Bücher mit dem Tag "christlich"
388 Bücher
- William Paul Young
Die Hütte
(629)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaSchon lange hatte ich dieses Buch im Regal stehen, habe mich aber nie so richtig daran getraut, schließlich geht es hier um ein wirklich ernstes und auch sehr tiefgründiges Thema, welches nicht immer ganz leicht zu verstehen ist.
So geht es hier im ersten Teil darum, wie Mackenzie seine Tochter verliert und in ein tiefes Loch fällt. Im zweiten Teil, der um einiges länger ist, geht es um ein Treffen mit der heiligen Dreifaltigkeit in einer Hütte im Wald. Diese kommt in Gestalt einer schwarzen, mütterlichen Frau, eines palästinensisch aussehenden, jungen Mannes und einer asiatischen, ätherisch wirkenden Frau daher, die sich als Gott selbst, Jesus und den Heiligen Geist herausstellen. In zahlreichen, tiefgründigen Gesprächen lernt Mackenzie dabei die drei immer besser kennen, verstehen und findet immer mehr zurück zum Glauben und vor allem zum Vertrauen in Gott. Es geht aber auch um Vergebung, um Liebe und Gemeinschaft mit Gott, Jesus und dem Heiligen Geist. Diesbezüglich macht Mackenzie eine sehr emotionale Reise, die ihn nicht unbedingt zu einem besseren Mann macht, aber zu einem Mann mit Hoffnung, der sich nicht mehr von seiner Trauer verschlingen lässt.
Geschrieben empfand ich das Buch dabei als wirklich gut, vor allem die Zitate vor jedem Kapitel haben wirklich viel Aussagekraft und leiten das jeweilige Kapitel gut ein. Ich fand aber auch, dass der Fokus im Buch sehr auf Dialogen und Gesprächen lag, die vielleicht nicht unbedingt jeder versteht, die aber auch sehr zum Nachdenken anregen, gerade, wenn man noch keine innige Beziehung mit Gott führt und ihn oftmals nicht versteht. Was mir allerdings gefehlt hat, war ein kleiner Teil, der die sogenannte „Große Traurigkeit“ gezeigt hätte, um Macks Innenleben noch besser zu verstehen. Stattdessen geht es gleich nach dem Verschwinden von Milly mit dem Besuch in der Hütte weiter. Ansonsten war die Geschichte aber, trotz des traurigen Themas, super schön und hat mir persönlich einige neue Erkenntnisse gebracht.
Alles in allem hat dieses Buch, obwohl ich nicht komplett überzeugt davon war, wirklich viel Aussagekraft über den Glauben selbst, aber auch über die Beziehung zu Gott, und eventuell findet der eine oder andere dadurch noch etwas Zugang zu diesem Thema, wenn sie oder er sich dafür öffnet. Ich glaube aber auch, dass das Thema leider nicht jeden interessieren wird.
- Philip Pullman
His Dark Materials
(32)Aktuelle Rezension von: Library_of_MandyPhilip Pullmans His Dark Materials ist eine der faszinierendsten Fantasy-Reihen der modernen Literatur. Die Trilogie, bestehend aus Der goldene Kompass, Das magische Messer und Das Bernstein-Teleskop, entführt Leser*innen in eine vielschichtige Welt voller philosophischer Tiefe, wissenschaftlicher Neugier und epischer Abenteuer.
Im Mittelpunkt steht Lyra Belacqua, ein wildes, kluges und mutiges Mädchen, das in einem alternativen Oxford aufwächst. Ihre Reise beginnt, als sie sich in eine Verschwörung verstrickt, die mit mysteriösen Experimenten an Kindern und einer geheimnisvollen Substanz namens "Staub" zusammenhängt. Auf ihrer Suche nach der Wahrheit begegnet sie nicht nur Panserbjørne (gepanzerte Eisbären) und Hexen, sondern auch Will Parry, einem Jungen aus unserer Welt, mit dem sie ein unzertrennliches Band knüpft.
Pullmans Schreibstil ist poetisch und kraftvoll. Er erschafft eine Welt, die nicht nur magisch, sondern auch intellektuell anregend ist. Seine Kritik an dogmatischer Religion, verpackt in eine mitreißende Coming-of-Age-Geschichte, macht die Trilogie sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene lesenswert. Besonders beeindruckend ist die Darstellung der Dæmonen – tierische Begleiter der Menschen, die ihre Seelen widerspiegeln. Dieses Konzept ist nicht nur erzählerisch originell, sondern auch eine tiefsinnige Metapher für Identität und Selbstfindung.
Während Der goldene Kompass noch klassische Fantasy-Elemente aufweist, öffnet Das magische Messer die Tür zu einer komplexeren, düstereren Welt. Das Bernstein-Teleskop schließlich führt die Erzählung zu einem philosophischen Höhepunkt, der emotional herausfordert und lange nachhallt.
Die Gesamtausgabe von His Dark Materials ist eine literarische Kostbarkeit. Sie versammelt nicht nur drei der besten Fantasy-Romane unserer Zeit, sondern erinnert uns auch daran, dass wahre Abenteuer oft in der Suche nach Wissen und Wahrheit liegen. Eine absolute Empfehlung für alle, die sich nach einer intelligenten, vielschichtigen und emotional bewegenden Geschichte sehnen.
- Justin Cronin
The Passage (English Edition)
(38)Aktuelle Rezension von: Wortmagie„The Passage“ von Justin Cronin ist ein Reread. Ich habe den Auftakt der gleichnamigen Trilogie 2011 schon einmal als „Der Übergang“ gelesen. Für mich stand nie Frage, dass ich „The Passage“ weiterverfolgen würde, aber die langwierige Veröffentlichungsgeschichte der deutschen Folgebände verzögerte dieses Vorhaben und schadete meinen Erinnerungen erheblich. Als das Finale 2018 als deutsches Taschenbuch erschien, wusste ich, dass ich von vorn beginnen musste. Während der Wartezeit veränderte sich allerdings mein Leseverhalten, sodass ich auf die deutschen Ausgaben nicht mehr angewiesen war. Amazon verführte mich mit einem günstigen E-Book-Deal für die gesamte Trilogie in Englisch und ich startete einen zweiten Anlauf mit „The Passage“ im Original.
Peter Jaxon hat noch nie die Sterne gesehen. Er wurde in einer Kolonie in Kalifornien geboren, in der es niemals dunkel wird. Dicke Mauern und mächtige Strahler, die die Nacht taghell erleuchten, bieten Schutz vor den blutgierigen Monstern der Dunkelheit: Virals. Die animalischen Infizierten erinnern kaum an die Menschen, die sie einst waren. Angeblich waren die ersten Virals das Ergebnis eines fehlgeschlagenen Militär-Experiments vor beinahe 100 Jahren. Heute beherrschen sie die USA. Vielleicht sind die wenigen Familien, die in der Kolonie Zuflucht fanden, die letzten Überlebenden. Doch eines Tages entdecken die Wachen vor den Toren ein kleines Mädchen. Sie ist allein und etwa sechs Jahre alt. Niemand weiß woher sie kam. In ihrem Nacken befindet sich ein Chip, dessen gespeicherte Informationen eine verwirrende Geschichte erzählen. Das Mädchen heißt Amy und war Teil des gescheiterten Experiments, das die Virals erschuf. Der Chip sendet ein Signal. In der Hoffnung, Antworten und weitere Überlebende zu finden, beschließen Peter und seine Freunde, es bis zu seinem Ursprung zurückzuverfolgen. Amys plötzliches Auftauchen muss etwas bedeuten. Könnte sie die Rettung der Menschheit sein?
Ich möchte gleich zu Beginn meiner Rezension zu „The Passage“ darauf hinweisen, dass meine Inhaltsangabe lediglich einen Bruchteil der Handlung des Trilogieauftakts abdeckt. Ich habe mit anderen, umfangreicheren Versionen herumgespielt, aber es stellte sich heraus, dass jede Annäherung an den vollständigen Inhalt jeglichen Rahmen sprengte. Daraus könnt ihr ableiten, wie komplex die Geschichte ist, die Justin Cronin erzählt. Der erste Band teilt sich in zwei Zeitabschnitte: zuerst erleben die Leser_innen den Ausbruch der ursprünglichen zwölf Virals und den daraus resultierenden Zusammenbruch der modernen Zivilisation; danach folgt ein enormer Zeitsprung von knapp 100 Jahren in die Zukunft, der die kläglichen Überreste der Menschheit in der von Virals dominierten USA fokussiert. Klingt simpel, ist es aber nicht. Cronin liebt Details. Er ist ein penibler, perfektionistischer Autor, der keine Gelegenheit auslässt, exakte Beschreibungen einzuarbeiten und sein Epos groß aufzuziehen. Seine Zukunftsvision bietet eine spannende Perspektive auf den Vampirmythos, denn Virals sind im Grunde nichts anderes als äußerst grässliche Blutsauger, Glitzereffekt ausgeschlossen. Trotz dieser scheinbar übernatürlichen Thematik ist „The Passage“ vorstellbar und glaubwürdig. Cronin präsentiert fundiert wirkende wissenschaftliche Erklärungen, aus denen sich ein durchaus realistisches Szenario ergibt. Wer weiß schon, womit die Militärs dieser Welt im Geheimen herumpfuschen? In diesem Fall glaubte die US-Armee, sie hätte ein Allheilmittel gegen Krankheiten und den Tod gefunden. Sie injizierten zwölf Todeszelleninsassen ein Virus aus dem bolivianischen Dschungel und hofften auf einen medizinischen Durchbruch. Natürlich ahnten sie nicht, was sie erschufen. Auf gewisse Weise wurden ihre Hoffnungen sogar erfüllt, denn Virals sind albtraumhafte Spitzenprädatoren – unsterblich, beinahe unverwundbar und Menschen in vielerlei Hinsicht überlegen. Mich gruselte vor allem ihre primitive, inhumane Schwarmintelligenz. Diese Monster ließ die Army auf die Welt los, weil sie zu arrogant waren, um zu begreifen, dass ihre Kontrolle über die Virals lediglich Illusion war. Die explosive Eskalation, die Cronin beschreibt, erschien mir vollkommen plausibel. Diesen ersten Part der Geschichte fand ich rasant, atemlos und ausgesprochen aufregend. Mit dem Übergang zum zweiten Part flacht der Spannungsbogen jedoch abrupt ab. Cronin nimmt sich viel Zeit, um die Situation der Kolonie zu etablieren und ergeht sich in langatmigen Darstellungen des Alltags der neuen Figuren, die ich dadurch allerdings intim kennenlernte. Ich bin sicher, sie alle zuverlässig einschätzen zu können. Die Spannungskurve nimmt erst wieder Fahrt auf, als Peter und seine Freunde die Kolonie verlassen, um den Ursprung von Amys Chipsignal ausfindig zu machen. Ihre Reise ist der Beginn der grundlegenden Geschichte: der aktive Kampf um das Überleben der menschlichen Spezies.
Als ich vor acht Jahren „Der Übergang“ las, war ich überwältigt. Diese Euphorie konnte ich mit der Lektüre von „The Passage“ zwar nicht wiederbeleben, doch das werfe ich Justin Cronin nicht vor. Ich habe seitdem eine Menge Dystopien und postapokalyptische Romane gelesen, weshalb es deutlich schwerer ist, in mir dieselbe Begeisterung zu entfachen. Nichtsdestotrotz beeindruckte er mich mit der gewaltigen, Spannungstiefs rechtfertigenden Dimension seiner Geschichte und der überzeugenden Umsetzung seiner interessanten Ideen. Seine Penibilität gefällt mir, weil ich das Gefühl habe, mich jeder Zeit auf seine Autorität als Autor verlassen zu können. Der einzige kleine Hickser in einem sonst stimmigen Buch ist der nicht zu leugnende christlich-religiöse Einschlag, mit dem ich als Atheistin nichts anfangen kann. Solange dieser jedoch diskret bleibt, werde ich mich daran nicht stören. Eine Vampir-Postapokalypse ist einfach faszinierend, christliche Motive hin oder her.
- C. S. Lewis
Pardon, ich bin Christ
(28)Aktuelle Rezension von: Liebes_BuchC. S. Lewis hat einen unerträglichen Schreibstil, finde ich. Um mit seinen eigenen Worten zu sprechen: "Der Gedanke löst sich in blosses Wortgeklingel auf." Seine Ausführungen sind für mich persönlich zu verschwurbelt und vertheoretischt mit teilweise an den Haaren herbeigezogenen Vergleichen.
Trotzdem ist dieses Buch besser als andere von ihm. Hier finden sich zwischen dem Geschwurbel wirkliche Geistesblitze, die zum Nachdenken inspirieren. Besonders beim Thema "Gut und Böse".
Für mich hat sich deshalb das Lesen gelohnt. Aber der Schreibstil ist wirklich unmöglich, ich bin immer fassungslos, weil er doch ein berühmter Schriftsteller ist.
Regelrecht abgestossen hat mich seine Charakterbewertung von Soldaten im Schützengraben. Das Buch erschien 1955 und man muss also bedenken, dass das noch eine kriegsverherrlichende Generation war. Weil aber auch heute noch traumatisierte Soldaten schlecht behandelt werden, sollte man diese Textstellen vielleicht einfach streichen. Eine Todesangst im Schützengraben stelle ich mir jedenfalls nicht übertrieben oder krank vor. Im Krieg angst zu haben, finde ich normal und gesund. - Lynn Austin
Ein Koffer voller Träume
(17)Aktuelle Rezension von: FarbenfroheladyDie drei Schwestern könnten unterschiedlicher kaum sein. Elin, die verantwortungsbewusste, Kristen, die Abenteuerlustige und Sofia, die schüchterne wachsen in Schweden auf. Elin verbirgt, seit langem ein dunkles Geheimnis, als sich die Lage zuspitzt, bleibt ihr keine andere Wahl. Sie packt ihre Schwestern und flieht nach Amerika. Der erhoffte Neuanfang fällt ins Wasser. Können sich die drei ihren neuen Herausforderungen stellen? Finden sie doch noch ihr Glück?
Da, ich auch die älteste bin, konnte ich mich gut in Elin hineinversetzten. Als älteste trägt man sowieso eine gewisse Verantwortung, für die jüngeren Geschwistern. Die Eltern der drei Schwestern sind bereits verstorben. Man spürt, wie schwer die Bürde auf Elin‘s Schultern lastet.Es ist schön zu lesen, wie der Zusammenhalt von den Geschwister wächst. Wie sie einander langsam ihre tiefsten Geheimnisse anvertrauen, sich gegenseitig besser verstehen und unterstützen.
Mit dem ersten Satz, war ich gleich mitten im Geschehen.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig geschrieben.
Die Geschichte nahm mir immer wieder den Atem, weil die Schwestern so vieles erleiden müssen. Es ist nicht eine leichte Kost, dafür hebt sich der Glaube an Gott umso Stärker hervor.
Ein mitreissender und tiefgründiger Roman. Ein Buch voller Hoffnung und Glauben.
- Linda Kronrat
Kathy und der Zauberer
(79)Aktuelle Rezension von: BuecherLIebhaberIn
"Kathy und der Zauberer" von Linda Kronrat und Harry Theodor Master entpuppte sich für mich als eine große Enttäuschung. Als erster Band der Kathy-Abenteuer-Reihe hatte ich hohe Erwartungen, aber leider wurden diese nicht erfüllt.
Die Geschichte wirkt durchweg klischeehaft und vorhersehbar. Die Protagonistin Kathy ist ein Stereotyp des neugierigen Jugendlichen, der in eine magische Welt gerät. Die Charaktere bleiben flach und wenig entwickelt, was es schwer macht, eine emotionale Verbindung zu ihnen aufzubauen. Kathy selbst wirkt oft naiv und wenig authentisch.
Die Welt, die in "Kathy und der Zauberer" erschaffen wird, ist leider nicht besonders originell. Sie erinnert stark an andere bekannte Fantasy-Welten, und es fehlt an einzigartigen Elementen, die die Geschichte herausstechen lassen. Die magischen Aspekte wirken uninspiriert und wenig fesselnd.
Ein weiteres Manko ist die Sprache. Der Schreibstil der Autoren ist oft holprig und wenig einfallsreich. Die Dialoge sind unglaubwürdig und erwecken den Eindruck, als wären sie schnell und ohne viel Gedanken geschrieben worden.
Die Botschaft des Buches ist zwar positiv, da sie Mut und Entschlossenheit betont, aber sie wird auf eine vorhersehbare und klischeehafte Weise vermittelt, die wenig Tiefgang bietet.
Alles in allem hinterließ "Kathy und der Zauberer" bei mir den Eindruck eines wenig inspirierten und oberflächlichen Abenteuers. Es fehlt an Originalität und einer tiefgehenden Handlung, die die Leser wirklich in die Geschichte hineinzieht. Leider kann ich dieses Buch nicht empfehlen und hoffe, dass die Fortsetzungen der Kathy-Abenteuer-Reihe sich inhaltlich und stilistisch verbessern können.
- Jostein Gaarder
Das Weihnachtsgeheimnis
(312)Aktuelle Rezension von: Mike_LeseratteDies ist ein Buch, welches mich entspannt durch die Adventszeit begleitet hat. Es hat eine zwiegespaltene Geschichte. Zum einem die Geschichte rund um den komischen Blumenverkäufer Johannes der den Kalender gemacht hat und die Geschichte von Elisabeth, die in eben diesem Kalender erzählt wird. Diese handelt von einem Mädchen, welsches einem kleinem Lamm folgt und somit auf eine Reise geht bis nach Betlehem und quer durch die Zeit bis zum Jahr von Jesu Geburt.
Das Cover meiner Ausgabe ist in braun gehalten und zeigt sechs der kleinen Bilder aus dem Buch, welche die im Buch erwähnten Adventskalendertürchen symbolisieren. Es passt gut zur Weihnachtszeit, ohne das es einem direkt ins Auge sticht.
Die Geschichte ist jetzt nicht unbedingt die bewegendste oder tiefgründigste jedoch bietet es wirklich einige Sprüche und aussagen über die ich gerne etwas länger nachgedacht und philosophiert habe, weil sie mich so zum nachdenken angeregt haben.
Es ist für mich ein schöner Adventskalender, den ich gerne über die Wartezeit bis Weihnachten hinweg verfolgt habe und der mich gut unterhalten hat.
- Elisabeth Büchle
Die Hüterin der verlorenen Schätze
(122)Aktuelle Rezension von: riegermilenaEmilia Seidel weiß selbst nicht so ganz was sie glauben oder hoffen soll, als sie auf dem Dachboden ihres verstorbenen Urgroßvaters auf ein altes Paket stößt. Der Inhalt lässt Vermuten, dass ihr Großvater nicht immer der Mensch war, den sie kannte und liebte. Emilia kann nicht anders, als sich auf die Suche nach Antworten zu machen - wer war ihr Großvater wirklich und welche Rolle spielte er im Zweiten Weltkrieg?
Auf einer zweiten Zeitebene begleitet der Leser eine Gruppe von britischen Agenten mitten hinein ins Dritte Reich, auf der Suche nach wertvollen Kunstschätzen.
Ich habe mich so sehr gefreut auf dieses Buch, welches lose an den Roman "Die Erbin des Bernsteinzimmers" anknüpft. Besonders auf ein Wiedersehen mit den beiden "Schatzsuchern" Fynn und Paul, die mir schon im Vorgänger sehr sympathisch waren.
Dabei wurde ich keineswegs enttäuscht und die Dynamik der Freunde hat mir erneut sehr gut gefallen.
Doch auch Emilia, die man in diesem Buch kennenlernt, hat es mir angetan. Die junge Frau hat nach einer überraschenden Entdeckung einiges zu Verarbeiten, inklusive vieler Fragezeichen, was man sehr gut nachempfinden kann.
Im Laufe der Geschichte erfährt man einige Aspekte aus ihrer Vergangenheit, welche ihr Verhalten und Entscheidungen nachvollziehbar machen.
Allgemein lese ich sehr gerne Bücher, die in der Zeit um und während dem zweiten Weltkrieg spielen. Durch den Fokus auf den vielfachen Kunstraub dieser Zeit hat die Autorin in diesem Roman einen Aspekt in den Vordergrund gerückt, worüber ich bisher eher weniger gelesen habe. Das hat mich zusätzlich neugierig gemacht.
Die unterschiedlichen Zeitebenen sind jeweils gut gekennzeichnet, ebenso die Person, aus deren Sicht erzählt wird. Dabei erhält der Leser Einblick in die unterschiedlichsten Charaktere, was zusätzlich für Abwechslung sorgt.
Die Geschichte hält ein für mich angenehmes Maß an Spannung bereit, sodass ich nach jedem Kapitel weiterlesen und erfahren wollte, wie es den Protagonisten weiter ergeht.
Allgemein mag ich den Schreibstil der Autorin sehr, was sich auch in diesem Buch erneut bestätigt hat. Ich wurde bestens unterhalten und das Buch war schneller fertig gelesen, als es mir lieb war.
Ein Buch das ich sehr gerne weiterempfehle! - Hanna Aden
I love you, Fräulein Lena
(49)Aktuelle Rezension von: LeseraupeZugegeben - der Titel hätte mich fast davon abgehalten dieses Buch zu kaufen, weil ich keinen Nachkriegsschmachtfetzen lesen wollte. Mein Vertrauen in den Penguin Verlag hat dann aber gesiegt, und ich wurde nicht enttäuscht.
Völlig unkitschig las ich, wie die beiden Minderjährigen, Lena und ihre Schwester Margot nach ihrer Vertreibung aus Pommern hunderte Kilometer weiter in einem kleinen Ort in Nordfriesland Fuß fassten und sich einlebten. Mir gefiel, dass sie die Hoffnung nie aufgegeben haben und sich selbst treu geblieben sind. Der Glaube an Gott und an das Gute, Anstand und ihre jeweilige Begabung begleiteten sie.
Ganz besonders fand ich auch, wie die Autorin auf die einzelnen Charaktere der Dorfbewohner eingegangen ist. Wie empfanden sie ihre Lage nach dem Krieg? Woran hielten sie fest? Wer konnte loslassen und sich neu ausrichten? Da kamen viele negative Dinge zum Vorschein. Die Schuld, die man im Krieg auf sich geladen hatte, unbeugsamer Stolz, der Drang nach Macht, andere zu bevormunden oder selbst besser dazustehen, sexualisierte Gewalt, Schmerz über Verlust und Niederlage. Ich bin beeindruckt, wie psychologisch versiert Hanna Aden diese Themen in ihrem Roman behandelt.
Zudem konnte ich einiges über das Nachkriegsdeutschland lernen, zum Beispiel, dass viele Deutsche keine Ahnung vom Ausmaß der Vernichtungslager hatten und die Besatzer massive Aufklärungsarbeit leisten, auch indem sie die Bevölkerung zwangen, sich Filmmaterial anzusehen.
Ich habe diesen Roman sehr genossen und freue mich auf die Fortsetzung.
- Kirsten Winkelmann
Der Speersohn - Die Frau des Bleityrannen
(11)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:
Nachdem Garlef und Mina vom Schicksal brutal getrennt wurden, scheint es keine Hoffnung mehr für die zarte Liebe zu geben, die die beiden einst verband. Garlef wurde in die Sklaverei verschleppt und Mina sieht sich ebenfalls gefangen – gefangen in einer glücklosen Ehe mit dem brutalen Quintus, der ihr das Leben zur Hölle macht. Eines Tages treffen Mina und Garlef im fernen Judäa wieder aufeinander und es gibt für beide nur noch einen Plan: die Flucht. Beseelt von dem, was ein junger Rabbi in Jerusalem predigt, wagen die beiden schließlich einen äußeren wie inneren Neuanfang….
Persönlicher Eindruck:
Im zweiten Teil der Dilogie um die Liebe zwischen dem Germanen Garlef und der Römerin Mina macht sich der Leser von Rom auf in die Provinz Judäa. Das Leben der damaligen Zeit beschreibt Autorin Winkelmann authentisch und bildhaft und auch der christliche Aspekt kommt schließlich ins Spiel.
Mina als weibliche Hauptfigur sieht sich konfrontiert mit einem Leben an der Seite des tyrannischen Quintus, einem ebenso brutalen wie rücksichtslosen Zeitgenossen, der über Leichen geht. Die Hoffnung, ihre große Liebe Garlef wiederzusehen, schwindet von Tag zu Tag und Mina sieht keine Möglichkeit, aus diesem Käfig auszubrechen
Garlef, seinerseits in die Sklaverei verkauft, leidet ebenfalls. Sein Traum, nach Germanien zurückzukehren, schwindet Stunde für Stunde. Als er mehr oder minder durch Zufall im weit entlegenen Judäa wieder auf Mina trifft, keimt der Hoffnungsfunke schließlich erneut. Hier hat mir gut gefallen, wie die Autorin die Emotionen der beteiligten Figuren einfängt und bildhaft macht: Mina blüht sprichwörtlich auf und beginnt, sich endlich gegen ihren tyrannischen Ehemann aufzulehnen.
Hinzu kommt, dass neben der Haupthandlung letztendlich doch noch dem christlichen Aspekt eine tragende Rolle in der Handlung eingeräumt wird: Garlef und Mina werden Stück für Stück hineingesogen in die Ereignisse rund um Jesu Einzug in Jerusalem, seine Gefangennahme, Kreuzigung und Auferstehung. Dennoch bleiben die christlichen Passagen leider nur eine Randerscheinung. Schade, hier hätte man noch mehr herausholen können.
Garlefs und Minas Bekehrung sowie der Missionsauftrag spielen sich mehr oder minder im letzten Viertel ab und waren für meinen Geschmack fast ein bisschen zu überstürzt. Garlefs Rebellion gegen seine beginnende Christianisierung jedoch war glaubhaft und bewegend, seine Erkenntnis, wer der „Waldmann“ war, der ihm damals als Kind den Weg aus den Sümpfen wies, war einerseits ein befriedigender Abschluss, andererseits auch ein bisschen seltsam dahingehend, dass Jesus aus Nazareth zu der Zeit ebenfalls noch ein Kind war und dennoch vor Garlef als Erwachsener erschien. So ganz befriedigt war ich damit jedenfalls nicht. Natürlich „erkennt“ Garlef in dem Rabbi aus Nazareth seinen Waldmann, aber dann doch innerlich, also seine Botschaft! So, wie Frau Winkelmann es beschreibt, will er jedoch Stimme und Gestalt erkannt haben und das mindert die Glaubwürdigkeit dann in meinen Augen wieder erheblich.
Insgesamt ist es ein spannender Roman aus dem alten Rom mit feinen christlichen Zügen, aber auch an vielen Stellen zu konstruiert und am Ende mit ein paar Zufällen zu viel, das Happy End betreffend. Gerade bei der verwendeten Sprache hätte Frau Winkelmann ein bisschen mehr darauf achten sollen, nicht zu sehr in den heutigen Sprachgebrauch abzudriften. Ausdrücke wie z.B. „ausgeflippt“ passen einfach nicht in einen Antiken-Roman. Die Provinz Judäa hieß zudem zu dieser Zeit noch nicht de facto "Israel", zumindest nannten die Römer das Land nicht so.
Ansonsten bietet das Buch solide, gute und spannende Unterhaltung, mir hat es gut gefallen.
- Birgit Jasmund
Luther und der Pesttote
(23)Aktuelle Rezension von: BettinaLausenIn Wittenberg bricht 1517 die Pest aus. Almuths Verlobter Tamme soll auch unter den Opfern sein, so behauptet es sein Stiefvater. Doch Almuth glaubt nicht daran. Sie versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen und bekommt dabei Unterstützung von Martin Luther. Dieser Kriminalfall ist einem echten Fall der damaligen Zeit nachempfunden und es tauchen viele historische Persönlichkeiten auf.
In einem anderen Handlungsstrang wird die Geschichte Tetzels und Martin Luthers geschildert. Die Autorin hat eine tolle Idee gehabt, wie die Thesen Luthers an die Schlosskirche zu Wittenberg gekommen sind und nutzt hier die Forschungslücke geschickt aus.
Insgesamt ist es spannender, mitreißender und solide recherchierte Roman. Es gibt jedoch kleine Ungereimtheiten, was Luther angeht. In dem Roman betet Luther für Verstorbene, was ein katholischer Brauch ist. Seine Thesen sprechen eine andere Sprache, nämlich von persönlicher Buße. Zudem denkt Luther an einer Stelle, dass Seelen auf ewig im Fegefeuer lodern. Laut der damaligen Vorstellung war es jedoch nur ein zeitweiliger Läuterungsort.
Zudem gibt es einige Perspektivbrüche. Perspektivwechsel innerhalb von Szenen ohne Absatz, oder der plötzliche Einsatz eines allwissenden Erzählers, der sonst nicht auftaucht.
Trotz dieser kleinen Ungereimtheiten, ein spannender Roman, den ich gerne gelesen habe.
- William Paul Young
Eva
(21)Aktuelle Rezension von: Martinchen"Auf eine Insel zwischen unserer Welt und der nächsten wird ein Schiffscontainer an Land gespült. Darin entdeckt John, der Sammler, eine junge Frau, halb erfroren und dem Tode nach. Er nimmt sich auf, und gemeinsam mit Heilern und Gelehrten pflegt er Lilly gesund. Sie ist diejenige, auf die sie gewartet haben, damit die Vorhersage in Erfüllung geht. Lilly wird von Eva, der Mutter allen Lebens, eingeladen, Zeugin der Schöpfungsgeschichte zu werden. Und so erfährt sie, was damals wirklich im Garten Eden geschah." - soweit der Klappentext.
William Paul Young arbeitete viele Jahre als Büroangestellter und Nachtportier in Hotels. Der gebürtige Kanadier wuchs als Sohn von Missionaren in Papua-Neuguinea auf, war selbst viele Jahre lang Mitarbeiter einer christlichen Gemeinde. Mit seinem Buch "Die Hütte Ein Wochenende mit Gott" gelang ihm ein Weltbestseller, der 2016 verfilmt wurde. William Paul Young lebt mit seiner Frau Kim, seinen sechs Kindern und Enkeln im Happy Valley im US-Bundesstaat Oregon. (Quelle: Klappentext)
Das Cover ist sehr schön gestaltet. Ein Blick in einen sonnendurchfluteten Garten mit einem Apfel im Vordergrund erinnert an die Schöpfungsgeschichte und passt damit perfekt zum Inhalt.
William Paul Young arbeitet in diesem Buch mit verschiedenen Ebenen. Die Geschehnisse auf der Insel, auf der John Lilly (die aus gutem Grund so heißt) findet und gesund gepflegt wird, wechseln sich ab mit der Schöpfungsgeschichte, die von Young nicht unbedingt so wiedergegeben wird, wie wir sie gelernt haben. Mitunter ist etwas unklar, ob Lilly träumt oder ob es sich um die Realität auf der Insel handelt. Insbesondere zu Beginn verschwimmen die Ebenen etwas, es braucht Zeit und einige Seiten, bis klar wird, wie was erzählt wird. Neben John und Lilly sind drei Heiler und Gelehrte und Letty, eine alte Frau weitere Protagonisten. Auch hier ist nicht alles so, wie es scheint, das trifft vor allem auf Letty zu.
William Paul Young will uns die Schöpfungsgeschichte näher bringen, ohne bekehren oder missionieren zu wollen. Er bringt Aspekte hinein, die über die Geschichte der Bibel hinausgehen und regt zum Nachdenken an. Mit der in einem Schiffscontainer gestrandeten Lilly nimmt er darüber hinaus einen aktuellen Aspekt auf, der allerdings nur wenig Raum einnimmt, weil dies nicht das Hauptanliegen des Buches ist.
Nachdem ich mit großer Begeisterung "Die Hütte" gelesen habe, hatte ich von diesem Buch etwas mehr erwartet. Deshalb gibt es von mir 4 Sterne.
- Thomas Franke
Das Haus der Geschichten
(62)Aktuelle Rezension von: DaliEli89Ganz unterschiedliche Meinungen habe ich zu dem Buch von Thomas Franke gelesen. Nicht nur deswegen war ich sehr neugierig auf diesen Roman. Bisher wurde ich noch nie von einem Buch von Thomas enttäuscht und - surprise- dieses Mal auch absolut nicht. Im Gegenteil- ich finde die Idee des Buches und die Umsetzung einfach genial!
Marvin, ein junger Mann, der beruflich schon so einiges ausprobiert und für nicht passend empfunden hat, bekommt überraschenderweise eine Stelle als Aushilfe in einem Buchantiquariat. Der Ladenbesitzer, ein sehr viel älterer Mann, ist etwas eigen und geheimnisvoll, steckt jedoch voller Lebensweisheiten. Als Marvin im Keller des Antiquariats seine „narratorische Apotheke“ entdeckt, entdeckt er ungewöhnliche Geschichten, die ihn auf Lebensfragen stoßen, denen er sich bisher nicht stellen wollte…
Wieder einmal gelang dem Autor mit diesem Werk ein äußerst kreativer Roman. Ich staune jedes Mal über so viel Einfallsreichtum, aber auch über die ganz eigene humorvolle Sprache. Franke schreibt sehr originell, bild- und wortreich.
Mir haben die einzelnen Geschichten der „narratorischen Apotheke“ extrem gut gefallen. Es sind eigentlich Gleichnisse voll mit Metaphern - Bilder für geistliche Wahrheiten oder sinnbildliche Darstellungen für die Reise des Lebens. Einige scheinen so abgespaced (ich hab mich echt gefragt: „wie um alles in der Welt kommt man auf sowas?“), dass ich lachen musste, aber sie sind einfach so wahr und lassen die großen Fragen des Lebens im neuen Licht erscheinen.
Mich hat der Roman herausgefordert über die einzelnen „Gleichnisse“ nachzudenken und konkret zu fragen, wie ich das auf mein Leben münzen kann und was ich daraus lernen darf: Wo ist mein Horizont zu eng gesteckt und wo bedarf es einer Weitsicht um geistlich zu wachsen? Was denke ich über das Leben als Christ auf dem „engen Pfad“? Worauf stütze ich mich, wenn meine Reise anstrengend, mühsam wird und ich die Hoffnung verliere? Schöpfe ich das Leben bestmöglich aus? Das waren unter anderem die Fragen (für mich), auf die der Autor den Leser in unglaublich leichter und unterhaltsamer Art und Weise stößt.
Ein Roman mit unglaublich viel Tiefgang und Originalität! Mich hat er komplett überzeugt und ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen.
- Lynn Austin
Der Sohn des Sklavenmädchens
(11)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:
Kitty und Grady wurden unabhängig voneinander ihren Eltern entrissen und als Sklaven an verschiedene Herren verkauft. Während Kitty sich als Zofe der verwöhnten Plantagentochter Claire alles gefallen lässt und sich nach Anerkennung und Freundschaft sehnt, macht Grady die Hölle auf Erden durch. Als der Bürgerkrieg ausbricht, steht für Grady fest: er will mit einigen anderen Sklaven fliehen. Da er über Umwege Kitty kennen und lieben lernte, will er sie mitnehmen – doch trotz aller Unterdrückung ist Kitty loyal und will ihre Herrin nicht verlassen....
Persönlicher Eindruck:
Im dritten Teil ihrer Südstaaten-Saga erzählt Lynn Austin die Geschehnisse aus der Sicht zweier Sklaven, die harten Dienst auf verschiedenen Plantagen tun müssen. Unverblümt und geradlinig beschreibt die Autorin das Leben den schwarzen Sklaven im amerikanischen Süden und es läuft dem Leser bei der Lektüre mehr als einmal die Gänsehaut des Grauens über den Rücken.
Das Buch kann ohne Weiteres als Einzelband gelesen werden, da es inhaltlich nicht mit den beiden anderen zusammenhängt und lediglich das gleiche Grundthema besitzt.
Im Mittelpunkt der Erzählung stehen die junge Kitty, die eigentlich Anna heißt und die schon als Kind der reichen und verwöhnten Claire als „Spielgefährtin“ dienen muss. Kitty wird von Claire gedemütigt und erniedrigt, hält aber dennoch eisern und loyal zu ihrer Herrin, auch als sich die Möglichkeit zur Flucht bietet. Grady, in den sie sich später verliebt, kann nicht verstehen, dass sie sich so wenig nach eigener Unabhängigkeit sehnt.
Grady dient als Junge einem Sklavenhändler und kommt erst als Faustpfand für dessen Spielschulden beim Poker auf eine Plantage, wird dort Kutscher und auch besser behandelt als vorher. Doch der Hass auf alle Weißen sitzt tief bei ihm und auch die Freundschaft zu der ehemaligen Mammy Delia und zu Kitty kann seinen Rachedurst nicht bremsen. Er ergreift schließlich die Möglichkeit zur Flucht und tritt schließlich sogar als schwarzer Soldat in die Armee der Yankees ein.
Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen, als ich einmal mit dem Lesen angefangen hatte. Vielschichtig und episch, aber niemals langatmig breitet sich das Bild der amerikanischen Südstaaten und des Sezessionskrieges vor dem inneren Auge des Lesers aus und sorgt für Kopfkino vom Allerfeinsten.
Der christliche Aspekt ist nachvollziehbar und angenehm in das Leben vieler Figuren eingeflochten und gibt ein Beispiel dafür, wie sehr sich die Schwarzen auf die Hilfe des Herrn verlassen und nur so ihre schwere Bürde tragen konnten. Es geht um Themen wie Nächstenliebe, Gottvertrauen und die Gewissheit, dass es vor Gott kein schwarz und weiß gibt sondern alle Menschen einander ebenbürtig sind.
Viel zu schnell war ich auf der letzten Seite angelangt und kann diesen spannenden und tiefgründigen Roman allerwärmstens weiter empfehlen. Was für ein Pageturner!
- Lydia Schwarz
Die Kreuzträgerin: Jenseits des Feuersturms
(17)Aktuelle Rezension von: coala_books
Die Geschichte aus “Die Kreuzträgerin” geht spannend weiter. Es wird empfohlen, erst Band 1 zu Lesen!
Anna ist die Flucht aus Europa gelungen, nachdem sie dort zu Tode verurteilt wurde und lebt mittlerweile in Afrika. Aber auch dort ist das Leben alles andere als einfach, denn nicht alles ist so, wie bisher angenommen. Anna steht eine harte Zeit bevor und sie muss sehen, ob der Preis nicht vielleicht doch zu hoch war.
Das Buch packt einen sogleich wieder und man fiebert mit Anna mit, die eine wirklich starke und glaubhafte Hauptperson ist. Sie lässt sich nicht Blenden vom scheinbar gutem Leben im Überfluss, sondern steht für ihren Glauben ein. Zentrales Thema in diesem Band ist aber auch Vergebung, denn Anna stehen wieder so einige schwierige Enthüllungen und Enttäuschungen bevor. Die Story ist wieder gut, wirkt teilweise jedoch etwas zu konstruiert. Den Lesefluss stört das jedoch nur minimal, man muss zudem manchmal über die eine oder andere etwas zu ausschweifende Beschreibung hinwegsehen. Jedoch hat die Geschichte wieder eine sehr schöne Dynamik, der man sich als Leser kaum entziehen kann.
Der Aspekt des Glaubens kommt wieder sehr gut rüber in diesem Band und fügt sich wirklich perfekt in die Geschichte ein. Unterhaltsam und fesselnd weiß die Geschichte zu unterhalten, auch wenn ihr die bedrohliche Stimmung des ersten Bandes, der mitten im Krisenherd Europa spielt, fehlt. Jedoch kommen viele wichtige Dinge ans Licht und nach einem spannenden zweiten Band hat man so richtig Lust auf den dritten Teil. - Terri Blackstock
Nur wenn ich fliehe
(40)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerMein erstes Buch von Terri Blackstock und ich bin begeistert.
Die Autorin versteht es, den Leser sofort in den Bann zu ziehen.
Man flieht mit Casey weg von zu Hause. Ihr bester Freund ist ermordet, Casey voller Blut und in Hektik nicht erwischt zu werden.
Ist sie die Mörderin?
Schnell wird klar, dass man sehr viele Sympathiepunkte an Casey vergeben muss und sie einem immer mehr ans Herz wächst.
Thematik von Korruption, korrupte Polizei, posttraumatische Belastungsstörung, Glaube, Hilfsbereitschaft, mutig zu sein, Entführung, Vertrauen, Freundschaft, Glaubwürdigkeit und mehr wird hier geboten.
Beim Kauf des Buches bzw. Teil 1 und 3 im Buchhandel war mir nicht bewusst, dass es sich um eine Reihe handelt. Da das Ende eine Art "Cliffhanger" hat, würde ich Teil 2 gerne lesen, aber leider ist dieser Teil im Moment weder als Ebook noch Print erhältlich. Das finde ich sehr schade.
Dennoch gibt es von mir volle 5 Sterne, da ich begeistert von NUR WENN ICH FLIEHE bin. Eine Anmerkung möchte ich noch geben. Obwohl Roman draufsteht, ist es für mich ein packender Thriller.
- Assaf Zeevi
Lass das Land erzählen
(11)Aktuelle Rezension von: Andrea_Varga1Der Autor kennt das Land. Er nimmt uns an der Hand und nimmt uns mit zu den uns bekannten und weniger bekannten Orten, die uns aus der Bibel vertraut sind. Durch seine eigene Erfahrung und durch Hintergrundinformationen schenkt er uns einen sehr lebendigen Blick auf das biblische Israel. Ich lese die Bibel mit anderen Augen.
- Tabea Rompf
Anfang einer neuen Zeit
(22)Aktuelle Rezension von: Buecherliebe_talk
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Das Buch liest sich flüssig und am liebsten hätte ich es gar nicht weggelegt.
Das Buch hat mich durch eine Achterbahn der Gefühle geführt. Ich habe mitgeweint, mitgehofft und das Knistern zwischen den Protagonisten mitgefühlt.
Emma und Ajoscha, die Protagonisten, waren mir beide super sympathisch. Beide haben ihr Päckchen zu tragen.
Emma ist eine starke Frau, die aber viel erleiden musste und oft Opfer der Umstände wurde. Auf Grund dessen hinterfragt sie alles und jeden. All ihre Erlebnisse lassen sie daran zweifeln, dass es einen Gott gibt.
Ajoscha ist überzeugter Christ, dient aber in der Roten Armee. Das bringt ihn immer wieder in Gewissenskonflikte und in Gefahr.
Sowohl Ajsocha als auch Emma sind sehr authentisch beschrieben mit ihrer Zerissenheit, ihren Wünschen und Ängsten.
Die Zeit, in der der Roman spielt, ist hoch brisant und interessant. Die Rote Armee rückt zum Ende des Krieges immer weiter in Deutschland ein und leider kommen die schlechten Gerüchte nicht von ungefähr.
Viele Deutsche müssen ihre Heimat verlassen, doch in den Besatzungszonen werden sie als Polen und Tschechen nicht gern gesehen. In ihre Heimat können sie aber auch nicht zurück, da sie dort als Deutsche gehasst werden.
Da der Krieg jetzt vorbei ist, hat der Geheimdienst der UdSSR wieder Zeit für die innenpolitischen „Gefahren“ und so geraten die Christen wieder in den Fokus.
Was das Buch in meinen Augen aber so besonders macht, ist die Art und Weise, wie die Autorin hier den Glauben einwebt. In diesem Buch stecken so viele Weisheiten über den Glauben und Antworten auf Fragen, wie „Wie kann Gott so etwas Schreckliches zulassen, wenn er doch gut und allmächtig ist?“.
Aber auch Vergebung ist ein großes Thema hier.
Dieser Roman ist ein absolutes Highlight für mich und ich kann ihn jedem wärmstens ans Herz legen!!
- Mona Hodgson
Wer braucht schon einen Mann?
(7)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:
Colorado gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Ida Sinclaire hat ehrgeizige Pläne – sie möchte Karriere machen, ihr eigenes Geld verdienen und in der Geschäftswelt ihren Mann stehen. Doch die se ist leider den Männern vorbehalten und so stößt Ida immer wieder auf Unverständnis. Als sie bei Mollie O`Bryan einsteigt, die selbst als Karrierefrau verschrienen ist, scheinen sich alle ihre Träume zu verwirklichen: mit Insiderhandel macht Mollie ihr Vermögen und auch Ida wagt sich aufs Börsenparkett. Zu allem Überfluss wird Ida schließlich von zwei Männern umworben: dem charismatischen Anwalt Colin und dem bodenständigen Prediger Tucker. Allerdings lautete Idas bisheriges Credo: Wer braucht schon einen Mann?....
Persönlicher Eindruck:
Der Roman ist der zweite in der Dilogie der Sinclair-Schwestern, kann aber inhaltlich gut auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, denn die Handlung ist in sich abgeschlossen. Hauptfigur ist Ida, die älteste Sinclair-Schwester, die Karriere in der männerdominierten Wirtschaft machen möchte und dabei jeden Halm ergreift, dem man ihr hinstreckt.
Im Stenografenbüro von Mollie O`Bryan, einer erfolgreichen Geschäftsfrau in Colorado, scheinen sich Idas Träume zu erfüllen. Doch Ida ist reichlich naiv und merkt nicht, dass sie im Autrag ihrer Chefin die Minenbesitzer der Gegend aushorchen soll. Mithilfe von Insiderhandel machen Mollie und schließlich auch Ida viel Geld, doch das hat einen hohen Preis....
Ida Sinclair findet sich alsbald in einem Liebesdreieck wieder, zwischen dem attraktiven und weltgewandten Anwalt Colin und dem arbeitsamen Wanderprediger Tucker, der die Geschäfte seines kranken Vaters im Eisauslieferungsgeschäft übernommen hat. Erst spät merkt Ida, dass sie das Geld an erste Stelle in ihrem Leben gestellt hat und dadurch alles zu verlieren droht.
Ich gebe offen zu: ich brauchte sehr lange, um mit der Geschichte warm zu werden. Das heimelige und mitreißende Element, das mich zum Beispiel bei Karen Witemeyer oder Jody Hedlund aus dem christlichen Romangenre immer fesselt, hat mir hier leider gefehlt. Auch waren die Figuren lange blass und ohne viel Identifikationspotential. Man braucht Geduld, wenn man sich auf den Roman einlassen will – wird aber in der zweiten Hälfte mit einer spannenden Geschichte belohnt, wenn schließlich die ganzen Fragen, die der Roman aufwirft, beantwortet werden.
Wo ich mich etwas schwer getan habe, ist die Botschaft, dass man als erfolgreiche Geschäftsfrau, die verdientermaßen auch zu Geld kommt durch ihre Arbeit kein wirklich glückliches und gottgefälliges Leben führen kann. Ich denke, hier macht es sich die Autorin zu einfach. Ida lässt andere an ihrem Wohlstand teilhaben, spendet für Witwen und Waisen und kauft liebevolle Geschenke für ihre Angehörigen. Warum soll sie dies nicht tun dürfen? Es kommt an einigen Stellen rüber, dass nur ein Leben in Armut wirklich bereichert. Ich fand das seltsam, denn ich sehe nichts Verwerfliches dabei, selbst für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. Aber nun gut – es ist die Meinung der Autorin, die habe ich nicht zu bewerten.
Der christliche Aspekt ist mittelstark ausgeprägt und befasst sich im Grunde mit dem Thema, Jesus die erste Stelle im Leben einzuräumen.
Der Schluss ist harmonisch und rund, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: es gibt ein Happy End. Insgesamt ein netter Roman, aber kein Pageturner. Ein angenehmer Zeitvertreib, aber nichts, was längerfristig im Gedächtnis nachhallt.
Insgesaamt 3,5 Sterne, ganz okay.
- Lynn Austin
Wenn die Schatten einmal weichen
(16)Aktuelle Rezension von: riegermilenaNiederlande, 1939: Lena lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern auf einem Bauernhof, auf dem Land. Doch ihre älteste Tochter Ans träumt vom Leben in der Großstadt und bekommt eine einmalige Chance, als Gesellschafterin einer wohlhabenden Frau in Leiden.
Währenddessen ist Miriam, eine jüdische junge Frau, gemeinsam mit ihrem Vater auf der Flucht von Köln in die Niederlande. Gemeinsam hoffen sie hier der Nazi-Herrschaft zu entkommen und ein neues Leben beginnen zu können.
Doch als die Nazis auch in die Niederlande einmarschieren und sie sich plötzlich unter deutscher Besatzung befinden, brechen für sie alle neue Zeiten an.
Jede dieser drei Frauen habe ich sofort ins Herz geschlossen und es war großartig zu lesen, wie sie sich im Laufe der Geschichte entwickeln und immer wieder über sich hinauswachsen.
So unterschiedlich ihre Herausforderungen auch sind, finden sie immer wieder Wege diesen Widrigkeiten zu trotzen und sich nicht unterkriegen zu lassen.
Die Autorin erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht dieser drei Frauen und nach und nach überschneiden sich ihre Wege.
Der Glaube spielt eine wichtige Rolle in dem Buch und fügt sich ganz natürlich in die Handlung ein. Gerade die Frage, was man im Widerstand darf und was nicht, fand ich sehr spannend und gut beleuchtet, aber auch die ständige Herausforderung zu vertrauen und hoffnungsvoll zu bleiben.
Der Roman geht unter die Haut und hat einen anhaltenden Spannungsbogen. Das Schicksal von Lena, Ans, Miriam und ihren Familien ist sehr bewegend und bringt einen zum Nachdenken.
Lynn Austin hat wieder einmal hervorragend recherchiert und so bekommt man einen eindrücklichen Einblick in die Geschehnisse während des 2.Weltkriegs in den Niederlanden, sowohl in der Stadt und auf dem Land.
Das Buch war sehr bereichernd und ich empfehle es von ganzem Herzen weiter – wirklich eine großartige Lektüre! - Dani Pettrey
Schatten des Zorns
(11)Aktuelle Rezension von: annisleseweltIm dritten Teil der Baltimore - Team - Reihe geht es besonders um FBI Agent Declan Grey und die Kriesenberaterin Tanner Shaw.
Doch auch die anderen des Teams und Freundeskreises gehören dazu.
Es gibt drei Schwerpunkte die erzählt und beleuchtet werde.
Zum einen steht ein großer terroristischer Anschlag bevor, dann wird auch noch Declans Mentor tot aufgefunden und Katie sucht immer noch verzweifelt nach ihrer großen Liebe Luke, der spurlos verschwunden ist.
Anfangs habe ich ein bisschen gebraucht um mir die vielen Namen und die vorherigen Geschehnisse (Band 1 & 2) in Erinnerung zu rufen, aber dann kam ich gut ins Buch und es las sich flüssig und angenehm.
Dieses Buch geht direkt spannend los, es wird "keine Seite verschwendet" und zur Mitte hin überstürzen sich die Ereignisse dann.
Die Geschichte ist rasant, unglaublich aufregend und dann wieder in kleinen Szenen romantisch.
Die Spannung steigt und steigt und ist kaum noch auszuhalten um sich dann aufzulösen und im letzten Satz erneut zu beginnen.
Das macht große Lust auf Band vier.
"Schatten des Zorns" ist großartig und hat mich total gefesselt auch wenn es durch die vielen Geschehnisse meine volle Aufmerksamkeit brauchte. Trotzdem hat es sich leicht und gut lesen lassen.
Dani Pettrey schafft es sehr spannendes und detailreiche Geschichten zu schreiben die trotzdem logisch klingen, von Anfang an fesseln und Lust auf mehr machen.
- Jolina Petersheim
Licht sucht sich seinen Weg
(17)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:
Für Ruth bricht eine Welt zusammen, als ihr Mann Chandler auf einem humanitären Auslandseinsatz sein Leben verliert. Von Trauer gezeichnet sucht sie zusammen mit ihren beiden kleinen Töchtern Zuflucht in einer Mennonitengemeinde in Wisconsin, bei Verwandten ihres Mannes. Auf der Cranberry-Farm von Elam schöpft sie neue Kraft und verliebt sich schließlich in den zurückhaltenden, stillen Mann. Die beiden heiraten – doch dann passiert das, womit keiner gerechnet hätte und Ruth steht erneut vor den Trümmern ihres Lebens, emotional aufgerieben zwischen der Liebe zu ihrem verstorbenen und der Liebe zu ihrem jetzigen Ehemann...
Persönlicher Eindruck:
Mit Licht sucht sich seinen Weg legt Autorin Petersheim einen Gegenwartsroman auf, der den Leser in die Welt der Mennoniten führt. Die Autorin selbst hat mennonitische Wurzeln und breitet in die Romanhandlung eingebettet den Alltag und die Lebensweise dieser Religionsgemeinschaft vor dem Leser recht anschaulich aus.
Hauptfigur ist Ruth, eine junge Witwe und alleinerziehende Mutter zweier kleiner Mädchen, die ihren bei einem Auslandseinsatz getöteten Mann betrauert. Der Neuanfang soll bei dessen Verwandten gelingen, die Cranberryfarm seines Vetters Elam ist der Schauplatz der Geschichte.
Elam selbst ist ein zurückhaltender Eigenbrötler, der nicht viel spricht und auch sonst eher sein eigenes Ding macht ohne viel soziale Interaktion. Lediglich seine Schwester Laurie und deren Kinder sind seine Bezugspersonen. Trotz allem ist er sanft und hilfsbereit und wird auch schnell zum Rettungsanker für Ruth, die sich in der mennonitischen Gemeinschaft relativ fehl am Platz führt.
Alles schön und gut – der Alltag der Figuren, das Leben auf der Farm und die tägliche Arbeit sind nachvollziehbar und authentisch beschrieben, das Setting bildhaft und anschaulich für das innere Auge des Lesers. Inhaltlich geht es um Themen wie Trauer und Verlust, Heilung und Neuanfang. Dabei spielt auch der christliche Aspekt der Geschichte eine tragende Rolle, allein schon aufgrund der Frömmigkeit der Figuren.
Was mich gestört hat, waren die Rückblenden anhand von Briefen zwischen Ruth und Chandler. Für den Lesefluss nicht wirklich zuträglich verwirrten diese mehr als dass sie der Handlung nützten. Auch die Fülle der auftretenden Personen, die alle relativ blass blieben, schufen Distanz zu den Figuren.
Nach ungefähr einem Drittel der Handlung tritt eine unerwartete Wendung ein, die dann das bisher Geschehene so ziemlich ad absurdum führt. Ohne hier zu viel zu verraten, findet sich Ruth letztendlich wieder in einem Zwiespalt und ihr neues Leben mit Elam wird komplett in Frage gestellt. Wird sie erneut alles verlieren? Mich konnte diese Idee der Autorin (im Grunde der einzige Aufhänger des ganzen Melodrams) überhaupt nicht überzeugen.
Insgesamt folgt die melodramatische Geschichte schon einem gewissen Faden, entbehrt aber jeglichem Spannungsbogen. Trotz besagter Wendung bleibt sie langatmig und träge, für mich war es kein Roman, der mich an die Seiten hätte fesseln können.
Fazit: Kein Roman, der mir im Gedächtnis bleiben wird, der Funke ist leider nicht übergesprungen.
- Julie Klassen
Die Pension am Meer
(26)Aktuelle Rezension von: LujomaIn „Die Pension am Meer“ begegnet der Leser Sarah, den Zwillingen Emily und Viola und Georgiana, vier sehr verschiedenen Schwestern, und deren kranken Mutter. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters ist das Geld knapp und Sarah, die Älteste, überredet ihre Schwestern das Sommerhaus der Familie für zahlende Gäste zu öffnen. Dazu müssen alle sich einbringen und mit anpacken. Schon bald treffen die ersten Gäste ein…. ein Witwer mit Tochter, ein schwer anspruchsvolles Ehepaar, allein reisende Männer unterschiedlichen Alters…. Während Sarah versucht sich um alles zu kümmern und es allen recht zu machen, bezaubert Emily mit ihrem Charme. Viola findet eine Aufgabe, die zu ihr passt, die sie verändert und die sie ihre Narben fast vergessen lässt. Georgiana, der jüngsten Schwester, fällt es schwer sich anzupassen und sie nutzt jede Möglichkeit im Freien zu sein…
„Die Pension am Meer“ war der erste Roman von Julie Klassen, den ich las und mir hat das Buch sehr gut gefallen. Schnell bin ich eingetaucht in das Jahr 1819, habe die Geschichte der vier Summer-Schwestern gern verfolgt. Die Handlungsorte, die Personen und die damalige Zeit sind detailliert beschrieben. Die Charaktere wirken authentisch und ich konnte ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen gut nachvollziehen. Es ist schön zu erleben wie die Schwestern in der Not aktiv werden, sich einbringen und gemeinsam für ihren Lebensunterhalt sorgen. Besonders berührt hat mich Viola und ihre Entwicklung. Die empathische junge Frau, die sich aufgrund ihrer Narben immer versteckt hat, tritt aus dem Schatten, findet eine Aufgabe und letztlich auch die Liebe.
Ich habe den Roman sehr gern gelesen und freue mich schon auf den 2. Teil der Reihe.
- Dorothea Morgenroth
Das Versprechen eines neuen Tages
(21)Aktuelle Rezension von: LesesternEine Geschichte, die erzählt werden muss...
So ging es der Autorin Dorothea Morgenroth, die in ihrem Nachwort die Entstehungsgeschichte ihres Romans preisgibt.
Bisher hat sie themenmäßig einen großen Bogen um das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte geschlagen, als sie aber erfuhr, auf welchem historischen Fundament ihr Zuhause steht, sah sie sich in der Verantwortung, ihre schriftstellerische Begabung für die Erzählung von Betti und Konrad bereit zu stellen.
So ist ihr neuestes Werk zugleich auch eine persönliche Herausforderung geworden, die sie mit viel Hingabe, gut recherchierten Ereignissen und einer persönlichen Betroffenheit ihrer Charaktere gemeistert hat.
"Das Versprechen eines neuen Tages" ist im Sommer 2024 bei Gerth- Medien erschienen.
Als historisch interessierte Leserin sind mir schon viele gute Romane aus dieser Zeit begegnet und ich kann mit Überzeugung sagen, dass auch dieser in die Kategorie der Geschichten gehört, die erzählt werden müssen , damit man das, was war nicht vergisst.
Es geht um die tragische Begegnung zweier Menschen, die aufgrund eines unmenschlichen Systems nicht zusammen kommen. Betti, eine junge vom Schicksal gebeutelte Jüdin, die in einem Arbeitslager für Flugzeuge unter menschenwürdigen Bedingungen Sklavenarbeit leistet und Konrad ein junger aufstrebender Flugzeugwart, der es wagt, entgegen den Gesetzen Kontakt zu ihr aufzunehmen und das am Abgrund des Verhungerns stehende Mädchen mit heimlichen Brotscheiben über Wasser zu halten. Sein Plan, Betti zur Flucht zu verhelfen, scheitert an dem unerwartet frühen Eintreffen der Allierten, das dafür sorgt, dass das Lager vorher von den Nationalsozialisten evakuiert wird und Betti zu einem Hungermarsch durch winterliche Kälte zwingt.Jahre später ist alles anders...
Konrad, der nicht weiß, ob Betty überlebt hat, kann das Bild ihres Gesichtes mit den ausdrucksstarken aber tieftraurigen Augen nicht vergessen und macht sich auf die Suche nach ihr...
Mein Leseeindruck:
Diese Erzählung um Konrad und Betti hat mich sehr berührt. Die Charaktere sind jeder für sich ganz besonders und von der Autorin sehr behutsam und liebevoll ausgearbeitet. So sind sie mir während dem Lesen ans Herz gewachsen und ihre Emotionalität hat mich durch Höhen und Tiefen des Romans begleitet. Auch die Lebensumstände und familiäre Situationen der Hauptprotagonisten werden lebensnah und gut nachvollziehbar dargestellt.
Das Thema der Vergebung und der Glaube an Gott, trotz aller Nöte und erlittener Qualen ist authentisch durch die hier erzählte Lebensgeschichte sichtbar.
Mein Fazit:
Ein wichtiges Thema und Buch, das leider wieder hochaktuell ist angesichts der momentanen Krisen- und Kriegslage in der Welt.
Zugleich aber lenkt es den Blick darüberhinaus und erinnert daran, dass es eine Hoffnungsperspektive gibt, die uns ermutigt unsere christlichen Werte zu leben.























