Bücher mit dem Tag "christlich"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "christlich" gekennzeichnet haben.

390 Bücher

  1. Cover des Buches Der Medicus (ISBN: 9783453471092)
    Noah Gordon

    Der Medicus

     (2.164)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Dass sich, wie Wikipedia verrät, einige historische Ungenauigkeiten in den Roman geschlichen haben, sei vergeben. Mich hat es beim Lesen nicht gestört, und hätte ich es nicht an anderer Stelle nachgelesen, wäre es mir überhaupt nicht aufgefallen. Ein bisschen fiktionale Freiheit ist vollkommen okay.

    Für mich stößt Noah Gordon die Tür zum Mittelalter sperrangelweit auf. Die Art, wie er das Leben damals beschreibt, liest sich so authentisch und echt, dass man komplett in diese Zeit versinkt. Schmutz, Dreck, Gestank – das Mittelalter war kein Zuckerschlecken, und das wird schonungslos und detailreich gezeigt. Vor allem das Handwerk des Baders wird spannend geschildert: Hausmittelchen, Quacksalberei und bedenkliche Tinkturen werden ohne tieferes Wissen angewandt in dem Versuch, Menschen vor Krankheit und Tod zu bewahren. Für einen modernen Menschen sind viele Vorgehensweisen total unvorstellbar.

    Später, wenn Rob in Isfahan, eine Stadt im heutigen Irak, ankommt und dort wahre Medizin kennenlernt, werden die damaligen Möglichkeiten der Heilung plastisch und spannend geschildert. Es ist bemerkenswert, wie viel Wissen über die Medizin im 11. Jahrhundert schon bekannt war. Mich hat es total fasziniert, mehr über die Geschichte der Medizin zu erfahren.

    Und Rob ist der perfekte Protagonist, um diese Geschichte zu vermitteln. Seine Gabe, den nahen Tod eines Menschen zu spüren, wird nicht als (unpassendes) Fantasy-Element in den Mittelpunkt gestellt; vielmehr ist es ein Werkzeug, seine Hingabe und seine Leidenschaft für die Heilung noch stärker herauszuarbeiten. Rob Cole ist der geborene Medicus – und ich als Leserin habe sein Leben und seine Reisen begeistert mitverfolgt.

    Auch stilistisch kann „Der Medicus“ von vorne bis hinten überzeugen. In einem leichten, sehr unterhaltsamen Stil beschreibt Gordon die Ereignisse, webt historische Fakten (mal mehr, mal weniger, wie wir schon wissen) ein und lässt das Mittelalter lebendig werden. In dem zweiten Band der Trilogie, „Der Schamane“, springt Gordon übrigens ein paar Jahrhunderte weiter.

    Für mich war, ist und bleibt „Der Medicus“ von Noah Gordon einer der besten historischen Romane, die ich je gelesen habe. Ein bisschen auch, weil es mein erster Erwachsenenroman in diesem Genre war. Aber vor allem, weil Gordon seine Leser auf eine spannende, atmosphärisch dichte und authentische Zeitreise mitnimmt. Und auch heute noch hat dieser Roman eine ganz starke Wirkung auf mich. Das können nicht viele Bücher von sich behaupten.

  2. Cover des Buches Die Säulen der Erde (ISBN: 9783404171651)
    Ken Follett

    Die Säulen der Erde

     (6.105)
    Aktuelle Rezension von: mailastra

    Eine toller Handlungsstrang, der über mehrere Jahrzehnte reicht. Der Bau von Kathedralen ist sehr detailliert und genau beschrieben. Man lernt noch neben dem Genuss von einer epischen Handlung!
    Ken Follett gelingt es nie ein Tief in einer ewig langen Handlung zu erreichen. Super gut! Kann ich nur jedem ans Herz legen, der nicht reißerische und galoppierende Stories mag, sondern gediegene, weitläufige, epochale Geschichten.

  3. Cover des Buches Die Hütte (ISBN: 9783548284033)
    William Paul Young

    Die Hütte

     (596)
    Aktuelle Rezension von: BibisMindPalace

    "Bedeutet das", fragte Mack, "dass alle Wege zu dir führen?"
    "Keineswegs." Jesus lächelte und legte die Hand auf die Türklinke. "Die meisten Wege führen nirgendwohin. Es bedeutet, dass ich dir auf jedem Weg folge, den du beschreitest, sodass wir einander jederzeit finden können."

    Mack, einst lebensfroh und voller Elan, kennt nur noch die große Traurigkeit. Seine jüngste Tochter wurde einige Jahre zuvor bei einem Familienausflug entführt. Alles, was man von ihr fand, war ihr blutiges Kleid in einer alten Jagdhütte. Nun erreicht ein geheimnisvoller Brief Mack und lädt ihn zu jener Hütte ein. Neugierig fährt er hinaus in die Wildnis und begegnet in der Hütte drei Personen, mit denen er nie gerechnet hätte. Ein ganz besonderes Wochenende nimmt seinen Lauf und verändert Macks Sicht auf das Leben vollständig.

    Die Hütte ist ein sehr emotionaler Roman und zwar von der ersten Seite an. Sei es die Überraschung über den Brief, die Angst, als Missy entführt wird und die große Traurigkeit, die folgt, oder die bisweilen surrealen Erlebnisse, die Mack anschließend in der Hütte erwarten.
    Natürlich muss man offen für das Thema und die Darstellung der Situation sein. Gott wird zum Beispiel als Afroamerikanische Frau dargestellt und der Heilige Geist als asiatisches Mädchen. Der Roman versucht eine Antwort auf die Frage zu liefern, warum böses in der Welt geschieht, wenn Gott doch angeblich gut ist. Meiner Meinung nach erfüllt der Roman diesen Anspruch auch, während er gleichzeitig eine sehr dramatische und doch schöne Geschichte erzählt. Taschentücher sollten auf jeden Fall bereit liegen!

  4. Cover des Buches Der König von Narnia (ISBN: 9783764150433)
    C. S. Lewis

    Der König von Narnia

     (558)
    Aktuelle Rezension von: lesemama

    Die vier Geschwister Peter, Susan, Edmund und Lucy gelangen durch einen magischen Kleiderschrank nach Narnia. Dort herrscht ewiger Winter und die weiße Hexe regiert grausam. Jede Hoffnung scheint verloren, bis der mächtige Löwe Aslan zurückkehrt.

    Ich glaube, viele haben bereits den Film gesehen, aber noch nie die Bücher gelesen. Auch ich habe den Film zuerst gesehen und mittlerweile so oft geschaut, dass ich nicht mehr weiß wie oft. Das Buch dagegen habe ich jetzt zum ersten Mal gelesen und gehört.
    Buch und Film sind sehr nah aneinander dran, was mir sehr gut gefallen hat. Viele Bilder hatte ich dadurch im Kopf und konnte mir alles sehr gut vorstellen, auch wenn an manchen Stellen der Schreibstil von C. S. Lewis nicht so detailreich war wie ich es mir erhofft hatte. Doch auch das kannte ich vom ersten Band. Meiner Meinung nach muss man bedenken, dass es eigentlich ein Kinderbuch ist. Für diese Zielgruppe ist es ein tolles Maß an Spannung und Ausführlichkeit zum Beispiel bei den Beschreibungen von Landschaften.
    Es ist eine Geschichte die für mich zeitlos ist. Und gerade das Hörbuch ist für Autofahrten perfekt geeignet.

    Ich gebe „Dem König von Narnia“ ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Sterne und eine riesige Empfehlung. Für mich ist Narnia einfach eine der besten Geschichten überhaupt. 👍🏻😍

  5. Cover des Buches Unter dem Polarlicht (ISBN: 9783957340788)
    Elisabeth Büchle

    Unter dem Polarlicht

     (66)
    Aktuelle Rezension von: clematis

    Als Chiara kurz vor Weihnachten ihren Job in einer Bank verliert, ergibt sich kurzfristig die Möglichkeit, für den bekannten Autor Fenton Forrester ein Manuskript zu tippen und so die Zeit bis zu einer neuen Anstellung zu überbrücken. Allerdings weiß die junge Frau nicht genau, worauf sie sich da einlässt: von der Agentur wird sie in eine abgelegene Holzhütte im verschneiten Kanada geschickt. Der Schriftsteller mit den beiden gebrochenen Händen ist ein wortkarger Einzelgänger. Doch die liebenswerte und schlagfertige Chiara lässt sich nicht gleich einschüchtern, sondern begegnet dem einsilbigen Kautz mit ihrem ungekünstelten Charme, während ihre Freunde daheim in Deutschland ein furchtbares Geheimnis aus Forresters Vergangenheit entdecken.

    Von Anfang an bezaubert Elisabeth Büchle mit der ihr eigenen malerischen Sprache, die sehr einfühlsam aber niemals kitschig erzählt. Die wenigen Personen, die diese Geschichte tragen, sind alle sehr glaubwürdig und überzeugend gezeichnet. An jeder Ecke könnte man ihnen selbst begegnen: sie verkörpern Stärken und Schwächen, müssen Schicksalsschläge verkraften und ihren Weg im Leben finden. Dabei findet sich Mut neben Angst, Hoffnung neben Verzweiflung, Zuversicht neben Sorge. So verliert sich der Leser schnell in wunderbaren Bildern von glitzerndem Schnee, stillen Wäldern und sternenklaren Nächten. So wie Chiara kann man kindliche, ehrliche Freude empfinden beim Lesen dieser Zeilen über weiche Schneeflocken und rotweiße Zuckerstangen. Dazu stecken noch ein paar gut verpackte wunderschöne Botschaften in diesem Winterroman, die nicht nur zum Thema Weihnachten passen.

    „Unter dem Polarlicht“ ist somit eine berührende Erzählung über Vertrauen und Verzeihen, genau so, wie sie zu Elisabeth Büchle und Gerth Medien passt. Schön, dass es noch drei weitere Bücher der „Unter dem…“-Reihe gibt. 

  6. Cover des Buches Der Ritt nach Narnia (ISBN: 9783764170233)
    C. S. Lewis

    Der Ritt nach Narnia

     (393)
    Aktuelle Rezension von: lesemama

    Im goldenen Zeitalter mit den vier Königen und Königinnen von Narnia lebt ein einsamer Junge der auf ein ziemlich interessantes Pferd trifft. Gemeinsam wollen sie aus der Sklaverei fliehen und machen sich auf eine spannende Reise, bei der nicht nur ihr eigenes Schicksal auf dem Spiel steht.

    ✨ Nach wie vor mag ich die Stimme von Philipp Schepmann sehr gerne, durch ihn erweckt das ganze Buch mit allen Figuren, Landschaften und Emotionen zum Leben. Es ist mir leicht gefallen in diese Geschichte einzutauchen und die Abenteuer mitzuerleben. Wie auch in den beiden Büchern zuvor ist es für Kinder geschrieben und hat damit einen anderen Spannungsbogen. Trotzdem habe ich bis zum Ende mitgefiebert wie die Reise der beiden nun endet.
    Die Beschreibung der Landschaft und aller Charaktere hat mir in diesem Buch bisher am besten gefallen, im Vergleich zu den anderen. Narnia ist und bleibt für mich magisch und auch Kalormen und Archenland gehören für mich jetzt dazu.

    Dieses Buch hat mir wirklich gut gefallen und gebe ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Sterne und eine klare Empfehlung. 👍🏻

  7. Cover des Buches Nathan der Weise (ISBN: 9783960550907)
    Gotthold Ephraim Lessing

    Nathan der Weise

     (1.105)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Gotthold Ephraim Lessing, einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung und des Humanismus hat mit diesem Drama ein Lehrgedicht verfasst, welches bis in die heutige Zeit an Aktualität nicht verloren hat.


    Die Figuren verkörpern Intoleranz, Fanatismus, politische Herrschaftsansprüche und werden durch Nathan den Weisen auf den Weg des Menschseins geführt. Dies gelingt ihm nicht durch moralisierendes Lehren sondern durch vorbildliche Taten. Durch subjektives Handeln und nicht durch schriftliche Bekenntnisse oder den Verweis auf die Bibel soll der Mensch seine Pflicht erfüllen, sich vor Gott und den Menschen beliebt zu machen. Die echte Religion findet sich im Herzen der Menschen und nicht in den Texten. Dies zu verdeutlichen, hilft das Kernstück des Textes: die Ringparabel. Die friedlich-tolerante Koexistenz der drei grossen Religionen und die Frage nach der Wahrheit stehen dabei im Zentrum.


    Das Theaterstück ist im Blankvers geschrieben, der nach anfänglicher Gewöhnungszeit sehr schön zu lesen ist. Es empfiehlt sich, auch das Bühnenstück zu sehen, um den Klang der Sprache noch mehr zu verinnerlichen.

  8. Cover des Buches Die Erben von Snowshill Manor (ISBN: 9783765509605)
    Ingrid Kretz

    Die Erben von Snowshill Manor

     (49)
    Aktuelle Rezension von: anne_lay

    Catherine wird aufgrund einer unstandesgemäßen Tändelei nach Snowhill Manor geschickt. Dort soll sie die Gesellschafterin von Lady Darabont sein.

    Was als Strafmaßnahme beginnt und schlecht startet, weil Lady Darabont sie nicht will, gestaltet sich allmählich so, dass Catherine Geheimnissen auf die Spur kommt, die sie eigentlich besser nicht aufspüren sollte ...

    Der Roman ist aus zwei Perspektiven erzählt, die durch die Schauplätze überschrieben und somit gut erkennbar sind. Neben Catherines Sicht erfahre ich auch von einem jungen Mann, Mr. Hastings, der als Verwalter auf dem Nachbargut arbeitet. 

    Einerseits ist die Zeit (wie ich sie mir vorstelle) gut eingefangen. Formulierungen, das enge Korsett des moralisch Erlaubten, die Lebensweise des Adels bilden die Kulisse für die Geschichte aus Lovestory, Aufdeckungsgeschichte und Krimi, wobei letzteres eher angedeutet wird. 

    Gestolpert bin ich über manche Bezüge, die nicht passten und mich bisweilen zum Schmunzeln brachten. Zum Beispiel befindet sich Catherine in einem Rosengarten und "in ihr" steigen Düfte auf. Da streikt mein Kopfkino, weil der Duft eher in die Nase steigt, aber nicht in ihr aufsteigt. Vielleicht knüpft der Duft an Erinnerungen an, die dann aufsteigen ... 

    Es ist kein "Nackenbeißer" und es war wohltuend, auch mal eine zurückhaltende Version eines historischen Liebesromans zu lesen. Trotzdem hat er mich nicht vollkommen überzeugt, konnte mich zu Beginn nicht richtig packen. Da dies aber auch den äußeren Umständen (meinen) geschuldet war, ziehe ich nur einen Stern ab. Die Geschichte hat keine rechte Chance gehabt, mich zu packen, weil ich anderes um die Ohren hatte und mich kaum konzentrieren konnte bzw. wenig Zeit zum Lesen fand. Die Stolperstellen hingegen hätten rein handwerklich besser formuliert werden können.

    Insgesamt fühle ich mich gut unterhalten von einem netten Ausflug in andere Zeiten.

  9. Cover des Buches Damian - Die Stadt der gefallenen Engel (ISBN: 9783401504636)
    Rainer Wekwerth

    Damian - Die Stadt der gefallenen Engel

     (337)
    Aktuelle Rezension von: Traubenbaer

    "Damian- Die Stadt der gefallenen Engel" von Rainer Wekwerth ist ein Fantasyroman. 

    Nachdem Laras erste Liebesbeziehung scheiterte ist sie ziemlich geknickt. Ein Tapetenwechsel soll sie wieder etwas aufmuntern. Deswegen soll sie ihre Ferien in Berlin bei ihren Großeltern verbringen. Das scheint auch zu funktionieren: Schon bald ist ihr Ex vergessen und Lara fühlt sich wieder gut... Bis sie auf ein Familiengeheimnis stößt, das ihr Leben verändert. 

    Das Buchcover gefällt mir. Besonders die metallisch glänzenden Akzente und die Skyline Berlins. Letzteres passt auch wunderbar zum Inhalt des Buchs. 

    Der Schreibstil ist leicht verständlich. Deswegen fliegen die Seiten beim Lesen nur so dahin. 

    Der Einstieg in das Buch war für mich vielversprechend: Man ist gleich mitten im Geschehen. Schnell wurde die Geschichte jedoch etwas eintönig. Besonders wenn Lara in neue Situationen kommt wurde diese immer nach dem gleichen Schema beschrieben: Das Alter der umstehenden Personen, deren Kleidungsstil und letztendlich, wie unattraktiv sich Lara im Gegensatz zu den anderen fühlt. Ich hätte mir etwas mehr Abwechslung gewünscht. 

    Erst im letzten Drittel des Romans nimmt die Handlung an Fahrt auf. Diesen Teil des Buch hat mir sehr gefallen, denn er war spannend und hielt ein paar Überraschungen bereit. 

    Die Szenen aus Damians und Gabriels Sicht haben mir am besten gefallen. Das lag wohl daran, dass mir persönlich die Hauptprotagonistin unsympathisch war. In vielen Situationen verhielt sie sich oberflächlich, egoistisch und flatterhaft. So wühlt sie bspw. in der Vergangenheit, ohne Rücksicht auf die Gefühle ihrer Mutter oder Großeltern. Zudem ist ihr Aussehen wichtiger, als innere Werte. Zwar wird später im Roman aufgeklärt, warum sie sich so sonderbar verhielt, trotzdem hätte es mir besser gefallen, wenn ihr Charakter etwas mehr Tiefgang gezeigt hätte. 


  10. Cover des Buches Weil du mich liebst (ISBN: 9783473585199)
    Shannon Greenland

    Weil du mich liebst

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Buechereule

    Ein schönes Buch, ganz guter Schreibstil, heftige Story, aber auch romantisch und spannend.

    Was mich gestört hat, war zum einen, dass man bis man etwa 3/4 vom Buch durch hat, keine rechte Ahnung hat, was Eve genau passiert ist, außer dem ersten Kapitel und den paar Rückblenden. Man hatte auch keine Ahnung, wer Gideon eigentlich ist. Es soll die Geschichte spannender machen und vor allem sicherstellen, dass man weiterliest. 

    Außerdem ein bisschen zu vorhersehbar. Zu wissen, dass das Buch, welches man liest, ein Happy End hat, ist ja schön und gut, aber die Tatsache, dass ich bei der knappen Hälfe des Buches eine Prognose treffen konnte, die sich mehr oder weniger exakt bewahrheitet hat, hat mich doch arg mitgenommen. Vielleicht bin ich aber auch nur zu empfindlich. 

    Eine kleine Sache noch: Das ständige: Ich muss es ihm sagen, traue mich aber nicht, regt einen langsam aber sicher ein bisschen auf.

    Ansonsten ist die Geschichte wirklich gut gemacht, und obwohl ich mich beschwere, ist das Buch äußerst lesenswert, (es sei denn, Bücher können einen allzu leicht stark mitnehmen und verfolgen, dann vielleicht eher etwas anderes nehmen ;) ).

  11. Cover des Buches Erinnerungen aus Glas (ISBN: 9783963621895)
    Melanie Dobson

    Erinnerungen aus Glas

     (75)
    Aktuelle Rezension von: dartmaus

    Inhalt:

    Niederlande 1942: Eliese und Josie waren beste Freundinnen, doch das Leben hat sie getrennte Wege geführt. Nun stehen sie sich plötzlich wieder gegenüber: Eliese arbeitet inzwischen als Registrierungskraft in der Hollandschen Schouwburg, einem Amsterdamer Theater, das zur Sammelstelle für Juden umfunktioniert worden ist, Josie im gegenüberliegenden Kinderheim. Gemeinsam schmieden sie einen waghalsigen Rettungsplan …

    75 Jahre später: Ava Drake reist als Direktorin der gemeinnützigen Kingston-Stiftung nach Uganda. Dort will sie den Förderantrag von Landon West prüfen. Existieren seine Kaffeeplantage und das angeschlossene Kinderheim tatsächlich? Als sich unerwartet eine Verbindung zwischen der Familiengeschichte von Landon und ihrer eigenen auftut und Ava zu recherchieren beginnt, stößt sie in ein Wespennest aus Lügen, Betrug und Habgier. Und sie begegnet Landons Großmutter, einer zierlichen alten Dame mit einer unglaublichen Geschichte …



    Meine Meinung:

    Ein wirklich tolles Buch, welches einen von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Der Schreibstil ist so wunderschön gefühlvoll und bildlich, so das man sich sowohl in Avas, als auch in Josie und Elieses Geschichte versetzt fühlt. Die wechselnden Perspektiven bzw. Zeitebenen machen einen immer wieder neugierig, was dort weiter geschieht. Man kann das Buch einfach nicht aus den Händen legen. Toll ist auch die Themenauswahl in beiden Zeitepochen. In den Kriegsjahren ist die Angst der Juden und der Hass der Nazis sehr deutlich zu spüren, während man in der Gegenwart die Angst aber auch die Neugier für das zu Entdeckende spürt.

    Ava gefällt mir als Charakter sehr gut. Sie gibt wirklich nie auf und lässt mit ihren Fragen nicht locker und deckt so die Geheimnisse der Vergangenheit auf. Aber auch Eliese und Josie gefallen mir sehr gut. Ihre warme Art, wie sie sich den Kindern annehmen wirklich toll.

    Die Geschehnisse während des Krieges werden hier wirklich schonungslos und erschreckend offenbart. Da hat die Autorin wirklich gut recherchiert.

    Allerdings hab ich auch einen kleinen Kritikpunkt. Da es doch sehr viele Personen gibt, verliert man Anfangs etwas den Überblick. Hier wäre ein Glossar sehr hilfreich gewesen.



    Mein Fazit:

    Ganz klare Leseempfehlung. Volle 5 Sterne

  12. Cover des Buches Nur wenn ich fliehe (ISBN: 9783765520747)
    Terri Blackstock

    Nur wenn ich fliehe

     (36)
    Aktuelle Rezension von: littlecalimero

    Dieses Buch hat mich unglaublich gefesselt, gleich der Einstieg ist schon absolut spannend und man kann es gar nicht aus der Hand legen, weil immer neue spannende Szenen dazu kommen, bei denen man ständig mit fühlt, mit leidet und bangt. 

    Casey ist für mich eine sehr tapfere, mutige Frau, die in meinen Augen das einzig Richtige getan hat, auch wenn es mir unglaublich leid für sie tut. Hin und Hergerissen zwischen der Wahl, sich zu stellen, aber gleichzeitig keine Chance zu haben, die Unschuld zu beweisen, weil alles gegen einen spricht, aber andererseits ein Leben fern von der Familie und ständig auf der Flucht. Doch sie hat keine Beweise und schon ist ihr ein Freund des Ermordeten auf den Fersen, der von der Familie angeheuert wurde. Schockierend, wenn man dann liest, wie alles dazu gekommen ist und man die Fakten kennt, aber keine Beweise hat.

    Was mich unglaublich fasziniert hat, ist die Tatsache, dass die Autorin es in einem Thriller geschafft hat, immer wieder die Glaubensfrage einzubringen. Man fühlt, wie verzweifelt Casey auf der Suche nach Antworten ist, ob Gott ihr verzeiht für das was gewesen ist, ob er sie überhaupt in ihrer Situation sieht und ihr helfen würde, einen Ausweg zu finden? Die verzweifelte Lage ihrer Mama, die Unterstützung aber Gefahr auch ihrer Schwester und sie selbst auch - ständig passiert etwas, wo sie sich fragt, ist Gott da? Hat er das so gewollt?  Aber sie macht es nie als Vorwurf, sondern sucht nach Antworten, und allein ihre Fragen an ihn mit der Bitte, dass er ihr zeigt, was richtig ist, hat mir sehr gut gefallen. 

    Und Dylan, der von der Familie angeheuerte Detektiv ist auch ein gläubiger Mensch und hat schon vieles erlebt, was ihn in seinem Glauben an Gott verstärkt und hierzu werden immer mal kleine Rückblenden eingebracht, wie er das so empfunden hat und unter welchen Umständen. 

    Doch während Casey auf der Flucht ist und dies mehr als raffiniert anstellt, gerät sie selbst in eine Lage, wo sie entscheiden muss, weiter fliehen oder helfen und dabei wahrscheinlich auffliegen und ihr ist klar, findet man sie, ist sie auch tot...... 

    Großartiges Buch, man spürt die Spannung bis zur letzten Seite und interessant ist es auch, immer aus der Perspektive von Dylan oder Casey zu lesen. Über den Schluss war ich sehr überrascht und freue mich schon sehr auf die beiden Folgebände, die ich mir auch umgehend gekauft habe!


  13. Cover des Buches Kathy und der Zauberer (ISBN: 9783934432086)
    Linda Kronrat

    Kathy und der Zauberer

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Hexipexi

    Das Cover ist wunderschön gestaltet. Dafür hätte ich auch noch einen Stern mehr vergeben.

    Auf gut 160 Seiten wird die Geschichte von Kathy erzählt. Anfangs etwas hochnäsig entwickelt sie sich zur Helferin.

    Die Kapitel sind angenehm kurz gehalten.

    Das Buch ist teils illustriert und mit Fotografien versehen, wobei letztere leider z.T. etwas dunkel geraten sind, aber das stört nicht, da schließlich die Geschichte im Vordergrund steht.

    Kathys Eltern wurden vom Zauberer entführt. Helfen kann ihr nur der Weise vom heiligen Berg. Doch der Weg dahin ist lange und birgt natürlich jede Menge Gefahren.

    Das Buch ist flüssig, unterhaltsam und spannend geschrieben.

    Es werden Werte vermittelt. Eine Leseempfehlung.

  14. Cover des Buches Das Herz ihrer Tochter (ISBN: 9783492263764)
    Jodi Picoult

    Das Herz ihrer Tochter

     (389)
    Aktuelle Rezension von: Tintenklex

    "Das Herz ihrer Tochter" hat Jodi Picoult zu einer meiner Lieblingsautorinnen gemacht! Sie schafft es - scheinbar mühelos - dass der Leser schon nach kurzer Zeit ins Nachdenken kommt und alles zu hinterfragen beginnt. Die Handlungen der Personen im Buch und dadurch gezwungenermaßen auch unsere eigenen Handlungen. Unsere Gesellschaft. Die Welt in der wir leben. Man könnte meinen, dieses Buch würde "die Guten" und "die Bösen" klar voneinander trennen - immerhin reden wir hier über einen Mörder. Doch das Gegenteil ist der Fall. Es gibt kein schwarz und weiß - der Leser soll sich seine eigene Meinung bilden. Der Stoff geth wirklich unter die Haut und lässt einen nicht los, auch lange nachdem man das Buch beendet hat. Großartig erzählt!

  15. Cover des Buches Winterleuchten am Liliensee (ISBN: 9783957346612)
    Elisabeth Büchle

    Winterleuchten am Liliensee

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Klusi

    Schon das Cover dieses Buches wirkt auf mich ungemein anziehend und stimmungsvoll. Die wunderbare Landschaft auf dem Titelbild weckte in mir den Wunsch, den Roman lesen zu wollen. Die Stimmung hat mich sofort gefangen genommen, denn als ich mit dem Lesen begonnen habe, war auch hier, vor meiner Haustür, alles dick verschneit. Ich lese ja sehr gerne zur Jahreszeit passend, und hier bin ich voll auf meine Kosten gekommen, denn die Reise im Roman führt in den winterlichen Schwarzwald.

    Lisas Ankunft bei der Familie Vogel ruft einige Missverständnisse hervor, denn Charlotte Vogel erwartete eigentlich ihr sechsjähriges Patenkind und keine erwachsene junge Frau. Trotzdem nimmt sie Lisa herzlich bei sich auf, und diese hat nach kurzer Zeit fast das Gefühl, zur Familie zu gehören. Anders sehen es teilweise Charlotte Vogels Söhne, vor allem ihr Ältester ist sehr skeptisch und unterstellt Lisa unlautere Beweggründe für ihr Erscheinen. Das ist kein Wunder, denn er hat in der Vergangenheit eine schwere Enttäuschung erlitten, die seine Seele verletzt und sein Vertrauen untergraben hat. Hierin sind sich Robert und Lisa ähnlich, denn auch die junge Frau hat einiges aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Je mehr man über die Gründe des Missverständnisses erfährt, umso besser kann man Lisa verstehen. Bei den Vogels fühlt sie sich einerseits sehr wohl und irgendwie geborgen, aber da ihr klar ist, dass ihr Aufenthalt begrenzt ist, erfüllt sie das mit Wehmut.

    Obwohl Robert ihr gegenüber sehr ablehnend reagiert, begleitet Lisa ihn auf einer Bergtour. Unverhofft geraten die beiden in einen Schneesturm. In einer eingeschneiten Schutzhütte, abgeschnitten von der restlichen Welt, wird beiden vieles klar. In gegenseitigem Verständnis können sie ihre seelischen Verletzungen als einen Teil von sich akzeptieren und endlich heilen lassen.

    Währenddessen ist der Rest der Familie voller Sorge. Nur Johann, Charlottes Schwiegervater und somit der Großvater der Vogel-Söhne, bleibt gelassen. Wieso hatte ich nur immer wieder das Gefühl, dass er einen tieferen, klareren Blick auf seine Mitmenschen hat als der Rest der Familie? Mit seiner etwas kauzigen Art habe ich den alten Herrn schnell ins Herz geschlossen, und auch Lisa geht es da nicht anders. Wohin die Geschichte führt, das möchte ich natürlich nicht weiter ausführen, denn das sollte jeder selbst lesen.

    Ich kann nur sagen, dass mir die Charaktere alle sehr gefallen haben, wenn auch Charlotte mit ihren Verkupplungsversuchen etwas übertreibt und für zusätzliche Missverständnisse sorgt, so ist sie doch eine sehr sympathische Frau mit dem Herzen auf dem rechten Fleck.

    Wie ich es gar nicht anders erwartet habe, so schreibt Elisabeth Büchle auch hier wieder wunderbar kurzweilig und fesselnd und dabei sehr einfühlsam. Sie hat den Zeitgeist der 1960er Jahre sehr schön eingefangen, und die landschaftlichen Beschreibungen tun ein Übriges, mich zu begeistern. Die Autorin schreibt Romane mit christlichem Hintergrund. Aber ihre Geschichten sind nicht nur Gläubigen vorbehalten, denn die religiösen Botschaften und Elemente sind ganz selbstverständlich und natürlich in den Roman eingebunden und stellen einen festen Bestandteil im Alltag der Protagonisten dar.

    Der Roman hat mir viele schöne, wohltuende Lesestunden beschert, denn er bietet nicht nur unterhaltsame Lektüre, sondern lädt ein, über das Gelesene nachzudenken. Die Autorin hat auch wieder einige tiefgründige Themen in die Handlung verpackt. Am Ende habe ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge von der liebenswerten Familie Vogel verabschiedet. Das weinende Auge, weil die Geschichte schon ausgelesen war, das lachende Auge, weil der Schluss schon einen kleinen Hinweis auf eine Fortsetzung enthält. Auf der Website von Elisabeth Büchle habe ich dann auch gelesen, dass „Winterleuchten am Liliensee“ den Auftakt für eine neue Reihe darstellt. Es wird also wahrscheinlich ein „Wiedersehen“ mit den sympathischen Menschen geben, die ich im Lauf des Romans direkt liebgewonnen habe, und ich freue mich sehr darauf.

  16. Cover des Buches Die Kreuzträgerin (ISBN: 9783038480518)
    Lydia Schwarz

    Die Kreuzträgerin

     (23)
    Aktuelle Rezension von: coala_books

    Ein faszinierendes und zugleich erschreckendes Zukunftsszenario wird in “Die Kreuzträgerin” gezeichnet. Eigentlich ist alles großartig in dieser Zukunft, in der es keine Arbeitslosigkeit und keine Krankheiten mehr gibt. Alles ist nach einem großen Krieg streng reguliert und und das Vorsorgesystem ist lückenlos. Allerdings muss man dafür registriert sein, was natürlich nicht jeder Mensch ist...


    Das Buch bietet ein wirklich düsteres Zukunftsszenario, welches einem doch sehr nahe geht, da es nicht wie so oft in Amerika sondern Europa angesiedelt ist. Leider wirklich alles sehr erschreckend real, auch wenn die im Buch dargestellte Form doch arg verschärft ist. Aber man erkennt Parallelen. Die verfolgten sind in diesem Buch Christen, was dann auch die christliche Dystopie erklärt. Es werden wunderbar christliche Werte vermittelt, ohne allerdings allzu Offensichtlich daher zu kommen. Im Fokus steht auf jeden Fall die spannende Geschichte und eine sehr gut dargestellte Welt. Die Gesichte kommt allerdings nicht allzu fantastisch daher, sondern bewahrt sich trotz des dystopischen Charakters eine gewisse Realität, die alles glaubhaft macht. 


    Manches wurde leider etwas schnell abgehandelt, manche Wendung hätte mehr Zeit gebraucht. Im Großen und Ganzen ist das Buch jedoch eine sehr unterhaltsame Lektüre, die zum Nachdenken anregt. Eine Perle abseits des Mainstreams, bei der der christliche Aspekt zwar gut rüber kommt, aber trotzdem nicht zu sehr, so dass das Buch jeden unabhängig vom Glauben unterhalten sollte.
  17. Cover des Buches Das Geheimnis des Tanzmeisters (ISBN: 9783775155632)
    Julie Klassen

    Das Geheimnis des Tanzmeisters

     (19)
    Aktuelle Rezension von: leseratte69
    Klappentext
    England, 1815: Der junge Tanzlehrer Alec Valcourt wagt einen Neuanfang und zieht ins beschauliche
    Beaworthy. Doch dort gibt Lady Amelia den Ton an und hat jegliches Tanzen verboten. In Amelias
    Tochter, der schönen und widerspenstigen Julia, findet Alec eine Verbündete. Julia fühlt sich von
    dem eleganten Tanzmeister angezogen. Doch warum hat dieser London verlassen? Nach und nach treten
    alte Geheimnisse ans Licht. Gelingt es Julia und Alec, Frieden mit der Vergangenheit zu schließen?

    Die Autorin
    Julie Klassen arbeitet als Lektorin für Belletristik. Sie liebt die Welt von Jane Austen und alles, was damit zu tun hat. Geschichten schreibt sie schon seit ihrer Kindheit, mit "Die Lady von Milkweed Manor" gab sie ihr Roman-Debüt. Wenn sie nicht schreibt, reist Klassen gern, recherchiert, mag lange Wanderungen und kurze Nickerchen und einen Kaffee mit Freunden. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie in Minnesota (USA).

    Meine Meinung

    Story
    Wieder einmal durfte ich ein Buch von einer meiner Lieblingsautorinnen lesen. Meine Messlatte bei den Romanen von Julie Klassen war bisher immer sehr hoch gehängt, da mich schon einige Romane von ihr begeistert haben. Hier muss ich sagen hatte ich so meine Problemchen. Das Buch braucht etwas bevor es in Fahrt kommt und leider sind auch ein paar Längen drinnen. Dennoch fand ich die
    Handlung spannend.

    Als Leser begleitet man den jungen Tanzlehrer Alec auf seinem Weg zu einem Neuanfang. Wegen privater Probleme verlässt er mit Schwester und Mutter London und zieht mit ihnen beim Onkel im beschaulichen Beaworthy ein. Doch schnell erkennt Alec das er bei den meisten Bewohnern nicht gerne gesehen ist, denn hier ticken die Uhren anders und Tanzen ist strengstens verboten.
    Als er sich dann auch noch in Julia verguckt, die Tochter der Frau, die in Beaworthy das Sagen hat und die einige gesellschaftliche Stufen über ihm steht, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

    Julie Klassen hat dieses mal ihr Augenmerk auf das Tanzen gelegt. Durch reale Zeitungsannoncen und Zitate rund ums Tanzen, aus dem frühen 19.Jahrhundert, die zu Beginn jedes Kapitels stehen, wird der Leser in die damalige Zeit versetzt. Eine Lovestory, die natürlich einige Hindernisse überwinden muss, ist mit von der Partie. Zudem spielt der Glaube an Gott wieder eine Rolle in dem Buch. Als Leser bekommt man Einblicke in die Tänze der damaligen Epoche. Ein paar Beschreibungen der Tänze und der Umgebung weniger hätten es auch getan und hätte den Längen gut zu Gesicht gestanden. Julie Klassen greift wieder viele, unterschiedliche Themen auf, was mir gut gefallen hat, wie zb. Glaube, Hoffnung, die Klassenunterschiede zur damaligen Zeit, Verrat und natürlich spielen Geheimnisse eine große Rolle.

    Schreibstil
    Wie immer schreibt Julie Klassen hervorragend. Ihr Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, bis auf die wenigen Längen. Sie schafft es mit Worten den Leser in die damalige Epoche zu versetzen. Die Kapitel sind etwas länger. Die Annoncen zu Beginn jeden Kapitels fand ich toll.

    Charaktere

    Ich muss zugeben, dass ich nicht gerne oder nur selten Romane lese, die einen männlichen Protagonisten haben, so wie das hier der Fall war. Dennoch mochte ich Alec sehr. Auch die anderen Charaktere sind sympathisch vor allem Alecs Schwester Aurora, Patience und Julia mochte ich sehr. Julie Klassen verleiht ihren Charakteren immer sehr viel Tiefe und lässt sie sehr authentisch rüberkommen.

    Mein Fazit


    Wieder ein gutes Buch aus der Feder von Julie Klassen. Dennoch habe ich diesmal auch etwas zu kritisieren und zwar, dass es diesmal ein paar Längen gibt (zu viel rund ums Tanzen und viele Landschafbeschreibungen) aber dennoch war Spannung da und die Handlug hat mich gefesselt.
    Ich vergebe hier vier von fünf Sternen  und eine Leseempfehlung für Julie Klassen Fans.
  18. Cover des Buches Die Siedler von Catan (ISBN: 9783404153961)
    Rebecca Gablé

    Die Siedler von Catan

     (435)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Die beiden Ziehbrüder Candamir und Osmund leben in einem Dorf an der Küste Norwegens. Es ist ein karges und entbehrliches Leben und die Bewohner des Dorfes leben von ihren mageren Schafherden und dem, was sie im Meer fangen. Doch eines Tages fällt das Dorf einem blutigen Überfall benachbarter Wikingerstämme zum Opfer, der dann schließlich dass Fass zum Überlaufen bringt. Die Dorfgemeinschaft beschließt ihre bisherige Heimat zu verlassen, und sich mit ihren Drachenbooten auf die Suche nach einem neuen Land zu machen, wo sie in Ruhe und ohne Entbehrungen siedeln können. Auf dem gefährlichen Weg in die neue Heimat geraten die Boote der Siedler jedoch in einen schweren Sturm und die Fluten der Meere drohen diese zu verschlingen. Doch schließlich, nachdem sie den Sturm überstanden haben, werden sie schließlich an den Ufern der sagenumwobenen Insel Catan angespült. 

    "Die Siedler von Catan" war mein erstes Buch von Rebecca Gablé und der Schreibstil hat mich sofort in seinen Bann geschlagen. Er ist angenehm und einfach, ohne platt zu werden, aber auch unglaublich bunt und fruchtig und untermalt die Geschehnisse wunderbar. Auch mangelte es die ganze Geschichte über nicht an Spannung. Der Spannungsbogen baute sich immer wieder auf, bis er dann in einzelnen Geschehnissen entladen wurde. So kommt man flott durch das Buch. Die Protagonisten sind meiner Meinung nach sehr schön ausgearbeitet. Sie sind sehr abwechslungs- und facettenreich und wirken nicht unauthentisch. Besonders Candamir und Osmund waren mir sehr sympathisch. Auch wenn das Buch jetzt nicht sehr viele historische Hintergründe hat, war die Geschichte sehr abwechslungsreich und umfangreich. Auch fand der frühe Konflikt zwischen dem frühen Christentum und den damaligen heidnischen Naturreligionen Eingang in die Handlung, was mich sehr interessierte. Ein wenig überraschen konnte mich schließlich das Ende. Zwar erwartete ich kein klassisches Friede-Freunde-Kokosnuss-Ende, doch das Ende, wie es nun wirklich ist, kam für mich persönlich unerwartete, was aber nicht minder positiv ist. 

    Letztendlich ist das Buch einer der besten historischen Romane die ich je gelesen habe und konnte mich für Rebecca Gablé begeistern. Das Buch ist eine wirklich große Empfehlung an alle Leserinnen und Leser von historischen Romanen, auch wenn die Geschichte etwas unkonventionell ist. Ich bin heute noch überrascht, wie gut es die Autorin schaffte, nach der Idee des Brettspiels einen so wunderbaren Roman zu schreiben. 

  19. Cover des Buches Luther und der Pesttote (ISBN: 9783746631899)
    Birgit Jasmund

    Luther und der Pesttote

     (23)
    Aktuelle Rezension von: BettinaLausen

    In Wittenberg bricht 1517 die Pest aus. Almuths Verlobter Tamme soll auch unter den Opfern sein, so behauptet es sein Stiefvater. Doch Almuth glaubt nicht daran. Sie versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen und bekommt dabei Unterstützung von Martin Luther. Dieser Kriminalfall ist einem echten Fall der damaligen Zeit nachempfunden und es tauchen viele historische Persönlichkeiten auf.

     

    In einem anderen Handlungsstrang wird die Geschichte Tetzels und Martin Luthers geschildert. Die Autorin hat eine tolle Idee gehabt, wie die Thesen Luthers an die Schlosskirche zu Wittenberg gekommen sind und nutzt hier die Forschungslücke geschickt aus.

     

    Insgesamt ist es spannender, mitreißender und solide recherchierte Roman. Es gibt jedoch kleine Ungereimtheiten, was Luther angeht. In dem Roman betet Luther für Verstorbene, was ein katholischer Brauch ist. Seine Thesen sprechen eine andere Sprache, nämlich von persönlicher Buße. Zudem denkt Luther an einer Stelle, dass Seelen auf ewig im Fegefeuer lodern. Laut der damaligen Vorstellung war es jedoch nur ein zeitweiliger Läuterungsort.

     

    Zudem gibt es einige Perspektivbrüche. Perspektivwechsel innerhalb von Szenen ohne Absatz, oder der plötzliche Einsatz eines allwissenden Erzählers, der sonst nicht auftaucht.

     

    Trotz dieser kleinen Ungereimtheiten, ein spannender Roman, den ich gerne gelesen habe.

  20. Cover des Buches Sierra - Der rote Faden des Lebens (ISBN: 9783957341228)
    Francine Rivers

    Sierra - Der rote Faden des Lebens

     (16)
    Aktuelle Rezension von: KleinerVampir

    Buchinhalt:

    Als Sierras Ehemann Alex einen neuen Job in Los Angeles annimmt, ändert sich schlagartig alles: Alex hat nur noch Interesse an seiner Arbeit, den neuen Kollegen und den Kreisen, in denen er sich ab sofort bewegen möchte. Sierras Meinung interessiert ihn überhaupt nicht. Im Gegenteil: er demütigt sie, wo er nur kann. Der einzige Trost für die junge Frau ist das Tagebuch ihrer Vorfahrin, die im 19. Jahrhundert mit einem Siedlertreck nach Westen gekommen ist. Schließlich erkennt Sierra, dass sie und Mary Kathryn mehr gemeinsam haben, als gedacht – und dass Gott über beide seine schützende Hand hält….

     

    Persönlicher Eindruck:

    Ein packendes Familiendrama mit viel Stoff zum Nachdenken – sowohl in der Geschichte der Gegenwart als in der aus der Vergangenheit:

    Der Roman hat zwei parallele Erzählstränge. Der eine befasst sich mit der heutigen Zeit und Sierra, ihrer Familie und ihrer Ehe, der zweite, etwas kleinere mit den Tagebuchaufzeichnungen ihrer Vorfahrin. Beide geben ihr bisheriges, gutes Leben auf, um auf Drängen ihrer Ehemänner sich auf ein gewagtes Risiko in der Fremde einzulassen.

    Sierra als Hauptfigur spielt dabei die zentrale Rolle. Charakterlich wirkt sie eher schwach und beeinflussbar. Sie sehnt sich nach Normalität und wünscht sich – im Gegensatz zu ihrem Mann Alex – nicht ständig mehr-mehr-mehr. Was ich an ihr absolut nicht nachvollziehen kann ist die Tatsache, dass sie sich nicht von ihrem Mann trennt, zurück in ihre Heimat geht und einen Schlussstrich unter alles zieht. Sie nimmt die Demütigungen und Erniedrigungen einfach hin und sucht am Ende die Schuld auch noch bei sich – bis hin zur Selbstverleugnung. Für mich absolut nicht nachvollziehbar.

    Eine Wende nimmt das Ganze, als sie aus der Ehewohnung auszieht (zumindest das!) und ihre neue Kirchengemeinde kennenlernt. Hier findet sie ein Zuhause, Geborgenheit und Verständnis – und letztendlich zu Gott.

    Auch ihre Ehe nimmt schließlich eine (wenn zugegebenermaßen auch etwas erwartbare) Wendung. In der Patchworkdecke, die ebenfalls von ihrer Vorfahrin stammt, sieht Sierra plötzlich eine Botschaft, die ihr bis zuletzt verborgen blieb. Daraufhin hat sie die Gewissheit dass sich alles wieder zum Guten wenden wird.

    Für mich als Leser war die Idee, in den Bildern des Quilts eine versteckte Botschaft zu erkennen, spannend und ein guter Einfall. Allerdings wirkt die Geschichte hinter dem „Roten Faden“, den Sierra im letzten Bild des Quilts erkennt, etwas gezwungen. Hier hätte die Autorin eine bekanntere Bibelstelle wählen sollen, mir jedenfalls war die Geschichte an dieser Stelle gänzlich unbekannt und führte nicht wirklich zum Aha-Erlebnis.

    Alles in allem eine packende Familiengeschichte, die ich nahezu verschlungen habe – eine absolute Leseempfehlung!

  21. Cover des Buches His Dark Materials (ISBN: 9781841593425)
    Philip Pullman

    His Dark Materials

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    „His Dark Materials“ von Philip Pullman ist einer der Kinderbuchklassiker unserer Zeit. Die Trilogie gewann zahlreiche bedeutende Preise, wurde für Film, Fernsehen und die Bühne adaptiert und erzielte in den USA ähnliche Verkaufszahlen wie „Harry Potter“. Die drei Bände „Northern Lights“, „The Subtle Knife“ und „The Amber Spyglass” wurden von 1995 bis 2000 veröffentlicht. Obwohl die Geschichte somit über 20 Jahre alt ist und zeitlich genau in meine Kindheit fällt, wuchs ich nicht mit ihr auf. Ich entschied, die Lektüre als Erwachsene nachzuholen und erwarb diesen wunderschönen Sammelband.


    In einem Paralleluniversum, in einer Welt, die der unseren ähnlich und doch ganz anders ist, wächst Lyra unter den Gelehrten des Jordan College in Oxford auf. Stets begleitet von Pantalaimon, ihrem Seelengefährten und Dæmon, verbringt sie ihre Kindheit unbeschwert in den verwinkelten alten Gemäuern. Mit ihrem besten Freund, dem Küchenjungen Roger, erlebt sie so manches Abenteuer in den verstaubten Gängen und auf den erhabenen Dächern des Colleges. Ihr mangelt es an nichts. Lyra ist glücklich. Doch ein Schatten droht, ihr Glück zu verdunkeln. Besorgte Gerüchte erreichen Oxford. Ängstlich flüstert man von den Gobblern, die durch das Land ziehen und wahllos Kinder rauben. Lyra schwört, sich niemals stehlen zu lassen und plant bereits ihren heroischen Kampf gegen die Entführer. Es trifft jedoch nicht sie, sondern Roger. Wild entschlossen, ihren besten Freund zurückzubringen, schließt sie sich den Gyptern an, dem fahrenden Volk, das auf den Flüssen Englands zuhause ist und ebenfalls Kinder an die Gobbler verlor. Es ist der Beginn einer fantastischen Reise, während derer Lyra Freundschaft mit Panzerbären, Hexen und mutigen Abenteurern schließt, die Grenzen ihres Universums hinter sich lässt und das Zünglein an der Waage eines gewaltigen Krieges um das Schicksal aller Welten sein wird.


    Ich bin der einsamste Mensch der Welt. Ich glaube, ich bin die einzige Person auf diesem Planeten, die „His Dark Materials“ nicht bezaubernd fand. Vielleicht stimmt etwas nicht mit mir. Ich bin fest davon ausgegangen, dass ich die Geschichte mögen würde, ich hatte überhaupt keine Zweifel daran. Pustekuchen. Was ist da nur schiefgegangen? Ich bin erschüttert. Ich verstehe nicht, wieso ich keinen Zugang zu der Trilogie fand, obwohl ich mich anstrengte und abrackerte, immer wieder Anlauf nahm, mir der Rhythmus der Geschichte jedoch verschlossen blieb, sodass ich nie in ihr ankam. Mir fehlte der magische Sog, der so viele Kinderbücher auszeichnet. Ich konnte mich mental nicht in Philip Pullmans Multiversum hineindenken und war nicht fähig, Beziehungen zu den Figuren aufzubauen. Stattdessen erschien mir das gesamte Werk langatmig und zäh wie eine alte Schuhsohle. Es kam mir vor, als hätte sich Pullman nicht entscheiden können, ob er nun ein abenteuerliches Kinderbuch oder eine theologisch-philosophische Abhandlung schreiben wollte. Der Autor wurde für den angeblich anti-religiösen Ton der Romane scharf kritisiert, besonders von der katholischen Kirche in den USA. Wie irgendjemand auf die Idee kommen kann, „His Dark Materials“ als anti-religiös zu bezeichnen, entzieht sich meinem Verständnis. Natürlich ist es ein kontroverses Werk, das sich von den Lehren der christlichen Kirche distanziert, demzufolge lautet der richtige Begriff allerdings anti-institutionell, keinesfalls anti-religiös. Pullman bespricht zahlreiche religiöse Motive und betont die schlichte Schönheit des Glaubens, wird er nicht vom Klerus gesteuert und beschnitten. Intellektuell und theoretisch weiß ich diese Herangehensweise als faszinierend zu schätzen – praktisch und emotional blieb sie mir leider völlig suspekt. Ich konnte mit dem Auftauchen von Engeln, einer göttlichen Vaterfigur und der Verarbeitung des biblischen Sündenfalls überhaupt nichts anfangen. Es war mir alles zu viel, zu gewichtig und zu symbolisch. Ich vermisste Leichtigkeit, Spannung und Witz, war von der verbissenen, künstlichen, geballten Kritik der Geschichte abgeschreckt. Ich quälte mich mühsam durch die Lektüre und sah nur selten einen Lichtblick. Beispielsweise mochte ich das Konzept der Dæmons als ausgelagertes, externes Stück der Seele eines jeden Menschen, hätte dieses aber ohne die Einleitung meiner Ausgabe wohl nicht oder erst spät verstanden. Auch sympathisierte ich mit vielen Figuren, war von ihrer jeweiligen Rolle in der Geschichte jedoch nicht begeistert. Der Panzerbär Iorek Byrnison und der Aeronaut Lee Scoresby sind tolle, liebenswerte Charaktere, doch ihre Beziehung zur Protagonistin Lyra, die ich ohnehin nicht mochte, konnte ich nicht nachvollziehen. Es war wie verhext: ich entdeckte in „His Dark Materials“ einiges, was mir für sich genommen gefiel, nur im Rahmen der Geschichte überzeugten mich diese Elemente nicht und halfen mir nicht, mich durch diesen dicken Wälzer zu kämpfen.


    Am Ende einer enttäuschenden Kinderbuch-Lektüre stellt sich natürlich immer die Frage, ob die Geschichte auf mich anders gewirkt hätte, hätte ich sie gelesen, als ich noch zur Zielgruppe gehörte. Im Fall von „His Dark Materials“ glaube ich das nicht. Ich wäre zwar nicht in der Lage gewesen, die vielen kritischen Nuancen der Trilogie zu benennen, aber ich hätte wahrgenommen, dass da etwas zwischen mir und der Geschichte steht. Ich bezweifle stark, dass ich im Alter zwischen 6 und 11 Jahren Spaß mit Lyras Abenteuern gehabt hätte, weil sie eben einfach nicht abenteuerlich genug geschrieben sind. Ein Kinderbuch, das lediglich von Erwachsenen verstanden werden kann, verfehlt meiner Meinung nach das Ziel. Nun gut. Es hat nicht sein sollen. Das ist sehr schade und ich bin immer noch völlig perplex, wie sich diese Lektüre für mich gestaltete, doch damit muss ich jetzt leben. Es ist ja nicht meine erste unpopuläre Buchmeinung, die ich in Zukunft beständig verteidigen muss. Ich habe Übung darin, der einsamste Mensch der Welt zu sein.

  22. Cover des Buches Entführung ins Glück (ISBN: 9783957346407)
    Kristi Ann Hunter

    Entführung ins Glück

     (17)
    Aktuelle Rezension von: InaRom

    Inhaltsangabe zu "Entführung ins Glück"

    England, 1812: Da für Lady Miranda kein standes gemäßer Ehemann in Sicht ist, vertraut sie ihren Kummer Briefen an, die an einen verschollenen Freund ihres Bruders adressiert sind. Einen Freund, dem sie nie begegnet ist und der die Briefe natürlich nie erhalten soll. Doch als Marlow, der neue, geheimnisvolle Kammerdiener ihres Bruders, unwissentlich einen dieser Briefe verschickt, ist Miranda zunächst schockiert - denn der Verschollene antwortet. Nach und nach entwickelt sich eine tiefe Brieffreundschaft. Ob Miranda doch noch auf die Erfüllung ihres Traumes hoffen darf?

    Das erste was man sieht, ist ein schönes gebundenes Buch, mit einem ansprechenden Cover. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, angenehm und sehr unterhaltsam. Die Geschichte erinnert ein wenig an die guten alten cineastischen Verwechslungskomödien mit witzigen Dialogen und der Aussage: Was sich liebt, das neckt sich! Man fühlt und leidet mit der Protagonistin Miranda, die immer im Schatten ihrer jüngeren und vermeintlich hübscheren Schwester steht. Und man freut sich, dass sich im Laufe der Geschichte das Blatt zu wenden beginnt. Miranda kann ihren Mut und ihre Leidenschaft unter Beweis stellen. Ich bin in das England 1812 eingetaucht und habe mich herrlich unterhalten. Vielleicht hätte man den offensichtlichen Bösewicht, der natürlich nicht fehlen darf, etwas bedeckter halten können. 

  23. Cover des Buches Wer sein Herz riskiert (ISBN: 9783868277074)
    Tamera Alexander

    Wer sein Herz riskiert

     (16)
    Aktuelle Rezension von: KleinerVampir

    Buchinhalt:

    Nashville, Tennessee 1871. Die junge Alexandra, Tochter aus wohlhabendem Elternhaus, hat ihren Verlobten David bei einem tragischen Eisenbahnunglück verloren. David war Lehrer und hat ehemalige Sklaven unterrichtet, genau das möchte auch Alexandra. So bewirbt sie sich an der Fisk-Universität, einer Schule für Schwarze. Alexandras Vater ist strikt dagegen, das geht so weit, dass er seine eigene Tochter vor die Türe setzt. Doch Alexandra hält an ihrem Vorhaben fest – und erfährt Unterstützung von Sylas Rutledge, einem Eisenbahnbesitzer aus Colorado….

     

    Persönlicher Eindruck:

    Tamera Alexander ist immer ein Garant für spannende und berührende Geschichten mit christlichem Aspekt. So auch hier – auf Basis einer wahren Begebenheit spinnt sie eine Romanhandlung, die den Leser buchstäblich an die Seiten fesselt.

    Schauplatz der Geschichte sind die amerikanischen Südstaaten nach dem Ende des Bürgerkriegs. Die schwarzen Sklaven sind nun frei und haben mit der Fisk-Missionsschule die Möglichkeit, sich Bildung anzueignen. Lesen und Schreiben zu können macht frei – so sind Alexandras Klassen gefüllt von fleißigen Schülern.

    Alexandra selbst ist eine toughe junge Frau, die ihren eigenen Weg gehen und sich nicht dem Zwang ihres Vaters unterordnen will. Die arrangierte Ehe mit einem reichen aber viel älteren Mann lehnt sie ab und stellt ihr Wissen in den Dienst der Allgemeinheit. Der Roman macht an vielen Stellen deutlich, dass auch nach dem Krieg die Schwarzen als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden: sie dürfen nicht in denselben Eisenbahnabteilen reisen, Lehrerin in einer Freigelassenen-Schule zu sein ist ein gesellschaftlicher Makel. Ja sogar Hotels verweigern farbigen Besuchern eine Übernachtung.

    Sylas Rutledge hingegen ist ein Mann aus Colorado. Er kommt aus dem (wilden) Westen, kennt sich nicht ganz so mit Etikette aus aber hat das Herz auf dem richtigen Fleck. Viele gesellschaftliche Zwänge stellen sich ihm gar nicht und so erfährt Alexandra trotz der Vergangenheit, die zwischen den beiden steht, seine Hilfe.

    Die Fisk-Universität und ihren Chor „Jubilee Singers“ hat es wirklich gegeben – auch die Plantage Belle Meade. Schon allein das Wissen hiervon macht die Kulisse des Romans plastisch und spannend. Die handelnden Personen sind detailreich angelegt, es ist, als wäre man als Leser selbst mit dabei.

    Der christliche Aspekt ist angenehm und maßvoll in die Geschichte eingearbeitet und bringt den Leser immer wieder dazu, nachzudenken und innezuhalten.

    Alles in allem eine absolute Leseempfehlung mit liebevoll gezeichneten Charakteren vor geschichtlichem Hintergrund. Volle Punktzahl!

  24. Cover des Buches Weiter als der Ozean (ISBN: 9783957347053)
    Carrie Turansky

    Weiter als der Ozean

     (23)
    Aktuelle Rezension von: gusaca

    London, 1909: Als die Witwe Edna McAlister schwerkrank ins Krankenhaus eingeliefert wird, müssen ihre jüngsten drei Kinder ins Waisenhaus. Ihre ältere Schwester Laura arbeitet als Kammerzofe auf dem Land. Als sie von der Situation der Familie erfährt, versucht sie das Sorgerecht für ihre GEschwister zu bekommen. Doch diese wurden schon nach Kanada verschifft , um dort als Arbeitskräfte an Familien vermittelt zu werden. Laura reist ihnen hinterher und erhält Hilfe von unerwarteter Seite.

    Dieser Roman schildert sehr eindrücklich die Situation armer Familien im damaligen England. Kinder hatten keine Rechte und wurden als billige Arbeitskräfte vermittelt und oft mißhandelt. Der historische Hintergrund wird gekonnt in die GEschichte  eingearbeitet, die auf wahren Begebenheiten basiert. Die Charakterentwicklung der Hauptpersonen  ist sehr gelungen und die damaligen Standesunterschiede spiegeln sich darin gut wieder. Der christliche Glaube einzelner Personen spielt immer wieder in die Handlung hinein und führt zu bestimmenden Wendungen. An der ein oder anderen Stelle hat die Handlung einige Längen. Allerdings veranschaulichen gerade diese die erschütternden Einzelschicksale der Kinder.  Ich finde es gut, das es noch eine Fortsetzung geben wird. Denn die Geschichte hat bis jetzt nur ein vorläufiges Ende und alle Schicksale sind dem LEser noch nicht offenbart worden.



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