Bücher mit dem Tag "denken"
75 Bücher
- Richard David Precht
Wer bin ich - und wenn ja wie viele?
(664)Aktuelle Rezension von: Isabelle_KocherNormalerweise finde ich es schwer, generelle Leseempfehlungen zu geben, da es immer auf den persönlichen Geschmack und die jeweiligen Lesevorlieben ankommt, doch dieses Buch möchte ich jedem weiterempfehlen. Ich glaube, unsere Welt wäre ein besserer Ort, wenn wir alle Richard David Prechts Buch lesen und reflektieren würden.
Im Gegensatz zu anderen philosophischen Büchern, verliert sich Precht nicht in seinen eigenen Gedanken, die weder Hand noch Fuß haben, sondern beleuchtet die wichtigsten gesellschaftlichen Fragen objektiv von verschiedenen Blickwinkeln aus. Dabei begrenzt er sich nicht nur auf die Ideen der Philosophie, sondern zieht auch andere Disziplinen (wie die Neurowissenschaften, die Anthropologie oder die Psychologie) zu Rate, um neue Denkanstöße zu geben und Themen zu diskutieren wie "Dürfen wir Tiere essen?" oder "Ist Abtreibung moralisch?" Anstatt darüber jedoch ein entgültiges Urteil zu fällen, gibt er dem Leser nur Hilfestellungen, sich selbst kritisch darüber Gedanken zu machen.
Ich lese dieses Buch jetzt zum zweiten Mal und werde es in meinem Leben bestimmt noch ein weiteres Mal lesen. Absolut phänomenal.
- Stefan Zweig
Schachnovelle
(1.499)Aktuelle Rezension von: kristinaliestIch habe mich mit der Schachnovelle etwas schwergetan. Die Sprache wirkt oft hölzern, die Satzstellung ungewohnt, und viele Fremdwörter haben meinen Lesefluss gestört. Interessant fand ich jedoch die Schilderungen der Gefangenschaft. Dennoch wird das Buch wohl keinen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen.
- Udo Baer
Die Weisheit der Kinder
(16)Aktuelle Rezension von: Nadine_Imgrund„Die Weisheit der Kinder – Wie sie fühlen, denken und sich mitteilen“ von Udo Baer
Klappentext
„Kinder wollen verstanden werden.
Warum spielen Kinder Verstecken? Warum lassen die Kleinen so oft den Löffel fallen? Und was bedeutet es, wenn Kinder lügen oder aggressiv reagieren? Der erfahrene Pädagoge Udo Baer entschlüsselt die alltäglichen sowie die problematische Verhaltensweisen und Äußerungsformen von Kindern aller Altersstufen und zeigt den dahinter liegenden Sinn. Mit seinem reichen Schatz an Beispielen, aber auch mit einer Quintessenz an Empfehlungen für Eltern und Erzieher leistet das Buch einen wertvollen Beitrag zu gelingenden Beziehungen in Familie, Kindergarten und Schule.
Udo Baer, Dr. phil., Diplom-Pädagoge, ist Mitbegründer des Pädagogischen Instituts Berlin, Seminarleiter, Leiter von Forschungsprojekte, Mitbegründer der Zukunftswerkstatt „therapie kreativ“, Vorsitzender der Stiftung „Würde“ sowie erfolgreicher Buchautor zu Themen der Kinderpsychologie und Päadgogik.“
Fazit
Das Cover des Buches ist lustig und farbenfroh. Der Schreibstil von Udo Baer ist angenehm und unkompliziert.
Das Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Die Länge der einzelnen Kapitel ist angenehm kurz. Der immer gleiche Aufbau der Kapitel in „Teil A: Kinder verstehen“ mit den Beispielen und den Erklärungen ist schön übersichtlich.
Vom Inhalt her bin ich sehr angetan. Es sind so viele Kleinigkeiten, die man einfach übersieht oder immer wieder in der "Hitze des Gefechts" vergisst. Schön, dass dieses Buch genau darauf den Finger legt und liebevolle Hinweise gibt, wie es besser gehen kann. Man kann hier sehr viel mitnehmen für den Umgang und das gemeinsame Miteinander.
Die „Empfehlungen für Eltern“ und das Kapitel über Geschenke am Ende des Buches runden alles sehr schön ab und fassen das zuvor Gelesene noch einmal sehr übersichtlich zusammen.
Klare Leseempfehlung für alle, die Kinder erziehen oder betreuen.
Vielen Dank, dass ich dieses Buch im Rahmen der Leserunde bei LovelyBooks kennenlernen durfte!
- Rolf Dobelli
Die Kunst des klaren Denkens
(185)Aktuelle Rezension von: SeitenwindEinige der vorgestellten Tricks aus der Psychologie, die im Marketing und der unseriösen Politik Anwendung finden, kannte ich schon im Vorfeld. Der Confirmation Bias, die Reziprozität und die kognitive Dissonanz sind zum Beispiel Leuten, die überhaupt dran denken würden so ein Buch zu lesen, häufig bereits bekannt. Manches ist unter anderen eingedeutschten Namen ebenfalls schon bekannt wie etwa Herdentrieb, Gruppendenken, Korrelation, etc.
Je weiter man im Buch voranschreitet, desto kompliziertere Denkfehler und Fachtermina werden erläutert. Teilweise sind es keine klassischen Denkfehler mehr, sondern Effekte, die sich aus anderen Denkfehler ergeben. Das sehe ich auch als kleine Schwäche des Buches an. Zwar werden hier und da Verbindungen zwischen den Denkfehlern hergestellt und Unterformen explizit erwähnt, teilweise aber auch nicht. Aus meiner Sicht wäre es sehr ratsam gewesen, die Unterschiede stärker herauszustellen, um das Wissen besser zu festigen.
Das Buch eignet sich ganz passabel als Nachschlagewerk aufgrund eines guten Inhaltsverzeichnisses mitsamt Begriff und Umschreibung.
Die Bilder, die jeden Psycho-Fallstrick merk-würdig herausheben sollen, sind ganz nett. Teilweise sind sie aus meiner Sicht aber nicht allzu hilfreich. Im Gegenteil: Die Komik und der Humor holen mich nicht allzu sehr ab. Ich weiß nicht, ob es Absicht ist oder das ganze Buch auf einer ironischen Ebene gebaut ist: Es wirkt sehr männlich-dominant. Der "Ihr männliche Leser wisst es doch besser als die ganzen anderen Männer"-Witz erscheint schnell platt. Die meisten Beispiele aus der Banken- und Investorenwelt sind hilfreich für das Verständnis, wirken aber teilweise auch unglaubwürdig und aufgesetzt.
Fazit: 2/3 der Denkfehler und psychologischen Phänomene sehr hilfreich zu kennen, möglicherweise aber in anderen Büchern noch besser erläutert.
- Tanja Köhler
Das Jahr, als ich anfing, Dudelsack zu spielen
(17)Aktuelle Rezension von: peedeeMitten im Leben – was kommt jetzt noch? Was will ich mit meinem weiteren Leben anfangen? Soll es so weitergehen wie bisher? Oder fange ich endlich etwas Neues an? Tanja Köhler ist Psychologin und arbeitet als Coach und Speaker; sie hat sich selbst gefragt, welche Wünsche oder Veränderungsvorhaben sie (noch) hat. Sie wollte unbedingt Dudelsack spielen lernen, aber war sie dafür nicht schon zu alt? Eine Anleitung zur Veränderung in der Mitte des Lebens.
Erster Eindruck: Das Cover selbst ist mit seinen Acrylmalereien in Grüntönen nicht sehr auffällig, daher umso mehr der aussergewöhnliche Buchtitel – gefällt mir sehr gut.
Ich kann hier schon voraus erwähnen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Ein Sachbuch lese ich bewusst in kleineren Schritten, damit ich die Impulse auch verarbeiten bzw. umsetzen kann.
„Ein ganz normaler Zollstock oder die Frage «Ist es zu spät? Bin ich zu alt, um Dudelsack zu lernen?»“ Als ich das gelesen habe, habe ich mich schon gefragt, was das bedeuten soll. Die Leserin wird angehalten, sich einen normalen Zollstock zu holen und vor sich zu legen. Links steht die Null und rechts die 82 (die statistische Lebenserwartung von Frauen). Nun markiere ich die Zahl, die meinem jetzigen Alter entspricht. Wie viel Zeit liegt zwischen dieser Zahl und der 82? Was will ich in dieser Zeit machen? Eine simple Übung, aber eine, die mich ziemlich zum Nachdenken gebracht hat.
„Veränderung ist harte Arbeit. Veränderung ist Hinschauen. Veränderung ist ein intensives Auseinandersetzen mit sich selbst und seiner Herkunft.“ Dem Lesen dieser Sätze folgte mein Seufzen, denn genau so ist es!
„Veränderung = D x Z x U“: Dies ist die Leitformel der Autorin für die persönliche Veränderung: D wie Dringlichkeit spüren; Z wie Ziele klären; U wie Umsetzung. Die Autorin erklärt detailliert die einzelnen Punkte.
Eine der inneren Bananenschalen auf dem persönlichen Weg ist die Unehrlichkeit zu sich selbst. Manchmal ist man doch zu gerne versucht, sich einen Umstand oder ein Nichthandeln schönzureden. Hm, nicht gut… Es ist auch nicht gut, immer auf den Veränderungsimpuls zu warten. Das Warten könnte die Lebenszeit überdauern!
Mir haben der Schreibstil und auch der Humor sehr gut gefallen. Ebenso die Informationen rund um das Dudelsackspiel (einmal mehr wurde mir bewusst, wie viel mehr dahintersteckt). Von mir gibt es 5 Sterne und meinen herzlichen Dank für die Anregungen. - Manuela Störzer
Monkey Mind
(13)Aktuelle Rezension von: SnowwomanGemeint ist damit unser Geist, welcher einem munteren Äffchen gleicht, das in einem riesigen Baum ruhelos von Ast zu Ast schwingt, unablässig von einem Gedanken zum nächsten eilt. Ungeachtet von Raum und Zeit springen wir in unserem Kopf von Vergangenem zu Ereignisse in der Zukunft und umgekehrt. Zu Erlebnisse, die wir nicht mehr verändern können, bis hin zu Dinge, die wir nicht beeinflussen werden. Wir machen uns Sorgen und angstvolle Gedanken, begeben uns auf emotionale Achterbahnfahrten, nehmen alles persönlich und stecken in unserem Wertesystem fest.
Manuela Störzer gelingt es, mit ihrem erfrischenden und verständlichen Schreibstil auf interessante, lehrreiche und gleichzeitig auch humorvolle Art den Leser zu begeistern und in ein Sachthema einzuführen, das wir alle kennen und uns tagtäglich beschäftigt.
Mit kurzen und inspirierenden Kapitel werden unterschiedliche Einflüsse, die uns das Leben und ganz besonders den Alltag erschweren - sei es in zwischenmenschlicher Hinsicht, im Beruf, innerhalb der Familie oder in der Partnerschaft - durchleuchtet, entlarvt und analysiert. Zielgerichtete Fragen und Anregungen u.a. in Form von Körper- Atem- und Konzentrationsübungen helfen dabei, uns sukzessive von ungewollten Denkgewohnheiten sowie Reaktionsmechanismen und somit von unserem "Monkey Mind" oder auch von unserem "unruhigen Äffchen" zu lösen und neue positive Rituale im Alltag zu integrieren.
Dieses bezaubernde und kreativ gestaltete Buch ist nicht als 08/15-Ratgeber zu verstehen, es dient als Hilfsmittel zum Experimentieren und Anwenden. Was ich ganz besonders schön finde, sind die freien Seiten zwischen den einzelnen Kapitel, die den Leser einladen, seine persönlichen Notizen festzuhalten - vorausgesetzt man benutzt das Printexemplar, bei der e-Book-Version wäre ein zusätzliches Notizheft hilfreich.
Wer - wie ich - zu "zappelig" ist um Yoga, Meditation und Co. auszuüben, tut sich mit den aufgelisteten Lösungsvorschlägen der Autorin etwas schwer und wer in diesem Zusammenhang nach Alternativen sucht, wird in diesem Buch leider nur wenige finden - da hätte ich mir etwas mehr erhofft und gewünscht.
Dennoch ein gelungenes Buch, das motiviert… inspiriert… und beim Lesen auch noch Spass macht. - Daniel Kahneman
Thinking, Fast and Slow
(26)Aktuelle Rezension von: Eva_ReichmannIch gestehe offen, dass ich aufgegeben und nur noch durchgeblättert habe. Die Erkenntnisse lassen sich eigentlich in wenigen Seiten auf den Punkt gebracht zusammenfassen - und ja: diese Erkenntnisse sind sicherlich super wichtig.
Aber es sind mir zu viele Details (Details, die unwichtig sind, um nachzuvollziehen, was der Autor sagen möchte), zu viele Beispiele, zu viele Anekdoten in dem Text ... (extrem kleingedruckte 400 Seiten Inhalt ... dazu noch ca. 70 Seiten Anhang).
Vielleicht bin ich damit bei "thinking fast" - ich habs wirklich mit "reading slow" versucht ... hat nicht geklappt. Nicht mein Buch.
- Daniel Suarez
DAEMON
(308)Aktuelle Rezension von: WortsalatEs spielte wohl auch mit rein, dass mir das Buch im Hinblick auf das Genre bzw. Thema schon zu alt war,- hat für mich etwas den Reiz genommen.
Geschrieben war es durchschnittlich, weder schleppend noch spannend. Charakterentwicklung der Figuren lies außerdem zu Wünschen übrig, sodass auf dem Handlungsstrang das Hauptaugenmerk lag.
Mich konnte das Buch insgesamt nicht überzeugen.
- Ava Reed
For Good
(255)Aktuelle Rezension von: Michi_93Ava Reed hat einen angenehmen lockeren und leichten Schreibstil.
Dieses Buch ist harte Kost. Man wird mit so viel Trauer konfrontiert, dass man selbst nicht mehr weiß wohin mit diesen ganzen Gefühlen. Und immer im Hinterkopf, was wäre wenn...
Und so viel Liebe. Dass ein so dünnes unscheinbares Buch solche Gefühle hervorlocken kann.
Es wird aus zwei verschiedenen Zeitsträngen erzählt: aus der Gegenwart und aus der Vergangenheit. So begleitet man Charlie auf ihren Weg und wir wissen ganz genau was für ein Mensch Ben war, wie sie sich kennen und lieben lernten.
Ben war Charlies ganze Welt.
Man konnte sich wirklich gut in Charlies Lage hineinversetzen.
Ich finde kaum Worte für dieses Buch – es ist schlichtweg überwältigend. Wunderschön und schrecklich zugleich.
Aber es ist ein Herzensbuch, was man meiner Meinung nach unbedingt gelesen haben muss.
Das Cover passt sehr gut zum Inhalt dieses Buches.
Die Rezension zu diesem Buch ist nicht ganz so umfänglich wie manch andere, ich bin einfach noch immer sprachlos, Traurig und dennoch verzaubert. Das was Ava Reed hier geschaffen hat, kann man einfach nicht in Worte fassen.
Fazit: Ein Herzensbuch, dass man unbedingt gelesen haben sollte.
Bewertung: 4.5/5
- Vera F. Birkenbihl
Stroh im Kopf?
(32)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerFür alle Trainer und Lehrer ein großes Buch um den Schritt in die richtige Richtung zu machen.
- Michael A. Singer
Die Seele will frei sein
(17)Aktuelle Rezension von: Leonie1Das Buch hat ohne Frage einige wertvolle Gedanken, die zum Reflektieren anregen. Es beschreibt eindrücklich, wie innere Prozesse, Gedanken und Gefühle beobachtet und losgelassen werden können. Manche Bilder und Beispiele fand ich inspirierend und hilfreich. Gleichzeitig habe ich mich beim Lesen oft schwergetan: sehr viele Passagen wiederholen sich nahezu wortgleich, sodass ich das Gefühl hatte, ständig das Gleiche zu lesen. Dadurch verlor das Buch für mich an Spannung und Tiefe. Außerdem war mir die Sprache häufig zu ausschweifend und zu stark im spirituellen Jargon verhaftet. Statt klarer Impulse bekam ich seitenlange Ausschmückungen, die das Wesentliche eher verdeckten. Insgesamt habe ich die guten Ansätze gesehen, doch sie hätten für meinen Geschmack in einer kompakteren, präziseren Form deutlich mehr Wirkung entfaltet. So blieb für mich am Ende mehr Ermüdung als echte Inspiration.
- David Foster Wallace
Das hier ist Wasser / This is Water
(133)Aktuelle Rezension von: ENIIch habe eine Buch-Bloggerin vor kurzem über diese kleine Büchlein schwärmen hören. Mein Interesse war geweckt und ich musste diese Büchlein kaufen. Ich kannte den Autoren David Foster Wallace nicht obwohl er wie es scheint sehr bekannt ist. Ich kann diese Rede wirklich allen empfehlen auch erwachsenen Menschen. Im Erwachsenenalter hilft dieses Büchlein einem bei der Selbstreflexion und im Umgang mit jungen Menschen. Die Grundfragen sind die folgenden: was lernen junge Menschen all die Jahre in ihrer Ausbildung? Wie gehen sie damit um? David Foster Wallace ruft auf, dass man sich mit seinen Gedanken beschäftigt und ihnen die richtige Aufmerksamkeit bietet. Ich werde diese Rede meinen beiden Töchtern schenken und hoffe sie werden sie zu Herzen nehmen.
- Manuela Macedonia
Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke
(47)Aktuelle Rezension von: Jana_HomIn diesem Buch wird dem Leser tiefergehendes Wissen im Bezug auf Bewegung und die guten Auswirkungen auf das Gehirn nähergebracht. Es sind zahlreiche interessante Studien enthalten und Erzählungen aus dem Leben und den eigenen Erfahrungen der Autorin. Dieses Buch ist mit zahlreichen Bildern gestaltet. Mich motiviert dieses Buch mich noch etwas mehr zu bewegen im Alltag.
- Mila Olsen
Entführt - Bis in die dunkelste Nacht
(89)Aktuelle Rezension von: naomiserafinaSchon das erste Buch hat mir sehr gefallen und einen besonderen Platz in meinem Herzen. Doch da der zweite Band im Grunde die gleiche Geschichte aus Brendans Sicht erzählt, hat er mich noch einmal auf eine ganz andere Weise berührt. Brendan ist ein ganz spezieller Charakter und ihn hier noch besser kennenzulernen, hat die gesamte Geschichte für mich noch schöner und intensiver gemacht.
Ein kleiner Kritikpunkt sind auch diesmal die sehr langen Kapitel. Ich mag es lieber, wenn ich in einer Lesepause ein Kapitel beenden und beim nächsten Mal frisch in ein neues starten kann. Die Kapitel ziehen sich manchmal etwas.
Trotzdem hat mich das Buch berührt und begeistert und ich freue mich jetzt schon sehr auf die nächsten beiden Bände der Reihe.
- Rolf Dobelli
Die Kunst des guten Lebens
(36)Aktuelle Rezension von: Dominic_AnlaufEigene Erfahrungen werden als Fakten verkauft, die sich zum Teil schon beim Lesen schwer ertragen lassen. Wer ein pseudo wissenschaftlicher gefühlloser Stein werden will, folgt seinen Tipps. Aber das bringt eigentlich auch nichts, denn am Ende sind ohnehin ihre Gene entscheidend. Bis auf wenige Ausnahmen nicht hilfreich. Vor allem berücksichtigt der Autor seine eigenen Regeln nicht und widerspricht sich regelmäßig.
- Tony Reinke
Wie dein Smartphone dich verändert: 12 Dinge, die Christen alarmieren sollten
(6)Aktuelle Rezension von: mabuerele„...Medien liegen nicht passiv herum und warten, bis wir vorbeikommen...Sie sagen uns, was wir tun müssen, und, noch erheblicher, was wir wollen müssen. Der Fluss hat eine starke Strömung, und wenn wir nicht schwimmen können, werden wir mitgerissen...“
Der Autor untersucht unseren Umgang mit dem Smartphone aus christlicher Sicht und macht darauf aufmerksam, welche Gefahren bestehen. Dabei verteufelt er es nicht oder rät zu absoluten Verzicht. Es geht ihm um bewussten Umgang mit der Technik. Viele der angesprochenen Themen betreffen dabei nicht nur Christen, sondern diesen Fragen sollte sich jeder stellen.
Bevor ich auf die Ausführungen näher eingehe, möchte ich zwei Fragen in den Raum stellen, die mir beim Lesen des Buches gekommen sind und deren Beantwortung offen ist.
1. Kommt das Buch noch rechtzeitig?
2. Wird es die eigentliche Zielgruppe erreichen?
Nach einem Vorwort und einer kleinen Theologie der Technik, bei der ich übrigens nicht immer der Meinung des Autors bin, beschreibt Tony Reinke in zwölf Kapiteln, wie das Smartphone unser Leben verändert.
Im ersten Kapitel geht es um die Sucht nach Ablenkung. Danach untersucht der Autor, wie sich unser Sozialverhalten ändert. Freunde des Netzes stehen über Freunden im Leben. Im dritten Abschnitt behandelt er das Bestreben nach Beifall. Danach beschäftigt er sich mit der Lesekompetenz und der Jagd auf Likes. Einsamkeit und heimliche Unmoral sind weitere Themen. Im 9. Kapitel analysiert er, wie sich der Sinn des Lebens verändert. Die Angst, etwas zu verpassen, zunehmende Härte gegeneinander und der Verlust der Zeitkompetenz sind die letzten Themen.
Der Sprachstil des Buches ist ausgereift. Das Lesen erfordert Konzentration und Mitdenken.
Jedes Kapitel ist in handliche kleinere Abschnitte unterteilt. Der Autor legt seinen Standpunkt dar, beschreibt den Umgang mit dem smartphone und stellt dem Verhalten passende Aussagen der Bibel gegenüber, die zeigen, wie wir unser Leben führen sollen. Konsequent logisch analysiert er dann das Verhalten im Umgang mit dem Smartphone anhand dieser Aussagen und zeigt Gefahren auf. Er arbeitet viel mit Listen. Außerdem bindet er Zitate verschiedenen Autoren in seine Ausführungen ein.
Ich möchte nicht alle zwölf Punkte auseinandernehmen. Das wäre auch nicht der Sinn einer Rezension, aber doch das eine oder andere erwähnen. Einen Punkt spricht das folgende Zitat an:
„...Unsere größte Bedrohung liegt darin, das wir mit so kurzen Aufmerksamkeitsspannen leben: in einem Augenblick gefesselt von einer kleinen Überraschungsexplosion, im nächsten Augenblick von einer anderen...“
Man kann es auch anders formulieren. Es muss immer etwas passieren. Konzentriertes Arbeiten wird schwieriger. Wenn der Autor feststellt, dass wir unsere Lesekompetenz verlieren, gibt es dafür in der Praxis schon genügend Beispiele. Das nächste Zitat macht deutlich, worauf es ankommt.
„...Willst du Informationen verinnerlichen, musst du dir Zeit dafür nehmen...“
Es macht nachdenken, wenn der Autor die Frage in den Raum stellt, ob wir am Morgen zuerst beten oder zuerst unser Smartphone checken.
Einen großen Teil seiner Ausführungen widmet der Autor den Problem der sozialen Kompetenz. Als Christ ist mein Nächster in erster Linie ein Mensch aus Fleisch und Blut, nicht der Partner im Online-Chat. Außerdem verführt die angebliche Anonymität des Netzes zu Handlungen, die uns im täglichen Leben beschämen würden.
„...Wir verlieren uns in der virtuellen Welt und vergessen die Welt aus Fleisch und Blut um uns herum, und wir verlieren unser Zeitempfinden...“
Viele kennen die Erfahrung, dass man, wieder einmal, viel länger im Netz war als man eigentlich wollte.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Dazu hat besonders beigetragen, dass der Autor die Situation realistisch einschätzt, sie gekonnt analysiert, Lösungsvorschläge anbietet und Denkanstöße gibt, aber keine Vorschriften macht. Ein abschließendes Zitat soll meine Rezension beenden.
„...Digitale Technik kann uns am meisten nützen, wenn wir ihren Einfluss auf unser Leben begrenzen...“
- Sir Peter Ustinov
Achtung! VORURTEILE
(70)Aktuelle Rezension von: FlickercatIch bin bisher noch nie bewusst mit Ustinov in Berührung gekommen und so war mir eigentlich nur sein Name selbst bekannt, als ich mir spontan dieses Buch als Teil meiner Urlaubslektüre ausgeliehen habe.
Wem Ustinov relativ wenig sagt, der weiß am Ende des Buches auf alle Fälle mehr, denn in den vielen kleinen Anekdoten (teilweise sind die einzelnen Kapitel kaum länger als eine halbe Seite) gibt er einiges über sich, seine Erlebnisse und seinen multikulturellen Hintergrund preis.
Gerade Letzteres bietet natürlich auch gute Gelegenheiten, sich dem Thema „Vorurteile“ zu nähern.
Ustinov greift sich ganz verschiedene Szenen aus seinem eigenen Leben und auch aus historischen Ereignissen heraus, um unterschiedliche Ausprägungen und Folgen von Vorurteilen zu präsentieren. Wirklich neu sind die Grundgedanken dahinter nicht, aber das Buch bietet einen guten Anlass, seine eigenen Vorurteile zu reflektieren und zu hinterfragen – ohne, dass es aufdringlich mit dem moralischen Zeigefinger wedeln würde.
Es gab jedoch auch einige Kapitel, in denen ich den Bezug zum Thema nicht gefunden habe. An diesen Stellen hat es auf mich etwas beliebig gewirkt, zumal teilweise auch ziemlich zusammenhangslos von einer Geschichte zur nächsten gesprungen wird.
Das Buch ist kurzweilig und teilweise auch recht humorvoll geschrieben. Durch die größtenteils kurzen Kapitelchen fand ich es auch für Bus- und Bahnfahrten gut geeignet.
Ich fand es ganz unterhaltsam und schätze die Absicht dahinter, würde es persönlich aber nicht als Must-Read einordnen.
3 Sterne statt 2(,5), weil ich vermute, dass einem das Buch als „Kenner“ oder Fan von Ustinov wahrscheinlich noch ein bisschen besser gefällt. :) - Vivian Dittmar
Das innere Navi – Wie du mit den fünf Disziplinen des Denkens Klarheit findest
(13)Aktuelle Rezension von: saleemDie Dynamik unserer Gefühlswelt ist eines der am meisten missverstandenen Phänomene des Lebens. Die meisten Menschen in unserer Kultur gehen davon aus, dass es erstrebenswert sei, nur „gute Gefühle“ zu erleben und die „schlechten Gefühle“ so weit wie möglich aus unserem Leben zu verbannen. Doch Gefühle, die wir nicht spüren wollen oder können, sind damit nicht weg. Wir packen sie lediglich in unseren „emotionalen Rucksack“, von wo aus sie unser Leben mehr steuern als die meisten Menschen ahnen, und zwar auf ungesunde Weise.
In psychologischen Lehrbüchern findet man diese Thematik bis heute kaum, wohl weil intellektuell ausgebildeten Akademikern oft im wortwörtlichen Sinne die Einfühlung fehlt. Auch viele psychotherapeutische Ansätze vernachlässigen den heilsamen Umgang mit Gefühlen und versuchen stattdessen, diese zu manipulieren, von medikamentöser Behandlung ganz zu schweigen – wobei auch diese manchmal ihren Sinn haben kann.
Pionierarbeit und konkrete Praxis
Zu den dringend benötigten Pionieren mit der Zielsetzung, Gefühlen den ihnen gebührenden Platz einzuräumen, gehört Vivian Dittmar. Ich hatte nicht erwartet, dass sie nach ihrem Bestseller „Gefühle und Emotionen“ noch viel Neues bringen könnte, doch da habe ich mich getäuscht. „Der emotionale Rucksack“ bringt weiteren wesentlichen Erkenntnisgewinn für einen bewussteren Umgang vor allem mit emotionalen Altlasten, die wir mehr oder weniger in uns tragen.
- Michael Barth
Geist
(17)Aktuelle Rezension von: Claudia_VolbersIch habe dieses Buch, wie auch schon andere Werke von Michael Barth, verschlungen.
Der Autor ist wahnsinnig vielschichtig und kein einziges Buch war bisher langweilig.
Kein vernünftig denkender Mensch glaubt an Geister.?!? Oder vielleicht doch?
Diese Geschichte hat mich so manches Mal an den Rand der Verzweiflung gebracht, weil ich keine, absolut keine Idee hatte, wie sich diese Geschichte auflösen wird.
Mensch Micha, dachte ich nach ungefähr ³/4 des Buches. Gleich ist Schluss, quäle mich nicht so und löse es auf.
Bäähm..... Hat er..... Aber anders als vermutet.
Ganz anders.....
Viel Spaß beim Lesen....
- Hermann Simon
SIMON SAGT! Was im Management wirklich zählt.
(12)Aktuelle Rezension von: missscorpioWas für ein Buch und was für eine Struktur im Buch! Und was für eine unglaubliche Fähigkeit, das über diese Anzahl von Seiten (auf diesem Niveau) durchzuhalten! Wow! Ich liebe dieses Buch. Wenn ich könnte, würde ich mehr als 5 Sterne geben!
Wir haben hier ein Sachbuch vor uns. Dieses Buch ist nicht nur in einzelne Kapitel unterteilt, die aufeinander aufbauen, sondern jedes Kapitel ist in Abschnitte unterteilt, die wie ein Lexikonartikel gehandhabt sind. Anhand dieser Abschnitte wächst im Leser aufgrund der Information eine Idee, eine Haltung, eine Überlegung oder eine Frage. Und diese Grundhaltung ist wiederum die Ausgangslage für den nächsten Abschnitt, der sich die Frage stellt: Wenn der vorherige Abschnitt X als Ergebnis hat, heißt dass dann nicht, dass .... und dann bekommen wir wieder Erfahrungen, Forschungsergebnisse, Erlebnisse, Fakten und Daten. Und das über die Dicke dieses Buches.
Hier bekommt man Infos. Und hier muss man selber denken.
Ganz großes Kino bei einem Fachbuch für das man keinerlei Vorwissen braucht und das trotzdem fundiert und kompetent ist.
5 von 5 Sterne!
(Rezension im Rahmen einer Leserunde)
- Petra Bock
Mindfuck
(33)Aktuelle Rezension von: MalibuKennen wir nicht alle diese leise Stimme im Kopf, die uns zu sagt, was wir tun oder lassen sollen? Uns Dinge schlecht redet und uns schlechter macht, als wir es sind? Die Autorin Petra Bock geht genau auf das ein und auch wie wir Menschen unsere Lebensqualität wieder herstellen können. In ihrem Buch gibt sie uns Tipps, wie wir die Mindfucks unterdrücken bzw. übergehen können.
Das Buch ist keinesfalls trocken geschrieben, es regt an, zu lesen und sich Gedanken zu machen. Petra Bock verleiht dem Leser Einblick in Maschinerie unseres Gehirns. Wenn man anfängt zu lesen, kommt einem vieles bekannt vor. Wir alle kennen diese Mindfucks, die uns behindern, die unseren Weg zum Ziel mit Steinen bewerfen. Wie wir damit umgehen, hängt ganz von uns ab und genau das zeigt die Autorin auf. Sie gibt Beispiele, leider zu wenige, und wie wir diese bezwingen können.
Der Schreibstil ist leicht gehalten, anders wie gewohnt von Sachbüchern. Man könnte sie direkt vor sich haben und ihr beim Sprechen zuhören. Es ist sehr gut vorstellbar, was für eine gute Rednerin sie ist. Ganz unrecht hat sie auch nicht, mit wem was sie sagt. Dennoch ist es eigentlich altbekannt, dass die Menschheit sich selbst im Wege steht mit ihrem Denken. Es ist die innere Stimme, der Wächter, der einem vorschreibt, welchen Weg man geht. Man kann ihn umgehen, wenn man die Kraft dazu hat bzw. weiß, wie man es anstellt. Die Autorin gibt hier einige Denkansätze, wie das vonstatten geht.
Beim Lesen wird einem klar, dass man nur selbst für alles verantwortlich ist. Man KANN dem Wächter Einhalt gebieten, man muss es aber auch wollen - hier liegt der Hund begraben. Der Weg dahin, die Bekämpfung der inneren Blockaden, ist für die meisten viel zu anstrengend und sie denken, dass sie es eh nicht hinbekommen. Wenn man sich aber erst einmal damit beschäftigt, kann man zu viel mehr Lebensqualität kommen und auch seine Ziele erreichen.
Ich persönlich habe mich in vielen Mindfucks wieder erkannt und auch die Menschen in meinem Umfeld - man trifft hier auf viele Denkweisen, die man selbst und andere mitbringen. Wie genau das jedoch zu bekämpfen ist, darauf geht Frau Bock leider zu wenig ein. Dafür gibt es aber ihr Buch, welches den Leser coacht, genau diese zu umgehen.
Ein aufschlussreiches Buch, welches einem viele Möglichkeiten aufzeigt und viele Hintergründe liefert, leider aber etwas zu wenig Lösungswege bereithält. Dennoch eine Lektüre, die man gelesen haben sollte, wenn man sich damit beschäftigt, einen Weg aus seinen eigenen verqueren Gedanken bzw. Mindfucks zu finden!
- Susan Sontag
The Doors und Dostojewski
(22)Aktuelle Rezension von: EmmaWinter1978 interviewte Jonathan Cott vom Rolling Stone Magazin die amerikanische "Multiintellektuelle" Susan Sontag. Das Interview begann in der Pariser Wohnung von Sontag und wurde fünf Monate später in ihrem New Yorker Loft beendet. Insgesamt zwölf Stunden dauerte das Gespräch.
Der Titel bezieht sich auf die Wertschätzung Sontags, die sie sowohl der sogenannten Hochkultur als auch der Pop(ulär)kultur entgegenbrachte. Dieser Ansicht hat sie in ihrer Essaysammlung "Kunst und Antikunst" (1966) Ausdruck verliehen und stieß damit in vielen Teilen der Intellektuellen auf Unverständnis. Die eifrige Kinogängerin Sontag, die sich für alles begeistern konnte, war aber ihrer Zeit weit voraus. Denn was bestimmt heute den Alltag? Ist es die Hoch- oder die Populärkultur? Es hat eine Verschiebung stattgefunden, an die die Medien einen damals unvorstellbaren Anteil haben. In einer anderen ihrer bekannten Essaysammlungen, "Über Fotografie" (1977), kommen Gedanken zum Tragen, die sich auf die heutige Social-Media-Generation anwenden lassen. Im Interview spricht sie von einer "Vereinnahmung" durch die Kamera (S. 67). Andere spannende Passagen des Gespräches beziehen sich auf die Krebserkrankung der Autorin und die "Metaphern", die damit verbunden sind. Das Buch "Krankheit als Metapher" (1977) räumt mit vielen Vorurteilen gegenüber der Krankheit auf und macht bewußt, wie wir sprachlich damit umgehen. Es sei eine sehr ernste Krankheit, aber eben keine selbstverschuldete oder gar ein Stigma.
Das verschriftlichte Interview ist mit 127 Seiten bequem an einem Nachmittag zu lesen. Ein erläuterndes Vorwort sowie ein hilfreiches Personen- und Titelregister runden das Büchlein ab. Mir hat es wirklich gefallen und es liest sich auch gut, weil Sontag quasi druckfähig - großartig ausformuliert - in ganzen Absätzen auf die Fragen von Cott eingeht. Da haben die Antworten wirklich Substanz und man kann Gedanken der Autorin nachvollziehen. In Ergänzung zu ihren Texten und Biographien über sie (Schreiber gefällt mir besser als Moser) kann ich das Interview sehr empfehlen.
- Albert Kitzler
Die Weisheit der Liebe
(98)Aktuelle Rezension von: Anni-SLiebe wird häufig zu kurz definiert. Das wird einem nach dem Buch klar. Auch wie wichtig die Liebe zu uns Selbst und zu unseren Mitmenschen ist. Nie hätte ich gedacht, was auch für gesundheitliche Folgen, durch mangelnde Liebe entstehen können.
Das Buch ist sehr spannend, geordnet, verständlich formuliert, mit Quellen und Zitaten bewiesen. Es wird verdeutlicht, wie wir Liebe zu dem Leben, der Natur, dem Klang oder zu Personen finden können. Zuerst ist das wichtigste im Einklang mit sich zu kommen. Da dies nicht so einfach ist, werden im letzten Teil Anregungen gegeben, wie wir den richtigen Weg finden können.
Ich hatte mir noch nie Gedanken gemacht, wie unser Bedürfnis der Liebe entsteht. Die Vorstellung auf einmal nackt auf die Welt zu kommen und aus seiner beliebten Umgebung getrennt, kann ich mir total Schreckenhaft vorstellen.
Herr Kitzler bringt außerdem viele lehrende Zitate hinein. Es belebt die Fakten und wird zum Teil auch bildlich besser verständlich. Das Zitat: 'Der Weise kennt keinen Streit', gefällt mir besonders.
Was mir leider nicht so gefiel, waren die Wiederholungen und ab der Mitte zog sich das Buch leider ziemlich.
- Philipp Hübl
Folge dem weißen Kaninchen
(24)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerFalls du denkst, Philosophie sei nur etwas für altmodische Denker mit langen Bärten und unverständlichen Manuskripten, die in staubigen Bibliotheken vergilben, dann lass mich dir „Folge dem weißen Kaninchen“ von Philipp Hübl ans Herz legen. Dieses Buch ist wie ein Espresso-Shot für deine grauen Zellen: stark, erfrischend und garantiert wachmachend.
Philipp Hübl schafft es, mit einer Leichtigkeit und einem Humor durch die großen Fragen der modernen Philosophie zu führen, dass ich mich beinahe wie in einem Gespräch mit einem besonders klugen Freund gefühlt habe – ein Freund, der gerne mal sarkastisch auf das Leben blickt und dabei mehr als einmal festgefahrene Ideen und überholte Denkmuster durch den Kakao zieht.
Das Buch deckt ein erstaunliches Spektrum an Themen ab: von der Frage nach dem freien Willen über das Wesen des Bewusstseins bis hin zur ewigen Frage, ob Gott existiert und warum wir eigentlich sterben müssen. Hübl bleibt dabei nie dogmatisch – das heißt, du wirst keine elitäre Besserwisserei finden, sondern eine wohltuende Offenheit für verschiedene Perspektiven. Natürlich hat er seine eigenen Ansichten, und die macht er auch klar, aber immer mit einem Augenzwinkern und einer gesunden Portion Selbstironie.
Was ich besonders geschätzt habe, ist seine Fähigkeit, komplexe philosophische Theorien und Begriffe auf eine Art und Weise zu erklären, die auch für Philosophie-Neulinge gut verständlich ist. Kein ewiges Blabla über „das Sein des Seins“ oder „ontologische Erkundungen“ – hier geht es um handfeste, verständliche Erklärungen, die auch noch Spaß machen. Du musst also nicht befürchten, dass dir beim Lesen vor lauter Fachjargon der Kopf explodiert.
Eines der Highlights des Buches ist Hübels Talent, altehrwürdige philosophische Ideen zu entmystifizieren. So zerlegt er beispielsweise mit Freude festgefahrene Ansichten von berühmten Denkern, die immer noch wie unantastbare Wahrheiten behandelt werden, obwohl sie längst überholt sind. Dabei hat er keine Angst davor, auch mal ironisch oder sogar respektlos zu sein – was das Lesen umso unterhaltsamer macht. Das ist kein trockenes Philosophielehrbuch, sondern eher eine spritzige Tour durch die Denkgeschichte mit einem Reiseführer, der immer einen witzigen Kommentar parat hat.
Allerdings gibt es auch Momente, in denen Hübl ziemlich deutlich Stellung bezieht – und zwar nicht immer zum Vorteil der Diskussion. Besonders bei Themen wie Religion oder freier Wille spürt man seine eigene Meinung recht stark durch. Manchmal dachte ich mir: „Okay, Philipp, wir haben’s kapiert, du bist kein Fan von Religion!“ Aber diese klaren Positionierungen geben dem Buch auch eine gewisse Würze – man liest nicht nur eine neutrale Übersicht, sondern bekommt auch eine Prise kontroverse Denkanstöße.
Und wenn du jetzt denkst, das Buch sei ein reines Lesevergnügen ohne jeglichen Anspruch: Keine Sorge, Hübl fordert deinen Geist durchaus heraus. Die Gedankenexperimente und philosophischen Diskussionen regen zum Nachdenken an und laden dazu ein, die eigene Perspektive zu hinterfragen. Besonders die Abschnitte über Bewusstsein und Träume haben mich dazu gebracht, mich zu fragen, was wirklich real ist – und ob ich morgens wirklich in dieser Realität aufwachen möchte.
Kurz gesagt, „Folge dem weißen Kaninchen“ ist eine großartige Einführung in die moderne Philosophie, die sowohl unterhaltsam als auch lehrreich ist. Es ist das perfekte Buch für alle, die sich auf eine Reise in die Tiefen des Denkens begeben möchten, ohne dabei in einem Meer aus Fachjargon zu ertrinken. Und wer weiß, vielleicht findest du am Ende sogar heraus, warum der Hase weiß ist – und nicht etwa rosa mit Punkten.























