Bücher mit dem Tag "coming of age"
103 Bücher
- Wolfgang Herrndorf
Tschick
(2.979)Aktuelle Rezension von: Trishen77Es gibt Romane und Geschichten, die, während man sie liest, unter einem hinwegzugleiten beginnen; als würde man nicht mehr lesen, sondern einen Film sehen oder sich selbst eine Geschichte erzählen. Die Handlung ist nah, echt und lebendig, die Gespräche sind nicht nur Worte, die gewechselt werden, sondern enthalten menschliche Dimensionen. Und von den Entdeckungen, die die Figuren machen und erleben, kann man sich selbst nicht ausschließen.
Wolfgang Herrndorfs unspektakuläres und dennoch unnachahmlich schönes Roadmovie um zwei junge Teenager ist so ein Roman; eine Geschichte voller kleiner Erlebnisse, Ideen und Pannen, in dessen Verlauf es um nicht mehr und nicht weniger als das Spiel von Freiheit und menschlicher Sehnsucht geht. Doch tut es das weder metaphysisch oder dreist, noch in dem es sexuelle oder emanzipatorische Reizthemen in den Mittelpunkt stellt - nein, es hat eine lebensklare und undefinierte und oft auch heiter bis witzige Art dies zu tun, die sich ganz allein aus der Geschichte entwickelt, die der Geschichte beigegeben ist. Eine Art, dass wir uns ebenso wie die Protagonisten wünschen, dass die Reise noch eine Weile weitergeht, dass man noch etwas weiterkommt. - Wohin?
Ist das überhaupt eine Frage?
Manche Bücher passen einfach - und deswegen ist es schwer über sie zu schreiben. Sie sind uns in keinem Teil fern und eine Analyse würde sie mehr reduzieren als ihre Wirkung erhellen. Sie sind lesenswert, weil sie unverstellt und ehrlich daherkommen. Sie sind schön, auch weil sie es riskieren, in manchen Momenten und Gesprächen Stellen zu berühren, die sowohl schön als auch schmerzlich sind. Das dies die wesentlichen Stellen menschlichen Lebens, vor allem jedoch der Jugend sind, dürfte klar sein. Und ich habe lange davon nicht mehr so unkompliziert und unaufdringlich gelesen, wie bei Wolfgang Herrndorf in "tschick". - Ava Dellaira
Love Letters to the Dead
(1.012)Aktuelle Rezension von: rose7474Ich fand das Buch im Bücherschrank und hatte keine Erwartungen daran. Dieses Jugendbuch hatte ein sehr interessantes Thema und war gefühlvoll geschrieben. Der Schreibstil war sehr flüssig und gut zu lesen.
Mich hat es berührt. Doch es gab immer mal kleine Längen. Daher 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
- Elena Ferrante
Meine geniale Freundin
(683)Aktuelle Rezension von: Alina35Ein Buch, das lange nachhallt. Ferrante zeichnet die Freundschaft zwischen Elena und Lila mit einer solchen Tiefe, dass man sich ihnen kaum entziehen kann. Die Sprache ist klar, eindringlich und voller Zwischentöne. Ein meisterhaftes Porträt zweier Mädchen, die sich gegenseitig prägen und herausfordern. Für mich ein echtes Highlight.
- J. D. Salinger
Lektüre Kopiervorlagen: Jerome D. Salinger, Der Fänger im Roggen / Catcher in the Rye
(1.567)Aktuelle Rezension von: Trishen77"Sie hatte eine angenehme Stimme. Vor allem für Telefongespräche geeignet. Sie hätte immer ein gottverdammtes Telefon mit sich herumtragen sollen."
Seit ich auf Amazon.de Rezensionen schreibe, habe ich mich immer bemüht alle Kritikpunkte und Ansätze zu einem Buch in meine Besprechungen mit einfließen zu lassen. Nicht um mich lieb Kind zu machen, sondern weil die Summe aller Meinungen der Spiegel eines jeden Buches ist, ob sie nun zutreffen oder nicht.
Bei jedem Buch, das der amerikanische Schriftsteller J.D. Salinger geschrieben hat (es sind genau 4), fällt mir diese Taktik jedoch sehr schwer. Ich liebe seine Bücher und doch möchte ich nicht ausschließen, dass sie für manche eine eher unbeeindruckende Erfahrung darstellen können, auch wenn ich jedem ans Herz legen möchte, sie zu lesen. Mich haben diese Bücher verändert. Ich kann sie immer wieder lesen, ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert und gepackt, gehe immer wieder durch diese Prosa, die ganz ohne Manierismen und fast ohne Sorgfalt auskommt, mit einem Gefühl, als wäre alles, was dort geschrieben steht, ein Geschehen irgendwo zwischen Leben und Kunst, eine nahe und doch zugleich sehr literarische Erfahrung. Auf der Höhe der Literatur und doch in vielen Untiefen.
Der Fänger im Roggen ist nun ein ganz besonderes Werk und ich weiß nicht, ob ich es hinkriege, darüber etwas Gescheites zu schreiben. Ich bin mal wieder, nach der 4ten Lektüre, überrascht, wie schnell dieser Roman doch vorbeigeht und wie viel (in den Zwischenräumen) und zugleich wenig (an der Oberfläche) darin passiert. Doch am meisten hat mich wieder einmal die unglaubliche Nähe, die Aufrichtigkeit und Authentizität, die Empathie und der plötzliche Witz dieses Buches begeistert. Ich frage mich wie immer: Wer traut sich wirklich, so ein Buch zu schreiben, wie "Catcher in the rye" eines ist? So wahr und doch (oder deswegen) so gegen den Strom.
Eine Bekannte, der ich das Buch zu Lesen gab, meinte Holden wäre ein Außenseiter, ein Verrückter gar, ein Nihilist, ein Abgedrehter. Ich bin nicht der Ansicht. Ich glaube Holden geht einfach an der Welt kaputt (und ist nebenbei sehr viel gesünder als die meisten von uns). Aber er geht eben nicht spektakulär kaputt. Überhaupt ist nichts in diesem Buch spektakulär, äußerlich. Es ist alles ganz einfach - und doch so kompliziert. Und Salinger schafft es, dies auf den Punkt zu bringen - er hat ein wundervolles Buch darüber geschrieben, mit einer der besten, in seinen Empfindungen wirklich nachzuempfindenden Figur, die je auf den Leser losgelassen wurde. Wer glaubt, dass Kunst nicht das Leben abbilden könne, weil sie idealisiert, trickst, glättet, der sollte den Fänger im Roggen lesen.
"Aber wenn man am Leben bleiben will, muss man eben dieses Zeug mitmachen."
Ein Buch das sagt: Take it or leave it und das doch im Geheimen weiß: So einfach ist es nicht. Viele Leute sehen in Holden gerne einen klassischen Antihelden (aber Held und Antiheld sind Konstruktionen der Kunst und damit wird man Holden nicht gerecht) oder einen sehr sprunghaften, sonderbaren Kerl. Aber werden wir nicht alle von denselben Dingen wie er umgetrieben? Spontane Abneigung, Verlorenheit, Daseinsjammer und oft dieses Gefühl der Oberflächlichkeit, als hätte man sich in einer Welt der Schemata und Konventionen verlaufen, aus denen stets nur das immer gleiche, beschränkte erwächst – wo man selbst doch nur ein bisschen etwas Wahres haben will? Salinger hat sich getraut diese Emotionen und Ideen am Beispiel eines Heranwachsenden wunderbar zu durchleuchten, das ganze Problem, mit der Welt klarzukommen, mit den Menschen, die alle so verschieden sind und die doch alle in einer Gleichung zusammenkommen sollen, die man Zusammenleben nennt.
Und doch ist Der Fänger im Roggen kein Manifest, keine psychologische Studie und Holden ist kein Ankläger, keine Thomas Bernhard Figur, keiner, der es sich in seiner Opposition leicht macht. Nein, auch er sucht nur seinen Platz in dem Ganzen und hält sich selbst für reichlich schwierig. Dabei zeigt sich gerade an seinem Beispiel, wie schwierig es ist, man selbst zu sein, wenn dieses selbst sich fast nirgendwo mit der Umwelt deckt und sich nicht in eine maßgeschneiderte Existenz begeben will.
Dies alles und noch mehr, verteilt und oft unscheinbar, steckt in diesem Buch.
Mancher mag meinen, es sei ein bloßer Kniff aus Stilmitteln und Vulgärsprache, wie Salinger Holden reden lässt und das sei das ganze Revolutionäre an diesem Buch. Weit gefehlt - weiter geht kaum mehr. Wer den Fänger im Roggen auf diese Dinge festmacht, wird ein großartiges Buch versäumen. Denn all diese sprachlichen Kleinigkeiten - wenn man genau hinhört, nachfühlt, sind es Signale der Seele, wie auch wir selbst sie für einen Moment oft spüren. Dinge, die einen umhauen. Die einen wütend machen. Die einen abrutschen lassen in eine plötzlich Melancholie oder Abgewandtheit. Die einen euphorisch machen oder einen irgendwie seltsam beruhigen oder gar glücklich machen. Dinge, die uns eben umtreiben, weil wir in einer Welt leben, die ständig mit uns kommuniziert und unser Selbst auch ausmacht. All das hat Salinger seiner Figur eingegeben und wenn man dies beim Lesen bedenkt, ist es wahrlich umwerfend, das er dieses Buch überhaupt geschrieben hat. Vor allem, dass er es geschrieben hat, ohne es zu kommentieren, ohne in irgendeiner Weise in Rhetorik oder Abhandlung oder Essayistik zu verfallen.
Bei allem was ich sage, möchte ich dennoch nicht verhehlen, dass dieses Buch kein Wegweiser ist oder eine wirkliche Philosophie vertritt. Holden ist nicht Salinger und selbst wenn, dann ist Holden kein Prophet. Er ist ein Mensch, ein Teenager, wie tausend andere und er spricht mit der Stimme eines solchen und nur damit. Und das, diese einfache Tatsache, macht dieses Buch letztlich (und allein schon) so lesenswert. Nichts türmt sich darüber auf, keine unterschwellige philosophische Strömung hat dieses Werk aufgeschüttet. Es ist ein Werk, das einfach erzählen will, wie das so ist, das Problem mit dem Leben, mit der Schule, mit den Mädchen, mit der Freude, mit der Liebe, mit der Angst, mit dem Glück. Man kann Salinger nur dankbar sein, dass er es geschrieben hat. Für mich und vielleicht nur für mich, ist der Fänger im Roggen eines der schönsten und eindrucksvollsten Werke, die je zwischen zwei Buchdeckeln veröffentlicht wurden. So konzentrierte Erzählkunst und doch ist es ist kein großer, erlesener Roman - es ist viel mehr als das, viel näher am Leben. Es ist Literatur, im besten Sinne.
Zuletzt zur Übersetzung: Übersetzungen sind immer so eine Sache. Ich glaube nicht, dass man Den Fänger im Roggen im Original lesen muss, auch wenn das wiederum eine ganz besondere Erfahrung ist. Die neue Übersetzung von Schönfeld finde ich auch okay, wobei mir die von Böll besser gefällt, wenn sie auch anfangs etwas verstellt wirkt. Aber in dieser Übersetzung habe ich mehr das Gefühl, dass das Werk wirklich in die deutsche Sprache übersetzt wurde und ihren Ansprüchen, ihrer Art gerecht wurde, während Schönfelds Übersetzung mehr ein Versuch ist, die Legerheit und Eigenheit der englischen Version auch im Deutschen erreichbar zu machen (aber es ist nun mal das Problem, dass diese Art im Englischen total gut kommt, mit ihrer Knappheit etc., aber im Deutschen etwas zu BAM-mäßig klingt). Sind eben zwei Konzepte, die man beide nicht aburteilen sollte. - Stephen Chbosky
Das also ist mein Leben
(1.324)Aktuelle Rezension von: sophia003The Perks of Being a Wallflower bzw. Das also ist mein Leben zeigt, dass Erwachsenwerden kein geradliniger Prozess ist. Charlies Geschichte macht deutlich, wie sehr verdrängte Erfahrungen unsere Gegenwart beeinflussen können – selbst dann, wenn wir sie längst vergessen glauben. Freundschaft und Liebe erscheinen im Roman nicht als Lösungen, sondern als fragile Schutzräume, die Halt geben, ohne Heilung zu versprechen. Gerade darin liegt die Aktualität des Textes: Er fordert dazu auf, psychische Prozesse ernst zu nehmen und Identität nicht als abgeschlossenen Zustand zu begreifen, sondern als etwas, das sich ständig weiterentwickelt. Charlie lernt nicht, „fertig“ zu sein – sondern, sich dem Leben überhaupt erst zu öffnen❤️🩹
- Lauren Oliver
Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
(1.423)Aktuelle Rezension von: knuddelbackeIch muss zugeben, eins der Bücher die mich seit langem wirklich überrascht haben. Ich fand den Klappentext eigentlich nicht sehr verlockend, da aber krank und Mangels anderer Beschäftigungsmöglichkeiten, gab ich dem Buch eine Chance. Gott sei Dank. Binnen 24 Stunden hatte ich es durchgelesen.
Zu Beginn habe ich ein bisschen gebraucht um mit den jugendlichen Figuren, dem Schauplatz Highschool und der ungewohnten Atmosphäre klar zukommen. Man selber ist nicht mehr die jüngste und hat eigentlich einen ganz anderen Alltag. Doch als Mutter einer Tochter erkennt man dann das ein oder andere wieder. Spätestens mit Lesen des Dritten Tages hatte mich das Buch erwischt. Ich fieberte mit Sam, der Hauptfigurschon sehr schnell und sehr intensiv mit. Ich frage mich, genau wie sie selbst, ob sie wieder am 12. Februar aufwachen wird? Wird Sam wieder sterben? Welche menschlichen Tragödien warten diesmal auf sie? Was wird anders laufen und natürlich die finale Frage, wie geht das Buch aus? Wird sie sterben , oder wird sie dem Tod entgehen können ?
Sam macht eine unglaubliche Entwicklung durch. Dadurch, dass sie den Tag immer wieder durchlebt ,beginnt sie sich selbst und ihre Verhaltensweisen zu reflektieren. Ein Charakterzug, der bei Jugendlichen Ihren Alters eher selten vorkommt. Das Buch präsentiert die üblichen Charaktere in der Schule , so dass die Wahrscheinlichkeit der Identifikation sehr hoch ist, auch oder gerade bei den jüngeren Lesern. Die Autorin hat denke ich ein ganz gutes Bild einer amerikanischen GegenwartsHighschool geschaffen . Ihr ist eine gute sozialkritische Analyse der aktuellen Generation mit all Ihren Facetten gelungen. Implementiert in einen spannenden Plot. Sams Vermögen zur Selbstreflektion und die damit verbundene Fähigkeit ihr eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen, Handlungen in der Vergangenheit zu bewerten und daraus zu lernen, das hat mich wirklich berührt
- Stephen Chbosky
[(The Perks of Being a Wallflower)] [Author: Stephen Chbosky] published on (January, 2013)
(651)Aktuelle Rezension von: UnendlicheGeschichteVor einigen Jahren haben wir den Film zu „The Perks Of Being A Wallflower“ von Stephen Chbosky im Englisch Unterricht in der Schule angeschaut. Seitdem wollte ich gerne das Buch lesen. Vielleicht war es gut, dass seitdem einige Zeit vergangen ist, weil ich mich beim Lesen nicht mehr so genau erinnern konnte.
Die Geschichte um das 16-jährige "Mauerblümchen" Charlie hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. In Form von Briefen, adressiert an einen unbekannten Empfänger, erzählt der introvertierte Charlie von den Hochs und Tiefs seines ersten High School Jahres Anfang der 1990er Jahre.
Man taucht ein in Charlies turbulentes Familienleben, knüpft mit ihm zusammen Freundschaft mit den charismatischen Geschwistern Sam und Patrick und erlebt, wie Charlie zu sich selbst und seiner Persönlichkeit findet.
Dabei beobachtet und analysiert Charlie seine Mitmenschen und auch sich selbst so eindrucksvoll, dass ich mir beim Lesen zahlreiche Textstellen markiert habe.
Schnell wird klar, dass es Gründe dafür gibt, warum ihm soziale Kontakte so schwer fallen, auch wenn man erst ganz am Ende des Buches mehr dazu erfährt.
Die Geschichte ist tiefsinnig, traurig, dramatisch und gleichzeitig ganz oft wunderschön.
Definitiv ein Buch, das zum Nachdenken anregt und das man gelesen haben sollte!
- John Green
Cornelsen Senior English Library - Fiction / Ab 10. Schuljahr - Looking for Alaska
(649)Aktuelle Rezension von: wandablueVier Freunde müssen sich Gedanken darüber machen, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, denn einer aus der Gruppe hatte einen tödlichen Unfall.
Der Kommentar und das Leseerlebnis:
Es geht schon in Ordnung, dass John Green die Thematik Sterben, verbunden mit der Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, in eine nette und harmlose Internatsgeschichte verpackt. Man muss den Jugendlichen nicht gleich mit „dem härtesten Tobak“ kommen. Es ist nicht ganz Hanny + Nanny, dafür wird zu viel gesoffen und geraucht, aber sehr weit entfernt dann doch nicht. Man kann davon ausgehen, dass John Green Enid Blython kannte und schätzte. Und doch bereitet Green darauf vor, dass das Leben nicht nur Butterbrot mit Ei ist, - das Ei kann fehlen, die Butter auch. Freilich, das Brot selbst kommt Green nicht abhanden.Fazit: Sehr ok und unterhaltsam. Kratzt ein bisschen an der Oberfläche, aber nicht zu sehr. Letztlich nicht modern genug.
Kategorie, Jugendliteratur
Erschienen bei Harpercollins Publishers am 28.02.2013 - J. D. Salinger
The Catcher in the Rye
(473)Aktuelle Rezension von: misspider"So crumby it killed me" would be me one-line-description of the book. Except for the last couple pages it was such a boring book and the writing was so repetitive and unoriginal that I had a hard time not falling asleep while reading. I was always curious to know what the fuzz is all about with this book, but I never expected something like this. Holdens constant babbling and whining was enervating, and ever time he described a situation with the words "it killed me" I really wished it already would - and thus end this miserable reading experience for me. At least I learned a new english word: crumby, though I doubt I will ever actively use it outside of this review.
- Becky Albertalli
Love, Simon (Nur drei Worte – Love, Simon)
(685)Aktuelle Rezension von: ronja_schreibt_Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, weil es ziemlich gehyped wurde. Den Hype verstehe ich nicht ganz, obwohl es ein gutes Buch war. Es war süß und herzlich, aber mir hat das gewisse Etwas gefehlt.
Würde ich es empfehlen: Ja
Ein solides Buch, das mich nicht gecatched hat, aber doch zum Lächeln gebracht hat.
3,5 Sterne von mir :)
- Anne Freytag
Den Mund voll ungesagter Dinge
(694)Aktuelle Rezension von: downey_jr"Und ich gebe es ja nur sehr ungern zu, weil es so traurig und langweilig ist, aber irgendwie ist normal zu sein auch beruhigend. Weil man kein einzelner Fisch, sondern Teil eines riesigen Schwarms ist. Weil man Deckung und Schutz in der Masse findet. Weil man weiß, dass man nicht allein ist."
Das Leben der 17jährigen Sophie war von Anfang an nicht einfach: Ihre Mutter verließ sie gleich nach ihrer Geburt und sie wuchs alleine bei ihrem Vater Christian in Hamburg auf. Ihr bester Freund Lukas, mit dem sie von klein auf unzertrennlich war, ist zu seiner Freundin nach Frankreich gezogen, um dort sein Abitur zu machen.
Sophie selbst war noch nie richtig verliebt, obwohl sie schon was mit dem einen oder anderen Jungen hatte.
Als ihre Vater eine ernsthafte Beziehung eingeht, muss Sophie gegen ihren Willen zu Lena und ihren Söhne Leon und Valentin nach München ziehen.
Sophie ist fest entschlossen, Lena und ihre Söhne nicht zu mögen, doch Lena ist so ganz das Gegenteil einer "typischen" Stiefmutter.
Und dann ist da noch das Nachbarsmädchen Alex, von der Sophie gleich fasziniert ist.
Das Leben in der neuen Stadt ist besser, als Sophie erwartet hätte, doch ein unerwarteter Kuss bringt alles durcheinander...
Anne Freytags Erzählstil hat mir auch bei diesem Jugendbuch sehr gut gefallen. Sophies Verhalten konnte ich (vor allem Jungs gegenüber) nicht immer nachempfinden oder gut finden, ihre Selbstzweifel und Ängste kamen jedoch sehr gut rüber.
Besonders liebenswert fand ich die Charaktere von Leon und Lena. Auch Alex fand ich recht authentisch getroffen, und einen besten Freund wie Lukas hätten wohl viele Mädchen gerne.
Schön ist, dass Anne Freytag nicht explizit die sexuelle Orientierung hervorhebt, sondern das Gefühl, geliebt zu werden und zu lieben.
Die stets treffend formulierten Kapitelüberschriften sowie die am Ende des Buchs aufgeführte Playlist sind schon typisch für Anne Freytag und gefallen mir richtig gut.
Ein sehr schöner, emotionaler Coming-of-Age-Roman (nicht nur) für Jugendliche.
- André Aciman
Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen
(271)Aktuelle Rezension von: hufflepup_kafkaIch liebe "Call me by Your Name", und ich liebe Timothee Chalamet. Buch und Film sind gleichermaßen schön, ästhetisch, sinnlich. Sie handeln von einer ersten Liebe und Affäre zwischen dem 17-jährigen Elio und dem 24-jährigen Oliver in Norditalien der 1980er Jahre. Das besondere hierbei ist, dass die Worte „Ich liebe dich“ oder „schwul“/“homosexuell“ nicht gebraucht werden, um die Gefühlswelt beider Männer zu beschreiben. Timothee Chalamet und Armie Hammer haben ein perfektes Team abgegeben, ohne die beiden wäre der Film wohl nicht so schön geworden. Mit anderen Darstellern hätte ich ihn mir jedenfalls nicht vorstellen können. Mit Elio konnte ich mich bestens identifizieren. Ein Frei- und Schöngeist mit der Leidenschaft für Musik, Kunst und Literatur, und mit einer rebellischen, bubenhaften, jugendlichen Art gegenüber seinen Eltern, die eigentlich nur das Beste für ihn wollen. Buch und Film unbedingt bei sonnigem Wetter oder, idealerweise, im Sommer lesen/schauen! Absolute Empfehlung, und eines meiner All-Time-Favorites im LGBT-Lit.-Genre.
- Andreas Steinhöfel
Die Mitte der Welt
(722)Aktuelle Rezension von: Fynn_AugustusMir hat es wirklich super gefallen, da das Thema Sexualität und vor allem sexuelle Orientierung normal behandelt werden, wie es eben sein sollte. Ich finde die Charaktere spannend, nach und nach taucht man in die Welt der verschiedenen Charaktere ein, man lernt sie alle kennen und lieben. Der Hauptcharakter und Ich-Erzähler legt eine tolle emotionale Entwicklung hin. Diese Selbstfindung ist toll 😊 und auch bei einem Buch schön mit anzusehen. Man fühlt mit!
- Jandy Nelson
Ich gebe dir die Sonne
(168)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEs gibt Bücher, da weiss man schon nach wenigen Seiten, dass man sie lieben wird. "Ich gebe dir die Sonne" von Jandy Nelson ist so eine Geschichte. Eine Geschichte, die mich tief beeindruckt und begeistert hat und die ich kaum in Worte fassen kann. Eine Geschichte, die man selber erleben muss. Die Zwillinge Noah und Jude sind mit 13 Jahren zwar sehr unterschiedlich, aber unzertrennlich. Doch dann schleicht sich die Eifersucht ein, um den Stellenwert bei den Eltern aber auch aufeinander. Drei Jahre später sprechen sie kaum noch ein Wort miteinander und es hat den Anschein, als hätten sie die Rollen getauscht. Mit 13 Jahren war Noah sehr introvertiert und drückte sich vor allem durch das Malen aus, Jude war dagegen draufgängerisch und frei. Doch heute studiert sie an der Kunsthochschule, die immer Noahs Traum war. Er hingegen nimmt keinen Pinsel, keine Stifte mehr in die Hand. Das Besondere an diesem Buch ist, dass wir als Leser einen intensiven Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Zwillinge erhalten. Das gelingt dadurch, dass es zwei Handlungsstränge gibt. Der erste findet vor dem Bruch der Zwillinge statt als beide 13/14 sind und wird uns aus der Sicht von Noah erzählt, der eine ganz spezielle Wahrnehmung auf die Welt hat. Der zweite Handlungsstrang spielt zu der Zeit, als Noah und Jude 16 sind, und wird aus der Sicht von Jude erzählt, die auf eine ganz besondere Art und Weise abergläubisch ist. Obwohl wir so mit jedem Perspektivenwechsel auch noch einen Zeitsprung haben, bereitet es keine Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen. Erst nach und nach erkennt man, wie die unterschiedlichen Charaktere zusammenspielen, was es mit den Familiengeheimnissen auf sich hat und was dann schlussendlich wirklich zum Bruch zwischen den Zwillingen geführt hat, gleichzeitig begleiten wir sie auf dem Weg des Erwachsenwerdens und der Selbstfindung. Jandy Nelson zieht im Hintergrund geschickt die Fäden und schafft die Balance zwischen dem individuellen Schicksal und dem gemeinsamen Drama. Sie schafft es dabei, einfühlsam die Themen Sexualität, Liebe, Trauer und Vergebung zur Sprache zu bringen. Das Buch überzeugt mit facettenreichen Charakteren und der Sprachkunst der Autorin. Sie erzählt so intensiv, zum Teil poetisch, dass man als Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitgerissen wird. Das ist Erzählkunst! Jandy Nelson hat mir ein wundervolles und intensives Leseerlebnis geschenkt und obwohl das Buch doch knapp 500 Seiten umfasst, hätte ich Noah und Jude nur zu gerne noch ein Stück weiter begleitet.
- Benedict Wells
Fast genial
(465)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannNicht nur Roadtrip quer durch die USA bis nach Mexiko hinüber, sondern auch ein Trip durch das Seelenleben eines Heranwachsenden, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seinen leiblichen Vater kennenzulernen – verbunden mit der Chance, dass sich hierdurch sein Leben grundsätzlich ändern könnte. Denn dieses scheint bereits in jungen Jahren (kaum 18 Jahre alt) eine desaströse Richtung eingenommen zu haben. Die Mutter krank, der Schulabschluss gefährdet, die Zukunft mehr als ungewiss. Ein Ereignis bietet die notwendige Sprengkraft, um dem eigenen Leben eine bessere Zukunft zu geben. Es trifft sich gut, dass er dabei auf seinen besten Freund, ein wenig schräg, dafür hoch begabt und mit wohlhabenden Eltern gesegnet, sowie eine erst kürzlich kennengelernte junge Frau, mit einer ebenfalls nicht einfachen Geschichte, diese waghalsige Reise unternehmen kann.
Das klingt erst einmal nach einem gewöhnlichen Roman, in denen ein paar Dinge passieren, die so oder so ausgehen können, bei dem aber schlussendlich ein gutes Ende vorprogrammiert ist. Beim Lesen dieses Romans wünscht man sich sogar gelegentlich, dass diese Geschichte gut ausgehen möge, denn zu sehr wachsen einen die Romanfiguren „ans Herz“. Im besten oder schönsten Fall fühlt man sich an eigene Entwicklungen und Ereignisse erinnert, schaut zurück auf eine Zeit, in der die Welt noch zig Möglichkeiten bereithielt, wenn man nur den Mut hatte (gehabt hätte), sich dieser Möglichkeiten zu bedienen. An Mut fehlt es den Dreien nicht. Aber da ihre (kurzen) Lebensgeschichten alle mit einem gewissen Handicap verbunden sind, oder gleich mit mehreren, wie bei der Hauptfigur des Romans.
Allerdings gibt es Episoden oder Räume, in denen die Unterschiede aufgehoben scheinen. Sei es in einer Psychiatrie, in der die Mutter von Francis mit einer schizoaffektiven bipolaren Störung liegt, einer Parallelwelt in der die Unterschiede, welcher Art auch immer verschwinden; die Krankheit bestimmt das Leben. Oder sei es an einem Spieltisch in Las Vegas an dem die Kugel rollt und ein Ziel ansteuert, unbeeinflusst von Macht oder Ohnmacht, Reichtum oder Armut der einzelnen Mitspieler. Zum Schluss dieses Buches entscheidet sich die Zukunft von Francis tatsächlich an einem Spieltisch – und wird hier geradezu grandios wiedergegeben. Das ist Spannung pur – aber auch Leiden pur …
Denn wann setzt man alles auf eine Karte? Genau, wenn man verliebt ist. Und diese Liebe zeigt sich hier in den unterschiedlichsten Facetten. Es ist ein Buch, das tief berührt …
- Carina Bartsch
Nachtblumen
(341)Aktuelle Rezension von: anni_99Es geht in dem Buch um die neunzehnjährige Jana, die eine schwierige Vergangenheit hatte und jetzt in einem Wohnprojekt auf Sylt einen Neuanfang sucht. Dort wohnt sie mit anderen jungen Erwachsenen zusammen, die ebenfalls ihre eigenen Geschichten mit sich herumtragen und fängt währenddessen eine Ausbildung an. Unter anderem ist da auch Collin, der gerne alleine ist und niemanden an sich heranlässt. Doch mit der Zeit entwickelt sich langsam eine Verbindung zwischen den beiden.
Die Beziehung entwickelt sich nur sehr langsam, was sehr echt wirkt und sich sehr entspannt verfolgen lässt. Alle Charaktere sind wirklich detailliert und authentisch entwickelt und auch die Nebenfiguren haben alle ihre kleine, aber durchaus wichtige Rolle in dem Entwicklungsprozess von Jana. Besonders gut hat mir auch der atmosphärische und bildliche Schreibstil gefallen, sodass sich beim Lesen fast dauerhaft ein Film vor meinen Augen abgespielt hat. Ich konnte richtig in die Geschichte und das Inselfeeling abtauchen, alles ist sehr realistisch und schön zu lesen.
Einen Stern Abzug gibt es dafür, dass meiner Meinung nach wirklich relativ wenig auf den immerhin knapp 550 Seiten passiert. Es fehlt dadurch ein bisschen die Spannung, trotzdem hat mich die Geschichte nicht losgelassen und ich habe dauerhaft mit Jana mitgefühlt. Letztendlich ist es nämlich wirklich schön gewesen zu sehen, wie sich die Persönlichkeit von Jana immer weiter entwickelt hat.
Fazit: Ruhige, gefühlvolle Geschichte mit sehr angenehmer Atmosphäre, klare Leseempfehlung für jeden, der nichts gegen ein bisschen weniger Spannung einzuwenden hat.
- Gayle Forman
Nur ein Tag
(531)Aktuelle Rezension von: Mama_liest_wiederIch hatte das Buch jetzt schon länger im Regal stehen und hatte jetzt endlich Zeit es zu lesen. Den Anfang fand ich wirklich gut. Es war gut zu lesen und ich kam gut durch. Ich fieberte sogar richtig mit. Dann kam der 2. Teil in dem Allyson sehr depressiv war und das hat mir so gar nicht gepasst.
Wieso müssen Mädchen denn sofort Depressiv werden wenn ein Typ sie sitzen lässt?
Im laufe des weiteren Buches wird dann klar das sie eigentlich hauptsächlich der Version von sich selbst nach trauert. Also nimmt sie ihr Leben in die Hand und versucht es zu ändern. An diesem Punkt gefällt mir das Buch sehr gut. Allyson wird richtig Aktiv macht eine enorme Charakter Entwicklung durch und kommt aus der Passivität heraus. Über den Punkt das sie Willem jetzt auf eigene Faust sucht bin ich zwiegespalten. Auf der einen Seite feier ich es das sie nicht auf ihn wartet um sich finden und retten zu lassen, sondern das sie selber los zieht und ihn finden will. Auf der anderen Seite finde ich aber auch das es vermittelt das man einem Typen einfach weiter hinterher laufen muss auch wenn er einen einfach sitzen gelassen hat. Aber ich denke das ist einfach dem Genre geschuldet. Trotzdem hätte ich es besser gefunden hätte sie die Suche erst begonnen wenn ihr ein Zeichen geschickt worden wäre das Willem auch gefunden werden will. Z.b. ein Zettel mit hole kurz Frühstück in ihrem Rucksack den sie seid dem Tag nicht mehr geöffnet hat oder so etwas.
Alles in allem finde ich das Buch trotzdem gut. Und würde es auch weiter empfehlen. Vor allem gefällt mir die Allyson die emanzipiert Ihr Leben selbst in die Hand nimmt.
- Ulla Scheler
Und wenn die Welt verbrennt
(67)Aktuelle Rezension von: Obst4Vorweg; der Schreibstil ist phänomenal gut und mal was ganz anderes.
Das Drama indem Buch spitzt sich mega zu und man möchte endlich wissen WAS Alisa denn so traumatisiert, ängstlich und so voller Schuldbewusstsein ins Leben entlässt.
Nach und nach erfährt man Bruchstücke aber nie das volle Ganze. Immer wieder versucht Alisa zu verstecken was sie so schlimmes getan hat.
Bis hier hin ein absolut 5 Sterne Buch
Bis man erfährt was sie getan hat......
Der Schluss hat mich enttäuscht er war zu langgezogen und für mich war Alisa auch zu wenig SCHULDIG für das wie sie sich schuldig gefühlt hat und wie es sich für den Leser darstellt. Der wirklich spannende schreibstil hat sich am Ende dann auch nicht mehr „richtig“ angefühlt.
Schade. Dennoch für den, wirklich extrem guten schreibstil, 4 wohlverdiente Sterne - Jessi Kirby
Dein eines, wildes, kostbares Leben
(252)Aktuelle Rezension von: ScholuJessi Kirbys Dein eines, wildes, kostbares Leben ist ein leises, poetisches Jugendbuch über Entscheidungen, verpasste Chancen und die Frage, wie mutig man sein eigenes Leben eigentlich lebt. Schon die Kapitelüberschriften, die mit Zitaten aus Gedichten verschiedener Autoren beginnen, verleihen der Geschichte eine nachdenkliche, beinahe melancholische Grundstimmung.
Erzählt wird in der Ich-Form aus der Sicht von Parker Frost, einer jungen Frau, die gelernt hat, Erwartungen zu erfüllen. Parker tut das Richtige, das Vernünftige, das von ihr Erwartete – und genau darin liegt ihre innere Begrenzung. Besonders stimmungsvoll ist dabei die kleine, aber bedeutungsvolle Verbindung zu Robert Frost: Laut ihrem Vater ist Parker entfernt mit dem Dichter verwandt, dessen Gedichte immer wieder um Wege, Entscheidungen und das „ungelebte Leben“ kreisen. Diese literarische Referenz passt hervorragend zu Parkers innerem Konflikt.
Der eigentliche Anstoß zur Veränderung kommt durch Zufall: Parker findet das Tagebuch einer Absolventin ihrer Schule, die vor zehn Jahren bei einem Unfall ums Leben kam. Obwohl Parker sonst keine Regeln bricht, liest sie es – und überschreitet damit zum ersten Mal eine Grenze. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin und ihrem Schwarm begibt sie sich auf die Spur dieses Mädchens, versucht zu verstehen, wer sie war, und warum ihr Leben so abrupt endete.
Während dieser Suche beginnt Parker, sich selbst Fragen zu stellen: Was will ich eigentlich? Lebe ich mein eigenes Leben – oder nur das, das für mich vorgesehen ist?
Das Buch lässt sich sehr gut und flüssig lesen, fast wie ein leiser Spaziergang durch Parkers Gedankenwelt. Gleichzeitig bleibt es bewusst zurückhaltend. Gerade hier liegt aber auch eine kleine Enttäuschung: Man wünscht sich, dass Parker sich mehr zutraut, größere Schritte wagt, mutiger wird – so, wie es der Titel vielleicht verspricht. Ihre Entwicklung ist eher vorsichtig als wild, eher tastend als entschlossen.
Dennoch überzeugt der Roman als leicht zugängliches Jugendbuch über Liebe, Verlust und Schicksal. Er drängt sich nicht auf, sondern lädt ein zum Nachdenken – über verpasste Wege, über Entscheidungen und darüber, wie viel Mut es manchmal braucht, das eigene Leben wirklich als „wild und kostbar“ zu begreifen.
- Rainbow Rowell
Fangirl
(287)Aktuelle Rezension von: zeilenrankenCath liebt es zu schreiben und zu lesen, besonders Fanfictions haben es ihr angetan. Mit großer Hingabe schreibt sie über zwei fiktive Charaktere einer großen Buchreihe (die mich sehr an Harry Potter & Draco Malfoy erinnerten), wie aus Feinden zwei Liebende werden. Tatsächlich bekommt man als Leser ein bisschen was von der Boys-Lovestory zu lesen, was ich super süß fand. Nur verlangt das Leben von Cath Taten, sie wird sich nicht ewig verstecken können. Cath empfand ich als einen realistischen Charakter und konnte mich an einigen Ecken sehr mit ihr identifizieren. Die Nebencharaktere wurden ebenfalls schön ausgearbeitet und ihre Entwicklungen waren sehr interessant. Es ist ein Coming-of-Age-Roman der mich berühren konnte und überraschend tiefgründig war, unter anderem wurden auch psychische Erkrankungen thematisiert. Zum Ende hin blieben ein paar Fragen offen, was ich etwas schade fand, gibt aber auch mir als Leser den Raum, frei zu interpretieren. Eine klare Leseempfehlung geht raus.
- Andrea Tillmanns
Julia Jäger und die Legende des Lichts
(12)Aktuelle Rezension von: annlu„Man sollte nicht mit Dingen spielen, die man nicht versteht!“
Julia Jäger Band 2
Eigentlich wollte Julia mit ihrem neuen Freund Tim die Studienfahrt nach Malta machen. Doch der hat andere Pläne. Die Erbschaft seines Großvaters - unter der sich auch die Münze befand, die die Beiden im Herbst in Schwierigkeiten gebracht hat – enthält einige keltische Symbole. Besonders ein einflügeliger Engel hat sein Interesse geweckt und Tim will nun nach Irland, um mehr über ihn zu erfahren. Dadurch wird die Studienfahrt nach Irland für die Beiden anders, als erwartet.
Die Geschichte entführt dieses Mal nach Irland, das an sich schon viele Möglichkeiten für Mystisches bietet. Ich war froh, einige bekannte Orte wiederzufinden und mir so die Umgebung besser vorstellen zu können. Da die Geschichte aber erst einmal Julia gewidmet ist, stehen zu Beginn andere Sachen im Vordergrund. Im letzten Band fand ich Julia angenehm untypisch für eine Jugendliche – hier musste ich feststellen, dass sie doch einige Teenieeigenschaften besitzt. So kam sie mir besonders zu Beginn recht zickig vor und ich war froh, dass sich die Stimmung der Geschichte mit Ankunft in Irland geändert hat. Dort wurde es wieder abenteuerlicher. Julias Telepathie kam zwar wenig zur Sprache, dafür entdeckt Tim neue Fähigkeiten an sich. Auch Alexander kommt mit auf die Klassenfahrt. Sein Wissen um die Magie und seine Rolle bei den Ereignissen aus Band eins bleiben geheimnisvoll.
Fazit: Die Geschichte ist einerseits magischer, als der erste Band, andererseits aber auch von Julias Einstellung geprägt, doch lieber ein „normales“ Leben führen zu wollen. So finden magische Artefakte ebenso ihren Platz in ihr, wie das Zusammensein mit ihrem Freund und ihren Freundinnen. Mir hat hier besonders die Umgebung in Irland gut gefallen, die ich mir aber noch ausführlicher beschrieben gewünscht hätte.
- Matthias Brandt
Blackbird
(133)Aktuelle Rezension von: ErikWir haben Blackbird in der Schule gelesen, sonst hätte ich es wahrscheinlich nie angefangen. Und jetzt, wo ich es durch hab, weiß ich auch warum: Das Buch war einfach nichts für mich.
Die Geschichte fand ich total langweilig. Es passiert irgendwie fast gar nichts, und wenn mal was passiert, ist es nicht wirklich spannend. Ich hab mich oft gefragt, worauf das Ganze eigentlich hinausläuft – aber es kam einfach nix, was mich richtig gepackt hat. Irgendwie war das alles total zäh.
Auch die Hauptfigur fand ich nicht besonders spannend. Ich konnte mich nicht in sie hineinversetzen, und ihre Gedanken waren manchmal voll wirr oder übertrieben. Die anderen Charaktere blieben auch eher blass – keiner war dabei, den ich wirklich interessant fand.
Der Schreibstil war für mich ehrlich gesagt anstrengend. Manche Sätze waren so kompliziert oder seltsam formuliert, dass ich sie mehrmals lesen musste. Ich verstehe, dass der Autor vielleicht was Künstlerisches machen wollte, aber für mich war das eher verwirrend als cool.
Insgesamt war das Buch echt enttäuschend. Ich hätte mir gewünscht, dass wir in der Schule was lesen, das mehr mit uns zu tun hat oder einfach spannender ist. Blackbird war einfach nicht meins – schade.
- Takis Würger
Der Club
(270)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannIst es möglich, Dinge zu benennen, die an die Scherzgrenze reichen, teilweise darüber hinausgehen, ohne dass sich diese Vorgänge zu sehr in die Gedankengänge der Leser*innen einnisten? Kurze Antwort: Ja, wenn der Autor Takis Würger heißt. Und so gibt es denn tatsächlich zum Schluss eine „doppelte Lösung“. Als Leser*in darf man gespannt sein, wie diese aussehen wird. Insofern soll hier nicht mehr verraten werden.
Verraten werden soll allerdings die Schwere der Tat, und wie sie hier in Romanform offensichtlich von den besonders „exklusiven“ Teilen der britischen Oberschicht als passender Initiationsritus verstanden wird – und somit im engeren Sinne tradiert. Die Taten mögen variieren, das Recht des Mächtigeren, des Stärkeren treibt hingegen nach wie vor die unvorstellbarsten Blüten. Und meist sind es die Männer, die zu Tätern werden (siehe aktuell „Epstein-Files“) und sich das Recht nehmen, über andere zu herrschen, sie zu verführen, ihnen Schmerzen zuzufügen, ob diese nun physischer oder psychischer Natur sind. Vergessen werden es die Betroffenen nie.
Dieses „Sich-über-andere-Hinwegsetzen“ ist das Leitthema dieses wunderbar leichtfüßig geschriebenen Romans. Ich möchte es mit einem wogenden Kornfeld vergleichen, in der der Wind hineinfährt und die Ähren verbiegt, aber der Halm dagegenhält, sodass die Pflanze keinen Schaden davonträgt. Es sei denn, dass ein Platzregen Halm und Korn den Garaus macht. Ganz so flächendecken wie in diesem Beispiel geht es hier nicht zu. Ganz im Gegenteil. Es ist die Elite (Boxer des elitären „Schmetterlings-Club“) der Elite (Cambridge-Studenten) die sich hier in ihrem Größenselbst gegenseitig befeuert. Und so über Generationen hinweg dafür sorgen, dass sich hieran wenig ändern wird.
Aber zurück zur Präsentation des in mancherlei Hinsicht Schmerzvollen: Die feine, melodische Sprache, in der die Wörter handgesetzt in Sätze fließen, sorgen dafür, dass selbst das Schreckliche ausdrückbar bleibt, ohne dabei den Kern des Verbrechens zu negieren. Dabei hilft die multiperspektivische Erzählweise, sich in die jeweilige Vorstellungs- und Lebenswelt dieser Personen hineinzuversetzen. So ist denn das Schweigen von Hans nicht nur dem Verlust seiner Eltern geschuldet, sondern wohl ein Merkmal, dass es in dieser „blubbernden“ Welt nur noch selten zu geben scheint – Zuhören: „Er war erst neunzehn, still, nie witzig, zu klein, schüchtern, aber doch gab er mir dieses Gefühl, das ich fast vergessen hatten. Es gab Momente, da war er weit weg, obwohl er neben mir saß, und meistens war es so, als sei er nur halb da.“ Um die Jahrtausendwende wurde in dieser Hinsicht vom „Neuen Mann“ geredet, inzwischen scheinen sich allerdings die Lautstarken, die Schwätzer erneut durchzusetzen.
Das Buch hilft dabei, sich aus unguten Machtverhältnissen gleich welcher Art zumindest gedanklich zu befreien. Das Handeln folgt dann irgendwie ganz von alleine.
(27.2.2026)
- Val Emmich
Dear Evan Hansen
(138)Aktuelle Rezension von: _JustMee☞ Dear Evan Hansen - Val Emmich, Steven Levenson, Benj Pasek & Justin Paul ☜
Ein Einzelband
Genre: Jugendbuch (Belletristik)
Seitenanzahl: 405
Sternebewertung: 4,3✰ / 5,0✰
TW: 'Psychische Krankheiten'/ Suizid
Evans Geschichte ist ursprünglich als Musicalstück konzipiert und anschließend in einen Roman gefasst worden. Sie erzählt von wahren Gefühlen, tiefgründigen Gedanken und dem Mut, das Richtige zu tun. Ein grandioses Werk, das ganz leise daherkommt. Aber eine große Tiefgründigkeit mitbringt, die ich so nicht erwartet hätte.
Evan Hansen ist ein ziemlich unscheinbarer und verschlossener Junge. Er hat keine Freunde und fühlt sich in Gesellschaft anderer oft unbehaglich. Seine Pausen verbringt er zumeist alleine und seine Freizeit in der Natur. Durch ein schreckliches Missverständnis gerät Evan jedoch schnell in das Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit und ehe er sich versieht, steht er auch schon im Mittelpunkt der Ereignisse. Anfangs versucht sich Evan dieser verfänglichen Situation zu entziehen, doch schon bald verstrickt er sich immer tiefer in gravierenden Lügengeschichten. Zum ersten Mal in seinem Leben scheint er alles zu haben, wonach er sich immer gesehnt hat. Doch dieses Leben ist erlogen, ausgetragen auf dem Rücken eines Jungen, der nicht mehr für sich selbst sprechen kann. Mit jedem Tag der vergeht, richtet er damit größeren Schaden an.
Durch die Perspektiven der beiden Jungen bekommen wir ein umfassendes Bild und einen Einblick in deren Gefühle und Gedanken. Allerdings konnte ich Evan und seine Entscheidungen ab einem bestimmten Punkt nicht mehr nachvollziehen. Wenn man selbst schon einmal Depressionen erfahren hat, spricht einem Conner jedoch direkt aus der Seele. Es ist so traurig und schenkt so viel Hoffnung zugleich!
Wie habt ihr eure Schulzeit in Erinnerung: Wart ihr eher unscheinbar oder standet ihr im Mittelpunkt? Gab es ein Ereignis, das eure Sichtbarkeit maßgeblich geprägt hat?






![[(The Perks of Being a Wallflower)] [Author: Stephen Chbosky] published on (January, 2013) Cover des Buches [(The Perks of Being a Wallflower)] [Author: Stephen Chbosky] published on (January, 2013) (ISBN: B00GX2GHCY)](https://images.lovelybooks.de/img/90x/lb-cover/B00GX2GHCY_1464293836886_xxl.jpg)
















