Bücher mit dem Tag "depressionen"
287 Bücher
- Matt Haig
Die Mitternachtsbibliothek
(1.646)Aktuelle Rezension von: Nora_BDie Mitternachtsbibliotek von Matt Haig wurde mir sehr oft empfohlen und daher hatte ich auch sehr hohe Erwartungen an diesen Bestseller.
Im Jenseits gibt es eine riesige Bibliothek - prall gefüllt mit Büchern, mit all jenen Leben, die du hättest führen können.
Als Nora sich entscheidet, ihr Leben zu beenden, findet sie sich in der Mitternachtsbibliothek wieder. Sie testet viele der Leben, die sie hätte Leben können. Es handelt vom Glück finden und von der Frage, wie glücklich man in einem Leben sein kann, das nicht das eigene ist.
Auch die Entscheidungen, die wir bereuen und rückblickend ändern würden, machen uns zu dem Menschen, der wir jetzt sind.Die Buchidee ist sehr originell und hat mir auch unfassbar gut gefallen. Die Traurigkeit der Protagonistin in ihren Leben und die Suche nach dem Glück konnte man nachvollziehen und man hat mit den nachfolgenden Leben immer mitgefiebert, ob es jetzt "das eine richtige" Leben ist.
Jedoch muss ich leider für mich feststellen, dass die Beschreibungen der vielen Leben sich sehr gezogen hat. Diese Länge hätte mich mitten drin auch fast zum Abbruch des Buches gebracht. Ich bin froh, dass ich das Buch beendet habe, weil mir der Ausgang der Geschichte wiederum gut gefallen hat.
- Jay Asher
Tote Mädchen lügen nicht
(5.012)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Als Clay aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. 13 Gründe haben zu ihrem Selbstmord geführt. 13 Personen hatten ihren Anteil daran. Clay ist einer davon …
Meinung: Es fällt mir nicht leicht, eine Bewertung zu diesem Buch abzugeben, da es sich um ein hochsensibles Thema handelt und Suizid nie die Lösung sein sollte. Hannah Baker ist eine Jugendliche, die sehr mit sich selbst zu kämpfen hat und am Ende nur noch diese Option sieht. Mit der gesamten Story hatte ich so meine Probleme.
Der Schreibstil ist weder anspruchsvoll noch besitzt er Wiedererkennungswert. Vermutlich ist das gewollt, um die Jugendlichen möglichst wahrheitsgetreu darzustellen. Erzählt wird das Buch aus zwei Perspektiven – Hannah und Clay – in der ersten Person.
Mit Hannah hatte ich so meine Probleme. Sie kam mir sehr unnahbar vor, ich fand keinen Draht, konnte nicht mal Mitgefühl entwickeln. Ihre Persönlichkeit war einfach nicht tiefgründig genug. Relativ kühl und beinahe herablassend zählt sie die Dinge auf, die andere Schüler ihr angetan haben und stellt Leute an den Pranger, die teilweise nicht mal vorsätzlich gehandelt haben. Das machte sie für mich sehr unsympathisch.
Jeder Mensch reagiert anders auf sein Umfeld und es gibt leider zu viele Opfer von Mobbingattacken und Schlimmerem. In Hannahs Fall einen Klaps auf den Po zu bekommen oder als „Mitfahrgelegenheit“ betitelt zu werden, spiegelt nicht mal ansatzweise die wahren Probleme der Gesellschaft wider. Das Buch sollte vermutlich Augen öffnen. Doch ich bin hier zwiegespalten. Die Message sollte doch sein, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und darüber nachzudenken, wozu Mobbing führen kann. Doch Hannah macht es ihren Mitmenschen nicht leicht. Sie stößt sie von sich weg, wird Zeugin einer Vergewaltigung und sieht dennoch sich selbst als Opfer. Sie verlangt permanent von allen anderen, sich in sie hineinzuversetzen, ist aber nicht eine Sekunde bereit, dasselbe zu tun.
Als sie am Ende auch noch den Vertrauenslehrer die Mitschuld an ihrem Selbstmord gibt, konnte ich beim Lesen nur noch den Kopf schütteln. Sie ist verzweifelt. Sie will Hilfe. Das behauptet sie zumindest. Doch sie lässt sich nicht helfen und läuft stattdessen davon. Ihr Lehrer bittet sie mehrere Male, zu bleiben, doch sie ignoriert dies. Ihm dann noch vorzuwerfen, nicht hartnäckig genug gewesen zu sein, ist nicht fair von ihr.
Hier war mir einfach die komplette Handlung zu gestellt. Der Autor reihte ein Ereignis um das andere und zeichnete Hannahs Persönlichkeit sehr übertrieben – meiner Meinung nach.
Das Buch war flüssig zu lesen. Immer wieder hoffte ich auf den Punkt, der das Fass zum Überlaufen brachte. Doch er kam nicht. Psychologische Hilfe wäre hier für die Protagonistin wertvoll gewesen. Stattdessen anderen die Schuld an allem zu geben, ist keine gute Message. Schade fand ich auch, dass nicht auf die Gefühlswelt der Mitschüler und der Lehrer eingegangen worden ist. Mich hätte sehr interessiert, wie sie mit dem Verlust umgehen. Auch Hannahs Eltern kommen nicht zu Wort. Die gesamte Story bezieht sich rein auf Hannahs Erlebnisse in ihrer Bubble. Das war mir etwas zu einseitig. Es fehlte an Abwechslung, an „Leben“. Clay war mir leider auch nicht sonderlich sympathisch.
Ich vergebe 2 von 5 Sternen, da das Buch ein wichtiges Thema anspricht, jedoch in der Umsetzung meiner Meinung nach nicht gelungen ist.
- Paulo Coelho
Veronika beschließt zu sterben
(3.164)Aktuelle Rezension von: Helena_KawaiiDieses Buch war schon lange auf meiner Leseliste, der Klappentext hatte mich sehr angesprochen. Grundsätzlich behandelt „Veronika beschließt zu sterben“ ein wichtiges Thema für unsere Gesellschaft: Lebensmüdigkeit und die Sinnsuche. Besonders positiv fand ich also ist die starke Botschaft des Romans. Das Buch hatte mich anfangs zum Nachdenken angeregt und stellt zentrale Fragen über gesellschaftliche Normen, Anpassung und individuelle Freiheit.
Ich bin auch sehr schnell in die Geschichte hinein gekommen. Der Anfang war für mich spannend und emotional intensiv. Coelhos Schreibstil ist klar, teilweise poetisch und für mich leicht zugänglich.
Leider hat der Roman ab der Mitte für mich deutlich an Spannung verloren, obwohl das Thema großes Potenzial bietet. Die Handlung wirkte auf mich zunehmend verwirrend und nahm eine Richtung, die nicht immer nachvollziehbar war. Der Klappentext hatte bei mir irgendwie andere Erwartungen erweckt.
Auch fiel es mir schwer, eine wirkliche Nähe zu den Charakteren aufzubauen. Trotz der psychologischen Tiefe des Themas blieben viele Figuren emotional distanziert, wodurch ihre Entwicklungen weniger berührt haben, als ich es mir gewünscht habe. Die Liebesgeschichte in dem Roman wirkte für mich konstruiert und wenig glaubwürdig, sie entstand sehr plötzlich und wirkte auf mich eher erzwungen.
Was mich noch irritiert hat, war eine Szene, die stark aus einer männlichen Perspektive („male gaze“) geschrieben wirkt und thematisch überhaupt nicht in den Kontext der Geschichte gepasst hat. Das Ende hinterließ bei mir insgesamt ein unbefriedigendes Gefühl. Anstatt die zuvor aufgeworfenen Fragen konsequent zu Ende zu denken, war das Ende etwas wirr und emotional nicht erfüllend.
Insgesamt ist „Veronika beschließt zu sterben“ ein Roman mit einer sehr starken Grundidee und einer wichtigen Botschaft, der mich zu Beginn überzeugt hat, im weiteren Verlauf jedoch deutlich an Intensität verliert. Trotz seiner Schwächen hat das Buch bei mir zur Reflexion angeregt, das Potenzial wird jedoch nicht vollständig ausgeschöpft.
- Haruki Murakami
Naokos Lächeln
(966)Aktuelle Rezension von: LovelyReaderFromMunichDer Roman begleitet den Studenten Toru Watanabe, der zwischen seiner psychisch labilen Jugendliebe Naoko und der ungestümen Midori hin- und hergerissen wird. Verlust, Trauer und das mühsame Erwachsenwerden stehen im Mittelpunkt – Themen, die eigentlich unter die Haut gehen sollten. Eigentlich.
Die Geschichte aber plätschert so vor sich hin und wabert an der Oberfläche. Selbst die dramatischsten Momente wirken seltstam leer und berühren einen nicht wirklich. Der Protagonist selbst scheint beobachtend, passiv und kaum greifbar. Auch Naoko, trotz ihrer tragischen Geschichte, bleibt schemenhaft – ich als Leserin fühlte kaum mit ihr. Auch die anderen Figuren wirkten weder sympathisch noch unsympathisch auf mich.
Besonders problematisch finde ich das gezeichnete Frauenbild. Die Frauen in dem Roman existieren nahezu ausschließlich in Relation zu Toru – sie sind Projektionsflächen seiner Sehnsüchte, keine eigenständigen Menschen. Naoko ist die zerbrechliche, psychisch kranke Geliebte, die letztlich an ihrer eigenen Schwäche zugrunde geht. Midori ist das lebenslustige Gegenstück, impulsiv und fast immer verfügbar, wenn Toru sie braucht. Beide Frauen sind letztlich Staffage in Torus Geschichte – Figuren, die funktionieren, wenn er sie braucht, und verblassen, wenn er wegschaut. Auch die anderen Frauen im Roman sind nur dazu da, den Männern zu dienen und da zu sein, wenn die Männer Lust auf sie haben. Im Japan der späten 1960er mag die Gesellschaft Frauen tatsächlich wenig Raum für eigene Identitäten gegeben haben, doch aus heutiger Sicht ist das schwer erträglich.
Ein Roman von poetischer Qualität voller Depression, Distanz und Suizide. Die großen Gefühle, auf die Titel und Untertitel hoffen lasen, gab es nicht. Ein Roman, der sich nicht lohn, ein weiteres Mal zu lesen.
- Sarah Kuttner
Mängelexemplar
(1.226)Aktuelle Rezension von: buch_leselustIch habe eigentlich etwas ganz anderes erwartet und hätte bei dem Cover eher einen Thriller vermutet. Allerdings war es so viel besser.
Hier wird sehr eindrücklich in die menschliche Psyche geblickt und alle möglichen "Fehler" betrachtet. Das Buch ist voll von treffenden Vergleichen und bietet einen manchmal zu realistischen Einblick in eine depressive Verstimmung.
- Kelly Oram
Cinder & Ella
(1.692)Aktuelle Rezension von: bookxn_belly„Cinder & Ella“ lag zugegebenermaßen ziemlich lange ungelesen in meinem Regal. Das Cover ist, meiner Meinung nach, einfach absolut nichts Besonderes und hat mich zunächst überhaupt nicht gereizt. Umso mehr muss ich jetzt sagen - völlig zu Unrecht!
Schon zu Beginn hat mich das Buch emotional eiskalt erwischt. Das Verhalten von Ellas Vater und seiner neuen Familie hat mir wirklich das Herz gebrochen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es sein muss, in so einer Situation festzustecken, abhängig zu sein und sich gleichzeitig so fehl am Platz zu fühlen. Bereits im ersten Drittel hatte ich mehrfach Tränen in den Augen und spätestens zur Mitte des Buches saß ich wirklich nur noch da und habe geweint.
Die Geschichte hat mich emotional wirklich unglaublich gepackt. Sie ist nicht einfach nur eine Liebesgeschichte, sondern so viel tiefgründiger! Es geht um Verlust, Selbstakzeptanz und darum, seinen Platz im Leben neu zu finden. Ganz nebenbei habe ich für mich auch mal wieder gelernt, wie dankbar man doch jeden Tag dafür sein darf, gesund zu sein und keine Einschränkungen zu haben. Diese Botschaft kam bei mir sehr intensiv an.
Besonders gut gefallen haben mir die Charaktere. Sie wirkten auf mich nachvollziehbar und vielschichtig, mit echten Schwächen und glaubwürdigen Emotionen. Ich konnte Ellas Gedanken und Gefühle jederzeit verstehen und habe mit ihr gehofft, gelitten und gezweifelt. Auch der Schreibstil war flüssig, emotional und absolut mitreißend.
Das Ende war mir persönlich tatsächlich ein kleines bisschen überladen. Aber nach all den Emotionen auf dem Weg dorthin kann ich mich nun kaum beschweren. Der Rest der Geschichte war einfach zu stark!
Zusammengepasst, ist „Cinder & Ella“ ein Buch, das mich vollkommen abgeholt und tief berührt hat. Eine bewegende, gefühlvolle Geschichte, die weit über eine klassische Liebesgeschichte hinausgeht und definitiv viel mehr Aufmerksamkeit verdient, als das unscheinbare Cover vermuten lässt. Bei mir darf auf jeden Fall in Kürze die Fortsetzung einziehen!
- Jennifer Niven
All the Bright Places
(770)Aktuelle Rezension von: MoidlvomberchIch fand das Cover sehr interessant gestaltet und der Klappentext machten mich neugierig auf den Inhalt des Buches.
Nun ich wurde absolut nicht enttäuscht, die Geschichte fängt schon sehr gut an und so wurde ich immer weiter in den Bann gezogen,
zwischen all der Dramatik musste ich immer mal wieder schmunzeln, das Buch was für mich hoch emotional und ich habe mitgefiebert.
Ein Buch dass ich dank des sehr guten Schreib- und erzählstils nicht mehr so einfach aus der Hand gelegt habe, ich habe das Buch zimmerhalb weniger Stunden komplett ausgelesen, fand ich aber auch das Thema sehr interessant.
Ein tolles Buch das bei mir immer noch nachhallt und mir noch lange im Kopf bleibt!
ganz klare Leseempfehlung!!
- Mona Kasten
Lonely Heart
(794)Aktuelle Rezension von: AleydaDie Geschichte dreht sich um Rosie, die seit ihrer frühesten Kindheit ihre eigene Webradio-Show betreibt. Als schließlich ihre Lieblingsband „Scarlet Luck“ in ihrer Sendung zu Gast ist, könnte eigentlich alles perfekt sein – doch das Interview läuft komplett aus dem Ruder. Die darauf folgende Kritik trifft Rosie hart. Gleichzeitig entwickelt sich eine unerwartete Nähe zwischen ihr und dem Drummer der Band…
Der Schreibstil ist unglaublich mitreißend, und die Charaktere sind so vielschichtig und lebendig, dass man richtig mit ihnen fühlt. Ich habe jede Seite förmlich verschlungen.Um ehrlich zu sein: Dieses Buch hat mir das Herz gebrochen. Ich habe es innerhalb von zwei Tagen inhaliert und konnte bei einem Plot-Twist mitten in der Nacht kaum fassen, was passiert ist – ich saß wirklich sprachlos da!
Für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight und eine klare Empfehlung. Das Ende hat mich so sprachlos zurückgelassen, dass ich mir um halb zwei nachts direkt den nächsten Band holen musste.
Von mir gibt es ganz klar fünf Sterne! ⭐⭐⭐⭐⭐
- Brittainy C. Cherry
Wie die Stille vor dem Fall. Erstes Buch: Special Edition
(631)Aktuelle Rezension von: VimpsyIch war direkt drin in der Geschichte von Shay und Landon.
Die beiden haben mich emotional total gekriegt. Dieses Hin und Her zwischen ihnen war teilweise echt schwer auszuhalten, weil man genau merkt, wie viel da eigentlich ist.
Vor allem Landon fand ich richtig greifbar. Sein Kopf, seine Zweifel – das konnte ich total nachvollziehen, auch wenn ich ihn manchmal echt gerne geschüttelt hätte.
Shay mochte ich auch sehr. Sie bleibt sich treu, auch wenn es nicht leicht ist.
Für mich ein richtig starkes Buch – ich freue mich sehr auf Band 3.
- Ava Reed
Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen
(636)Aktuelle Rezension von: lxna2002Ava Reed hat in diesem Buch sehr echt und eindrucksvoll dargestellt, wie sich Depressionen und Ängste anfühlen. Auch der Prozess zur Diagnose, Rückschritte und Klinikaufenthalte sind sehr authentisch beschrieben. Als Betroffene fühle ich mich durch dieses Buch sehr gut repräsentiert und nicht mehr alleine. Es gibt mir Hoffnung auf Heilung.
Ich werde es jedem in meinem Umfeld empfehlen, damit sie sich ein Bild von diesen Krankheiten machen können.
- Hermann Hesse
Unterm Rad
(846)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Sein Vater, seine Lehrer, der Pfarrer und überhaupt fast alle in seinem Heimatdorf sind sich einig, dass der junge Hans Giebenrath außergewöhnlich begabt ist und Großes von ihm zu erwarten ist. Mit viel Engagement, Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit bereitet sich Hans auf das Landexamen vor, denn wer dieses besteht zählt zu den wenigen Privilegierten, die das Seminar in der Klosterschule in Maulbronn besuchen dürfen und vor denen eine glänze Zukunft liegt. Zunächst verläuft alles nach Plan, aber nach und nach beginnt Hans unfreiwillig von diesem streng vorgezeichneten Weg abzukommen und alles verändert sich für ihn schleichend und unaufhaltsam zum Schlechteren hin…
„Über Hans Giebenraths Begabung gab es keinen Zweifel. […] Damit war seine Zukunft bestimmt und festgelegt.“ (S. 9)
Meine Meinung:
Da ich „Siddhartha“ und vor allem „Narziss und Goldmund“ sehr gemocht habe („Demian“ war leider weniger mein Fall) wollte ich nun auch „Unterm Rad“ eine Chance geben.
„Unterm Rad“ ist ein sehr berührendes und nachdenklich stimmendes Buch, das einem in Erinnerung bleibt. Diese relativ kurze, geradlinig und unaufgeregt erzählte Geschichte besitzt dafür umso größere emotionale Wucht. Das Buch macht auf ein wichtiges Thema aufmerksam, das auch in der heutigen Zeit noch aktuell ist: Psychische Erkrankungen und die Schattenseiten der Leistungsgesellschaft. Es ist bemerkenswert, dass Hermann Hesse dieses Buch schon 1905 veröffentlicht hat, denn damals waren psychische Erkrankungen noch weit weniger im Bewusstsein der Öffentlichkeit und man hatte weniger Verständnis dafür als heutzutage.
Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht. Man kann sich sehr gut in Hans hineinversetzen, weil Hermann Hesse bei der Schilderung von dessen Gefühlen und Gedanken viel Einfühlungsvermögen und ein hohes Maß an Sensibilität beweist. Hans ist ein gutmütiger, sensibler, zurückhaltender, höflicher, intelligenter und fleißiger Junge, den man schnell ins Herz schließt. Hans ist jemand, der es jedem recht machen möchte und der seine eigenen Bedürfnisse hintenanstellt. Er will die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen und übernimmt die Pläne, die die Erwachsenen mit ihm haben als seine eigenen und verinnerlicht sie. Hans nimmt es klaglos hin als sein Vater und seine Lehrer ihm immer mehr Lernstoff aufbürden. Schon bald hat Hans fast gar keine Freizeit mehr in der er seinen Hobbys nachgehen kann.
Bereits zu Beginn der Geschichte (als für Hans noch alles sehr gut läuft) bereiten einem gewisse Dinge ein wenig Unbehagen und man hat zuweilen ein ungutes Gefühl. Man hat nämlich den Eindruck, dass die Personen in Hans‘ Umfeld viel zu sehr auf seine Leistungen schauen und dazu neigen den Menschen dahinter vergessen. Hans scheint vorwiegend geschätzt zu werden, weil er „der Stolz der Stadt“ ist. Ihm wird dadurch der Eindruck vermittelt, dass man ihn nicht seiner Persönlichkeit wegen mag und beachtet, sondern aufgrund seiner herausragenden schulischen Leistungen. Nicht einmal Hans‘ Vater ist in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Außerdem wird von allen Seiten sehr großer Druck auf Hans ausgeübt und jeder will ihn zu Höchstleistungen antreiben. Erschwerend kommt hinzu, dass zugleich auch nicht auf Hans‘ Sorgen und Ängste eingegangen wird und diese sogar als unbedeutend abgetan werden:
„Du weißt, dass wir alle Hoffnungen auf dich setzen. Im Latein erwarte ich eine besondere Leistung von dir.“ – „Wenn ich aber durchfalle“, meinte Hans schüchtern. „Durchfallen?!“ Der Geistliche blieb ganz erschrocken stehen. „Durchfallen ist einfach unmöglich. Einfach unmöglich! Sind das Gedanken!“ (S. 15)
Als Hans in die Klosterschule kommt hofft man sehr, dass das Internatleben guttut. Tatsächlich findet Hans in dem eher unangepassten, leicht rebellischen und impulsiven Hermann auch endlich einen Freund. Obwohl die beiden charakterlich sehr unterschiedlich sind verstehen sie sich prächtig und werden schon bald unzertrennlich. Leider gibt es aber schon bald Probleme: Hermann fällt bei den Lehrern in Ungnade woraufhin diese es allen Schülern für unbestimmte Zeit untersagen mit Hermann auch nur zu sprechen. Hans sieht sich somit gezwungen seinem Freund den Rücken zu kehren. Gewissenskonflikte und Schuldgefühle sind damit natürlich vorprogrammiert. Wie die Lehrer hier einen Schüler zum Aussätzigen erklärt haben und ihn völlig von den anderen isoliert haben hat mich fassungslos und wütend gemacht. Es handelt sich immerhin um minderjährige Schüler, die weit von Zuhause entfernt leben und die daher vor Ort außer ihren Mitschülern keinerlei Bezugspersonen haben. Auch sonst sind die pädagogischen Methoden zur damaligen Zeit aus heutiger Sicht sehr erschreckend. So droht den Schülern beispielsweise bei regelwidrigem Verhalten der Karzer.
Es ist bedrückend und traurig mitanzusehen wie es Hans dann im Laufe der Geschichte zunehmend schlechter geht. Der große Druck unter dem er steht und die Angst vor dem Scheitern machen ihm immer mehr zu schaffen. Es plagen ihn Albträume, er hat ständig Kopfschmerzen und er fühlt sich gestresst, ruhelos, gehetzt, antriebslos und niedergeschlagen. Als Leser ist man aber leider die einzige Person, der das frühzeitig bzw. der das überhaupt auffällt. Niemand bemerkt wie sehr Hans im Stillen zu leiden beginnt:
Keiner […] sah hinter dem hilflosen Lächeln des schmalen Knabengesichts eine untergehende Seele leiden und im Ertrinken angstvoll und verzweifelnd um sich blicken. (S. 111)
Erst als sich Hans‘ schulische Leistungen verschlechtern fällt ihnen auf, das etwas nicht stimmt. Es werden dann jedoch nur halbherzige bzw. gar keine Versuche unternommen um die Situation für ihn zu verbessern und ihm aus seinem Elend herauszuhelfen. Stattdessen ist man schlicht enttäuscht von ihm, grenzt ihn aus und wendet sich von ihm ab, weil er es nicht länger wert ist, dass man ihm viel Aufmerksamkeit schenkt:
Er war kein Gefäß mehr, in das man allerlei hineinstopfen konnte, kein Acker für vielerlei Samen mehr; es lohnte sich nimmer, Zeit und Sorgfalt an ihn zu wenden. (S. 116)
Hans hat mir furchtbar leidgetan und ich habe mir große Sorgen um ihn gemacht. Man wünscht es sich in vielen Momenten richtiggehend ihm eine Hand auf die Schulter legen zu können, ihm Mut zuzusprechen und ihn zu trösten. Sein Scheitern ist für Hans eine große Enttäuschung und eine demütigende Erfahrung. Manche Leute verspotten ihn auch noch deswegen. Außerdem kehren ihm viele den Rücken, weil er für sie nun nicht länger interessant ist.
Diese Geschichte ist eine ohne Happy End und das macht sie umso eindrücklicher und bewegender. Diejenigen, die zu Hans‘ Unglück beigetragen haben haben leider rein gar nichts aus dem Geschehenen gelernt und hinterfragen ihr eigenes Verhalten Hans gegenüber in keiner Weise. Nicht einmal Hans‘ Vater ist da keine Ausnahme. Einzig der Schumacher Flaig (ein weitgehend unbeteiligter Beobachter der Geschehnisse) macht sich in dieser Hinsicht Gedanken. Man hat daher den Eindruck, dass sich eine Geschichte wie die von Hans jederzeit wiederholen könnte und das hat mich ziemlich niedergeschlagen und traurig zurückgelassen. Es gab keinen Hoffnungsschimmer.
Fazit:
Dieses Buch sollte man auf keinen Fall lesen, wenn man ohnehin schon etwas traurig ist. Es ist nämlich eine Geschichte, die sehr bedrückend, dramatisch und hoffnungslos ist. Man muss hilflos mitansehen wie Hans im Stillen leidet, ihm keiner hilft und schließlich alles sehr traurig endet. Es ist eine sehr berührende Geschichte über ein ernstes Thema, die einem nicht so schnell loslässt und die einem nachdenklich stimmt. Hermann Hesses Schreibstiel ist auch in diesem Buch wunderschön.
Ich hätte mir gewünscht, dass es am Ende zumindest einen kleinen Funken Hoffnung gibt und einige der handelnden Personen ihr Verhalten Hans gegenüber überdenken. Daher nur vergebe ich nur 4 statt 5 Bewertungssterne. Vielleicht ist es aber auch etwas unfair bloß deswegen einen Stern abzuziehen.
- Nikola Hotel
Dark Ivy – Wenn ich falle
(607)Aktuelle Rezension von: blue-jenFreunde finden. Das ist alles, was Eden Collins sich wünscht, als sie mit einem Stipendium an die traditionsreiche Woodford Academy kommt. Nach einem tragischen Todesfall war das letzte Highschooljahr die Hölle. Das Getuschel, die anklagenden Blicke, das Alleinsein. Jetzt will sie einfach nur dazugehören und neu starten. Allerdings ist das gar nicht so leicht. Schon in ihrem ersten Kurs bricht Eden beinahe zusammen, als sie bei einem sozialen Experiment an ihre Geheimnisse erinnert wird. Und es ist ausgerechnet William Grantham III., der das bemerkt.
Das Buch wird nur aus der Sicht von Eden geschrieben, was ich persönlich sehr schade finde. Mich würde oftmals die Sicht von William interessieren. Das Buch braucht auch etwas bis es in Fahrt kommt. Generell störte mich dieses armes Mädchen, reicher Junge Ding sehr, da dies so zentral immer erwähnt wurde, obwohl es eigentlich nicht so wichtig sein brauchte für die Story. Gerade da die reichen Kids Eden toll aufgenommen haben. Auch die Aktion mit den Tabletten wurde mir etwas zu schnell heruntergespielt.
generell sehr guter Schreibstil und gut zu lesen, aber noch Luft nach oben.
- Ava Reed
Die Stille meiner Worte
(780)Aktuelle Rezension von: SophieRunnerIch habe vor etwas mehr als einem Jahr schonmal ein Buch von Ava REed gelesen, welches mir sehr gefiel. Viele haben mir gesagt, dass dieses iht Lieblingsbuch der Autorin ist. Ich finde den Schreibstil sehr angenehm, das Buch ist flüssig und ich konnte es in kurzer Zeit verschlingen. Ich finde s mega toll, wie Hannahs Trauma aufgearbeitet wird, vorallem weil es wichtige Themen anspricht. Und Levi ist sowieso eine Green Flag auf zwei Beinen.
Zudem finde ich das Setting im Camp richtig toll und liebe es, wie die Lehrpersonen mit den Kindern (und Mo) umgehen 🥰
Tolles Buch
- Kristen Callihan
Idol - Gib mir die Welt
(416)Aktuelle Rezension von: Mica90Ich mochte schon die "game on" Reihe sehr, muss aber sagen das mir der erste Teil von "Idol" noch besser gefallen hat. War sehr sexy aber auch wahnsinnig witzig, hat mir sehr gut gefallen.
Bin ein absoluter Fan von Killian geworden und bin schon gespannt wie es mit dem Rest der Band weiter geht.
Kann diesen Teil auf jeden Fall weiter empfehlen.
Freu mich auf Teil 2 👻
- Sebastian Fitzek
Elternabend
(528)Aktuelle Rezension von: Ines_BalkowIch mag die "Kein Thriller" Bücher von Fitzek sehr gern. Der Humor trifft genau meinen Geschmack, so auch "Elternabend". Wir befinden uns wieder in einer skurrilen Situation, die immer verrücktere Ausmaße annimmt. Und erst zum Ende klärt sich alles nach und nach auf.
Auch hier wählt der Autor wieder einen ernsten Hintergrund. Durch die Situationskomik und die unterhaltsamen Figuren wird das Thema aber zu keiner Zeit zu schwer.
Der Elternabend entpuppt sich als lustig-schräge Veranstaltung und jede der überzogen dargestellten Figuren passt super ins Gesamtbild. Dass die Zufälle rund um den Protagonisten Sascha Nebel immer verrückter werden, wirkt sehr konstruiert. Aber die ganze Story ist so ungewöhnlich, dass man sie schon fast glauben könnte 😉
Wie schon gesagt, mag ich diese Art von Humor sehr gern, sodass mich das Buch durchweg gut unterhalten hat. Es war für mich eine angenehme Lektüre, die mir viel Spaß gemacht hat. Von daher gibt es von mir volle Sternenzahl und eine Leseempfehlung.
- Brittainy C. Cherry
Wie die Stille vor dem Fall. Zweites Buch: Special Edition
(490)Aktuelle Rezension von: ShellanIch dachte dass ich dieses Buch nur lieben könnte - immerhin ist es ja von Brittany Cherry. Aber leider nein ..
Shay und Landon, Landon und Shay. Schon in Band 1 habe ich mich sehr schwer getan mit den beiden, und hier wurde es irgendwie nicht besser.
Für mich ist Landon einfach eine wandelnde egoistische Redflag - ganz egal wie kaputt er ist, sein Verhalten geht einfach gar nicht.
Und Shay ist so verblendet, dass sie alles möglich über sich ergehen lässt.
Leider finde ich die Romantisierung von diesem Verhalten absolut problematisch, denn nein, das sollte sich wirklich niemand gefallen lassen. Auch nicht für die Liebe des Lebens ..
Ich liebe Brittany’s Schreibstil, das kann ich gar nicht anders ausdrücken. Sie Schreib absolut fesselnd und voller Gefühle, so dass man immer voll holender Story gepackt wird.
Dadurch, dass mir die Charaktere zu toxisch waren, konnte ich auch die Story nicht so nachvollziehen. Ja I know, es ist Second Chance. Aber bei so einem Verhalten kann ich das leider absolut nicht nachempfinden. Ich konnte quasi die ganze Story nur denken wie verblendet Shay ist und wie egoistisch Landon.
Für mich war der zweite Band einfach nichts, da ich ihn einfach zu problematisch fand.
- John Green
Will & Will
(561)Aktuelle Rezension von: PhijaVielleicht bin ich nicht die neutralste Person um dieses Buch zu bewerten. John Green ist einer meiner liebsten Autoren und das war das letzte Jugendbuch, welches ich noch nicht von ihm gelesen hatte. Eine Schande um ehrlich zu sein. "Will & Will" ist gerade definitiv zu einem meiner Lieblingsbücher geworden.
Zugegeben die ersten 50 Seiten waren irgendwie nicht meins. Es war für mich etwas schwierig in den Roman reinzukommen und war auch kurz davor ihn erstmal einfach auf Seite zu legen. Wüsste ich nicht, dass John Green sonst nur gute Bücher schreibt, hätte ich das vielleicht auch getan. Nach dem Anfang ist aber etwas passiert was mich gänzlich verzaubert hat.
Die Charaktere haben eine wirklich schöne Tiefe. Jeder einzelne ist super authentisch und nahbar ausgearbeitet. In dem Zusammenhang werden die verschiedensten Themen behandelt (TW: Depressionen, Suizidalität, Manipulation, Queerfeindlichkeit, Bodyshaming). Keines davon ist leicht zu verdauen, jedoch wird dies mit einer Leichtigkeit gemacht, die einmalig ist. Damit es nicht falsch verstanden wird, es wird nicht den Themen ihre Schwere abgenommen, im Gegenteil, all diese Themen sind Teil unserer Realität und so werden sie auch wahrgenommen und dargestellt. Sie gehören (leider) zum Leben dazu. Gerade mentale Themen werden nicht versucht verschwinden zu lassen, sondern es wird gezeigt, dass es auch Wege gibt damit zu leben. Aber all das passiert irgendwie auf eine Weise die unmöglich ist zu beschreiben. Einfühlsam kommt da am nächsten dran.
Der Erzählstil ist jugendlich, jedoch wirkt es nicht aufgesetzt, sondern ziemlich authentisch. Die Geschichte nimmt unerwartete Wendungen und das Ende - ich LIEBE das Ende.
Wer Coming-of-Age liebt sollte es lesen. Unbedingt!
- Matt Haig
The Midnight Library: The No.1 Sunday Times bestseller and worldwide phenomenon
(241)Aktuelle Rezension von: MabuseDas Buch hat mich von Anfang an gepackt. Es erzählt die Geschichte von Nora, die sich in einem Zwischenraum zwischen Leben und Tod wiederfindet.
Die Handlung ist zwar an manchen Stellen vorhersehbar, aber das nimmt der Freude am Lesen nichts weg. Besonders stark fand ich die Botschaft: dass man die kleinen Dinge im Leben wertschätzen sollte und dass jedes Leben einzigartig und unverwechselbar ist.
Gerade heute, wo man sich in den sozialen Medien ständig mit anderen vergleicht und oft nur deren „Schokoladenseiten“ sieht, wirkt diese Botschaft sehr inspirierend und wichtig.
- Kerstin Gier
Für jede Lösung ein Problem
(1.622)Aktuelle Rezension von: SindyBr"für jede Lösung ein Problem" von Kerstin Gier
Ich hab mich mal an einem Wohlfühlromane probiert und wurde auf Kerstin Gier aufmerksam gemacht.
Und mit ihrem Roman "für jede Lösung ein Problem" habe ich den auch gefunden.
Perfekt um einfach nur mal abzutauchen, alles um einen herum zuvergessen und zu lachen. Kerstin hat ein ernstes Thema humorvoll verpackt, was dennoch einen kleinen Nachgemack hinterlässt und mich auch nach beenden des Buches nicht los lässt.
Immer wieder wird jungen Frauen eingeredet sie müssten jung heiraten, am besten einen erfolgreichen Mann, und Kinder kriegen, und das alles unter 30. Welchen Druck diese Frauen ausgesetzt werden zeigt uns Kerstin an Hand von Gerri. Sie ist schlussendlich so weit sich das Leben zunehmen. Aber trotz des ernsten Themas kommt der Humor nicht zu kurz. Jedes Kapitel endet mit einem Abschiedsbrief und bei diesem ist Gerri gnadenlos ehrlich.
Die Autorin hat eine so angenehme und leichte Ausdrucksweise die einfach nur perfekt war um abzuschalten. Ich empfand den Roman dennoch spannend, man konnte sich einfach in Gerri hineinversetzen. Alle Charaktere und ihre Handlungen waren für mich authentisch und nachvollziehbar. Man hatte das Gefühl das "für jede Lösung ein Problem" mitten aus dem Leben kam und keine fiktive Geschichte ist.
Kerstin Gier zeigt auf humorvolle Weise das wir vielleicht Noch einmal darüber nachdenken sollten was wir wie sagen und das Ehrlichkeit immer noch am längsten währt.
- Ruth Ware
Woman in Cabin 10
(505)Aktuelle Rezension von: wordsbylarajRuth Ware liefert mit „Woman in Cabin 10“ einen klassischen Thriller ab, der für mich leider nur im soliden Mittelfeld landet. Das Setting auf der luxuriösen „Aurora Borealis“ ist zwar gut eingefangen und die Isolation auf dem offenen Meer bietet eigentlich die perfekte Vorlage für Gänsehaut, aber bei mir kam das beklemmende Gefühl leider nie richtig an.
Ein großer Kritikpunkt war für mich die Protagonistin Lo. Es war gar nicht mal ihr problematischer Lebensstil, der mich gestört hat, sondern die Tatsache, dass sie mir anfangs einfach unfassbar unsympathisch war. Es fiel mir dadurch wahnsinnig schwer, eine Verbindung zu ihr aufzubauen oder wirklich mit ihr mitzufiebern. Wenn man die Hauptfigur eher anstrengend findet, leidet leider auch der Spannungsbogen.
Was das Buch für mich jedoch deutlich aufgewertet hat, waren die genialen Einschübe zwischen den Kapiteln. Die E-Mails von Judah oder die Polizeiberichte waren atmosphärisch top und haben eine spannende Vorahnung erzeugt, dass Lo das Schiff vielleicht nicht lebend verlassen wird. Das hat mich definitiv bei der Stange gehalten!
Die Auflösung hingegen war für mich eher „meh“. Der Twist war nur semi-gut und vor allem die Wandlung der Komplizin zur Retterin ging mir am Ende viel zu schnell und wirkte fast schon überhastet. Da hätten ein paar Seiten mehr zur Entwicklung der Dynamik gutgetan.
Fazit: Ein handwerklich solider Thriller, der durch seine interessanten Erzählformate (E-Mails/Berichte) punktet, dem es aber an wirklich hohen Stakes und einer sympathischen Identifikationsfigur fehlt. Kann man gut zwischendurch lesen, ist aber kein absolutes Muss.
- Lucy Score
Things We Hide From The Light (Knockemout 2)
(143)Aktuelle Rezension von: AukjeDer Polizeichef Nash Morgan erholt sich noch, emotional & physisch, von einer Schussverletzung während eines Einsatzes. Er gibt sich selber die Schuld versagt zu haben und die Menschen die er liebt nicht beschützen zu können. Doch dann zieht Lina in die Wohnung neben seiner ein und beide fühlen sich sofort zu einander hingezogen. Allerdings trauen sich beide nicht so recht ihren Gefühlen zu vertrauen. Als er herausfindet warum Lina eigentlich in der Stadt ist, ist er anfangs erst einmal wütend auf sie, doch dann beginnen die beiden gemeinsam zu recherchieren, wo sich der Täter der ihn angeschossen hat, versteckt.
Mir persönlich ist dieses Buch einfach zu viel auf einmal und alles geht viel zu schnell und zu intensiv. Da ich den ersten Teil gelesen hatte fand ich natürlich sofort einen Bezug zu den Charakteren. Den Charakter Lina fand ich leider nicht so sympathisch. Gefreut hat mich aber, dass man vieles über die Charaktere aus dem ersten Teil erfahren hat und wie es mit ihnen weiterging. Wie gesagt war es einfach für mich persönlich nichts, kann mir aber vorstellen das die Zielgruppe es mögen könnte.
- Tobi Katze
Morgen ist leider auch noch ein Tag
(147)Aktuelle Rezension von: Schnee_prinzessinEs ist schwer das Buch so schlecht zu bewerten weil es ist der Umgang vom Autor mit seinen eigenen Depressionen. Teile vom Buch waren echt toll man hat sich reinfühlen können, die Wohnung die aussieht wie Sau, das Gefühl das man falsch ist weil man nicht glücklich ist, aber viele Kapitel wirken einfach wie aneinander gereihte Wörter die nichts dazu beitragen außer da Buch zu stecken. Ich glaube mit weniger Seiten wäre die Geschichte besser rübergekommen dazu war der Humor einfach nicht meins.
- Abby Jimenez
The Night We Met
(97)Aktuelle Rezension von: Conny177Das Buch hält genau was das Cover mit dem bunten Feuerwerk und der herzlichen Atmosphäre verspricht.
Chris ist der beste Freund von Larissas Freund. Natürlich sehen sie sich immer wieder. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass die beiden mehr Gemeinsamkeiten haben als ihnen bewusst ist, aber mehr als Freundschaft ist völlig tabu. Das Feuer brennt langsam und es macht mir Spaß die beiden zu begleiten.
Der Schreibstil ist flüssig und locker. Abby Jimenez erschafft eine warmherzige Atmosphäre, ich fühle mich beim Lesen wohl und immer wenn ich an die Geschichte denke oder das Buch in die Hand nehme. Ab der Hälfte wollte ich langsamer lesen, dass ich die Stimmung noch länger genießen kann. Ich mag ihren Schreibstil so sehr, dass ich unbedingt noch mehr von ihr lesen will.
Neben Liebe ist Freundschaft ein zentrales Thema. Tierliebe kommt aufgrund der vielen verschiedenen Tiere nicht zu kurz.
Larissa und Chris sind beide mitfühlende und rücksichtsvolle Menschen. Das macht sie sympathisch und trägt zur angenehmen Atmosphäre bei. Durch ihre vielen Gespräche kommen ihre Charakterzüge besonders zur Geltung. Im Zusammenhang mit Mike werden ernstere Themen angesprochen, u.a. Alkoholsucht und Depression. Ich will nicht zu viel verraten, aber es gibt ein Happy End.
Ich empfehle The Night We Met sehr gern für glückliche Lesestunden. - Stefanie Stahl
Das Kind in dir muss Heimat finden - Das Arbeitsbuch
(13)Aktuelle Rezension von: AuroraMEs war interesannt dieses Buch zu lesen, gerade weil ich in dem Bereich ein paar probleme habe. Ich weiß allerdings nicht ob es an meiner einstellung liegt, aber ich konnte mich nicht wirklich auf die Übungen einlassen. Das Lesen hat sich bei mir auch über ein Jahr gezogen, da es auch öfters langweilig war und ich nicht weiterlesen wollte.
Ich denke es kommt ganz darauf an wie man sich auf das Buch einlassen kann.























