Bücher mit dem Tag "coming-of-age"
514 Bücher
- Carlos Ruiz Zafón
Der Schatten des Windes
(5.825)Aktuelle Rezension von: SMBerghoffIch habe "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón gelesen wie man einen geheimen Garten betritt: langsam, neugierig – und am Ende wollte ich gar nicht mehr wieder raus. Schon die erste Szene, in der der junge Daniel in den "Friedhof der vergessenen Bücher" geführt wird, ließ mich spüren, dass dieses Buch selbst eine Liebeserklärung an Bücher ist.
Was mich besonders fasziniert hat, ist die dichte, fast gotische Atmosphäre Barcelonas: enge Gassen, verregnete Plätze, der Geruch von altem Papier und Geheimnissen. Die Geschichte verwebt Liebe, Verrat, politische Schatten der Franco-Ära und die Spurensuche nach dem rätselhaften Autor Julián Carax so kunstvoll, dass ich mich immer wieder fragte, ob ich gerade einen Krimi, eine Familienchronik oder ein Märchen lese. Wahrscheinlich alles zugleich?
Natürlich dehnt Zafón manche Episode, und wer nur auf rasanter Spannung reitet, könnte ungeduldig werden. Doch gerade diese geduldige Erzählweise machte für mich den Zauber dieses besonderen Buches aus: Ich wollte in diesen verschlungenen Seiten verweilen. Das passiert mir selten und daher gebe ich die Höchstwertung. Für mich ist Schatten des Windes ein grandioses Loblied auf die Macht von Geschichten – ein Roman, der lange nachhallt und der zeigt, wie Bücher selbst zu Schicksalen werden können.
- Joanne K. Rowling
Harry Potter and the Philosopher's Stone - Hufflepuff Edition
(1.661)Aktuelle Rezension von: insaa_readsDie ersten Harry Potter Bücher hatte ich schon auf Deutsch gelesen und habe das Buch jetzt auf Englisch gelesen und es wieder geliebt.
Man taucht ein in diese magische und spannende Welt, in der Harry direkt der Held ist, obwohl er lange nichts davon weiß, dass er ein Zauberer ist. Es gibt viele spannende Szenen wie die Quidditch Spiele aber auch ein paar ruhigere. Meiner Meinung nach kann man sich Hogwarts sehr gut vorstellen, die Schule und die Stimmung des Buches generell passen perfekt zu regnerischen Herbstabenden.
Diese Geschichte nimmt einen mit zu aufregenden Abenteuern und ich denke, dass jeder sich mit einem Charakter verbunden fühlt, weil es so viele unterschiedliche gibt. Ich konnte mich direkt mit Hermine identifizieren aber z.B. Harry und Ron mag ich auch sehr.
Insgesamt ist Harry Potter mein Lieblings-Fantasy Buch!🧙
(Ich hatte diese Rezension schonmal vor 15 Tagen veröffentlicht, habe jetzt aber die eigentliche Version des Buches, die ich habe, gefunden. :))
- John Green
Eine wie Alaska
(2.549)Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_bookBevor ich gemeinsam mit @linhelest für unser Leseprojekt „2 Leseblicke“ in „Eine wie Alaska“ eingetaucht bin, habe ich ein paar Rezensionen überflogen - von überschwänglichem Lob bis hin zu harscher Kritik war alles dabei. Umso neugieriger war ich, wie wir zwei dieses viel diskutierte Jugenddrama einordnen würden. Jetzt, nach dem Lesen, bin ich mir noch immer nicht sicher …
Schon die ersten Seiten fühlten sich an wie der Beginn eines klassischen Entwicklungsroman - ein Coming-of-Age wie man heute so schön sagt. Jugendliche, die sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden, sich ausprobieren, Grenzen austesten - das kennt man. Themen wie Rauchen, Sex und das bewusste Überschreiten von Regeln ziehen sich wie ein roter Faden durch den Anfang der Geschichte. Nichts, was mich zunächst besonders gefesselt hätte. Ich konnte den Hype nicht wirklich nachvollziehen.
Und dennoch: Ich wollte herausfinden, warum dieses Buch an unserer Schule - entweder im Deutsch- oder im Englischunterricht - manche Jahre zur Pflichtlektüre gehört. Also blieb ich dran.
Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Die Struktur des Romans - eingeteilt in ein „Davor“ und ein „Danach“ - ist mehr als nur eine stilistische Entscheidung. Aus dem Klappentext auf meinem Exemplar geht mit keiner Silbe hervor, was passieren wird. Ich hatte mich, wie viele andere Lesende vermutlich auch, völlig unbedarft in die Geschichte gestürzt - und wurde ab „Danach“ emotional komplett überrollt.
War das Lesen bis dahin eher unbeschwert möglich, änderte sich mein Empfinden schlagartig. Mein Herz schlug bei jedem neuen Kapitel im Galopp. Als würde ich selbst Teil der Geschichte sein. Besonders der zweite Part des Romans hat mich tief getroffen. Das lag nicht nur an Greens intensiver Sprache oder seiner authentischen Darstellung von Trauer und Schuld, sondern auch an persönlichen Umständen: Diese Woche jährt sich der Tod meiner Oma zum ersten Mal - und ihr plötzlicher Verlust hallt in mir bis heute nach. Die Szene mit Alaskas Mutter war für mich daher kaum zu ertragen.
John Greens Stärke ist die Fähigkeit, die komplexe Gefühlswelt von Jugendlichen greifbar zu machen. Erwachsene wirken in ihrer Funktion oft hilflos oder abwesend, während die Jugendlichen zwischen Rebellion, Selbstfindung und echter Verzweiflung schwanken. Diese Dynamik bringt Green mit bemerkenswerter Feinfühligkeit auf den Punkt.
Das offene Ende des Werkes lädt zum Nachdenken und Diskutieren ein - ein Aspekt, der besonders im schulischen Kontext wertvoll ist. Es gibt keine einfache Antwort, keine klaren Linien, aber viele Impulse, die einen auch nach dem Zuklappen des Buches noch beschäftigen.
„Eine wie Alaska“ hat mich unerwartet tief bewegt. Es ist keine Lektüre, die man einfach durchliest und weglegt. Sie fordert - emotional und gedanklich.
©2025 adlatb
- Stephanie Garber
Caraval
(1.143)Aktuelle Rezension von: Kaefer172⚠️Achtung Inhaltswarnung ⚠️
Wir tauchen ein in die Welt von Stella. Stella lebt mit ihrer Schwester Donatella auf der Insel Trista mit ihrem Vater. Die Mutter der beiden ist schon vor Jahren verschwunden, seitdem sind sie den brutalen Ausbrüchen und Strafen ihres Vaters unterworfen. Dieser bestraft sehr makaber bei Verfehlungen immer die jeweils andere Schwester...und das durchaus körperlich.
Scarlett hat schon viele Jahre den Wunsch bei dem berühmten Spektakel Caraval dabei zu sein. Da man hierfür eine Einladung benötigt, schreibt sie immer und immer wieder an den Master of Caraval (auch Legend genannt), bis sie eines Tages tatsächlich eine Einladung erhält. Da das Spektakel auf einer anderen Insel stattfindet ubd mit ihrer bald stattfindenden Hochzeit mit einem ihr noch unbekannten Grafen korreliert, gibt sie den Traum schnell wieder auf...Doch Donatella ermutigt sie für ein paar Tage gemeinsam auf die Insel zu fliegen und rechtzeitig zurückzukommen. Auf Ihrer Flucht kommt Ihnen "unerwartet" ein junger Mann zur Hilfe (Julian) der die beiden mit auf ein Schiff mit, dass sie zur richtigen Insel mitnimmt.
Auf der Insel angekommen, verschwindet Donatella und damit beginnt das makaber fantastische Spiel, bei dem Julian ein unerwarteter Begleiter wird....der schonmal an Caraval teilgenommen hat. Was oder wem darf Scarlett glauben.....was ist inszeniert und was ist die Wirklichkeit....5 Nächte.....mit einem Ziel: Finde Donatella als erstes, dann bist Du die Gewinnerin von Caraval 🎪
Das ganze Buch fühlt sich wie eine Art magisch makaberes Escape Game an. Rätsel müssen gelöst werden, gestellte Fallen müssen umgangen werden, Versuche fehlgeleitet zu werden, müssen erkannt werden. Spannend mit vielen Wendungen, sich entwickelnde Beziehungen mit Tension, die einen schmelzen lässt.
Ein fantastisches Meisterwerk a la Stephanie Garber, mit einem Cliffhanger, der mich schon sehr gespannt auf den nächsten Teil blicken lässt -> dann wird es "Legendary"
Von mir gibt es ⭐️⭐️⭐️⭐️,5 Sterne und eine klare Leseempfehlung
- John Green
Margos Spuren
(1.958)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Leider konnte mich Margos Spuren nicht überzeugen. Der Schreibstil war zwar ungewöhnlich und in gewisser Weise interessant, aber insgesamt empfand ich ihn als zu schnell, hektisch und abgehackt. Dadurch fiel es mir schwer, in die Handlung einzutauchen oder eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Die Idee der Geschichte hatte zwar Potenzial, doch die Umsetzung hat mich persönlich nicht erreicht. John Green ist wohl einfach nicht mein Autor.
- Wolfgang Herrndorf
Tschick
(2.975)Aktuelle Rezension von: FeatherIch habe schon länger gehört, dass viele Leute Tschick einmal im Leben gelesen haben und es auch inspirierend genug ist, dass man es gerne als Schullektüre nimmt. Für mich unverständlich.
Das ganze Buch hat sich leider gezogen und gezogen und das lag vor allem an den Charakteren. Ich habe nichts gegen Figuren, die herausstechen und anders sind, aber Tschick ist wirklich ein Negativbeispiel, wenn es um die Einführung solcher Charaktere geht. Ich konnte mich nicht mit ihnen anfreunden und sie haben mich ab einem bestimmten Punkt nur noch genervt mit ihren völlig hirnrissigen Entscheidungen.
Dass diese Entscheidungen dann immer zu vollkommen wirren Nebenplots wurden, war auch keine Besserung und so hatte ich das Gefühl in einem nicht enden wollenden Traum gefangen zu sein, wo nichts irgendeinen Sinn ergab.
Den Schreibstil habe ich als zäh und relativ einfach empfunden und er hat in Kombination mit Figuren und Plot nichts Positives beitragen können. Für mich leider ein absoluter Flop und das Buch würde ich nicht empfehlen.
- Mariana Leky
Was man von hier aus sehen kann
(966)Aktuelle Rezension von: Carofii💭 M E I N U N G
Das Buch spielt in einem kleinen Dorf im Westerwald. Im Mittelpunkt stehen hierbei Luise und ihre Großmutter Selma.
Die Geschichte beinhaltet einzelne Einblicke in das Leben von Luise & Selma und behandelt die Themen Liebe, Verlust und das Erwachsenwerden. Außerdem erzählt es von besonderen Begegnungen und unscheinbaren Momenten, die Menschen für immer verändern.
Die Charaktere sind authentisch dargestellt und die Einblicke in deren Gefühlswelt mehr als gelungen.
Ich habe mich von der ersten Seite an, an dem Erzählstil und den Wortwitzen erfreut 🥰
⭐️ F A Z I T
Alles in allem ein poetischer, außergewöhnlicher und gleichzeitig humorvoller Roman, der tief geht und nachhallt.
Von mir gibts 4,5 ⭐️!
- Donna Tartt
Der Distelfink
(527)Aktuelle Rezension von: MEvaEine interessante Geschichte über jahrelange Konsequenzen einer einzigen Handlung, die leider etwas unnachvollziehbar in die Substanzen-Ecke taumelt.
Theo Decker ist unter einem schlechten Stern geboren - vermutlich würde sein alkohol- und Glücksspielkranker Vater mir hier zustimmen. Im Alter von 13 Jahren verliert er seine alleinerziehende Mutter bei einem terroristischen Anschlag im Museum. Zeitgleich stellt das Schicksal die Weichen für lebenslange Bindungen: An ein Antiquariat und den "Distelfink" - das Gemälde, was er im Affekt stiehlt. Die Jahre gehen ins Land, er verliert Angehörige und seine Tat verfolgt ihn - bis ein Freund aus der Vergangenheit auftaucht.
Spoilerwarnung:
Meiner Meinung nach hätten 200 Seiten weniger das Thema auch rübergebracht. Theo leidet an PTSD und wurde mehrfach entwurzelt, was eine mögliche Erklärung für seinen heftigen Drogenkonsum ist den ich schon als recht unrealistisch für seinen komplexen Lifestyle als betrügerischer Antiquitätenhändler halte. Das Thema des Kunstraubs und seiner Konsequenzen - auch auf philosophischer Ebene - finde ich interessant. Theo selbst bleibt etwas blass denn seine eigenen Moralvorstellungen werden vom Gutmensch Hobie und dem selbstgerechten Boris überschattet. Am Ende wird der Leser genauso hin- und hergerissen. Was würden wir tun? - Delia Owens
Der Gesang der Flusskrebse
(1.423)Aktuelle Rezension von: Lena_KrumbeckEin schönes, sanftes Buch – fast wie ein Sommerabend im Nebel. Die Sprache ist poetisch, die Naturbeschreibungen sind wunderbar lebendig, und man spürt, dass Delia Owens die Wildnis liebt.
Aber trotz all der Schönheit blieb ich etwas auf Distanz. Die Geschichte von Kya hat mich berührt, ja, aber auch irritiert. Der Wechsel zwischen Naturroman und Krimi wirkt für mich nicht ganz stimmig – als wollte das Buch zu viel auf einmal.
Kya ist eine faszinierende Figur, doch manches an ihrer Entwicklung fühlte sich zu glatt an, zu märchenhaft. Ich hätte mir mehr Zwischentöne, mehr leise Brüche gewünscht.
Ein Buch, das ich gern gelesen habe, aber nicht noch einmal lesen würde. Schön, berührend – und doch ein wenig zu perfekt erzählt.
- Philip Pullman
Der Goldene Kompass
(1.589)Aktuelle Rezension von: SchaninIch bin etwas zwiegespalten bei diesem Buch und schwankte zwischen drei und vier Sternen. Einerseits fand ich die Welt, die Philip Pullman geschaffen hat, sehr gelungen. Es ist eine Mischung aus Fantasy (Hexen, Panzerbären) und unserer realen Welt (England & Spitzbergen). Auch die Idee mit den Daemonen ist sehr süß und die Geschichte hat großes Potential. Allerdings ließ mich das Buch an einigen Stellen auch sehr ratlos zurück. Zum Beispiel konnte ich bis zum Ende nicht recht durchschauen, was dieser "Staub" eigentlich ist. Oder auch Lord Asriels Vortrag vor den Wissenschaftlern hat mich anfangs verwirrt, da ich zu diesem Zeitpunkt mit seinem Gesagten nichts anfangen konnte und das bremste bei mir ein bisschen die Lesefreude. Erst später gab es teilweise Auflösungen oder Erläuterungen. Aus diesem Grund habe ich mich auch gewundert, dass "Der goldene Kompass" ein Kinderbuch sein soll...ich finde es für Kinder irgendwie zu kompliziert aufgebaut und auch teilweise sehr düster mit einigen Toden.
- Elena Ferrante
Meine geniale Freundin
(681)Aktuelle Rezension von: ZamsIch bin unglaublich beeindruckt von Elena Ferrantes Art, Charaktere zu schreiben, außerdem ein großes Lob an die Arbeit der Übersetzerin, die es mir ermöglicht hat, das Buch in dieser Qualität zu lesen.
Ich hab mich gefühlt, als stünde ich mit den Mädchen in den heißen Straßen Neapels, ich verstand ihre Beweggründe und die historische sowie gesellschaftliche Situation der Charaktere, alles machte Sinn und zog mich in den Bann dieses Buches, ich kanns kaum erwarten, den Rest der Serie in die Finger zu kriegen.
- Benedict Wells
Hard Land
(644)Aktuelle Rezension von: annamfIch habe Wells zum ersten Mal gelesen und fand seinen Sprachstil und Tempo sehr gut. In seinen Protagonisten konnte ich mich gut hineinversetzen und das Thema Erwachsenwerden und Trauer fand ich gelungen beschrieben. Obwohl nichts Mega krasses an Handlung passiert war das Buch keinesfalls langweilig. Ich werde auf jeden Fall mehr von dem Autor lesen!
- John Irving
Gottes Werk und Teufels Beitrag
(1.026)Aktuelle Rezension von: Fynn_AugustusFinde das Buch wirklich sehr gut. Vielschichtige Personen, die die Handlung schon fast unwichtig machen. Der Erzählstil ist sehr langsam, was ich persönlich sehr gerne mag wenn es gut gemacht ist. Es geht um die Personen, ihre Beziehungen zueinander und zu ihrer Umwelt, ihre Persönlichkeiten und ihre Leben. Die Abtreibungsdebatte wird humanisiert. Rassismus ist kein Hauptthema, aber trotzdem weißt der Autor auf einige Probleme hin.
Ich kann das Buch grundsätzlich jedem empfehlen, nicht geeignet ist es meiner Meinung nach für Lese(wieder)einsteiger, da eben wenig passiert und das für Leute, die nicht viel lesen, öde sein kann, vor allem, da das Buch über 800 Seiten hat.
- J. D. Salinger
Lektüre Kopiervorlagen: Jerome D. Salinger, Der Fänger im Roggen / Catcher in the Rye
(1.564)Aktuelle Rezension von: NikoVoss»Der Fänger im Roggen« bekommt von mir 4 Sterne. Schreibstilistisch fand ich das Buch wirklich stark: Die konsequent durchgezogene Ich-Perspektive funktioniert hervorragend, sehr flüssig, sehr gleichmäßig und mit einem erstaunlich hohen Sog. Salinger schafft es, einen Ton zu halten, der gleichzeitig authentisch und literarisch ist – das ist bemerkenswert.
Inhaltlich ist es für mich eher Geschmackssache. Ein jugendlicher, der sich auf seinem Selbstfindungsweg windet, strauchelt, sucht und reflektiert – das ist solide erzählt, aber thematisch nicht unbedingt das, was mich am meisten fesselt. Der Plot selbst hätte für meinen Geschmack etwas spannender oder vielschichtiger sein dürfen. Trotzdem bleibe ich bei 4 Sternen, weil die Umsetzung stilistisch überragend ist, obwohl mich das Thema weniger interessiert.
Ich würde tatsächlich gerne einmal ein Werk von Salinger lesen, in dem er dieselbe erzählerische Technik auf einen etwas spannenderen oder komplexeren Plot anwendet. Vielleicht hat jemand eine gute Empfehlung?
- Rainbow Rowell
Eleanor & Park
(1.181)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraMit ein bisschen Verspätung ist endlich der Frühling auch meteorologisch bei uns angekommen, und das heißt auch immer: Zeit für Frühlingsgefühle! Deswegen hatte ich Lust auf eine luftig-leichte Liebesgeschichte. Vor einigen Jahren habe ich in meiner Lieblingsbuchhandlung einen Jugendroman gekauft, der genau das bietet, wonach ich gerade gesucht habe. „Eleanor & Park“ ist der Debütroman von Rainbow Rowell aus dem Jahr 2015, der schnell Erfolge verbuchen konnte. 2016 wurde das Buch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, und auch der Gott der Jugendliteratur selbst, John Green, äußerte sich in so hohen Tönen über „Eleanor & Park“, dass diese prompt auf das Cover gedruckt wurden: „Dieser großartige Roman erinnert mich nicht nur daran, wie es ist, jung und verliebt in ein Mädchen zu sein, sondern auch daran, wie es ist, jung und verliebt in ein Buch zu sein.“ Eine Lobeshymne von John Green ist quasi ein Ritterschlag. Inzwischen wird Rainbow Rowell aber auch oft mit Green in einem Atemzug genannt, und ist häufig die empfohlene Alternative für jene, die die überschaubaren Werke von Green schon kennen und lieben.
Der 16-jährige Park Sheridan lebt im Jahr 1986 mit seinem US-amerikanischen Vater, seiner koreanischen Mutter und seinem jüngeren Bruder Josh in Omaha im US-amerikanischen Bundesstaat Nebraska. Er fährt mit dem Schulbus zur Schule, wo Jeder seinen festen Sitzplatz hat. Der Platz neben ihm war bisher frei, worüber er ganz froh war. Nun gibt es jedoch ein neues Mädchen in seinem Jahrgang, das gezwungenermaßen den freien Platz einnimmt. Dass das der Beginn einer Liebesgeschichte ist, kann sich Park beim besten Willen nicht vorstellen.
Nachdem die gleichaltrige Eleanor Douglas nach einem Jahr Reißaus wieder in die prekären Verhältnisse ihres Elternhauses zurückkehrt, muss sie dadurch auch die Schule wechseln. Schon am ersten Schultag bekommt sie die Ablehnung ihrer Mitschüler deutlich zu spüren und landet notgedrungen neben einem kleinen, schmächtigen Jungen im Schulbus. Dass dieser Junge Park heißt und dass die Beiden mehr gemeinsam haben, als sie denkt, ahnt auch sie noch nicht.„Er versuchte nicht mehr, sie zurückzuholen.“, ist der erste Satz des Prologs, welcher ein klassisches Beispiel für eine epische Vorausdeutung ist, also hier am Anfang des Romans steht, aber eine Vorwegnahme des Ausgangs der Geschichte ist. Mit insgesamt annähernd 450 Seiten und 58 Kapiteln sind letztere recht kurz gehalten. Park und Eleanor wechseln sich als personale Erzähler im Präteritum ab, manchmal auch innerhalb der Kapitel. Der Handlungszeitraum beginnt im August 1986 und spielt etwa bis zum Ende des Schuljahres 1987.
Als Erstes lernt der Leser den männlichen Protagonisten Park Sheridan kennen. Er ist ein verhältnismäßig kleiner, schlanker Junge mit grünen Augen, den seine Mitschüler aufgrund seiner koreanischen Mutter als Asiaten bezeichnen. Gelegentlich hat er mit Rassismus zu tun, so wird seine Mutter von einem Schüler fälschlicherweise als Chinesin bezeichnet oder es wird ihm nachgesagt aus dem Dschungel zu kommen, weil die Szenerie in einem Film über den Vietnamkrieg im Dschungel spielte. Sogar Parks Bruder Josh ist inzwischen größer als er, weshalb er Schwierigkeiten hat, gegen ihn im Taekwondo anzukommen. Auch in der Schule gegen den Rüpel Steve hat Park es deshalb nicht leicht, weshalb er eher ein zurückhaltender und schüchterner Schüler ist, der gerne Musik hört oder mit seinem Freund Cal abhängt.
Eleanor Douglas hat dagegen einen ganz anderen Hintergrund. Sie lebt seit Kurzem wieder bei ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihren vier jüngeren Geschwistern, beziehungsweise Halbgeschwistern, in einem sehr kleinen Haus, sodass sie sich ihr Zimmer mit all ihren Geschwistern teilen muss. Das Zimmer ist klein und so beengt, dass nicht einmal jeder ein Bett für sich alleine hat. Das einzige Badezimmer hat keine Tür, weshalb ein behelfsmäßiges Laken über den Türrahmen gespannt wurde. Eleanors Verhältnis zu ihrem Stiefvater ist sehr schlecht, da dieser aggressiv und gewalttätig ist. Eleanor hat dunkelbraune Augen, einen roten Lockenschopf und Sommersprossen. Sie ist ein durchschnittlich großes, aber pummeliges Mädchen, das aufgrund der finanziellen Not ihrer Familie kaum Kleidung besitzt. Mit zu großen Hemden, geflickten oder löchrigen Hosen oder einer Krawatte, mit der sie sich die Haare zusammen bindet, fällt sie unfreiwilligerweise auf wie ein bunter Hund. Als 16-Jährige ist sie gerade mitten in der Pubertät, hat aber zuhause keinerlei Rückzugsorte oder Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentfaltung. In der Schule ist sie den Schikanen ihrer Mitschülerinnen ausgeliefert. Kurzum, Eleanor ist eine bemitleidenswerte Figur. Dennoch fiel es mir zwischendurch schwer, mit ihr zu sympathisieren. Vermutlich aufgrund ihrer sozialen Herkunft igelt sie sich stark ein und wirkt gerade auf Unbekannte abweisend und widersprüchlich. Dies ist zwar der Tatsache verschuldet, dass sie auf sich alleine gestellt ist und kaum Rückhalt aus ihrem familiären Umfeld bekommt, es macht sie jedoch auch zu einem zwiespältigen Charakter.
Insgesamt fand ich es großartig, dass Rowell versucht neben der ersten großen Liebe auch noch ernste Themen wie Armut, Alkoholismus, Rassismus, häusliche Gewalt und Mobbing unterzubringen. Allgemein gelingt dies auch sehr gut, allerdings gibt es gerade in puncto Armut einen Aspekt, den ich Rowell nicht abkaufen kann. Dass Eleanor mit erschreckender Mittellosigkeit groß wird, wird regelmäßig deutlich. Sie besitzt keine Jacke und das Essen, das ihre Mutter kocht, besteht häufig aus Resten wie Reis und Ei oder belegtem Toastbrot, während ihr Stiefvater ein Steak aufgetischt bekommt. Im zwölften Kapitel erzählt Eleanor aber, dass es in ihrem Haushalt „kein Telefon, keine Waschmaschine, keine Zahnbürste“ gäbe. Eleanor müsse sich deswegen die Zähne mit Salz schrubben. Aber ganz ehrlich, es kann einfach nicht sein, dass vom Haushaltsgeld eine siebenköpfige Familie plus ein Hund und eine Katze durchgefüttert werden können, wobei der Stiefvater sogar noch sein Steak erhält, während für Zahnbürsten, die schätzungsweise ein Dollar das Stück kosten, kein Geld übrig ist. Vielleicht wollte Rowell auf Teufel komm raus die Armut dieser Menschen darstellen, hat dabei aber den Realitätsbezug verloren. Oder wer auch immer in der Familie Douglas für die Ausgaben verantwortlich ist, kann nicht haushalten, und macht die Familie ärmer als sie ist.
Rowell verwendet eine einfache Sprache, die sich an den Jugendslang anbiedert und nicht vor Umgangssprache wie „Wichser“, „Schlampe“ oder „Arschloch“ zurückschreckt. Gleichzeitig beweist sie aber auch, dass eine schlichte Sprache nicht gleich ein schlichter Stil bedeutet. Der Schreibstil ist zwischendurch humorvoll, aber vor allem die zarten Annäherungsversuche zwischen Eleanor und Park sind zauberhaft fein, kreativ und doch so unverkennbar, dass sich jeder Leser darin wiederfinden kann. Die aufkeimenden Emotionen zwischen den beiden Jugendlichen sind so wunderschön, ohne jemals kitschig oder klischeehaft zu werden. Auch das Tempo ist sehr gut gewählt, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt. Dennoch blitzt gelegentlich durch, dass dies Rowells Debütroman ist, da es stilistisch noch nicht ganz ausgefeilt ist und ich leider einen fachlichen Fehler gefunden habe. In Kapitel 42 erzählt Eleanor: „seine Augen waren so grün, dass sie Kohlensäure in Sauerstoff hätten umwandeln können.“ Moment mal, Kohlensäure? Worauf Eleanor hier anspielt, ist höchstwahrscheinlich die Photosynthese, Stichwort „grün“. Dabei wird aber, wie man im Biologieunterricht lernt, Kohlenstoffdioxid (CO2) in Sauerstoff (O2) umgewandelt. Kohlensäure dagegen hat die Summenformel H2CO3 und spielt bei der Photosynthese überhaupt keine Rolle. Vielleicht ist dieser Fehler auch erst bei der Übersetzung entstanden. Jedenfalls ist es schade, dass jemand hier nicht einfach noch einmal nachgeschlagen hat.
Etwas, das quasi die Quintessenz von „Eleanor & Park“ ist, sind die zahllosen subkulturellen Anspielungen an die 1970er und 80er-Jahre. Seien es Comics, Musik, Filme oder gar Literatur und Lyrik. Während der gemeinsamen Busfahrt haben Eleanor und Park fast täglich Zeit sich über gemeinsame Interessen auszutauschen. Viele der Referenzen waren mir bekannt, seien es Bands wie „Joy Division“, „The Beatles“, „U2“ oder Comics wie „Batman“, „Fantastic Four“ oder „Watchmen“. Andere Anspielungen waren mir dagegen gar nicht bekannt, weil ich erstens ein Kind der 1990er bin und zweitens die US-amerikanische Subkultur doch manchmal Unterschiede zu der Mitteleuropas aufweist. So musste ich erst einmal recherchieren, was es mit „XTC“, „Skinny Puppy“ oder „Echo & The Bunnymen“ auf sich hat. Einerseits finde ich es ganz cool, beim Lesen nebenbei noch dazuzulernen, andererseits waren die unbekannten Referenzen manchmal zu viel des Guten, weil ich das Buch immer wieder zur Seite legen musste, um zu recherchieren, damit ich den Hintergrund der Geschichte besser verstehe, auch wenn das den Lesefluss oft unterbrochen hat.
Das Ende ist im Grunde genommen wie das gesamte Buch. Es folgt nicht dem klassischen Handlungsstrang und so wird auch der Abschluss nicht den Erwartungen jener Leser gerecht, die ein 08/15-Ende suchen. Doch gerade wegen seiner Bittersüße hat sich „Eleanor & Park“ einen Platz in meinem Herzen erschlichen.„Eleanor & Park“ von Rainbow Rowell ist eine wirklich liebenswürdige Geschichte über die erste große Liebe zweier 16-Jähriger im Jahr 1986. Sie hebt sich in vielerlei Hinsicht von typischen Liebesromanen für Jugendliche ab und ist eine schöne Frühlingslektüre. Mir wird das Jugendbuch zwar in positiver Erinnerung bleiben, es ist aber nicht ganz makellos. Eleanor ist als Protagonistin manchmal schwierig, der Stil ist noch nicht perfekt und die vielen Referenzen sind für Jugendliche heutzutage wahrscheinlich nicht mehr verständlich. Auch, dass Eleanor anfangs keine Zahnbürste hat, oder der fachliche Fehler bezüglich der Photosynthese, sind relativ kleine Kritikpunkte, die in ihrer Summe aber ins Gewicht fallen. Deshalb kann ich „Eleanor & Park“ aus dem Jahr 2015 nicht mehr als drei von fünf Federn geben. Doch gerade für die Zielgruppe, Jugendliche zwischen 14-18 Jahren, ist dieser Liebesroman aus vielen Gründen empfehlenswert.
- Donna Tartt
Die geheime Geschichte
(610)Aktuelle Rezension von: NeeaSternDie geheime Geschichte - Donna Tartt
5/5 ⭐️
„Es ist schrecklich, was getan wurde. Aber das Schreckliche ist nicht das Schlimmste - das Schöne daran ist es."
Ein Buch wie Marmor - kalt, schwer, vollkommen.
Ein einziger Mord. Fünf Intellektuelle. Und ein Sommer, der nie wieder endet.
Was wie ein klassischer Campusroman beginnt, wird zur Beichte: hochintelligent, dunkel schimmernd, durchdrungen von Schuld, Asthetik und Wahnsinn. Ich habe es nicht gelesen - ich habe darin gelebt. Und irgendwann wusste ich nicht mehr, ob ich Zuschauerin war oder Mitwisserin.
Donna Tartt schreibt, als würde sie beten.
Nicht an Gott - sondern an das Schöne, das Gefährliche, das Ewige.
Wer sich in dunklen Gedanken verliert und die Sprache liebt, wird dieses Buch vergöttern.
Aber sei gewarnt: Es verändert, was du für moralisch hältst.
„Wir wollen nicht gute Menschen sein. Wir wollen nur interessant sein."
- Stephen Chbosky
Das also ist mein Leben
(1.321)Aktuelle Rezension von: lucatrkisIch mochte Charlie, Sam und Patrick sowie die Geschichte sehr, mir gefiel der Aufbau in Briefen allerdings nicht wirklich. Ich hätte mir gewünscht, dass man zumindest am Ende einmal erfährt, wer die mysteriöse Person ist, der Charlie all die Briefe schickt (und ob es der Junge ist, der den Spind neben Charlie hat, weil er sagte, er wisse, wer er ist). Den Mittelteil des Buches fand ich stellenweise etwas schwach, doch das Ende gefiel mir sehr. Es löste sich einfach alles richtig schön auf und es war ein perfektes Happy End. Wenn auch nicht alles komplett gut war, machten die Charaktere das Beste daraus. Die Enthüllung über Charlie fand ich ebenfalls sehr berührend.
- Bernhard Schlink
Der Vorleser
(5.804)Aktuelle Rezension von: cybergirll„Der Vorleser“ von Bernhard Schlink, ist 1995 zum ersten Mal erschienen und gehört zu den modernen Klassikern. Jetzt wurde das Buch vom Diogenes Verlag noch einmal neu aufgelegt.
Die Geschichte ist in 3 Teile unterteilt.
Im 1. Teil erinnert sich der Erzähler an seine Gelbsucht Erkrankung. Damals hat ihm eine Frau auf dem Heimweg von der Schule geholfen. Jetzt nach der Genesung wollte er sich bei der fremden Frau bedanken.
Frau Schmitz war zu der Zeit 36 Jahre alt und Michael, der Erzähler war 15 Jahre. Trotz des Altersunterschieds verliebte sich der Junge in Frau Schmitz. Sie gingen eine sexuelle Beziehung ein. Jeder Tag ging Michael zu der Frau, ohne sie gesehen zu haben, hielt er es nicht aus. Frau Schmitz mochte es besonders gerne, wenn Michael ihr etwas vorgelesen hat.
Im 2. Teil sind 7 Jahre vergangen und Michael studiert mittlerweile Rechtswissenschaft. Frau Schmitz hat er aus den Augen verloren. Aber wie der Zufall es will, trifft er wieder auf seine frühere Geliebte.
Der 3. Teil behandelt dann den weiteren Lebensweg von Michael.
Über den 2. Und 3. Teil möchte ich nicht mehr erzählen, dass müsst ihr schon selbst lesen.
Bernhard Schlink erzählt die Geschichte auf 200 Seiten, doch es steckt sehr viel drin. Sein Erzählstiel ist sehr kompakt, er hält sich nicht an Kleinigkeiten fest.
Die Charaktere werden gut beschrieben, ich konnte mich sowohl in Michael wie auch in Hanna Schmitz hineinversetzten.
Das Thema Kriegsverbrechen wird in der Geschichte eingehend behandelt.
Wohl mit ein Grund, dass „Der Vorleser“ auf den Lehrplänen vieler Schulen stand.
„Der Vorleser“ ist ein Roman, den man auch nach all den Jahren immer noch sehr gut lesen kann.
- Caroline Wahl
22 Bahnen
(1.053)Aktuelle Rezension von: Fa3ienIch bin in die Geschichte mit Ida und Tilda sofort eingetaucht. Habe ausersehen zuerst den zweiten Teil gelesen und war mir unsicher, ob ich überhaupt noch den ersten Lesen soll. Aber die Geschichte packt, nimmt einen mit und man fühlt so fest mit Tilda und auch Ida mit. Sie trägt in ihren jungen Jahren so viel Verantwortung und es stimmt einen traurig und trotzdem irgendwie auch Glücklich. Ein Buch mit ganz viel Schmerz und Herzwärme von einer tollen grossen Schwester. Ich kanns wärmstens empfehlen!
- Ewald Arenz
Der große Sommer
(499)Aktuelle Rezension von: Ms_ViolinDie Zeichen auf einen entspannten Sommer stehen schlecht für Frieder: Nachprüfungen in Mathe und Latein. Damit fällt der Familienurlaub für ihn aus. Ausgerechnet beim gestrengen Großvater muss er lernen. Doch zum Glück gibt es Alma, Johann – und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug. In diesen Wochen erlebt Frieder alles: Freundschaft und Angst, Respekt und Vertrauen, Liebe und Tod. Ein großer Sommer, der sein ganzes Leben prägen wird.
Bei diesem Roman war ich schon nach wenigen Seiten komplett gefesselt.
Obwohl meine „großen Sommer“ zeitlich so einige Jahre später lagen, als die von Frieder und seinen Freunden, habe ich mich sofort zurückversetzt gefühlt in die Schulzeit, als die große (Bewegungs-)Freiheit noch durch Fahrräder geschenkt wurde, Musik extrem prägend sein konnte, Schulstress irgendwie immer ein wenig präsent war und vor allem Freundschaften wichtiger als so ziemlich alles andere sein konnten.Die Figuren konnten mich alle vollkommen von sich überzeugen, da sie so wunderbar ausgearbeitet waren, sodass ich ihre jeweiligen Geschichten noch viel intensiver erleben konnte - und intensiv ist hier wirklich Vieles!
Ich habe zwischenzeitlich dermaßen mitgefiebert, dass ich wirklich jede Gelegenheit zum Weiterlesen genutzt habe, die sich mir geboten hat, da ich einfach möglichst schnell wissen musste, wie es für Frieder und seine Freunde ausgeht.
Das ist auch das einzige, was mich wirklich ein wenig gestört hat: dass wir zu wenig vom DANACH erfahren.
Frieder erzählt ja rückblickend und da hätte ich im letzten Kapitel einfach so gerne noch ein wenig mehr von seinem jetzigen Leben - und dem der Anderen - erfahren.
Zum Ende hin war ich dermaßen in diese Geschichte verstrickt, dass mir dieses Ende so einfach noch zu wenig war - auch, wenn das nur zeigt, wie sehr mich dieser Roman und seine Figuren beschäftigt hat.Fazit: Bildgewaltige, fesselnde Sprache, realitätsnahe Figuren mit Ecken und Kanten, zeitlose und universelle Themen und doch eine ganz eigene, berührende und intensive Geschichte, die mich noch einige Zeit nach dem Zuklappen des Buches beschäftigen konnte. (4,5 Sterne)
- Benedict Wells
Vom Ende der Einsamkeit
(1.095)Aktuelle Rezension von: leas_bookdiaryJules, Liz und Marty. Drei Geschwister, die eines Tages ihre Eltern verlieren. Und mit ihnen: ihre Kindheit, ihre Sicherheit, ihre Sprache füreinander. Was bleibt, ist ein Internat, Schweigen und das langsame Auseinanderdriften. "Vom Ende der Einsamkeit" erzählt, wie diese drei Menschen mit diesem Bruch weiterleben. Wie sie sich verlieren, wiederfinden, neue Wege suchen, falsch abbiegen. Und wie unser Erzähler Jules immer wieder an den Punkt kommt, an dem er sich fragt: Was bleibt von uns, wenn wir alles verlieren? Und wie viel davon können wir noch selbst beeinflussen? Im Zentrum steht auch seine Verbindung zu Alva, einer stillen, klugen, verletzlichen Frau, die ihm in seiner dunkelsten Zeit begegnet. Und nie wieder ganz verschwindet. 👨👩👧👦📖
Benedict Wells schreibt leise, aber mit Wucht. So unprätentiös, so klar und gerade so hat er mich direkt ins Herz getroffen. Es ist diese Art von Sprache, die keine großen Gesten braucht, diese unkomplizierten Sätze. Stattdessen kriegen wir ehrliche Beobachtungen, die sich wie Splitter im Bauch festsetzen. Seine Sprache wirkt auf den ersten Blick schlicht, aber darunter liegt ein ganzer Ozean. 📝
Der Plot ist kein reißerisches Spektakel, sondern das, was das Leben halt ist: Bruchstücke. Begegnungen. Verluste. Wir begleiten Jules über Jahrzehnte: als Kind, Teenager, Erwachsener. Wir sehen, wie aus der Trauer ein Schweigen wird, wie sich Wege kreuzen und wieder trennen, wie man Menschen liebt und trotzdem verliert. Besonders stark fand ich, wie der Roman zwischen Familiengeschichte, Coming-of-Age und Liebesdrama changiert, ohne je unauthentisch zu wirken. Und auch wenn es düster wird, gibt es immer wieder Licht. ❤️🩹
Ich bin ehrlich mit euch: Ich war skeptisch, weil ich dachte, dass dieses Buch absolut overhyped wäre. Aber nein. Es hat mich komplett umgehauen. Dieses Buch hat mich an meine eigenen Verluste erinnert. An verpasste Chancen. An das, was bleibt, wenn Menschen weg sind. An das, was man sich nie getraut hat zu sagen. Jules ist kein Held oder Übermensch. Er ist einfach nur jemand, der versucht, durchzukommen. Und genau das macht ihn so greifbar. Die Geschichte von ihm und Alva hat mich besonders erwischt. Diese stille, tief verwurzelte Liebe, die nie kitschig oder zu viel, sondern immer da war. Beständig, trotz allem oder vielleicht gerade deswegen. ⏳💔
Fazit: "Vom Ende der Einsamkeit" ist erzählt über Verlust, über Familie, über das Erwachsenwerden mit einem Loch im Herzen. Und über die Hoffnung, dass selbst die tiefste Einsamkeit irgendwann ein Ende finden kann. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ - Arthur Golden
Die Geisha
(2.944)Aktuelle Rezension von: Liselotte91Ganz nett zu lesen. Für mich jedoch zu langwierig.
Die Geschichte tröpfelt für mich oftmals sehr dahin, wogegen das Ende dann viel zu schnell abgespeist wird.
Die unzähligen Beschreibungen und Vergleiche mit der Natur und co. werden so oft gemacht, das es mich persönlich wirklich sogar genervt hat.
Die Geschichte ist sonst sehr informativ, an manchen Stellen traurig aber auch ab und an etwas humorvoll.
Alles in Allem ein netter Roman mit teilweise schönen Momenten, der aber deutlich hätte kürzer ausfallen können. - Louisa May Alcott
Little Women
(180)Aktuelle Rezension von: xx_yyInhalt
Das Buch erzählt die Geschichte der vier March-Schwestern, die in den 1860er Jahren in Amerika aufwachsen. Ihr Vater ist im Bürgerkrieg und so wohnen sie alleine mit ihrer Mutter in eher ärmlichen Verhältnissen und unterstützen ihre Mutter, wo sie nur können. Und dennoch fehlt es den Mädchen an nichts, haben sie doch so viel Liebe füreinander. Die Mädchen haben alle eigene Interessen und Stärken und genauso haben sie auch alle eine ganz eigene Vorstellung für ihr zukünftiges Leben.
Man erfährt, wie die vier Mädchen langsam zu erwachsenen Frauen werden und versuchen, ihren eigenen Platz in der Welt zu finden.
Meinung
Louisa May Alcott schreibt über vier völlig normale Mädchen und verarbeitet in dem Werk ihr eigenes Leben. Es passiert nichts Außergewöhnliches, was das Buch so toll macht. Die Charaktere sind alle so unfassbar greifbar und liebenswürdig. Alles, was in dem Buch geschieht, ist nachvollziehbar und schlüssig.
Das Buch lässt den/die LeserIn mit einem warmen Gefühl im Bauch zurück.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, vor allem wenn sie in manchen Szenen den/die LeserIn direkt angesprochen hat. Jedoch gab es vereinzelte Kapitel, in denen absolut nichts passiert ist und die sich unfassbar in die Länge gezogen haben. - Reif Larsen
Die Karte meiner Träume
(284)Aktuelle Rezension von: Veronika_SchmidDieses Buch ist komplett anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Es hat eine Weile gedauert, bis ich in den Lesefluss gekommen bin, aber es ist so wunderbar lustig, traurig, langweilig, spannend,... Ich konnte so gut mit T.S. mitfühlen. Die Geschichte ist einfach großartig in ihrer Einfachheit.























