Bücher mit dem Tag "ddr"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ddr" gekennzeichnet haben.

1.805 Bücher

  1. Cover des Buches Als wir unsterblich waren (ISBN: 9783426512067)
    Charlotte Roth

    Als wir unsterblich waren

     (238)
    Aktuelle Rezension von: berliness

    Der Aufbau dass zwei Geschichten in zwei Zeiten erst parallel erzählt und dann zusammengeführt werden ist nicht neu, aber hier durch die - man ahnt es ziemlich früh - familiäre Verbindung sehr gut erzählt. Die Enkelin und die ihr unbekannte Vergangenheit ihrer Großmutter.  Die Geschichte der Großmutter als junge Frau wird spannend erzählt und gibt einen guten Einblick in die Zeit im dritten Reich. Die Auflösung ist ebenfalls gut gelungen nur die notwendige, sehr zufällige Begegnung am Anfang der Geschichte finde ich nicht gut gelungen. Das Aufeinandertreffen von Ostfrau und Westmann in der Wendenacht, deren Familien - Achtung Spoiler - sich schon vor dem Krieg kannten ist mir, nun ja, zu zufällig. Da hätte ich mir eine elegantere Lösung gewünscht, obwohl das Leben ja manchmal die verrücktesten Geschichten schreibt. Aber hier im Buch war mir das zu durchsichtig. 

    Die Geschichte ist dann aber sehr gut erzählt, schöne Details, sehr kurzweilig, guter Erzählstil für meinen Geschmack. Gerne mehr von der Autorin!

  2. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783404173204)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

     (459)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Dieses Buch bildet den Abschluss der Jahrhundert-Trilogie, beginnt kurz vor dem Mauerbau und endet mit dem Fall der Berliner Mauer. In den Jahren dazwischen begleiten wir wieder die bekannten Familien aus den ersten zwei Bänden bzw. deren Nachfahren aus Deutschland, England, Wales, Russland und Amerika. Die ersten beiden Bände hatten mir sehr gut gefallen. Es war eine gute Mischung aus recherchiertem, geschichtlichen Hintergrund und Fantasie des Autors mit den verschiedenen Protagonisten.  Ich habe - wie bei den beiden Vorgängern - viele Dinge gelernt oder aber einen Aha-Effekt gehabt. LESENSWERT                          

  3. Cover des Buches Die Sturmrose (ISBN: 9783548286686)
    Corina Bomann

    Die Sturmrose

     (237)
    Aktuelle Rezension von: Blackfairy71

    Nach ihrer Scheidung zieht Annabel Hansen mit ihrer fünfjährigen Tochter Leonie von Bremen nach Rügen und mietet ein Häuschen in Binz. Die Werbefachfrau will noch einmal ganz neu anfangen. Im Hafen von Sassnitz sieht sie einen alten Fischkutter und ist sofort begeistert. In ihr reift die Idee, die "Sturmrose" wieder heraus zu putzen und ein schwimmendes Café mit Kunst und Kultur daraus zu machen. Annabel findet heraus, dass die "Sturmrose" eine bewegte Vergangenheit hat und vor der Wende Flüchtlinge aus der DDR in den Westen gebracht hat. Sie wurde selbst in Leipzig geboren und vieles aus ihrer Kindheit ist nur noch verschwommen in ihrer Erinnerung. Als sie auf dem Schiff den Brief einer jungen Frau findet, die anscheinend in den Westen geflüchtet ist, wächst in ihr der Wunsch, auch mehr über ihre eigene Vergangenheit zu erfahren. Aber beim Besichtigungstermin trifft sie mit Christian Merten auf einen Konkurrenten, der sich ebenfalls sehr für das Schiff interessiert. Hat sie da überhaupt eine Chance? Und was verbindet Merten mit der "Sturmrose"? 


    In "Die Sturmrose" kann man deutsch-deutsche Geschichte hautnah miterleben. Fesselnd, aufwühlend und authentisch erzählt. Geschrieben in der 1. Person aus Sicht von Annabel ist man immer direkt mitten im Geschehen. 

    Natürlich habe ich schon viel gehört und gelesen von den damaligen Zuständen in der DDR und es ist gut, dass die Mauer gefallen ist. Die Beschreibungen, wie der Staat mit den Bürgern umgegangen ist, die nicht "systemtreu" waren, sich nicht von der Stasi haben rekrutieren lassen, die einfach nur frei ihr Leben leben und ihre Meinung äußern wollten, das hat mich heute noch wütend gemacht beim Lesen. 


    Annabel ist eine sympathische Hauptfigur, die für sich und ihre Tochter ein schönes und ruhiges Leben haben möchte, einen Platz, an dem sich beide wohlfühlen. Und  die dabei auch ihren Traum vom Ausflugsschiff mit Kaffee und Kultur verwirklichen will. 

    Die zweite Hauptfigur ist eigentlich das Schiff, denn die "Sturmrose" hat über die Jahre auf viele Schicksale Einfluss genommen. Ihre bewegte Vergangenheit hat heute noch Wirkung auf die Gegenwart. 

    Schön dargestellt wird auch das Verhältnis von Annabel zu ihren Adoptiveltern, die sie aus dem Kinderheim holten, als ihre Mutter sie verlassen hat und die ihr ein liebevolles Zuhause gaben.  


    Sehr anschaulich beschreibt die Autorin die Umgebung auf Rügen, das Häuschen, den Hafen von Sassnitz. Auch das "Drumherum" passt einfach. 

     

    Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch über ein unschönes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte, das zum Nachdenken anregt, mal traurig macht, aber auch mal schmunzeln lässt. 

  4. Cover des Buches Der Brand (ISBN: 9783257070484)
    Daniela Krien

    Der Brand

     (230)
    Aktuelle Rezension von: carowbr

    Rahel und Peter sind seit Jahren verheiratet, die Kinder aus dem Haus, aber in den letzten Jahren haben sie sich immer weiter voneinander entfernt. Ein Sommerurlaub in den Bergen soll für die Klarheit sorgen, der sie im Alltag keinen Raum geben.


    Dieses Buch ist eine Momentaufnahme des 3-wöchigen Urlaubes, der Erinnerungen hervorruft, zu Erkenntnissen verhilft, Verletzungen in Worte fasst und das Innere der Protagonistin Rahel nach außen kehrt. Die Schreibweise der Autorin Daniela Krien stellt eine Nähe und Intimität zu ihren Figuren her, die das Gefühl geben, selbst ein Teil der Geschichte zu sein. Dabei wird nichts beschönigt oder romantisiert, die Darstellung der Ehe klingt wie aus dem Leben gegriffen. Die Fragen, die sich das Paar zu ihrer Liebe, ihrer Ehe und ihrem Leben stellt, sind lebensnah und regen zum nachdenken und philosophieren an. Die ausgelösten Gedanken und Gefühle erzeugen eine Faszination und Spannung, durch die ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Nach ‚Die Liebe im Ernstfall‘ war dies mein zweites Werk der Autorin, und es wird nicht das letzte gewesen sein.

  5. Cover des Buches Die Hornisse (Tom Babylon-Serie 3) (ISBN: 9783864931512)
    Marc Raabe

    Die Hornisse (Tom Babylon-Serie 3)

     (255)
    Aktuelle Rezension von: lanas_moments

    𝘐𝘯𝘩𝘢𝘭𝘵:
    Der gefeierte Rockstar Brad Galloway erhält bei seinem Konzert von einer unbekannten Frau einen Umschlag, am nächsten Tag wird er tot im Gästehaus der Polizei aufgefunden.
    LKA Ermittler Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns ermitteln in dem Fall erneut zusammen.
    Schnell führen die Spuren wieder in Tom’s Leben, selbst seine Vergangenheit spielt abermals eine Rolle. Eine Kindesentführung mit dem Decknamen „die Hornisse“ wirft einige Fragen auf.
    Wird Tom’s Leben auf den Kopf gestellt?

    𝘔𝘦𝘪𝘯𝘶𝘯𝘨:
    Ach ich liebe die Reihe um Tom Bayblon einfach. Wie auch die vorherigen Teile konnte mich dieser voll überzeugen. Ich fiebere gespannt auf Band 4 hin.
    Der Autor bleibt seinem, in meinen Augen, flüssigen und tollen Schreibstil treu.
    Die Tiefe zu den Charakteren ist einfach toll. Ich hatte das Gefühl, die Protagonisten schon zu kennen und mit ihnen zu ermitteln.
    Auch die Reise in die Vergangenheit hat mich wieder begeistern können.
    Zu meinem Ärger, endet Band drei mit einem Cliffhänger, wenn ich eins bei Büchern nicht mag, sind es Cliffhänger. Schlimmer ist es dann noch, wenn der nächste Teil nicht bereitliegt.

  6. Cover des Buches Das Dorf der Mörder (ISBN: 9783442481149)
    Elisabeth Herrmann

    Das Dorf der Mörder

     (344)
    Aktuelle Rezension von: glueckswinkel

    Für mich kommt hier nicht wirklich Fahrt auf. Schade eigentlich. Während ich Sanela Beara und ihre Art recht sympathisch finde, kann ich mit Jeremy Saaler eher wenig anfangen. Für meinen Geschmack handelt er viel zu unüberlegt, nicht direkt unreif aber er denkt doch sehr mit seinem Geschlechtsteil statt mit dem Kopf. Zum Ende wird das Ganze wieder spannender. Obwohl es ja ein Sanela Beara Band 1 ist, kommt sie einfach zu kurz (und das mein ich nicht nur wegen ihren knapp 1.60m)

  7. Cover des Buches Federspiel (ISBN: 9783426516560)
    Oliver Ménard

    Federspiel

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy2019
    Reporterin Christine ermittelt und bringt nicht nur sich dabei in Gefahr! Spannende Story!
  8. Cover des Buches Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten (ISBN: 9783734103278)
    Anne Jacobs

    Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

     (111)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Dieses ist der erste Band einer Trilogie. Ich war sehr gespannt auf das Buch, da ich ein anderes Buch der Autorin bereits sehr gerne gelesen habe und hier nun eine Geschichte erwartete, die vornehmlich um den Zweiten Weltkrieg herum spielt. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach falsch, so dass mich die Geschichte nicht so fesseln konnte, wie ich es erhofft hatte. Der Großteil der Handlung spielt um 1990 herum, zu Zeiten der Deutschen Wiedervereinigung. Der Teil der Handlung, der in den 1940er Jahren spielt, ist leider verschwindend gering.
    Die Autorin kann schreiben, und das Buch ist bestimmt auch gut. Mir persönlich hat aber etwas gefehlt. Die Protagonisten waren mir nicht unbedingt sympathisch bzw. ich konnte keine Verbindung zu ihnen aufbauen, daher konnte ich auch nicht wirklich mitfühlen und die Handlung mich somit auch nicht wirklich fesseln oder berühren.
    Ich glaube nicht, dass ich die nächsten zwei Bücher der Trilogie lesen werde.

  9. Cover des Buches Das Gesicht meines Mörders (ISBN: 9783499272738)
    Sophie Kendrick

    Das Gesicht meines Mörders

     (105)
    Aktuelle Rezension von: moccabohne

    Was für eine unheimliche  und aufregende Geschichte: Clara erwacht aus dem Koma und weiß nicht wer sie ist, bzw. kann sich an ihr früheres Leben nicht erinnern. Ihr fehlt jegliche Erinnerung.  Der Mann, der an ihrem Krankenbett sitzt gibt sich als ihr Ehemann aus, doch sie kennt ihn nicht! Als Clara erfährt, dass sie vermutlich einen Mordanschlag überlebt hat, ist völlig überfordert und traut niemanden.

    Mit aller Macht versucht Clara hinter die wahre Geschichte ihrer  Vergangenheit  zu kommen. Das gestaltet sich allerdings als ziemlich gefährlich, denn irgendjemand möchte dies auf jeden Fall verhindern…..

    Ein wirklich sehr gut geschriebener Thriller aus Sicht der Protagonistin. Der Leser erlebt alle Ängste und Sorgen und man kann sich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen.

    Absolut spannend ist es, da man selbst als Leser den eigentlich Täter versucht zu entlarven.

    Dazu gehört ein absolut grandioses Finale….

    Ich habe das Buch bis auf einen winzigen Teil verschlungen und kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.   

  10. Cover des Buches Die Enkelin (ISBN: 9783257071818)
    Bernhard Schlink

    Die Enkelin

     (156)
    Aktuelle Rezension von: Luis_Stabauer

    Erneut ein starkes Buch von Bernhard Schlink. Ich konnte mir vorstellen, wie es in rechtsradikalen Gemeinschaften zugeht, wodurch sie sich an ihren Gedanken und Idealen festhalten und auch ein wenig, warum sie kaum veränderbar sind. Das Buch wirkt um eine Spur zu konstruiert, Kasper, der unglaublich Liebende und der suchende Großvater trägt die Geschichte, ist klar gezeichnet, die Figur bewegt sich an der Grenze zur Glaubwürdigkeit.

  11. Cover des Buches Dunkelblum (ISBN: 9783462047905)
    Eva Menasse

    Dunkelblum

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Fis

    Etwas moralisch, teilweise mit Hang zum Oberlehrerhaften,  aber sehr gut geschrieben und witzig. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, ausgezeichnete Unterhaltungsliteratur! Der Anspruch von Eva Menasse war aber wohl ein anderer…

  12. Cover des Buches Schlüssel 17 (Tom Babylon-Serie 1) (ISBN: 9783548290997)
    Marc Raabe

    Schlüssel 17 (Tom Babylon-Serie 1)

     (378)
    Aktuelle Rezension von: quer_shelf_ein

    Inhalt: LKA Kommissar Tom Babylon fährt gegen den Wunsch seines Vorgesetzten an einen grausamen Tatort im Berliner Dom. Die Dompfarrerin Dr. Birgitt Riss wurde nicht nur gepfählt, sondern auch noch mit schwarzen Flügeln in der Kuppel des Domes aufgehängt. Doch nicht mal dieser grauenhafte Anblick wirft Tom so aus der Bahn wie der kleine silberne Schlüssel mit der eingeritzten 17, welche die Frau um den Hals trägt. Er kennt diesen Schlüssel. Er gehörte einem Toten und verschwand vor 20 Jahren mit seiner kleinen Schwester Viola. Tom, der sich für das Verschwinden seiner Schwester verantwortlich fühlt und nie an ihren Tod geglaubt hat begibt sich erneut auf die Suche und muss sich mit seiner Vergangenheit als Jugendlicher in der DDR auseinandersetzen.
    Als die Psychologin Sita Johanns dem Ermittlerteam beitritt wird es für Tom schwerer seine privaten Nachforschungen geheim zu halten, denn Sita ist professionell, intelligent und hat ein Talent dafür Menschen zu durchschauen. 


    Mein Senf: Der Thriller fängt direkt super spannend an, der Leser startet bei Null und erfährt Neues nur in sehr kleinen Häppchen und gewissen Abständen, was zumindest bei mir dafür gesorgt hat, mich sehr nah an der Geschichte zu fühlen, permanente Grübeleien und Kombinieren von Hinweisen eingeschlossen.  
    Der Hauptcharakter Tom Babylon, mit seinen Schuldgefühlen, den ermittlerischen Alleingängen und den Halluzinationen von seiner kleinen Schwester, kam mir zunächst etwas klischeebehaftet vor, doch der Autor hat es im Verlauf des Buches geschafft sowohl Tom als auch Sita als Hauptfiguren Stück für Stück sehr vielschichtig aufzubauen.
    Ein weiterer Punkt, der mich zunächst eher abgeschreckt hat, war die DDR und Stasi Thematik. Das Ganze ist mir einfach schon zu oft und zu schlecht geschrieben begegnet, aber Mensch, bin ich froh, dass ich weitergelesen habe. Die Vergangenheit ist nicht nur maßgeblich für die Story, sondern auch wirklich gut geschrieben und eingebunden ohne gezwungen zu wirken.
    Das Buch hat mir extrem viel Spaß gemacht und ich war super happy, dass zu dem Zeitpunkt schon Teil 2 und 3 auf mich gewartet haben! 


  13. Cover des Buches Eisblumenwinter (ISBN: 9783959675369)
    Anne Barns

    Eisblumenwinter

     (93)
    Aktuelle Rezension von: meisterlampe

    Inhaltsangabe:

    Eine Winterliebe zwischen Nord- und Ostsee.
    Mit ihrer Karamellwerkstatt auf Rügen lebt Pia erfolgreich ihren Traum. Und doch ist sie nicht glücklich. Denn Paul, der Mann, den sie liebt, lebt gut fünfhundert Kilometer entfernt auf der Insel Juist. Als ihre Großmutter sie bittet, sie auf eine Reise zu den Orten ihrer Kindheit zu begleiten, sagt Pia zu. Eine Auszeit mit ihrer Oma ist genau das, was sie jetzt braucht. Gemeinsam begeben sie sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Dabei entdecken sie eine Liebesgeschichte, die Zeit und Grenzen überdauert hat – und bis heute nachwirkt.

    Meine Meinung:
    Nachdem ich letztes Wochenende "Kirschkuchen am Meer" von Anne Barns gelesen hatte, folgte nun "Eisblumenwinter". Hier muss ich sagen, die neuen Titelbilder gefallen mir nicht so gut, die alten sind viel schöner. Die Aussicht, per Buch nach Rügen zu reisen, das ich selbst nicht kenne und dazu von Pias vielfältige Karamellkreationen zu lesen, hat mir gut gefallen. Ich durfte das Fudge der Autorin vor längerer Zeit probieren, sehr lecker!Es ist immer wieder schön, "alte Bekannte" in den Anne-Barns-Büchern zu entdecken, wenngleich Merle diesmal nur einen kleinen Gastauftritt und diesen auch nur am Telefon hat.
    Die Schwestern Pia, Katharina und Jana sind sehr unterschiedliche junge Frauen, aber sie gehören einfach zusammen und zu Oma Anni. Hauptpersonen in dieser Geschichte sind für mich Pia und Anni, die anderen Schwestern haben nur kleinere Rollen. Die Gemeinsamkeit Freund/Partner/Mann haben sie alle und die weitere Entwicklung ist bei allen ähnlich. Dafür wird die Familie im Laufe des Buches immer größer, die dänische Verwandtschaft konnte ich mir kaum merken, irgendwann habe ich diese nur noch nebenbei zur Kenntnis genommen.Die Geschichte um Anni, Erika und Tante Hedwig sowie die dazugehörigen Männer geht um viele Jahrzehnte in die Vergangenheit und präsentiert in der Gegenwart das eine oder andere Geheimnis, das nicht nur die Frauen überrascht. Schön fand ich die Geste mit der gelben Rose und wie es dazu kam.
    Der Titel "Eisblumenwinter" geht hier auf den Winter 1942 zurück (und wohl noch auf einige andere), kommt mir aber in der Erzählung zu kurz. Im Hotel gab es damals Eisblumen an den Fenstern, an den Küchenfenstern von Annis Haus auch - das war es. Schade, hier hatte ich ein bisschen mehr erwartet. Auch Paul tritt erst am Ende in Erscheinung, vorher ist er wie vom Erdboden verschluckt, obwohl er in der Inhaltsangabe vermuten lässt, er sei ebenfalls eine Hauptperson.
    Ich kenne weder Juist noch Rügen, stelle mir eine verschneite Insel einerseits malerisch vor, andererseits wird es nicht anders sein, als auf dem Festland, wo der Autoverkehr mit Schnee und Eis zu kämpfen hat.Am Ende des Buches sind verschiedene Rezepte, die im Laufe des Buches ausprobiert und verkostet werden, aufgeführt und laden zum Nachmachen und Naschen ein."Eisblumenwinter" liest sich genau so flüssig, wie die anderen Bücher der Autorin, ich war nur diesmal nicht komplett begeistert. Statt der Liebesgeschichte auf Rügen, mit der ich gerechnet hatte, war Pia die meiste Zeit unterwegs und Paul nicht auffindbar. Zwar finden sie sich, aber Hauptthema ist diesmal die Ahnenforschung und die Familienerweiterung. Von mir gibt es 3,5-4 Sterne.


  14. Cover des Buches Der Apfelbaum (ISBN: 9783548060866)
    Christian Berkel

    Der Apfelbaum

     (168)
    Aktuelle Rezension von: BooksOfTigerlily

    Nachdem das Buch mir bei Instagram immer wieder aufgefallen ist und der Autor vor kurzem in der Nähe sein neues Buch vorgestellt hat, habe ich mir endlich sein Erstlingswerk zugelegt.

    Der Autor hat hier seine Familiengeschichte in Romanform gegossen und ich muss sagen, es ist ihm wirklich gelungen. Mich reizen Bücher zur deutschen Geschichte sehr und hier ist einiges aufbereitet; Christian Berkel bietet einen ungeschönten und authentischen Blick in seine eigene und unser aller Geschichte. Wo viele Vorfahren nur schweigen, erzählen Otto und Sala von Begebenheiten, wie sie sicherlich zuhauf vorgekommen sind.

    Die Charaktere sind tiefgründig und sehr menschlich dargestellt. Der Autor scheint hier nichts verklärt zu haben. Dabei werden nicht nur die Figuren beleuchtet, auch die Handlung ist ergreifend aufbereitet und bietet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Spannungsmomenten, historischem Background und Zwischenmenschlichem.

    Das Buch ist Anreiz für mich, mich mit meiner eigenen Familiengeschichte intensiver zu beschäftigen.

  15. Cover des Buches Der Markisenmann (ISBN: 9783453273771)
    Jan Weiler

    Der Markisenmann

     (93)
    Aktuelle Rezension von: EmmaWinter

    Das ist in etwa die gleiche Auswahl wie zwischen Pest und Cholera. So jedenfalls fühlt es sich für die fünfzehnjährige Kim an, als sie entdeckt, mit was ihr Vater mehr schlecht als recht sein Geld verdient, nämlich mit dem Verkauf von unleugbar häßlichen Balkonmarkisen in zwei Designs. "Ein gigantischer Vorrat an Markisen, mit denen man halb Deutschland verschatten konnte." (S. 49) Sechs Wochen Sommerferien bei ihrem Vater, den sie bis dahin noch nie gesehen hat und von dem sie nichts weiß. Mutter, Stiefvater und Stiefbruder sind allein in Florida, wegen des "Vorfalls", und Kim sitzt in der Lagerhalle ihres Vaters mitten im Ruhrgebiet und weiß noch nicht, dass dieser Sommer ihr Leben verändern wird. Dass sie den Haustürverkauf ihres Vater in die Hand nimmt, ist erst der Beginn.

    Vorweg: Ich habe mich weggeworfen vor Lachen. Die Verkaufstouren von Vater und Tochter, die Abende bei Klaus in Rosi's Pilstreff oder später im MBC, das Fußballspiel zwischen Schalke 04 und Dinslaken, das Skatturnier der Arbeiterwohlfahrt in Rheinhausen. Lauter Maximalausschläge auf der Gute-Laune-Skala. Der staubtrockene Humor, die Vergleiche und Metaphern haben mir sehr gefallen. ("Skat ist das Fliegenfischen unter den Kneipensportarten." S. 234)

    Jan Weiler hat aber nicht nur einen urkomischen, kurzweiligen Roman geschrieben, sondern auch einen traurigen und nachdenklich stimmenden. Es geht um gescheiterte Beziehungen, den Platz im Leben und um Verrat und Schuld. Für Vater und Tochter stellt sich die zentrale Frage gleichermaßen: Warum hast Du das getan?

    Die Geschichte wird in der Rückschau aus der Sicht von Kim geschildert. Daher liegt hier durchaus ein Coming-of-Age-Roman vor. Ihr Charakter ist den Lesern am nächsten, aber auch ihren Vater Ronald Papen und ihren Stiefvater Heiko Mikulla lernt man zusehends besser kennen und auch verstehen.

    Eine absolute Leseempfehlung. Man lernt viel in diesem Roman, über Beschattung, die ehemalige DDR und über Eis und Wurst im Ruhrgebiet: "Bei Eis immer Venezia, denn das Venezia ist das Akropolis der Eisherstellung." (S. 164)

    Es gibt viel Musik in diesem Roman und am Ende des Buches den QR-Code zum Soundtrack, der auch bei einem Audio-Streaming-Dienst hinterlegt ist. Großartige Idee.

  16. Cover des Buches Im Wald der Wölfe (Jan-Römer-Krimi 4) (ISBN: 9783548291208)
    Linus Geschke

    Im Wald der Wölfe (Jan-Römer-Krimi 4)

     (126)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Mit „Der Wald der Wölfe“ liefert der Autor schon den vierten Band um den Kölner Journalisten Jan Römer und Stefanie Schneider, genannt „Mütze“ ab. Auch diesmal nimmt sich Jan eines ungelösten Kriminalfalls an, über den er später in seiner gleichnamigen Rubrik schreiben wird. Wie schon in den Vorgängern lebt auch hier der Plot hauptsächlich durch diese beiden Figuren. Sie sind ein eingespieltes Team, welches aber unterschiedlicher nicht sein könnte. Wo Jan in seinen Aktionen eher nüchtern agiert und streckenweise unnahbar wirkt, ist Stefanie eher der draufgängerische und manchmal regelrecht aggressive Typ. Aber wer sie näher kennt (also die Vorgänger gelesen hat) weiß, dass sich hinter dieser Fassade ein ganz anderer Charakter versteckt. Der Krimiplot ist meines Erachtens etwas überfrachtet. Die ersten Opfer sind Illegale und die Einheimische Maria Thalmann. Die Motivation des „heutigen“ Täters wirkt schon irgendwie passend gemacht zu den Taten aus der Vergangenheit. Trotzdem fand ich die Geschichte an sich, die sich von den Anfängen der DDR bis zum Jetzt spannt, durchaus spannend und lesenswert. Die Tätersuche, die sich rund um Frauenwald entwickelt fand ich authentisch. Linus Geschke hat hier einen  gut  recherchierten Roman geschrieben. Dennoch fand ich diesen Teil der Jan-Römer-Reihe nicht ganz so überzeugend wie den direkten Vorgänger. Auch hat es der Autor nicht ganz geschafft den Spannungsbogen durchgängig hoch zu halten. Doch zum Ende hin nimmt der Krimi dann nochmal Tempo auf. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

  17. Cover des Buches Sechs Koffer (ISBN: 9783462050868)
    Maxim Biller

    Sechs Koffer

     (79)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    „Wäre ich geblieben, wäre ich geflohen, hätte ich selbst meine engsten Freunde und Verwandten verraten, wenn die Kommunisten mich erwischt hätten?“ Der Großvater der Familie wird 1960 auf dem Flughafen von Moskau verhaftet und wegen seiner verbotenen Devisengeschäfte hingerichtet. Kurz danach war einer seiner Söhne, Dima, ebenfalls verhaftet worden, weil er, in Prag lebend, nach Westberlin flüchten wollte. Seither stellt sich in der Familie durch die Jahre und Generationen die Frage, ob es da einen Zusammenhang gibt, war es Dima, der damals den Großvater verraten hatte?

  18. Cover des Buches Seitenwechsel (ISBN: 9783649615170)
    Michael Römling

    Seitenwechsel

     (68)
    Aktuelle Rezension von: Kallisto92
    Das Buch Seitenwechsel von Michael Römling handelt von zwei Brüdern namens Bernhard und Justus ,sowie ihren Freunden Jack und George.

    Die Handlung spielt in Berlin 1961,dass Jahr des Mauerbaus.

    Die beiden Brüder wohnen im Osten,also der DDR. Bernhard studiert an der Unsiversität Biologie.
    Jack kommt aus den USA.Er arbeitet in Berlin für einen amerikanischen Diplomaten.
    Georg wohnt ebenfalls in Westberlin und arbeitet als Steinmetz.
    Obwohl 2 der Freunde im Osten wohnen ,haben sie doch die gleichen ansichten wie die Jungs im Westen.

    Eines Tages wird der Vater der beiden Brüder tot aufgefunden. Sie wollen Nachforschungen anstellen, um zu wissen was mit ihren Vater passiert ist.
    Ab da an werden die Jungen von der Stasi beobachtet.
    Ihr Leben wird dann noch mehr aus den fugen geworfen, binnen einer Nacht verändert sich alles.
    Es wird eine Mauer mitten durch Berlin gezogen.


    Ein schönes Buch, welches ein sehr interessantes Thema beinhaltet.
    Man kann sich gut in das Geschehene hineinversetzten auch wenn man nicht zu dieser Zeit gelebt hat. Somit wird einen der geschichtliche Hintergrund nochmal spannend erzählt.
  19. Cover des Buches Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 1) (ISBN: 9783548065595)
    Julie Heiland

    Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 1)

     (130)
    Aktuelle Rezension von: ClaudiasBuecherhoehle

    Die Freundinnen vom Strandbad – Wellen des Schicksals von Julie Heiland

    erschienen bei Ullstein

     

    Zum Inhalt

     

    Ost-Berlin, an einem heißen Julitag 1956: Ein dramatischer Badeunfall lässt drei junge Mädchen zu unzertrennlichen Freundinnen werden. Obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen kommen, teilen sie von nun an alles miteinander: Claras Träume von einem Leben im Westen, Bettys Liebe zum Film und einem regimetreuen Regisseur und Marthas Begeisterung für die FDJ. Die drei erleben die Höhen und Tiefen der ersten Liebe und streben gemeinsam nach Freiheit und Glück — nichts bringt sie auseinander. Bis schließlich der Bau der Mauer ihre Heimatstadt teilt und sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens stehen:  fliehen oder bleiben? 

    (Quelle: Verlag)

     

    Zum Buch

     

    Das Cover dieses Buches passt genau zur Story und der damaligen Zeit. Dass sich in diesem kleinen Taschenbuch über 600 Seiten verbergen, sieht man ihm nicht unbedingt an. Die Geschichte startet zwar im Jahr 1956, schwenkt aber nach dem Prolog gleich ins Jahr 1960. Hier wird die Story in der dritten Person aus der Sicht der drei Protagonistinnen erzählt.

     

    Clara, Betty und auch Martha mochte ich recht gerne. Sie sind authentisch dargestellt worden und ganz unterschiedlich von ihrer Art und Weise. Aber genau das hat mir gut gefallen, weil man so als Leser einfach sieht, wie sich die Freundschaft entwickelt und was den drei Frauen wichtig ist. Sie sind einfach junge Frauen, die auch bei jedem von uns gleich nebenan wohnen könnten. 

    Die Geschichte spielt zu einer Zeit im ehemaligen Ost-Berlin, die nicht immer einfach war. Die Mauer ist zu dem Beginn der Story noch nicht vorhanden, aber man spürt schon die politischen Einschläge. Ich selbst habe die damalige DDR erst nach der Wende durch weit, weit entfernte Verwandte kennengelernt, aber ich hatte den Eindruck, dass hier alles äußerst authentisch wiedergegeben wurde. 

     

    Julie Heiland hat mir mit diesem Auftakt ihrer Dilogie nette Lesestunden beschert. Sie hat die Authentizität der vergangenen Zeit sehr gut dargestellt, ebenso die Figuren und natürlich auch in kleinen Happen die damalige Politik. Der Müggelsee gefiel mir als Schauplatz sehr gut und die Geschichte passt trotz ihrer stellenweisen Schwere eigentlich perfekt in den Sommer. Auf der einen Seite ist es eine leichte Sommergeschichte, auf der anderen ist diese natürlich von besonders schwierigen Umständen der damaligen Zeit und besonders des Ortes geprägt. Mir hat ein wenig die Tiefe gefehlt und an Emotionen hätte es auch etwas mehr sein dürfen. Aber alles in allem fand ich die Geschichte toll und freue mich schon auf Band 2, der griffbereit auf meinem Tisch liegt.

     

     

     

    Die Reihe

     

    Die Freundinnen vom Strandbad – Wellen des Schicksals

    Die Freundinnen vom Strandbad – Wogen der Freiheit

     

    Zum Autor

     

    Julie Heiland wurde 1991 geboren. Sie hat Journalistik studiert und eine Rhetorik- und Schauspielausbildung gemacht. Sie lebt in der Nähe von München.

     

    WERBUNG
     Nachfolgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:

     

    624 Seiten

    ISBN 978-3-548-06559-5

    Preis: 11,99 Euro

    erschienen bei https://www.ullstein-buchverlage.de 

    Leseprobe https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/die-freundinnen-vom-strandbad-die-mueggelsee-saga-1-9783548065595.html 

     

    © Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

    An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!

  20. Cover des Buches Wir sehen uns unter den Linden (ISBN: 9783426522356)
    Charlotte Roth

    Wir sehen uns unter den Linden

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    3,5 Sterne

    Diese Rezension enthält möglicherweise Spoiler einer enttäuschten Leserin, die auf den Klappentext herein gefallen ist.

    Der Roman handelt von einer Familie in Berlin: in der glitzernden, leuchtenden Euphorie der goldenen 20er; in zitternder Angst der Nazizeit und der Unsicherheit in einer geteilten Stadt. Der angepriesene Mauerbau wird auf Seite 482 von 526 erstmals angedeutet und schließlich auf Seite 516 vollzogen.

    Von dieser dreisten Werbelüge abgesehen, für die die Autorin vermutlich nicht verantwortlich ist, handelt es sich um einen aufwühlenden Roman. Er erzählt eine Familiengeschichte in der Zeit zwischen 1928 und 1961, die sich so oder ähnlich zugetragen haben kann und möglicherweise hat. Dabei wird immer wieder zwischen den Jahren und Jahrzehnten hin und her gesprungen, Fragen beantwortet und neue aufgeworfen. Vieles klärt sich erst zum Ende hin, das sich vielleicht nicht als schön, wohl aber als passend für die Geschichte betrachten lässt.

    Inhaltlich fanden sich einige Längen, insbesondere politische Erklärungen, die sehr trocken erzählt wurden und mich beim Lesen eher anstrengten.

    Das Glossar im Anhang bemerkte ich leider erst, nachdem ich das Buch zur Hälfte gelesen hatte. Es enthält sehr informative und hilfreiche Anmerkungen und geschichtliche Hintergründe.

    Liebhaber historischer Romane, Liebes- und Familiengeschichten hätten vielleicht ihre Freude daran.

  21. Cover des Buches Die Republik (ISBN: 9783492070713)
    Maxim Voland

    Die Republik

     (119)
    Aktuelle Rezension von: BienchenMaja

    Der Klapptext und die Leseprobe versprechen einen actiongeladenen Politthriller. Ich war fasziniert von der Idee einer DDR 2.0, die da gesamte deutsche Staatsgebiet umfasst, bis auf einen kleinen Teil - das westliche Berlin-Deutschland.
    Leider wurden meine Erwartungen und die Versprechen des Klapptextes überhaupt nicht erfüllt.

    Doch erst einmal zum Inhalt. Um was geht es überhaupt?
    2020, der Stasi-Oberst Gustav Kuhn teilt seinem Neffen Roland Kandwitz mit, dass er eine ständige Ausreise aus der DDR beantragen möchte. Kurz darauf werden die beiden Zeugen eines Giftgasanschlags, bei dem die junge Kellnerin Nadja ums Leben kommt. Gustav, dessen Träume von einer Zukunft mit Nadja nun zerstört wurden, versucht als Sonderermittler in die Hauptabteilung XII versetzt zu werden, um näheres über den Giftgasanschlag herauszufinden. Auch die MI6-Agentin Harper ermittelt gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten Bistrol diesem Fall.


    Zur Handlung:
    Das Buch ist im Prinzip in drei voneinander unabhängige Handlungsstränge aufgeteilt, wodurch der Spannungsbogen oft gesteigert werden kann, wenn es zu einem Wechsel an einer Schlüsselstelle kommt.
    Schade ist nur, dass sich das Geschehen zum viel zu oft im Ausland abspielt und der Leser so nicht allzu viele Eindrücke von der modernen DDR bekommt. Außerdem kann von einem glücklichen Volk wie es im Kapptext behauptet wird nicht die Rede sein, da der Autor überhaupt nicht auf das (Alltags-)Leben des Volkes eingeht und sich viel mehr auf die geheimen Machenschaften und Intrigen der verschiedenen Geheimdienste zu fokussieren.

    Zu den Charakteren:
    Leider konnte ich mich nicht wirklich mit wenigstens einem der vielen Charaktere anfreunden, da sie für mich irgendwie fern und teilweise sogar unmenschlich wirken. Man erhält so wenige Informationen über ihre Vergangenheit und was es dem Leser nicht leichter macht, ihr Handeln nachzuvollziehen. Zum Beispiel blieb für mich unklar wie es zu der scheinbar starken Verbindung zwischen Oberst Kuhn und Nadja gekommen ist zumal diese ja deutlich jünger ist und wegen der Oberst Kuhn seine Pläne so schnell verworfen hat.
    Neben Oberst Kuhn gibt es noch zwei andere Hauptcharaktere die Geheimagentin Harper und den Dolmetscher Christopher, die ebenso unnahbar für mich waren und über deren Vergangenheit der Leser kaum bis gar nichts erfährt. Deshalb ist es mir sehr schwer gefallen so etwas wie Sympathie oder Mitleid zu empfinden, geschweige denn mit den Protagonisten mitzufiebern.

    Zum Schreibstil:
    Im Großen und ganzen war der Schreibstil ganz OK, angenehm zu lesen, aber nichts wirklich besonderes. Er hat ganz gut zu den flachen Charakteren gepasst.
    Was mich aber sehr genervt, ja sogar angewidert hat, waren die viel zu häufigen, bis ins kleinste Detail beschriebenen Schusswechsel und resultierenden Tode.

    Fazit:
    Es ist wirklich enttäuschend, was aus dieser genialen Buchidee gemacht wurde, von einem Bestsellerautor, der im Übrigen nicht Maxim Voland, sondern Markus Heitz heißt, kann hier keine Rede sein.
    Mein Tipp: Finger weg von diesem Buch!

  22. Cover des Buches Hafenmord (ISBN: 9783746628158)
    Katharina Peters

    Hafenmord

     (110)
    Aktuelle Rezension von: Ani

    Ein anonymer Anruf führt die Polizei zu einem alten Fabrikgelände am Sassnitzer Hafen. Dort wird die Leiche von Kai Richardt gefunden. Romy Beccare nimmt mit ihrem Team die Ermittlungen auf. Erste Befragungen ergeben, dass Kai Richardt nicht nur ein angesehener Geschäftsmann und Familienvater war, sondern außerdem begeisterter Triathlet. Zunächst lässt sich kein Motiv für den Mord an Kai Richardt erkennen. Bei der weiteren Untersuchung des Leichenfundorts wird sie skelettierte Leiche einer seit Jahren vermissten Frau gefunden. Romy Beccare beginnt hartnäckig in der Vergangenheit von Kai Richardt zu graben und schon bald bekommt die perfekte Fassade, die er allen präsentiert hat, erste Risse...

    "Hafenmord" ist der Auftaktband der Rügen-Krimis, in denen Romy Beccare ermittelt. Der Einstieg verläuft zunächst etwas gemächlich, da man die Ermittlerin und ihr Team kennenlernt. Dennoch wirken die Ermittlungen vom ersten Moment an authentisch und interessant.

    Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei die Nachforschungen der Polizei allerdings im Zentrum liegen. Schnell wird klar, dass Kai Richardts nicht der Saubermann war, für den ihn alle hielten. Nach und nach tragen Romy Beccare und ihr Team Hinweise zusammen, die ein erschreckendes Bild ergeben. Deshalb nimmt die Handlung auch schnell Fahrt auf. Schon bald kann man sich dem Sog der Ereignisse nicht mehr entziehen. Denn der Fall nimmt äußerst verzwickte Wendungen, die kaum vorhersehbar sind. Krimi-Fans dürften hier voll auf ihre Kosten kommen und zum Miträtseln angeregt werden. 

    Ein gelungener Reihenauftakt, bei dem die Spannung im Verlauf der Handlung stetig steigt!

  23. Cover des Buches Unterleuten: Roman (ISBN: B0196UB3SC)
    Juli Zeh

    Unterleuten: Roman

     (60)
    Aktuelle Rezension von: FranziDieBuechertante

    Auch wenn dieser Roman 600 Seiten hat, lässt er sich wirklich schnell lesen. Lasst euch also nicht von der Länge abschrecken :) (SPOILER).

    Das fand ich gut:

    Neben einem Inhaltsverzeichnis (die ich ja liebe :)) gibt es auch einen Personenverzeichnis und das ist auch gut, denn grade am Anfang musste ich öfters nachschlagen, um wem es sich jetzt handelt. Genauso schön fand ich den Stadtplan, in dem ich auch öfters nochmal nachgeschaut habe, wo welches Haus liegt und wer von wem Nachbar ist. 

    Die Kapitel werden je aus der Sicht eines Protagonisten erzählt. Dabei sind an den passenden Stellen Cliffhanger. Die Personen, die wir kennenlernen, sind völlig unterschiedlich, Alteingesessene und Neuzugezogene. Wir platzen in ein Dorf mit Geschichte ein und sind nicht nur mit aktuellen Geschehnissen konfrontiert, sondern auch mit Geschichten, die das Dorf seit Jahren in sich trägt. 


    Das fand ich nicht so gut: 

    Das Ende fand ich blöd, weil da etwas neues eingebunden wurde, was scheinbar eine tragende Rolle hatte, aber im Roman selbst nicht vor kam. 


    Fazit: Es wird in diesem Roman sehr schon klar, wie oft sich Dinge über Jahre festsetzen, die gar nicht so sind oder man gar nicht mehr weiß, warum sie so sind. Gleichzeitig wird auch klar, dass Menschen nach außen hin etwas anderes vertreten, als wie sie im Endeffekt denken. Bis aufs Ende und eine Wiederholung fand ich den Roman gut.


    Behalten oder weg? Darf definitiv bleiben :)

  24. Cover des Buches Kruso (ISBN: 9783518466308)
    Lutz Seiler

    Kruso

     (120)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle

    Was man weiß: Edgar merkt, dass er nach dem Unfalltod seiner Freundin kurz davor ist, sein Leben zu beenden Um neu anzufangen, reist er nach Hiddensee und erhält dort halb illegal einen Job als Abwäscher.
    Edgar schließt sich besonders an Kurso an. Was auch noch wichtig ist, Edgar ist Germanistik-Student mit dem Schwerpunkt "Deutsche Romantik" 
    Und es ist auch eine Tatsache, dass DDR-Flüchtlinge von Hiddensee aus versuchten, die Ostsee schwimmend zu überqueren und Schweden zu erreichen. Die meisten sind dabei umgekommen.

    Was man vermutet: Kruso hat (wahrscheinlich) einen Hirntumor, der dazu führt, dass er Fantasie und Wirklichkeit nicht mehr recht unterscheiden kann. Am Ende wird er immer misstrauischer, bis er sogar seinen engsten Freund Edgar überfällt, weil er ihn für einen Verräter hält. Am Ende stirbt er - wahrscheinlich.

    Was stimmt oder auch nicht: Kruso glaubt, ein Aufenthalt auf Hiddensee heile von seelischen Leiden. Also hat er ein riesiges Netzwerk organisiert, an dem alle Saisonkräfte der Insel beteiligt sind. mit dessen Hilfe Besucher ohne Übernachtungsmöglichkeit illegal und heimlich untergebracht werden. Dabei gibt es seltsame Rituale. Edgar lässt sich von Kruse gerne für seine Zwecke einspannen - ein solche scheinbare oder echte Riesenverschwörung passt genau zu seiner Stimmung: hier hat jemand das Zauberwort getroffen, das für ihn die Welt zum singen bringt.

    Erst viele Jahre später erfährt Edgar von den Toten in der Ostsee. Er sucht ihr Grab, denn den Toten wahrt er die Treue.

    Mir hat der Roman nicht so gefallen. Normalerweise mag ich Geschichten, wo man einem Erzähler nicht trauen kann und man durch genaues Lesen rauskriegen muss, was wirklich ist und was nicht. Hier hatte ich eher das Gefühl, der erzählerische Aufwand ist mir zu groß und weder Kruso noch Edgar haben mich wirklich interessiert.

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