Bücher mit dem Tag "demenz"
366 Bücher
- Susanne Abel
Stay away from Gretchen
(611)Aktuelle Rezension von: Gina_1234Nach dem Ausflug in modernere Genres war dieses Buch genau der richtige Griff für den Kopf und das Herz. Susanne Abel hat hier eine Geschichte geschrieben, die mich tief bewegt hat – am Ende sind sogar richtig die Tränen geflossen. 😭💔
Warum mich das Buch so gepackt hat:
Meisterhafte Zeitebenen: Ich fand es unglaublich schön und geschickt gelöst, wie die unterschiedlichen zeitlichen Epochen miteinander verbunden werden. Der Wechsel zwischen der Gegenwart und Gretchens Vergangenheit sorgt dafür, dass man die Puzzleteile ihrer Lebensgeschichte Stück für Stück zusammensetzt. Man möchte unbedingt wissen, was damals wirklich passiert ist. 🧩✨
Erschreckende Realität: Besonders intensiv und gleichzeitig erschreckend zu lesen war die Darstellung der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Zu sehen, wie tief verwurzelt der Rassismus auch nach den Gräueltaten der Nazis noch immer war, hat mich fassungslos gemacht. Es ist eine Perspektive auf die deutsche Geschichte, die oft totgeschwiegen wird, aber so wichtig ist. 🛡️😔
Emotionale Wucht: Die Geschichte der „Brown Babies“ und Gretchens Schicksal gehen unter die Haut. Es ist keine leichte Kost, aber es lohnt sich jede Seite.
Fazit: Ein hochemotionaler Roman, der wichtige historische Aufklärungsarbeit leistet. Wer Geschichten mag, die Vergangenheit und Gegenwart verknüpfen und vor schwierigen Themen nicht zurückschrecken, sollte dieses Buch unbedingt lesen. 🕊️📖
- Katharina Hagena
Der Geschmack von Apfelkernen
(925)Aktuelle Rezension von: izzy_books„Der Geschmack von Apfelkernen“ ist ein melancholischer Roman über Erinnerungen, Verlust und familiäre Verbindungen. Katharina Hagena erzählt ruhig und bildhaft, mit viel Sinn für kleine Details. Zwar ist das Tempo sehr gemächlich, doch genau darin liegt die Stärke der Geschichte: Sie entfaltet eine stille Intensität.
- Saša Stanišić
HERKUNFT
(293)Aktuelle Rezension von: Trishen77Saša Stanišić ist ein Autor, der sich, ähnlich wie bspw. Kazuo Ishiguro, viel Zeit für seine Romane lässt. Zwischen dem ersten Roman „Wie der Soldat das Grammofon repariert“, der ihn zu einem Shootingstar der deutschen Literaturszene machte, und dem zweiten Roman „Vor dem Fest“ lagen acht Jahre, zwischen dem zweiten und dem dritten Roman „Herkunft“ dann immerhin auch noch fünf (wobei hier in der Zwischenzeit auch ein schmaler Band mit Erzählungen erschien).
Diese Langsamkeit hat etwas Sympathisches und lässt die Romane schon vor der Lektüre wie etwas Kostbares (und auch wie etwas sehr Gewissenhaftes) erscheinen. Möglicherweise ist es diesen Erwartungen und dem Sympathievorschuss geschuldet, dass ich mich mit „Herkunft“ ein bisschen schwergetan habe. Aber vielleicht zunächst zum Inhalt, auch wenn er wohl bereits jeder/m an dem Buch Interessierten durch Klappentext und andere Besprechungen bereits bekannt sein dürfte:
Der Roman liest sich wie eine fiktionalisierte und mit Ausschmückungen versehene Biographie des Autors, mit speziellem Fokus auf die Beziehung zu seiner Großmutter und den Jahren nach der Flucht aus dem ehem. Jugoslawien in der neuen „Heimat“ Deutschland. Die einzelnen Kapitel sind kurz und Stanišić bedient sich immer wieder unverhofft schöner Sprachkapriolen, statt einfach nur einen gelungenen Stil zu pflegen und springt viel in der Zeit hin und her, was manchmal einen etwas übereifrigen Eindruck macht.
So entsteht aus der Schilderung eines Lebens ein Gestrüpp/Geflecht von sich überlagernden Empfindungswelten, das zwar immer wieder beeindruckende Muster hervorbringt, aber auch genauso oft zu leichten Verhedderungen in der Wahrnehmung führt, zumindest bei mir war es so. Stanišić greift auf viele Register und Stilmittel zurück, sein Roman ist ein sehr agiles Konstrukt, aber manchmal wirkt es dabei nicht nur bravourös, sondern wie auf allzu flüchtigen Ideen erbaut.
Was dabei vor allem verloren geht, ist die Anschaulichkeit. In vielen Momenten hatte ich das Gefühl, das Stanišić einem wichtigen Detail viel Mühe angedeihen lässt, dabei aber über das Ziel hinausschießt, weil das Anschauliche eben eine Frage der Balance und nicht der Kompensation ist. Es mag vermessen wirken, dass ich über einen hochverdienten Autor solch eine Kritik verhänge, aber auch wenn ich viele meiner Eindrücke relativieren kann, dieser Eindruck bleibt doch bestehen.
Dabei ist Stanišićs Sprache keineswegs ohne Prägnanz. Vielmehr hat sie alles: Witz, Prägnanz, Ruhe, Dynamik, nur eben manchmal in für mich unpassenden Verhältnissen/Ausprägungen. So schwingt viel mit, aber wenig verdichtet sich zu einem Begriff, einem Verstehen, in das man sich begeben kann. Vielleicht ist die Erwartung, die aus dieser meiner Auseinandersetzung hervorscheint, auch einfach fehl am Platze. Vielleicht haben diese meine Erwartungen etwas mit der oben bereits genannten Aura der Sorgfalt zu tun, die (für mich) Stanišićs Romane umgibt. In jedem Fall ist „Herkunft“ ein wichtiges Buch, das mitunter auch blendend unterhält, aber auch einige Längen hat. - Bianca Iosivoni
Der letzte erste Blick
(872)Aktuelle Rezension von: Rahel-Beatrice
Rezension zu
Der letzte erste Blick
Band 1 der FIRSTS-Reihe von SPIEGEL-Bestseller Autorin Bianca Iosivoni
𝗧𝗿𝗼𝗽𝗲𝘀
👀 Love at First Sight
🏫 College Romance
🏠 Forced Proximity
😤 Enemies to Lovers (light)
🫶 Friends to Lovers
💔 Guarded Heroine
𝗞𝗹𝗮𝗽𝗽𝗲𝗻𝘁𝗲𝘅𝘁
MANCHMAL GENÜGT EIN EINZIGER BLICK ...
Das Einzige, was Emery Lance sich wünscht, als sie ihr Studium in West Virginia beginnt, ist ein Neuanfang. Sie möchte studieren, und zwar ohne das Gerede, das Getuschel und die verurteilenden Blicke der Leute zu Hause. Dafür nimmt sie sogar in Kauf, dass sie mit dem nervigsten Kerl aller Zeiten in einer WG landet. Doch es kommt schlimmer: Dessen bester Freund Dylan Westbrook bringt ihr Herz mit einem einzigen Blick zum Rasen. Dabei gehört er zu der Sorte Mann, von der Emery sich unbedingt fernhalten wollte: zu gut aussehend, zu nett, zu lustig. Und eine grosse Gefahr für ihr ohnehin schon zerbrechliches Herz ...
𝗠𝗲𝗶𝗻 𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁
Nach gefühlt den ersten paar Seiten habe ich direkt gemerkt, das wird ein Hit.
Mir gefiel der Schreibstil sehr gut. Bianca hat einen super authentischen und flüssigen Stil. Diese Story ist vollgepackt mit Humor und Sarkasmus und sorgt garantiert für beste Leseunterhaltung. Die Protagonistinnen und auch die ganzen Nebencharaktere sind so süss und mit so viel Liebe ausgearbeitet. Dadurch wirken sie meiner Meinung nach auch sehr authentisch. Ich habe mich instantly in die Protagonistinnen, in die Freundesgruppe, aber auch in das College-Setting verliebt.
Emerys Geschichte hat mich zutiefst getroffen. Ich habe absolut mit ihr mitgelitten. Ich konnte mich so sehr in ihrer Geschichte wiederfinden. Was ihr widerfahren ist, ist einfach schrecklich. Und es bewegt noch tiefer, wenn man Ähnliches selbst erlebt hat.
Dylan gehört ganz klar zur Gattung Golden Retriever. Absolut selbstlos und für jeden Spass zu haben. Die Tension und die Dynamik der beiden habe ich total geliebt. Diese kleinen Pranks zwischen ihnen waren so unfassbar lustig. Aber auch die Freundesgruppe darf man nicht vergessen. Dieser familiäre Zusammenhalt war Gold für meine Seele. Ich bin jetzt umso gespannter auf die Geschichten mit Elle & Luke und den anderen.
Fette Leseempfehlung!
𝓧𝓞𝓧𝓞 𝓮𝓾𝓻𝓮 𝓡𝓪𝓱𝓮𝓵'𝓼 𝓑𝓸𝓸𝓴𝓑𝓾𝓻𝓻𝓸𝔀 - Dörte Hansen
Mittagsstunde
(290)Aktuelle Rezension von: mrs_overcityDas perfekte Buch für die norddeutsche Provinz.aber auch überall sonst absolut lesenswert! Warmherzig und mit viel Humor erzählt die Autorin die kleinen und großen Dramen eines Dorfes im Wandel.
Es wird viel getanzt: Vom Line-Dance der 'Brinkbüll Buffalos' in Kunstleder-Cowboystiefeln bis zum letzten Schneewalzer ist alles dabei,.
- Viola Shipman
Für immer in deinem Herzen
(285)Aktuelle Rezension von: Engelchen07Alle Frauen der Familie Lindsey besitzen ein Armband mit Glücksbringern, Großmutter Lolly, Tochter Arden und Enkelin Lauren. Die Anhänger werden von Generation zu Generation weitergegeben.
Die Großmutter Lolly lebt schon lange alleine. Sie ist im Dorf zwar seh beliebt, aber dennoch fühlt sie sich sehr einsam. Als kleiner Hilferuf schickt sie einen Brief mit Anhängern zu Arden und Lauren. Beide verstehen den Hinweis und eilen zu Lolly.
Dort lernen die beiden mehr über die vielen Anhänger an dem Armband ihrer Großmutter, denn jeder Anhänger hat seine eigenen Geschichte....
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Man sieht regelrecht, wie die Generationen in diesem Buch durch die Familiengeschichte zusammenwachsen. Der Schreibstil der Autorin ist einfach und man kann sehr gut folgen. Mir hat das Buch gut gefallen.
- Cecelia Ahern
Der Glasmurmelsammler
(419)Aktuelle Rezension von: Buecherliebe_19Auch wenn "Der Glasmurmelsammler" von Cecelia Ahern schon etwas älter ist, war es mir eine große Freude, dieses Buch zu lesen. Ich habe bereits mehrere Werke der Autorin verschlungen und bin immer wieder beeindruckt davon, wie sie scheinbar leichte Geschichten mit viel Gefühl und Tiefe erzählt. Auch dieses Buch entfaltet mit jeder Seite mehr Wirkung und regt intensiv zum Nachdenken an.
Im Zentrum stehen Fergus und seine Tochter Sabrina. Fergus lebt nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim. Er ist körperlich eingeschränkt, leidet unter Gedächtnislücken und erinnert sich kaum an seine Vergangenheit. Nach der Wohnungsauflösung tauchen plötzlich einige Kartons mit persönlichen Gegenständen auf. Darunter eine sorgfältig geführte Murmelsammlung. Weder Sabrina noch ihre Mutter ahnten etwas von dieser Leidenschaft. Eine handgeschriebene Inventarliste lässt erkennen: ausgerechnet die wertvollsten Murmeln fehlen. Sabrina beginnt der Spur dieser Murmeln zu folgen und begibt sich damit auf eine Reise in das unbekannte Leben ihres Vaters.
Die Geschichte wird in zwei miteinander verwobenen Handlungssträngen erzählt: Die Gegenwart schildert Sabrinas Suche nach den verschwundenen Murmeln und nach Antworten, während der zweite Strang in die Vergangenheit zurückführt und Fergus’ Leben von seiner Kindheit bis ins Erwachsenenalter beleuchtet. Diese Rückblicke zeigen, wie Fergus zu dem Menschen wurde, der er ist mit all seinen Widersprüchen, Geheimnissen und inneren Kämpfen.
Cecelia Aherns Schreibstil ist wie gewohnt klar, einfühlsam, bildhaft und leicht zu lesen. Besonders gelungen finde ich die ruhige Erzählweise, die trotzdem fesselt. Auch humorvolle Momente sind geschickt eingestreut und lockern die eher ernste Thematik auf.
Die zentrale Botschaft des Romans hat mich sehr berührt: dass es Mut erfordert, zu sich selbst zu stehen und seine Leidenschaften nicht zu verstecken und dass echte Liebe und Akzeptanz all unsere Ecken und Kanten mit einschließen. Außerdem, dass es Dinge gibt, die wir eigentlich nicht vergessen wollen und es daher wichtig ist, dass es Menschen gibt, die diese Erinnerungen stetig für uns am Leben halten.
"Der Glasmurmelsammler" ist ein stilles, emotionales Buch mit viel Tiefe, dass mich noch lange beschäftigt hat. Eine klare Leseempfehlung für alle, die leise, aber eindringliche Geschichten lieben.
- Lisa Genova
Still Alice
(270)Aktuelle Rezension von: angies_bücherDas Buch steht schon lange in meinem Bücherschrank und ich bin froh,dass ich es jetzt gelesen habe. Ich habe selbst sehr lange mit Demenzerkrankten gearbeitet und finde das Buch sehr beeindruckend. Es ist tief berührend und sehr traurig. Ich musste beim Lesen mehrfach weinen und ich denke ich werde noch lange an die Geschichte denken. Alzheimer ist eine furchtbare Krankheit und es ist so bitter zu sehen wie jemand mit 50 Jahren, was heute im Prinzip ja noch kein Alter ist, so schnell und so sehr abbaut. Das Ende ist so berührend!! Und trotzdem traurig und zugleich voller Hoffnung!
- Haruki Murakami
Die Ermordung des Commendatore Band 2
(341)Aktuelle Rezension von: rkuehneDer zweigeteilte Roman "Die Ermordung des Commendatore" - ist ein typischer, klassischer Murakami. Die Geschichte um den Portraitmaler, der nach der plötzlichen Trennung von seiner Frau und einem Roadtrip im verlassen Haus eines früheren Malers einzieht und sich dort mystischen oder übernatürlichen Begegnungen stellen muss. Die Sprache Murakamis ist und bleibt wunderbar und eine wahre Lesefreude. Ich persönlich mag mehr die realistischen als die phantastischen Murakami -Romane, weshalb ich hier nicht volle Punktzahl geben kann. Außerdem fand ich die fixierung auf die Oberweite eines dreizehnjährigen Mädchens am Ende des Buches etwas befremdlich.
- John Katzenbach
Der Professor
(335)Aktuelle Rezension von: FelixLibris…mit erwartetbarem Ende und berührendem Epilog Professor Adrian Thomas driftet in Schüben in die Demenz und verbringt unendliche Buchseiten in Erinnerungen, Monologen und Halluzinationen. Nebenher, in dem klaren Momenten, lüftet er das Geheimnis einer Entführung eines Kindes aus der Nachbarschaft durch ein soziopadisches und hochintelligentes Täterpaar.
Soweit so logisch.
Abgesehen davon, dass ich in den vielen Längen der Geschichte meine Diagonallesefähigkeit geübt habe, kann ich mit Gewalt gegen Kinder überhaupt nichts anfangen.
Daher: keine Empfehlung! Eher Triggerwarnung.
- Dani Atkins
Die Nacht schreibt uns neu
(379)Aktuelle Rezension von: Sabine1979Das Buch beginnt sehr schnell mit einem Drama, bei dem man einfach nur mitfiebern und hoffen muss.
Danach ist Emma in einem Gefühlschaos zwischen zwei Männern. Den einen kennt sie schon ewig und den anderen erst seit kurzem, aber ihre Gefühle sind sehr intensiv.
Es geht immer wieder hin und her und beim Hochzeitstag war ich mir nicht zu 100% sicher, welchen Mann sie gewählt hat.
- Eugen Ruge
Pompeji oder Die fünf Reden des Jowna
(294)Aktuelle Rezension von: Scilla
Das Buch ist ein Geniestreich. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Vulkanausbruchs erzählt ein allwissender Erzähler vom Aufstieg des Josse, einem Habenichts, der sich jede gesellschaftliche Strömung zunutze macht. Ein Fähnchen im Wind ohne Moral, sollte man meinen, und doch schafft er es geschickt, große Gruppen von Menschen hinter sich zu vereinen.
Das Buch ist so zeitlos wie der Vesuv selbst, und überzeugt doch als historischer Roman. Zudem muss man oft lachen, insbesondere dann, wenn man die Parallelen zur Gegenwart erkennt.
Zitat Eugen Ruge aus "Pompeii"
"Wir wissen ja, wie es läuft. Marcus hat euch das Blaue vom Himmel versprochen und das werde ich jetzt auch tun"
Gelächter. Das hatte Josse: ein Gespür für die Stimmungen der Leute. Marcus Holconius hatte sie durch seine Vornehmheit eingeschüchtert und Josse vertrieb alles Unbehagen mit einem Satz. Nicht dass seine Zuhörer sich gleich ergeben hätten, aber mancher, der gerade hatte gehen wollen, bestellte sich noch ein Becherchen und hörte amüsiert den Worten des Emporkömmlings zu. (Nie zuvor hatte dieser Josse ein Amt innegehabt) Jetzt wechselte Josse in die patriotische Tonart. (...) Wenn du für groß gehalten werden willst, rede über große Dinge."
Zitat Ende.
"Dieser" Autor hat definitiv etwas zu sagen.
- Petra Pellini
Der Bademeister ohne Himmel
(226)Aktuelle Rezension von: Nora_BDie 15-jährige Linda möchte nicht mehr Leben, aber zwei Leute halten Sie davon ab: Kevin, der viel Weltschmerz fühlt und der dezente Hubert, ein Bademeister im Ruhestand.
Drei Nachmittage in der Woche verbringt Linda ihre Zeit mit Hubert, um die polnische Pflegekraft Ewa zu entlasten.Ich habe diese Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite geliebt.
Die verschiedenen Personen haben alle ihre eigene Geschichte und dadurch konnte man zu jeder Person eine eigene Verbindung aufbauen.
Die Beziehung zwischen Linda und Hubert hat eine so starke Wärme, die mich stark berührt hat. Die Ehrlichkeit und der Humor von Linda und Ewa, die der Ernsthaftigkeit des Themas gegenüberstehen, haben die Geschichte trotzdem leicht werden lassen.Das Buch lässt mich nicht los. Eine absolute Leseempfehlung.
- Ewald Arenz
Die Liebe an miesen Tagen
(265)Aktuelle Rezension von: stefan182Inhalt: Seitdem ihr Ehemann verstorben ist, lebt Clara allein. Momentan plagen sie finanzielle Engpässe, sodass sie sich schweren Herzens dazu entscheidet, dass Wochenendhaus, dass sie und ihr Mann in mühevoller Arbeit zur ihrem persönlichen Rückzugsort aufgebaut haben, zu verkaufen. Perspektivwechsel: Eigentlich hat Elias gar keine Lust, das Häuschen, dass seine Freundin Vera in einem Inserat gefunden hat, zu begutachten. Sie können es sich eh nicht leisten. Trotzdem hat er sich breitschlagen lassen – und trifft dort auf Clara…
Persönliche Meinung: „Die Liebe an miesen Tagen“ ist ein Liebesroman von Ewald Arenz. Im Fokus stehen die beiden Protagonisten Clara und Elias, aus deren personalen Perspektiven die Handlung wechselweise erzählt werden. Beide sind schon länger aus der Phase, in der man sich leichthin verknallt, heraus; glauben auch gar nicht mehr an die eine große Liebe – und trotzdem: Als sie sich am Wochenendhäuschen treffen, funkt es. Ewald Arenz zeichnet die Annäherung der beiden, die ersten Schmetterlinge sowie die weitere Entwicklung der Beziehung mit all ihren Höhen und Tiefen einfühl- und behutsam mit einem emphatischen Ton nach. Dabei werden die Gefühle und Unsicherheiten, die die Protagonisten mit sich herumtragen, sehr greifbar. Um nur einige Fragen zu nennen, die die beiden beschäftigen: Bin ich nicht zu alt, mich neu zu verlieben? Wie wird es mein (familiärer) Umkreis aufnehmen? Passt mein Lebensentwurf zum Lebensentwurf der anderen Person? Neben der Liebe werden noch weitere Themen im Roman berührt (Umgang mit Krankheit, Tod und Älterwerden der eigenen Eltern), wodurch „Die Liebe an miesen Tagen“ eine vielschichtige Lektüre wird. Die Handlung selbst ist nicht vorhersehbar und besitzt einige dramatische Wendungen. Insgesamt ist „Die Liebe an miesen Tagen“ ein emphatisch geschriebener Roman über die Liebe im erwachsenen Alter, der durchaus auch Lesende mitreißen kann, die noch jünger als die Protagonisten sind.
- Kelly Moran
Redwood Love – Es beginnt mit einer Nacht
(577)Aktuelle Rezension von: Annabeth_BookInhalt
Zwischen Drake und Zoe knistert es und Beide spüren es. Aber darf das sein? Oder ist es Verrat an Drakes zu früh verstorbenen Frau, die auch gleichzeitig die beste Freundin von Zoe war?
Kann diese Liebe überhaupt funktionieren, so unterschiedlich sie auch sind und gibt Zoe im allgemeinen dem Ganzen eine Chance? Den sie steht vor einem Scheideweg, der ihr ganzen Leben verändern wird.
Erster Satz
"Ich werde dich umbringen."
Meine Meinung
Nachdem mir Band 1&2 richtig gut gefallen haben, habe ich Band 3 dann doch etwas hinausgezögert, da ich mich dann doch nicht so schnell von allen verabschieden wollte. Klar steht die Spin-Off Reihe bei mir im Regal schon bereit, aber trotzdem ist es mir etwas schwer gefallen.
Kommen wir aber als erstes wie immer zum Cover. Ich finde das Cover harmoniert perfekt zu seinen Vorgängern und ich finde es wirklich schön, dass die Autorin sich für jeden Mann einen anderen Holzton ausgesucht hat.
Der Schreistil der Autorin, war auch wieder wunderbar flüssig zu lesen, sodass ich in dem Buch wirklich sehr gut voran gekommen bin und die Seiten sich wie von alleine gelesen haben.
Unsere Protagonisten hier waren Drake und Zoe. Auf Drake seine Geschichte habe ich mich schon sehr gefreut, da er doch schon sehr auf unnahbar gemacht hat und in eigentlich nur Avery aus der Reserve locken konnte.
Hier in dem Buch taut er wirklich auf und man lernt viel über ihn und auch über seine Vergangenheit kennen. Wie er mit der Trauer und allem umgegangen ist und wie sehr Zoe ihm dabei geholfen hat, ohne das er es so wirklich war genommen hat.
Zoe, war im Vergleich zu Drake ein wahrer Wirbelwind, sie kam mit jedem gut klar und hatte immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Als Leser merkt man dann aber relativ schnell, dass es nur Fassade ist und das Zoe ein fast unbezwingbares Päckchen mit sich herumschleppt. Drake will nachdem er es bemerkt hat abnehmen und ihr helfen, aber so einfach wie es am Anfang scheint ist es dann doch nicht.
Ich fand die Lovestory rund um die Beiden wirklich süß, aber mir ging es teilweise ähnlich wie Zoe mir haben dann plötzlich zuviele Menschen mitgemischt und versucht die Beiden zusammen zubringen. Was im ersten Teil, vielleicht so witzig war und im zweiten Teil noch lieb gemeint war, war hier zu viel. Mir hätte es besser gefallen wenn hier nur nahestehende Personen den Beiden auf die Sprünge geholfen hätten.
Auch war ich vom Ende etwas überrumpelt, erst hat man alles sehr langsam angehen lassen und dann überstürzt man alles. Auch hier hätte ich den Beide irgendwie mehr zeit gegönnt.
Aber ansonsten war alles super, die Autorin hat sich für die Dates teilweise traumhafte Settings ausgesucht und es hat Spaß gemacht nochmals Avery, Cade, Hailey, Flynn und Gabby zu treffen.
Wer diesmal auch wirklich aufgefallen und dem ich irgendwie auch noch eine eigene Geschichte wünschen würde war Brent. Ich hatte ihn schon die Teile davor ins Herz geschlossen, aber hier war er nochmals ganz klar mein Favorit, obwohl es sich mit dem Drachentrio verbündet hat ;)
Alles in einem war es doch ein sehr gelungener Abschied.
- Mary E. Garner
Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich
(341)Aktuelle Rezension von: Daniela_Beilnerschon seit einer Ewigkeit wollte ich das Buch bzw die Reihe lesen und seit einiger Zeit liegt die Trilogie bei mir am SuB - inzwischen sind sogar noch zwei zusätzliche Bücher erschienen …
Dank dem Zufallsgenerator von @reado_official wurde mir „ᴅᴀꜱ ʙᴜᴄʜ ᴅᴇʀ ɢᴇʟöꜱᴄʜᴛᴇɴ ᴡöʀᴛᴇʀ - ᴅᴇʀ ᴇʀꜱᴛᴇ ꜰᴇᴅᴇʀꜱᴛʀɪᴄʜ“ von Mary E Garner für meine #12für2025 ausgesucht
was wäre wenn man wirklich in Bücher eintauchen könnte - wenn man mit den Figuren sprechen und interagieren könnte - an der Handlung teilhaben könnte … in welches Buch würdet ihr als erstes eintauchen?
Für Hope Turner wird das alles zur Wirklichkeit und sie landet in ihrem Lieblingsbuch - Stolz und Vorurteil und soll darüber hinaus auch gleich mal diese Buchwelt retten denn nicht alle Romanfiguren sind damit zufrieden nur in der Buchwelt zu existieren …
und so beginnt ein spannendes Abenteuer in einer fantastischen Welt
Ich lese ja eigentlich keine Klassiker aber das Buch hat mich dazu inspiriert mich näher mit Stolz und Vorurteil zu beschäftigen und vielleicht werde ich es sogar noch lesen 😇
- Megan Miranda
TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?
(326)Aktuelle Rezension von: SchlafmurmelMit Tick Tack – Wie lange kannst du lügen? hat Megan Miranda wirklich etwas Besonderes geschaffen. Das Buch ist zwar schon etwas älter, aber ich habe es erst jetzt von einer Freundin bekommen – und so einen Thriller habe ich tatsächlich noch nie gelesen.
Der Aufbau ist absolut ungewöhnlich, denn die Geschichte funktioniert wie ein „Rückwärts-Thriller“. Zu Beginn kehrt Nic Nicoletta in ihren Heimatort Cooley Ridge zurück, doch die Ereignisse werden zunächst nur angedeutet. Danach startet Teil 2 plötzlich mit Tag 15 – also zwei Wochen nach Nics Rückkehr – und anschließend wird Tag für Tag rückwärts bis zu Tag 1 erzählt. Dieses Konzept war einfach mega spannend und hat perfekt funktioniert.
Eigentlich führt Nic inzwischen ein geordnetes Leben in Philadelphia und steht kurz vor ihrer Hochzeit. Doch wegen ihres kranken, dementen Vaters kehrt sie zurück in ihre Heimatstadt. Dort werden Erinnerungen an die Vergangenheit wach, denn vor Jahren verschwand ihre beste Freundin Corinne spurlos. Und kaum ist Nic zurück, verschwindet erneut ein Mädchen. Zufall? Oder hängt alles zusammen?
Nach und nach erfährt man, was in diesen zwei Wochen wirklich passiert ist – und auch, was damals geschah. Immer mehr Geheimnisse kommen ans Licht, mit denen ich absolut nicht gerechnet hätte. Besonders spannend fand ich, wie sich langsam zeigte, wer mit wem verbunden war und wer tiefer in die ganze Sache verwickelt steckt.
Das Ende war für mich völlig überraschend und überhaupt nicht vorhersehbar – genau so muss ein guter Thriller sein. Ich kann das Buch definitiv weiterempfehlen und werde die Autorin künftig auf jeden Fall im Auge behalten
- Derek B. Miller
Ein seltsamer Ort zum Sterben
(89)Aktuelle Rezension von: Ana80Sheldon Horowitz zieht mit 82 Jahren, nach dem Tod seiner Frau, zu seiner Enkelin nach Oslo. Da er dort relativ einsam ist, hat er viel Zeit, über sein Leben und die Vergangenheit nachzudenken.
Eines Tages hört Sheldon Lärm im Treppenhaus und als er die Tür öffnet betreten eine Frau und ein kleiner Junge seine Wohnung. Nicht lange Zeit danach ist die Tür aufgebrochen, die Frau ermordet und Sheldon ist mit dem kleinen Jungen, aus dem er nicht so richtig schlau wird, auf der Flucht entlang des Oslofjords.Mich konnte dieses Buch sehr schnell fesseln. Während man Sheldon und den kleinen Jungen auf ihrer seltsamen Flucht begleitet, gibt es unfassbar viele Momente zum Schmunzeln, zum Nachdenken und auch zum herzhaft Lachen. Derek B. Miller ist es hier gut gelungen verschiedenste Elemente, die das Lesen zum Genuss machen miteinander zu verbinden. Mir gefiel der Aufbau des Buchs und dass man nach und nach etwas über das bewegende Leben von Sheldon erfährt.
Es ist ein kleines bzw. kurzes Buch, was manchem vielleicht unbedeutend erscheint, in mir aber durchaus nachklingt. Ich empfehle es jedem, der Lust hat eine berührende Geschichte zu lesen, die mal spannend und mal komisch ist und von herzerwärmenden Figuren erzählt.
- Ruth Hogan
Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge
(195)Aktuelle Rezension von: gerda_badischlLaura erbt von ihrem Ex-Arbeitgeber Mr. Peardew das englische Anwesen und seine Sammlung der verlorenen Dinge, zusammen mit der Aufgabe, diese Dinge ihren Besitzern zurückzugeben. Dazu kommen parallele Handlungsebenen, die sich mit der Geschichte der verlorenen Gegenstände beschäftigen. Am Schluss wird alles schön zu einem Happy End zusammengeführt.
Nach der ersten Hälfte war ich ganz begeistert: 5 Sterne für die super Idee, schöner Schreibstil, nette Personen, das britische Flair, das Herrenhaus ...
Leider sinkt das Ganze ab der Mitte der Geschichte rapide im Niveau. Die Personen werden immer klischeehafter (Freddy-den-immer-föhlichen-Gärtner und die "böse" Portia finde ich am schlimmsten). Jeder liebt jeden und alle kriegen sich auch. Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung.
Grundsätzlich finde ich ein bisschen Kitsch gar nicht so schlimm. Was mich wirklich stört, ist der Widerspruch, dass sich die Figuren des Buchs selber über genau diese Art von Literatur lustig machen.
S.249: hier sagt der "schlechte" Verleger Bruce: "Ich weiß, was normale, anständige Leute mögen, und das sind gute, unkomplizierte Geschichten mit Happy End, in denen die Bösen ihre wohlverdiente Strafe bekommen, der Mann kriegt die Frau, und der Sex ist nicht allzu überspannt." Bei den guten und ach-so-gebildeten Hauptpersonen sorgt das für Gelegenheit zu Heiterkeit und geistvollem Widerspuch.
Vermutlich nicht bei den Verlegern dieses Buches ...
- David M. Barnett
Miss Gladys und ihr Universum
(218)Aktuelle Rezension von: PhijaVon "Miss Gladys und ihr Astronaut" hatte ich zugegeben keine großen Erwartungen. Ich dachte, es wäre einfach eine nette Geschichte, die einen ein bisschen vom Alltag ablenkt. Ich dachte, sie wäre irgendwie ein bisschen lustig und würde einen am Ende mit einem warmen Gefühl im Herzen zurücklassen. Das hat das Buch leider so gar nicht geschafft - aus zwei Gründen.
Zum einen (und das ist natürlich sehr subjektiv) wurde ich irgendwie einfach nicht so richtig von der Geschichte abgeholt. Irgendwie waren gerade in der ersten Hälfte mir die Charaktere nicht wirklich nahbar und ihr Schicksal dadurch auch echt etwas egal. Das hat sich jedoch zum Glück im Laufe des Buches etwas gebessert. Würde der zweite Kritikpunkt gleich nicht noch folgen, hätte ich dem Buch vermutlich 2,5 von 5 Sternen gegeben.
Aber ein Buch, welches für einen unnötigen Witz einfach das N-Wort nutzt, nein, sorry, das war auch 2018 nicht ok. Mich hat es tatsächlich massiv aus der eher entspannten Atmosphäre rausgerissen und mich einfach nur geärgert. Eine andere Stelle würde ich einfach einmal zitieren:
Claudia zuckt mit den Schultern: "Ich mach nur meinen Job." Thomas (einer der Protagonisten) unterdrückt den Impuls, den rechten Arm zum H*****gruß (eigene Zensur) zu heben. (S. 273f.)
Auch dort saß ich einfach nur da und dachte mir: "Was soll das?" Solche absolut unpassenden "Witze" haben mir wirklich irgendwie das Leseerlebnis vermiest, denn beides fand ich absolut unangemessen.Wenn ich also in die Vergangenheit reisen könnte und mich davon abhalten könnte, das Buch zu kaufen, ich würde es tun. Denn das Buch hat leider nicht wirklich einen Mehrwert. Die Geschichte war nur mittelmäßig und solch einen "Humor" will ich mit meinem Kauf wirklich nicht unterstützen.
- Hanya Yanagihara
Das Volk der Bäume
(89)Aktuelle Rezension von: leniisbooksMit Das Volk der Bäume legt Hanya Yanagihara einen zutiefst verstörenden, intellektuell herausfordernden Roman vor, der sich jeder einfachen Einordnung entzieht. Inspiriert von realen historischen Vorbildern erzählt sie die Geschichte des Arztes Norton Perina, dessen sensationelle Entdeckung ihn zu einem gefeierten Wissenschaftler macht – und zugleich zu einer der moralisch abgründigsten Figuren der modernen Literatur.
Perina kehrt von der abgelegenen Insel Ivu’ivu mit einer bahnbrechenden Erkenntnis zurück: Eine uralte Schildkrötenart scheint der Schlüssel zur drastischen Verlängerung des menschlichen Lebens zu sein. Was folgt, ist ein rasanter wissenschaftlicher Aufstieg, begleitet von Ruhm, Anerkennung und Macht. Parallel dazu schildert der Roman jedoch die zunehmende Kolonisierung der Insel, die Ausbeutung ihrer Ressourcen und die Zerstörung einer jahrhundertealten Kultur. Yanagihara verknüpft diese Ebenen geschickt miteinander und macht deutlich, dass wissenschaftlicher Fortschritt in diesem Kontext niemals neutral ist.
Besonders eindrucksvoll ist die Erzählweise. Der Roman ist in Form von Berichten, Tagebucheinträgen und späteren Kommentaren aufgebaut, was ihm einen beinahe dokumentarischen Charakter verleiht. Diese distanzierte, sachliche Sprache verstärkt die Beklemmung der Handlung erheblich. Emotionen werden nicht offen ausgestellt, sondern ergeben sich aus dem, was zwischen den Zeilen steht – und genau darin liegt die große erzählerische Kraft des Buches.
Norton Perina ist eine Figur, die bewusst keine Sympathie erzeugt. Er ist brillant, ehrgeizig, selbstgerecht – und zutiefst unmoralisch. Die Enthüllung seiner sexuellen Gewalt gegenüber Kindern ist schockierend, wird jedoch nicht effekthascherisch dargestellt. Yanagihara zwingt ihre Leser*innen, sich mit einer der schwierigsten Fragen auseinanderzusetzen: Wie gehen wir mit einer Lebensleistung um, wenn sich das gefeierte Genie als Monster entpuppt? Der Roman verweigert eine klare Antwort und überlässt die moralische Bewertung konsequent dem Publikum.
Zentrale Themen wie Machtmissbrauch, koloniale Gewalt, wissenschaftliche Hybris und moralische Verantwortung ziehen sich durch den gesamten Text. Die Insel Ivu’ivu fungiert dabei nicht nur als exotischer Schauplatz, sondern als Symbol für all jene Orte und Kulturen, die im Namen des Fortschritts geopfert werden. Die Parallelen zwischen der Ausbeutung der Insel und Perinas persönlicher Tätergeschichte sind dabei erschreckend deutlich.
Das Volk der Bäume ist kein Buch, das man „gern“ liest. Es ist unbequem, stellenweise kaum auszuhalten und emotional herausfordernd. Gleichzeitig ist es literarisch präzise, klug konstruiert und von gnadenloser Konsequenz. Yanagihara zwingt ihre Leser*innen, die eigene moralische Komfortzone zu verlassen und sich mit Fragen auseinanderzusetzen, die keine einfachen Antworten zulassen.
Fazit:
Das Volk der Bäume ist ein verstörender, kompromissloser Roman über Genie und Schuld, über Fortschritt und Zerstörung, über Macht und Verantwortung. Hanya Yanagihara zeigt, dass große Erkenntnisse nicht automatisch mit moralischer Größe einhergehen – und dass manche Fragen uns auch nach der letzten Seite nicht mehr loslassen. Ein literarisch anspruchsvolles, zutiefst beunruhigendes Werk, das lange nachhallt.
- Dolly Alderton
Gespenster
(165)Aktuelle Rezension von: AukjeNina Dean ist eine erfolgreiche Food-Autorin. Über eine Dating-App lernt sie Max kennen, der sie sofort beeindruckt. Beide werden ein Paar und nach wenigen Monaten gesteht er ihre seine Liebe um am nächsten Tag zu verschwinden und sie zu ghosten. Parallel bekommt ihre älteste Freundin ihr zweites Baby, ihre beste Freundin beginnt ihre erste Beziehung, ihr Exfreund plant seine Hochzeit dessen Treuzeugin sie sein wird, sie hat Stress mit einem Nachbarn im Haus in dem sie wohnt und muss sich auch noch um ihren demenzkranken Vater sorgen, da ihre Mutter seine Krankheit versucht herunter zu spielen. Bei all diesem Stress beginnt sie zu begreifen das sie lernen muss nicht mehr in der Vergangenheit zu leben und auch nicht von einer besseren Zukunft zu träumen, sondern in der Gegenwart glücklich zu werden. Die Frage ist nur ob sie es schafft?
Prinzipiell gefiel mir das Buch, aber es zog sich streckenweise doch ziemlich stark. Auch konnte ich nicht mit allen Charakteren ganz warm werden und konnte daher zu den meisten keinen Bezug aufbauen. Dennoch würde ich nicht sagen, dass es total schlecht ist. Es vermittelt schon wichtige Themen und zeigt eigentlich deutlich mit welchen Problemen sich die heutige Generation von Singles mit Dating-Apps herumschlagen muss.
- Anne Tyler
Der leuchtend blaue Faden
(73)Aktuelle Rezension von: awogfliAnne Tyler liefert eine gute Familiengeschichte ab. Sie beherrscht die Fabulierkunst ausgezeichnet, ihre Figuren sind tief und liebevoll entwickelt, aber in Punkto Plotgestaltung und Dramaturgie ist noch einiges an Luft nach oben in diesem Roman.
Die ausladende Familienstory ist mit extrem viel Personal bevölkert, was aber nicht unbedingt durch den Schreibstil der Autorin begründet ist, möglichst viele Nebenfiguren in die Handlung aufzunehmen, sondern die Familie ist tatsächlich so groß. Mutter Abby, pensionierte Sozialarbeiterin, nimmt gerne Streuner auf, manche adoptiert sie, diese heiraten, zeugen Kinder und leibliche Kinder, sowie angenommene ziehen nun sogar mitsamt der Mischpoche ins Haus. Der Rest der Familie und auch noch viele Bekannte, die letztendlich für die Story relevant sind, tummeln sich zu den Mahlzeiten am Esstisch. Im ersten Teil des Romans spielt sich folglich unglaublich viel verwirrendes Gewusel in der Handlung ab, dies gilt aber nicht nur für die Leser, sondern auch das Haus von Abby und Red platzt aus allen Nähten. Konflikte in der Familie sind vorprogrammiert und deren gibt es auch zuhauf. Durch liebevolle Figurenentwicklung bekommt man aber recht bald einen Überblick wie der Hase läuft. Das ist fast so wie die Feier einer Großfamilie, bei der man am Anfang noch verwirrt ist, weil einem so viele Großcousins und Cousinen vorgestellt werden, man dann aber irgendwann die Kurve kriegt, wer mit wem verwandt beziehungsweise verbandelt ist und was abgeht, bis man am Ende, sofern man nüchtern bleibt, den Stammbaum komplett zusammengesetzt hat.
Bis Seite 279, als die Handlung in der Gegenwart stattfindet, ist die Familiengeschichte grandios. Dann wurde ich völlig abrupt und unvermutet mit Teil zwei, einer Handlung in der Vergangenheit und der Story, wie Abby und Red sich kennengelernt haben, konfrontiert. Im Prinzip bin ich wieder ins kalte Wasser zurückgeworfen worden, denn nun habe ich quasi erneut einen anderen Roman begonnen, und musste das Spiel mit dem Figurengewusel wieder von vorne beginnen. Das ein enormer und völlig unnötiger Bruch im Lesefluss, denn bis auf drei Personen findet auch ein völliger Austausch des ohnehin schon viel zu inflationären Personals statt. Das wäre nun kein Problem, ich bin ja Herausforderungen gewohnt, aber die Handlung kommt einfach nicht mehr in Schwung, das dauert zu lang.
Als dann im dritten Teil das Setting wieder in der Gegenwart spielt, verbessert sich die Situation wieder und einiges wird aufgelöst, es bleiben für mich aber trotzdem Lücken im Plot, sodass ich mich frage, warum dieser eingeschobene Teil überhaupt stattfinden musste, die wichtigen Ereignisse hätten auch in Rückblenden und Erzählungen in die chronologische Geschichte eingebaut werden können. Das ist wirklich keine gute Dramaturgie. Leider lösen sich einige Fragen auch in der Endabrechnung nie auf, was mich immer besonders stört. Wie kam es eigentlich zum „Unfall“-Tod von Abbys ersten Freund? Warum wird die Geschichte wie Abby und Red zusammenkamen überhaupt erzählt, wenn der Umstand, wie sie tatsächlich ein Paar wurden, ausgespart blieb. Zack Bumm, Freund Dan ist weg, wahrscheinlich beim Holzmachen in Reds Garten verunglückt, könnte aber ebenso von seinem besten Freund Red um die Ecke gebracht worden sein, der schon ein Auge auf Abby geworfen hat. Auch die Frage, wie Abby tatsächlich gestorben ist, wird nie ganz schlüssig aufgeklärt. Der Hund ist ihr davongelaufen, die Autofahrerin entschuldigt sich nur dafür, den Hund überfahren zu haben, beide, also Abby und der Hund liegen aber weitverstreut und tot in der Gegend herum, die Autofahrerin hat den Wagen dann auch noch um die entfernte Laterne gewickelt, wobei sich alle auch versichern, dass Abby den Hund nicht mehr sterben sehen musste, sie kann also auch nicht am Schock gestorben sein. Irgendwie ist dieser Autounfall wie JFK’s magische einzelne Kugel, die um die Kurve geflogen ist und 3 völlig voneinander entfernte Schusslöcher hinterlassen hat. Gerade bei solchen Unfällen gibt es ja eine genaue Untersuchung und es gab sogar Zeugen, aber auch die äußern sich so vage. Dieses zwanghafte Verschleiern eines profanen Unfalls finde ich jetzt auch völlig unnötig. Sollte das irgendwie eine geheimnisvolle Note in den Roman bringen? Mission failed
Fazit: In der Endabrechnung eine gute Geschichte, die im Gegensatz zum Titel „Der leuchtend blaue Faden“ durch Murks im Handlungsaufbau in der Mitte des Romans letztendlich leider ein bisschen den roten Faden verloren hat.
P.S.: Ach ja, Gratulation an den Verlag, das Lesebändchen der Hardcoverausgabe tatsächlich in leuchtendem Blitzblau zu gestalten, halte ich für eine sehr geniale Idee
- Richard Osman
Der Donnerstagsmordclub und der Mann, der zweimal starb (Die Mordclub-Serie 2)
(291)Aktuelle Rezension von: lese_hummelDas Abenteuer mit Ron, Ibrahim, Elizabeth und Joyce geht in die nächste Runde. Diesmal geht es um Diamanten, Elizabeths Vergangenheit und neuen Perspektiven. Man lernt nicht nur die vier Rentner*innen, sondern auch weitere tolle Nebencharaktere (noch besser) kennen. Die Geschichte ist natürlich wieder leicht absurd, mit viel Witz geschrieben und man kann wunderbar gemütlich miträtseln. Alles in allem wieder ein schöner cozy Krimi für schöne Leseabende.























