Bücher mit dem Tag "der junge"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "der junge" gekennzeichnet haben.

14 Bücher

  1. Cover des Buches Der Junge, der Träume schenkte (ISBN: 9783404160617)
    Luca Di Fulvio

    Der Junge, der Träume schenkte

     (1.124)
    Aktuelle Rezension von: Peter_Pilz

    Der Titel verspricht einen positiven Inhalt, auch der Klappentext des Buches lässt eher an einen Aufbruch in der neuen Welt Anfangs des 20. Jahrhunderts glauben. Es werden mehrere Personen, teilweise in verschiedenen Jahrzehnten, zwischen welchen hin- und hergesprungen wird, beschrieben. Alles befremdlich, beängstigend, Vergewaltigungen, unpersönlicher Sex, Mord, Verstümmelung, Traumatisierung, Psychopathie, Erniedrigung. Ich habe es nach fast 300 Seiten abgebrochen und kann es nicht empfehlen. Zwei Sterne nur deswegen, weil es ja nach 300 Seiten eventuell doch noch ein gutes Buch werden kann. Meines Erachtens muss ein Buch allerdings nach spätestens 40 Seiten inhaltlich auf eine klare Linie kommen, mittel derer ich es beurteilen kann.

  2. Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783499267673)
    Ernest Hemingway

    Der alte Mann und das Meer

     (975)
    Aktuelle Rezension von: AndreaKiesling

    Puh, eines der wenigen Bücher für die ich, obwohl es ziemlich dünn war, mehrere Wochen Lesezeit brauchte. Es wurde mir als „muss“ empfohlen. Würde es jedoch nicht noch einmal lesen.

  3. Cover des Buches Die Straße (ISBN: 9783499246005)
    Cormac McCarthy

    Die Straße

     (664)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Warum tut man sich das an, solch ein Buch zu lesen? Natürlich zum einen, weil es mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet und in unterschiedlichen Medien positiv rezensiert wurde und zum anderen, wenn man ein Liebhaber dystopischer Literatur ist.

    Mr. McCarthy mutet seinen Lesern nicht nur ein postapokalyptisches Szenario zu, er zeichnet eine Welt, die dem Ende bereits so nahe ist, dass selbst die Hoffnung gestorben zu sein scheint. In dieser düster, düsteren Welt aus Asche und Müll hausen Kannibalen, die sogar ihr eigenes Neugeborenes fressen. Kann noch Schrecklicheres dargestellt werden? Nein!

    Aber aus den Dialogen von Vater und Sohn, die sich in dieser bitterkalten bleigrauen Welt gen Süden schleppen, erfährt der Leser, dass es neben den Bösen auch die Guten geben muss.

    In karger Sprache schildert der Autor den leidvollen Weg. Der Vater ist in seiner Aufgabe verhaftet, das Leben seines Sohnes unter allen Umständen zu schützen und dabei doch noch zu den Guten zu gehören. Denn dieser Wunsch, der vom Jungen ausgeht, ein wenig Menschlichkeit zu bewahren und anderen gegenüber zu zeigen, das ist das einzige flackernde Licht in dieser untergegangenen Welt. Die Hoffnung ist doch noch nicht tot!

    Die bleigraue Trostlosigkeit wird in sparsamer Handlung beschrieben. Wenige dann aber wirklich schockierende Ereignissen sind eingeschaltet.

    Es ist ein Buch, welches die Post-Postapokalypse so konsequent darstellt, wie keines vor ihm. Es schildert eine Welt, in der niemand sein möchte und aus der niemand abtreten will.

    Not for the faint-hearted!  

    Eine vollständige Inhaltsangabe findet sich in Wikipedia.

  4. Cover des Buches Der Junge (ISBN: 9783442488124)
    Alex Dahl

    Der Junge

     (30)
    Aktuelle Rezension von: xotil

    Die Story fängt richtig gut an und hält die Spannung auch bis zur Mitte, doch ab da wird die Geschichte langatmig nichts besonderes passiert.


    Vieles ist auch unglaubwürdig und das ende kann man so auch nicht abnehmen.


    Der Grundgedanke toll aber an der Umsetzung ist es leider gescheitert.

  5. Cover des Buches Die Abendröte im Westen (ISBN: 9783499272400)
    Cormac McCarthy

    Die Abendröte im Westen

     (51)
    Aktuelle Rezension von: glasratz

    Wieder einmal habe ich mich durch einen Schinken hindurchgebissen, der schon nach einem Drittel eigentlich nicht mehr sehr vielversprechend ausgesehen hat. Wieder einmal habe ich auf eine Katharsis, ein verknüpfendes Element oder den Schluss eines Kreises gewartet. Und wieder einmal wurde ich enttäuscht. Ich habe gelesen, dass die Kritiken zu diesem Buch, bevor McCarthy zu Weltruhm gelangte, eher mau waren. Ich kann sehr gut verstehen, warum.
    Dabei muss man sagen, dass das Buch durchaus sehr gute Eigenschaften hat. Zuersteinmal ist da die Sprache, bei welcher der Autor -vornehmlich im englischen Original, im Deutschen geht das weitgehend verloren- den Versuch unternimmt, sich dem Stil aus der Mitte des 19. Jahrhunderts anzugleichen. Dies funktioniert sehr gut und wirkt überzeugend. Auch durch den spannungslosen Schreibstil kann man sich sehr gut glauben machen, man läse wirklich ein Buch aus dieser Ära.
    Zum zweiten muss man dem Autor wirklich Respekt zollen, in welcher Schonungslosigkeit er die Gewalttaten darstellt und wie er es schafft, trotz blumiger Ausdrucksweise nicht zu romantisieren. Hier liest man keinen dreckigen Western mit liebenswerten Antihelden. Man ließt ein Buch über Verbrecher, die einem kein Gefühl der Sympathie entlocken können. Das hat etwas.

    Dies ist aber auf der anderen Seite auch schon einer der großen Fehler des Buches: Es gibt keine sympathischen Charaktere. Verbunden mit dem, wie bereits erwähnt, absichtlich spannungslosen Erzählstil welcher sich bei allen Geschehnissen auf die reine Beschreibung beschränkt (wenn auch auf eine sehr gute) kommt bis ein das letzte Viertel des Buches hinein eigentlich keine Spannung auf. Immer wieder sterben Charaktere und man kommt kaum über ein „Ah ja, in Ordnung.“ nicht hinaus.
    Dabei ist es auch noch so, dass alles, was geschieht, einfach immer wieder passiert. Es wird zehn Mal in der Wüste fast verdurstet, es gibt ein Dutzend Massaker und endlose, endlose Verfolgungsjagden, die sich über Tage und Wochen hinstrecken. Die Beschreibungen ähneln sich dabei so stark, dass man häufig häftig von Dejavus geschüttelt wird. Hat jemand gezählt, wie oft in diesem Buch Wild geschossen und dessen Fleisch über dem offenen Feuer getrocknet wird? Hier hilft auch die Sprachgewalt des Autors wenig. Man kann einen blutigen Sonnenuntergang nur eine begrenzte Anzahl von Malen beschreiben, bevor es albern wird.
    Die Geschichte finden auch bis in das letzte viertel hinein kein Ziel und keinen roten Faden. Der Antagonist wird so langsam und so spät aufgebaut, dass es einem mittlerweile eigentlich schon egal ist, da man eigentlich gerne alle Charaktere tot sehen möchte. Sie sind einander zu ähnlich. Der Hauptcharakter ist nicht nur namenlos, sondern bar jeglicher Eigenschaften. Nur der Judge wird als Mensch deutlich und ist dabei aber so unmenschlich, dass er nicht mehr als eine Karikatur bleibt. Das Ende dann ist antiklimaktisch.

    Insgesamt hätte es dem Buch vermutlich gut getan, wenn es ein Lektor ein wenig zusammengestrichen hätte. So wie es ist, macht es einfach keinen Spaß zu lesen. Man wird einfach für die endlosen, trockenen Durststrecken durch die Wüsten an keiner stelle entschädigt.

  6. Cover des Buches Sansibar oder der letzte Grund (ISBN: 9783257600551)
    Alfred Andersch

    Sansibar oder der letzte Grund

     (324)
    Aktuelle Rezension von: janaobrist

    Also ich habe tatsächlich dieses Buch freiwillig gelesen und es war keine Schullektüre für mich. Um ehrlich zu sein, habe ich jedoch das Buch nur gekauft weil es 1. so schön aussieht und 2. runtergeschrieben auf 3 Euro war, da musste ich einfach zupacken. Anfangs habe ich wirklich nichts gecheckt, doch mit der Zeit bin ich reingekommen und ich fand es wirklich schön zum Lesen. Vorallem "der Junge" empfand ich als eine schöne Figur und ich konnte ihn mir bildlich vorstellen. Auch ansonsten gefiel mir die Geschichte, sie ist aber eigentlich so langweilig und es passiert fast nichts, trotzdem lies ich gerne weiter. Ich hatte auch meine Zeiten, wo ich nicht mehr lesen wollte und auch einfach keine Zeit hatte und es für eine längere Zeit weggelegt habe. Ich hätte mir gewünscht dass zwischen Judith und Gregor etwas mehr passiert wäre und dass er mit ihr mitgegangen wäre, das war wirklich sad. Das mit Knudsen und dem Jungen jedoch war sooo süss und herzerwärmend. Helanders Ende war Heldenhaft und Bewundernswert. Wieso das Buch "Sansibar oder der letzte Grund" heisst verstehe ich bis jetzt immernoch nicht ganz, aber irgendwie ist es egal. Das mit dem Klosterschüler, diese Figur, dass verstand ich auch bis am Schluss nicht. Ich musste dann im Internet rechachieren und dann konnte ich plötzlich alle Puzzleteile zusammensetzen. Ich würde es kein 2. mal lesen, aber die Erfahrung war es wert. Mein Ziel beim Lesen lag leider fertig zu lesen und nicht zu wünschen das es weiter geht...

  7. Cover des Buches Sansibar oder der letzte Grund (ISBN: 9783257800210)
    Alfred Andersch

    Sansibar oder der letzte Grund

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Sehr empfehlenswerte Lektüre für zwischendurch! Das war das erste Buch, das mich begeistert hat, obwohl es schulische Pflichtlektüre ist. Anderschs Schreibstil ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die Geschichte ist zwar kurz, doch überraschenderweise sehr spannend und die Charaktere wachsen einem in der kurzen Zeit tatsächlich ans Herz. Es enthält sogar ein wenig Romantik. Es würde mich wirklich nur zu sehr interessieren, was aus Gregor, Judith und dem Jungen geworden ist!
  8. Cover des Buches Geh nicht zu Fuß durch stille Straßen (ISBN: 9783453301696)
    Ray Bradbury

    Geh nicht zu Fuß durch stille Straßen

     (3)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    Wunderschöne Geschichten, die sehr poetisch, verträumt und sehr blumig gehalten sind. Bradbury kann einen auf eine wunderschöne Traumreise mitnehmen. Eine der wundervollsten Autoren der 50/60er Jahre
  9. Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783732471270)
    Ernest Hemingway

    Der alte Mann und das Meer

     (37)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka
    Erst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass sich meine Rezension auf das Hörbuch bezieht, welches vermutlich im Argon Verlag erschienen ist. Leider stimmt die Verlinkung bei LovelyBooks nicht. 

    Zudem begleitet mich mit dem Hörbuch ein kleines Mysterium: Es soll zwar im Argon Verlag erschienen und von Christian Brückner gelesen worden sein. Allerdings klingt der Hörbuchsprecher in meiner Hörprobe irgendwie etwas anders, als Christian Brückner. Der Sprecher in meiner Hörprobe klingt etwas älter und passt stimmlich auch etwas besser zum "alten Mann". 

    Der alte Mann hat einen Großteil seines Lebens auf dem Meer verbracht. Er fährt auch im hohen Alter noch hinaus und das obwohl seine Kräfte zunehmend schwinden. An Land wird er von einem Jungen unterstützt, der aber nicht mit ihm aufs Meer hinaus fahren darf. Und dann kommt der Tag, an dem sich der alte Mann die Unterstützung des Jungen gewünscht hätte. 

    Mir hat die Entwicklung unseres Protagonisten sehr gut gefallen. Während er am Anfang noch glaubt, ohne Hilfe auskommen zu können, kommt er an einen Punkt, an dem er Hilfe benötigt hätte. Und dennoch schafft er es, sich durchzubeißen. 

    Zusammenfassend kann ich sagen, dass diese Geschichte viel Diskussionsstoff bietet und ich es mal wieder etwas schade fand, dass ich das Hörbuch für mich gehört habe, aber nicht direkt mit jemandem über den Inhalt reden konnte. 
  10. Cover des Buches Der Junge (ISBN: 9783596148370)
    J. M. Coetzee

    Der Junge

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Dem Autor gelingt hier eine packende wie aufschlussreiche Analyse der südafrikanischen Gesellschaft der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts mit all ihren Widersprüchen und Abgründen. Durch seine Kindheitserinnerungen schafft er für den Leser eine sehr persönliche Nähe zu den geschilderten Vorgängen, die einen stets neugierig auf die nächsten Seiten macht. Meiner Meinung nach eine sehr gelungene, kluge Lektüre.

  11. Cover des Buches Junge und Schwein- cool und wild (ISBN: 9783000597831)
    Dominique Magdalene Stengl

    Junge und Schwein- cool und wild

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Dirk1974

    Ihr fragt Euch vielleicht, müsste es nicht heißen: Der Junge mit dem Schwein? Nein, denn in diesem Buch geht es um ein Schwein, dass einen Jungen hat. Schweini ist ein glückliches Schwein. Als eines Tages eine Familie auf den Bauernhof kam, hat Schweini gleich gewusst, dass ist genau der richtige Junge für mich und hat ihn sich ausgesucht. 

    "Mein Junge war ein niedliches Exemplar. Er hatte viele, zerzauste Locken und riesengroße, wache Augen."

    Und nun wohnt Schweini bei seinem Jungen und der großen Frau. Dort erlebt das Schwein immer wieder viel neues und interessantes. So geht es ins Freibad und es gibt Eis. Da kann man sich schonmal sauwohl fühlen. Doch dann redet Junge immer wieder von einer Schule. Was er wohl damit meint? 

    Dominique Magdalene Stengl hat eine besondere Geschichte geschrieben. Erzählt wird sie aus der Sicht eines Schweins. Vieles erklärt sich im Buch durch die Schweinelogik. Doch nicht alles läuft problemlos. Wo Schweini ist, gibt es auch gern mal Chaos. Wir hatten beim Lesen viel Spaß und vergeben daher gerne 5 Sterne.

  12. Cover des Buches Der Junge, der die Welt sah (ISBN: 9783845908144)
    Mike Loewenrosen

    Der Junge, der die Welt sah

     (6)
    Aktuelle Rezension von: julya006
    Immer wieder schöne Geschichten und kleine Anekdoten haben mir gut gefallen, dennoch hatte ich mir auch irgendwie etwas anderes darunter vorgestellt. Es lässt sich wunderbar lesen und hat viele Abschnitte, die es erlauben, auch mal länger über einen Aspekt zu sinnieren. Doch fand ich den Bezug zu Kindern und zur Kindheit irgendwie ein bisschen viel. Das könnte allerdings auch nur an meinen eigenen Gedanken zu diesen Fragen liegen. ich bin ja auch ein gebranntes Kind...
  13. Cover des Buches American Youth (ISBN: 9783407741707)
    Phil LaMarche

    American Youth

     (17)
    Aktuelle Rezension von: HeikeG
    Ein "hässlicher" Amerikaner Lüge, Schuld und Verschweigen, das Herausarbeiten menschlicher Wertvorstellungen, aber vor allem Einsamkeit sind die Kernthemen in Phil LaMarches Debütroman American Youth, in einer soliden und guten Übersetzung von Malte Krutzsch. Das Buch beginnt damit, dass zwei Jungen durch ein Waldstück laufen. "Die Männer hatten sämtliches verwertbares Holz mitgenommen, und nur die unbrauchbaren Bäume stehen gelassen: die jungen, die verstümmelten und verwachsenen, die morschen und kranken. Die Jungs bahnten sich ihren Weg durch das Gewirr von liegengebliebenen Ästen, die jetzt den Waldboden bedeckten. Die Sonne brach durch das lichte Blätterdach und brannte ihnen ins Genick." LaMarche konzipiert einen starken Romananfang. Er zeichnet subtile Metapher: Im Laufe des Handlung wird zunehmend ersichtlich, dass die Jungs gleichzeitig die jungen, verstümmelten Bäumen verkörpern und das Durcheinander auf dem Waldboden dem "Durcheinander an Wertvorstellungen" gleichzusetzen ist, welches zunehmend kleine nordamerikanische Städte befällt. Sein Debüt-Roman ist in einer solchen kleinen Stadt im Bundesstaat New Hampshire angesiedelt, mitten in einer Wirtschaftsflaute. Die Väter verlassen ihre Familien und fahren der Arbeit hinterher, die Mütter sitzen allein zu Haus, in einheitlichen, aus dem Boden gestampften Vorstadtsiedlungen, überfordert mit der neuen Situation. Sie fristen fortan ihr Dasein vor dem Fernseher. Die Kinder und vor allem die Jugendlichen sind mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Sie vertreiben sich ihre Langeweile, indem sie - wie hier im Roman - Molotowcocktails in ein aufgegebenes Wohnungsbauprojekt werfen oder mit den Waffen des Vaters "herumspielen". LaMarche setzt in American Youth diese allgemeinen Verfremdungen ganz spezifisch in der Geschichte eines Jungen um, der am Ende "wie ein heimwehkranker Felsen fällt". "Der Junge", wie er permanent im Roman genannt wird, hat auch einen Namen, "Ted" Theodore LeClare. Dieser wird jedoch während der weiteren Erzählung nur äußerst selten genannt. Ted befindet sich auf der Schwelle zum Erwachsensein, als wir ihm das erste Mal begegnen. Durch eine unglückliche, leichtsinnig herbeigeführte Situation, wird ein Freund vom ihm erschossen. Fortan wird er von seinen Freunden gemieden. Über den "Tathergang" hat er Stillschweigen zu bewahren, indoktriniert seine Mutter. Mit der Situation allein überfordert, treibt es ihn in die Arme der "American Youth", einer neonationalistisch geprägten Gruppe um ihren Führer George Haney. Diese tritt als eine Art geheime Bürgerwehr auf, denunziert Drogenhändler, verpfeift Leute, die Alkohol trinken und veranstaltet "gezielte Aktionen" gegen Andersdenkende. Bereits vor dem Unfall emotional zurückgezogen, beginnt für den Jungen nun eine Spirale nach unten. Nur das Zufügen von Schmerzen mittels eines heißen Feuerzeugs verschafft ihm kurzzeitig Erlösung. Für Minuten kann er sich selbst wieder spüren und "erleben". Im Endeffekt ist dies jedoch kein Ausweg für seine innere Leere. LaMarche hat seinen Schreibstil stark an Cormac McCarthy angelehnt, an dessen äußerst minimalistische, geradlinige, schlichte und schmucklose Erzählweise. "Der Junge" erinnert stark an dessen Roman Die Straße. In äußerst knappen, kurzen, teils lakonischen Sätzen und Dialogen ohne Schnörkel und Metapher erzeugt der Autor ein bewusstes Ausgegrenztsein des Jungen, aber auch des Lesers, ein geradezu verstörtes Gefühl von Hilflosigkeit und Leere. Hier wäre mehr auf jeden Fall zu viel gewesen. Gerade diese Knappheit gibt das zerrissene Innenleben von Ted sehr gut wieder. "Ihm gefiel das Schweigen. So konnte er bei sich bleiben, hinter seinen Augen, wo alles still und nicht so kompliziert war." Oft antwortet der Junge nicht, sondern "er zuckte die Achseln". Diese Hilflosigkeit eines Heranwachsenden wird nahezu physisch an den Leser weitergegeben. Zuweilen jedoch neigt LaMarche zur Übertreibung. "Der Junge wusste, dass es gefährlich war, mit einem Angetrunkenen zu fahren. Er hatte die Fernsehspots gesehen. Er hatte die Kampagnen in der Schule mitbekommen. Aber um das körperliche Wohlergehen ist nur der besorgt, dem etwas daran liegt. In seinem betrunkenen Zustand stellte sich der Junge vor, wie sie volle Kanne gegen eine der mächtigen Kiefern am Straßenrand krachten, wie sein Körper gegen das Armaturenbrett knallte und durch die Windschutzscheibe flog, kopfüber in die Bäume und Bäumchen. Sein Körper dürstete nach Schmerz. Er bettelte danach, verbrannt, verbrüht und zerschmettert zu werden. Er sehnte nach Erlösung." Dieser Ausschnitt aus dem Buch macht deutlich, wie zerrissen Ted ist, aber er hält den Leser gleichzeitig davon ab, in seine Nähe zu kommen. LaMarche überzeichnet Dinge, so als ob man "Meerrettich als Beilage statt als Gewürz serviert bekäme" bzw. flüchtet sich teilweise in oberflächliche Stereotype. Diese Art zu schreiben lenkt von den feinfühligeren Bestandteilen des Romans ab. Der Leser wandelt immer zwischen den Polen, findet keinen richtigen Zugang zum Geschehen und zu den Gefühlen des Jungen. Auch aus der ersten sexuellen Beziehung zu Colleen, einem Mädchen welches eigentlich mit George liiert ist, ideell aber nichts mit den "American Youth" zu tun hat, schöpft der Junge keine Kraft. Diese Romanze wird von LaMarche genauso nüchtern und sachlich, fast abstoßend beschrieben. Vieles bleibt vage unter der Oberfläche, wird nur angedeutet, ohne klar ins Bild gerückt zu werden. Die Verknüpfung der Handlungsstrukturen ist nicht optimal gelungen. Die Agierenden sind etwas zu schwach, fast oberflächlich skizziert. Das ist das größte Problem des Romans. Es ist kein schlechtes Buch - es ist flüssig und recht spannend zu lesen - aber die Entfremdung und der Mangel an Überraschungen lassen nur einen profanen Eindruck zu. Fazit: Wie Ted, ist auch der Leser nie näher, als wenn er "irgendwo innerhalb [seines] Schädels, das Zimmer durch die Fenster [seiner] Augen beobachtet." Das ist zwar recht nah, aber es war niemals nah genug.
  14. Cover des Buches 365 (ISBN: 9783854526629)
    Doris Mayer

    365

     (5)
    Aktuelle Rezension von: emeraldeye
    Ein junger Mann hat überlebt. Einen Atomkrieg? Die große Klimakatastrophe? Die Apokalypse? Er weiß es nicht. Alle Menschen um ihn herum sind starr und still wie Puppen. Der Strom funktioniert nicht, die Mobiltelefone sind tot. Er versucht, sich in der erstarrten Welt zurecht zu finden und entdeckt nach und nach Anzeichen dafür, dass er nicht der einzige Überlebende ist. Da gibt es Nachbars Hund, den er nie leiden konnte und der ihm nun nicht mehr von der Seite weicht. Der junge Mann hat Sehnsucht nach dem rothaarigen Mädchen aus dem Supermarkt. Die Hoffnung, dass sie lebt. Doch auch sie ist wie versteinert. er bringt ihren paralysierten Körper in Sicherheit, während ein bärtiger, jähzorniger Mann immer wieder seinen Weg kreuzt- ihn nicht nur des Mädchens, sondern auch seines Lebens zu berauben. Eine namenlose Stadt, namenlose Menschen geraten in eine alptraumhafte, katastrophale Situation. Nur Randbemerkungen lassen erahnen, dass die von Doris Mayer beschriebene, schockartig veränderte Welt unsere gegenwärtige ist. Nur wenige Menschen und Tiere sind von der plötzlichen Starre, die ihre Stadt überfällt, nicht betroffen. Doch für einen Moment sind auch sie wie erstarrt, bevor sie begreifen, welche Möglichkeiten und Grenzen ihnen der absolute Stillstand des Lebens aufzeigt. Und sie probieren sich aus. Ein Junge hat endlich den Mut, sich dem Mädchen seiner Träume zu nähern, sie zu berühren, für sich zu gewinnen. Eine ältere Frau, enttäuscht und desillusioniert von sich selbst und anderen, entwickelt ungeahnte Kraft, als sie einen kranken kleinen Jungen findet. Und dann ist da noch der Bärtige, der jegliche Hemmung ablegt und seiner lange unterdrückten Wut und Rachsucht freien Lauf läßt. Doch schnell verfliegt die Lust an der Freiheit, alles tun zu können, ohne Rechenschaft ablegen und auf andere Menschen Rücksicht nehmen zu müssen. Alle Protagonisten beginnen irgendwann damit, sich auf die Suche nach anderen "Wachen" zu begeben. Es ist fast zwangsläufig, dass sie sich irgendwann begegnen... Formal streng und sehr nüchtern, mit kurzen klaren Sätzen schildert Doris Mayer eine Extremsituation aus den wechselnden Perspektiven ihrer Hauptpersonen. Damit und auch mit der Vermeidung jedweder vertrauter Zuordnungen unterstreicht sie die Fremdartigkeit des Lebens, dem sich ihre Protagonisten stellen müssen und das sie auf unterschiedlichste Weise meistern. Doch alle werden von der Hoffnung angetrieben, dass alles irgendwann wieder so sein wird wie vorher. Sie alle fühlen das zutiefst menschliche Bedürfnis nach Sicherheit, Wärme und Bestätigung, das nur andere Menschen erfüllen könnne. Doch es ist klar, dass nichts mehr so sein wird wie vor 365 Tagen. Interessante Idee und fast ein Science-Fiction-Roman.
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