Bücher mit dem Tag "cuba"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "cuba" gekennzeichnet haben.

45 Bücher

  1. Cover des Buches Nächstes Jahr in Havanna (ISBN: 9783453422780)
    Chanel Cleeton

    Nächstes Jahr in Havanna

     (98)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Dieser Roman ist der erste Teil einer mehrbändigen Familien-Saga um Kubaner und Exil-Kubaner. 

    Die Geschichte wird abwechselnd aus zwei Perspektiven und auf zwei Zeitebenen erzählt. Der eine Erzählstrang führt uns nach Kuba in das Jahr 1958/59 und zu Elisa. Der zweite in das Jahr 2017 und zu Marisol, die den letzten Willen ihrer verstorbenen Großmutter Elisa, nämlich deren Asche in Kuba zu verstreuen, erfüllen soll. 

    Marisol, die in Florida lebt, hat eine bestimmte Vorstellung von Kuba, und wandelt auf den Spuren ihrer Großmutter. Obwohl Fidel Castro seit Kurzem Geschichte ist, sind die Schatten seiner Herrschaft nach wie vor deutlich zu spüren. 

    Meine Meinung: 

    Die mehrfachen Perspektivwechsel haben mir sehr gut gefallen. Die Ähnlichkeiten zwischen Enkelin Marisol und Großmutter Elisa sind deutlich erkennbar. 

    Sehr gut sind die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den reichen Zuckerrohrplantagenbesitzern und der armen Bevölkerung beschrieben sowie die Korruption des Staates. Dass sich die besitzlose Mehrheit gegen die besitzende Minderheit auflehnt, ist als bekannt vorauszusetzen. Interessant, wie ahnungslos Elisa in ihrem goldenen Käfig aufwächst. Spannend auch, dass der Bruder sich den Aufständischen anschließt. Dass über die Revolutionäre wenig geschrieben wird, ist klar. Kurz nach der Machtübernahme von Fidel Castro 1959 flieht Elisa mit ihrer Familie, nicht ohne vorher einen Großteil des Vermögens in Sicherheit gebracht zu haben. 

    Auch im zweiten Handlungsstrang sind die Unterschiede zwischen reich und arm deutlich sichtbar. Diem Menschen in Kuba leben nach wie vor an der Armutsgrenze. Allerdings sind viele zu Lebenskünstlern geworden und unterlaufen das kommunistische System. Es kommt, wie es kommen muss: Wie einst ihre Großmutter verliebt sich auch Marisol in einen jungen Mann, der gegen die Ungerechtigkeiten kämpft.  

    Auf das Buch bin ich wegen des Titels aufmerksam geworden „Nächstes Jahr in Havanna“ ist eine Abwandlung des jüdischen Wunsches „Nächstes Jahr in Jerusalem“, der die Rückkehr aus der Diaspora in die alte Heimat symbolisieren soll. 

    Fazit:

    Hat mir recht gut gefallen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

     

  2. Cover des Buches Das große Los (ISBN: 9783328102687)
    Meike Winnemuth

    Das große Los

     (242)
    Aktuelle Rezension von: Soulbooks_forever

    Stell Dir mal vor, Du gewinnst unheimlich viel Geld und kannst Dir einen großen Traum verwirklichen: ein Jahr um die Welt reisen.

    Genau das ist der Autorin tatsächlich passiert und sie machte ihren Traum wahr: 12 Monate, 12 Städte, 1 Jahr weg von Zuhause.

    Und über dieses Abenteuer schrieb sie das Buch „Das grosse Los – wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr“. Und dieses Buch ist einfach wundervoll.

    In Form von 12 Briefen geschrieben. 12 Briefe die jeweils eine Stadt, also einen Monat beschreiben. Eindrücke, Gefühle, Inspirationen, Gedanken hat die Autorin hier ausdrucksstark zusammengefasst und zu Papier gebracht. Ich hatte das Gefühl, die Städte ebenfalls zu bereisen, dabei zu sein, alle Abenteuer mitzuerleben. Viele Dinge, die die Autorin auf ihrer Reise erlebt hat, bleiben nicht nur als Erinnerung ein Leben lang erhalten, sondern auch als Emotion im Herzen. Und am Ende dieser Reise stellt man sich definitiv die Fragen: was möchte ich eigentlich wirklich? Was möchte ich verändern? Was brauche ich wirklich? Wen brauche ich wirklich?

    In dieses Buch bin ich eingetaucht und bereiste 12 faszinierende Städte auf der ganzen Welt und ich kann sagen: ich wollte von dieser Reise nicht zurückkehren. Dieses Buch ist absolut fesselnd und echt, es ist real. Und genau das macht es für mich so unglaublich lebendig und gefühlt zu meiner eigenen kleinen Reise. Von mir gibt es also eine ganz klare, wunderbare Leseempfehlung. Von ganzem Herzen!

  3. Cover des Buches Als Hemingway mich liebte (ISBN: 9783455000443)
    Naomi Wood

    Als Hemingway mich liebte

     (46)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    1926 verbringen Ernest Hemingway und seine Ehefrau Hadley den Sommer in Antibes in Südfrankreich. Neben Cocktailpartys mit anderen aufstrebenden oder etablierten Künstlern verbringen sie die Tage mit Pauline "Fife" Pfeiffer, die Hadley eingeladen hat. Sie ist ihre Freundin und gleichzeitig die Geliebte ihres Ehemanns. Hadley hatte den Plan, Ernest mit der dauerhaften Anwesenheit von Fife und der unsäglichen Ménage-à-troi von ihr zu lösen, doch der Plan ging nach hinten los. Nach einem Ultimatum von 100 Tagen erfolgte die endgültige Trennung. Ernest heiratet Fife, doch auch sie wird mit ihm eine Ehe zu dritt führen, die deshalb ebenfalls zum Scheitern verurteilt ist.
    Insgesamt viermal wird Ernest Hemingway heiraten und keine seiner Ehefrauen, die mit seiner Untreue ganz unterschiedlich umgehen, glücklich machen.
    "Als Hemingway mich liebte" ist ein Roman über die vier Ehefrauen von Ernest Hemingway und sollte deshalb besser "Als ich Hemingway liebte" heißen. Aus der Perspektive aller vier Frauen werden chronologisch ihre Affären und Ehen mit Hemingway beschrieben, wobei in ihren Erzählungen Rückblenden in die Vergangenheit erfolgen, was mit Dopplungen einzelner Szenen verbunden ist.
    Alle Frauen scheinen dem Charme von Hemingway verfallen, dem es offenbar aufgrund seiner Ausstrahlung, schon als er noch nicht als Schriftsteller erfolgreich war, mühelos gelungen ist, unverhohlen mehrere Liebesbeziehungen gleichzeitig zu führen und von einer Ehe nahtlos in die nächste überzugehen. Leidtragende sind die Ehefrauen, die ihren Mann vor den Augen der anderen teilen müssen.
    Aufgrund der beschränkten Sicht der Ehefrauen und der ständigen Abwesenheit Hemingways erfährt man nur wenig über den Schriftsteller und Kriegsberichterstatter als Person. Seine Rastlosigkeit und Untreue werden damit genauso wenig erklärbar, wie seine Anziehungskraft, die die Frauen an ihn bindet. Auch wenn man die Gefühlswelt der Frauen nachempfinden kann, bleibt nicht nachvollziehbar, was sie an diesem Mann so faszinierend finden.
    Jede Frau ist unterschiedlich und geht anders mit Ernest um, leidet mehr oder weniger stark unter seinen Affären. Während Hadley eher reflektiert und nüchtern ist, erscheint Fife leidenschaftlich und besitzergreifend. Martha ist selbstbewusst und bietet Ernest die Stirn, lässt sich jedoch auch über sieben Jahre hinweg betrügen. Marys Sichtweise ist stark vom Tod Hemingways geprägt, so dass sie selbst reichlich blass und unscheinbar bleibt. Davon abgesehen ändern sich die Situationen der vier Frauen bis auf die Schauplätze nur marginal, was die Geschichte etwas ermüdend eintönig gestaltet.
    Ein wenig mehr Persönlichkeit Ernest Hemingways, zu seinem Schreiben und Wirken als Schriftsteller und Kriegsberichterstatter, mehr Alltag aus den Ehen und weniger Erniedrigung der Frauen hätten diesem fiktiven Roman, der aufgrund der Recherchen sicher nah am Leben von Hemingway und seinen Ehefrauen ist, gut getan. Nach meinem Empfinden wäre es besser gewesen, sich auf eine Ehefrau und eine Geliebte aus dem Leben Hemingways zu beschränken. So hätte der Roman mehr Tiefe erhalten und die Charaktere hätten nahbarer werden können.

  4. Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783499269356)
    Ernest Hemingway

    Der alte Mann und das Meer

     (1.001)
    Aktuelle Rezension von: Novella_Romana

    Bei so wenig Grundsubstanz eine so emotionale Geschichte zu schreiben, verdeutlicht, warum es sich um einen Klassiker der Weltliteratur handelt - ein Mann, sein Boot, das Meer. Mehr braucht es für eine großartige kurze Geschichte offenbar nicht. Eine Qualität, die man heute oft vermisst, wenn Autoren sich bei einem Plot zur Rettung der Welt wieder einmal überschlagen. Oder umgekehrt - wenn Autoren versuchen aus wenig viel zu machen und wieder einmal an Langatmigkeit scheitern.


  5. Cover des Buches Hola Chicas! (ISBN: 9783453602748)
    Jorge González

    Hola Chicas!

     (19)
    Aktuelle Rezension von: peedee
    Wenn ich „Hola Chicas“ höre, denke ich tatsächlich direkt an Jorge Gonzales, den Stylisten, Choreografen: Ein vor Lebensfreude übersprudelnder Mann, seine Deutsch-Versprecher („Zwinkerauge“ anstatt „Augenzwinkern“ oder „Holzkreuz“ statt „Hohlkreuz“) sind sympathisch, er stolziert eleganter auf High Heels, als die meisten Frauen. Hier erzählt er, wie er von Kuba über die damalige Tschechoslowakei nach Hamburg kam und dort seine neue Heimat fand. Aufgeschrieben von Stephanie Ehrenschwendner, Autorin, Lektorin und Autoren-Coach.

    Erster Eindruck: Auf dem Cover schreitet Jorge den Laufsteg entlang; mir gefällt der geprägte Buchtitel. Es hat zahlreiche Fotos im Innern des Buches, die das Geschriebene noch etwas lebendiger und persönlicher wirken lassen.

    Ich denke, die meisten Menschen haben Jorge Gonzales schon mal im Fernsehen gesehen. Mit seiner lauten, lebendigen Art polarisiert er sicher, sodass man ihn entweder wirklich gut mag oder eben gar nicht. Mir ist Jorge sehr sympathisch und ich war gespannt, mehr über sein Leben zu erfahren.

    Die gelesene Geschichte war abenteuerlich, zuweilen schwer vorstellbar, berührend, unterhaltsam. Wenn ich nur bedenke, welche Anstrengungen Jorge unternommen hat, um es in der Schule an die Spitze zu bringen, da dies der damals einzige Weg war, einen Studienplatz im Ausland zu ergattern. Und damit „endlich“ von Kuba wegzukommen. Ich musste schmunzeln, als er die Liste betr. verfügbarer Studienplätze und deren Universitäten durchging: Er hat zuerst nur geschaut, in welchem Land die Uni ist, erst dann hat er sich für einen Studiengang entschieden. In seinem Fall wurde es Nuklearökologie in Bratislava.
    Jorge wusste schon sehr früh, dass er anders war, als andere Jungs. Er war am liebsten mit den Mädchen zusammen, um sich zu verkleiden, zu schminken, auf hohen Schuhen zu laufen… Aber das tut ein Junge nicht – hiess es damals. Es macht mich immer wieder traurig, wenn ich lesen muss, wie Menschen wegen ihrer Homosexualität Probleme kriegen, als wäre es eine ansteckende Krankheit!
    Jorge ist ein sehr optimistischer und humorvoller Mensch. Er ist auch sehr emotional und liebt seine Familie über alles. Schön, wie er Omas Glücksrezepte fürs Leben verrät, wie z.B. „Wenn dich jemand nicht mag, dann such dir einen anderen, der dich so nimmt, wie du bist. Du wirst jemanden finden, denn die Welt ist gross.“ Seine Oma war eine gescheite Frau, denn sie sagte „Guter Stil ist keine Frage des Alters und hängt auch nicht davon ab, wie schön du bist. Egal, ob klein, gross, dick, dünn, hell oder dunkel – du kannst immer elegant sein.“ Genau!

    Es war interessant, ein bisschen in Jorges Leben „reinzuschnuppern“ und ich wünsche ihm alles Gute.
  6. Cover des Buches Neun Nächte mit Violeta (ISBN: 9783293207950)
    Leonardo Padura

    Neun Nächte mit Violeta

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Bei diesem Buch handelt es sich um einen Band mit kurzen Erzählungen, der 2015 in Spanien unter dem Titel Aquello estaba deseando ocurrir erstmals erschien. Die älteste enthaltene Erzählung ist aus dem Jahr 1988, die neueste aus 2009. Es wird also ein Schaffenszeitraum des Autors von über 30 Jahren abgedeckt.

    Die Einsätze der Kubaner in Angola spielen in einigen Geschichten eine wichtige Rolle, was nicht verwunderlich ist, da sie über eineinhalb Jahrzehnte in der Zeit von 1975 bis 1991 einen großen Einfluss auf das Leben vor allem junger Menschen und dessen Gestaltung ausgeübt haben.

     Immer wieder scheint auch Paduras Sehnsucht nach einem nach eigenen Wünschen gestalteten Leben durch, anstatt einem solchen unter staatlichen Zwängen. Lebensfreude und Frust sind Bestandteile jeden Lebens und damit auch dieser Geschichten. Wie immer versteht es Padura meisterhaft, den inneren Zustand seiner Personen für den Leser verständlich zu beschreiben. Uns selbst im Übergang vom Leben zum Tod scheint Lebensfreude durch. Doch auch die schlechte Versorgungslage des Landes und das Thema Auswanderung und Flucht aus Kuba scheint immer mal wieder durch. Manche Geschichte liest sich auch wie ein Erotikon, in dem die Protagonisten zwischen Suff und Sex schwanken.

    Zwei Sätze, die mir besonders gut gefallen haben: 

    „Adelaida hielt die Mappe an die Brust gepresst wie eine von der Zeit vergessene Schülerin“ (S. 81, Unionsverlag Taschenbuch 795)

    Sie war weder jung noch alt genug, um einen Platz angeboten zu bekommen, und hörte nicht auf zu schwitzen. (S. 84, ebd.)

    Ein buntes Sammelsurium, das für mich drei Sterne wert ist.

  7. Cover des Buches Das verborgene Leben des Fidel Castro (ISBN: 9783404608973)
    Juan Reinaldo Sanchez

    Das verborgene Leben des Fidel Castro

     (1)
    Aktuelle Rezension von: GernotUhl

    Aus: https://www.eulengezwitscher.com/single-post/rezension/castro

    Er war der ewige Revolutionär: Fidel Castro. Auf der großen Bühne der Sozialromantik hat er alle Rollen gegeben: er war der Aufrührer an der Uni, der ehrenvoll gescheiterte Putschist als junger Rechtsanwalt, der heldenhafte Guerillakämpfer in den Bergen der Sierra Maestra, der erste Arbeiter und Bauer des sozialistischen Karibikidylls auf Kuba und der große Freund der Dritten Welt. Zwei neue Biografien erlauben ungewohnte Blicke in die Maske dieses begnadeten Selbstinszenierers.

     Was ist das für ein Mann, der sein Leben für Ideale riskiert, die er dann verrät und entehrt?

    Der junge Fidel Castro streitet gegen den kubanischen Militärdiktator Batista und für seine (gewöhnungsbedürftigen) Vorstellungen von Freiheit und Demokratie. Zumindest gibt er das vor. Denn kaum, dass seine siegreiche Revolution den Tyrannen vertrieben hat, sitzt auch schon der nächste große Unterdrücker in Havanna. Anfangs jubeln ihm die vermeintlich befreiten Kubaner euphorisch zu, weil Castro die amerikanischen Konzerne enteignet und den Großgrundbesitz auf die armen Landbauern verteilt. Sie bewundern ihn dafür, dass er den wutschnaubenden US-Politikern in Washington trotzig die Stirn bietet (auch wenn er sich dafür den Sowjets andienen muss). Sie freuen sich über bessere Bildung und Gesundheitsversorgungen, und sehen geflissentlich darüber hinweg, dass Castros Kuba auch nichts anderes als eine Zweiklassengesellschaft ist. Sie feiern einen Volkstribunen, der selbst mit der Machete das Zuckerrohr schneidet und können doch nicht wissen, dass hinter der Fassade des genügsamen Landmanns ohne eigenen Besitz ein den Luxus liebender Macho steckt, der sich eine geheimgehaltene Paradisinsel, eine Yacht und viele andere Annehmlichkeiten gönnt. 

    Davon berichtet Castros ehemaliger Leibwächter in leuchtenden Farben. Juan Reinaldo Sanchéz' Blick auf den Maximo Lider ist eine Abrechnung.Was ist das für ein Mann, der sein Leben für Ideale riskiert, die er dann verrät und entehrt? Der junge Fidel Castro streitet gegen den kubanischen Militärdiktator Batista und für seine (gewöhnungsbedürftigen) Vorstellungen von Freiheit und Demokratie. Zumindest gibt er das vor. Denn kaum, dass seine siegreiche Revolution den Tyrannen vertrieben hat, sitzt auch schon der nächste große Unterdrücker in Havanna. Anfangs jubeln ihm die vermeintlich befreiten Kubaner euphorisch zu, weil Castro die amerikanischen Konzerne enteignet und den Großgrundbesitz auf die armen Landbauern verteilt. Sie bewundern ihn dafür, dass er den wutschnaubenden US-Politikern in Washington trotzig die Stirn bietet (auch wenn er sich dafür den Sowjets andienen muss). Sie freuen sich über bessere Bildung und Gesundheitsversorgungen, und sehen geflissentlich darüber hinweg, dass Castros Kuba auch nichts anderes als eine Zweiklassengesellschaft ist. Sie feiern einen Volkstribunen, der selbst mit der Machete das Zuckerrohr schneidet und können doch nicht wissen, dass hinter der Fassade des genügsamen Landmanns ohne eigenen Besitz ein den Luxus liebender Macho steckt, der sich eine geheimgehaltene Paradiesinsel, eine Yacht und viele andere Annehmlichkeiten gönnt. Davon berichtet Castros ehemaliger Leibwächter in leuchtenden Farben. Juan Reinaldo Sanchéz' Blick auf den Maximo Lider ist eine Abrechnung.Analyse des Wissenschaftlers, Abrechnung des Bodyguards Der langjährige Bodyguard will am Ende seiner Laufbahn ins Gefängnis geraten sein, weil er um Vorruhestand gebeten habe. Solcher Undank löst die Bande der bedingungslosen Loyalität - und Sanchéz plaudert durchaus kurzweilig aus dem Nähkästchen. Es ist zwar nicht wirklich sensationell oder ganz und ganz unvorstellbar, was er da ans Licht bringt, denn dass Macht korrumpiert, ist ja an sich keine echte Überraschung. Aber Sanchéz zerstört eines der Bilder, das Castro zeitlebens von sich zeichnet: Das des uneigennützigen, väterlichen Herrschers, dessen Freizeit nur Kuba gilt, aber nie den eigenen Vergnügungen.

    Wesentlich weniger aufgeregt nähert sich Roman Rhode Castros Lebensgang und Lebenswerk. Was Rhode vorgelegt hat, ist nicht weniger als ein Lehrstück politischer Biografik. Nüchtern und distanziert beschreibt und analysiert er die Entwicklung von Castro und Kuba. Er beherrscht die mehrsprachige und vieltausendseitige Literaturlage (was allerdings zur Folge hat, dass er mitunter etwas zuviel voraussetzt) und er fällt kein Vorurteil. Aber seine geradezu emotionslose Schilderung führt nochmals eindringlicher vor Augen, wie Castro seine eigenen Ideale ins Gegenteil verkehrt. Beeindruckend ist die exemplarische Anatomie des Schauprozesses gegen den ehemaligen General Ocho (von dem auch Sanchéz erzählt). Rhode zeigt, wie Castro kurzen Prozess mit allen macht, die ihm nicht folgen. Der einstige Freiheitskämpfer verachtet die Freiheit des Andersdenkens straft selbst Widerworte von engen Vertrauten mit Kerker (wie im Fall Sanchéz) und Tod (wie bei Ochoa). Beide Biografien tragen auf ganz unterschiedliche Weise - Boulevard und Wissenschaft - dazu bei, dass der Mythos Castro bröckelt und dass seine Legende möglicher kürzer lebt, als er selbst...

     

    Eulengezwitscher. Bücher, Biografien und Blog von Gernot Uhl

  8. Cover des Buches Der Nebel von gestern (ISBN: 9783293404847)
    Leonardo Padura

    Der Nebel von gestern

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62
    Mario Conde, Expolizist, Padura-Fans vertraut aus Das Havanna-Quartett, verdient sein Geld als Antiquar. Eines Tages entdeckt er eine seit 40 Jahren unberührte Bibliothek unter der Obhut zweier alter Geschwister. Neben den kostbaren Büchern fasziniert ihn ein alter Zeitungsbericht über eine gefeierte Bolerosängerin, die sich 1960 überraschend von der Bühne zurückzog und Selbstmord beging. Schnell wird klar, dass ihr Geheimnis eng mit der Bibliothek verbunden ist, doch irgendjemand schreckt zu seinem Schutz nicht vor Mord zurück...

    Ein spannender, überaus atmosphärischer Roman, der die bunte Welt vor der Revolution dem tristen Havanna der 2000er-Jahre gegenüberstellt.
  9. Cover des Buches Nacht in Havanna (ISBN: 9783442554959)
    Martin Cruz Smith

    Nacht in Havanna

     (27)
    Aktuelle Rezension von: addicted3books

    Havanna ist der vierte Renko-Roman von Martin Cruz Smith (1981 Gorky Park, 1989 Polar Star, 1991 Red Square, 1999 Havanna, 2004 Wolves eat Dogs, 2007 Stalin's Ghost, 2010 Three Stations, 2013 Tatiana, 2019 The Seberian Delemma). 

    Von den neun Romanen ist dieser meiner Meinung nach der beste. Arkadi Renko ist in Havanna, Kuba unterwegs, Dort soll er das Verschwinden seines FreundFeindes Sergej Pribluda aufklären. Er kommt gerade zurecht, um beim Auffinden einer Leiche aus der Bucht von Havanna dabeizusein, die möglicherweise jene von Pribluda ist. An den Herzinfarkt glaubt er nicht und beginnt zu ermitteln. Ohne jede Rücksicht, so wie immer. Und macht sich natürlich wieder mal mächtige Feinde.

    Für mich eine gelungene und interessante Mischung aus Russland und Kuba, die zwar lange dicke Freunde waren, aber so gar nicht zusammenpassen. Detailreich beschreibt Cruz die schwierigen Ermittlungen in einer Welt, die so gar nicht Arkadis ist. 

    Kann ich nur empfehlen!

  10. Cover des Buches Che - Die Biographie (ISBN: 9783548601229)
    Jon Lee Anderson

    Che - Die Biographie

     (19)
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  11. Cover des Buches Drei traurige Tiger (ISBN: 9783518382141)
    Guillermo Cabrera Infante

    Drei traurige Tiger

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Wolkenatlas
    Ein wunderbares Buch. Eine Story wird man, abseits des Herumziehens der "traurigen Tiger" im Nachtleben Havannas kaum finden. (Ich will auch gar nicht versuchen, eine Storyline zu erzählen) Manche Zusammenhänge werden erst durch wiederholtes Lesen klar. Die (philosophischen) Dialoge und (oft bissig zynische) Aussagen sind köstlich, z.B. auch die Aussagen betreffend Alma Mahler. Ein Buch, das sehr viel Ruhe und Zeit vom Leser fordert und sich dafür umso dankbarer zeigt. Eine persönliche Bereicherung ist dieses wunderbare Buch auf jeden Fall !
  12. Cover des Buches Das tägliche Nichts (ISBN: 9783763245765)
    Zoe Valdes

    Das tägliche Nichts

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Beagle
    Politisch angehaucht und einfühlsam erotisch. Ein gut geschriebenes Buch, das über die Missstände in Cuba aufklären will, dabei stellenweise sehr humorvoll gehalten ist.
  13. Cover des Buches Barockkonzert (ISBN: 9783518015087)
    Alejo Carpentier

    Barockkonzert

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Cash Landing - Der Preis des Geldes (ISBN: 9783959670272)
    James Grippando

    Cash Landing - Der Preis des Geldes

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Buchwurmchaos
    Für "Cash Landing" habe ich endlos gebraucht. Oft genug flog der reader in die Ecke.
    Das Buch hat mich endlos Nerven gekostet!
    Und trotzdem 5 Sterne?
    Tja, ich habe nach Beenden des Buches fast ähnlich lang mit mir diskutiert: Die Geschichte ist top geschrieben. Sie hat einen wahren Kern, ist toll umgesetzt, super aufgearbeitet. Der Humor kommt nicht zu kurz, ich schlug mir oft auf die Schenkel vor Lachen. Der Plot ließ mich oft völlig verzweifeln, an die Decke gehen und explodieren. Oft wollte ich nicht weiterlesen, aber das Tempo ist gut, die Geschichte so raffiniert, verzwickt und verzwackt, hat oft Slapstick- artige Passagen, ist aber in sich völlig logisch mit Wendungen,die man für unmöglich hält. 
    Und tatsächlich ist das Ende ebenso flüssig, logisch und passend wie der Rest des Romans. 
    Also wo genau ist jetzt DAS Argument Sterne abzuziehen?
    Es ist tatsächlich so, dass ich sogar relativ früh diverse Empfehlungen für dieses Buch in meinem Bekannten- und Freundeskreis aussprach, sogar zu einem Zeitpunkt, an dem ich sicher war, das Buch nicht weiterlesen zu wollen. Wann gab es ein solches Verhalten jemals zuvor bei mir?
    Noch nie?
    Korrekt.
    Bevor ich auch hier endlos diskutiere, vielleicht ein paar Sätze zum Inhalt: 
    Der Roman handelt von einem Überfall. Mehrere Millionen Dollar wechseln im Hangar eines Flughafens den Besitzer, aber nicht zum rechtmäßigen, sondern an eine Diebesbande, die sich diese Lücke in der Überwachung erfolgreich zu Nutze macht. 
    Wunderbar. Dem ist doch nichts hinzuzufügen. Das Buch kann nach wenigen Seiten beendet werden.
    Wenn, ja WENN da nicht diese Truppe an völligen Idioten wäre, die dieses Geld gestohlen haben. Wie kann man sich ganz ohne Ermittler gegenseitig fertig machen, sich selbst Beine stellen und einfach zu blöd sein, Geld zusammen zu halten? Während Sparmaßnahmen und Kompetenzgerangel auf Seiten der Polizei und des FBI genügend Zeit zur Flucht ermöglichen, leisten sich die Übeltäter einen dramatischen Klamauk der Extraklasse, der ungeschickter nicht ablaufen könnte.
    Habe ich mich jetzt vornehmlich amüsiert? Nein, ich bin völlig ergraut.

  15. Cover des Buches La Cuba desconocida Unbekanntes Kuba (ISBN: 9783423095334)
  16. Cover des Buches Mi Moto Fidel (ISBN: 0792264223)
    Christopher P. Baker

    Mi Moto Fidel

     (4)
    Aktuelle Rezension von: LeseEule
    Es war ein tolles erlebnis von Christopher Baker auf seiner BMW mit durch Kuba genommen zu werden. Ein tolles Beispiel dafür wie sehr Lesen zur Bildung beitragen kann und auch dazu sich eine Eigene Meinung zu bilden. Ein Sternchen weniger gibst es von mir, wegen der komplexen politischen Passagen, durch die ich mich etwas quälen musste... Sehr weiterzuempfehlen, vor allem für möchtegern Weltenbummler.
  17. Cover des Buches Feinde (ISBN: 9783548233628)
    Norman Mailer

    Feinde

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches The Moneypenny Diaries (ISBN: 0312383185)
    Kate Westbrook

    The Moneypenny Diaries

     (1)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint
    Dies ist die erste Veröffentlichung der Tagebücher von Jane Moneypenny, der loyalen und überaus tüchtigen und auch mutigen persönlichen Sekretärin für mehr als 30 Jahre von Miles Messervy - besser bekannt als "M" -, Leiter des Secret Intelligence Service (MI6) durch ihre Verwandte Kate Westbrook.

    Zehn Jahre nach dem Tod ihrer Tante Jane Vivien Moneypenny erhält Kate Westbrook durch den Anwalt der Verstorbenen drei Pakete mit Tagebüchern. Über fünf Jahre bringt Westbrook damit zu, diese interessanten Tagebücher auf ihre Stichhaltigkeit und Akkuratesse hin zu überprüfen.
    Nun publiziert sie mit diesem Buch das nicht nur für die ganze Welt höchst turbulente Jahr 1962, sondern auch für Moneypenny und ihren Lieblings-00-Agenten Bond...

    Der kalte Krieg spitzt sich dramatisch zu, als die Amerikaner feststellen, daß die Sowjetunion heimlich Atomlenkwaffen auf Kuba stationiert.
    Die CIA hat einen Doppelagenten namens Caballo in Castro's Reihen, doch Robert Kennedy möchte sich von unabhängiger Seite davon überzeugen, ob Caballo's Informationen echt sind und er für die Vereinigten Staaten arbeitet. Sein Bruder John F. Kennedy kann sich während der prekären Weltlage - der 3. Weltkrieg scheint nicht ausgeschlossen - keine Fehlentscheidungen leisten.
    So kommt der MI6 und einer seiner favorisierten Top-Agenten ins Spiel.

    James Bond soll nicht nur Caballo überprüfen, sondern sich auch ein eigenes Bild von der Situation auf Kuba machen. Er wird nach einem halben Jahr tiefster Trauer über den Verlust seiner Frau Tracy di Vicenzo auf eine gefährliche und über das Wohl der Menschheit entscheidene Mission geschickt... Auf welcher Jane Moneypenny als "Guardian Angel" im wahrsten Sinne des Wortes eingreifen muss, um den Weltfrieden wiederherzustellen.

    Auch Moneypenny verlebt ein sehr turbulentes Jahr 1962: Ihre Romanze mit Richard Hamilton wird überschattet von Heimlichkeiten und Verdächtigungen. Ihr Job verbietet es ihr, ihrem Freund reinen Wein einzuschenken, der daraufhin mißtrauisch wird und hinter ihr her zu spionieren beginnt. Als er dabei ertappt wird, zieht er sich zurück und lässt sich nach Berlin versetzen, wo er bald in den Verdacht gerät, mit den Russen zu kooperieren.
    Moneypenny's Vater Hugh kam während des 2. Weltkriegs um, doch plötzlich werden durch Hamilton und später durch einen neuen Verehrer - David Zach - Zweifel am Tod des so schmerzlich vermissten Vaters geweckt. Man versucht die loyale Sekretärin des Chefs des MI6 zu korrumpieren und sie dazu zu bewegen, den Russen wichtige Dokumente als Gegenleistung für Informationen über den Verbleib von Hugh Moneypenny zu übergeben.
    So kämpft diese vermeintliche stille und im Hintergrund agierende Frau nicht nur gegen ihre Emotionen, sondern auch gegen die "Roten" und eilt obendrein 007 zu Hilfe, damit dieser seine Berichte schnell und effizient weiterleiten kann.

    Samantha Weinberg schreibt als Kate Westbrook im Auftrag der Fleming-Erben einen wunderbaren 007-Roman - der eigentlich keiner ist. Die Handlung ist liebevoll und präzise recherchiert und eingebettet zwischen den zwei Ian Fleming-Romanen "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" und "Man lebt nur zweimal". Die Figuren aus den beiden Romanen werden mit dieser sehr spannenden Geschichte um die Stationierung von Atomwaffen auf Kuba (Sowjetunion) und in der Türkei (Vereinigte Staaten) im Jahre 1962 verwoben. Weiters schafft es Weinberg zwischen den Tagebucheinträgen Moneypenny's als Kate Westbrook wunderbare Biographien der Familie Moneypenny und auch von sich selbst zu vermitteln.
    Fiktion trifft auf Realität: In ausführlichen Fußnoten werden die echten Menschen und Ereignisse dieser "heißen Tage" erläutert. Weinberg schafft eine wunderbar authentische Geschichte ohne Hänger und Längen und lässt Wahrheit und Erfundenes spielend ineinander fließen.
    Man fiebert bei der Agentengeschichte mit und man leidet mit Bond wegen seines Verlustes. Sehr gut und bar des Kitsches beschreibt Weinberg nicht nur Bond's emotionale Welt, sondern auch die von Moneypenny selbst, die aufgrund ihrer Geheimdiensttätigkeit so vieles vor ihr geliebten Menschen zu verbergen hat.

    Ein sehr zu empfehlender Roman... Buch 1 der "Moneypenny Diaries"-Trilogie.






  19. Cover des Buches Mit Scheckbuch und Pistole (ISBN: B0000BQ6HW)
    Peter Bols

    Mit Scheckbuch und Pistole

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Wiedersehen in Havanna (ISBN: 9783546002011)
    Miguel Barroso

    Wiedersehen in Havanna

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Warten auf Schnee in Havanna (ISBN: 9783453400962)
    Carlos Eire

    Warten auf Schnee in Havanna

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Mendelssohn
    Eine Reise der Erinnerungen, ein nicht immer unbedingt leicht zu lesendes Buch, das durchaus seine Längen hat. Es besticht durch seine schöne Sprache, vergleichbar mit Pascal Mercier, leicht bissigem Humor, verblüffend treffenden Beobachtungen eines Kindes und leiser Melancholie. Einfach schön.
  22. Cover des Buches Erzähl mir von Kuba (ISBN: 9783492236720)
    Jesus Diaz

    Erzähl mir von Kuba

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Belladonna

    Beschreibung

    Der kubanische Zahnarzt Stalin Martínez findet sich auf der Dachterasse seines Bruders in Miami wieder. Dort setzt er sich der brennenden Sonne aus, um das Aussehen eines per Boot Geflüchteten anzunehmen. Dabei hat er viel Zeit um über alle Ereignisse nachzudenken die ihn von seinem geliebten Kuba bis hierhier, nach Miami geführt haben.

    Dabei kreisen seine Gedanken vor allem um seine Frau Idalys und sein Leben als Zahnarzt in Kuba. Trotz des erlernten Berufes reichte das Einkommen kaum aus um davon zu leben. Viel mehr Hoffnungen hatte er in das kleine Lokal seiner Schwester gesetzt bei dem er sich einige Dollar als Kellner dazu verdienen konnte. Doch das Schicksal hielt anderes für ihn bereit…

    Meine Meinung

    Dieses Buch habe ich mir ganz speziell für den diesjährigen Kuba-Urlaub ausgesucht und schließlich zum Teil während der Busrundreise im Weste Kubas gelesen, und am Strand von Varadero beendet. Dabei entpuppte sich die Geschichte von Jesús Díaz als ziemlich mitreisend und vor allem als passende Urlaubslektüre.

    Der lebendige und bildhafte Schreibstil des Autors hat mich sogleich mitten in das Leben von Stalin Martínez versetzt. Die brütende Gluthitze auf der Dachterasse in Miami sind fast körperlich spürbar, und damit einher geht die Einsamkeit und Leere die der Hauptprotagonist dort empfindet. Im krassen Gegensatz dazu stehen seine Erinnerungen an sein Leben in Kuba. Vor allem die kleinen Anekdoten wie z. B. dass Stalin Martínez Alltagsgenständen wie seinem Ventilator und seinem Fahrrad liebevoll Namen gibt, lassen mir das Herz aufgehen – obwohl dies eigentlich das Gegenteil bezwecken sollte. Diese Gegebenheit weist äußert charmant darauf hin, dass in Kuba viele Dinge nicht so leicht zu beschaffen sind, und wenn doch blätter man einiges an Geld dafür hin. Das schlimme daran, auch heute hat sich daran nicht sehr viel verändert. Trotzdem habe ich die Kubaner als recht zufriedene und vor allem fröhliche Menschen wahrgenommen, deren Herz vor allem für Kunst und Musik schlägt. Genau dieses Gefühl wird mir von Jesús Díaz in „Erzähl mir von Kuba“ vermittelt.

    Die Geschichte besteht aus zwei Handlungssträngen die ineinander verschwimmen. Zum einen wird aus der Gegenwart berichtet wie sich Stalin Martínez auf der Dachterasse seines Bruders befindet und dann wieder verschwimmt die Geschichte mit der Vergangenheit in Kuba. Von der ersten bis zur letzten Seite klebte ich förmlich an dem Buch. Lediglich das Ende empfang ich als ziemlich unbefriedigend, da es einfach keinen richtigen Abschluss gibt. Deshalb muss ich eine Kleinigkeit von meiner Bewertung abziehen, so dass ich 4,5 von 5 Grinsekatzen für diesen tollen Roman vergebe.

    Über den Autor

    Jesús Díaz Rodríguez wurde 1941 in Havanna (Kuba) geboren und wuchs in einem Armenviertel Havannas auf. Als Schüler schloss er sich der Opposition gegen die Herrschaft des Diktators Batista an. Er arbeitete in verschiedenen Redaktionen und war von 1971 bis 1990 beim staatlichen kubanischen Filminstitut (ICAIC) tätig. Nach seiner Ausreise im Jahr 1991 verweigerte die Regierung Kubas seine Rückkehr, so dass Díaz sein weiteres Leben bis zu seinem Tod am 3. Mai 2002 in Madrid (Spanien) verbrachte.

    Fazit

    Ein bewegender und realistischer Kuba-Roman der für gute Unterhaltung sorgt.

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    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 08.10.2016
  23. Cover des Buches HEMINGWAY ADVENTURE. (ISBN: B000O54HI9)
    Michael. Palin

    HEMINGWAY ADVENTURE.

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Mythos Havanna (ISBN: 9783898367462)
    Dieter H. Wirtz

    Mythos Havanna

     (1)
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