Bücher mit dem Tag "debütroman"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "debütroman" gekennzeichnet haben.

158 Bücher

  1. Cover des Buches BLACKOUT - Morgen ist es zu spät (ISBN: 9783764507947)
    Marc Elsberg

    BLACKOUT - Morgen ist es zu spät

    (1.620)
    Aktuelle Rezension von: H-Lsh

    Ich lass das Buch, bevor die Handlung Realität wurde. Ich erinnere an den Black-out in Berlin im Frühjahr des Jahres 20,26. Ich empfand es beim Lesen als äußerst spannend und sehr gut beschrieben. Bis auf das Ende was etwas nach Hollywood klingt, ist es ein sehr gutes Buch. In der Retroperspektive ist es eine absolute aktuelle Empfehlung.  

  2. Cover des Buches Das Café am Rande der Welt (ISBN: 9783423285827)
    John Strelecky

    Das Café am Rande der Welt

    (1.327)
    Aktuelle Rezension von: Larissa_Jabali

    Das Café am Rande der Welt gehört für mich zu den Büchern, die man nicht wegen der Spannung liest, sondern wegen der Fragen, die sie im eigenen Leben auslösen. Es lädt dazu ein, den Alltag für einen Moment zu verlassen und ehrlich hinzuschauen: Lebe ich wirklich das Leben, das ich leben möchte? Die Geschichte ist einfach erzählt und genau darin liegt ihre Stärke. Sie schafft Raum zum Innehalten und hat mich dazu inspiriert, meinen eigenen Weg bewusster zu hinterfragen. Ein Buch, zu dem ich immer wieder gerne zurückkehre. 🌿

  3. Cover des Buches Trust Again (ISBN: 9783736302495)
    Mona Kasten

    Trust Again

    (2.371)
    Aktuelle Rezension von: Nardi_Da_Vinci

    Es fiel mir wirklich leicht in die Story einzusteigen. Dawn bringt viele Eigenschaften mit, die ich an mir selbst entdecke und Spencer ist ehrlich ein Mann zum Verlieben. Er ist lustig, ironisch und neckt gerne, womit essentielle Punkte schon abgehakt sind. Dass er eine andere Seite besitzt, erfahren wir ziemlich schnell, jedoch dauert es ziemlich lange, bis wir herausfinden, was da konkret hinter steckt. Er hat gezeigt, dass jeder Mensch mehr als nur eine Seite hat und dass man schonmal tiefer schauen muss. Ich habe wirklich mitgelitten, als die beiden eine schwierige Phase durchgemacht haben und war sehr gespannt, wer, wie den anderen zurückgewinnen wird. 

    Auch der zweite Teil der Reihe ist absolut zu empfehlen. 

  4. Cover des Buches Yellowface (ISBN: 9783847902140)
    Rebecca F. Kuang

    Yellowface

    (625)
    Aktuelle Rezension von: Dominik_Su

    Mein erster Eindruck des Buches: eine Satire über Rassismus und Cancel Culture. Nach den ersten Seiten wird einem aber schnell klar, wie absurd die ganze Sache eigentlich ist. Da ist diese erfolglose Autorin, die sich selbst ordentlich etwas vormacht und sich mehr und mehr in ihr eigenes Konstrukt verstrickt. Und das Gruselige daran: Es fühlt sich einfach unglaublich realistisch an.


    Man merkt sofort, wie sehr Pragmatismus und Opportunismus hier die Handlung antreiben. Unter dem Deckmantel, die gute Freundin zu sein, klaut June gleich als ersten Schritt Athenas geistiges Eigentum. Unsympathisch? Definitiv. Aber ich musste mich ehrlich fragen: Würde ich an ihrer Stelle wirklich anders handeln? Genau diese Frage lässt einen beim Lesen nicht mehr los.


    Was mir besonders gefallen hat: Wie das Buch die Problematik von Political Correctness, Cancel Culture und Rassismus verhandelt, ohne dabei belehrend zu wirken. Auch die Verlagsbranche und wie soziale Medien so ticken, wird richtig anschaulich eingefangen – da erkennt man einiges wieder.


    June selbst bleibt allerdings ziemlich eindimensional. Man bekommt kaum andere Seiten von ihr zu sehen, hauptsächlich rassistische Gedankengänge und den ständigen Versuch, ihre eigenen Taten irgendwie schönzureden. Bei einem anderen Buch hätte ich das wahrscheinlich als echten Schwachpunkt gewertet, aber hier funktioniert es für mich als Stilmittel der Satire.


    Insgesamt: ein langsamer, aber sicherer Fall. Der Schreibstil hat mich richtig gepackt, und obwohl die Geschichte ein paar Längen hat, wollte ich einfach immer weiterlesen.

  5. Cover des Buches Liebes Kind (ISBN: 9783423218368)
    Romy Hausmann

    Liebes Kind

    (1.134)
    Aktuelle Rezension von: Haruki

    Das Buch "Liebes Kind"  von Romy Hausmann stand lange in meinem Regal. Jetzt, nachdem ich es beendet habe, frage ich mich allerdings, warum ich es nicht schon früher gelesen habe. 

    Für mich war schon der Einstieg in das Buch außergewöhnlich: Es beginnt nämlich quasi am Ende der Geschichte. Man startet bei einer gelungenen Flucht und einem sich anschließenden Krankenhausaufenthalt. Im Verlauf des Buch erfährt man dann erst, was eigentlich im Vorfeld geschehen ist und warum es überhaupt zu dieser Flucht kam. Genau das hat mich sehr gefesselt. Ich wollte unbedingt herausfinden, wie es zu alledem gekommen ist.

    Daneben hat mir die Erzählform aus verschiedenen Blickwinkeln sehr gut gefallen. Das hat ein allumfassendes Bild über die Geschehnisse ergeben. Die einzelnen Protagonisten - so empfand ich - waren sehr individuell dargestellt. Vor allem die Figur der Hannah hat mich hierbei beeindruckt. Ihre Erzählungen waren sehr intensiv, teilweise sogar verstörend. 

    Die Spannung war auf jeden Fall über das ganze Buch konstant hoch, wobei ich mich für das Ende doch etwas mehr erhofft hatte. Zwar muss ich gestehen, dass ich mit dem Täter überhaupt nicht gerechnet habe, jedoch wirkte die Auflösung im Vergleich zum starken Spannungsaufbau etwas zu flach. Mir hat am Ende einfach der große Wow-Effekt gefehlt.  

    Trotz dieses kleinen Kritikpunkts ist "Liebes Kind" für mich ein absolut lesenswerter Thriller, den ich definitiv weiterempfehlen kann.

  6. Cover des Buches Die Blutschule (ISBN: 9783404175024)
    Max Rhode

    Die Blutschule

    (1.036)
    Aktuelle Rezension von: Kathrin_Hermann

    In zwei Tagen ausgelesen und was soll ich sagen... ich bin wie immer begeistert. Ich mag einfach den Schreibstil - der hier stark an die ersten Werke erinnert - und die Art wie sich die Spannung immer mehr und mehr steigert, sodass man die letzten Seiten eigentlich nur noch überfliegen möchte und endlich zu erfahren wie es ausgeht. Und immer ist das gewisse Augenzwinkern mit dabei (und sei es nur bei den Danksagungen oder wie in diesem Fall, ohne zu viel verraten zu wollen, bei den Beschwerden).

    Die Aufregung über den Preis kann ich mal nun gar nicht nachvollziehen. Ich schließe mich da völlig der Bewertung des Sebastian F. an (und ich traue Herrn Fitzek durchaus zu, dass er diese Bewertung tatsächlich selber geschrieben hat). Ein Buch ist doch etwas das sich optisch etwas her machen sollte, das ich mir danach ins Bücherregal stelle und gerne nochmal in die Hand nehme. Der Verlag oder Herr Fitzek oder wer auch immer es endgültig entschiedet, gibt sich immer sehr viel Mühe, dass die Bücher hochwertig aussehen und auch in diesem Fall macht es etwas her. Es ist ja kein einfaches Taschenbuch und ich halte den Preis für völlig angebracht.

    Für mich ist es ein gelungenes Erstlingswerk im Bereich Horror/Fantasy und ich würde mich über weitere Werke von Herrn Rhode alias Fitzek sehr freuen. Ob das Buch nun in Zusammenhang mit dem Joshua-Profil steht, wird sich dann ja nächste Woche raus stellen.

    Das Buch ist - wie ich finde - nicht viel blutiger oder rauer als gewohnt. Es wird - wie man es kennt - an den Stellen aufgehört zu beschreiben die man auch einfach nicht genauer ausgeführt haben möchte. So war es schon immer und so wird es vermutlich bleiben. Den Bücher sind - im Gegensatz zum TV nun mal reines Kopfkino.

  7. Cover des Buches 1793 (ISBN: 9783492317931)
    Niklas Natt och Dag

    1793

    (442)
    Aktuelle Rezension von: Pascal_Maess

    Nach dem Lesen von 1793 verstehe ich sehr gut, warum dieses Buch so viele begeisterte Leser gefunden hat. Für mich war es weniger ein klassischer Thriller als vielmehr ein historischer Roman mit starken Thriller-Elementen – und genau darin liegt seine größte Stärke.

    Was mich von Beginn an überzeugt hat, ist die Art, wie Niklas Natt och Dag seine Figuren einführt. Statt Charaktere über lange Beschreibungen oder Fakten vorzustellen, lernt man sie durch alltägliche Situationen, Erinnerungen und ihr Handeln kennen. Dadurch wirken sie schnell lebendig und glaubwürdig.

    Besonders beeindruckend fand ich den Aufbau des Romans. Verschiedene Menschen und ihre Schicksale werden zunächst scheinbar unabhängig voneinander erzählt. Während des Lesens fragt man sich immer wieder, warum man gerade dieser oder jener Figur folgt. Doch nach und nach fügen sich die einzelnen Handlungsstränge auf bemerkenswert geschmeidige Weise zusammen. Nichts wirkt erzwungen oder konstruiert, sondern entwickelt sich ganz natürlich.

    Auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er vermittelt die Atmosphäre des Jahres 1793 und passt hervorragend zur Zeit, ohne jemals sperrig, künstlich historisch oder unnötig kompliziert zu werden. Das sorgt für einen hervorragenden Lesefluss.

    Der eigentliche Star des Buches ist für mich jedoch Stockholm. Die Stadt, ihre Armut, ihre gesellschaftlichen Gegensätze und die unterschiedlichen Jahreszeiten schaffen eine Atmosphäre, die den gesamten Roman trägt. Selten hatte ich bei einem historischen Roman das Gefühl, so tief in eine bestimmte Zeit einzutauchen.

    Besonders positiv überrascht hat mich außerdem die Struktur des Romans. Mehrfach verändert die Geschichte ihren Blickwinkel und ihre Erzählweise. Was zunächst ungewohnt wirkt, entwickelt schnell einen eigenen Reiz, weil jede Perspektive etwas Neues zur Welt und ihren Figuren beiträgt.

    Wenn ich überhaupt einen Kritikpunkt nennen müsste, dann die zeitlichen Abläufe innerhalb einzelner Abschnitte. Gelegentlich war es etwas schwierig einzuordnen, wann genau bestimmte Ereignisse stattfinden und wie sie sich zeitlich zueinander verhalten. Das hat meinen Lesegenuss zwar nicht wesentlich geschmälert, sorgte aber vereinzelt für Verwirrung.

    Fazit:
    1793 lebt nicht in erster Linie von seinem Kriminalfall, sondern von seinen Figuren, seiner Atmosphäre und seinem außergewöhnlich gelungenen Aufbau. Ein düsterer, hervorragend erzählter historischer Roman, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Für die Höchstwertung hat mir persönlich der letzte emotionale Funke gefehlt, aber das ändert nichts daran, dass dies ein beeindruckendes und sehr lesenswertes Buch ist.


  8. Cover des Buches Love to share – Liebe ist die halbe Miete (ISBN: 9783453360358)
    Beth O'Leary

    Love to share – Liebe ist die halbe Miete

    (735)
    Aktuelle Rezension von: thewonderlandofbooks

    Dieses Buch lag viel zu lange auf meinem SuB. Die Idee fand ich cool, aber ich habe es trotzdem immer wieder vor mir hergeschoben. Jetzt bin ich so froh, dass ich es endlich gelesen habe!

    Erzählt wird abwechselnd aus Leons und Tiffys Sicht und genau das hat die Geschichte für mich so besonders gemacht. Beide Figuren haben ihre eigenen Baustellen, ihre Emotionen sind so greifbar und ehrlich. Dieser Perspektivwechsel hat der Story enorm viel Tiefe gegeben.

    Die Ausgangssituation ist super: Zwei Menschen teilen sich eine Wohnung sehen sich aber nie und kommunizieren nur über kleine Zettel. Tiffy ist frisch getrennt und kämpft noch mit dem Liebeskummer Leon ist anfangs noch in einer Beziehung das hat mich zuerst kurz zögern lassen. Ich dachte das fühlt sich vielleicht komisch an. Aber meine Zweifel waren komplett unbegründet. Es war richtig authentisch und hat mich emotional total abgeholt.

    Besonders berührt hat mich Leons Job auf der Palliativstation. Die Nebenfiguren dort und Leons Bruder haben der Geschichte eine tolle Tiefe verliehen. Auch Tiffys Alltag und der Plot mit ihrem Ex habe ich so nicht erwartet das hat die Story nochmal spannender gemacht.

    Am Anfang brauchte ich ein paar Seiten um richtig reinzukommen und es gab ein, zwei ruhigere Stellen die ich nicht unbedingt gebraucht hätte. Aber insgesamt bin ich nur so durch die Seiten geflogen.

    Die kleinen Zettel die Gesten und das langsame Kennenlernen das war so schön erzählt und hat mich total gepackt. Die Story wird mit jeder Seite besser ernster und auch witziger. Die Nebenhandlungen vor allem rund um Leons Bruder haben mich echt berührt.

    Fazit:
    Eine wunderschöne Liebesgeschichte mit viel Herz und berührenden Momenten. Charmant tiefgründig witzig und emotional ich bin so froh dass ich das Buch eine Chance gegeben habe.

    
4,5/5

  9. Cover des Buches Der Papierpalast (ISBN: 9783548067759)
    Miranda Cowley Heller

    Der Papierpalast

    (326)
    Aktuelle Rezension von: Pina27

    Mein holpriger Start mit dem „Papierpalast“
    Ich muss ehrlich zugeben: Der Einstieg in dieses Buch fiel mir unglaublich schwer. Zu Beginn prasseln extrem viele Charaktere auf einen ein, und die Geschichte springt zudem zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her. Es war so verwirrend, dass ich das Buch anfangs fast abgebrochen hätte. Nur dank des Buddy-Reads mit tinisbookworld, die mich motiviert hat, bin ich drangeblieben – und mein Gott, bin ich froh darüber! Im Nachhinein möchte ich dem Buch für den zähen Anfang auch keine Punkte abziehen, denn jede einzelne Figur und jede Zeitebene ist für den späteren Verlauf und die enorme Tiefe der Geschichte absolut notwendig.

    Schwere Schicksale und tiefe Emotionen
    Im Mittelpunkt steht die 50-jährige Eleanor (Elle), die eigentlich ein erfülltes Leben mit ihrer Familie und einem liebenden Ehemann hat. Doch hinter der Fassade verbirgt sich eine Geschichte voller schwerer, weiblicher Schicksale. Die Traumata und Ereignisse, die die Frauen in diesem Buch durchleben müssen, sind teilweise wirklich harte Kost. Beim Lesen hat das unheimlich viel mit mir gemacht – es war ein absolutes Gefühlskarussell aus Wut, Trauer und purem Schock. Obwohl man an einigen Stellen insgeheim schon erahnen konnte, wohin die Reise führt, hat mich die Realität, als es dann passierte, trotzdem tief getroffen. Es ist bewundernswert und berührend zu sehen, wie Elle trotz ihrer Vergangenheit weiterlebt.

    Das Ende: Eine Zerrissenheit, die auf den Leser überspringt
    Bis zum Schluss habe ich als Leserin selbst mitgelitten und überlegt, welchen Ausgang ich mir für die Geschichte wünsche – und ich konnte mich schlichtweg nicht entscheiden. Beide Wege fühlten sich auf ihre eigene Art schmerzhaft an.
    Das Ende selbst entlässt einen mit einem ganz besonderen Gefühl. Es ist einerseits durch eine symbolische Handlung sehr konkret, lässt einen aber andererseits genau mit der Zerrissenheit zurück, die auch die Protagonistin das ganze Buch über in sich getragen hat. Man bleibt nachdenklich und bewegt zurück.

    Fazit
    Der Papierpalast ist keine leichte Kost, sondern eine tiefgehende, emotionale und komplexe Geschichte, die mich nach den anfänglichen Startschwierigkeiten komplett in ihren Bann gezogen hat. Ein Buch, das wehtut, das aufwühlt und das man so schnell definitiv nicht vergisst.

  10. Cover des Buches Eleanor Oliphant Is Completely Fine (deutsche Ausgabe) (ISBN: 9783404015108)
    Gail Honeyman

    Eleanor Oliphant Is Completely Fine (deutsche Ausgabe)

    (397)
    Aktuelle Rezension von: EllenKnorr

    Das Buch hat mich positiv überrascht. Ich habe jede Seite geliebt. Eleanor ist seltsam, aber so charakterstark. Gerade ihre schräge Sicht auf die Welt hat mir total gut gefallen und mich an manchen Stellen schmunzeln lassen. Die Story ist emotional, hat Tiefgang und bleibt an einem haften. Wirklich ein klasse Buch. Von mir eine klare Leseempfehlung. 

  11. Cover des Buches Verlorene Schäfchen (ISBN: 9783328604518)
    Madeline Cash

    Verlorene Schäfchen

    (115)
    Aktuelle Rezension von: Loukia

    Die ganze Familie Flynn kämpft mit dem Chaos – Catherine hat einseitig beschlossen, eine offene Ehe zu führen, und interessiert sich für den Nachbarn. Ihr Mann Bud schläft seither im Auto und sucht Hilfe in einer kirchlichen Gesprächsgruppe. Die jüngste Tochter Harper wittert überall Verschwörungen und soll durch ein Erziehungscamp in der Wildnis wieder auf Spur gebracht werden, während ihre mittlere Schwester Louise eine Online-Beziehung zu einem Islamisten führt und von ihm lernt, wie man Bomben baut. Abigail, die älteste, ist mit dem schweigsamen „Kriegsverbrecher-Wes“ liiert und zieht dank ihrer Schönheit die Aufmerksamkeit eines Milliardärs auf sich, der von ewiger Jugend träumt. Auch wenn die Familie unaufhaltsam auseinanderzubrechen droht, erwächst aus der größten Krise doch echter Zusammenhalt.

    Die Autorin zündet geradezu ein Feuerwerk absurder Situationen und Verhältnisse; der Erzählton ist pointiert und lebhaft, und die turbulente Handlung findet zu immer neuen Steigerungen des Irrsinns. Ich hatte beim Lesen sehr großes Vergnügen am Sprachwitz der Autorin, an ihren entlarvenden Beobachtungen, den köstlichen Dialogen und der Fehlbarkeit ihrer Figuren.

    Sehr lustig, skurril und gleichzeitig überraschend warmherzig.

  12. Cover des Buches Zugvögel (ISBN: 9783596523221)
    Charlotte McConaghy

    Zugvögel

    (298)
    Aktuelle Rezension von: Elina_moro

    Dieser Roman ist unglaublich facettenreich. Allein die Themen wie Heimat und Zugehörigkeit, die hier behandelt werden, haben mich schon ziemlich beeindruckt. Die starke und unabhängige Franny, die keine Angst vom Leben und Tod hat und trotzdem so zerbrechlich und traumatisiert ist, fand ich überhaupt nicht sympathisch und trotzdem hat ihr Schicksal mich berührt. Die Liebe zur Natur, die roh und unberührt wirkt wie die Hauptfigur, zeigt uns nochmal wie wichtig heutzutage unser Lebenstil ist. Manche Leute brauchen halt nur frische Luft und ein Ziel vor Augen. Es ist so viel mehr in der Geschichte als ein bloßer Kampf gegen eigenen Dämonen. Wanderlust und alles drum herum wie es sich gehört kann man prima an Frannys Beispiel erkennen. Ich kenne keinen, der Wanderlust hat, aber wie es hier dargestellt wird, hat mich fasziniert. Mehrere Zeitebenen, Vergangenheit und Gegenwart, Heimat und Fernweh, Schuldgefühle und Motivation und vieles mehr findet man in diesem Werk. Ich kann dieses Buch ohne Zweifel ganz herzlich empfehlen diejenigen, die es noch nicht gelesen haben. 

  13. Cover des Buches Die Optimierer (ISBN: 9783404208876)
    Theresa Hannig

    Die Optimierer

    (133)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    In der schönen neuen Welt, die Theresa Hannig in ihrem Roman „Die Optimierer“ entwirft, hat jeder Büger das Recht darauf eine Lebensberatung zu erhalten, aus der dann ein passendes Jobangebot hervorgehen soll. Das Risiko dieser Beratung: Zeigt man zu wenig Eigeninitiative und Engagement wird man der sogenannten Kontemplation zugeführt und lebt dann von einer Art bedingungslosem Grundeinkommen. Die Autorin hat viele kreative Ideen, sie entwirft eine interessante futuristische Welt (ein wenig hat mich das Buch an den Film „Demolition Man“ erinnert, auch wenn keine Muschel vorkommt). Und die Schreibweise ist packend.

     

    Die Hauptfigur des Romans ist Samson Freitag. Er ist ein Verfechter des Systems und hat nichts gegen totale Überwachung und Kontrolle. Vor seinen eigenen, systemkritischen Eltern verteidigt er die Vorteile der sogenannten Optimalwohlgesellschaft. Auf mich hat er zu Beginn des Buchs einen naiven Eindruck hinterlassen, er hat sich an die Gegebenheiten angepasst und hinterfragt nichts. Freitag ist ein braver Beamter eines fragwürdigen Staats, der angepasst die gesellschaftlichen Regeln befolgt. Und noch mehr: Er hat gar den Ehrgeiz, der optimalste und beste Bürger von allen zu sein. Um Sozialpunkte zu sammeln, schreibt er jede Menge Korrekturvermerke, also Verbesserungsvorschläge für das System.

     

    Und die Regeln, nach denen man zu leben hat, sind äußerst rigide. Fleischkonsum wird z.B. mit Abzug von Sozialpunkten sanktioniert. Es werden Bewegungsprofile aufgezeichnet, Gespräche werden mit Hilfe von Linsen gespeichert, das Konsumverhalten wird festgehalten, Krankheiten und Straftaten werden digital und für jeden anderen Bürger einsehbar fixiert. Und weil die Eltern von Samson gegen eine Regel verstoßen, die ihr Sohn nicht zur Anzeige bringt, wird er schließlich sanktioniert und gerät immer tiefer in eine Abwärtsspirale, weil er Sozialpunkte verliert.

     

    Und als ob das noch nicht genug wäre, wird Samson nachträglich auch noch eine Falschberatung einer Klientin vorgeworfen, bei der er es an Empathie hat vermissen lassen. Ihm wird ein schweres Verbrechen zur Last gelegt und er wird zwangstherapiert. Plötzlich ist er nur noch ein Bürger zweiter Klasse, der von anderen gemieden wird. Zwischenzeitlich macht es dabei sogar den Eindruck, dass Samson sich in einen Verfolgungswahn hineinsteigert. Ihm droht gar das sogenannte Internat, eine Umerziehungseinrichtung. Soll er etwa aus dem Weg geräumt werden, weil er zu einem populären Politiker einen Korrekturvermerk verfasst hat? Das alles liest sich sehr spannend und ist toll von Hannig gestaltet worden!

     

    Und durch seine Erlebnisse beginnt Samson das System auf einmal mit anderen Augen zu sehen und Dinge zu hinterfragen. Eine interessante Entwicklung, die der Protagonist hier durchläuft. Er wacht auf und sieht, was schief läuft. Ein interessanter Kontrast, der sich hier ergibt. Von der Gesellschaft als krank abgestempelt, erkennt Samson seinerseits die Krankheitssymptome der ihn umgebenden Gesellschaft. Toll! Und das alles liest sich packend, ich wollte permanent wissen, was aus Samson wird und wie es mit ihm weitergeht. Wird er sich auch seiner Lage befreien? Ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Und auch das Ende ist stark, auch wenn man schon recht früh ahnt, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt.

     

    Fazit: Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Ich bin ohne große Erwartungen an dieses Buch herangegangen und mit zunehmendem Handlungsverlauft hat mich der Roman immer mehr begeistert. Die futuristische Welt, die sich die Autorin überlegt hat, ist interessant. Ein gelungener Entwurf einer möglichen Dystopie. Und eine Sogwirkung entfaltet Samsons Schicksal. Sein tiefer Sturz von einem braven Beamten zu einem Außenseiter der Gesellschaft. Wirklich packend. Ich habe nichts an dem Buch auszusetzen und gebe deshalb 5 Sterne.

  14. Cover des Buches Ragdoll - Dein letzter Tag (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 1) (ISBN: 9783548060224)
    Daniel Cole

    Ragdoll - Dein letzter Tag (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 1)

    (451)
    Aktuelle Rezension von: Blackfairy71

    Ein grausamer Fund erschüttert London. An unzähligen Fäden hängt im riesigen Fenster eines Hauses eine zusammengeflickte Leiche. Ein Finger zeigt auf die gegenüberliegende Wohnung. Ihr Mieter: Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf. Als der Presse eine Liste mit sechs Namen und genauen Todesdaten zugespielt wird, besteht kein Zweifel mehr, was dieser Fingerzeig zu bedeuten hat. Denn einer der Todeskandidaten ist Wolf selbst. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und nichts deutet darauf hin, dass er und sein Team den Mörder stoppen können.


    London im Sommer 2014. Die Hitze hat die Stadt fest im Griff, als die zusammengeflickte Leiche gefunden wird. Schnell gibt die Presse dem Fall den Namen Ragdoll, Flickenpuppe, und ausgerechnet Wolfs Ex-Frau erhält die Liste mit den Todeskandidaten und sie ist Journalistin. 

    Wolf ist noch nicht lange wieder im Dienst und im Prolog und in Rückblenden, erfahren wir auch warum. Ein Fall vor vier Jahren hat ihn fast zerstört, er war besessen davon, den sogenannten "Feuerbestatter" zu erwischen. Bei der Gerichtsverhandlung kommt es zu einem Zwischenfall, der ihn in eine Psychiatrische Klinik bringt. 

    Nun wieder im Dienst, ist Wolf sicher, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Ragdoll-Fall und dem des Feuerbestatters gibt. Seine Kollegen und Vorgesetzten dagegen sind skeptisch, bis der Neue im Team, Edmunds, den selben Spuren nachgeht. 


    "Ragdoll" lag schon eine ganze Zeit auf meinem SUB und ich habe es extra auf meine Liste 12 für 26 gepackt, damit ich es dieses Jahr lesen "muss". Es war mein erstes Buch von Daniel Cole. Ein wirklich sehr spannender Thriller, dessen knapp 480 Seiten im Nu verflogen sind. Und während ich noch gerätselt habe, wie alles zusammenhängt, gibt es einen Twist, mit dem ich nicht gerechnet habe. 


    Der Schreibstil hat mir gut gefallen, sehr anschaulich und bildhaft führt der Autor durch die Straßen Londons. Die Kapitel sind nicht zu lang und erzählt wird in der dritten Person. So erfährt man nicht nur eine Seite der Geschichte, sondern begleitet Wolf, seine Kollegen Baxter und Edmunds, aber auch seine Ex-Frau Andrea. Man erfährt auch private Dinge der Ermittler, das steht aber nicht im Vordergrund. Die Hauptfiguren sind interessant und facettenreich gezeichnet. Alle haben ihre Ecken und Kanten und wirken dadurch sehr authentisch.


    Wer spannende Unterhaltung mit einem flüssig geschriebenen Thriller und interessanten Charakteren sucht, in dem es auch ab und zu was zum Schmunzeln gibt, der ist mit "Ragdoll" gut bedient. 


    Es gibt inzwischen zwei Fortsetzungen: "Hangman" und "Wolves". Mal sehen, ob ich diese auch lesen werde.


  15. Cover des Buches Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge (ISBN: 9783548290867)
    Ruth Hogan

    Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

    (195)
    Aktuelle Rezension von: gerda_badischl

    Laura erbt von ihrem Ex-Arbeitgeber Mr. Peardew das englische Anwesen und seine Sammlung der verlorenen Dinge, zusammen mit der Aufgabe, diese Dinge ihren Besitzern zurückzugeben. Dazu kommen parallele Handlungsebenen, die sich mit der Geschichte der verlorenen Gegenstände beschäftigen. Am Schluss wird alles schön zu einem Happy End zusammengeführt.

    Nach der ersten Hälfte war ich ganz begeistert: 5 Sterne für die super Idee, schöner Schreibstil, nette Personen, das britische Flair, das Herrenhaus ...

    Leider sinkt das Ganze ab der Mitte der Geschichte rapide im Niveau. Die Personen werden immer klischeehafter (Freddy-den-immer-föhlichen-Gärtner und die "böse" Portia finde ich am schlimmsten). Jeder liebt jeden und alle kriegen sich auch. Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung.

    Grundsätzlich finde ich ein bisschen Kitsch gar nicht so schlimm. Was mich wirklich stört, ist der Widerspruch, dass sich die Figuren des Buchs selber über genau diese Art von Literatur lustig machen.

    S.249: hier sagt der "schlechte" Verleger Bruce: "Ich weiß, was normale, anständige Leute mögen, und das sind gute, unkomplizierte Geschichten mit Happy End, in denen die Bösen ihre wohlverdiente Strafe bekommen, der Mann kriegt die Frau, und der Sex ist nicht allzu überspannt." Bei den guten und ach-so-gebildeten Hauptpersonen sorgt das für Gelegenheit zu Heiterkeit und geistvollem Widerspuch. 

    Vermutlich nicht bei den Verlegern dieses Buches ...



  16. Cover des Buches Auf Erden sind wir kurz grandios (ISBN: 9783442770083)
    Ocean Vuong

    Auf Erden sind wir kurz grandios

    (191)
    Aktuelle Rezension von: monachopsis

    Man merkt diesem Buch in jeder Zeile an, dass Ocean Vuong eigentlich Primärlyriker ist (ja ich weiß, eigentlich ist eigentlich kein Wort). Für mich fühlt sich "Auf Erden sind wir kurz grandios" nicht wie ein klassischer Roman an, sondern wie ein poetischer Ganzkörpereinsatz. Ja eine seismografische Metaphorik von Identität und Schmerz. Schon der Titel deutet diese Ambivalenz an. Da ist diese enorme Wucht, diese Schönheit, aber eben auch die absolute Vergänglichkeit. Vuong beschreibt Schmerz nicht nur, seine Sprache tastet ihn ab und spürt ihm körperlich nach. Wir bekommen Themen zugemutet wie Gewalt, Sexualität, Rassismus und das vererbte Trauma des Krieges. Das geht wahnsinnig unter die Haut, da die Essenz des Alltäglichen mit einer Beiläufigkeit einhergeht, dass es die gleiche Wucht hat wie das ungebremste Laufen vor eine verschlossene Tür. Und genau das ist der springende Punkt. Für mich beschreibe ich es als Zumutung, für andere bitterer Alltag. Das schmerzt.

    Es tut sehr weh, das zu lesen. Zeitgleich war aber genau dieser ungeschönte Umgang unglaublich erfrischend. Es ist eine Erfahrung, von der ich mir viel mehr in Büchern wünschen würde.

    Die ersten zwei Drittel des Buches haben sich für mich relativ gut lesen lassen. Es war zwar auch hier schon manchmal schwierig, den einzelnen Lebenssträngen zu folgen, da seine Gedanken einfach sehr sprunghaft sind. Aber man lässt sich auf diese fragmentartigen Splitter ein. Das letzte Drittel war dann allerdings schwer. Wirklich wahnsinnig schwer. Besonders der lyrische Absatz hat sich für mein Empfinden kaum noch in das Buch integriert. Die Sprünge wurden am Ende einfach zu groß, und das hat dem Ganzen leider einen echten Abbruch getan.

    Und doch: gerade im Angesicht des Todes spürt man, wie sich die Fäden dieses noch relativ jungen Lebens aus all den anderen Leben und Generationen vor ihm zusammenfügen. 

    Die Dynamik mit der dies zum Ende des Buches geschieht hat eine ganz eigene, berührende Poesie. Am Ende bleibt ein zutiefst ambivalentes Leseerlebnis. Ein Buch von brutaler Schönheit, das mich emotional tief bewegt, aber formal im letzten Drittel auch ein Stück weit verloren hat.

  17. Cover des Buches Alles still auf einmal (ISBN: 9783423218399)
    Rhiannon Navin

    Alles still auf einmal

    (81)
    Aktuelle Rezension von: Alexa-Tim

    Mich hat die Thematik sehr interessiert in dem Buch. Es geht halt darum, dass ein Amokläufer in die Schule kommt und um die Zeit nach dem Amoklauf. Zach und seine Eltern haben den Verlust von seinem Bruder zu verkraften.

    Ich war sehr gespannt darauf, wie das Buch aufgestellt ist. Es war doch ganz anders als ich mir vorgestellt habe.
    Die Sprache ist sehr einfach gehalten, da es aus der Sicht des 6-jährigen Zach geschrieben ist. Anfangs fehlte mir doch die emotionale Ebene. Dadurch kam ich erst nicht so in die Geschichte rein.

    Ab ca. der Hälfte des Buches konnte mich das Buch doch noch berühren und mitnehmen.

    Ich fand es sehr berührend, was der Tot vom Sohn/Bruder mit Zach und seinen Eltern gemacht hat. Häufig war es einfach traurig, dass Zach so allein gelassen wurde mit seinen Gefühlen.
    Auch kann ich die Eltern ein Stück weit verstehen. Schließlich müssen die Eltern damit auch erst klar kommen und jeder reagiert anders in solch einer Situation. Man kann es vorher nie sagen wie man wirklich reagiert.

    Das Buch ist es auf jedenfall Wert gelesen zu werden.

  18. Cover des Buches Als das Böse kam (ISBN: 9783423263399)
    Ivar Leon Menger

    Als das Böse kam

    (374)
    Aktuelle Rezension von: SindyBr

    Bei " als das Böse kam" handelt es sich um den ersten veröffentlichten Thriller von Ivar Leon Menger. Die gewählte Erzählweise aus der Perspektive eines jungen Mädchens empfand ich erfrischend im Thriller Genre. Wie sie ihr Leben rund um die Insel erlebt hat, hat mich teils entsetzt zurück gelassen. Wir als Leser wissen das die Welt nicht so tickt, wie ihr das erzählt wurde, aber ein Kind glaubt nun mal den Eltern. 


    Die ganze Entwicklung der Story ist zwar eher seicht als aufregend, aber für ein Debüt fand ich es sehr gelungen. Was mich auf jedenfall überrascht hat war der Plot, damit war in meinen Augen nicht zu rechnen. Ich hätte mir nur gerne mehr Einsicht in die Vergangenheit der anderen Familienmitglieder gewünscht, diese waren für mich etwas oberflächlich.


    Das Ende kam etwas schnell und doch sehr unrealistisch im Verlauf, aber nochmal angemerkt es war sein erster Thriller und alle anderen Bücher von Ivar Leon Menger waren dann kleine Highlights 😉

  19. Cover des Buches Streulicht (ISBN: 9783518431290)
    Deniz Ohde

    Streulicht

    (83)
    Aktuelle Rezension von: Radagast

    Dieser Roman hatte mich von Anfang an voll abgeholt. Abgesehen von den Protagonisten, der Handlung und dem Schreibstil ging mir dieses Buch an mein Herz. Liegt daran das es Themen aufgreift die wenig spektakulär sind. Momente beschrieben werden die zwar auf den ersten Blick nicht relevant für die Handlung sind, aber im Gesamten alles abrundet.
    Ein Vater der in seiner Blase gefangen ist. Sicherheit darin findet diese Blase nicht zu zerstören. Seine Verzweiflung trinkt er sich weg und auch um sozialen Abstand zu wahren. Die Mutter mit einer schwierigen Vergangenheit versucht mit ihren Möglichkeiten ein annehmbares Leben zu leben. Die Tochter selbst introvertiert und durchaus schlau sucht in ihrer Jugendzeit den Weg ins Leben zu finden.
    Dieser Weg ist für die Tochter steinig. Lehrer, Nachbarn und Freunde werten sie teilweise ab. Vor allem ihren Schuljahre sind harte Jahre. Sie verlässt die Schule und kommt wieder zurück zur Abendschule. Von der Abendschule ins Gymnasium um das Abitur zu machen. Damit sie endlich etwas wert ist.
    Der soziale Spießrutenlauf zeigt auf wie es ist anders zu sein. Anders zu sein dass man normal wirkt und doch nicht dazu gehört, weil man für andere gefühlt nichts tut. Dieses unsichtbar sein und doch mit schwimmen wollen auf eigene Art, lässt sie durch das gesellschaftliche Raster fallen.
    Dieses Buch ist mein Highlight 2025. Dieser Roman hat mich berührt und an Stellen meiner Seele wo ich dachte: "Das hast du im Griff". 

  20. Cover des Buches Die Leuchtturmwärter (ISBN: 9783596700585)
    Emma Stonex

    Die Leuchtturmwärter

    (191)
    Aktuelle Rezension von: Stefanie_Frankfurt

    Ich hatte anfangs etwas Mühe reinzukommen, mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Dieses Tagebuchartige mit den vielen Zeitsprüngen machte es mir zu Beginn schwer, in die Geschichte einzutauchen. Doch dann war sie spannend bis kurz vor Schluss, als der Fall aufgelöst wurde. Das Buch ist empfehlenswert, wenn man sich auf den besonderen Schreibstil einlassen kann.

  21. Cover des Buches Sommerdiebe (ISBN: 9783036959382)
    Truman Capote

    Sommerdiebe

    (163)
    Aktuelle Rezension von: Sanne54

    Grady ist eine gerade 18-jährige junge Frau, deren vermögende Eltern die Stadtwohnung in New York über den Sommer verlassen möchten und per Schiff nach Europa reisen, wo sie in Frankreich (Cannes) ein Haus besitzen. Es ist die Zeit kurz nach dem 2.Weltkrieg. Für die junge Grady öffnet sich das Zeitfenster eines Sommers, in dem sie sich - mehr oder weniger unbeobachtet als Erwachsene ausprobieren kann fernab der Konventionen ihres "Standes", der z.B. in Form des Debütantinnen-Balls am Ende dieses Sommers anberaumt ist und mit dem ihre Eltern sie in die gehobene Gesellschaft einführen wollen. Vor Augen hat sie auch das Beispiel ihrer 8 Jahre älteren Schwester Apple, die bereits eine Familie hat, mit der sie in East Hampton wohnt. Und dann ist da noch ihr alter Freund Peter, Sohn einer seit ewigen Zeiten befreundeten Familie, dem man auch das abgebrochene Jura-Studium nicht zu krumm nimmt, der als "Aufpasser" eingesetzt wird. Peter ist, wie er sich eingestehen muss, in Grady verliebt und sicherlich wäre das eine Partie, die sich ihre Eltern gut vorstellen könnten.
    Grady möchte ihre Eltern auch deshalb nicht nach Europa begleiten, da sie vor kurzem eine Affäre mit dem ganz umstandesgemäßen jüdischen Parkplatzwächter Clyde begonnen hat. Durch ihn lernt sie eine ganz andere "gesellschaftliche Seite" der Metropole New York kennen inklusive seiner Familie in Brooklyn und seinen Freunden, trifft sich mit ihm erst heimlich und probiert dann immer mehr aus, was einer Beziehung oder Ehe nahekommt - und wird dann nicht nur von ihm schwanger, sondern heiratet ihn auch heimlich und Hals über Kopf. 

    Begeistert haben mich an diesem Roman vor allem wie gut Capote es schafft, die Stimmung diesen Sommers zu transportieren. Die erdrückende Hitze, dennoch die Leichtigkeit und Freiheit, die die junge Frau verspüren muss, wenn sie sich frei von gesellschaftlichen Konventionen bewegen und leben kann. Es ist eine kleine Zeitreise und eine Art Coming-of-Age im Schnelldurchlauf, denn die Zeit, die Grady bleibt, bis ihr altes Leben in Form ihrer Eltern zurück kommt, ist natürlich begrenzt. Grady ist eine moderne und sehr attraktive Frau, auffallend (kurze rote Haare, grüne Augen) und von starkem Charakter. Das Gefühl, endlich mal eine "sturmfreie Zeit" zu haben, ist wahrscheinlich auch keinem Leser fremd, genauso wie die Wirrungen, die Verliebtheit in jungen Jahren mit sich bringt. So trennen sich die Wege des jungen Paars nachdem es Stress wegen der heimlichen Hochzeit gab, eine kurze Weile, während Grady Peters Verliebtheit zu spüren beginnt usw. Schließlich quartiert sie sich bei ihrer älteren Schwester ein und bemerkt dann, dass sie schwanger ist. Apple erfährt, dass die kleine Schwester außerdem heimlich geheiratet hat.

    Was mich zum Abzug eines Sternes veranlasst hat, ist lediglich, dass mir das Buch am Ende zu schnell und abrupt endete. Hier wäre noch viel Potential gewesen. Allerdings ist es natürlich auch so, dass Capote dieses Buch niemals veröffentlichte und es nach seinem Tod erst entdeckt und publiziert wurde, daher ist natürlich klar, dass es irgendwie unfertig wirkt. 4,5 Sterne wäre also wahrscheinlich passender.

  22. Cover des Buches Die Phönix Initiative: Das Synonym der Zeit (Bd.1 des Zeitreiseabenteuers) (ISBN: 9798730572539)
    Till Martin

    Die Phönix Initiative: Das Synonym der Zeit (Bd.1 des Zeitreiseabenteuers)

    (49)
    Aktuelle Rezension von: Pappa_Dieter

    Die Trilogie "Die Phönix-Initiative" handelt von nichts weniger als dem Versuch, die Menschheit zu retten. Ist das nun Science Fiction, Zeitreise-Story oder historischer Roman. Keins davon oder doch alles gleichzeitig.

    Im Mittelpunkt stehen die (jungen) Menschen, die das wohl größte Abenteuer der Menschheit wagen. Dieser, der erste Teil, erzählt von der Ausbildung der Freiwilligen für dieses Abenteuer, die sich bildenden Freundschaften - und Feindschaften - es können ja nur einige Wenige die Reise antreten, dazu das Damokles-Schwert der Feinde des Projektes an sich.

    So spannt Till eine spannende Geschichte auf, die sehr gut geschrieben ist. Man kann sich in die Protagonisten hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen. Es ist schwer, das Buch aus der Hand zu legen, wenn man es einmal angefangen hat. Aber auch die wissenschaftlichen Erklärungen und die Schilderung  der Verhältnisse im römischen Reich sind in sich stimmig, obwohl ich nicht sicher bin, ob diese in den Folgebänden gekommen sind.

    Auf jeden Fall ist es gute und spannende Unterhaltung, die sich in den Folgebänden auf dem gleichen hohen Niveau fortsetzt.

  23. Cover des Buches Der Club (ISBN: 9783036959726)
    Takis Würger

    Der Club

    (278)
    Aktuelle Rezension von: Stolli

    Der Club von Takis Würger ist das erste Buch von diesem Autor, den Inhalt findet Ihr im o.a Link daher wie üblich meine eigene Meinung:


    Fazit:


    Ein Buch, das man kaum aus den Händen legen kann, die Abläufe wie ein Stakkato, die Charaktere immer in der Ich-Form, teilweise mit ordentlichen Zeitsprüngen, die Eliten kann ich nicht beurteilen aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass in diesen Vereinigungen, insbesondere im angelsächsischen Raum eine sehr verkrustete Struktur vorherrscht, ohne entsprechende Einladung kein Einlass.

    Das Ende, etwas überraschend aber durch die Entwicklung der Geschichte auch wieder nicht, well done.

  24. Cover des Buches Das Gerücht (ISBN: 9783423219440)
    Lesley Kara

    Das Gerücht

    (271)
    Aktuelle Rezension von: kurzundbuch

    Spannender und zeitloser Roman über die Mechanik eines Gerüchts, das außer Kontrolle gerät

    Joanna zieht zurück. Weg aus London, hinein in die Kleinstadt, in der sie selbst zur Schule gegangen ist. Mit dabei ihr Sohn Alfie und die Hoffnung auf einen ruhigeren Neustart. In Das Gerücht von Lesley Kara setzt die Geschichte genau in dem Moment ein, als Joanna auf dem Schulhof aufschnappt, dass die verurteilte Kindermörderin Sally McGowan unter neuem Namen im Ort leben soll. Dieser Einstieg ist stark. Man ist sofort drin.

    Erzählt wird aus Joannas Ich-Perspektive. Die Autorin nimmt sich viel Zeit für sie, für ihren Alltag als alleinerziehende Immobilienmaklerin, für ihre Gedanken, ihre Unsicherheiten. Auffällig ist der sehr beschreibende Stil. Häuser, Räume, das Aussehen von Figuren werden detailliert geschildert. Das nimmt Tempo heraus, zeichnet aber ein klares Bild des Küstenortes in Nordengland.

    Zwischen der Sorge um Alfie, der mit Mobbing zu kämpfen hat, und ihrer wachsenden Neugier auf die vermeintliche Kindermörderin steigert sich die Spannung. Um Anschluss zu finden und wichtig zu wirken, streut Joanna das Gerücht weiter. Was als unbedachte Bemerkung beginnt, entwickelt sich zur Lawine. Eine Frau im Dorf wird zunehmend drangsaliert. Die Stimmung kippt, es entsteht etwas, das an einen Lynchmob erinnert.

    Weil alles aus Joannas Perspektive geschildert wird, teilt man ihre wachsende Paranoia. Plötzlich scheint jede Frau mittleren Alters verdächtig. Ich habe mich beim Lesen dabei ertappt, selbst mitzumuten, selbst zu spekulieren. Genau daraus bezieht der Roman seine Spannung. Zwischen der Angst um Alfie und der fixen Idee, die vermeintliche Täterin zu entlarven, zieht das Tempo im letzten Drittel spürbar an.

    Mit der Auflösung habe ich nicht gerechnet. Einige Details verraten das Erscheinungsjahr, doch die Mechanik eines Gerüchts, das außer Kontrolle gerät, wirkt erschreckend zeitlos.

    Für mich sehr unterhaltsam. 4,5 Sterne.

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