Bücher mit dem Tag "das dritte reich"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "das dritte reich" gekennzeichnet haben.

11 Bücher

  1. Cover des Buches NSA - Nationales Sicherheits-Amt (ISBN: 9783785726259)
    Andreas Eschbach

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt

     (299)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    NSA heißt dieses Buch von Andreas Eschbach, NSA das steht für "Nationales Sicherheits Amt" mit Sitz in Weimar und dort werden die Computerdaten überwacht. Soweit nichts ungewöhnliches, aber die Geschichte spielt 1942 und der 2. Weltkrieg tobt. Das Gedankenspiel ist, was wäre wenn es damals schon Computer, Handys, Kreditkarten und Internet gegeben hätte. Ein interessantes Gedankenspiel und teilweise erschreckend realistisch. Die Datensammlungen geben auch die letzten Geheimnisse der Menschen preis, was sich ein totalitäres System ebenso zu Nutze macht, wie ein skrupelloser Beamter, der über Zugriffsmöglichkeiten auf diese Daten verfügt.

    Eingepackt ist diese Dystrophie in die Geschichte zweier Mitarbeiter des NSA, der grauen Maus Helene, die als Programmstrickerin (Programmierer) die Abfragen kreiert, welche zum aufspüren von versteckten Juden genutzt werden und die erst durch ihre Liebe zu einem Deserteur versucht das Netz zu manipulieren um ihn zu schützen. Die andere Hauptfigur, Eugen Lettke, arbeitet als Analyst beim NSA und nutzt seine Erkenntnisse zur persönlichen Rache und Erpressung.

    Hervorragend sind auch die der Zeit angepassten Begriffe, sei es der Komputer, das Votel - Volkstelephon statt Handy oder das Weltnetz statt Internet. Eschbach verwebt historische Ereignisse, wie die Verhaftung von Anne Frank und ihrer Familie oder die Enttarnung der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" in München geschickt in seine Erzählung.

    Doch sein Finale ist dann sowas von überraschend, das muss man erst einmal verdauen.

    In Summe eine brillante Idee, durch die Geschichte seiner beiden Hauptprotagonisten ein wenig verwässert aber - auch noch im Nachgang - beängstigend, denn die Szenarien sind realistisch. Wer hat Zugriff auf unsere Daten und wofür werden bzw. könnten sie genutzt werden.

    Klare Leseempfehlung

  2. Cover des Buches Das Mädchen im Strom (ISBN: 9783608963298)
    Sabine Bode

    Das Mädchen im Strom

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Lese-Lust

    "Das Mädchen im Strom" von Sabine Bode erzählt vom Leben  der Jüdin Gudrun Samuel kurz vor dem 2. Weltkrieg. Zusammen mit ihrer Freundin Margot und ihrem Freund Martin erlebt sie viele schöne, aber auch unschöne Erlebnisse. 

    Von ihrer 1. Liebe mit Martin Schubert, bis zur  Haft, sowie  bis zum Ende mit ihrem Mann Alex. Hier wird alles erzählt. ( Ich möchte nicht allzu viel verraten).

    Mir hat der Roman bis auf ein paar einzelne Stellen, die kurz ein bisschen langweilig waren, sehr gut gefallen. Die Geschichte um  Gudrun und Freunde bzw. Mitmenschen wurde hier im einzelnen erläutert. Alles recht interessant. 

    Was mir jedoch nicht so gefallen hat, war dass sie in diesem Buch keine wörtliche (direkte und indirekte) Rede verwendet hat. 


    Alles in allem lesenswert. Vielleicht auch als Schullektüre geeignet. 






  3. Cover des Buches Hitler (ISBN: 9783549071724)
    Joachim Fest

    Hitler

     (46)
    Aktuelle Rezension von: HeikeG
    Schluss mit dem Mythos Fast jeder kennt sie, die Geschichten über Adolf Hitler. Es gibt hunderttausende von kleinen Anekdoten und Gerüchten, die sich bis heute hartnäckig in den Köpfen einiger Leute halten. Wer sich jedoch ernsthaft für dieses Thema interessiert, sollte mit der Lektüre von "Hitler - Eine Biographie" von Joachim Fest seinen Wissensstand auf Vordermann bringen. Sie ist, wie heute selbst seine Gegner zugeben, ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung. Joachim Fest hat Hitler analytisch geröntgt. Er ist nicht beim rein biographischen Aspekt stehen geblieben, sondern fügt "in jedes einzelne Porträt den ihm zugeordneten rahmenfüllenden Hintergrund" ein". Das Überzeugende an dieser Biographie liegt in der Darstellung der Psychologie Hitlers und der beteiligten Personen. Dies ist Joachim Fest meines Erachtens vollauf gelungen. Es ist nicht nur der wirklich interessante und fesselnde Schreibstil, der dieses Mammutwerk so überaus lesbar macht, sondern auch die Verbindung mit wertvollen und einzigartigen Informationen. So manches Vorurteil und/oder Fehlinformation werden im eigenen Kopf gerade gerückt.
  4. Cover des Buches I Dentisti (ISBN: 9783865822185)
    Hans Risse

    I Dentisti

     (2)
    Aktuelle Rezension von: frauHese
    Hans Risse veröffentlicht als Amateurhistoriker mit diesem Buch Tagebücher von Zahnärzten aus den Jahren 1938/39 in Romanform
  5. Cover des Buches Vaters Befehl oder Ein deutsches Mädel (ISBN: 9783596854479)
    Elisabeth Zöller

    Vaters Befehl oder Ein deutsches Mädel

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Ramgardia

    Die fünfzehnjährige Paula lebt zusammen mit ihrem Bruder Hans und den Eltern in einem netten kleinen Häuschen in Münster. Paulas beste Freundin Mathilde nimmt sie gerne zum Reiten mit, ihr Vater ist Leiter einer Klinik. Paula leitet einen Mädchengruppe und ist stolz Schaftführerin zu sein. Ihr ganzer Stolz ist das Buch "Mein Kampf" mit einer persönlichen Widmung von Adolf Hitler. Sein Wille und das Wohl des Volkes bestimmen den Alltag.

    Doch dann stellt sich heraus, dass Mathides Mutter Jüdin ist. Da ihre Familie ihre Villa verlassen haben, ist die einzige Verbindung der Mädchen ein geheimer Briefkasten.

    Paulas Vater ist Polizist und seine Aufgabe ist es Münster judenfrei zu machen. Da Paula ihre Freundin nicht im Stich lassen will, kommt es zu Konflikten. Als sie erfährt, was ihr Vater tut, ist sie entsetzt und stellt sich gegen ihn. 

    Das Buch handelt von dem kleinen privaten Widerstand und seinen Folgen für Paulas ganzes Leben. Wenn dem Vater seine Aufgabe wichtiger ist, als seine Tochter, die immer seine Prinzessin war. Da spürt man die Ausweglosigkeit und bewundert den Mut dieses jungen Mädchens, dass ja von der Propaganda und der Nazi-Erziehung geprägt ist.

    Obwohl es viele Bücher über diese Zeit gibt, erzählt die Autorin hier aus einem anderen Blickwinkel und das acht das Buch so besonders.

  6. Cover des Buches Anmerkungen zu Hitler (ISBN: 9783596505135)
    Sebastian Haffner

    Anmerkungen zu Hitler

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Liebes_Buch
    Da ich nur auf Schulwissen über Hitler zurückgreifen kann, vermag ich nicht zu sagen, ob das Buch historisch korrekt ist. (Ein paar Sachen kamen mir merkwürdig vor.)
    Ich habe mir "Anmerkungen zu Hitler"  rausgesucht, weil es so dünn ist, nur 150 Seiten. Und tatsächlich war es schwer, sich durchzuarbeiten, weil das Thema wirklich schrecklich ist. Ich meine, wir haben ja alle eine persönliche Beziehung dazu.
    Haffner schreibt kurze Abhandlungen über Hitlers: Leben,
    Leistungen, Erfolge, Irrtümer, Fehler, Verbrechen und Verrat.
    Interessant war für mich, Hitlers Weltsicht erklärt zu bekommen bzw der Fanatismus, mit dem er sie verfolgt hat. Er glaubte so sehr an das Lebensrecht des Stärkeren, dass er am Ende wirklich nur noch Vernichtung betrieben hat, denn der Krieg war nicht zu gewinnen.
    Seine Verachtung für Verlierer mündete so auch konsequent in seinem Selbstmord.
    Hitlers Antisemitismus ist leider bis heute gegenwärtig und bei dem Hass, den viele Deutsche auf Israel haben, könnte man denken, sie wollten Hitlers Liebe zurückgewinnen, die sie mit der Niederlage im Krieg verloren haben.
    Wir werden auch sehen, wie sich die hohe Einwanderung aus antisemitischen Ländern auswirken wird. Aktuell strahlt der Fernsehsender arte z B eine Dokumentation über Antisemitismus gar nicht mehr aus.
    Man muss sich also weiter mit der Vergangenheit beschäftigen, auch wenn es so unangenehm ist.



  7. Cover des Buches Zeitgenossen - Der Wille Adads (Bd. 5) (ISBN: B07KPGC5C1)
    Hope Cavendish

    Zeitgenossen - Der Wille Adads (Bd. 5)

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Gwynny
    »Wir haben ein Recht auf ein freies und selbstbestimmtes Leben.
    Auf angemessene Jobs, menschenwürdige Wohnungen,
    die gleiche Schulbildung wie Weiße
    und faire Gerichtsverhandlungen.
    Wenn der Staat uns etwas mit Gewalt verwehrt,
    dann müssen wir es uns mit Gewalt nehmen!
    Wir sind die Panther! Die Black Panther!«

    Aus „Zeitgenossen V: Der Wille Adads“ von Hope Cavendish

    FAKTEN
    Das Buch „Zeitgenossen V: Der Wille Adads“ von Hope Cavendish ist erstmals im November 2018 erschienen. Die Autorin hat diesen Band sowie den Rest der Reihe, als Self Publisherin auf den Markt gebracht. Bei diesem fünften Band handelt es sich um den Abschluss der mehrteiligen Reihe um die Zeitgenossen. Das Buch ist als eBook und Print erhältlich.

    KURZMEINUNG
    Gelungener Abschluss, der gut versteckt historisches Wissen vermittelt - mit genialem Showdown und der geliebten Tiefe der Zeitgenossen!

    KLAPPENTEXT
    Begegnung mit Hollywoodstars
    Ausgrabung eines alten Geheimnisses
    Undercover im Dritten Reich
    Zusammentreffen mit alten Feinden
    Der finale Kampf
    Im 20. Jahrhundert durchleben Gemma und ihre Freunde viele Veränderungen. Erneut sehen sie sich mit einem großen Krieg und zudem einer grausamen Diktatur konfrontiert, die sie vor ihre bisher schwerste Prüfung stellt. Der machthungrige Ur-Vampir Nergal verfolgt unterdessen weiterhin seinen Plan, die Menschen zu unterjochen. Um sich ihm und seinen Verbündeten entgegenzustellen, müssen die Freunde alle ihre Kräfte bündeln und auf die Unterstützung alter Feinde hoffen. Wird es ihnen gelingen, das Gleichgewicht zwischen Menschen und Vampiren zu erhalten und den Willen des babylonischen Gottes Adad zu erfüllen?

    SCHREIBSTIL & CHARAKTERE
    Ich liebe die Art, wie Hope Cavendish mir gekonnt versteckt und in einer fiktiven Handlung echtes Wissen vermittelt. „Undercover im Dritten Reich“ ist hier Programm und Lehrstunde in einem. Wer nun denkt >O mein Gott – wie langweilig.<, den muss ich hier eines Besseren belehren. Es geht hoch her. Emotional wie geschichtlich. Selten erlebt man ein so fulminantes Lesevergnügen und darf dabei ganz zufällig Wissen mitnehmen.
    Die Autorin greift hier wirklich Eckpfeiler der Geschichte auf und nutzt sie für ihr Setting. Die Charaktere werden so vor einer weitestgehend realen Kulisse in die Welt der Vampire gesetzt. Man wird dadurch während der gesamten Reihe mitten in das Geschehen gezogen.
    Ich liebe auch das emotionale Spiel zwischen den Protagonisten. Sie sind weder immer einer Meinung, noch verstehen sie sich immer blendend. Sie müssen sich anpassen, ändern und über ihre Grenzen hinausgehen.
    Zwischendurch verpasst die Autorin einen großen Schrecken, so viel kann ich Euch verraten. Erholt habe ich mich davon bis heute nicht. Und dann diese eine Wendung, da musste ich mal tief durchschnaufen – aber ich darf ja nichts verraten – will ja nicht spoilern 😉

    MEIN FAZIT
    Dieser letzte Band muss sich nicht verstecken. Der Showdown hält Schrecksekunden bereit, entlockt Tränen und verleiht in gewohnt dezenter Manier echtes historisches Wissen! Ich bin wirklich traurig, dass es hier endet. Aber diese Geschichte ist einfach erzählt, sie endet genau zum richtigen Zeitpunkt, auf die richtige Weise.

    MEINE BEWERTUNG
    Für dieses Buch:
    5 von 5 Zahnrädchen
    ©Teja Ciolczyk, 10.04.2019

    Für die Reihe als Ganzes:
    5 von 5 Zahnrädchen
    ©Teja Ciolczyk, 10.04.2019

  8. Cover des Buches Holocaust (ISBN: 9783831029983)

    Holocaust

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  9. Cover des Buches Das Dritte Reich (ISBN: 9783446236103)
    Roberto Bolaño

    Das Dritte Reich

     (26)
    Aktuelle Rezension von: letusreadsomebooks

    Udo Berger und seine Freundin Ingeborg verbringen die Ferien an der Costa Brava in dem Hotel, in dem Udo als Kind immer mit seiner Familie war. Viel hat sich nicht verändert, vor allem die Besitzerin Frau Else ist noch genau so schön wie in Udos Erinnerungen. Er verbringt seine Zeit hauptsächlich mit seinem Brettspiel, dem Wargame „Das Dritte Reich“. Währenddessen schließt Ingeborg Freundschaft mit einem anderen deutschen Paar. Lustlos lässt sich Udo ab und zu in Diskos und an den Strand mitschleifen und begegnet dort den seltsamen spanischen Aufreißern El Lobo und El Cordero sowie dem mysteriösen Verbrannten, der ein besonderes Interesse an ihm zu haben scheint. Die Ereignisse beginnen, sich zu überschlagen: Gewalt, Verschwinden, heimliche Küsse und ein unerwarteter Spielgegner – doch Udos oberste Priorität bleibt, Deutschland zum Sieg zu führen.

    Ich muss gestehen, dass ich eigentlich sehr gerne Bücher von Bolaño lese und somit auch wusste, worauf ich mich einlasse. Dennoch hat es bei diesem Roman irgendwie nicht so ganz funken wollen. Die Grundidee fand ich sehr gut, genau so wie die Ausarbeitung der Charaktere. El Lobo (zu Deutsch übrigens „der Wolf“) und sein Kumpane El Cordero („das Lamm“) sind zwielichtige Gestalten, bei denen man von Anfang an nicht weiß, ob man ihnen über den Weg trauen kann – in Anbetracht dieser Tatsache ist es sehr raffiniert vom Autor, ihnen genau diese Namen zu verpassen. Charly ist ein verachtenswertes Ekel, Udo aber manchmal auch. Sympathisch sind hier höchstens die Damen, aber die spielen nur eine nebensächliche Rolle. Der Verbrannte ist ebenfalls interessant durch seine schweigsame Art und seine vielen Geheimnisse. Auch gelungen fand ich die Entwicklung Udos, die parallel zu seiner Partie „Das Dritte Reich“ abläuft. Während er darin versunken ist, den zweiten Weltkrieg aus der Sicht Deutschlands nachzuspielen und im besten Fall den Lauf der Dinge zu verändern, verändert auch er selbst sich immer mehr und nähert sich langsam aber beständig dem Wahnsinn. Gleichsam spannend ist auch Udos Entwicklung als Spiegel zur Wahrnehmung Deutschlands im Zweiten Weltkrieg. Wer geschichtliches Wissen besitzt, wird sich darüber freuen, die verschiedenen Stufen Deutschlands (Überlegenheit, Niedergang, Verleugnung,…) in Udo wiederzufinden.

    Die Handlung plätschert ein wenig vor sich hin, aber das fand ich gar nicht schlimm, da Bolaño nun mal nicht besonders actionreich schreibt. Gestört hat mich jedoch ein wenig, dass Andeutungen gemacht wurden, die nie aufgeklärt wurden. Dies trägt nicht dazu bei, dass am Schluss wichtige Fragen offen bleiben, sondern dazu, dass man kleine Details der Geschichte nicht genau festlegen kann, und im Prinzip ist es völlig schnurz, ob man jetzt genauer Bescheid weiß oder nicht. Es gibt einige Elemente, wie zum Beispiel Udos Albträume, Tagträume und Einbildungen, die dazu führen, dass man als Leser manchmal nicht mehr genau sagen kann, was jetzt wirklich passiert ist und was nicht. Hier hätte Bolaño für mich persönlich gerne noch mehr mit der Verwischung der Realitätsgrenze spielen können, die eben auch wunderbar Udos Besessenheit von Wargames widerspiegelt. Auch das Ende fand ich eher unbefriedigend. Ich hatte gedacht, dass es auf einen völlig anderen Schluss hinausläuft und war eher enttäuscht, weil der, den ich vorfand, nichts Ganzes und nichts Halbes war.

    Positiv anzumerken sei allerdings noch die Tatsache, dass der Autor über umfangreiche Kenntnisse von „Das Dritte Reich“ verfügt, da er selbst ein leidenschaftlicher Wargame-Spieler war. So wirkt es jederzeit authentisch, wenn Udo von seinen Spielzügen erzählt – auch wenn ich nicht alles verstanden habe. Ob man so etwas ständig ausgeführt haben möchte, ist wahrscheinlich Geschmackssache. Im Gegensatz zu anderen Autoren fasst sich Bolaño allerdings recht kurz. Ich lese lieber zwei Seiten über Kriegsspielstrategien als acht Seiten über eine Schachpartie oder darüber, wie das Raumschiff genau repariert wird.


    Das Dritte Reich ist eines von Bolaños ersten Werken. Er schrieb das Manuskript 1989 (neun Jahre vor Die Wilden Detektive und lange vor seinem Opus Magnum 2666), es wurde jedoch erst nach seinem Tod veröffentlicht. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich es nicht so stark fand, wie seine anderen Bücher. Und vielleicht hatte Bolaño ein ganz anderes Ende geplant, aber nie geschrieben. Mit einem konsequenteren Ende und weniger Andeutungen von halbwichtigen Ereignissen hätte es mir deutlich besser gefallen, da ich von den Charakteren, insbesondere von Udos Entwicklung, sehr überzeugt war.

  10. Cover des Buches Zeugen des Jahrhunderts. Tl.1 (ISBN: 9783596246007)
  11. Cover des Buches Das Tibetprojekt (ISBN: 9783423211192)
    Tom Kahn

    Das Tibetprojekt

     (11)
    Aktuelle Rezension von: ban-aislingeach

    Der Thriller „das Tibetprojekt“ wurde von dem Schriftsteller Tom Khan geschrieben und ist 2009 im dtv Verlag erschienen. Das Buch umfasst 412 Seiten und ist in der dritten Person Singular geschrieben.

    Ein Wissenschaftler, der inzwischen Rentner ist, wird in Tibet ermordet und malt mit seinem letzten Atemzug mit seinem Blut ein Hakenkreuz auf seine Uhr. Als die Chinesen dies entdecken, schalten sie sofort die deutsche Botschaft ein. Im Ärmel haben sie auch sofort eine Idee wer den Deutschen helfen soll dieses Rätsel zu lösen. Der Rätsellöser ist der deutsche Historiker Dr. Decker, welcher mit seinen Ideen und Gedanken als der Alptraum des kulturellen Establishments gilt. Erst einmal will dieser absagen, aber dann lockt ihn die schöne Chinesin Li Mai nach China. Dort erfährt er unter anderem das die Nazis einst den Ursprung der arischen Rasse in Tibet suchten.

    Dr. Decker ist kein Mensch mit dem man gut Kirschen essen kann, aber ich mochte ihn dennoch vom ersten Augenblick an. Er ist ein sehr unkonventioneller Mann, der seinen Ruf als Paradiesvogel mag und dies unter anderem mit seinem zu großen Auto, dass in einer hässlichen Farbe lackiert ist, zeigt. Zudem eckt er gerne an und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Viel eher kann man über ihn sagen, dass er sagt was er denkt und es ihm dabei völlig egal ist wen er erschreckt. Der Professor ist sehr intelligent, besitzt eine gute Kombinationsgabe und behält in den wichtigen Momenten die Nerven. Doch seine Schwäche für die schöne Chinesin hat ihn eine Falle gelockt, deren Ausmaß er erst am Ende ganz verstehen wird. Seinen Gesprächen habe ich gerne gelauscht und liebend gern würde ich mich mit ihm mal auf einen Kaffee treffen um seine unkonventionellen Denkansätze, welche ich sehr faszinierend finde, zu diskutieren.

    Li Mai ist eine wunderschöne asiatische Frau, welche die Blicke der Männer auf sich zieht. Dabei kann die Frau knallhart sein und scheinbar tut sie alles was sie tut aus Liebe zu China. Außerdem wurde sie in asiatischen Kampfsportarten ausgebildet, so dass ihr Aussehen einen leicht täuschen kann. Sie ist eine sehr interessante Person mit einigen Geheimnissen.

    Auch die Nebencharaktere fand ich gut gewählt. Da ist unter anderem Deckers junger Freund Patrick, welcher ein begeisterter Buddhist wird, wie auch andere Leute die Dr. Decker manchmal freiwillig, manchmal unter Druck helfen die Wahrheit zu erkennen. Die buddhistischen Mönche die so ganz anders sind als man denkt, fand ich genauso faszinierend und abschreckend wie ein paar Mitarbeiter der deutschen Botschaft. All diese Charaktere zusammen machen für mich den perfekten Mix aus.

    Die Landschaft von China und Tibet wird wunderbar beschrieben, wie auch der Gang durch eine chinesische Stadt. Ich hatte das Gefühl als ob ich Dr. Decker bei dem Ausflug begleiten würde. Im Laufe des Buches besucht man einige Orte, aber alle davon sind wichtig und in an jedem hat man genug Zeit sich diesen gut vorzustellen bis es weitergeht.

    Der Schriftsteller hat einen wunderbaren Schreibstil, welcher sich flüssig lesen lässt. Das Buch ist in der dritten Person Singular und hauptsächlich aus Deckers Sicht geschrieben. Es hat mir jedoch sehr gefallen, dass auch die anderen Charaktere zu Wort kamen, so dass man für diese ein besseres Verständnis entwickeln konnte. Die Geschichte hat mich langsam angezogen und dann bin ich in dieser versunken. Es wurde immer spannender und es sind immer mehr Fragen aufgetaucht, auf welche ich dringend eine Antwort hören wollte. Es war fast so als ob man nur langsam die fehlenden Puzzlestücke ergattern konnte und so nur langsam das Gesamtbild sehen konnte. Mein Bild vom Buddhismus hat sich durch das Buch verändert, inzwischen bin ich skeptischer. Von daher hätte ich mir ein Nachwort gewünscht indem erläutert wird was nun Fiktion ist und was nicht. Da die Geschichte jedoch auch so sehr interessant war, ziehe ich dem Buch deshalb keinen Stern ab.

    Das Buch empfehle ich sehr gerne weiter. Es eignet sich vor allem für Leser von Abenteuerromanen, welchen es nichts ausmacht den Buddhismus aus anderen Sicht zu erleben.

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