Bücher mit dem Tag "collagen"
13 Bücher
- Britta Teckentrup
Sag mal, weißt du, wie groß die Welt ist?
(4)Aktuelle Rezension von: kinderbuchschatz„ Sag mal, weißt du, wie groß die Welt ist?“ 🌍💫 Sicherlich mit eine der schönsten Kinderfragen zum Philosophieren, die in diesem Buch von Britta Teckentrup aufgegriffen wird. *********************************************************** Inhalt: „ Papa, sag mal, weißt du, wie groß die Welt ist?“, fragt der kleine Maulwurf eines Morgens. „Darüber könnte ich dir viel erzählen“ , antwortete Papa. „Aber am besten findest du es selbst heraus.“ Also klettert der kleine Maulwurf aus seinem kleinen Maulwurfshügel und macht sich auf eine unvergessliche Reise... So vielen verschiedenen Tieren, denen er begegnet, so viele verschiedene Antworten bekommt er auch... ************************************************************ Fazit: Die Autorin schafft es mit ihren fantastischen Illustrationen, uns auf eine poetische Reise mitzunehmen, an deren Ende jeder seine eigene Antwort hat. Wir finden es so wertvoll, dass der Maulwurfpapa keine Antwort vorgibt, sondern seinen Sohn ermutigt, selbst die Welt kennenzulernen und sich seine eigene Meinung zu bilden. Somit wird die Welt des kleinen Maulwurf um unendlich viel bereichert. Ich finde, dieses Buch ist eine Feier an das Leben an sich! 💕
- Britta Teckentrup
Wo ist das Baby?
(4)Aktuelle Rezension von: Claudias-Buecherregal„Wo ist das Baby“ ist ein Wimmelbuch mit 14 Doppelseiten, die sich jeweils mit einem Tier beschäftigen (z.B. Schnecke, Krokodil, Huhn, Elefant oder Papagei). Diese Seite ist dann mit zahlreichen Exemplaren dieser Tierart gefüllt – alles ausgewachsene Tiere, bis auf ein Tierbaby, das sich auf dieser Seite versteckt. Dieses gilt es zu suchen, was für Kinderaugen ab 4 Jahren (so die Empfehlung) gar nicht so einfach ist. Es ist aber durchaus angenehm ein Wimmelbuch zu haben, bei dem man nicht von hunderten verschiedenen Eindrücken erschlagen wird. Die Tiere pro Seite sind alle identisch – unterscheiden sich lediglich teilweise etwas in der Farbe. Störende Nebenbilder gibt es somit nicht, sondern nur noch das Tierbaby. Daher kann man das Buch evtl. auch schon bei jüngeren Kindern einsetzen, denn trotz der Tierdichte, wirken die Bilder nicht so unruhig, wie man es sonst von Wimmelbüchern kennt.
Auf jeder Doppelseite findet man außerdem zwei Paarreime, in denen man etwas über das Tier erfährt und Bezug auf das versteckte Tierbaby genommen wird. Die Reime gefallen mir und da muss man ein Lob an die Übersetzerin Kathrin Köller aussprechen, denn oft wirken übersetze Reime sehr gekünstelt und das ist hier nicht der Fall.
Fazit: Ich liebe die Idee mit seinem eigenen Kind Tierbabys zu suchen. Eine schöne Wimmelidee, die Lust auf mehr macht. Zum Glück gibt es von der Autorin auch noch folgende Such-Bücher: „Manche sind anders“, „Einer ist besonders!“ und „Wir gehören zusammen!“ - Andrea Tuschka
Stille Post
(4)Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar«Bär, ich mag dich gar nicht mehr, komm bloß niiiie wieder hier her!
Ich war im Recht bei unsrem Streit und mir tut überhaupt nichts leid!»
Bär und Maus sind beste Freunde. Aber wie das so ist, eines Tages streiten sie sich ganz fürchterlich.
Zornig gehen sie auseinander, der Bär den Berg hoch, die Maus ins Haus unten am Fluss. Es nagt in der Maus, der Groll muss raus. Und so lässt sie dem Bären ausrichten, dass sie ihn nie wieder sehen will! Doch die Nachricht, die bis zur Bärenhöhle am Berggipfel überbracht werden sollte, geht über viele Ohren und verändert sich von Tier zu Tier.
Wer als Kind Stille Post gespielt hat, weiß, was am Ende der Reihe für ein Blödsinn herauskommt. Im wirklichen Leben ist es nicht besser. Kommunikation: Sender und Empfänger, Gehör, Interpretation der Botschaft, Körpersprache … nicht immer kommt an, was gemeint ist. Das Gedächtnis trügt, es wird mit viel Fantasie etwas dazugedichtet, anderes vergessen. Aus der Maus wird ein Elefant. So geht es auch den Tieren hier: Dem Biber ist kalt, er bibbert die Nachricht weiter, der Hase ist verschnupft, haaaatschiiiet es weiter, mit den Gedanken ganz woanders. Die Muschel murmelt es weiter an die fast taube Taube und die holt den Maulwurf aus dem Schlaf, der nur halb zuhört. Und da ja alle wissen, wie gut Maus und Bär befreundet sind, glauben auch alle eine positive Nachricht verstanden zu haben.
„Bär, du weißt, ich mag dich sehr.
Bitte komm doch wieder her!
Du hattest recht bei unsrem Streit und: Mir tut es furchtbar leid!»
Wie gut für den Bären! Der ist entzückt, dass seine liebste Maus so viel Charakter besitzt, sich zu entschuldigen. Er hat sie gleich noch mehr lieb, denn der Streit tut ihm jetzt schon leid. Mit dem Honigkuchen unter dem Arm rennt er zum Fluss. Die Maus voll Scham ihrer bösen Worte kann es nicht fassen, welche Größe Bär besitzt, sich so schnell zu vertragen und sich zu entschuldigen. Sie hat ihn jetzt noch mehr lieb. Und die Moral von der Geschicht? Ein Streit kann vorkommen. Hinterher tut einem alles leid. Und wer Charakter besitzt, geht auf den anderen zu, entschuldigt sich.
Eine einfache Geschichte mit zwei Aussagen. Kommunikation ist paradox, symmetrisch oder komplementär, es gibt eine Ursache und eine Wirkung mit Inhalts- und Beziehungsaspekt. Die Axiome von Paul Watzlawick für Kinder einfach erklärt. Zweitens, Freundschaft bedeutet Streit und sich vertragen. Die Geschichte an sich ist alt – gut neu erzählt. Aber was mich besonders an diesem Bilderbuch reizt, ist die Illustration. Andrea Tuschka hat mit naturfarbenem Tonpapier und Aquarellpapier gearbeitet, in Mehrfachtechnik gemalt und geschnippelt. Die Story ist als Collage entwickelt, sehr detailreich. Bereits das Cover spricht an, das haptisch angelegt ist. Zauberhafte Landschaften entstehen, geben den Illustrationen einen dreidimensionalen Kick. Sehr fein geht die Illustratorin mit ihren Schnippseln ins Detail. Filigran gestaltete Behausungen, Blumen, Blätter, eine Eulenfamilie in ihrer Baumhöhle, Insekten, Pilze, Rohrkolben, Lampenputzer, Vögel … Es ist so viel zu entdecken! Das macht richtig Spaß! Der Bohem Press Verlag gibt eine Altersempfehlung: ab 3 Jahren; von mir a.G. der Komplexität der Geschichte und der detaillierten Gestaltung ab 4 Jahren. Abteilung Lieblingsbuch!
Andrea Tuschka wurde 1982 in Bonn geboren. Nach ihrem Studium der Germanistik und Anglistik landete sie über Umwege im Lehrerberuf und unterrichtet heute an einem Berufskolleg. Auch wenn sie viel von der Welt gesehen hat, kehrte sie immer wieder in ihre Heimatstadt zurück und lebt dort heute mit ihrem Mann und den Kindern. Stille Post ist ihr erstes Kinderbuch. Die Idee zum Buch entstand in einer der vielen schlaflosen Nächte, als ihre Kinder noch etwas jünger waren. Wenn sie nicht gerade um den Schlaf gebracht wird, kickert und schreibt sie gern oder werkelt im Garten – oder sie fährt mit ihrer Familie im Wohnwagen durch Europa.
Rebekka Stelbrink geboren 1988, hat in Marburg Erziehungs- und Bildungswissenschaft studiert und mehrere Jahre als Erzieherin gearbeitet, bevor sie ihrem Traum folgte, Kinderbücher zu illustrieren. Ihre Illustrationen gestaltet sie als analoge Papiercollagen mit Aquarell- und Acrylfarbe, Pinsel, Buntstift, Schere und Kleber und lässt so detailreiche Papierwelten entstehen – und ziemlich hohe Schnipselberge. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und allerlei Tieren in der Nähe von Marburg. Wenn Rebekka nicht an Collagen arbeitet, ist sie am liebsten in der Natur unterwegs und erlebt Abenteuer mit ihren Kindern. „Stille Post“ ist ihr erstes Bilderbuch.
- Karl Philipp Moritz
Neues ABC-Buch
(5)Aktuelle Rezension von: The iron butterflyVor einigen Jahren bereits habe ich Karl Philipp Moritz Roman „Anton Reiser“ gelesen und war beeindruckt von seiner Philosophie, die dem Denken, dem Gebrauch des eigenen Verstandes huldigt. So konnte ich nicht widerstehen, als ich bei einem meiner Streifzüge durch kleine Buchhandlungen in einer sehr fein sortierten Kinderbuchabteilung auf das „Neues ABC Buch“ gestoßen bin. Im ersten Moment war ich bereits durch die einerseits wunderbaren und andererseits auch wundersamen Collagen von Wolf Erlbruch überwältigt. Bei der Lektüre knüpft sich dann das Band, welches die Intention von Karl-Philipp Moritz sehr schön unterstreicht – die Inspiration für alle Sinne.
Das ABC wird hier jedoch nicht mit Alltagsgegenständen vermittelt, sondern genau durch das Heranführen an die eigenen Sinne, die Wahrnehmung des Körpers und Seins, den Umgang mit der Natur und ebenso die Vergänglichkeit des Lebens. Durchaus eine ungewöhnliche Herangehensweise, aber eine sehr inspirierende für Kind und Erwachsenen, denn dieses Buch ist für die gemeinsame Lektüre und das Gespräch gedacht. Im Nachwort lernt man Karl Philipp Moritz und seinen Anton Reiser kennen.
Ein kleines Kunstwerk an sich sind die Collagen von Wolf Erlbruch.
- Maria Rivans
Das große Buch der Collagen
(24)Aktuelle Rezension von: StrassenPrinzessin“Der Collageprozess kann komplex und herausfordernd sein. Sie gehen auf eine lange, verwunschene Reise und brauchen dabei ebenso viel Zeit wie Klebstoff.“ (Seite 6)
Was für ein entzückendes Bastelbuch! Kreativ und inspirierend in einem, wird man auf den Weg der Collageerstellung begleitet und mit unglaublich vielen bezaubernden Motiven versorgt!
Aber zuerst einmal gibt es eine total sympathische Einführung. Danach folgen ein paar Inspirationen, die ganz unterschiedliche Stile haben. Weiter geht es mit einer Werkzeug und Materialienliste, die ebenfalls schon für den ein oder anderen Bastelgedanken sorgen können. Danach folgt mein liebster Teil, die Schritt für Schritt Anleitung für den Aufbau einer Collage. Natürlich geht es mir nicht darum, ein Kunstwerk exakt zu kopieren, sondern in den kleinen, nett geschriebenen Anleitungen gibt es immer wieder Kniffe & Tricks zu entdecken, die die Collage noch schöner machen.
Bevor man dann endlich selbst an die Schere darf, folgen noch ein paar Bilder mit Erklärungen, dessen Motive alle auch in diesem Buch zu finden sind.
Und Zack, schon kann man zu Papier, Schere und Kleber greifen und selbst loslegen. Die Motive sind traumhaft und vielfältig.
- Herta Müller
Der Beamte sagte
(2)Aktuelle Rezension von: Co_WintersteinIch weiß leider nicht mehr, in welchem Herta Müller Buch ich Folgendes gelesen habe, aber sinngemäß ging es darum, dass Müller, die 1987 aus Rumänien geflohen ist und eineinhalb Jahre in einem Auffanglager in Nürnberg verbrachte, ihre früheren Texte verstecken musste, weil sie Angst vor Hausdurchsuchungen hatte.
Heute (in Deutschland lebend) sammelt und collagiert sie Wörter und hat zuhause tausende Wörter offen herumliegen. Sie empfindet das als persönliche Freiheit und Glück. Mit eigenen Worten würde ich es so zusammenfassen: Wortbesitz im Überfluss ist symbolisch gesehen das Gegenteil von Zensur. Herta Müllers Collagen entstehen auf dieser Grundlage.
„Der Beamte sagte“ ist eine Erzählung, die auf jeder Seite ein Werk zeigt. Und auch, wenn die Handlung etwas in den Hintergrund tritt, so zeigt sich ihre poetische Sprache auf jeder Seite. Beim Lesen oder Betrachten befindet man sich an der Schnittstelle zwischen Kunst und Literatur: Wo endet der Text? Wo beginnt das Bild? Eine spannende Frage.
Für Liebhaber klassischer Romane ist die Handlung vielleicht etwas dünn, für Fans von Müllers literarischem Werk oder anderen experimentelleren Prosaformen ein empfehlenswertes Kunst-Buch!
- Emma Lewis
Ein Museum nur für mich
(2)Aktuelle Rezension von: SternchenBlauIm Prestel Verlag gibt es mit der „Eintritt frei“-Reihe bereits zwölf „Museen“ in wunderschöner Buchform: „Das Museum der Weltkulturen“ ebenso wie bspw. „Das Planetarium“. Dies sind allerdings eher für Kinder ab 8 gedacht sind. „Ein Museum nur für mich“ setzt deutlich früher an – so denke ich, dass bereits 4jährige an diesem Buch ihren Spaß haben werden – und bringt den Kindern die Idee nahe, die hinter jedem Museum steckt: Hier werden die unterschiedlichsten Dinge gesammelt und vorgeführt. Und „Ein Museum nur für mich“ zeigt die Bandbreite auf, die gesammelt und ausgestellt wird. Vom archäologischen Museum geht das Mädchen zum Naturkunde- und dann zum Kunstmuseum, botanischem Garten, Planetarium, usw. usf.
Vielleicht sind Menschen, die keine Museen mögen, jetzt bereits eingeschlafen. Bitte aufwachen, denn dieses Buch macht sehr viel Spaß, bietet Raum für Entdeckungen, ist – wie auch ein tolles Museum – total anregend gestaltet und dazu einer künstlerischer Hochgenuss.
Der Collagen-Stil der Bilder stützt die Aussage des Buchs, das Museen viele unterschiedliche Objekte zusammenbringen. Gleichzeitig helfen die Bilder sich in Museen zurechtzufinden. Es gibt Glasvitrinen, Archivschränke, Notausgangsschilder, Rahmen, Absperrungen, Texttafeln, ein Museumscafé und dann noch die anderen Besucher:innen, die mit unterschiedlicher Begeisterung die Exponate betrachten. Die Beschriftungen der „Exponate“ im Buch fehlen fast vollständig und so können die Lesenden ihre Phantasie spielen lassen. Darum lässt sich das Buch immer wieder aufs neue zur Hand nehmen, weil sich immer wieder neues entdecken lässt.
Total wichtig finde ich, nicht nur für das Kunstmuseum, in dem dem das Zitat steht, den folgenden Satz:
"Jeder hier mag etwas anderes."
Und so kommen wir schließlich zu der zentralen Aussage: „Ein Museum nur für mich!“. Denn das haben wir alle bis zu einem gewissen Grad zuhause und es umfasst eben all jenes, was uns als Person ausmacht oder wichtig ist. So wie das die großen Museen für ihre jeweiligen Bereiche oder Themen machen.
Dazu passt, dass nach dem eigentlich gesetzten „Endes“ des Buches noch sechs Seiten mit Fragen und Platz für die entsprechenden Antworten folgen:
- Was würdest du gerne sammeln?
- Was ist in deinem Museum ausgestellt?
- Welche Museen kennst du noch?
- Kannst du dir ein paar neue ausdenken?
- Was glaubst du, wem die alten Spielzeugtiere einmal gehört haben?
- Kannst du hier noch mehr davon zeichnen?
- Welches ist dein Lieblingsbild aus dem Kunstmuseum?
- Kannst du hier ein paar Bilder für deine eigene Galerie zeichnen?
Die englische Originalausgabe ist übrigens ursprünglich im Auftrag des Tate-Treuhandfonds erschienen, der in Großbritannien die vier Museen diesen Namens finanziert. Ja, dieses Buch soll Kinder ins Museum bringen, aber dieses Ziel finde ich absolut unterstützenswert.
Die Fragen muss ich mit meinem Sohn noch durchgehen, aber bislang findet er das Buch genauso toll wie ich. Er hat Museen von Anfang an geliebt, weil dort Wissen ganz anschaulich rüberkommt. Und dann beeindruckt ihn die Größe dort und dass es halt echte Gegenstände sind. Aber ich bin überzeugt, dass „Ein Museum nur für mich“ auch Museums-Muffeln diese eindrucksvollen Orte des Wissens näher bringen! 5 begeisterte Sterne von 5!
- Rebekka Stelbrink
Plötzlich Mama!
(2)Aktuelle Rezension von: CorniHolmesDer alte Dachs lebt allein in seinem Bau am Waldrand. Die vielen einsamen Jahre haben ihn zu einem mürrischen Griesgram und Eigenbrötler gemacht. Er hat am liebsten seine Ruhe und verlässt seinen Bau nur, um auf Essenssuche zu gehen, immer darauf bedacht, den anderen Waldtieren aus dem Weg zu gehen. Doch der Tag, an dem er ein Ei findet, wird sein Leben komplett verändern. Während sich der Dachs noch überlegt, wie er das Ei am besten zubereiten soll, beginnt es darin zu rumoren. Was eigentlich als Rührei oder Spiegelei auf seinem Teller landen sollte, ist plötzlich ein kleines Entenküken. Und nicht nur das: Es hält den Dachs für seine Mama! Verärgert darüber, dass er nun statt einer leckeren Mahlzeit ein kleines Vögelchen an der Backe hat, versucht der Dachs seinen neuen Mitbewohner loszuwerden. Er bringt es dorthin zurück, wo er das Ei gefunden hat – aber das kleine Küken folgt ihm heimlich nach Hause. Der Dachs ringt sich schließlich dazu durch, den kleinen Erpel bei sich aufzunehmen. Und wer hätte das gedacht, mit der Zeit genießt er es, eine Mama zu sein und kann sich ein Leben in Einsamkeit gar nicht mehr vorstellen.
Dem Erscheinen dieses Buches habe ich voller Vorfreude entgegen gefiebert. Schon Rebbeka Stelbrinks erstes Bilderbuch „Stille Post“, das sie gemeinsam mit der Autorin Andrea Tuschka erschaffen hat, war ein absolutes Schätzchen (solltet ihr es noch nicht kennen, schaut’s euch unbedingt an!). „Plötzlich Mama!“ ist nun allein aus ihrer Feder entsprungen und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen!
Schon das Cover ist ein Highlight, sowohl optisch als auch haptisch, und dahinter geht es genauso weiter. Visuell ist dieses Buch ein ganz besonderer Genuss. Rebekka Stelbrink hat erneut zu Pinsel, Schere, Farbe, Stift und Papier gegriffen, um daraus (ganz analog) die herrlichsten Papiercollagen zu zaubern. Aus unzähligen Papierschnipseln hat sie mit viel Liebe zum Detail, Geduld und Kreativität die Welt von Dachs und Erpel zum Leben erweckt. Lauter filigrane Papierelemente wurden zu verschiedenen Szenen arrangiert und anschließend so digitalisiert, dass die Dreidimensionalität perfekt eingefangen wurde. Man taucht in wundervolle Landschaften ein, begleitet den alten Dachs und den kleinen Enterich durch die Jahreszeiten und erfreut sich an den vielen bezaubernden und witzigen Details. Es gibt hier auf einfach so viel zu zu bestaunen und durch die coole 3D-Optik überkommt einem immer wieder das Verlangen, über die Seiten zu streichen, um etwas zu erfühlen. Rebekka Stelbrinks Kunstwerke sind einfach wieder faszinierend und wirken zudem auch sehr inspirierend. Hier wird garantiert so manches Kind dazu angeregt, selbst kreativ zu werden und sich beim Collagen-Basteln auszutoben.
Inhaltlich präsentiert uns die deutsche Künstlerin eine herzallerliebste und berührende Tiererzählung über die Bedeutung von Familie, Liebe, Geschlechterrollen und das Älterwerden. Auf eine kindgerechte Weise gibt uns die Geschichte einige wertvolle Botschaften mit auf den Weg. Sie zeigt uns, dass Familie nicht allein durch Blut definiert wird, dass das Mamasein über die Biologie hinausgeht und dass es sich lohnt, Veränderungen zuzulassen. Es macht einfach unheimlich viel Freude mitzuerleben, wie der alte Dachs und das kleine Küken zueinanderfinden und fortan gemeinsam durchs Leben gehen. Wie aus dem einsamen Grummeldachs eine freundliche und fürsorgliche Mama und schließlich sogar noch eine glückliche Oma wird. Man liest und betrachtet dieses Buch mit einem Dauerlächeln auf den Lippen und beendet es mit einem warmen Gefühl im Bauch.
Fazit: Einfach zum Verlieben! „Plötzlich Mama!“ ist eine warmherzige und lustige Tiergeschichte ab 3 Jahren, die uns liebevoll daran erinnert, das Familie so viel mehr ist als nur Verwandtschaft. Ein echter Bilderbuchschatz für Leser*innen jeden Alters mit detailreichen, farbenfrohen Papiercollagen zum Immer-wieder-Angucken. Ich bin ganz hin und weg von diesem Bilderbuch, ich kann es jedem nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen! - Reiter Kathrin
Elepsiquadrie
(1)Aktuelle Rezension von: KinderbuchkisteAuf euch wartet ein ungewöhnliches Bilderbuch in vielerlei Hinsicht
über Freundschaft
Krankheit, Epilepsie, Untersuchungen und Notfallmaßnahmen
eine Geschichte in Reimen erzählt
kindgerecht erzählt mit wundervollen Bildern
für Kinder ab 4 Jahren
Auf euch wartet ein ganz außergewöhnliches Bilderbuch und das in vielerlei Hinsicht.
Zum einen fallen einem die wunderschönen, außergewöhnlichen Illustrationen sofort bei dem Blick auf das Cover auf, die so ganz anders sind als in bei den meisten anderen Bilderbüchern, und dann ist da dieser lustige Titel, der uns Erwachsene sofort an das richtige Wort und damit an die Krankheit Epilepsie erinnert , ja und wenn wir die ersten Zeilen lesen stellen wir auch noch fest, das die Autorin in Reimen erzählt und dadurch eine ganz außergewöhnliche Dynamik und Stimmung entsteht, die ganz viel Lebensfreude, Zuversicht und Mut in sich trägt.
Für ein Bilderbuch, das sich dem schwierigen Thema Krankheit annimmt ist das nicht unbedingt die übliche Form eine Geschichte zu erzählen in der wichtige Botschaften transportiert werden sollen, doch irgendwie hat genau das seinen ganz besonderen Reiz. So seltsam es klingen mag über dem ganzen Buch liegt ein Hauch von Magie, die man beim Betrachten der Bilder spürt, obwohl die Thematik der Geschichte nicht unbedingt mit Magie oder Zauber in Verbindung gebracht werden kann. Ein sanftes Gefühl, das vermutlich durch die Wirkung der Aquarellfarben entsteht.
Mit diesem sanften Gefühl beim Blick auf das neugierig machende Cover steigen wir die Geschichte ein, die zunächst einmal ganz viel Freundschaft erleben lässt. Wir lernen Greta Wildschwein kennen, die noch keine Rangelei gegen Jungen verloren hat und Fuchs Willibald, der der Älteste der drei Freunde ist und oft so tut als sei er der Klügste. Ja und dann ist da noch Dachs Theodor, den alle nur Theo nennen und er von allen sehr gemocht wird, weil er so freundlich ist. Am allerliebsten spielen die Drei Fußball und da steht Theo im Tor und hält die Bälle richtig gut. Doch dann geschieht eines Tages etwas komisches. Theo steht im Tor und fängt den Ball nicht, er fällt zu Boden doch er rappelt sich nicht direkt wieder auf, wie er es sonst macht wenn er fällt. Stattdessen guckt er seltsam. Sein Blick ist starr und dann ist da so ein Zittern und er reagiert gar nicht. Weder Willibald noch Greta können sich das was da gerade passiert erklären. Als Theo wieder zu sich kommt verhält er sich immer noch seltsam und deshalb beschließen die Freunde ihn ins Waldkrankenhaus zu bringen. Dort wird er von Doktor Lurch erst einmal gründlich durchgescheckt. Er bekommt eine Art Sternenhaube aufgesetzt, die an ein Gerät angeschlossen wird, das sich Elektroenzephalogramm (kurz EEG) nennt. Kindgerecht lässt die Autorin nicht nur die Erklärungen rund um diese Untersuchung in die Geschichte mit einfließen, sondern auch über das MRT was im Anschluss gemacht wird. Danach steht fest, Theo leidet an Epilepsie, was das ist, wie Greta und Willibald sich in Notfällen verhalten müssen, worauf Theo acht geben muss und was die beste Medizin ist, das erklärt Doktor Lurch am nächsten Tag in seinem Sprechzimmer bevor Theo wieder nach Hause darf, wo die Drei erst einmal etwas feiern und vor allem lachen.
Diese wirklich zauberhafte Geschichte greift ein Thema auf, mit dem sich nur sehr wenige Bilderbücher beschäftigen.
Um so schöner wenn es dann auch noch liebevoll erzählt und illustriert ist wie dieses. Kathrin Reiter hat hier eine Bilderwelt geschaffen in der sehr klar erkennbar ist, dass die Protagonisten nicht einfach "nur" gezeichnet sind sondern "echte" plastische Wesen. Mittels Collagentechnik bindet sie kleine gefilzte und dann abgelichtete Figuren in ihre Aquarellhintergründe und anderen gezeichneten Elemente ein und schafft so eine besondere Perspektive, die nicht nur für Kinder spannend zu entdecken ist.
Krank sein, Untersuchungen und Geräte beim Arzt und im Krankenhaus sind immer Dinge, die wenn sie fremd sind den Kindern Angst machen können. Hier wird auf kindgerechte Weise erklärt und Angst genommen. Ob es so glücklich ist Tiere dies alles erleben zu lassen ist sicherlich Ansichtssache. Ich weiß einige Eltern hätten sich gewünscht, das die Geschichte mit menschlichen Protagonisten erzählt worden wäre um noch etwas mehr Nähe zur Geschichte und den Inhalten zu schaffen. Mit Sicherheit sehen das einige Kinder ähnlich, doch gibt es genauso viele, die es perfekt so finden wie es ist.
Manchmal ist etwas Distanz trotz Nahbarkeit ganz gut.
Auch tauchte die Frage auf ob der Erzählstil in Reimen zum Transportieren von "Sachinformationen" glück gewählt ist.
Kinder lieben in der Regel die Reimsprache mit ihrer ganz eigenen Dynamik und eigenem Sprachrhythmus. Es ist zu beobachten, dass Informationen die über Reime transportiert werden leichter verinnerlicht und behalten werden, ähnliches ist auch beim Rappen zu beobachten, so gesehen ist es also sehr klug hier mit Reimen zu erzählen.
Es ist, wie eigentlich bei jedem Buch, dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Ich habe mich mit den Kritikpunkten einiger Erwachsener auseinandergesetzt und erwähne sie bei meiner Buchvorstellung ganz bewusst, um nicht nur meine Meinung und die vieler, vieler Kinder, die dieses Buch lieben, vorzustellen sondern ein halbwegs objektives Bild aufzuzeigen, das viel beschreibend ist und etwas subjektiv.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass es leider viel, viel zu wenig Bücher gibt, die sich chronischen Krankheiten, Behinderungen, Krankheiten und Krankenhaus im Bilderbuch widmen.
Schade ist, dass viele der Bücher, die in diesem Bereich auf dem Buchmarkt sind nur existieren weil die Kreativen sie mit viel Idealismus in Eigenregie auf den Markt bringen. Die großen Verlage behandeln diesen Themenbereich meist ehr stiefkindlich.
Auch dieses Buch ist ein Selfpublisher Titel!
In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß mit diesem wie ich finde, wundervollem Bilderbuch.
- Britta Teckentrup
Zusammen unter einem Himmel
(5)Aktuelle Rezension von: klaudia96
Inhalt
Für eine vereinte Welt – in der nichts uns trennt. Denn wir leben alle zusammen unter einem Himmel, träumen dieselben Träume, singen dieselben Lieder, spüren denselben Regen. Unterschiedlichste Tiere aus allen Teilen der Welt empfinden gemeinsam dasselbe – denn sie alle gehören zusammen.
Meine Bewertung
Britta Teckentrup hat zurecht mit ihren Illustrationen schon Preise abgestaubt. Eines ihrer neuesten Werke bei arsEdition ist das Buch „Zusammen unter einem Himmel“, ein Titel, der gerade in der heutigen Zeit wichtig ist und schon die Kleinsten dazu auffordert, lieber auf die Gemeinsamkeiten zu schauen, die uns verbinden, als auf die Unterschiede zwischen uns.
Das Buch an sich hat keine richtige Geschichte zu erzählen, sondern ist eher eine kleine Zusammenstellung poetischer Sätze über die Gemeinsamkeiten, die die Tiere dieser Welt verbindet. Ob man auf gleiche Weise singt, spielt oder träumt – hier ist gerade bei der Altersempfehlung von vier Jahren das Mitmachen der Kinder und Eltern gefragt. Zu den Tieren kann man sich verschiedene Geschichten ausdenken, wenn die kurzen Sätze nicht reichen. Gleichzeitig klingt aus diesen Zitaten ein Hinweis auf den Zustand unserer heutigen Welt im politischen Sinn heraus. Gemeinsam statt getrennt – denn wir gehören zusammen, sind gar nicht so verschieden, wie wir erscheinen mögen. Das macht das Buch zu einer Basis, die Eltern und Kinder dazu anleiten kann, sich über Problematiken wie Rassismus, Intoleranz und Diskriminierung auf altersgerechte Art zu unterhalten.
Gestaltungstechnisch kann das Hardcover einfach auf voller Linie punkten. Ich finde diese gedämpften Farben sehr schön, sie passen zur Naturverbundenheit, die das Buch ebenfalls wiederspiegelt. Mit Fadenbindung und dicken Papierseiten ist das Buch auch sehr hochwertig und geht nicht so leicht beim Spielen kaputt. Was aber das besondere Merkmal ist: Die Ausstanzungen in verschiedenen Formen. Beim Blättern verbinden sie Textteile, die auf aufeinanderfolgenden Seiten zueinander gehören, und schaffen so dieses Verbundenheitsgefühl, das im Buch gezeigt werden soll. Insbesondere hat mir gefallen, dass man hier auch die verschiedenen Formen wie Wolken, Kreise, Regentropfen erkunden kann. Eine sehr gelungene Aufmachung!
Alles in allem finde ich das Buch gut und wichtig mit den Themen, die es anspricht, aber der poetische Stil und die kurzen Sätze sind etwas, wobei die Eltern ihren eigenen Stil beim Vorlesen finden müssen. Für Kinder ab vier Jahren wird die Thematik sicher zu begreifen sein, allerdings bietet es sich an, die Bilder und Sätze weiter auszuschmücken mit eigenen Erzählungen. - Grit Scholz
Das Tor ins Leben
(3)Aktuelle Rezension von: Lisa-Maria-SchweidlerEin großes Dankeschön an die Autorin für die Bilder der menschlichen Yoni und Parallelen in der Natur. Wir sind ein Wunder und genau so richtig und wunderschön, wie wir sind!
- Jasmin Köchl
Bienenblues
(12)Aktuelle Rezension von: RavenDas Buch "Bienenblues" von Jasmin Köchl umfasst ca 144 Seiten und ist über Piepmatzverlag erschienen.
Das Buch gibt es als gebundene Ausgabe. Als Hardcover hat das Werk eine sehr gute Qualität mit extrem dicken, griffigen Leseseiten.
Es sind zwei unterschiedlich gefärbte Lesebändchen enthalten und viele bunte Graphiken und durchweg gefärbte Seiten.
Summ Summ Summ....
Ein Sachbuch rund um die Biene...
Die Seiten sind alle farbig gehalten mit bunten, interessanten, kreativen Graphiken und für den Honigteil sind die Seiten orange hinterlegt mit schwarzem Lesebändchen. Die restlichen Seiten sind in Eierschale gefärbt mit einem weißen Lesebändchen. Das Buch besitzt eine herausragende Qualität. Man spürt das Herzblut welches in dem Projekt steckt und deshalb macht das Blättern, entdecken und Lesen auch besonders viel Spaß.
Ein absolut geniales Bienensachbuch, welches einfach und verständlich folgendes beschreibt:
Die Biene, Bienenarten, Leben im Bienenvolk, Bienenhiearchie, Honiggewinnung der Biene, Honigsorten, Artensterben und Schädlinge, sowie Bienenschutz.
Das Werk fasst alles so verständlich und einfach zusammen, dass man es oft zum Nachschlagen verwenden kann.
Fazit: Ein Sachbuch rund um die Biene, Honig und Bienenschutz mit interessanten Illustrationen und bunten Leseseiten in einer herausragenden Qualität. Viele Hintergrundinformationen, einfach erklärt. Außerordentliche Leseempfehlung!
- Ted Sylvester
Uncommon Poems, Dinggedichte & Lyrik-Collagen
(3)Aktuelle Rezension von: annluDas Werk vereint Gedichte und Lyrik der etwas anderen Art. Die Texte – die im übrigen im Appendix in gewohnter Form nachgelesen werden können – wurden zu Collagen, zu Bildern verformt und auch ihre Schriftart angepasst, sodass sie die Gedanken eindrücklicher wiedergeben.
Für mich war die Lektüre ein Experiment, hatte ich mich doch schon lange nicht mehr mit Lyrik auseinander gesetzt und mit diesem ein ungewöhnliches Buch dazu in die Hand genommen. Schon beim Cover fiel mir auf, dass die Grafik hier eine große Rolle spielt. Diese ist es auch, die beim Blättern durch das Buch als erstes ins Auge fällt, gleicht doch keine Seite der nächsten. Ich war überrascht davon, welche Bilder und Assoziationen entstanden, rein durch die unterschiedliche Verwendung verschiedener Schriftarten und Textanordnungen – besonders, da der bildhafte Eindruck hier auf die unterschiedliche Nutzung der Möglichkeiten eines Computerschreibprogramms basiert.
So machten die grafische Gestaltung und die ersten, bildhaften Wahrnehmungen vieler Werke einen sehr guten Eindruck auf mich. Bei manchen Gedichten wurde ich mir aber auch darüber bewusst, dass ich doch ein sehr textlastiger Mensch bin. So waren einige der aneinandergereihten Gedanken ein optischer Schmaus für mich, wenn ich dann aber näher über den Sinn dieser nachgedacht habe, und mich mehr auf die Inhalte konzentriert habe, konnte ich ihnen nicht immer etwas abgewinnen. In dieser Hinsicht muss ich mich wohl bei den konservativen Gedichtlesern einreihen, die so viel wie möglich aus diesen herauslesen wollen und damit auch alle Wörter in die Waagschale werfen. Mir jedenfalls ging es so, dass so manches Werk seine (von mir angenommene) Intention über die Gestaltung erreichte, nicht immer aber über den Text.
Mit fortschreitendem Stöbern und Lesen fielen mir aber auch Werke auf, die sehr wohl in der Lage waren, mich zu erreichen, Gefühle auslösten und mich zum Nachdenken brachten. Interessanterweise waren das meist die Gedichte, die in klassischer Reimform gehalten waren. So war es für mich eine Suche, ein Stöbern nach den Teilen der Sammlung, die mir zusagen.
Fazit: Das Buch vereint sehr viele Werke, die der Autor im Laufe der Zeit kreiert hat. Hier wurden sie in thematische Kapitel gegliedert. Während ich die grafische Gestaltung aller Gedichte interessant fand, konnten mich nicht alle Texte erreichen. Auf jeden Fall dies ein Buch, in dem ich immer mal wieder stöbern werde, dessen Werke ich in unterschiedlichen Stimmungen auf mich wirken lassen muss, um so die Spreu vom Weizen zu trennen und immer mal wieder eine Werk aufzufrischen, das mich zum Nachdenken bringt.
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