    In diesem Punkt unterscheiden sich Van Schaik/Michel am stärksten von Dawkins: Sie zeigen Hochachtung für die grandiose kulturelle Leistung, die angeborene Jäger- und Sammlermentalität zu überwinden und Gesellschaftsformen zu erfinden, die für Bauern, Händler und insbesondere für Städter tauglich waren. Sie honorieren, dass die Bibelautoren diese kulturelle Evolution über weite Strecken initiierten. Tragisch liest sich vor diesem Hintergrund der Satz in Kapitel 19: „Um das Jahr 400n. Chr. Jedoch wurde die Bibel durch die Kanonisierung ihrer Schriften schockgefroren.

    Tatsächlich wurde die Entwicklung des Christentums durch die Kanonisierung zumindest stark gebremst. Kühn scheint mir daher die These, durch das Christentum seien die Wissenschaften und die Demokratie gefördert worden. Wissenschaften seien in einer monotheistischen Religion entwickelt worden, weil es eher denkbar sei, die Gedanken und Pläne eines einzelnen Gottes zu ergründen, als die eines in sich zerstrittenen Pantheon. Natürlich waren bis vor kurzer Zeit praktisch alle westlichen Wissenschaftler Christen oder Juden, wohl aber vor allem mangels Alternativen.

    Spannend ist aber die Frage, die van Schaik und Michel zum Abschluss aufwerfen: Wie würde das Abendland heute aussehen, wenn die Kanonisierung nie stattgefunden hätte? Wie würde die Welt aussehen, wenn wir die Religion nicht eingefroren, sondern stetig weiter entwickelt hätten und heute vielleicht am 5. Testament schreiben würden?

    Das ‚Tagebuch der Menschheit’ ist eine unterhaltsam geschriebene, durchwegs gelungene und empfehlenswerte Hommage zweier Agnostiker an das Buch der Bücher, das wichtigste Buch des Abendlandes.


    Nachtrag vom 1. Oktober 2017
    Im Podcast der Skeptiker Schweiz habe ich ein Interview mit Carel van Schaik zu diesem Buch geführt.

  17. Cover des Buches Shogun (ISBN: 0385343248)
    James Clavell

    Shogun

    (139)
    Aktuelle Rezension von: FranklinTummescheit

    "Shogun" ist ein historischer Roman von James Clavell, der erstmals 1975 veröffentlicht wurde. Die Geschichte spielt im frühen 17. Jahrhundert und folgt dem britischen Seefahrer John Blackthorne, der nach einem Sturm an der Küste Japans strandet. Obwohl Blackthorne nicht der erste Europäer ist, der nach Japan kommt, ist seine Ankunft außergewöhnlich und prägend. Er wird von den lokalen Mächtigen gefangen genommen und muss sich in der komplexen und fremden Welt der japanischen Samurai und Feudalherren zurechtfinden.

    Blackthorne wird in die politischen Intrigen und Machtkämpfe des Landes verwickelt und gewinnt allmählich das Vertrauen des mächtigen Daimyos Toranaga. Während er sich bemüht, seinen Weg in dieser fremden Kultur zu finden, lernt er die japanischen Traditionen, Bräuche und sozialen Strukturen kennen und wird schließlich in die Rolle eines Beraters und Kriegsstrategen eingeführt.

    "Shogun" ist eine fesselnde und episch erzählte Geschichte, die die kulturellen Kluft zwischen Japan und Europa des 17. Jahrhunderts eindrucksvoll beleuchtet. James Clavell gelingt es meisterhaft, die Kontraste und Gemeinsamkeiten der beiden Kulturen herauszuarbeiten, indem er Blackthornes Erlebnisse und seine Auseinandersetzung mit der japanischen Gesellschaft detailliert schildert.

    Der Roman zeigt, wie stark die japanische Kultur von Riten, Ehre und Hierarchie geprägt ist, im Gegensatz zur europäischen Hierarchie, die stark durch Religion und Königsherrschaft bestimmt wird. Während der europäische Protagonist anfangs von den strengen sozialen Regeln und dem starren Ehrenkodex der Samurai überwältigt ist, lernt er, deren tiefere Bedeutung und die zugrunde liegenden Werte zu schätzen.

    "Shogun" hebt die Unterschiede hervor, wie die japanische Gesellschaft Wert auf Loyalität, persönliche Ehre und die Bedeutung von Beziehungen innerhalb des Feudalismus legt, während die europäische Sicht auf Macht und Status oft durch Machtpolitik und wirtschaftliche Interessen geprägt ist. Die komplexe Interaktion zwischen Blackthorne und Toranaga verdeutlicht die Schwierigkeiten und Chancen, die sich aus dem kulturellen Austausch ergeben, und zeigt, wie Verständnis und Respekt über kulturelle Barrieren hinweg entstehen können.

    Der Roman bietet nicht nur eine spannende historische Erzählung, sondern auch eine tiefgehende Reflexion über den interkulturellen Dialog und die Herausforderungen, die mit dem Verständnis und der Integration von unterschiedlichen kulturellen Werten verbunden sind.

  18. Cover des Buches The Alchemist (ISBN: 9780062390622)
    Paulo Coelho

    The Alchemist

    (97)
    Aktuelle Rezension von: be_my_bookmate

    „𝕋𝕙𝕖𝕣𝕖 𝕚𝕤 𝕠𝕟𝕝𝕪 𝕠𝕟𝕖 𝕥𝕙𝕚𝕟𝕘 𝕥𝕙𝕒𝕥 𝕞𝕒𝕜𝕖𝕤 𝕒 𝕕𝕣𝕖𝕒𝕞 𝕚𝕞𝕡𝕠𝕤𝕤𝕚𝕓𝕝𝕖 𝕥𝕠 𝕒𝕔𝕙𝕚𝕖𝕧𝕖: 𝕥𝕙𝕖 𝕗𝕖𝕒𝕣 𝕠𝕗 𝕗𝕒𝕚𝕝𝕦𝕣𝕖."

    Wir begleiten einen Schäfer auf seinem persönlichen Lebensweg zur Erfüllung seiner Träume. Dieser führt ihn durch verschiedene Orte, er trifft Menschen mit unterschiedlichen Intentionen, macht Fortschritte und erleidet Rückschläge. Dabei kommt er immer wieder zu wichtigen Erkenntnissen über das Leben, die Menschen und sich selbst. 

    Mir gefällt die entschleunigte Erzählung, die mit vielen spirituellen Denkanstößen gespickt ist. Für mich geht es vor allem darum, für seine Träume einzustehen und auch mal Risiken eingehen. Scheitern gehört dazu und daraus erwachsen neue Chancen. Es geht darum zu lernen, das Verlust auch ein Stück weit zum Leben gehört und man trotzdem so viel zu gewinnen hat. Es ist wichtig zu wissen wohin man möchte und dennoch flexibel auf die Umstände des Lebens reagieren zu können, denn nicht alles was passiert können wir beeinflussen, aber durchaus wie wir damit umgehen. 

    Ich habe den Alchemisten vor Längerem auf deutsch gelesen und jetzt nochmal auf englisch. Ein Buch was ich mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gelesen habe. Stellenweise wird es für meinen Geschmack etwas zu religiös/spirituell, aber insgesamt wirklich ein lesenswerter Klassiker. 

  19. Cover des Buches Die wissbegierige Magierin (Magie der Natur 2) (ISBN: B07VBT6V8R)
    Marlene Beer

    Die wissbegierige Magierin (Magie der Natur 2)

    (32)
    Aktuelle Rezension von: Jasmin_Ehrmann

    Habe das Buch beendet und es ist so toll. Die Geschichte und der Hintergrund der Geschichte finde ich schön. 

    Die Charaktere waren mir von Anfang bis zum Ende sympathisch. Man konnte deutlich die Gefühle sehen vorallem von der 13 jährigen Arah. Auch konnte man deren Gedankengänge und Hintergründe sowie Motive sehen.

    Viele Spannende Hürden gab es für Arah zu machen wo man manchmal selbst mit Arah mitgefühlt hat ob sie es alleine schaffen wird habe immer mitgefiebert.

    Der Schreibstil finde ich auch sehr schön und schön groß sodass es einem das Lesen erleichtert und man flüssig lesen konnte.

    Für mich war eindeutig die Geschichte eine tolle, ereignisreiche, spannende und mitfiebernde Geschichte. Auch mit viel Magie und das man sehen konnte das wenn man zusammen hält es schaffen kann oder auch wenn man mutig ist es alleine schaffen kann und jedem zeigen man ist stark und mutig.

    Ich kann das Buch nur jedem aber auch wirklich jedem Fantasybuch Fan ans Herz legen so ein wirklich tolles Buch. Da sieht man die Autorin hat sich bei dem Buch was gedacht. Bin gespannt auf den letzten Teil

  20. Cover des Buches Quo vadis? (ISBN: 9783423145329)
    Henryk Sienkiewicz

    Quo vadis?

    (113)
    Aktuelle Rezension von: irmakvakifli

    Quo Vadis von Henryk Sienkiewicz ist ohne Zweifel ein Meisterwerk – sprachlich, thematisch und erzählerisch. Dieser Klassiker hat den Nobelpreis wahrlich verdient. Die Geschichte führt uns ins alte Rom zur Zeit der frühen Christenverfolgung und verbindet historische Fakten mit literarischer Finesse.

    Was dieses Buch so besonders macht, ist seine Sprache: klar, elegant, aber voller Poesie und bildhafter Kraft. Die Beschreibungen sind plastisch, nie aufdringlich, und tragen eine stille Weisheit in sich, die aus der Antike zu uns spricht. Es ist ein Werk über die Suche nach sich selbst, über Werte, Wandel, Glaube – und das alles ohne Pathos oder moralischen Zeigefinger.

    Die Länge des Romans ist nicht nur gerechtfertigt, sondern notwendig. Sienkiewicz nimmt sich die Zeit, Tiefe zu schaffen, ohne je langatmig zu wirken. Das Buch ist ein echter Pageturner, obwohl es große historische Themen behandelt. Die Erzählstruktur ist durchdacht, der Aufbau stimmig, die Figuren lebendig.

    Auch im Kontext seiner Entstehungszeit beeindruckt das Werk durch Originalität und Authentizität. Quo Vadis ist nicht nur ein historischer Roman, sondern ein literarisches Dokument, das den Leser zum Nachdenken anregt – über Geschichte, Menschlichkeit und Orientierung.

    Ein rundum gelungenes Werk, das zeigt, wie große Literatur über Zeit und Raum hinaus wirkt. Für mich: uneingeschränkt empfehlenswert.

  21. Cover des Buches Alexander der Große (ISBN: 9783406815386)
    Alexander Demandt

    Alexander der Große

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Admiral
    Bevor ich mit Euch, werten Lesern, über dieses Buch plaudere, solltet Ihr evtl. wissen, dass ich das Buch nicht vollständig gelesen habe. Das hat 2 Gründe. Erstens hat dieses Buch von Alexander (!) Demandt "Alexander der Grosse. Leben und Legende" (2009) satte 483 Seiten Fließtext, mit Anmerkungen, Zeittafel, Karten, Stammbäumen, sonstigen Verzeichnissen, Bibliographie und Register sogar 655 Seiten. Zweitens wollte ich von vorneherein lediglich über Rezeption und Quellenlage Alexanders lesen, da ich für die Person Alexanders des Großen bereits andere Bücher gelesen habe. Doch eines will ich Euch, werten Lesern, von vorneherein sagen. Dieses Buch hier ist mit bisher das sympathischste.

    Denn mal abgesehen davon, dass die Darstellung der Quellenlage ("Die Quellen", S. 1-32) gut strukturiert und die Erforschung der Alexanderrezeption ("Alexander im Spiegel der Nachwelt", S. 405-455) sehr nachvollziehbar dargelegt ist, schimmert der Autor Alexander Demandt mit einer sehr positiven und einnehmenden Art durch. Damit schafft der Autor die schwierige Brücke zwischen seriöser Wissenschaftlichkeit und gut lesbarerer Literatur.

    Beide Kapitel, die ich gelesen habe, sind international angelegt, bearbeiten also intensiv Quellen und Perspektiven, die den lateinischen Westen hinaus gehen.
    Da mir das Wenige so gut gefiel, habe ich noch das Fazit des Buches ("Alexander der Große?", S. 457-483) gelesen, in dem Demandt scheinbar alle bisherigen Themen und Einzelaspekte zusammenfasst und Alexander somit unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet und bewertet (?). Dazu gehören Alexanders Politik, Alexanders Entdeckungen, Alexanders Persönlichkeit als Mensch und mehr.

    Besonders positiv an dieser Biographie ist mir die alte römische Verhaltensorientierung der "variatio" aufgefallen, nach der römische Literaten nicht einfach ihr Thema abarbeiten sollten. Stattdessen sollten sie mit Exkursen (zB Geographie, Ethnologie, Anekdoten, etc.) Freude auf seiten des Lesers hervorrufen. Ähnliches macht Demandt auch, wenn er zB am Ende des Buches die Aporie des Historikers thematisiert, einerseits einen Mörder und (nach heutigen Maßstäben) Verbrecher als "Groß" zu bezeichnen und andererseits doch etwas Achtung vor dieser Person zu haben, da Gewalttaten in allen Zeiten durchaus üblich gewesen waren (und zT noch sind !), was jedem Historiker mehr als bewusst ist.



    Das Thema "Alexander der Große" hatte mich bisher noch nie wirklich interessiert, obwohl Euch das etwas paradox anmuten könnte, wenn Ihr mal in meine Bücherlisten reinschaut (viel mit Antike und so). Doch ganz besonders dieses Buch hat es mir angetan und sollte sich nochmal die Zeit und Gelegenheit bieten, werde ich es nachholen, es in seiner Gesamtheit zu lesen. Denn in einem Punkt zweifle ich nicht: dass es sich lohnen würde.



    Bisher ist mir Alexander Demandt schonmal positiv aufgefallen. Evtl. habt Ihr das Buch in meiner Liste schon gesehen: "Das Attentat in der Geschichte" (hg. von A. Demandt). Auf diesen Namen werde ich in Zukunft auch vermehrt achten. :)
  22. Cover des Buches Jesus. Eine Weltgeschichte. (ISBN: 9783038481881)
    Markus Spieker

    Jesus. Eine Weltgeschichte.

    (17)
    Aktuelle Rezension von: julzpaperheart

    Es gibt zahlreiche Bücher über Jesus und doch ist dieses ganz besonders! 

    In dem Buch „Jesus. Eine Weltgeschichte.“ erzählt Spieker auf über 1.000 Seiten die Geschichte von Jesus als welthistorisches Epos: von den Anfängen der Zivilisation bis hin zur Corona-Krise. Er beginnt mit einem historischen Vorlauf, setzt biblische Ereignisse in den historischen Kontext, beleuchtet bestimmte Abschnitte der Bibel genauer und bezieht zudem auch aktuelle Fachliteratur mit ein. 

    Man merkt von Beginn an, dass der Verfasser sich ganz genau mit diesem Themenfeld befasst hat und gründlich recherchiert hat. Für mich sind wissenschaftliche Texte grundsätzlich kein Problem. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben, locker und packend. 

    Diese ungewöhnliche Biografie ist in drei große Abschnitte unterteilt:

    1. Schöpfer
    2. Retter
    3. Freund und Helfer


    Jeder Abschnitt ist zu dem in weitere Unterkapitel geteilt:

    1. Schöpfer
    • Auf der Suche nach dem verborgenen Gott (Anfänge der Zivilisation, Buddha, Konfuzius, Diagoras, Platon, Aristoteles, Cicero usw.)
    • Der Meisterplan (Hesekiel, Mose, Propheten, Hiob, Messias, uvm.)
    • Welt am Nullpunkt (Augustus, Pornokratie, Spartakus, die römische Armee usw.)
    • Das Licht geht auf (Gabri-El, Jungfrau Maria, Bethlehem, Ägypten, Nazareth uvm.)

    2. Retter

    • Tausend Tage für die Ewigkeit (Jesus mit 30, Missionsbeginn, Mannschaftsaufstellung (Berufung der Jünger), Zeichen der Macht (Wunder) usw.)
    • Was Jesus lehrte (Das Reich Gottes, Menschensohn, Schätze im Himmel, Frohbotschaft oder Drohbotschaft? uvm.)
    • Gegenwind (Die Stellung des Sturms, Die Heilung des Besessenen, Die Pharisäer, Pontius Pilatus, Kaiphas uvm.)
    • Kreuz und Krone (Einzug in Jerusalem, das letzte Abendmahl, Jesus in Ketten, Via Dolorosa, Golgatha etc.)

    3. Freund und Helfer

    • Eine neue Hoffnung (Auferstehung, die ersten Christen, Cornelius, Die Missionsreisen des Paulus, die ersten Gemeinden usw.)
    • Ein drittes Testament (Untergrundkirche, Staatskirche, Weltkirche, Aufbrüche und Umbrüche uvm.)
    • Das Imperium schlägt zurück (Verfolgung, Christen und Gewalt, die Verletzung der Vernunft, Unheil Hitler uvm.)
    • Folge mir nach (Anhalt, Suchen, Finden, Feiern, Zweifeln, Ankommen uvm.)

    An vielen Stellen klangen die persönlichen Ansichten und Überzeugungen des Verfassers hindurch und dennoch berichtete er im Großen und Ganzen doch neutral und wissenschaftlich. 

    Es gab viele Abschnitte, die mich faszinierten und begeisterten; Passagen, die mich schockierten und sprachlos hinterließen; und zahlreiche Textabschnitte, die mein Wissen bereicherten und jede Menge Aussagen, die mir zu Herzen gingen. 

    Womit ich persönlich Probleme hatte, waren einige (theologische) Aussagen, denen ich schlichtweg nicht zustimmen konnte. Das Literaturverzeichnis ist sehr eindrucksvoll und doch fehlten mir häufiger Mal konkrete Quellenangaben, auf die der Autor sich in seinen Ausführungen genau bezog. Im Großen und Ganzen fehlte mir der rote Faden. Das Buch wirkte stichweise überladen und manchen wurde nur oberflächlich beleuchtet. Vielleicht hätte es mehr Sinn gemacht, das Buch nicht nur in drei Abschnitte zu unterteilen, sondern gleich eine Trilogie zu schreiben und sich dann dem Inhalt ausführlicher zu widmen und genauer auszuarbeiten. 

    Alles in allem ein eindrucksvolles und lehrreiches Buch! Trotz einiger Kritikpunkte hat es mir außerordentlich gut gefallen und man kann die Arbeit, die dahinter steckt nur erahnen. Ein solches Buch ist mir bisher auch noch nicht untergekommen. Ich empfehle es gern weiter.

  23. Cover des Buches Die Codices (ISBN: 9783947357154)
    Wolfgang Eckstein

    Die Codices

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Brunhildi

    Meine Meinung:

    Das Cover gefällt mir sehr gut. Es zeigt einen DNA-Strang, der auch sehr gut zum Inhalt des Buches passt. In meinen Augen ist es rundum perfekt gelungen und ansprechend.


    Der Schreibstil von Wolfgang Eckstein hat mir von der ersten Seite an sehr gut gefallen. Er war reif, aber dennoch verständlich und flüssig zu lesen. Ich war direkt in der Geschichte angekommen und es haben sich immer wieder Bilder in meinem Kopf gebildet.


    In diesem Buch gibt es verschiedene Handlungsstränge, die nach einiger Zeit zusammenführen. Zu Beginn eines jeden Kapitels steht der Ort, an dem man sich gerade befindet. So hatte man zu jedem Zeitpunkt immer einen sehr guten Überblick.

    Auf die einzelnen Charaktere möchte ich nicht detailliert eingehen, da es wirklich recht viele sind. Es gibt ein paar Hauptcharaktere, aber auch etliche Nebencharaktere. Mir haben sie alle mit ihrer perfekten Ausarbeitung und Einzigartigkeit gefallen. In meinen Augen haben alle Charaktere authentisch und nachvollziehbar gehandelt. Sie sind meiner Meinung nach rundum perfekt gelungen und einige werde ich sicherlich auch ein wenig vermissen.


    Zum Inhalt direkt möchte ich gar nichts weiter schreiben, denn da sollte euch der Klappentext auf jeden Fall genügen. Von dem Rest müsst ihr euch selbst überraschen lassen ;-)

    Die Handlung fand ich sehr interessant. Auch wenn ich einige Stellen als ein wenig langatmig empfunden habe, gibt es hingegen auch viele spannende und actionreiche Szenen, die mich immer wieder zum Weiterlesen gezwungen haben. Wolfgang Eckstein hat aber auch noch mit anderen Emotionen gespielt. So konnte ich das Buch nicht nur wegen des hohen Spannungsfaktors nicht aus der Hand legen, sondern es lies mich auch schmunzeln. Teilweise hat es mich nachdenklich gestimmt und auch mit einer kleinen eingearbeiteten Lovestory hat Wolfgang Eckstein mich überrascht. Er hat wirklich alle Emotionen eingearbeitet, die sich das Leserherz wünscht. Ich bin von diesem Buch wirklich positiv überrascht und hoffe auf weitere Werke des Autors.


    Fazit:

    Wolfgang Eckstein hat mich mit "Die Codices" positiv überrascht. Die Charaktere sind ihm in meinen Augen perfekt gelungen und die Handlung deckt alle Emotionen ab, die man sich in einem Buch wünschen kann. Auch wenn ich es zwischendurch als ein wenig langatmig empfunden habe, überwiegen ganz klar die spannenden und interessanten Szenen.


    4/5 Punkte

    (Sehr gut!)


  24. Cover des Buches Apocalypsis III (ISBN: 9783404168309)
    Mario Giordano

    Apocalypsis III

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Crisana
    Der dritte und letzte Band der Apocalypsis-Reihe zielt, im Gegensatz zu seinen Vorgängern, weniger auf kirchliche und religiöse Fakten ab und konzentriert sich fast ausschließlich auf Science Fiction. Während ich bei Teil 1 die Bezeichnung "Thriller" noch treffend fand, ist sie hier mittlerweile völlig fehl am Platz. Ich habe mich letztendlich nur für 3 Sterne entschieden, weil ich es stellenweise doch arg verwirrend fand, dass man Zeitsprünge von teilweise 2000 Jahren hatte. Ich habe für meine Verhältnisse lange gebraucht um diesen Band zu lesen. Schwere Kost aufgrund von Verwirrung und Verbindungen die sich teilweise erst nach 200 Seiten ergeben haben. Was mich letztlich dann einfach nicht fesseln konnte und mich nur auf 3 Sterne einlassen kann. Das Ende betrachtend wären 4 Sterne angemessen - nicht nur sehr schön geschrieben, sondern auch eine, wenn auch nicht realisierbare, Entwicklung der Menschheit und Toleranz. Ebenso eine Wendung die ich nicht erwartet hätte, und eine kleine offene Frage.
    Alles in allem ist dieser Band gut - aber eben nicht hervorragend.

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