Bücher mit dem Tag "deutsch-deutsche geschichte"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "deutsch-deutsche geschichte" gekennzeichnet haben.

27 Bücher

  1. Cover des Buches Machandel (ISBN: 9783328100249)
    Regina Scheer

    Machandel

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Wilke

    Ich fand diesen Roman ganz wunderbar.
    Beim Lesen hatte ich das seltsame Gefühl irgendwie mit dieser Geschichte verbunden zu sein oder mit den Fünf-Ich-Erzählern verwandt zu sein, so als wäre ich auch vor Ort. Man taucht ein in andere Leben und in deutsche Geschichte. Man durchlebt die Ängste, Träume und Kämpfe in einem ostdeutschen Dorf, in einer Familie. Einiges fand ich sehr aufwühlend und ab und an brauchte ich Zeit, um es zu verdauen.
    Ein großartiger Roman.

  2. Cover des Buches Das Lied der Stare nach dem Frost (ISBN: 9783492304764)
    Gisa Klönne

    Das Lied der Stare nach dem Frost

     (90)
    Aktuelle Rezension von: dorisdavid

    "Jedes Buch ist ein Zwiegespräch zwischen Autor und Leser" (Ludwig Reiners). 

    Ein passendes Zitat zu dem Erlebnis, das ich beim Lesen von "Das Lied der Stare nach dem Frost" hatte: Denn ich habe Rixa, Elise und Theodor gehört.
    Ich konnte so gut mit den Dreien mitgehen, mitfühlen und konnte zudem auch die feine leise Stimme der vierten Protagonistin Dorothea hören, die sich von Anfang an sehr zurück nimmt und es schien mir sogar, als ob sie gar nicht in Erscheinung treten möchte.
    Und doch hat mich diese Zurückhaltung ganz besonders und am allermeisten berührt. Meine Familiengeschichte ist sehr anders und dennoch habe ich meine Familie in jeder Zeile gespürt, vor allem meine Mutter.
    Vieles hat mich traurig gemacht, vieles hat mich aber auch ruhig und friedlich gemacht. Befriedend.
    Wie behutsam Gisa Klönne die vorangegangene Geschichte der Familie erzählt, hat mich unglaublich begeistert. Kein Schwarz/Weiß, sondern ganz viel dazwischen. Alle Farben. So wie die Autorin deren Leben erzählt, ist so schön, denn es hatte für mich etwas Fürsorgliches, das mich sehr bewegte und durch das ich vieles verstand.

    Das alles in poetisch-schöner Sprache
          

  3. Cover des Buches Nachtblau stirbt die Erinnerung (ISBN: 9783802599316)
    Brigitte Pons

    Nachtblau stirbt die Erinnerung

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Wieder dürfen wir Frank Liebknecht bei seinen Ermittlungen über die Schulter sehen. Diesmal sind es unterschiedliche Kriminalfälle, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben.
    Da ist einerseits die brutale Attacke auf Kommissar Brenner, die ihn niederstreckt als er sich mit René Hübner, dem Trainer seiner Tochter Pia, treffen will. Andererseits beschäftigt ein mysteriöser Fund von Dreißig Silberlingen (ja genau, die Summe des Judaslohns aus der Bibel) in Form von Ostmark und ein geschändetes Grab unseren wackeren Vielbrunner Polizisten.

    Die Zusammenhänge werden auch dann nicht klarer, als René plötzlich an Herzversagen stirbt. Sind die kleinen blauen Tabletten Schuld an seinem Tod oder ist da mehr dran?
    Frank Liebknecht und Marcel Neidhardt stochern in einem undurchsichtigen Geflecht aus Halbwahrheiten, Vertuschen und Geheimnissen. Weiß Pia Brenner mehr als sie zugibt? Und welche Rolle spielt das Enfant Terrible, David Lösch?

    Geschickt verknüpft Brigitte Pons Sport, Doping, Geschäftemacherei und die ohnmächtige Wut einer verlassenen Frau zu einem spannenden Krimi, der sich auch mit der unrühmlichen Vergangenheit des einst geteilten Deutschlands auseinandersetzt.

    Fazit:

    Ein spannender Krimi mit vielen interessanten Sidesteps und unerwarteten Wendungen, daher fünf Sterne und eine Leseempfehlung von mir. 
  4. Cover des Buches Pakete an Frau Blech (ISBN: 9783421046451)
    Rolf Bauerdick

    Pakete an Frau Blech

     (20)
    Aktuelle Rezension von: schoensa
    Worum es geht

    Kaum haben Maik Kleine und seine ehemaligen Zirkus-Kollegen den ehemaligen Zirkusdirektor Alberto Bellmonti wie von ihm gewünscht mit Parade durch Berlin und Elefanten vorweg beerdigt, beginnen die schlechten Nachrichten: Bellmonti soll für die Stasi gearbeitet haben. Und irgendwie hängt auch alles mit Maiks Kindheit in der DDR zusammen, die tragisch 1978 endete, als seine Geschwister bei einem Brand ums Leben kamen.

    Wie es gefällt

    Zu Beginn ein Tragikroman, am Ende Klamauk - was hervorragend anfängt, wird immer chaotischer und vor allem unrealistischer. Wer damit leben kann, der bekommt eine abwechslungsreiche und vielseitige Geschichte, bei der man kaum etwas vorhersehen kann.

  5. Cover des Buches Der Tag X (ISBN: 9783453439306)
    Titus Müller

    Der Tag X

     (42)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Bis ins Jahr 1990 kannte ich den 17. Juni als „Tag der Deutschen Einheit“. Während meiner Kindheit in Westdeutschland konnte ich nichts damit anfangen; freute mich jedoch über den schulfreien Tag. Als Jugendliche wunderte ich mich vielleicht über den Namen, denn die Deutschen in Ost und West waren durch eine fast unüberwindliche Grenze getrennt. Dass dieser „Tag X“ im Osten kein Grund zum Feiern war, wurde mir erst später bewusst. Schließlich haben beim Aufstand 1953 viele Menschen ihr Leben gelassen.


    Titus Müller hat sich in seinem Buch intensiv mit den Ursprüngen des Aufstandes vom 17. Juni 1953 befasst. Er erzählt von einer Deportierung eines Wissenschaftlers 1946 und berichtet über das weitere Leben seiner in Berlin zurückgebliebenen Tochter Nelly. Die erfährt am eigenen Leib, wie der Staat die christlichen Jugendorganisationen bekämpft und die Bürger in engen Grenzen hält.

    Als Leserin konnte ich gut verstehen, dass die Menschen, denen ohne erkennbare Gegenleistung immer mehr abverlangt wurde, allmählich auf die Barrikaden gingen. Auch die Strippenzieher in Moskau lernte ich kennen. Kopfschüttelnd las ich vom Eingreifen der Volkspolizisten und dem anschließenden Schönreden der Politiker.


    Sehr aufschlussreich fand ich den Anhang mit zahlreichen Hinweisen auf die vom Autor verwendete Literatur. Obwohl ich das Buch mit großem Interesse gelesen habe, konnte es mich nicht ganz erreichen.

  6. Cover des Buches Am kürzeren Ende der Sonnenallee (ISBN: 9783126757195)
    Thomas Brussig

    Am kürzeren Ende der Sonnenallee

     (311)
    Aktuelle Rezension von: kekskruemeline

    ,,Klein aber fein", ein Zitat, welches das Buch Am kürzeren Ende der Sonnenallee von Thomas Brussig ziemlich genau beschreibt, wenn nicht sogar auf den Punkt bringt. 

    In knappen 157 Seiten schreibt der damals 35-jährige Author über die DDR und alles, was dazu gehört. Sie werden sich jetzt denken: ,,Klasse, ich bin aber nicht zu einer Geschichtsstunde hierher gekommen". Hand aufs Herz, so ging es mir am Anfang auch, die typische Schullektüre eben, doch Am kürzeren Ende der Sonnenallee ist einfach was ganz Anderes und eigen für sich.

     

    Zusammen als ,,Das Potential", welches aus Micha (Protagonist), Wuschel, Mario, Brille und dem Dicken besteht, haben die Jugendlichen nicht nur ordentlich Spaß, sie bauen auch das eine oder andere mal ziemlichen Mist. So bringen sie den ABV mit verbotener Musik auf die falsche Spur und blamieren sich in den Tanzstunden beim Tanzen. 

    Doch was wäre ein Jugendroman ohne die typische Lovestory?

    In Am kürzeren Ende der Sonnenallee liegt die Liebe praktisch in der Luft und wird durch Miriam, welche laut Micha das schönste Mädchen der Welt sei, zum typischen Handlungsteil, der sich durch das ganze Buch hindurch zieht.

    Was jedoch beim Lesen besonders auffällt, ist Brussigs Schreibstil. An Komik, Späßen und lustigen Geschehnissen wird hier nicht gespart. Durch ihn klingt der ,,Todesstreifen" doch gleich viel harmloser. 

    Tatsächlich ist dies jedoch bei den meisten Lesern der größte Kritikpunkt. Die DDR sei gar nicht so harmlos gewesen und würde in Brussigs Buch nicht ernst genommen werden. Doch so soll es auch gar nicht sein. Gerade dadurch will Brussig eine andere Seite der DDR zeigen und versucht, das Positivste aus der Sache zu ziehen.

    Meine Freude über dieses Buch hält sich in Grenzen. Ständige aus dem Kontext heraus gerissene Szenenwechsel erschweren das Lesen und auf einmal befindet man sich nicht mehr in Michas Zimmer, sondern in der Vergangenheit bei irgendwelchen Verwandten von ihm. Dennoch kann man nicht anders als zu schmunzeln und lachen, wenn man das Buch liest. Hat man einen guten Sinn für Humor und eventuell auch ein Interesse an der deutschen Geschichte, so ist Am kürzeren Ende der Sonnenallee mehr als empfehlenswert.

  7. Cover des Buches Ab jetzt ist Ruhe (ISBN: 9783100044204)
    Marion Brasch

    Ab jetzt ist Ruhe

     (82)
    Aktuelle Rezension von: jannehanne

    Schreibt leicht über das Schwere, feine Psychologie, nimmt den Leser emotional mit. 

    S.64 "Doch dieses Weihnachtsfest war anders. Ich spürte schon am Vormittag, dass irgendetwas faul war. Oder besser ich hörte es. Aus der Küche klang schlechtgelauntes Tellerklappern, Töpfe lähmen auf dem Herd, und das Besteck ließ sich beleidigt in den Besteckkasten fallen. Meine Mutter war sauer."

  8. Cover des Buches Das Bernstein-Amulett (ISBN: 9783596521838)
    Peter Prange

    Das Bernstein-Amulett

     (83)
    Aktuelle Rezension von: Susann82

    Das Buch ist sehr spannend und hat mich gefesselt. Es spielt zu einer Zeit, die ich Gott lob nicht erlebt habe. Es ist sehr schön geschrieben, enthält Spannung und beschreibt sehr gut, wie sich die Menschen verbiegen mussten um zu überleben.

  9. Cover des Buches Helden wie wir (ISBN: 9783596133314)
    Thomas Brussig

    Helden wie wir

     (130)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33
    Zwanzig Jahre DDR-Geschichte satirisch verpackt

    Inhalt:
    Nach dem Fall der Mauer beansprucht Klaus Uhltzscht dies als sein Verdienst. Einem Journalisten von der New York Times spricht er aufs Band, wie es dazu kam. Angefangen bei seinen Eltern, einem Stasi-Mitarbeiter und einer Hygienefanatikerin, und deren Auswirkungen auf die Entwicklung des kleinen Klaus, begleiten wir den jungen Mann und seine Triebe über etwa zwei Jahrzehnte durch Ostberlin.

    Meine Meinung:
    Sehr passend ist hier das Cover gewählt, der Ausschnitt einer Statue, in dessen Mittelpunkt das männliche Geschlechtsorgan steht. Denn genau das ist es, was Klaus Uhltzscht – wie wohl die meisten jungen Männer – vordergründig bewegt. In seinem Elternhaus ist Sex ein Tabuthema wie vieles andere auch. Dadurch ist Klaus immer derjenige, der alles als Letzter erfährt, anfangs meist im Sommerlager. Dabei hat es Klaus nicht leicht mit seiner überfürsorglichen Mutter, die überall nur Keime und sonstige Gefahren sieht. Für seinen Vater ist er einfach ein Versager. Und so lernt Klaus schnell die selbsterfüllende Prophezeiung kennen. Er ist ein Sachenverlierer, ein Flachschwimmer, ein Nichtskönner. Als Leser hat man Mitleid mit ihm, muss aber auch immer wieder schmunzeln ob der Hindernisse, die ihm das Leben schwer machen. Er ist liebenswerter Antiheld, der naiv und unbedacht durchs Leben stolpert.

    Wir bewegen uns beim Lesen zwischen satirischer Betrachtung der Gesellschaft und Politik in der DDR und dem außergewöhnlichen Sexualleben von Klaus Uhltzscht. Dieses hat aber in keiner Weise etwas mit Erotik zu tun. Es ist wunderbar in die übrige Handlung eingebettet und sehr humorvoll beschrieben. Normalerweise kann ich mich für Romane, in denen Sex welcher Art auch immer, eine so große Rolle spielt, nicht besonders begeistern. Thomas Brussig hat aber eine ganz besondere Art, mit diesem Thema umzugehen.

    Zuweilen hätte ich mir eine etwas straffere Erzählung gewünscht, aber im Großen und Ganzen gibt es an diesem unterhaltsamen Roman nicht viel auszusetzen.

    Fazit:
    Eine herrliche Satire über das Ende der DDR mit einem wahrhaft bemitleidenswerten, aber sympathischen Helden. Der Roman wurde zum 10. Jahrestag des Mauerfalls 1999 auch verfilmt.

    ★★★★☆


    Format: E-Book
    Dateigröße: 1095 KB
    Seitenzahl der Print-Ausgabe: 336 Seiten (FISCHER Taschenbuch; Auflage: 16 (1. April 1998), ISBN-13: 978-3596133314, Preis: 8,95 €)
    Verlag: FISCHER E-Books; Auflage: 1 (6. September 2015)
    Sprache: Deutsch
    Preis: 8,99 €

  10. Cover des Buches Doppelte Schuld (ISBN: 9783861903376)
    Anne Chaplet

    Doppelte Schuld

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Katalina Cavic findet während eines Spaziergangs mit ihrem Hund eine Leiche im Schloßpark. Sie erinnert sich schwach an den Menschen und sofort stark wieder an ihre Vergangenheit und hat Angst.
    Er suchte eine Frau und fragte sie nach einer Frau mit Blindenhund.
    Diese Frau nennt sich Mary...

    Es ist ein Roman der sehr viele Schicksale verbindet...welche eigentlich nicht viel mit einander zu tun haben. Doch indirekt immer Verbunden sind.
  11. Cover des Buches Die vergessene Generation (ISBN: 9783608964875)
    Sabine Bode

    Die vergessene Generation

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Die Autorin Sabine Bode hat viele Kriegskinder in ihrem Buch zu Wort kommen lassen. Diese berichten nach häufigem Abwehren ("Es ist doch damals allen schlecht gegangen" oder "Sie werden mir doch jetzt kein Trauma einreden wollen"), voll Flucht, Verschüttung, Tieffliegern und Bombenhagel ziemlich distanziert und im Nachhinein wenig betroffen. Gleichzeitig aber kann man häufig besondere Unsicherheiten, Krankheiten, Schwankungen in deren Lebensweg beobachten." 

    In 15 Kapiteln fasst Sabine Bode die Berichte der Kriegskindergeneration, die heute als „Wiederaufbaugeneration“ längst im Pensionsalter ist und sich an Enkelkindern erfreut, zusammen. 

    • Millionen Kriegskinder unter uns
    • Was Kinder gebraucht hätten
    • Eine verschwiegene unentdeckte Welt
    • Zwei Frauen ziehen Bilanz
    • Das fröhliche Kind
    • Ein ganzes Volk in Bewegung
    • Kriegswaise: Die Suche nach der Erinnerung
    • Nazi-Erziehung: Die willigen Mütter
    • „Aber recht, recht lieb wollen wir sein“
    • Das Trauma, der Krieg und die Hirnforschung
    • Die große Betäubung
    • „Als alter Mann werde ich glücklich sein“
    • Trostlose Familien
    • Ein Plädoyer für Vernunft und Trauer
    • Vom Schweigen, Sprechen und Verstehen

     Interessanterweise hat sich bei den Interviews herausgestellt, dass je näher das eigene Ende kommt, die Aufarbeitung der verdrängten Erinnerungen doch ein Thema geworden ist. Sei es, dass die Enkel nach den Kriegsereignissen fragen, oder sei es, dass man sein eigenes Leben abschließen möchte. 

    Diesen Kriegskindern wurde eingebläut, möglichst stumm und unauffällig zu sein, immer fröhlich und angepasst. Sie sollten nach vorne schauen, die Vergangenheit vergangen sein lassen und am besten nicht darüber reden. 

    Viele können auch heute noch nicht Nahrungsmittel wegwerfen oder zucken beim Ertönen einer Feuerwehrsirene zusammen. 

    Fazit:

    Eine gelungene Neuauflage des, man muss beinahe sagen, Standardwerk über die Kinder, die den Zweiten Weltkrieg mit- und überlebt haben. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und den Rat, mit den Eltern und Großeltern über die Ereignisse zu reden, solange das noch geht.

  12. Cover des Buches Die Toten von Marnow (ISBN: 9783462001419)
    Holger Karsten Schmidt

    Die Toten von Marnow

     (64)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    Zwei tote Männer, auf die gleiche Weise getötet, doch wo ist die Verbindung? Lona Mendt und Frank Elling werden auf den Fall angesetzt, der auf einen Serienmörder hindeutet. Oder doch nicht? Vor allem beim ersten Opfer ergeben sich seltsame Tat(ort)spuren, und es scheint auch ein Motiv zu fehlen, obwohl die Art der Tötung auf etwas Persönliches hindeutet. Schließlich deuten Spuren nach Marnow, einem Ort in Mecklenburg-Vorpommern.

    Die ermittelnden Polizisten sind beide keine einfachen Charaktere, Lona Mendt lies sich erst vor kurzem aus Hannover nach Rostock versetzen, der Grund dafür wird aber erst im Laufe des Romans enthüllt. Sie lebt in einem Wohnmobil, die Freiheit, Ungebundenheit und Standortunabhängigkeit scheint ihr wichtig zu sein. Frank Elling, den jeder nur Elling nennt, ist ein eher spießiger, nicht immer motiviert scheinender Eigenheimbesitzer, der sich gerade einen großen Pool bauen lässt und dessen Ehe eingeschlafen zu sein scheint. Lona und Elling harmonieren gut, obwohl sie sich noch kaum kennen. Beide zeigen sich aber als Polizisten, wie man sie sich eher nicht wünschen würde – warm wurde ich mit ihnen nicht, zumal sie sich machmal ziemlich dumm anstellen, dann wieder nicht nachvollziehbar handeln, auch mitfiebern konnte ich mit ihnen nur begrenzt.

    Der Fall ist interessant, und er war es, der mich bei der Stange hielt, es baut sich eine gewisse Spannung auf, und ich war auch gespannt, wie sich alles auflöst, zumal sich auch noch das LKA einmischt, in Form des unsympathischen und zwielichtigen Stefan Krohn, den der Leser bereits zu Beginn in einer ganz anderen Situation erlebt. Die Geschehnisse um ihn entwickeln sich sehr merk- und wenig glaubwürdig, hier kam ich aus dem Kopfschütteln kaum noch heraus.

    Dem Autor scheint Action wichtiger gewesen zu sein als Glaubwürdigkeit, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass er auch als Drehbuchautor unterwegs ist, und auch der Roman bereits verfilmt wurde – wahrscheinlich hatte der Autor die Verfilmung bereits im Kopf. Auf viele der „Actionszenen“ hätte ich verzichten können, manche wirkten auf mich auch aufgesetzt bzw. unglaubwürdig. Der sprachliche Stil des Autors hat ist sehr holprig und mich von Anfang gestört. Manche Worte oder Sätze wirkten auf mich merkwürdig bis falsch, und ich wurde immer wieder aus dem Lesefluss geworfen.

    Die Auflösung ist nachvollziehbar und hat wohl leider einen realen Hintergrund – gut finde ich daher, dass der Roman, der im Jahr 2003 spielt, daran erinnert bzw diesen ins Gedächtnis bringt.

    Der Roman lässt mich zwiegespalten zurück, vieles erschien mir beim Lesen unglaubwürdig, die Protagonisten, viele ihrer Handlungen und eine ganze Reihe Situationen brachten mich zum Kopfschütteln, der Sprachstil ist überhaupt nicht meins – und dennoch hielt mich eine gewisse Spannung und ein Interesse an der Auflösung bei der Stange. Ich vergebe gerade noch 3 Sterne, bin mir aber nicht sicher, wem ich den Roman empfehlen soll.

  13. Cover des Buches Hufeland, Ecke Bötzow (ISBN: 9783550050312)
    Lea Streisand

    Hufeland, Ecke Bötzow

     (5)
    Aktuelle Rezension von: KerstinTh

    Franzi ist ein wahres DDR-Kind. Ihre Eltern kämen gegen das Regime, doch Franzi ist Feuer und Flamme von den Pionieren und der gesamten Struktur der DDR. Doch dann fällt die Mauer und plötzlich sind sie auch Westdeutsche. Wird Franzi damit klarkommen?


    Dieser Roman begleitete ein kleines Mädchen durch ihre Kindheit und Jugend. Die Kindheit verbringt sie in der gutbehüteten DDR mit den Pionieren und ihre Jugend im sozusagen Wilden Westen. Somit spielt dieser Roman in den 80 und 90er Jahren. Stellenweise fühlte ich mich selbst zurückversetzt und vieles kam mir aus meiner eigenen Kindheit sehr bekannt vor. Lea Streisand ist es wirklich wunderbar gelungen Franzi Leben einzuhauchen. Franzi ist ein sehr sympathisches Mädchen, das total authentisch rüberkommt. Gerne würde man selbst in der Hufelandstraße, Ecke Bötzow wohnen. Dieser Roman zeigt hervorragend, wie unterschiedlich Kinder und Erwachsene die DDR und den Westen wahrgenommen haben.

    Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und ich flog nur so über die Seiten. Die Geschichte ist wirklich sehr lebendig – zum einen Dank der Charaktere und zum anderen aufgrund der vielen Geschehnisse. Die Charaktere sind alle toll umgesetzt und sehr verschieden. Es wurde einige Typen bedient. Vielleicht waren es sogar zu unterschiedliche Menschen, aber dadurch bekam man als Leser sehr viele Blickwinkel auf die damaligen politischen Geschehnisse.


    Dieses Buch gibt einen wunderbaren Einblick in eine Kindheit zum Ende der DDR und zeigt auf, wie es für ein Kind war den Mauerfall und die Wiedervereinigung mitzuerleben. Ich habe dieses Buch verschlungen, deshalb vergebe ich gerne volle fünf von fünf Sterne.

  14. Cover des Buches Schattenriss (ISBN: 9783423213240)
    Silvia Roth

    Schattenriss

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Thaleia
    Ich muss mich an dieser Stelle als absoluter Fan der Bücher von Silvia Roth outen und finde auch dieses Buch sehr spannend und empfehlenswert. Die beiden zusammenarbeitenden Polizisten, die so unterschiedlich sind und sich doch so gut ergänzen werden leider in diesem Buch überwiegend getrennt. Dafür spielt die deutsche Gescichte mit in diesen Krimi hinein und macht ihn damit für den Leser noch realistischer.

    Ich konnte das Buch runterlesen. Abends immer wieder ein paar Seiten wenn zeit war und habe mich schon darauf gefreut. Selbst wenn ein paar Tage keine Zeit ist findet man den Einstieg in das Buch immer wieder sehr leicht. Die Geschichte ist einprägsam und daher empfinde ich das Buch als schöne Lektüre für alle Krimifans.

    Der Spannungsbogen an den unterschiedlichen Schauplätzen baut sich super auf bis hin zum Finale und ich freue mich jetzt schon darauf, die nächsten Krimis der Autorin zu lesen, wenn noch welche erscheinen sollten.
  15. Cover des Buches Südschiene (ISBN: B009CFDZJW)
    B. A. Fuchs

    Südschiene

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Abenteuer Grünes Band (ISBN: 9783957282798)
    Mario Goldstein

    Abenteuer Grünes Band

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Dr_M

    Fotos und Text dieses Buches suggerieren den Eindruck, als ob Mario Goldstein seine Wanderung entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze nur mit seiner Hündin absolviert hätte. Da geht er hin in der Einsamkeit des ehemaligen Kolonnenweges. Panzerstraße wäre ein anderer Ausdruck für diesen Plattenweg. Aber natürlich ist das falsch, denn er diente den DDR-Grenztruppen lediglich als Transport- und Kontrollweg für ihre Fahrzeuge, in der Regel Trabant-Kübelwagen.

    In zwei Etappen, 2016 und 2018 wanderte Goldstein auf diesem Weg, soweit er noch zu finden war. Natürlich nicht allein, denn schon die Fotografien bezeugen, dass hinter diesem Projekt ein ganzes Team stand, auch wenn man Goldstein allein mit seiner Hündin im Zelt schlafen ließ. Vermutlich standen von Anfang an zwei Aspekte bei diesem Projekt im Vordergrund: der kommende 30. Jahrestag des Mauerfalls und (wohl viel wichtiger) das Streben des BUND, das sogenannte grüne Band, also den ehemaligen Grenzstreifen, als durchgehendes Naturschutzgebiet zu etablieren. Besonders für dieses Projekt macht das Buch eindringlich eine gelungene Werbung.

    Über viele Jahrzehnte ließ man die Natur ungewollt machen, was sie wollte. Und das Resultat ist beeindruckend. Warum also sollte man daran etwas ändern? Vielleicht macht man das mit solchen Büchern aber völlig unabsichtlich doch, denn eine solche Werbung zieht selbstverständlich auch Touristen an. Ob man das wohl einkalkuliert hat? Vermutlich nicht. Rund um West-Berlin zum Beispiel ist der „Mauerweg“ eine Attraktion.

    Der Autor hat eine DDR-Vergangenheit, saß im Knast, weil er weg wollte. Schließlich kaufte der Westen ihn frei. Und so ist dieses Buch auch eine Erinnerung an die vielen Fluchtversuche und Zwischenfälle an dieser leidigen Grenze, die nun Vergangenheit ist. Das ist das eine Thema. Den Rest des Buches füllen der Naturschutz und das Projekt aus, um das es dem Autor und seinen Mitstreitern geht. Man findet also neben den Erinnerungen an Mauerflüchtlinge viele Fotografien der herrlichen Natur in diesem Gebiet. Und Berichte über Begegnungen mit bestimmten Zeitzeugen der Vergangenheit oder Mitstreitern des Naturschutzprojektes.

    Mir haben die Fotografien sehr gefallen, weil sie eine unberührte und wenig frequentierte Natur zeigen. Zudem sind sie einfach professionell sehr gut gemacht. Der Text liest sich auch sehr gut. Insgesamt also ein schönes, informatives und auch lehrreiches Buch. Jedenfalls bis auf einen kleinen Abschnitt, in dem es um die Ansiedlung von Wölfen geht. Dies ist keineswegs so unumstritten und konfliktfrei wie es der Autor und seine Gesprächspartnerin in diesem Fall behaupten oder suggerieren. Ganz im Gegenteil. Man kann diese Ansiedlungspläne auch als übertriebene Schnappsidee von Leuten ansehen, die den Bezug zur Realität verloren haben und irgendeiner Sehnsuchtsidee nach wilden Tieren nachhängen, die sie mit dem ideologischen Begriff der Vielfalt tarnen.

    Dort jedenfalls, wo man diese Idee umgesetzt hat, entstanden erhebliche Konflikte mit der ansässigen Bevölkerung, in der deswegen eine ziemliche Wut herrscht. Warum sollten Wölfe auf dünn besiedeltem Gebiet, etwa Truppenübungsplätzen bleiben? Natürlich tun sie das nicht. Sie wandern und dringen dabei in dicht besiedelte Gebiete, zum Teil an den Rand von Siedlungen vor, reißen über Nacht ganze Schafherden und vermehren sich (wie in Thüringen) auch mit Hunden. Es gehört nicht viel Intelligenz dazu, um sich die Folgen dieser ungehinderten Ausbreitung in der Zukunft auszumalen, die keineswegs so aussehen werden, wie das die Wolfs-Romantiker behaupten.

    Abgesehen von dieser sehr einseitigen Darstellung dieses speziellen Themas kann man dieses Buch nur empfehlen.

  17. Cover des Buches Der Mann, der die Mauer öffnete (ISBN: 9783453620254)
  18. Cover des Buches Die Nacht, in der die Mauer fiel (ISBN: 9783518460733)
  19. Cover des Buches Mauer-Passagen (ISBN: 9783933336194)
    Jürgen Kleindienst

    Mauer-Passagen

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Spektakuläre Fluchtversuche kennt jeder, der einmal das Museum am Checkpoint Charlie besucht hat. In diesem Buch gibt es ebenfalls einige atemberaubend spannende Berichte von Menschen, denen die Flucht unter abenteuerlichen Umständen gelang. Der Schwerpunkt des Bandes liegt jedoch beim eher Alltäglichen. Teils mit viel Galgenhumor, teils sachlich verfasste Anekdoten zeigen die vielfältigen Schikanen bei der Ein- und Ausreise, während des Transits und des Aufenthalts hüben und drüben auf. Einen weiteren Themenkreis bilden die Berichte von zurückgebliebenen Familienangehörigen geflohener DDR-Bürger: Wie sie mit dem Verlust der Verwandten und Freunde, vor allem auch eigener Kinder, umgingen, in welch erniedrigender Weise sie von der Stasi verhört und schikaniert wurden, welche vor allem beruflich-sozialen Nachteile es mit sich brachte, einem Republikflüchtigen verbunden zu sein. Hervorheben möchte ich auch die vorzügliche Chronologie zur innerdeutschen Grenze am Anfang des Buchs und die Kurzbiografien der Verfasser der Beiträge am Ende; so erhält man einerseits einen Überblick über die historisch-politischen Hintergründe und kann sich zum anderen ein Bild von den Autoren machen, wozu die persönlichen Fotos in fast jeder Erzählung beitragen.
  20. Cover des Buches Putz- und Flickstunde (ISBN: 9783492259088)
    Sten<br>Sparschuh, Jens Nadolny

    Putz- und Flickstunde

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Zwei anerkannt gute Schriftsteller unterhalten sich über ihre Armeezeit, der eine bei der Bundeswehr, der andere bei der NVA. Was per se nicht so interessant ist, dass man ein Buch daraus machen muss. Aber hier könnte, und die Betonung liegt bei Könnte, der Versuch gemacht werden, einen Systemvergleich anzustellen. Das wäre ein Anspruch. Vielleicht war das auch, aber er scheitert. Denn zu ähnlich waren sich die beiden im Innern. Und das Buch wird langweilig, weil es keineswegs Dinge erhellt. Sicher ist bei diesen beiden Autoren eine Reflexion vielschichtiger und bewusster, doch unter dem Strich bleibt wirklich die Frage, wer das lesen soll. Die Frage der Zielgruppe. Wer die beiden Autoren schätzt, wird deshalb auch zu diesem Buch greifen und möglicherweise enttäuscht sein. Da hilft auch die eingebaute Zwischenlektüre nicht. Mit Bauchschmerzen eine negative Beurteilung.
  21. Cover des Buches Mit Links überleben (ISBN: 9783862842926)
    Christoph Links

    Mit Links überleben

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Hampels Fluchten (ISBN: 9783596148462)
    Michael Kumpfmüller

    Hampels Fluchten

     (11)
    Aktuelle Rezension von: ArnieQ
    Schöne Schreibe, etwas ungewöhnlich. Man schwankt zwischen "der geht mir auf den Keks", Lachen und Mitleid.
  23. Cover des Buches Lebenssekunden (ISBN: 9783426308370)
    Katharina Fuchs

    Lebenssekunden

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Jidewi

    "Lebenssekunden"-das ist es, was uns geschenkt wird, was wir manchmal erfassen, in unserer Erinnerung verewigen, in einem Marmeladenglas konservieren wollen und manchmal auch nur verdammen können, nie erlebt haben möchten. Diese Momente, die alles und nichts sagen, dabei so groß sind, dass sie den Anfang bedeuten können oder das Ende einer Geschichte mit Pauken und Trompeten. Nur mit viel Geschick und feinem Gespür können sie annähernd in einem Bild, einer Fotografie festgehalten werden, denn sie sind flüchtig, gar zerbrechlich und dauern nur einen Augenblick. 

    Genau diesen Anfang und dieses Ende schildert Katharina Fuchs in ihrem Roman "Lebenssekunden" eindringlich, emotional und dabei sogar spannend-die Geschichte zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch eben diese Lebenssekunden zusammenführen.

    Nach einem traumatischen Ereignis steht für Angelika Stein nur eins fest: Sie will Fotografin werden und sie setzt alles daran, dass dieser Traum in Erfüllung geht. Ihre Reise beginnt in Kassel, führt sie aber schließlich nach Berlin. Zur gleichen Zeit wächst Christina Magold in der DDR auf und bekommt schon früh zu spüren, was es bedeutet, zum Leistungskader der besten Turnerinnen zu gehören. Mit Blut und Schweiß erkämpft sie sich ihren Weg nach oben, um zu realisieren, dass das in der DDR nicht ausreicht. Das Schicksal beider Frauen ist bereits verwoben, bevor sie wissen, wie wichtig sie noch füreinander sein werden.

    Der Stil ist leicht, die Handlung schnell einnehmend und die Ereignisse sind bereits früh dramatisch, voller Emotionen und ebnen den Weg für beide Frauen. Die Perspektive ist wechselnd zwischen Angelika und Christine und beide sind sehr nahbar beschrieben. Mir gefällt ihre Entwicklung, die Begegnungen, die beide zeichnen und die Ereignisse, die sie verändern. Dabei bleibt die Geschichte größtenteils authentisch und komplett nachvollziehbar, ohne sich in einer Schleife zu verlieren. Beide Protagonistinnen haben mich erreicht, ihr Schicksal hat mich berührt und für mich verbleibt ein interessanter Roman mit schönen Spannungsmomenten und zwischenmenschlichen Begegnungen, der eine Empfehlung definitiv wert ist.
  24. Cover des Buches Meine freie deutsche Jugend (ISBN: 9783104912608)
    Claudia Rusch

    Meine freie deutsche Jugend

     (39)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    "für Irmgard, ganz herzlich, Weimar 16.10.03" lautet die Widmung, dem bleibt eigentlich nichts hinzuzufügen, nur das hier die Lebensgeschichte eines Vorbilds an Zivilcourage anschaulich präsentiert wird. Wäre man selbst so tapfer gewesen, man weiß es nicht, aber durch die Erziehung zum Querdenken durch ihre Mutter und deren Freunde wurden die Energien der kleinen Claudia in die richtigen Bahnen gelenkt. Das DDR-Unrecht wird drastisch angeklagt, so daß kein Platz mehr für Ostalgie und Verklärung bleibt, erst mit der "Wende" wurden die Oppostitionellen zu "echten" DDR-Bürgern, aber aufhalten ließ sich der hier schreibende Wirbelwind nicht. Auch ein Vorbild an Lebensenergie und der Beweis dafür, was man als Individuum erleben kann.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks