Bücher mit dem Tag "demokratie"

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160 Bücher

  1. Cover des Buches Kinder der Freiheit (ISBN: 9783404173204)
    Ken Follett

    Kinder der Freiheit

    (490)
    Aktuelle Rezension von: Kyra112

    Die nächste Generation steht vor den Herausforderungen der Nachkriegszeiten und stolpert damit mitten in den Kalten Krieg. Während George in den USA gegen die Unterdrückung der Schwarzen kämpft, muss sich Rebecca mit dem System in der DDR auseinandersetzen, ebenso wie ihr Bruder Walli und auch in Großbritannien gibts die ein oder andere Herausforderung.

    „Kinder der Freiheit“ von Ken Follett ist der Abschlussroman der Jahrhunderttrilogie.

    Ich habe dieses Buch wirklich mehrere Jahre vor mir hergeschoben. Nicht, weil mich der Roman abschreckt, sondern die Dicke des Buches.
    Ken Follett schreibt wirklich sehr realistisch und auch absolut mitreißend. Es gab viele Abschnitte, bei denen ich einfach ganz schnell weiterlesen wollte, weil’s wirklich spannend war. Auch hat mich das Buch animiert, einzelne historische Ereignisse oder Personen noch einmal nachzuschlagen und mich fundierter zu informieren. 

    Hin und wieder bin ich bei den Figuren durcheinander gekommen. Es sind ja doch einige Personen und damit Handlungsstränge, die hier behandelt werden und manchmal waren mir die Sprünge zu abrupt, sodass ich erstmal kurze Zeit zum Überlegen brauchte, um zu realisieren, über welche Figur ich nun lese.

    Nervig waren die vielen Beziehungen oder nicht-Beziehungen. Da war ja wirklich bei der neuen keine Beziehung dabei, die wirklich funktioniert hat. Irgendwie hat jeder es geschafft, das Ganze in den Sand zu setzen.

    Mich hat der Teil um die Kennedys etwas gelangweilt. Das war mir alles zu viel, während man zum Schluss das Gefühl hatte, Ken Follett rennt durch die Geschichte, also gerade, was die 70er/80er Jahre betrifft.

    Es war ein interessantes Buch, aber es war mir doch etwas zu viel des Guten. Wer gerne solche dicken Wälzer liest, ist hier richtig, aber für jene, die es eher kompakter lieben, ist der Roman gar nichts.

  2. Cover des Buches Krieger des Feuers (ISBN: 9783641074777)
    Brandon Sanderson

    Krieger des Feuers

    (232)
    Aktuelle Rezension von: zickzack

    Ein Jahr ist vergangen, seit Kelsiers Diebesbande den obersten Herrscher gestürzt haben und damit die Skaa im letzten Reich aus ihrer Unterdrückung befreit haben. Elant Wager ist der neue König und Vin, die mächtigste Nebelgeborene des Landes, an seiner Seite. Elant steht eine große Aufgabe bevor, denn Luthadel wird gleich von zwei Armeen belagert. Einen Adligen aus dem westlichen Dominium und von seinem Vater Straff Wager. Beide wollen die Stadt erobern, denn es hat sich herumgesprochen, dass die Stadt einen großen Vorrat an Atium bewahrt, das mächtigste Metall, was es gibt.

    Vin sieht eine weitere Gefahr. Seit dem Tod des obersten Herrschers verändert sich der Nebel und sie befürchtet, dass der Dunkelgrund zurückkehrt, welcher der oberste Herrscher vor so vielen Jahren eigentlich besiegt hatte.

     

    Wie schon der erste Band erwartet dem Leser hier auch eine epische, fantastische Reise. Der Schreibstil des Autors hat mich direkt wieder eingezogen und die bildhaften Beschreibungen lassen die Welt vor meinem inneren Auge entstehen. Man trifft auf liebgewonnen Figuren wieder. Nur hat mir eine Figur schmerzlich gefehlt. Kelsier empfand ich als so gute Figur im ersten Band und habe so gern aus seiner Sicht gelesen. Ich fand es sogar schade, dass er weniger Anteil als Vin hatte. Und irgendwie habe ich ihn im zweiten Band sehr vermisst, wenn er auch zu Legende geworden ist und somit irgendwie auch weitergelebt hat. Denn sein Name und sein Andenken werden oft erwähnt.

     

    Die beiden Hauptperspektivenfiguren waren hier Vin und Elant. Aus Vins Sicht habe ich wieder gerne gelesen, auch wenn ich sie ab und an etwas schwierig fand. Sie hat oft an sich gezweifelt und sich immer wieder gesagt, dass sie nicht gut genug für Elant ist. Dazu kam, dass sie einen anderen Nebelgebornen kennengelernt hat, der ihre eine andere Sichtweise eröffnet hat, als in der sie gerade lebt. Sie hat sich gegen seine Ansichten gewährt, aber er hat immer weitere seinen Stachel in sie getrieben.

    Von ihm gab es auch ein paar Abschnitte aus seiner Perspektive. Ich fand ihn recht interessant, aber bei weiten nicht so wie Kelsier. Dafür war mir der Typ dann doch zu seltsam.

    Mit Elant konnte ich ja im ersten Band weniger anfangen, wenn ich ihn auch nicht schlecht fand. Es war hier ganz interessant zu erfahren, wie er sich als König macht. Denn man hat deutlich seine Entwicklung miterlebt, wie er anfangs eigentlich wenig für dieses Amt geeignet war, aber dann durch Hilfe und inneren Wachstum darin aufgegangen ist. Durch seine Perspektive kann ich ihn inzwischen besser verstehen und konnte deshalb auch mehr mit ihm anfangen. Manchmal habe ich über seine idealistischen Ansichten zwar die Augen verdreht, aber das gehört zu seiner Figur und er weiß es selbst.

    Als dritte wichtige Perspektivenfigur ist Sazed aufgetreten – der Bewahrer aus Terrisien. Er hat in dem Buch auch eine immer wichtigere Rolle eingenommen. Anfangs fand ich seine Perspektive ziemlich langweilig, weil er sich erneut mit der Prophezeiung um dem Helden aller Zeiten beschäftigt hat. Es fühlte sich wiederholend, langwierig und nicht sonderlich gehaltvoll an. Zumal man ja immer vor dem Kapitel einen kurzen Ausschnitt in Kursiv von einem früheren Bewahrer hatte, der über den damaligen Helden gesprochen hat. Nicht nur, dass ich die Texte verwirrend fand, fand ich sie auch sehr wiederholend. Die haben mich mehr gestört, alles andere. Und dann kam noch Saze mit seinen Studien dazu… es wurde erst spannend, als man gemerkt hatte, dass irgendwas mit dem Nebel nicht stimmt und dies noch einmal einen ganz neuen Plot herausgekommen ist.

     

    Demensprechend muss ich erneut als Kritikpunkt anbringen, dass ich es manchmal etwas langatmig fand. Es gab Abschnitte, wo gefühlt nicht viel passiert ist oder die sich sogar wiederholt haben.

    Ich fand zum Beispiel den Handlungsstrang mit dem Verräter, der in Form eines Kandras unter die Mannschaft sich gemischt hat, spannend. Aber einerseits wurde das nur halbherzig verfolgt und führte auch zu wenigen Ergebnissen. Als dann schließlich herauskam, wer es war, war das einerseits zwar ziemlich gerissen vom Autor gemacht, aber trotzdem nicht umhauend. Irgendwie musste es am Ende darauf hinauslaufen. Ich hätte mir gewünscht, dass etwas mehr und Konkreteres in die Richtung passiert. Vin hat zwar versucht einige auszuschließen und ermittelt, indem sie mit diesen redet, aber so wirklich etwas dabei rausgekommen, ist nicht.

     

    Fazit: Das Ende macht auf jeden Fall neugierig, wie es nun weitergeht. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, aber es kein Highlightgefühl in mir ausgelöst. Irgendwie fehlt mir der letzte Funke dazu. Ich mag die Geschichte sehr, besonders die Figuren, die Idee mit der Magie und den Schreibstil, aber es überzeugt mich nicht komplett. 4 Sterne.

  3. Cover des Buches Das Washington-Dekret (ISBN: 9783423219358)
    Jussi Adler-Olsen

    Das Washington-Dekret

    (223)
    Aktuelle Rezension von: Buecherwurm_16

    Dieses Buch ist wohl ein Klassiker unter den Politthrillern, immerhin ist es bereits vor 20 Jahren erschienen. Die Geschichte folgt einer kleiner Gruppe von Menschen, die zufällig eine Reise gewinnen: eine junge Frau, die sich politisch engagiert, eine alleinerziehende Mutter aus der Bronx, ein Provinz-Sheriff, einen Pressesprecher und einen Journalisten. Am Anfang haben sich die Ereignisse sehr überschlagen und haben sich teilweise konstruiert angefühlt. Je tiefer ich aber in die Geschichte eingetaucht bin, desto vielschichtiger wurden die Charaktere und die Geschichte konnte mich mehr und mehr von sich überzeugen. Die über 600 Seiten gingen durch die ständigen Perspektivwechsel sehr schnell rum.
    Auch wenn ich schon bessere (Polit)Thriller gelesen habe, würde ich das Buch trotzdem empfehlen! Das Thema ist fast aktueller als damals und wie nah die gesetzliche Grundlage hinter dem dargestellten Szenario ist, hat mich echt erschreckt!

  4. Cover des Buches Leere Herzen (ISBN: 9783442718382)
    Juli Zeh

    Leere Herzen

    (342)
    Aktuelle Rezension von: ArtVandaley

    Das Buch ist eine Dystopie, die nur wenige Jahre in der Zukunft spielt. Deutschland wird von einer Partei besorgter Bürger regiert, die in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt hat. Ähnlichkeiten mit der Realität sind offensichtlich und fast alles, was passiert, ist in wenigen Jahren vorstellbar. Juli Zeh schreibt packend und mitreißend und ich habe das Buch fast "weggeatmet". Am Ende habe ich mich aber gefragt, was ich da eigentlich so schnell gelesen habe und bin ein wenig enttäuscht, weil ich mir mehr Schilderungen der Gesellschaft der nahen Zukunft gewünscht hätte. Stattdessen steht das makabere Geschäftsmodell der Firma "Die Brücke" der beiden Hauptfiguren für meinen Geschmack viel zu sehr im Mittelpunkt.

  5. Cover des Buches Gegen den Hass (ISBN: 9783596522217)
    Carolin Emcke

    Gegen den Hass

    (53)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Wer sich auch nur ein wenig im Internet bewegt, weiß es schon lange: die Menschenfeinde versuchen lautstark, organisiert und hemmungslos ihren Hass als die wahre Meinung des Volkes, die aufrichtige Mehrheitsmeinung zu verkaufen. Dass es diesen rechten bis rechtsextremen Rand in jeder Gesellschaft gibt, ist nichts Neues. Dass diese fanatische Minderheit bis zu 20 Prozent der deutschen Gesellschaft ausmacht, könnte man auch seit Jahren wissen, wenn man die entsprechenden Studien verfolgt hätte. Hier haben die bürgerliche Mitte und die Verteidiger der offenen Gesellschaft schlichtweg zu lange weggeguckt. Die autoritären Charaktere mit ihrer Radfahrermentalität (Erich Fromm), nach oben buckeln und nach unten treten, die preußischen Untertanen, versuchen den Diskurs zu okkupieren und ihre Meinung als mehrheitsfähig in die Mitte der Gesellschaft zu transportieren.

    „Die Sorge erlebt zur Zeit eine erstaunliche Aufwertung. In der Sorge, so die rhetorische Suggestion, artikuliere sich ein berechtigtes Unbehagen, ein Affekt, der politisch ernst genommen und keinesfalls kritisiert werden sollte. Als seien ungefilterte Gefühle per se berechtigt. Als käme unreflektierten Gefühlen eine ganz eigene Legitimität zu.“

    Obsessiver Hass

    Erst mit dem Erstarken von Pegida und AfD wacht die im Konsum erstarrte offene Gesellschaft langsam auf. Erst mit dem Rückfall zahlreicher Deutscher in den völkischen Hass-Habitus schrecken Intellektuelle wie Carolin Emcke oder Harald Welzer auf. Es ist dringend an der Zeit die offene Gesellschaft zu verteidigen und sich klar und deutlich als Mehrheitsgesellschaft gegen den Hass zu positionieren. Emckes Plädoyer trifft den Kern der Debatte, was die Reaktionen der besorgten Bürger (u.a. in Amazon Rezensionen und Kommentaren) eindringlich bestätigen. Der Hass ist obsessiv geworden. Und seit geraumer Zeit werden aus den Worten auch Taten. Was Sarrazin, Pirinçci, Don Alphonso (Rainer Meyer), Höcke und sonstige Protagonisten der Neurechten sprachlich und gedanklich vorbereiten, führen die Hohlköpfe der neuen SA, die Hooligans, Kameradschaften, Freundeskreise und wie sich die rechtsextremen Gewaltaffinen auch nennen mögen, auf den Straßen aus.

    „Den Hass und die Angst schüren nicht zuletzt die, die sich von ihm Gewinn versprechen. Ob die Profiteure der Angst in der Währung der Einschaltquoten denken oder in Wählerstimmen, ob sie mit einschlägigen Titeln Bestseller produzieren oder sich mit griffigen Schlagzeilen Aufmerksamkeit verschaffen – sie alle mögen sich distanzieren von dem sogenannten »Mob« auf der Straße, aber sie wissen ihn ökonomisch für sich zu nutzen.“

    Mehr noch, muss man hinzufügen, sie sind sich in der Sache einig, lediglich die Methoden halten sie für falsch. Es ist diese Allianz der Hetzer mit dem Mob, die das gesellschaftliche Gefüge gefährden und der Menschenfeindlichkeit den Nährboden bieten. Carolin Emcke beginnt „Gegen den Hass“ mit genau solch einer Melange aus Worten und Taten. Clausnitz, wiedermal ein deutscher Ort, nach den überwunden geglaubten 90er Jahren, der zu einem Symbol des Hasses geworden ist.

    „Clausnitz ist nur ein Beispiel für den Hass und die Raster der Wahrnehmung, die ihn vorbereiten und formen, die Menschen unsichtbar und monströs zugleich machen. In Clausnitz traf es einen Bus mit Geflüchteten. In anderen Städten, in anderen Regionen trifft es Menschen mit einer anderen Hautfarbe, einer anderen Sexualität, einem anderen Glauben, einem uneindeutigen Körper, es trifft junge oder alte Frauen, Menschen mit einer Kippa oder einem Kopftuch, Menschen ohne Obdach oder ohne Pass, was immer gerade als Objekt des Hasses zugerichtet wird. Sie werden eingeschüchtert, wie in diesem Fall, oder kriminalisiert, sie werden pathologisiert oder ausgewiesen, angegriffen oder verletzt.“

    Als zweites Beispiel für „Hass und Missachtung“ führt Emcke den institutionellen Rassismus in den USA an. Es ist ein Beispiel, exemplarisch und nicht der Fingerzeig auf andere. Der institutionelle Rassismus ist kein Problem der USA, dort hat er lediglich eine spezifische Geschichte mit einer spezifischen und nicht einfach übertragbaren Ausprägung. Aber die Strukturen des Rassismus, die Missachtung des Lebens, die Menschenfeindlichkeit sind sehr wohl auch bei uns auszumachen.

    Der Mord an Eric Garner und sein Ausruf „This stops today“ ist Warnung, Mahnung und Aufforderung an alle Demokraten sich den Hass entgegenzustellen. Wie Harald Welzer es in „Wir sind die Mehrheit“ schrieb: Die Weimarer Republik scheiterte nicht, weil sie zu viele Feinde hatte, sie scheiterte, weil sie zu wenig Freunde hatte. Ebenso wie Welzer ruft Emcke dem Leser zu: Werdet Freunde der offenen Gesellschaft! Stellt euch gegen den Hass! Wir sind die Mehrheit!

    Der zweite Teil des Buches ist der Versuch den Kern der völkischen Ideologie, wie sie im Rassismus, bei Pegida, AfD und Neurechten gepflegt wird, aufzudecken: Homogen, Natürlich, Rein. Die Dreifaltigkeit der Einfältigkeit. Die Nähe von Neurechten, besorgten Bürgern und Islamisten wird hier besonders deutlich. Die Fundamentalisten sind immer gegen das vermeintlich Unnatürliche, das Unreine, die Biologisierung der eigenen Ideologie, der eigenen Ressentiments. Menschenfeinde sind Menschenfeinde – auch wenn sie es, geblendet von ihrem Hass, nicht erkennen werden.

    Emcke schließt das Buch mit dem dritten Teil, einem Plädoyer für den Pluralismus, die offene Gesellschaft. Hinter allem steht die Mahnung Eric Garners: Es muss heute aufhören! Der Hass muss aufhören.

    Während der erste Teil des Buches im journalistischen Stil geschrieben ist, dominiert im zweiten und dritten Teil ein philosophisch-akademischer Ton. Hierdurch wird meines Erachtens Potenzial verschenkt. Solche Bücher bedürfen einer großen Reichweite. Dass die besorgten Bürger das Buch nicht lesen werden, versteht sich von selbst. Aber die Mehrheitsgesellschaft besteht nicht nur aus Akademikern und Intellektuellen. Das ändert aber natürlich nichts an der Wichtigkeit des Buches und der trefflichen Analyse und Argumentation.

  6. Cover des Buches Staat der Angst (ISBN: 9783365000830)
    Hillary Rodham Clinton

    Staat der Angst

    (74)
    Aktuelle Rezension von: Ladybug

    Ein flüssiger Schreibstil lässt diesen Titel recht flüssig und schnell lesen. In insgesamt 45 Kapiteln mit vielen kleinen Szenenwechseln innerhalb, welche mit Gedankenstrichen getrennt sind, ist dieser Plot aufgebaut. Die Protagonisten sind bildlich gut dargestellt und ich hatte so meine Vorstellungen von den Charakteren. Mehr oder weniger Sympatien aufzubauen, viel mir nicht schwer, so konnte ich den Präsidenten überhaupt nicht leiden…

    Es geht um Intrigen und Machtspiele unter den Politikern, sowie Anschläge und Terroristen.

    Die Spannungskurve war sehr gut gewählt, so verlief der Anfang etwas ruhiger und steigerte sich von Kapitel zu Kapitel, denn die vielen Wendungen und Enthüllungen und das in unterschiedlichen Perspektiven dargestellt, trugen zur Spannung bei.

    Für das Cover hätten sich die Autorinnen allerdings etwas mehr Kreativität einfallen lassen können, denn alleine diese Darstellung hätte mich so nicht angesprochen.

     

    Ein wirklich temporeicher und fesselnder Politthriller von einer ehemaligen Außenministerin, die zusammen mit ihrer Autorenfreundin ein sehr lesenswertes brandaktuelles Werk erschaffen hat.

  7. Cover des Buches Die smarte Diktatur (ISBN: 9783596035526)
    Harald Welzer

    Die smarte Diktatur

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Selket
    Welzer zeichnet auf rund 300 Seiten das Bild einer Gesellschaft, die sich im Wandel befindet, im historischen Umbruch von Moderne zu Postmoderne. Leider ist dieser Wandel ein Rückschritt und kein Fortschritt, denn der Kapitalismus mutiert in der Konsumgesellschaft zunehmend zum Raubtierkapitalismus, weil sich überall 'räuberische Formationen' durchsetzen, die unter dem Vorwand die Welt zu verbessern, die Menschen versklaven und die Umwelt zerstören.
    Die Ideale der Moderne, z.B. die der französischen Revolution, wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind nurmehr Lippenbekenntnisse einiger Politiker geworden, während in Wirklichkeit das 'Recht des Stärkeren' regiert. (Etwas, das sich derzeit an der Ausbreitung der Wirtschaftskriege ums Öl rund um das Mittelmeer anschaulich beobachten lässt. Anm. d. V.) Feudalismus im neuen Gewand und Autokratien kehren auch bei uns wieder zurück.
    Die Crux ist, dass wir alle durch unseren Hyperkonsum, jeder will ein Smartphone, ein Auto, ein Haus, etc. und alles möglichst billig, zugleich Mittäter an der Zerstörung der Welt, zu der wir alle gehören, sind. Kurz: wir zerstören uns selbst und keiner will es wissen.
    Deshalb sind wir wie gelähmt angesichts der Katastrophen, die uns unweigerlich heimsuchen. Denn in Wirklichkeit hat alles zwei Seiten. Das Internet der Kommunikation, das uns verbindet, kann von den Angehörigen der 'räuberischen Formationen' auch zum Ausspionieren gegen uns verwandt werden. Der Energiebedarf der billigen und digitalen Produkte, die unser Leben vorgeben bequem und lustig zu machen, führt zum Raubbau an der Natur und zur Umweltkatastrophe. Digital ist fossil. (Welzer, S. 220) Außerdem führt er zur Versklavung der Arbeiter an den Abbaustätten (z.B. für seltene Erden, Kongo) und zum Vertreiben der Menschen aus ihrer Heimat, weil dort die Wirtschaftskriege ums Öl toben. Die Erde wird auf diese Weise zunehmend unbewohnbar. Wollen wir das?
    Dieser Zusammenhang soll aber nicht in unser Bewusstsein geraten. Deshalb wird von den 'Bewusstseinsindustrien' und in den „(a)sozialen Netzwerken“ möglichst vieles aus dem Zusammenhang gerissen. Wir werden mit fragmentierten Informationen bombardiert und müssen uns selbst einen Reim darauf machen. Womit wir zunehmend überfordert werden.
    Die gute Nachricht ist: Wir müssen dabei nicht mitmachen. Wir müssen lediglich unsere Bequemlichkeit überwinden und mit dem Hyperkonsum unnützer Produkte (wie z.B. Pokemon) aufhören. Wenn das massenhaft gelingt, tun wir der Natur etwas Gutes. Denn unnützer Kram, der nicht mehr nachgefragt wird, wird auch nicht mehr produziert und verbraucht auch keine Energie mehr. Denkt einfach einmal darüber nach.
    Das was euch am Leben hält, ist das, was euch wirklich wichtig ist. Das solltet ihr herausfinden. Das geht aber nur, wenn ihr die „augmented reality“ verweigert, denn sonst werdet ihr nicht mehr wissen, worauf es im Leben ankommt, was für euch in eurem Leben wirklich zählt und darüber euch selbst verlieren. Das ist der Tod.
  8. Cover des Buches Nächstes Jahr in Havanna (ISBN: 9783453422780)
    Chanel Cleeton

    Nächstes Jahr in Havanna

    (102)
    Aktuelle Rezension von: tortuga

    Ich habe durch dieses Buch das Gefühl bekommen wirklich etwas über Kuba zu erfahren. Über die Kultur, das Leben, die Geschichte, die Einschränkungen durch die Regierung und den kubanischen Pragmatismus. Es ist ein tolles Buch in dem man durch die Verschiedenen Sichtweisen von Regimekritikern, Regimebefürwortern, Exilanten und Kubanern ein sehr facettenreiches Bild von einem faszinierenden Land erhält.

  9. Cover des Buches Die Schatten der Solaren Union (ISBN: 9783911884105)
    Eryx Vail

    Die Schatten der Solaren Union

    (82)
    Aktuelle Rezension von: Antea_xo

              Das Cover von „Die Schatten der Solaren Union“ hat mich sofort neugierig gemacht. Es sieht modern und ein bisschen düster aus, genau wie ich es bei einem Science-Fiction-Roman erwarte. Die Farben und das Motiv passen richtig gut zum Inhalt und haben mich direkt in die richtige Stimmung versetzt.


    Beim Lesen ist mir der Schreibstil von Eryx Vail sehr positiv aufgefallen. Die Sätze sind klar und flüssig und ich konnte mir die Szenen immer gut vorstellen. Besonders die politischen Machtspiele und Intrigen werden sehr glaubwürdig und spannend beschrieben. Ich hatte oft das Gefühl, dass ich mitten in einer Sitzung der Regierung oder bei geheimen Verhandlungen dabei bin. Wer gerne politische Thriller liest, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.


    Allerdings hatte ich ein kleines Problem mit den Figuren. Fast alle Charaktere wirken ziemlich kühl und berechnend, und ich habe leider niemanden gefunden, mit dem ich so richtig mitfiebern konnte. Mir hat eine Person gefehlt, die ich wirklich sympathisch finde oder bei der ich mitfiebern kann. Das macht es manchmal ein bisschen schwer, emotional ganz einzutauchen.


    Das Setting im Weltall ist grundsätzlich spannend, aber manchmal hätte ich mir noch mehr Details zum Leben auf den Saturnmonden oder den Alltag im All gewünscht. Die politischen und moralischen Fragen stehen klar im Vordergrund, was auch interessant ist, aber das Sci-Fi-Feeling hätte für meinen Geschmack noch etwas stärker sein dürfen. Besonders gut gefallen haben mir die Stellen, an denen aktuelle gesellschaftliche Themen in die Zukunft übertragen werden, denn das regt zum Nachdenken an.


    Das Buch endet mit einem Cliffhanger, was einerseits neugierig auf den nächsten Band macht, mich aber auch ein bisschen unbefriedigt zurückgelassen hat. Insgesamt ist „Die Schatten der Solaren Union“ ein spannender und anspruchsvoller Roman, der vor allem Leserinnen und Leser anspricht, die Lust auf politische Intrigen im Science-Fiction-Gewand haben. 


    Ich vergebe 3 von 5 Sternen. Trotzdem eine Empfehlung für alle, die gerne über Macht, Politik und moralische Fragen nachdenken!

            

  10. Cover des Buches Orbáns Ungarn (ISBN: 9783218012614)
    Paul Lendvai

    Orbáns Ungarn

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    "Am Beispiel Viktor Orbáns zeigt sich, wohin es führen kann, wenn nationalistische Rechtspopulisten einmal an der Macht sind." 

    Quo vadis Ungarn? 

    Der langjährige ORF Korrespondent, Paul Lendvai, ein angesehener Osteuropa-Experte, hat den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und seine Politik ins Visier genommen. 

    Mit einer Vielzahl durch Quellenangaben gestützter Fakten gelingt ihm eine kurzweilige Charakterisierung Orbáns. 

    Lendvai schildert den Werdegang des aus einfachsten Verhältnissen stammenden Orbán nicht ohne Respekt. Ist der junge Orbán doch gegen den Sozialismus auf die Barrikaden gestiegen. Wie kann es allerdings sein, dass eine solche Kehrtwende durchgemacht hat? Was treibt ihn an? 

    Mit seinem gnadenlosen Streben nach Macht und Einfluss, einer militanten Kampfbereitschaft und strategischen Wendigkeit hat Orbán sich und seine Partei in die heutige Position bringen können. Er prangert die Korruption der ehemaligen sozialistischen Regierungen an und bedient sich gleichzeitig aus den Kassen des Staates. Er lässt Freunde an die Futtertröge der Macht und lässt sie, sobald sie nicht mehr nützlich erscheinen, einfach fallen bzw. lässt sie verfolgen. Er spielt mit den nationalistischen Gefühlen der Menschen, wie es ihm gerade passt. Orbàn ist Nutznießer des Zerfalls und der Uneinigkeit der anderen Parteien, die seinem Aufstieg nur hilflos zusehen (können). Seine Hauptinteressen sind Vermehrung von Macht und Geld sowie Fußball.

    Aufkeimende Opposition erstickt er im Keim. Selbst die ihm bislang nützliche rechtsradikale Partei „Jobbik“ überholt er durch seine ausländerfeindliche Politik. Und hier ist noch gar nicht seine Flüchtlingspolitik gemeint, sondern „Strafsteuern und „Strafzölle“ für ausländische Unternehmen, die in Ungarn Geschäfte machen woll(t)en. Beginnend mit den Lebensmittelkonzernen wie REWE oder Spar und diversen Banken. Auf den Millionär George Sörös, der einige Universitäten sponsert, hat er eine regelrechte Hexenjagd entfacht. 

    Zahlreiche Weggefährten werden, nachdem sie ihre Schuldigkeit getan haben, auf ein Abstellgleis gestellt. So wird János Lázár entmachtet und erhält den Posten eines „Staatssekretärs für Nichtraucherschutz“. Echt, so etwas gibt es in Ungarn.  

    Was will Orbán mit seiner doppelbödigen Politik bezwecken? Die Rückkehr zu einem totalitären Staat wie einst unter den Kommunisten? Wiedererrichtung des Horthy-Regimes? 

    Das vorliegende Buch ist die 2020 aktualisierte Ausgabe des 2016 erschienenen Buchs und eine exzellent recherchierte Analyse der ungarischen Politik seit 1989. Einiges hat sich inzwischen weiter zugespitzt und Viktor Orbàns Populismus hat leider zahlreiche Nachahmer gefunden. Die eifrigen Kopisten von Orbáns Politik in Österreich sind inzwischen Geschichte.

    „Die Seele des (ungarischen) Volkes wird mit Hass und Furcht vergiftet.“ (Agnes Heller (1929-2019)).

     Fazit: 

    Das vorliegende Buch ist die 2020 aktualisierte Ausgabe der 2016 erschienenen Biografie Viktor Orbáns und eine exzellent recherchierte Analyse der ungarischen Politik seit 1989. Hier gebe ich eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

     

  11. Cover des Buches Wie Demokratien sterben (ISBN: 9783570554081)
    Steven Levitsky

    Wie Demokratien sterben

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    "Demokratien können nicht nur von Militärs, sondern auch von ihren gewählten Führern zu Fall gebracht werden, von Präsidenten oder Ministerpräsidenten, die eben jenen Prozess aushöhlen, der sie an die Macht gebracht hat. [...] Der demokratische Rückschritt beginnt heute an der Wahlurne. [...] Wenn die Zusammenbrüche von Demokratien in der Geschichte uns eines lehren, dann, dass extreme Polarisierung für Demokratien tödlich ist."

    "So geht also die Freiheit zugrunde - mit donnerndem Applaus."
    Padmé Amidala, Star Wars Episode III

    Wenn man popkulturelle Referenzen nicht scheut, dann könnte man die letzten 20 Jahre als palpatinische Periode bezeichnen. Viktor Orbán, Recep Tayyip Erdoğan, Wladimir Putin, Hugo Chávez und nicht zuletzt Donald Trump – dies nur die populärsten Beispiele für Staatschefs, die demokratisch gewählt wurden und danach begangen, die demokratischen Strukturen so zu schwächen oder zu verbiegen, dass sie ihren Machterhalt sichern und keine offene, pluralistische Demokratie mehr gewährleisten. Auch in Ländern, in denen noch keine Autokraten regieren, gibt es verstärkt autokratische Bewegungen. Noch ist die Welt nicht so düster wie das Titelblatt, aber wer wirklich in einer offenen Gesellschaft leben will, der hat es dieser Tage in vielen Ländern der Welt immer schwerer.

    Von einer Krise der Demokratie zu reden ist also angebracht, aber letztlich steckte die Demokratie schon immer in der Krise – nur weil sie das fairste und vernünftigste, ja sogar beste politische System ist, heißt das nicht, dass sie auch das einfachste ist oder das am wenigsten anfällige. Ganz im Gegenteil. Demokratien sind komplex und stets bedroht. Schon kleinste Ungleichgewichte oder kurzfristige Veränderungen können sie aus der Bahn werfen. Und die Demokratie ist zwar oft gegen Angriffe von außen, aber meist sehr schlecht gegen Angriffe von innen gewappnet. Was einmal demokratisch legitimiert ist, kann die Demokratie an empfindlichen Stellen erreichen und ihr dort schaden.

    "Wer nicht aus der Geschichte lernt, der ist gezwungen, sie zu wiederholen" - dieser Aphorismus könnte in fetten Lettern als Credo auf der ersten Seite dieses Buches stehen. Denn die Autoren unternehmen nicht nur eine Analyse der Gegenwart, die sich vor allem auf Trump und seine Gefahr für die amerikanische Rechtsstaatlichkeit konzentriert, sondern greifen viele anschauliche Beispiele aus der Historie auf, um zu zeigen, wie Demokratien in den letzten 100 Jahren "gestorben" sind, wie es dazu kommen konnte.

    Dabei werden im Akkord Nägel auf dem Kopf getroffen. Zu sagen, dieses Buch sei schlicht gut, wäre eine Untertreibung und doch könnte man es eigentlich dabei belassen: es ist schlicht ein gutes Buch, im Schreibstil, in der Argumentation, in der Anschaulichkeit. Die Autoren argumentieren keinen Moment lang ideologisch, sondern stellen lediglich fest, führen an, belegen. Sie weisen undemokratisches Verhalten nicht nur in den faschistischen Regimen der 20er, 30er und 40er Jahre oder den heute von Autokraten regierten Staaten nach, sondern auch in den US-amerikanischen Südstaaten der 1880er und 1890er Jahre und an anderen, teilweise überraschenden Orten.

    Das ganze Buch erarbeitet ein klares Spektrum antidemokratischer Instrumentarien und ermittelt viele alarmierende Beispiele für ihre Anwendung in unserer Zeit. Dabei ergeben sich (zumindest für mich) wie von selbst Parallelen zu anderen Erscheinungen, auch in der eigenen Demokratie.
    So martialisch der Titel auch klingen mag – er ist gerechtfertigt. Demokratien können sterben und wer ihre drohende Anfälligkeit nicht bemerkt oder sich nicht dagegen wehrt, sie als krank oder als angeschlagen zu betrachten, der hilft durchaus dabei sie zu töten. Donald Trump kam an die Macht, obgleich er in vielerlei Hinsicht als problematische Figur bekannt war – viel zu selten wurde er als antidemokratisch wahrgenommen und von diesem Aspekt geht die eigentliche Gefahr bei ihm aus.

    Wieder mal so ein Buch, das eigentlich jeder lesen sollte. Es werden wohl wieder nur die lesen, die eh schon ahnen, was auf uns zurollt. Vielleicht ist dies hier nur ein weiteres Testament. Ich hoffe, dem ist nicht so.

  12. Cover des Buches Links oder rechts? (ISBN: 9783328100751)
    Jakob Augstein

    Links oder rechts?

    (7)
    Aktuelle Rezension von: Antonia_Salomon
    Das ist schon lange kein Schlagabtausch mehr, sondern das schlaffe Wiederholen von längst Gesagtem, wobei Augstein als rechthaberischer Ideologe zunehmend langweilt.
  13. Cover des Buches Kommando Flächenbrand (ISBN: 9783962152130)
    Markus Heitz

    Kommando Flächenbrand

    (7)
    Aktuelle Rezension von: benfi
    KURZBESCHREIBUNG:
    In der Kurzgeschichten-Sammlung 'Kommando Flächenbrand' geht der deutsche Fantasy-Autor Markus Heitz andere Wege - er ist gesellschaftskritisch unterwegs. In den vier Kurzgeschichten beschäftigt er sich unter anderem mit der Flüchlingspolitik oder revolutionären Gedanken. Grundliegend ist bei diesen Stories die Frage: was wäre, wenn? Hier die Geschichten im einzelnen:

    'Der Nachbar':
    Der Redner für die Organisation 'Ärzte ohne Grenzen' Ghandi King Zulu bittet vor dem zuständigen Ausschuss des europäischen Parlaments um Unterstützung gegen die Hungersnot und Verarmung in Afrika. Lächelnd wird dieses Problem beiseite geschoben - bis eines Tages Hunderte von Flüchtlingsschiffen vor den Küsten der Mittelmeer-Ländern der EU stehen und eine regelrechte Flüchltingswelle über Europa hinweg schwappt. Befangen wie gelähmt weiß der Rat damit nicht umzugehen und dem Druck der Öffentlichkeit gerecht zu werden. Als die zweite Welle an Flüchtlingen in Europa ankommt und es erste Konfrontationen gibt, spitzt sich die Lage mehr als dramatisch zu!

    'Kommando Flächenbrand':
    Nicht nur Hinnehmen und Reden; das ist das Motto von Tim Grandmann alias Flächenbrand, dem sein Leben als Sohn des Vorstandvorsitzenden eines Immobilienunternehmens und Doktor in Betriebsmanagement zuviel wird und mit dem Tod seines Vaters anfängt zu handeln. Er sammelt einige Interessen-Genossen um sich, um mit seinem geerbten Geld etwas Bewegung in die deutsche Politik zu bringen. Ohne Gewalt - mit reiner Überzeugungskraft! Allerdings nimmt die Sache schneller ungeahnte Ausmaße an, als es ihm lieb ist - doch zum Zurückrudern ist es längst zu spät!

    'Germany's Next Auswanderer':
    Überraschend werden der arbeitslose Ingo Rusnici und seine Familie für die neue Serie 'Germany's Next Auswanderer' ausgewählt. Innerhalb kürzester Zeit packen er, seine Frau Domenica und seine Kinder die wichtigsten Sachen und sitzen im Hubschrauber zu einem exotischen Ziel transportiert, um dort 24 Stunden auszuharren. Wie tödlich exotisch dieses jedoch ist, müssen Ingo und seine Familie sehr schnell erfahren!

    'Die Letzte':
    Oberfeldwebel Hektor Alois Burg hat es überlebt: als Minenräumer kann er nach 7000 entschärften Todbringern endlich aus dem Kosovo nach Hause und ein neues Leben beginnen. Da fällt ihm eine vergessene Mine in einem namenlosen Ort in der Nähe von Prizren ein. Diese will er noch unschädlich machen. Allerdings ahnt der Oberfeldwebel nicht, dass diese Mission schwieriger sein wird, als wie die vorherigen - mit ungewissem Ausgang...

    KOMMENTAR:
    Die Kurzgeschichten-Sammlung 'Kommando Flächenbrand', welche schon im Jahre 2015 lediglich als e-Book auf den Markt gebracht wurde, beinhaltet erschreckend aktuelle Visionen, obwohl die Stories teils über zehn Jahre alt sind. In dieser Bündelung von vier Geschichten aus der Feder des deutschen Autors Markus Heitz befasst sich eben jener mit den teils politischen Themen wie Flüchtlinge, Kriege und Revolution. Diese Themen packt Heitz in düstere, beängstigend realistische sowie zynische Geschichten. Beginnend mit 'Der Nachbar', in dem der Autor sich mit der Frage beschäftigt, was wäre, wenn die afrikanischen Länder beschließen würden, gezielt vielfache Flüchtlingsboote in Tanker-Größe nach Europa zu senden. Dasselbe Thema in einer spiegelverkehrten Variante weist die Story 'Germany's Next Auswanderer' auf; einzig mit dem Hinweis - der Krieg ist fern ... und doch so nah! Heitz zieht den Leser aus seinem warmen Lese-Sessel und weist ihn auf beängstigend faszinierende Weise auf die Problematiken in der heutigen Welt hin - Problematiken, die schon viele Jahre anhalten und wegen der Handlungsverweigerung der Mächtigen wie eine Mine unter unser aller Füße schlummern. 'Kommando Flächenbrand' hat einen Hauch des Romans 'Die Welle' von Morton Rhue, welcher in einer deutschen Produktion erfolgreich verfilmt wurde und sogar den Einzug in den Unterricht unserer Schulen fand. Ganz ehrlich: diese Kurzgeschichten haben eigentlich auch das Zeug dazu! Dabei denke ich besonders an die Geschichte 'Die Letzte', welche mich zwar schon mit ihrem Ende ein klein wenig enttäuschte, allerdings genau dieses den Raum für anregende Diskussionen geben könnte. Wer die Horror- und Fantasyromane des Autors mag und einfach mal über den Tellerrand lesen möchte, wird hier auf überraschend tiefschürfende Fiktionen stoßen, die doch zum Nachdenken anregen - sehr gelungen!
    8,2 Sterne
  14. Cover des Buches Die den Sturm ernten (ISBN: 9783406707803)
    Michael Lüders

    Die den Sturm ernten

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaerchen

    Lüders liefert einen unangenehmen und ungeschminkten Überblick über die Vorgänge in Syrien. Vor allem die Rolle der "westlichen Welt" in Syrien und anderen arabischen Ländern wird näher beleuchtet. Lüders zeigt, wie die USA und ihre Verbündeten die Lage oftmals falsch einschätzen, weil sie Region und Leute unzureichend kennen und die Region dann in's Chaos stürzen, ohne die Konsequenzen zu tragen. Dabei verfällt Lüders nicht in plumpen Antiamerikanismus, sondern zeigt auf, wo Interessen der USA dazu führen, dass diese politisch und militärisch Intervenieren. Er beruft sich dabei auf offizielle Dokumente und Vorgänge. Die Fehleinschätzungen der USA und der westlichen Welt in Syrien waren und sind kein Geheimnis, aber durch Lüders gut und kompakt aufgearbeitet. 

    Das Buch ist gut in einigen Stunden zu lesen und kann als erster Einblick in die Thematik dienen. Die Rolle Moskaus und anderer Partnerländer Syriens werden am Rande angeschnitten, aber nicht umfänglich vertieft. 

  15. Cover des Buches Zivilcourage 2.0: Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft (ISBN: 9783473553488)
    Kira Vinke

    Zivilcourage 2.0: Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft

    (23)
    Aktuelle Rezension von: Weltensucher
    Hermann und Kira Vinke stellen in ihrem gemeinsamen Buch "Zivilcourage 2.0 - Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft" eine Vielzahl von Menschen aus aller Welt vor, die allesamt eines verbindet: der friedliche Kampf, der Wille zur Veränderung und das Sähen der Hoffnung. Von Menschenrechtsaktivisten über Tier- und Umweltschützern bis hin zu Regimekritikern und Künstlern sind alle dabei, darunter sowohl weltweit berühmte als auch weniger bekannte, aber nicht unbedeutendere Persönlichkeiten aus allen Teilen der Erde. Gerade ihren Mut, ihr Durchhaltevermögen und ihre Unnachgiebigkeit beleuchten Hermann und Kira Vinke vor dem Hintergrund der globalen, stetig zunehmenderen Probleme. "Zivilcourage 2.0" berichtet somit von Weltverbesserern, die auch nur Menschen sind, und doch einen unglaublichen Kapmf mit großer Wirkung und Bedeutsamkeit führen.

    Ich habe mir für dieses Jahr, quasi als Lese-Neujahresvorsatz, vorgenommen, insgesamt mehr Sachbücher über politische, globale und gesellschaftliche Themen zu lesen. Mein erster Griff dieses Jahr, "Zivilcourage 2.0" war hierfür der perfekte Einstieg in ein Genre, das mich jetzt umso mehr anzieht. Hermann und Kira Vinke stellen in ihrem Buch ein breites Spektrum an Theman dar, darunter Armut, Hunger, Krieg, Klimawandel, aber auch Big Data und Korruption im Finanzgeschäft. Es sind keine neuen Themen, sondern Probleme, die im Allgemeinen bekannt und doch immer wieder bei der Rückkehr in den Alltag vergessen werden. Deshalb lohnt sich auch die Erinnerung, wie sie Hermann und Kira Vinke betreiben, allemal - vor allem, wenn sie von den Portraits von Menschen begleitet werden, die tatsächlich gegen diese Probleme vorgehen und kämpfen.

    Mir hat besonders der Aufbau des Buches gefallen. Jedem der sieben Kapitel ist ein umfassender Informationstext und Situationsüberblick zum jeweiligen Thema vorangestellt. Anschließend folgen Darstellungen zu bestimmten Persönlichkeiten, die in diesem Feld aktiv handeln. Dabei werden bekannte Namen wie Edward Snowden oder Malala Yousafzai ebenso wie - zumindest mir - vorher eher unbekannte Persönlichkeiten vorgestellt. Zahlreiche Bilder, kurze Lebensläufe, berühmte Zitate, Interviews, Fakten oder Zusatzinformationen am Rand ziehen sich durch das gesamte Buch und bereichern die behandelten Themen. Ingesamt eine äußerst gelungene Aufmachung!

    Auch der Inhalt konnte mich überzeugen. Manches war natürlich schon bekannt, und doch der Wiederholung wert, vieles war mir aber auch neu oder nur öberflächlich bewusst, sodass ich auch einiges dazulernen konnte. Dabei ist der Text nicht allzu schwierig formuliert und eignet sich für Jugendliche (ab ca. 13 Jahren) und Erwachsene gleichermaßen. Und natürlich sind auch die unterschiedlichen Lebensläufe und Tätigkeiten der vorgestellten "Vorkämpfer für eine gerechte Zukunft" äußerst interessant, inspirierend und aussagekräftig. Ich bin ständig zwischen Erschütterung und Zuversicht, zwischen Pessimismus und Optimismus, zwischen Skepsis und Tatendrang geschwankt - auf der einen Seite das riesige Ausmaß der Probleme, auf der anderen Seite all die tatkräftigen und erfolgreichen Weltverbesserer vor Augen.

    Zweifellos regt das Buch zu einem intensiven Nachdenken an. Es bietet Zugang zu vielen hochaktuellen Themen und eignet sich in dieser Funktion auch wunderbar für Jugendliche. Das sehr breit gefasste Spektrum regt dazu an, sich mit dieser oder jener Frage näher auseinanderzusetzen und möglicherweise selbst aktiv zu werden. Ein Buch mit vielen, bedeutsamen und nicht zu vernachlässigenden Botschaften!

  16. Cover des Buches Eure Dummheit kotzt mich an (ISBN: 9783423261364)
    Rayk Anders

    Eure Dummheit kotzt mich an

    (17)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Verschwörungstheorien, Fake-News, Propaganda, Lügen und Populismus sind zurzeit allgegenwärtig. In jeder Familie gibt es einen, der beim Gespräch irgendeinen politischen Bullshit von sich gibt. Das war doch schon immer so, raunt es von denjenigen, die dem Bullshit anhängen. Klar, gab es schon immer den Onkel oder Opa, der mit reaktionären Meinungen auftrump(f)te. Und doch hat sich sowohl das Niveau als auch die Masse solcher Äußerungen drastisch erhöht.

    Rayk Anders, Journalist aus Berlin, kämpft schon seit Jahren gegen die Windmühlen der Unbelehrbaren. Auf Youtube betreibt er seinen Kanal „Armes Deutschland“. Es ist der Spagat zwischen Aufklärung über den Bullshit, der in Diskussionen und vor allem im Internet verbreitet wird und dem Versuch sich über eben diesen lustig zu machen. Das klappt nicht immer, aber Humor ist bei solch ernsten Themen eben auch fragil. Und angesichts des teils wirklich dümmlichen Diskurses, ist es manchmal auch ganz dringlich vonnöten, diesen Unsinn einfach als solchen zu deklarieren und sich darüber zu amüsieren.

    Für das ZDF hat Rayk Anders die Reportage „Verschwörungstheorien – Leben im Wahn“ gedreht. Und mit „Eure Dummheit kotzt mich an. Wie Bullshit unser Land vergiftet.“ Legt er ein Buch vor, dass einige wichtige Themen des gegenwärtigen Diskurses aufgreift. Er versucht mit Fakten zu entgegnen und die Dummheit von Verschwörungstheorien und Fake-News aufzuzeigen. Die AfD mag Rayk Anders deswegen auch nicht. Der Medienpolitische Sprecher der AfD Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz bezeichnete seine Youtube-Sendungen als „extrem linkes Propaganda-Programm, in welchem das bürgerliche Lager in einer widerlichen Art und Weise diffamiert wird.“ Alles richtig gemacht Rayk, würde ich mal sagen.

    In seinem Buch macht er einen wilden Ritt durch die verschiedenen Bereiche. Von Ernährungslügen wie „Bio ist nur Abzocke“, der Energiewende „Der Automausstieg war ein Fehler“, der rechtsradikalen Propaganda der „Invasion der Flüchtlinge“ aka „Umvolkung“ aka „Migrationswaffe“ aka „Rapefugees“, dem allgegenwärtigen Klassiker der „Lügenpresse“, der „Impflüge“ und dem „Versagen der Demokratie“. All den Ausführungen liegt das wohl von vielen schon gedachte „ich kann es alles nicht mehr hören. Es reicht mir.“ zugrunde. Und Rayk Anders trifft auch den Kern dieser ganzen Debatten: „Menschen wollen sich nicht informieren, sondern empören.“ Darauf läuft es am Ende hinaus. Ein Großteil der sogenannten alternativen Medien machen nichts anderes als Empörungsmanagement zu betreiben. Geld verdienen mit Populismus, Wut und Hass.

    Rayk Anders „Eure Dummheit kotzt mich an.“ ist uneingeschränkt empfehlenswert. Zahllose wichtige Informationen, Gedankengänge, Hinweise und Diskussionsbeträge hält das Buch bereit. Der Stil richtet sich deutlich an ein jüngeres Publikum, eben an die Generation Youtube. Insofern ist es auch ein Buch zur Politisierung und zum Medienkompetenztraining. Wobei letzteres vor allem ältere Semester dringend nötig zu haben scheinen.

    Man kann Rayk Anders sicherlich vorwerfen, mit seinem Ton erreiche er gar nicht diejenigen, die das Buch am dringendsten nötig hätten. Klar. Natürlich nicht. Aber auch bei einem anderen Ton: „Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen“ und ähnlichem Bullshit, würde man die „besorgten Bürger“ nicht erreichen. Denn es geht nie um Tatsachen. Es geht um Empörung! Insofern geht das schon in Ordnung, auch wenn damit vielleicht nur die eigene Peergroup erreicht wird. Seis drum, wenigstens die wird erreicht. Und angesichts der Tatsache, dass das Buch auch aus sozialwissenschaftlicher Perspektive einige Volltreffer enthält, kann man sich nur freuen, dass solche Thesen eine breitere Aufmerksamkeit erlangen. Schließlich ist es dringend geboten, sich dem Populismus entgegen zu stellen.

  17. Cover des Buches Wer wir sein könnten (ISBN: 9783462054262)
    Robert Habeck

    Wer wir sein könnten

    (21)
    Aktuelle Rezension von: lisi.liest.lieber

    Das "Wie" der Sprache macht das "Was" der Politik aus. Sprache IST Politik. Sprache schafft Wirklichkeit. 


    Die Geschichten, die wir uns erzählen, aber auch wie wir sie uns erzählen, formen unsere Realität. 


    Es war wirklich spannend, den Ausführungen Robert Habecks zu lauschen. Kein Hörbuch für mal eben nebenher. Aber dafür ein Hörbuch, das mir im Gedächtnis bleiben wird! 


    4.5/5

  18. Cover des Buches Eiszeit (ISBN: 9783864894299)
    Gabriele Krone-Schmalz

    Eiszeit

    (9)
    Aktuelle Rezension von: wsch
    Spiegel Bestseller – KEIN WUNDER!

    Als Russland-Korrespondentin der ARD, die vier Jahre in diesem Riesenland gelebt hat, weiss Gabriele Krone-Schmalz sicher, was sie (be)schreibt, was sie in einem gut verständlichen Stil erklärt, erläutert, nachvollziehbar darstellt. Wobei sie auch stichhaltige Argumente gegen die sehr einseitige 'Mainstream'-Berichterstattung und 'Mainstream'-Nachrichten der ARD ins Feld führt. 'Mainstream' ist in dem Sinne zu verstehen "Die Russen sind alle die Böse. Und Wladimir Putin ist der Oberschurke..." Denn das ist ja die Vorstellung von Russland und seiner Politik, die durch die Nachrichten wachgerufen und fast täglich bestärkt wird.

    Dass Putin durchaus sachliche, fundierte Gründe für seine Politik einschliesslich der Vorgänge im Zusammenhang mit der Ukraine, der Krim, dem Donbas im Osten der Ukraine hat, dass das auf seine Anweisung hin durchgeführte militärische Eingreifen in den Krieg in Syrien objektive betrachtet nachvollziehbar ist, all das macht die Autorin klar. Wer diese Sicht bezweifelt, lese das Buch mit den vorgetragenen Argumenten. Die nicht bei den Haaren herbeigezogen sind, sondern durch ein ausführliches Quellenverzeichnis nachprüfbar belegt werden.

    Selbst wenn man nicht allen Äusserungen und Feststellungen von Gabriele Krone-Schmalz folgen mag, mehr als lesenswert ist das Buch allemal. Ein echter 'Augenöffner'!

  19. Cover des Buches Vom Anfang bis heute (ISBN: 9783328100065)
    Loel Zwecker

    Vom Anfang bis heute

    (19)
    Aktuelle Rezension von: Wolfhound

    Loel Zwecker komprimiert uns hier die Weltgeschichte auf unter 500 Seiten. 

    Dabei schafft er es durch seinen Schreibstil, aber auch durch vereinzelt eingestreute unnütze Anekdoten, den manchmal doch recht trockenen Geschichtsaspekt aufzulockern. An einigen Stellen konnte ich mir ein Schmunzeln oder auch Lachen nicht verkneifen. 

    Die Themen sind gut aufgearbeitet und machen auch Spaß. So bekommt man einen schönen knackig kurzen Einblick in vielen Aspekte unserer Geschichte.

    Jedoch werden auch hier (unvermeidbare?!) Schwerpunkte wie z. b. die französische Revolution gesetzt und andere Bereiche werden nur angerissen. So werden Jahrhunderte der afrikanischen Geschichte nur wenige Seiten. 

    Auf der anderen Seite sind so schwierige Themen wie Rassismus und die Kolonialisierung meiner Meinung nach gut dargestellt und aufgearbeitet.

    Leider ist der lockere, moderne Stil des Buches auch auf einigen Strecken etwas anstrengend und die Coolness und der Humor wirken zu gewollt, was mir zum Ende hin den Lesespaß etwas verhagelt hat. Dennoch ist es ein absolut lesenswertes Buch, aus dem man einiges mitnehmen kann und das mein Wissen in einigen Belangen doch wieder sehr aufgefrischt hat

  20. Cover des Buches Bekenntnisse (ISBN: 9783492967051)
    Nelson Mandela

    Bekenntnisse

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Mimabano
    NELSON MANDELA ist für mich eine einzigartige Persönlichkeit gewesen.Man kann nur bewundern was er bewirkt hat.Er beeinflusst sogar nach seinem Tod im Jahr 2013 noch viele Leute.Das Buch hat mich leider nicht ganz so begeistert.Das liegt keinesfalls am Thema,sondern meiner Meinung nach an der ganzen Zusammenstellung des Buches.Zum Beispiel fimnde ich es zwar toll,dass Teile von Briefen oder Schriften im Original abgedruckt wurden.Nachteil für mich war : Ich hatte Mühe Mandela's Schrift zu entziffern.Und es waren eben nur Teile vom Ganzen und das war dann bei mehreren solcher Schriften,extrem mühsam für mich, weil alles nur angeschnitten wurde.Zitate waren auch vorhanden und sogar ein Vorwort von Barack Obama.Aber das ganze Buch zu lesen fand ich dann schon sehr anstrengend,weil alles so telegrammmässig dargestellt und erzählt war.Man müsste glaube ich das Buch fast wie ein Witzbuch lesen : Immer wieder hervornehmen und einzelne Erlebnisse oder Abschnitte lesen.Das Buch ist nämlich wirklich sehr detailliert aber auch spannend und sehr persönlich geschrieben,sodass man wirklich weiss,wie und was Mandela gedacht hat!Daher empfehle ich das Buch zwar ,aber man sollte es nicht am Stück lesen meiner Meinung nach...KLAPPENTEXT : 📖 Nelson Mandela,die Ikone der Freiheitsbewegung Südafrikas,öffnet zum ersten Mal sein privates Archiv : Er zeigt uns die Tagebücher,die ihm während den schwersten Stunden seines Lebens Trost spendeten,die erschütternden Briefe,die er in der Gefangenschaft an seine Frau Winnie und seine Kinder schrieb,und die Notizen,die er sich als erster demokratisch gewählter Präsident von Südafrika machte.In diesen bewegenden Zeugnissen wird der Mensch Mandela hinter dem grossen Staatsmann und Freiheitskämpfer sichtbar.
  21. Cover des Buches Nachts im Kanzleramt (ISBN: 9783426302934)
    Marietta Slomka

    Nachts im Kanzleramt

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Sir_Gerry_63

    Heute möchte ich euch kurz das Buch "Nachts im Kanzleramt" von Marietta Slomka aus dem Droemer Verlag vorstellen.

    Dabei geht es aber nicht um heimliche Geschichten und Geschehnisse, die der Bundeskanzlerin oder dem Bundeskanzler schlaflose Nächte bereitet haben, obwohl diese wohl das ein oder andere Mal die Nacht zum Tag machen mussten.
    Der Untertitel verrät es: "Alles, was man schon immer über Politik wissen wollte".

    Wer einfach wissen möchte, was eigentlich Politik ist und wie diese funktioniert, der wird hier fündig. Marietta Slomka ist eine studierte Volkswirtin und Politikwissenschaftlerin und moderiere über 20 Jahre äußerst erfolgreich das "Heute Journal". Neben meiner Nachrichtenlektüre um 20 Uhr 00 schaue ich mir gerade auch diese Sendung recht häufig an.

    Mit großer Sachkompentenz, aber auch mit viel Humor erklärt Marietta Slomka hier spielerisch leicht alle wesentlichen Begrifflichkeiten, die uns aus allen sozialen Medien entgegen kommen. Auf 336 Seiten mit insgesamt 6 Kapiteln geht es um Themen wie Demokratie, Politik in Deutschland, die Medien, die Wirtschaft, Europa und die dringendsten aktuellen globalen Probleme.

    Jedes dieser Kapitel hat wiederum weitere Überschriften, in denen komplexe Sachverhalte vereinfacht dargestellt und erläutert werden. Dazu immer eine kleine humorvolle Anmerkung. Sehr gut hat mir dabei gefallen, dass vieles in kleinen Häppchen dargestellt wird, so daß man einerseits gut voran kam, andererseits aber auch beim Lesen mal inne halten konnte.

    Zum Beispiel kommt die Frage, ob es sich lohnt, wählen zu gehen. Es wird dann erklärt, welches Wahlrecht es gibt, wer wählen darf, ob Demos was bringen und dass es ein Demonstrationsrecht gibt. Oder im Bereich der Medien das Phänomen der Fake News, Fehler, Lügen und Kampagnen, das Internet und wie man Wahres von Unwahrem unterscheidet und wieviel Wahrheit einem zumutbar ist.

    Immer wieder eingestreut wird sog. "Insiderwissen", in denen weitere wichtige Themen erläutert werden wie z.B. V-Leute, Amtsbonus und Wechselstimmung (Bundestagswahl), Whistleblower, Steueroase oder auch hybride Bedrohung.

    Ich konnte mich hier sehr gut zurecht finden und das eine oder andere Thema nun doch noch ein wenig besser einordnen oder gar erst verstehen. Für mich als Politikmuffel genau richtig. Und wenn ich wieder mal was nicht verstehe, frage ich Marietta.

    Ich kann es daher allen, die sich für diesen Bereich interessieren, auf jeden Fall empfehlen!


  22. Cover des Buches Reality Show (ISBN: 9783423263030)
    Anne Freytag

    Reality Show

    (245)
    Aktuelle Rezension von: Tintenwelten

    Die einflussreichsten und mächtigsten Personen Deutschlands werden in ihren eigenen Häusern als Geiseln genommen. Und das sind mitnichten die Politiker:innen, die gewählt wurden, sondern die Strippenzieher:innen im Hintergrund. Alles mehr als wohlhabende Menschen, die düstere Geheimnisse haben und ihren Reichtum auf dem Elend anderer aufgebaut haben. Die Geiselnahme wird live übertragen und die Zuschauer haben die Wahl, welche Bestrafung sie für angemessen halten. 

    🧑‍⚖️ 

    Diese Vorstellung ist gleichermaßen erschreckend wie interessant. Ich habe einen nervenaufreibenden Thriller erwartet, der die Grenzen zwischen Moral, Gerechtigkeit und Selbstjustiz verschwimmen lässt. Leider war ich ein bisschen enttäuscht. Letztendlich werden nur zwei von zehn „Fällen“ verhandelt. Es wird stattdessen viel drumherum erzählt. Wir erfahren anhand von jede Menge Perspektivenwechseln einiges über die Gefühle, Gedanken und Beweggründe von Geiseln, Geiselnehmer:innen und Zuschauenden. Wer ist hier eigentlich Täter und wer Opfer? Insgesamt fand ich keinen der Charaktere wirklich sympathisch. 

    🤔

    Zudem gibt es einige Zeitsprünge, in denen wir erfahren, wer eigentlich hinter „Reality Show“ steckt, wie es überhaupt zu diesem Plan kam und wie er ausgeführt wurde. Hier spielen auch die Beziehungen untereinander eine Rolle. Dadurch kommt es zu deutlich weniger Spannung als erwartet, es war alles etwas langatmig. 

    🤨

  23. Cover des Buches Fever (ISBN: 9783841213815)
    Deon Meyer

    Fever

    (19)
    Aktuelle Rezension von: Streiflicht


    Was wäre, wenn ein Fieber fast alle Menschen auf der ganzen Welt getötet hätte und nur noch ein paar wenige übrig geblieben wären? Der Roman Fever von Deon Meyer geht genau dieser Frage nach.

    Nicolaas Storm und sein Vater haben überlebt und reisen durch ein ganz anderes Südafrika. Es gibt kaum mehr andere Menschen, keine Gesetze mehr und man weiß nie, was als nächstes passiert. Schreckliche Banden und wilde, gefährliche Tiere machen den Überlebenden das Leben schwer. Schließlich finden sie ein paar andere Menschen, gründen eine Siedlung und hoffen auf eine gute Zukunft. Doch dann passiert ein Mord!

    Deon Meyer selbst sagte über dieses Buch: „Der Grund, warum dieses Buch so besonders für mich ist, liegt darin, wie es mich und mein Schreiben verändert hat. Und wie es meinen Blick auf das menschliche Zusammensein neu geformt hat.“ Und genau das habe ich auch empfunden. Man nimmt unsere Gesellschaft, unsere Regeln und Traditionen für gegeben hin – aber das sind sie sicherlich nicht. Nur eine winzige Kleinigkeit kann alles aus der Bahn werfen und das Leben total auf den Kopf stellen!

    Ein absolut spannendes und interessantes Buch, das mehr als ein Gedankenexperiment ist. Es regt zum Nachdenken und Weitergrübeln an, gerade weil es so nahe an der Realität dran ist.

  24. Cover des Buches In besserer Gesellschaft: Der selbstgerechte Blick auf die Anderen (ISBN: 9783218011334)
    Laura Wiesböck

    In besserer Gesellschaft: Der selbstgerechte Blick auf die Anderen

    (13)
    Aktuelle Rezension von: mapefue
    Das Buch ist wie ein Spiegel, in den es ohne Scheu und mit einer Portion Selbstkritik zu schauen gilt.

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