Bücher mit dem Tag "dachkammer"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "dachkammer" gekennzeichnet haben.

9 Bücher

  1. Cover des Buches Adams Erbe (ISBN: 9783257242218)
    Astrid Rosenfeld

    Adams Erbe

     (228)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Man mag daran zweifeln, ob es eine relativ junge Autorin vermag, das schwerwiegende Thema der Judenverfolgung angemessen zu erzählen und man staunt darüber, wie gut ihr das gelingt.

    Das Buch fängt äusserst amüsant und humorvoll an, wird dann etwas exaltiert und verschroben und endet zum Schluss sehr traurig und bitter. Drei Kapitel unterteilen den Roman in Gegenwart und Vergangenheit. Der junge Edward Cohen, der mit seiner Mutter und Grossmutter in einem Haushalt lebt, wird immer wieder auf die Ähnlichkeit mit seinem Onkel, welchen er selber nie gekannt hat, angesprochen. Erzählt wird das schrullige Zusammenleben der drei. Man fragt sich als Leser nach bald 100 Seiten, was es mit dieser Ähnlichkeit auf sich hat.

    Das zweite und längere Kapitel des Buches handelt dann von eben diesem Adam, dessen Suche nach seiner grossen Jugendliebe ihn ins Warschauer Ghetto führt und im drittel Teil eine geschickte Verknüpfung zum Anfang nimmt.

    Es handelt sich um einen sehr authentischen Bericht über ein Stück deutsch/polnische Vergangenheit, die sehr spannend erzählt wird und den Leser nachdenklich zurücklässt.

  2. Cover des Buches Vampir mit Vergangenheit (ISBN: 9783423213868)
    Charlaine Harris

    Vampir mit Vergangenheit

     (166)
    Aktuelle Rezension von: SonnenBlume
    Sookie lebt wieder einmal gefährlich. Erst ist sie bei einem Brandanschlag auf das Merlotte's anwesend, dann mischt sie sich in den Streit zwischen Eric und Pam ein und dann werden auch noch vier Schläger auf sie angesetzt, die sie aber glücklicherweise auch wieder los wird.
    Zwischen ihr und Eric läuft es auch nicht zu hudert Prozent gut, was auch damit zusammenhängt, dass Victor sich ganz schön austobt in Louisiana.
    Natürlich darf ein blutiges Finale nicht fehlen - wie schon üblich bei dieser Reihe.

    Weniger wäre bei dieser Reihe wirklich mehr. Hätte man das alles in weniger Bänden zusammengefasst, würde der Geschichte zum Ende hin vielleicht nicht die Puste ausgehen, aber ich will jetzt wirklich nur mehr wissen, was aus Sookie wird und bei wem sie schlussendlich bleibt, das rundherum ist mehr oder weniger nur mehr eine müde Begleiterscheinung.
    Es stört mich mittlerweile wirklich sehr, dass die Handlung oft so vorhersehbar ist und was mich ungemein stört ist die Tatsache, dass die Autorin sich manche Dinge im Nachhinein einfach so zurechtbiegt, dass sie in die Situation passen. Das zeugt für mich nicht von einer guten Planung der Geschichte und ist für mich als Leser oft sehr mühsam.

    Die Geschichte rund um Sandra Pelt ist in meinen Augen auch schon sehr ausgelutscht und ihrem immerwährenden Auftauchen hätte man schon viel früher ein Ende setzten können - diese Zwischenstränge nerven einfach nur mehr.

    Was Claude und Dermot angeht habe ich kein gutes Gefühl, hier warte ich nur mehr drauf, bis etwas passiert. Vielleicht täusche ich mich aber auch einfach?
  3. Cover des Buches Drei Männer im Schnee (ISBN: 9783423252584)
    Erich Kästner

    Drei Männer im Schnee

     (185)
    Aktuelle Rezension von: winter-chill
    Bei Erich Kästner denken die meisten zuerst an seine Kinderbücher wie „Das doppelte Lottchen“ oder „Das fliegende Klassenzimmer“. Allerdings war das nur eine Facette des Autors, der ebenso Lyrik, politische und zeitkritische Texte und Unterhaltungsromane veröffentlicht hat. Einer seiner bekanntesten Romane, wohl auch wegen der Verfilmung von 1955,  ist „Drei Männer im Schnee“. Eine amüsante, kurzweilige und vor allem zeitlose Verwechslungskomödie – die auch heute, über 80 Jahre nach Erscheinen des Romans – noch Spaß macht: Der millionenschwere Geheimrat Tobler macht inkognito an einem Preisausschreiben seiner eigenen Firma mit und gewinnt auch noch den zweiten Platz: 14 Tage Skiurlaub im Grandhotel Bruckbeuren. Weil er sich einen Spaß machen will und die Menschen erforschen will, checkt er als armer Schlucker Schulze im Hotel ein. Seine Tochter Hilde findet das keine gute Idee und beschließt, das Hotel vor dem verkleideten Millionär zu warnen. Allerdings ahnt sie nicht, dass der Gewinner des ersten Preises, ein arbeitsloser junger Mann aus Berlin, auch noch im Hotel erwartet wird. Auf den ersten Blick ist die Geschichte vielleicht etwas simpel, vorhersehbar und voll mit winterlichem Idyll – auf dem zweiten Blick steckt aber noch ein bisschen mehr dahinter. Wie in vielen seiner Bücher erzählt Kästner in seiner Komödie von einer zweigeteilten Gesellschaft – von Armen und Reichen, von moralischen Menschen und einer hirnlosen, vergnügungssüchtigen Masse. Diese Kritik versteckt Kästner hinter einem leichtfüßigen Schreibstil, garniert mit ganz viel Ironie und geistreichem Witz. Ein bisschen Romantik gibt es auch noch. Tolle Unterhaltung.
  4. Cover des Buches Hunger (ISBN: 9783548291093)
    Knut Hamsun

    Hunger

     (122)
    Aktuelle Rezension von: Nimmie_Aimee

    Der namenlose Protagonist streift im Herbst in Christiania (heute Oslo) umher. Arm, mittellos und ohne Besitztümer versucht er sich mit dem Schreiben von Zeitungsartikeln über Wasser zu halten. Die zahlreichen Absagen nagen an ihm, so wie der Hunger, den er nicht stillen kann. Er erlebt mehrere Tiefpunkte und verliert seine Sinne, an denen die psychischen und physischen Auswirkungen seines Elends deutlich werden.

    Der Roman von Knut Hamsun ist der erste norwegische Großstadtroman und er leitet die Epoche der Moderne ein. Von Zeitgenossen wird sein Werk abgelehnt, und es erlang erst später einen herausragenden Ruf. Die Geschichte ist im modernistischen Stil (Bewusstseinsstrom) geschrieben, lässt sich jedoch flüssig lesen und der Fokus liegt auf dem Seelenleben des Protagonisten und nicht auf der Handlung. Die Stimmung ist eher berückend und deprimierend, auch wenn es immer wieder glückliche Momente gibt.

    Ein Klassiker der Skandinavischen Literatur.

  5. Cover des Buches Drei Engel für Armand (ISBN: 9783404206070)
    Jim C. Hines

    Drei Engel für Armand

     (54)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    Danielle, von ihren Stiefschwestern Aschenputtel genannt, ist glücklich mit ihrem Prinzen Armand. Doch noch ist sie nicht sicher, Stiefschwester Charlotte startet einen Mordversuch auf Danielle und entführt Armand. Gut, dass Königin Beatrice Talia, auch als Dornröschen bekannt, incognito als Danielles Dienerin und Beschützerin eingeschleust hat. Diese ist üblicherweise als Beatrices Geheimagentin/Spionin tätig ist, zusammen mit Schnee(wittchen). Die beiden machen sich auf den Weg, Armand zu befreien, und Danielle lässt es sich nicht nehmen, sie zu begleiten.

    Nachdem ich von Hines‘ Goblinsaga schon vor Jahren sehr begeistert war, wollte ich unbedingt weitere Werke von ihm lesen – nun endlich komme ich dazu. Band 1 der „Todesengel“-Reihe schien mir gut geeignet, denn ich mag Märchenadaptionen, zumal diese hier bereits aus 2009 stammt.

    Der Autor führt nicht nur die Geschichten der drei Protagonistinnen weiter, sondern erzählt sie auch neu. Die Drei sonst eher passiven Prinzessinnen werden hier zudem zu wehrhaften, ja gefährlichen jungen Frauen. Talia, die ihren hundertjährigen Schlaf und die damit verbundenen Probleme nicht gut überwunden hat, ist die Kämpferin der Gruppe, die neben Schwert und Axt auch Nadeln verwendet, während Schnee sich zur Hexe fortgebildet hat, die mit Spiegeln allerhand anstellen kann. Danielle muss ihren Weg noch finden, ist aber jetzt schon mutig und schlau, und tritt für sich und die ihren ein.

    Gut gefallen mir auch die anderen Wesen, die man hier trifft, z. B. der Troll Brahkop, hinter dem mehr steckt, als zunächst gedacht, oder die Aviare, fliegende Pferde, die ebenfalls nicht ohne sind.

    Wie schon beim Goblin zeigt Jim C. Hines, wie phantasievoll er ist, leider fehlt mir aber der sprühende Humor, den er dort zeigt. Nicht, dass es hier ganz humorlos zugeht, aber ich hatte doch deutlich weniger zu schmunzeln. Schade, denn gerade darauf hatte ich mich besonders gefreut.

    Neben den Zutaten bekannter Märchen kommt auch Mythologie zum Tragen, denn die Drei müssen ins Elfenland, um Armand zu befreien. Insgesamt gefällt mir die Welt gut, die der Autor erschaffen hat, und ich bin gespannt, ob und wie er sie in den Folgebänden noch erweitern wird.

    Gerade wenn man schon fantasyerfahren ist, lässt sich die Geschichte gut und zügig lesen und, ist sie zunächst fast ein bisschen langatmig, nimmt sie doch mehr und mehr Fahrt auf, und man erfährt auch immer mehr über die Hintergründe, nicht nur der einzelnen Charaktere. Am Ende ist der Roman abgeschlossen, eine Fortsetzung hätte es also nicht unbedingt gebraucht, aber immerhin gibt es ja noch einige weitere Märchen.

    An die Goblinsaga kommt der Roman nicht heran, aber er bietet doch einen unterhaltsamen Einstieg in die Todesengel-Reihe, wobei man es auch bei einem Einzelband hätte belassen können. Mir gefallen Charaktere und Welt und ich freue mich auf ein Wiedersehen. 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Genrefans.

  6. Cover des Buches Dr. Jekyll und Mr. Hyde (ISBN: 9783257610420)
    Robert Louis Stevenson

    Dr. Jekyll und Mr. Hyde

     (558)
    Aktuelle Rezension von: Sandrica89

    Diesen Klassiker kannte ich nur von hören, konnte mir aber nie die Namen merken. Erst, als ich den Film "Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen" gesehen habe, viel mir dann der Name wieder ein und merkte, dass es tatsächlich ein Buch über diesen Mr. Hyde gibt. Besser spät als nie, deswegen war ich um so neugieriger, wie seine Geschichte ist.

    Doktor Henry Jekyll ist ein lieber und freundlicher Gentleman, den jeder kennt und achtet. Allerdings führt er im Geheimen ein Experiment aus, weil er der Meinung ist, dass jeder Mensch zwei Menschen in sich trägt: einen guten und einen bösen Menschen. Irgendwann hat er es geschafft, ein Elixier zu brauen, in dem er diese beiden Persönlichkeiten voneinander trennt. Er, Dr Jekyll ist der gute Mensch, hingegen Edward Hyde der Böse. Zu Beginn konnte er die Verwandlung anhand vom Elixier kontrollieren, doch schon bald verliert er mehr und mehr die Kontrolle und Mr. Hyde scheint die Oberhand zu gewinnen. Dr. Jekylls ältester Freund und Anwalt, Mr. Utteroson, kommt ihn schon bald auf die Schliche und erfährt sein grausames Geheimnis.

    Wie gesagt, ich wurde erst wegen dem Film auf diesen Klassiker aufmerksam und kannte daher seine Geschichte nicht. Die Art und Weise, wie Dr. Jekyll zu Beginn mit Mr. Hyde umgegangen ist, war schon faszinierend. Immerhin passiert es nicht jeden Tag, dass man mit einem anderen Ich aufwacht und durch die Strassen läuft. Doch schon bald wird Dr Jekyll verzweifelter, weil er sein böses Ich nicht mehr kontrollieren kann. Er wird schwächer, während Mr. Hyde stärker wird. Wie wird Dr. Jekyll dieses Problem lösen? Wird ihm sein Freund Mr. Utterson helfen können? Ich fand es spannend, wie der Anwalt mehr und mehr von den beiden Menschen in Erfahrung bringt und schlussendlich alles aufdeckt. Damals war es ja nicht wirklich üblich, dass ein Mensch unhöflich und frech ist. Und wenn, wurde er schnell von der Gesellschaft ausgeschlossen. Um so komplizierter ist es natürlich, wenn diese beiden Persönlichkeiten ein und derselbe Mensch ist. Die Geschichte ist zwar kurz, aber brilliant. Hie und da hatte ich etwas Mühe der Geschichte zu folgen, aber im Grossen und Ganzen ein schaurig schöner Klassiker, den man gelesen haben muss.

  7. Cover des Buches Madame Ernestine und die Entdeckung der Liebe (ISBN: 9783442483563)
    Leona Francombe

    Madame Ernestine und die Entdeckung der Liebe

     (12)
    Aktuelle Rezension von: lesemaedel
    Dies ist die Geschichte, einer kleinen belgischen Haushälterin, die das Leben einiger Menschen gehörig auf den Kopf stellt. Charmant, wie Amelie´ und resolut, wie Miss Marple - begibt sich die Anfang 50jährige Ernestine auf eine Odyssee. Dabei spielt ein unerwartetes Geschenke, ein geheimnisvoller Cellist und ganz viel "Homer" eine entscheidene Rolle.
    Anders als Titel und Cover erwarten lassen, kommt hier keine romantische Liebesgeschichte daher, sondern eine leise, liebevolle und leicht philosophisch angehauchte Sinnsuche mit kriminalistischen Elementen.
  8. Cover des Buches Seelenloch (Jim Devcon-Serie 9) (ISBN: B079P91BZY)
    Eva Lirot

    Seelenloch (Jim Devcon-Serie 9)

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Frenx51

    Ein Samstagnachmittag mitten in Frankfurts Innenstand, ein „Feuerteufel“ bietet seine Show dar, doch plötzlich wird aus der Show Ernst und der Mann begibt sich mit dem Flammenwerfer in die Menschenmenge. Angst und Entsetzen verbreiten sich nach der Tat, es gibt einige Opfer, darunter auch die Nichte eines Ermittlers. Gaffer stellen Fotos ins Internet, die Boulevard-Presse ist hinter einer Story und dem Versagen der Polizei her und Jim Devcon und sein Team müssen versuchen, dass die Lage nicht eskaliert und die Angst nicht alle lahm legt. Doch der Täter schlägt erneut zu.

     

    Dieses Mal müssen Jim Devcon und sein Team sich mit einem Täter rumschlagen, der scheinbar wahllos Menschen mit einem Flammenwerfer tötet. Doch für den Leser, der auch diesmal aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven und Handlungssituationen, den Täter bereits von Beginn an kennenlernt, wird schnell deutlich, dass viel mehr hinter den Taten steckt. Denn er ist reich, klug und brutal und will etwas Großes mit seinen Taten erreichen. Prestige und Macht und fehlende Zuneigung spielen eine sehr deutliche Rolle, ebenso wie ein Kindheitstrauma. Jedoch steckt hinter der Tat oder in dem Gefüge, in dem sich der Täter befindet, eine viel größere, aber versteckte Macht, die schwer zu begreifen ist und doch auf wahren Informationen beruht.

    Dieser Fall ist wieder sehr spannend, trotz dessen dass der Leser den Täter bereits kennt, ist das Eintauchen in die dunklen Geheimnisse sehr interessant dargestellt und auch die polizeiliche Ermittlungsarbeit kann gut verfolgt werden, auch wenn sie diesmal etwas in den Hintergrund gerät. Was mir an diesem Fall jedoch nicht gefallen hat, war die Auflösung bzw. die Beendigung des Falls für Jim,  denn sie war sehr unbefriedigend, auch wenn sie so im wirklichen Leben ebenfalls vorkommen könnte.

    In diesem Fall konnte man zum einen die Weiterentwicklung von Tatjana sehr gut verfolgen, die zwar wieder mitten drin, als Opfer wie auch als, weiterhin krankgeschriebene, Ermittlerin war, jedoch auch ein Stück weit besser an ihrer Psyche arbeiten konnte. Zum anderen zeigten auch andere Ermittler, wie sehr ihr Psyche angeschlagen ist und wie schnell sich Gefühle, von Wut und Rache zeigen können, wenn ein Täter Personen des privaten Umfelds tötet.

     

    Der Fall war ebenfalls sehr spannend, vor allem da dies ein Fall war, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt hat und gleichzeitig das Thema „Gaffer“ und Präsentation im Internet in den Fokus genommen hat. Jedoch hat mich die Aufklärung bzw. das Ende des Falls, wenn es auch schlüssig und nachvollziehbar ist, dass so gehandelt wurde, nicht zufrieden gestellt, da dadurch wieder die Macht verschiedener Personen dargestellt wurde und die negativen Auswirkungen dieser.

  9. Cover des Buches Besuch aus ferner Zeit (ISBN: 9783837154665)
    Katherine Webb

    Besuch aus ferner Zeit

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Tini2006

    ....fragst du dich entweder, ob du den Verstand verlierst oder du fängst an, nachzuforschen, was dieser Geist eigentlich sucht. 

    Liv, 26 Jahre alt und in ohnehin psychisch angeschlagenem Zustand, befindet sich in dieser Situation, als sie in den Laden/ Wohnung (alles in einem) ihres Vaters einzieht. Ihr Vater, der immer etwas egozentrisch und seltsam war, zudem sie aber bis vor einiger Zeit ein sehr inniges Verhältnis hatte, ist verschollen. Niemand weiß, was mit ihm passiert ist, weshalb Liv hofft, in seinen Hinterlassenschaften einen Hinweis zu finden, wohin er gegangen ist. Was sie feststellt, ist sehr rätselhaft: vor seinem Verschwinden hat er alle Möbel verrückt, im Keller ein Loch gegraben, Recherchen zur Geschichte des Ladenlokals anstellen lassen. Anscheinend ging er davon aus, dass im Laden vor Jahrhunderten ein schreckliches Verbrechen passiert ist. Und dann verschwand er. Ganz plötzlich.

    Liv hört jede Nacht Stimmen, kann aber niemanden sehen. Es sind zwei Frauen, die irgendetwas Ungutes im Schilde führen. Sie hört ein Baby weinen, was für sie umso belastender ist, da ihre eigene Schwangerschaft vor einem halben Jahr mit einer Fehlgeburt endete. Liv ist noch immer sehr traurig wegen des Verlustes. Sie beginnt das Baby zu suchen, merkt aber schnell, dass es nicht real ist. 

    Jeden Morgen bekommt sie Besuch von Adam, einem schwarzen Obdachlosen, der davon ausgeht, dass er hier ein Café besucht und sie für die Bedienung hält. Er will eine heiße Schokolade haben, eine, so, "wie Cleo sie gemacht hat". Doch natürlich kennt Liv keine Cleo, weshalb sie ihn zunehmend für verwirrt hält, zumal er behauptet, ihren Vater vor Kurzem gesehen zu haben.  Liv klammert sich an diesen Hinweis und beginnt gezielt, in Obdachlosenvierteln nach ihm zu suchen. Vergebens.

    Ihr geht es psychisch immer schlechter. Gleichzeitig werden ihre nächtlichen Erlebnisse immer präziser. Sie sieht die Frauen noch immer nicht, dafür aber ein Mädchen mit Blut am Körper, das in einer Dachkammer eingesperrt ist.

    Während Liv noch im Dunklen tappt, weiß die Hörerin/ der Hörer schon mehr, denn auf einer zweiten und später auch dritten Zeitebene der Erzählung erfährt sie/ er, dass im 18./ Anfang 19. Jahrhundert eine tragische Liebesgeschichte im Bezirk ihren Anfang nahm, die für einige darin Verwickelte sehr dramatisch endete...

    Wer die Bücher von Katherine Webb kennt, weiß, dass er trotz schönem Cover keinen Frauenliebesroman zu erwarten hat, sondern teilweise harte Kost. Auch hier gibt es wieder Ungerechtigkeiten, Grausames, Intrigen und sogar ein totes Baby.  Die Autorin versteht sich darauf, Handlungsstränge gekonnt ineinander zu verflechten und Gegenwart und Vergangenheit geschickt zu kombinieren. Ihre ProtagonistInnen sind immer menschlich, lebendig und interessant...und gehen teilweise unter die Haut. Dass hier auch Geister in Erscheinung treten, hat mich gar nicht gestört, ich fand es sogar sehr passend.


    Ein großes Lob auch noch an Anna Thalbach. Fast keine liest so gut wie sie. Katherine Webb Hörbücher ohne Anna Thalbach - inzwischen undenkbar.


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