Bücher mit dem Tag "ddr"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ddr" gekennzeichnet haben.

918 Bücher

  1. Cover des Buches Unterleuten (ISBN: 9783442719761)
    Juli Zeh

    Unterleuten

    (684)
    Aktuelle Rezension von: renateliestgerne

    Eigentlich sind viele der Hauptfiguren aus diesem Raum weniger sympathisch. Aber Juli Zeh schafft es, ihre Beweggründe nachvollziehbar zu machen. Es entsteht ein Bild eines Dorfes, in dem vieles völlig schief läuft und die Egoismen einzelner Personen die Gemeinschaft zerstören. Dadurch baut sich eine Spannung auf und man kann das Buch nicht aus der Hand legen.

  2. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783404173204)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

    (490)
    Aktuelle Rezension von: Kyra112

    Die nächste Generation steht vor den Herausforderungen der Nachkriegszeiten und stolpert damit mitten in den Kalten Krieg. Während George in den USA gegen die Unterdrückung der Schwarzen kämpft, muss sich Rebecca mit dem System in der DDR auseinandersetzen, ebenso wie ihr Bruder Walli und auch in Großbritannien gibts die ein oder andere Herausforderung.

    „Kinder der Freiheit“ von Ken Follett ist der Abschlussroman der Jahrhunderttrilogie.

    Ich habe dieses Buch wirklich mehrere Jahre vor mir hergeschoben. Nicht, weil mich der Roman abschreckt, sondern die Dicke des Buches.
    Ken Follett schreibt wirklich sehr realistisch und auch absolut mitreißend. Es gab viele Abschnitte, bei denen ich einfach ganz schnell weiterlesen wollte, weil’s wirklich spannend war. Auch hat mich das Buch animiert, einzelne historische Ereignisse oder Personen noch einmal nachzuschlagen und mich fundierter zu informieren. 

    Hin und wieder bin ich bei den Figuren durcheinander gekommen. Es sind ja doch einige Personen und damit Handlungsstränge, die hier behandelt werden und manchmal waren mir die Sprünge zu abrupt, sodass ich erstmal kurze Zeit zum Überlegen brauchte, um zu realisieren, über welche Figur ich nun lese.

    Nervig waren die vielen Beziehungen oder nicht-Beziehungen. Da war ja wirklich bei der neuen keine Beziehung dabei, die wirklich funktioniert hat. Irgendwie hat jeder es geschafft, das Ganze in den Sand zu setzen.

    Mich hat der Teil um die Kennedys etwas gelangweilt. Das war mir alles zu viel, während man zum Schluss das Gefühl hatte, Ken Follett rennt durch die Geschichte, also gerade, was die 70er/80er Jahre betrifft.

    Es war ein interessantes Buch, aber es war mir doch etwas zu viel des Guten. Wer gerne solche dicken Wälzer liest, ist hier richtig, aber für jene, die es eher kompakter lieben, ist der Roman gar nichts.

  3. Cover des Buches Der Turm (ISBN: 9783518461600)
    Uwe Tellkamp

    Der Turm

    (185)
    Aktuelle Rezension von: H-Lsh

    Ein sprachlicher und anspruchsvoller Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung. Besonders die betroffenen Jahrgänge werden es beim Lesen spüren, wie ich diese Formulierung meine. Ich war tief beeindruckt. Epische und fordernde Textstellen, die dem Leser einiges abverlangen. Persönlich deswegen einen Stern weniger.

  4. Cover des Buches Freiheit (ISBN: 9783462005134)
    Angela Merkel

    Freiheit

    (46)
    Aktuelle Rezension von: Danny0812

    Die Biografie unserer ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

    Ich habe mich sehr auf die Lektüre gefreut, Angela Merkel beschreibt in Ihrem Buch Ihre Erinnerungen an die Jahre zwischen 1954 und 2021.

    Die erste Hälfte hat mir sehr gut gefallen, hier schreibt Sie über ihre Kindheit und Jugend in der DDR, Ihren beruflichen Werdegang bis hin zu den ersten Schritten auf der politischen Bühne.

    Man erfährt hier viel Neues und was Sie  zu erzählen hat ist durchaus spannend und klug geschrieben.

    Wer jedoch erwartet sehr viel Privates zu erfahren dürfte spätestens ab der zweiten Hälfte enttäuscht sein.

    Ab hier hab ich mich doch zeitweise sehr quälen müssen beim Lesen, eine schier unendliche Abfolge von überwiegend internationalen Konferenzen verlangt dem Leser einiges an Geduld und Durchhaltevermögen ab.
    Spoiler : es ist selten wirklich spannend und oft zäh nachzuvollziehen, viele Fachbegriffe und lange Schachtelsätze tun ihr übriges.

    Trotzdem bin ich froh das Buch dieser beeindruckenden Frau gelesen zu haben und kann es jedem empfehlen, der an einem Blick hinter die Kulissen von Kanzleramt und co interessiert ist.

  5. Cover des Buches Herr Lehmann (ISBN: 9783442497577)
    Sven Regener

    Herr Lehmann

    (1.222)
    Aktuelle Rezension von: winniccxx

    "Herr Lehmann" ist das erste große Werk des Autoren Sven Regener. Es handelt vom gleichnamigen Protagonisten, der seinen Alltag in Berlin bewältigen muss, und dem dabei allerlei absurde Geschichten passieren. Die handelnden Personen sind meiner Meinung nach sehr schön beschrieben, sowohl die zentralen Hauptpersonen als auch die Nebencharaktere, die immer wieder auftauchen. Die Protagonisten haben alle ihre Ecken und Kanten, Herr Lehmann wirkt bisweilen sogar unsympathisch, aber dennoch waren die handelnden Figuren sehr passend für das Buch. Dabei gibt es zwar wenig spannende Handlung, doch das will das Buch auch gar nicht erreichen, vielmehr geht es um viele kleinere Episonden aus dem Leben des Protagonisten, etwa die Begegnung mit einem Hund, Schichten in seiner Kneipe oder der Besuch der Eltern in West-Berlin. Diese Episoden sind meist sehr humorvoll und stimmig zueinander, sodass sich ein gutes Gesamtbild ergibt. Dazu werden viele stilistisch lange Schachtelsätze verwendet, die aber für mich auch sehr gut zum Stil des Buchs passen.

    Das Buch zeichnet sich dadurch aus, dass man immer wieder lachen oder schmunzeln muss, und ist dadurch für mich eine gute Abwechselung zu der Literatur, die ich sonst lese gewesen. Aufmerksam geworden auf das Buch bin ich übrigens durch einen Ausschnitt aus dem Literarischen Quartett, in dem Marcel Reich-Ranicki ähnliches berichtet. Ich habe das Buch in kurzer Zeit gelesen und direkt weiter empfohlen. Von mir gibt es also 5 von 5 Sterne!

  6. Cover des Buches Kruso (ISBN: 9783518466308)
    Lutz Seiler

    Kruso

    (131)
    Aktuelle Rezension von: jerazi

    „Ughhh … das Buch ist wie ein endloser innerer Monolog in einem schlecht beleuchteten Umkleideraum – nur ohne die Hoffnung, dass irgendjemand jemals rauskommt oder wenigstens ein Handtuch reicht.“

    Ich begann zu lesen. Ich las das Bernstein-Kapitel - und weiter. Ich suchte Handlung. Ich fand: Sediment. Sprachlich verdichtete Erstarrung. Keine Bewegung, keine Flucht, keine Konsequenz. Stattdessen: ein Mann, der abwäscht. Ein anderer, der sich zum Inselpriester stilisiert. Und eine Insel, die nicht Ort der Sehnsucht ist, sondern Endpunkt des Landgefängnisses DDR – ein Rand, an dem sich Hoffnung in Stillstand verwandelt.

    Ich erwartete Fluchtbewegungen. Ich bekam Introspektion. Ich erwartete Handlung. Ich bekam Sprachnebel. Ich erwartete Konsequenz. Ich bekam: nichts. Und das über Hunderte von Seiten. Ich fragte mich: Verlange ich zu viel?  Leise würde ich noch hinzufügen:
    „Ich hätte lieber 300 Seiten lang einem Fuchs beim Denken zugehört.“

    Die Fiktion der Freiheit als Verhöhnung

    Seiler konstruiert eine „Gemeinschaft der Herausgefallenen“. Eine Art Inselutopie. Eine Männergemeinschaft, die sich dem System entzieht, ohne verfolgt zu werden. Ohne Konsequenz. Ohne Realität. Diese Gemeinschaft hat es nie gegeben. Sie konnte es nie geben. In der DDR bedeutete „herausfallen“: Überwachung. Repression. Gefängnis. Fluchtversuch bedeutete: Tod.

    Was Seiler hier entwirft, suggeriert eine Form von literarischer Freiheit,  was angesichts der realen DDR-Repressionen historisch falsch und schmerzhaft wirkt. . Es ist, als würde man den Inhaftierten von Bautzen zurufen: Ihr hättet euch nur poetischer verhalten müssen. Es ist, als würde man den Ertrunkenen in der Ostsee vorwerfen, sie seien nicht metaphysisch genug geschwommen. Ist Kruso eine Erzählung – oder eine Verhöhnung des realen Leids?

    Sexismus, Sprachnebel, Preisvergabe

    Die Frauen in Kruso? Sie sind Staffage. Beilagen. Narrative Ressourcen für männliche Selbstverwirklichung. Der „Klausner“ ist kein Ort der Gemeinschaft, sondern ein männlicher Rückzugsraum, eine literarische Sauna, in der sich Männer gegenseitig ihre Bedeutung zuschwitzen. Dass dieser Roman 2014 den Deutschen Buchpreis erhielt, zeigt, wie tief der deutsche Literaturbetrieb in (patriarchalen) Mustern verhaftet bleibt – und wie blind er gegenüber struktureller Gewalt ist.

    Ich stand am Grab von Daniel Defoe in Bunhill Fields. Weiß ich, was eine Robinsonade ist, was sie leisten kann? Was Seiler liefert, ist keine Robinsonade – eher eine literarische Nebelspur durch das Gedächtnis.

    Ins Regal der Enttäuschung

    Kruso steht jetzt in meinem fiktiven Regal neben Helianth. Neben dem Telefonbuch von Bielefeld. Nicht aus Spott. Diese Bücher sind Sedimente. Sie lagern sich ab. Sie bewegen nichts. Sie sprechen nicht. Sie sind die literarische Entsprechung jener Systeme, die einst Weltmaßstab waren und heute nur noch museal existieren wie die britische Automobilindustrie. 

    Ein Empire stirbt – nicht mit einem Knall, sondern mit einem Klappentext. Die Sprache, einst Trägerin von Weltdeutung, wird zur Pose. Der Kanon, einst Speicher kollektiver Erfahrung, wird zu bloßer Selbstbespiegelung. Kruso ist kein schlechtes Buch. Es ist ein Symptom. Es zeigt, wie weit sich die deutsche Literatur von der Welt entfernt hat. Wie sehr sie sich in ihren eigenen Sedimenten suhlt. Wie wenig sie noch wagt, zu berühren, zu riskieren, zu handeln.

    Ich denke: Das Buch ist fürs Feuilleton - aber womöglich nicht für Leser mit meiner Erwartungshaltung.

     

  7. Cover des Buches Die Wolke (ISBN: 9783473544011)
    Gudrun Pausewang

    Die Wolke

    (955)
    Aktuelle Rezension von: Perse
    • Details:

    Ausgabe: Taschenbuch 

    Erscheinungsjahr: 1987

    Altersempfehlung: ab 12 Jahren

    Verlag: Ravensburger 

    Genre: Jugendliteratur

    Seitenanzahl: 223

    • Inhalt:

    Was niemand wahrhaben wollte, passiert: Deutschland erlebt einen atomaren Unfall. Die 14-Jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und ist auf sich allein gestellt.

    • Wie das Buch zu mir gefunden hat:

    Das Buch hat mich über ein Verschenkeregal gefunden. Ich habe damals den Film im Schulunterricht gesehen und wollte schon immer das Buch dazu gelesen haben, jetzt habe ich es endlich getan...

    • Meinung:

    Das Thema dieses Buches ist unheimlich intensiv. Gudrun Pausewang erzählt die Geschichte klar, hart und absolut authentisch. Beim Lesen trifft einen der ungeschönte Realismus dieser Welt mit voller Wucht. Das Buch zeigt schmerzhaft, dass in unserer Gesellschaft und Politik eben nicht immer alles "Friede, Freude, Eierkuchen" ist.

    • Fazit:

    Zu Recht den Jugendliteraturpreis 1988 gewonnen. Dieses Werk gehört für mich zur Pflichtlektüre!

    • Empfehlung:

    Für alle, die qualitativ hochwertige Jugendliteratur suchen und/oder Fans von Gudrun Pausewang sind.

    Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!

    • Tipp:

    Schaut euch den gleichnamigen Film von 2006 an.

    • Lieblingszitate:

    "Kein Ton von den Herren, die so gerne reden."

    Prolog - Seite 7

    "Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich.''

    Prolog - Seite 9

    "»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.«"

    Kapitel 1 - Seite 23

    "»Handeln Sie mit Verantwortungssinn!«"

    Kapitel 2 - Seite 33

    "Das also würde der neue Unterschied zwischen Arm und Reich sein."

    Kapitel 8 - Seite 127

    "»Die Leute fangen schon wieder an zu vergessen«,..."

    Kapitel 10 - Seite 153

    "»Menschen sind zu allem fähig«,..."

    Kapitel 10 - Seite 154

  8. Cover des Buches Als wir träumten (ISBN: 9783104001180)
    Clemens Meyer

    Als wir träumten

    (129)
    Aktuelle Rezension von: F__H

    Wer sich für das Thema der Wende interessiert wird bei Clemens Meyer fündig. Die Dialoge sind grandios und beschreiben und geben den Figuren Tiefe. Sie wirken Nachbar und bringen einen in die Welt des Leipzigs zu Wendezeit.

    Die Struktur des Romans ist nicht aufeinander aufbauend. Es sind kleine Momentaufnahmen zwischen 1985/95. bei konzentriertem lesen hat man jedoch keine Probleme sofort zu folgen und das entschlüsseln wann was stattfindet macht Spaß.


    Leider fehlte mir dennoch ein gewisser Aufbau, ein Ziel wo der Roman hinmöchte. Andererseits wussten das die Jugendlichen auch nicht, womit Stil Inhalt trifft und passend ist. Für mich irgendwann jedoch etwas ausufernd und zu lang - zu viele Geschichten die sich ähneln. Kann dennoch empfehlen mal reinzuschauen. 

  9. Cover des Buches Todesrache (ISBN: 9783442491100)
    Andreas Gruber

    Todesrache

    (191)
    Aktuelle Rezension von: raeubertochter

    [12.06.2026]

    Nachdem Sneijder ein Lebenszeichen von Nemez erhält, stellt er unter Hochdruck eine Ermittlungsgruppe zusammen, die ihm bei der Suche nach seiner Kollegin helfen soll. Dadurch tritt eine neue interessante Figur mit in den Vordergrund und auch Martinelli soll als externe Beraterin wieder dabei sein – bleibt jedoch komplett im Hintergrund und spielt nur so eine winzige Rolle, dass man leider gar nicht merkt, dass sie dabei ist.

    In diesem Thriller sorgen diverse bedrückende Themen für die Grundspannung und es ist weniger ein Nervenkitzel, sondern vielmehr der dringende Wunsch nach Erlösung für die Betroffenen der Verbrechen, die den Lesefluss vorantreibt.

    Zu Beginn erscheinen die verschiedenen Handlungsstränge, Perspektiven und Zeiten kaum zusammenzuhängen, was für eine wirre Erscheinung der Geschichte sorgt, bis erst eine ganze Weile später die Verknüpfung der Fäden deutlich wird, sodass die Auflösung sich in mehrere Etappen zu gliedern scheint.

    Insgesamt wieder ein spannender Sneijder-Thriller, in dem seine minimal weichere Seite positiv zum Tragen kommt!

  10. Cover des Buches Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna (ISBN: 9783423149068)
    Eugen Ruge

    Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna

    (296)
    Aktuelle Rezension von: Ruth




    Kann man einen spannenden Roman schreiben, wenn jeder das Ende schon kennt? Ja, kann man. Eugen Ruge hat mit seinem neuesten Werk den Beweis dafür geliefert.
    Allerdings hat er keinen typischen historischen Roman geschrieben, sondern aus einer in der Vergangenheit angesiedelten Geschichte eine satirische Parabel auf die Gegenwart gemacht.
    „ Vergiss, lieber Leser, alles, was du jemals über Pompeji gehört hast. …Vergiss und lies. Dies ist der wahre Bericht vom Untergang Pompejis und seiner Bewohner.“ So stimmt uns der namenlose Erzähler auf das Kommende ein. Er, ein „ beschämter Überlebender“ hat alles auf achtzehn Schriftrollen festgehalten und in einer Amphore verschlossen für die Nachwelt. Allerdings hat er seine Zweifel, ob diese wohl die Zeichen deuten können und daraus etwas lernen werden.

    Die Handlung setzt ein einige Jahre vor dem Vulkanausbruch. Die Stadt hat sich noch nicht ganz von den Folgen des Erdbebens im Jahr 62 v.Chr. erholt.
    Jowna oder Josse, wie er genannt wird, Sohn einer armen Migrantenfamilie, wächst hier auf. Er schämt sich für die Armut und Bedeutungslosigkeit seines Vaters, doch Ehrgeiz entwickelt er keinen. Stattdessen bricht er früh die Schule ab und wird Anführer von einer Bande von Herumtreibern. Bei einem zufällig gehörten Vortrag eines „ externen Referenten“ erfährt er, dass die Stadt auf vulkanischem Boden steht und dass der Vulkan durch das große Beben zum Leben erwacht sei.
    Diese Gefahr ist der Anlass für Josse aufzustehen und zu seiner ersten Rede anzusetzen. Noch linkisch und keineswegs wortgewandt lässt er die anderen an seiner Erkenntnis teilhaben. Da der Berg sich wohl kaum von der Stelle bewegen wird, so sollten das die Menschen tun.
    Josse wird zum Anführer einer Gruppe Gleichgesinnter, die abseits der Stadt eine neue Siedlung gründen. Es ist ein buntes Völkchen hier am „ Fenster des Meeres“. Die einen berauschen sich an Fliegenpilzsud und wildem Sex, die anderen führen endlose Diskussionen über den zukünftigen Regierungsstil, über die Abschaffung des Privatbesitzes und die Gleichbehandlung der Geschlechter, über richtiges und falsches Bewusstsein.
    Doch die Aussteiger werden mit Misstrauen beobachtet von der Elite in Pompeji. Dort will man nichts von der drohenden Gefahr wissen, fürchtet Massenpanik und Abwanderung und in Folge davon den Fall der Immobilienpreise.
    Da tritt Livia auf, die führende Unternehmerin der Stadt. Sie hat sich mit dem Wiederaufbau eine goldene Nase verdient und gerade die Volksthermen für einen symbolischen Preis gekauft und in Betrieb genommen. So eine lässt sich doch nicht von ein paar verrückten Apokalyptikern das Geschäft verderben.
    Sie umgarnt Josse mit ihren weiblichen Reizen und den Verlockungen der Macht und schafft es so, ihn zu einer Kehrtwende zu bewegen. Plagen ihn anfangs noch Skrupel ( „ Wie kehrt man um, ohne zu wenden? Wie übt man Verrat, ohne Verräter zu sein?“) , wird Josse kurz darauf zum Vorsitzenden des Vulkanvereins. Statt Pompeji zu verlassen, gilt nun ein „ Leben mit dem Vulkan“.

    Der Autor scheint beim Schreiben großes Vergnügen gehabt zu haben. Er geht spielerisch mit seinem Stoff um, packt jede Menge Begriffe aus der Gegenwart in den Text und schreibt spöttisch über die verschiedenen Denkrichtungen und Ideologien. Es fallen Anachronismen wie „ Mauerspechte“ und „ blühende Landschaften“. Bei einer der Reden Josses will jemand den Satz gehört haben „ Wir schaffen das“, ein anderer „ Das Büffet ist eröffnet“. Die Aussteiger aus der Siedlung erinnern an Hippiekommunen oder an linke Gruppierungen mit ihren Grundsatzdiskussionen.
    Ruge lässt alle Gesellschaftsschichten der damaligen Zeit auftreten und alle bekommen ihr Fett ab. Der Neureiche, der sich vom freigelassenen Sklaven zum Bauunternehmer hochgearbeitet hat, der korrupte Politiker ebenso wie gierige Kapitalisten und bestechliche Priester. Kaum eine der Figuren entwickelt sich zum Sympathieträger, auch die Hauptfigur nicht. Ein Wendehals, der sich von der Macht verführen lässt, der sich vom Warner zum Demagogen entwickelt.
    Auch historisch verbürgte Figuren treten auf, so z.B. Plinius der Ältere. Ihn zeichnet Ruge als typischen Buchgelehrten, der sein immenses Wissen nicht durch Exkursionen oder eigene Forschungen gewonnen hat, sondern durch das Studium anderer Bücher. Plinius ist mittlerweile eine Karrikatur seiner selbst, fett, unbeweglich und leicht senil. Und auch er glaubt nicht an einen drohenden Vulkanausbruch. Tragisch, dass er später dabei selbst zu Tode kommt.
    Besonderes Vergnügen machte mir das Kapitel, in dem Josse Unterricht bekommt in Rhetorik. Hier lernt er alles, was eine gelungene Politikerrede ausmacht. Wie schafft man Vertrauen und welche Bedeutung haben leere Versprechen ? Wie kann man Versäumnisse als Verdienst ausgeben ? Nutze die verbindende Kraft von Feindbildern! Und manches mehr.
    Bei all dem Gegenwartsbezug merkt man dem Roman aber auch die intensive Recherchearbeit des Autors an, denn der Leser erfährt viel Wissenswertes über das Leben in jener Zeit.
    Doch mich hat beim Lesen weniger die historische Komponente interessiert, sondern seine aktuelle Fragestellung. Wie gehen Menschen mit zukünftigen Bedrohungen um? Sind sie bereit, darauf angemessen zu reagieren oder ignorieren sie die Warnzeichen oder leugnen sie gar?
    Viele Szenen weisen einen hohen Wiedererkennungseffekt auf und man fragt sich, was der Vulkanausbruch unserer Zeit ist. Für mich ist das eindeutig der Klimawandel, aber auch bei der Corona-Pandemie gab es die gleichen Verhaltensmuster.
    Auch wenn manche Rezensenten Parallelen zwischen der Hauptfigur Josse und Joschka Fischer ( ähnlicher Vorname, der Vater von beiden war Metzger) zu erkennen glauben, so hat Ruge meiner Ansicht nach keinen Schlüsselroman geschrieben. Vielmehr ging es ihm um allgemeine Tendenzen und Entwicklungen in Gesellschaft und Politik.
    Eugen Ruge, studierter Mathematiker und Erdbebenforscher, debütierte 2011 mit seiner ( eigenen) Familiengeschichte „ In Zeiten des abnehmenden Lichts“, für das er den Deutschen Buchpreis erhielt. So große Ehre wird seinem neuesten Werk nicht zuteil werden, doch ihm ist mit „ Pompeji“ ein zwar vergnüglich zu lesender, doch nachdenklich stimmender Roman gelungen.


  11. Cover des Buches Stern 111 (ISBN: 9783518471302)
    Lutz Seiler

    Stern 111

    (53)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Zwei Tage nach dem Mauerfall verkündet das Ehepaar Bischoff ihrem Sohn Carl, dass sie weg gehen. Weg aus ihrem alten Leben, ihrer Heimat und drüben ein neues Leben anfangen wollen. Carl soll zurück bleiben und das Haus hüten und nach dem rechten schauen und sie wollen in Kontakt bleiben. Die Reise der Eltern führt sie durch Auffanglager und verschiedene Arbeite und sie wollen zu ihrem Geheimnis gelangen. Endlich, nach Jahrzehnten! Carl wiederum hat andere Pläne und die Liebe seines Lebens weiß nichts von seinen Gefühlen und vielleicht wird es ja was, oder doch nicht. Er schließt sich einer Gruppe an, die sich verschanzt, selbst befreit und ihren eigenen Weg gehen möchte und auch Carl will selbst laufen lernen, endlich, jetzt. Der Inhalt klingt gut und mit viel Ost Verwandschaft war es für mich auch sehr reizvoll. Lutz Seiler hatte mir in Kruso schon einiges abverlangt und leider, wurde es jetzt auch in Stern111 nicht viel anders. Was aufregend und spannend klingt vom Inhalt her, dass verliert leider viel Blut. Es tröpfelt so dahin und plätschert und ist leider deswegen zum großen Teil bedeutungslos. Die Figur der Mutter gefällt mir da noch am besten und es ist am spannendsten, wie sie im neuen Leben Fuß fassen möchte. Carl ist einfach lahm, sorry, aber ich wollte immer schreien zieh den Stock aus dem Arsch und werde endlich locker. Sprachlich ist das Buch zum Teil echt großartig und begeistert, aber dann reihen sich wieder Metaphern aneinander, die einfach nur Nerven und die Geschichte auch nicht interessanter macht. Literatur ist Gott sei Dank immer Geschmacksache, aber mein Geschmack ist Stern111 leider nicht und die große Überraschung bleibt für mich aus und der ewig lange Epilog ist ein Zeugnis für das Buch, einfach viel zu lang, für so wenig Leben im Buch.

  12. Cover des Buches Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens (ISBN: 9783862654833)
    Sebastian Niedlich

    Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens

    (315)
    Aktuelle Rezension von: MissAlekto

    "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" von Sebastian Niedlich ist eine faszinierende und ideenreiche Geschichte, die mich positiv überrascht hat.
    Die Vorstellung des Lebens nach dem Tod wird auf schöne Weise präsentiert, wobei der Tod nicht als bedrohlicher Bestimmer, sondern als sanfter Begleiter erscheint.
    Die Handlung, die sich in Berlin während der 80er, 90er und 2000er Jahre abspielt, ist geschickt in reale Ereignisse eingebettet. Trotz anfänglicher Erwartungen an eine schwarzhumorige Komödie entpuppt sich die Geschichte als vielschichtige Lebensgeschichte voller Höhen, Tiefen, Humor und Trauer.

    Besonders beeindruckend ist die Darstellung des Todes als beruhigender Charakter mit einem Kescher anstelle einer traditionellen Sense. Die Protagonisten Martin und der Tod werden facettenreich und nachvollziehbar dargestellt. Die philosophischen Elemente zum Thema Tod sind nicht deprimierend, sondern regen zum Nachdenken an. Die Erzählung bleibt bis zum Ende fesselnd, und die entscheidende Wendung macht es umso mehr lesenswert.

    "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang. Absolut empfehlenswert, vor allem für Leser ab 14 Jahren.

  13. Cover des Buches Heute schon für morgen träumen (ISBN: 9783596703746)
    Lori Nelson Spielman

    Heute schon für morgen träumen

    (218)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Em wohnt im Haus der Familie. Auch wenn sie dort ihr eigenes Reich hat lässt sie sich doch sehr stark von ihrer Nonna bevormunden.

    Da ihre Mutter früh starb ließ der überforderte Vater zu, dass seine Schwiegermutter das Zepter schwang.

    Als Tante Poppy, die Schwester ihrer Nonna, kurz vor ihrem 80 ten Geburtstag mit Emilia nach Italien fliegen will, greift sich Em ein Herz und folgt ihrer Tante, auch gegen den Willen ihrer Nonna.


    Ich kannte bisher kein Buch der Autorin. Dieses Buch hat mir meine Tochter weiter gegeben, nachdem sie es gelesen hatte, und es ihr gut gefiel.

    Mich störte zunächst, das Em sich von ihrer Nonna so beherrschen ließ. Diese Frau war mir von Anfang an unsympathisch.

    Je mehr ich in der Geschichte voran kam, um so unmögliche fand ich die verlogene Alte.

    Schon bald war mir klar, dass es da ein dunkles Familiengeheimnis gibt.

    Luciana, Ems Cousine darf auch mit auf die Selbstfindungstour nach Italien. Sie war mir zu Beginn zu flippig. Dann kam der Wandel und machte sie mir viel sympathischer.

    Mit Ems Schwester Dari wurde ich auch nicht so recht warm. Ihre Begründung gegen Ende, warum sie sich gegenüber ihrer Schwester so verhielt hat mich nicht wirklich überzeugt.

    Tante Poppy fand ich großartig. Sie war die Charaktere im Buch, die mich am meisten beeindruckt hat. Ein Leben und so viele Schicksalsschläge und doch konnte es sie nicht brechen. Bewundernswert.

    Sie konnte den beiden Mädels mit ihrer Lebensgeschichte und ihrem unbeirrbaren Glauben an ein Happy End so viel mitgeben.

    Vom Schreibstil her hat mir die Geschichte auch gut gefallen. Es sprang immer zwischen den frühen 60 ern und der Gegenwart. Aber die Vergangenheit war gut in die Gegenwartsgeschichte eingebunden.

    Mir hat das Buch gefallen.

  14. Cover des Buches Deutsches Haus (ISBN: 9783548061177)
    Annette Hess

    Deutsches Haus

    (239)
    Aktuelle Rezension von: Pepale

    Frankfurt 1963: Eva ist Dolmetscherin. Durch einen Zufall kommt sie an eine Job als Übersetzerin für Polnisch beim Auschwitz Prozess. Unbedarft und naiv stürzt sie sich in ihre Arbeit, ohne zu ahnen was sie dort erwartet. Die Berichte der Zeugen wie Juden ermordet, gedemütigt, gefoltert wurden, setzen Eva schwer zu. Evas Eltern hatten ihr abgeraten diesen Job zu übernehmen. Am Ende sind ihre Eltern in das ganze Geschehen verknüpft und die Familie zerstört.

    Mit ihrem Verlobten führt sie eine typische Beziehung, wie es in den 1960er Jahren verbreitet war, sie ordnet sich ihm unter. Das Gesellschaftliche Rollenbild sah es so vor, sonst galten Frauen als „unweiblich“.

    Annegret, die ältere Schwester von Eva, leidet unter dem Helden-Syndrom (Profilneurose). Als Säuglingsschwester infiziert sie Babys mit Bakterien um sie hinterher wieder gesund zu pflegen und dafür Lob und Geschenke zu bekommen.

    Die Autorin hat gut recherchiert.

    Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Geschichte ist fesselnd und bewegend. Die Protagonisten sind gut beschrieben und entwickeln sich weiter.

    Es handelt sich um eine gelungene Geschichte.



  15. Cover des Buches Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten (ISBN: 9783734103278)
    Anne Jacobs

    Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

    (126)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ich habe das Buch unheimlich schnell weggelesen. Die Grundidee hinter der Geschichte ist interessant, aber die Umsetzung bleibt insgesamt doch eher seicht. Es ist kein Buch, das tief schürft oder einen noch tagelang beschäftigt, aber die Seiten fliegen beim Lesen einfach so dahin. Für mich war es eine nette, unaufgeregte Unterhaltung für ein paar gemütliche Lesenachmittage. Mal schauen, ob ich Band zwei der Reihe auch noch lesen möchte.

  16. Cover des Buches Der Markisenmann (ISBN: 9783453427495)
    Jan Weiler

    Der Markisenmann

    (233)
    Aktuelle Rezension von: NinaReads

    Der Markisenmann von Jan Weiler hat mich auf einer langen Bahnfahrt begleitet und genau das war die richtige Lektüre für diese Strecke: unterhaltsam, berührend und voller Leben. Das Buch hat mich lachen lassen, aber auch sehr nachdenklich gemacht und an manchen Stellen sogar zu Tränen gerührt. Gerade diese Mischung aus Humor und emotionaler Tiefe macht die Geschichte für mich so besonders.

    Empfohlen wurde mir das Buch von einem lieben LovelyBooks-Mitglied, dessen Geschmack meinem sehr ähnlich ist. Schon deshalb war meine Erwartung groß – und sie wurde sogar noch übertroffen. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass mich diese Lektüre genau dort abholt, wo ich Geschichten am liebsten mag: nah am Leben, mit glaubwürdigen Figuren, leisen Zwischentönen und Momenten, die lange nachwirken.

    Besonders gefallen hat mir, wie authentisch und menschlich die Geschichte wirkt. Jan Weiler erzählt mit Feingefühl und einer guten Portion Beobachtungsgabe, sodass selbst schwierige oder schmerzhafte Themen nicht schwer, sondern sehr zugänglich erscheinen. Die Figuren bleiben einem im Gedächtnis, weil sie Ecken und Kanten haben und gerade dadurch so echt wirken. Genau das hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht.

    Auch stilistisch ist Der Markisenmann für mich ein Buch, das man leicht lesen kann und das trotzdem nicht leichtgewichtig ist. Es hat mich gut durch die Zugfahrt getragen, aber eben nicht nur unterhalten, sondern auch innerlich bewegt. Diese Kombination ist selten und macht für mich eine wirklich gute Lektüre aus. Dass ich dabei sowohl gelacht als auch geweint habe, spricht für die emotionale Bandbreite des Romans.

    Insgesamt hat mir Der Markisenmann sehr gut gefallen. Es ist ein warmherziges, kluges und berührendes Buch, das ich genau wegen seiner Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe sehr gerne gelesen habe. Die Empfehlung hat sich für mich absolut gelohnt, und ich kann gut verstehen, warum das Buch bei so vielen Leserinnen und Lesern einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

  17. Cover des Buches Sungs Laden (ISBN: 9783426305669)
    Karin Kalisa

    Sungs Laden

    (151)
    Aktuelle Rezension von: Lottchen

    Diese Geschichte liest sich wie ein modernes Wohlfühlmärchen. Alles fängt an mit Sungs Sohn, der ein Kulturgut aus Vietnam mit in die Schule nehmen soll. Er fragt seine Großmutter und gemeinsam schleppen sie eine alte Holzpuppe zur Aula, wo die Großmutter mithilfe der Puppe eine berührende Geschichte erzählt, die in Prenzlberg vieles in Gang setzt, was noch lange nachwirken wird.

    Mir hat der Erzählstil der Geschichte sehr gut gefallen. Man hat das Gefühl, das man am Rande steht und zuschaut, obwohl man mittendrin ist. Die Erzählstimme greift manchmal vor oder zurück, was dazu führt, dass man als Leser neugierig bleibt oder manche Zusammenhänge besser versteht. 

    Obwohl das Buch sich locker liest und viel Spaß bereitet, muss man sich schon ein wenig konzentrieren, da oft von Person zu Person gesprungen wird und man da aufpassen muss, den Faden nicht zu verlieren. Mir hat das aber sehr gut gefallen, weil man immer wieder neue Sichtweisen kennenlernt und jedes Mal aufs Neue überrascht wird.

    Insgesamt eine unterhaltsame, warme Geschichte über einen herrlichen Stadtteil in Berlin, in der Wunder wahr werden. Ich habe viel über Vietnam und das Leben der vietnamesischen Gastarbeiter in der DDR gelernt, aber auch über, was es bewirken kann, wenn Menschen mal ihre Scheuklappen ablegen und miteinander in Dialog gehen.

     Eine großartige, hoffnungsvolle Geschichte, die mich oft ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Lesenswert! 

  18. Cover des Buches Schlüssel 17 (ISBN: 9783945386958)
    Marc Raabe

    Schlüssel 17

    (432)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Gehört 2019 💚 5 Sterne

    Gehört 2026 💚 4 Sterne

    Das Hörbuch wird hervorragend gelesen von Sascha Rotermund. Die Geschichte ist sehr spannend, sehr verworren (auf eine gute Art), grausig und geheimnisvoll. Einmal angefangen, möchte man am liebsten das Buch durchhören, weil man wissen möchte, was passiert ist. So jedenfalls war es bei mir. 

    Diese Reihe werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen! 

    09.06.2026

  19. Cover des Buches Luft zum Leben (ISBN: 9783423149525)
    Helga Schubert

    Luft zum Leben

    (111)
    Aktuelle Rezension von: mimitati_555

    Im vorliegenden Buch sind Texte aus einem Lebenszeitraum von 65 Jahren versammelt, wie die Autorin im Vorwort schreibt. Darunter sind Erzählungen, Vorträge, Aufsätze und sogar WhatsApp-Nachrichten, was eben so zusammenkommt in dem unglaublichen Zeitraum zwischen 1960 und 2025. Als Helga Schubert mit dem Schreiben anfing, war ich also noch nicht einmal geboren, man stelle sich das nur vor!

    »Mit meinen Erzählungen wollte ich mich meiner Welt vergewissern.« (Seite 9)

    Das Buch von Helga Schubert mit dem Titel »Der heutige Tag: Ein Stundenbuch der Liebe« hat mich vor ein paar Jahren begeistert und sehr berührt. Ich mochte ihre Art zu schreiben, die schöne Sprache und ihre Gedankengänge gefielen mir, sodass ich sehr gespannt war auf diese Sammlung ihrer Texte. Nicht alle konnten mich überzeugen, was bei einer solchen Fülle jedoch ganz natürlich ist, aber sprachlich ist auch dieser Band einfach toll. Meine unangefochtenen Favoriten waren das Gedicht »Lebenstopf« sowie ein Text mit dem Titel »Ein Opfer der Literatur«, weniger gefallen haben mir Texte, die so persönlich sind, dass diese für mich nicht ganz verständlich waren, weil mir da der Bezug fehlte und ein Zusammenhang sich nicht erschloss. Insgesamt aber ein schöner und lesenswerter Band. Vielen Dank.

  20. Cover des Buches Unter der Haut (ISBN: 9783492238564)
    Gunnar Kaiser

    Unter der Haut

    (45)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Ein geheimnisvoller Mann, Josef Eisenstein, ist Mäzen und Verführer, nicht im sexuellen, sondern ideologischen Sinne. Eines jungen Mannes. Jonathan Rosen. Zusammen gabeln sie junge Mädels auf. Jonathan beschläft sie. Eisenstein ist Voyeur 

    Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an wie eine Klinge berührt, die leicht über meine Haut fährt mit einem gewissen Druck..... und mir über die mehr als 500 Seiten durchweg Gänsehaut verschafft. Die unterschwellige Spannung ist grandios in drei Erzählsträngen verflochten. 1969, die beiden ungleichen Männer lernen sich kennen und ein spezieller und für Jonathan unvergesslicher Sommer in New York nimmt seinen Lauf. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, als Josef Eisenstein geboren wird, und eine Kindheit einen Menschen prägt. Und dann 1990, als sich Jonathan auf den Weg macht, um die wahre Geschichte seines alten Freundes aus dem Sommer 1969 aufzudecken.
    Gunnar Kaiser schafft eine so unglaubliche Atmosphäre, die in den verschiedenen Erzählsträngen durch die spezifische Sprache der Zeit und auch im Buch durch die unterschiedlichen Schriften deutlich gemacht wird. 

    Absolut lesenswert

  21. Cover des Buches Die Bücher, der Junge und die Nacht (ISBN: 9783426528969)
    Kai Meyer

    Die Bücher, der Junge und die Nacht

    (242)
    Aktuelle Rezension von: rumble-bee

    Dieses Buch hat mir nicht ganz so gut gefallen wie die "Bibliothek im Nebel" (damals ein Jahres-Highlight!). Aber es war immer noch ausgeprochen lesbar. Der Ton war ganz Kai Meyer, keine Frage. Irgendwie erschien mir die Auswahl der Themen ein wenig verquer: Nazi-Zeit, Okkultismus, nicht anerkannte oder unentdeckte Vaterschaften, unglückliche Liebe... allerdings war mir gar nicht bekannt, dass sich die Nazis tatsächlich mit Okkultismus befasst haben.


    Gut recherchiert war das Buch sicherlich! Die Zeitgeschichte wurde sehr lebendig. Andererseits ähnelte es manchmal einer deutschen Version von "Die Neun Pforten". 

    Die guten Seiten: Die Freundschaft Jakob / Gregori hat mich köstlich amüsiert, die Dialoge waren teils herrlich komisch! Toll geschildert auch die Atmosphäre rund um Bücher, das Buchbinden, Leipzig, Antiquariate. Die Erzählstränge aus Vergangenheit und Gegenwart sind kunstvoll verflochten.

    Bis zum Schluss blieb eine gewisse Spannung bezüglich einzelner Fragen übrig, zum Beispiel Julis Grab. Es wird auch nicht wirklich geklärt, ob Jakob Flügelschlag wirklich ein mystisches Wesen war.

    Ich hatte insgesamt das Gefühl, hier lässt der Autor seine "literarischen Muskeln" spielen, um zu sehen, ob ihm die Themen rund um Leipzig überhaupt liegen. Die späteren Bände der Reihe finde ich besser.

  22. Cover des Buches Machandel (ISBN: 9783328100249)
    Regina Scheer

    Machandel

    (65)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Dieser Roman wurde mir empfohlen und er sprach mich gleich an, da es um zeitgeschichtliches geht in der DDR. Ich mag solche Geschichten sehr und wurde hier nicht enttäuscht. 

    Ich brauchte etwas Zeit um in die Geschichte reinzukommen. Dann jedoch packte es mich und wollte immer weiterlesen. Die verschiedenen Perspektiven gefielen mir sehr gut und die Schicksale berührten mich sehr ubd brachten mich zum Nachdenken. Ein Buch wofür man etwas Zeit braucht aber wichtig gegen das Vergessen ist. Ich werde es irgendwann nochmal lesen und noch mehr von Regina Scheer. 

    Daher eine absolute Leseempfehlung von mir und wohlverdiente 5 Sterne. 

  23. Cover des Buches Neuleben (ISBN: 9783426306864)
    Katharina Fuchs

    Neuleben

    (83)
    Aktuelle Rezension von: Kado

    Mir fällt die Bewertung des Buchs etwas schwer, das liegt allerdings an meiner eigenen Schusseligkeit. Ich kam sehr schwer in das Buch rein und hatte recht schnell nicht mehr soviel Lust es zu lesen. Mich haben die ganzen Namen am Anfang irritiert zu denen mir ein Kennenlernen gefehlt hat. Beim letzten Buch Drittel hab ich mal etwas in anderen Rezensionen gestöbert und sehr schnell festgestellt das ich Teil 2 einer Diologie am lesen bin. Jetzt macht alles etwas mehr Sinn. Der Rest hat mir dann auch gut gefallen, vorallem weil ein Teil in Wiesbaden, meiner Heimst, spielt und da kannte ich natürlich einiges. Ich werde Band 1 noch lesen und bin gespannt wie mir das dann gefällt.
    Die Geschichte an sich war super und ich habe große Sympathie für Gisela und Therese. Zwei sehr taffe Frauen die ihren Weg gingen und Wegbereiterinnen für sicherlich einige Damen waren.
    Ich würde 3,5 bis 4 Sterne von 5 vergeben.

  24. Cover des Buches Zerrissene Leben (ISBN: 9783806237870)
    Konrad Jarausch

    Zerrissene Leben

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Satansbraten
    Das Buch schafft, was Geschichte sonst oft fehlt, es es ist lebendig, zum Anfassen, verstehbar, nachvollziehbar. Es erzählt anhand von konkreten Schicksalen die Geschichte des letzten Jahrhunderts. Die Befragten Menschen haben unterschiedliche Hintergründe, der Sohn wohlhabender Juden, das Kind eines Pastors, andere aus Arbeiter Familien, kommunistischen Familien. Sie erleben daher die Vorkriegszeit sehr unterschiedlich, auch die Zeit des Krieges und die Jahre danach sind neben den politischen Ereignissen auch durch persönliche Entscheidungen geprägt. Gleichzeitig wird auch sehr viel erklärt, das wichtig ist, um Hintergründe und Geschehnisse besser einordnen zu können. Mir hat das Buch erstaunliche Einblicke in diese Zeit gegeben, selbst wenn man mit den geschichtlichen Fakten vertraut ist, bringt diese Herangehensweise ganz neue Einsichten! Lesenswert !

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