Bücher mit dem Tag "deutsche gegenwartsliteratur"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "deutsche gegenwartsliteratur" gekennzeichnet haben.

37 Bücher

  1. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.678)
    Aktuelle Rezension von: Lisaleseratte

    Im Buch der Vorleser geht es um die geheime leidenschaftliche Affäre zwischen dem 15-jährigen Michael und um eine viel ältere Frau namens Hanna. Bevor sie miteinander schlafen, muss er ihr vorlesen. Eines Tages gehen beide eigene Wege und keiner ahnt wann und wo sie sich wieder treffen, denn Hanna hat einige tiefe Geheimnisse.

    Das Buch thematisiert eine außergewöhnliche Liebesbeziehung, Analphabetismus, sowie ein historisches Verbrechen in der Kriegszeit.

    Die Geschichte wurde in der Ich-Erzählung verfasst, somit erhält man keinen konkreten Einblick in die weibliche Protagonistinnen Rolle,  jedoch empfinde ich dieses Buch als sehr ergreifend und besonders. Das Buch ist keine leichte Lektüre für zwischendurch, da dieses Buch den Leser zum Nachdenken anregt, da viele offene Fragen verbleiben. Ich denke soll auch der Sinn dieses Buches sein. Das Ende ist sehr überraschend.

  2. Cover des Buches Corpus Delicti (ISBN: 9783641242701)
    Juli Zeh

    Corpus Delicti

     (436)
    Aktuelle Rezension von: saharas_bookworld

    》Ihr opfert mich auf dem Altar eurer Verblendung《

    📖 Kurzbeschreibung:

    "Corpus Delicti - Ein Prozess" ist ein dystopischer Roman, der irgendwann im 21. Jahrhundert spielt und aufzeigt, wie es wäre, in einer Gesundheitsdiktatur zu leben. Ein Rechtssystem das nach Gesundheit und Fehlerlosigkeit strebt, sowie absolute Kontrolle. - In dem Roman, ist die Gesundheit zur höchsten Bürgerpflicht geworden, weswegen das System jeden Schritt seiner Bürger kontrolliert und überwacht. Dabei sind die Bürger verpflichtet zu Allem was das System, für die körperliche Gesundheit, von ihnen abverlangt. Hier wird eine Zeit beschrieben, wo der Staat schon die komplette Kontrolle über die Menschen des Landes übernommen hat. Personen die das System in Frage stellen, werden dabei als Staatsfeinde gesehen und bestraft. -
    Um das System zu bewahren, wurde das staatliche Programm die “Methode” zur Regelung eingeführt...

    In dem Buch wird man direkt in die Geschichte von Mia Holl (Hauptprotgonistin) reingeworfen und lernt die 34 Jährige, begabte Biologin und Naturwissenschaftlerin, kennen.
    Mia Holl ist eine Person der Wissenschaft und anfänglich dem System treu. Sie ist charakterlich das Gegenteil ihres jüngeren Bruders Moritz Holl, der ein Freigeist ist und das herrschende System, der Überwachung, nicht gut heißt. Als er, eines Tages, verhaftet, sowie dem Morde bezichtigt wird, eine junge Frau umgebracht zu haben, begeht er Selbstmord, bevor...
    - [Selber herausfinden] -

    Mia Holl versinkt danach direkt in Depressionen und ist am zweifeln, ob das System wirklich keine Fehler hat?! Und ob ihr Bruder tatsächlich ein Mörder sein soll? Sie fängt an, das System zu hinterfragen, befindet sich währenddessen im Kampf mit sich selbst, versucht die Wahrheit herauszufinden und seine Unschuld zu beweisen. Dabei wird Mia Holl beim Vorgehen gegen die "Methode" zur "Methodenfeind/in" eingestuft, wie auch ihr Bruder zuvor, wodurch sie selbst in juristische Schwierigkeiten gerät. Während dieser Zeit befinden sich an Mias Seite, ihr Anwalt Rosentreter und die "Ideale Geliebte" - [Wer die "Ideale Geliebte" ist, müsst ihr dann schon selber herausfinden] !

    📖 Persönliche Meinung:

    Das Buch haben wir damals im Deutschunterricht durchgenommen und seit dem habe ich es 3 mal gelesen. Es hat mir auf Anhieb gefallen und gehört inzwischen zu meinen Lieblingsbüchern, die man einfach gelesen haben muss! 🥰
    Meiner Meinung nach, ist es eine sehr interessante, doch auch spezielle Geschichte, da der Leser dazu animiert wird, sich "zwischen den Zeilen" im Buch demokratischen Fragen zu stellen (diese sind nicht immer direkt eindeutig, aber durchaus erkennbar) und eignet sich sehr gut für ethische Diskussionen! Es regt zum Denken an! ❣

    “Corpus Delicti” ist ein Buch, dass eher einem Gedankentheater ähnelt, mit viel (in)direkten Monologen und mir gefällt der Stil der Autorin sehr gut.
    Die Spannung und der Lesesspaß waren für mich vorhanden. Vorallem hatte das Ende seine ganz eigene Stärke!❣
    Einziger Kritikpunkt ist, dass die Geschichte ein wenig abwechslungslos ist. Es ist auch etwas speziell (vielleicht nicht für jeden etwas).
    Trotzdem spreche ich für das Buch meine 100% ❤ Empfehlung aus! 😊


    [Instagram: @sa.haras_book.world]

  3. Cover des Buches Die Vermessung der Welt (ISBN: 9783499332708)
    Daniel Kehlmann

    Die Vermessung der Welt

     (3.392)
    Aktuelle Rezension von: buchstabenwald


    Daddy sorgt dafür, dass Kathi guten Lesestoff bekommt. So mögen wir das, bester Papa. 

    .

    Daniel Kehlmann erzählt in diesem biographischen Roman die Lebensgeschichte zweier bedeutender Wissenschaftler: Alexander von Humboldt, dessen Name wahrscheinlich vielen bekannt ist: wissbegieriger und empirischer Naturforscher deluxe, der für seine Expeditionen quer über den Planeten gereist ist. Carl Friedrich Gauß, theoretischer Mathematiker, Astronom, blitzgescheit und Stubenhocker vom feinsten. 

    Der Schreibstil des Buches ist ansprechend, aber gewöhnungsbedürftig. Hier wird nichts beschönigt: mit trockenem Humor und einer guten Portion Zynismus beschreibt Daniel Kehlmann die beiden Persönlichkeiten und ihren Werdegang, was für viele Schmunzler zwischendurch sorgt. Jeder bekommt sein Fett weg. Im Gegensatz zu den positiven Eigenschaften der Herren Forscher werden deren negativen übertrieben dargestellt - was für einen gewissen Unterhaltungsfaktor sorgt. So ist Gauß ein engstirniger sturer Kauz und Humboldt ein prüder Naivling. Beschrieben wird ihr Weg zur Forschung, Ausbildung, wissenschaftlichen Errungenschaften sowie die distanzierte, aber doch freundschaftliche Beziehung der beiden. 

    Die Bedeutung des Titels hat sich mir erst gegen Ende hin erschlossen - Kathi mit Brett vor dem Kopf: da hätte ich auch früher draufkommen können. Die Welt wird natürlich nicht wortwörtlich vermessen, viel eher zeigt der Autor durch die Darstellung der Lebensgeschichten die beiden unterschiedlichen Herangehensweise um die Vorgänge der Natur zu verstehen. Der eine erkundet, erforscht, misst, notiert - der andere berechnet, kalkuliert, denkt. Beide kommen so jedoch zu ihrer Wahrheit. 

    Eine tolle Geschichte - doch trotz des positiv ungewöhnlichen Schreibstils und dem biographischen Ansatz konnte mich das Buch leider nicht gänzlich abholen.


  4. Cover des Buches Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr (ISBN: 9783328103349)
    Walter Moers

    Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

     (281)
    Aktuelle Rezension von: MaFu

    Prinzessin Insomnia leidet an fortdauernder Schlaflosigkeit, das macht "ihre Gedanken zu ihren besten Freunden" . Als sie von einem Nachtmahr heimgesucht wird, machen sich die beiden auf eine Reise in das Gehirn der Prinzessin, zum dunklen Herzen der Nacht... Die Handlung ist dabei eher mäßig spannend, aber die Wortspielereien und philosophischen Abstecher des Autors und die witzigen und treffenden Zeichnungen der Illustratorin machen  den Wert dieses Buches aus.  

  5. Cover des Buches Ostende (ISBN: 9783462046007)
    Volker Weidermann

    Ostende

     (81)
    Aktuelle Rezension von: cosima73

    Im Sommer 1936 zieht es Stefan Zweig nach Ostende. Er will arbeiten, in Ruhe, Ruhe haben von seiner Frau, mit der er schon lange nicht mehr glücklich ist, Ruhe haben von dem, was zu Hause abgeht politisch. Er schreibt an seine Sekretärin und Geliebte, Lotte Altmann nach London, sie solle mitsamt ihrer Schreibmaschine nach Ostende kommen. Sie würden da einfach leben. Es ist nicht das erste Mal, dass Stefan Zweig in Ostende ist, es ist ein sicherer Wert, er weiss, wer und was ihn da erwartet: Viele seiner Schriftstellerkollegen und Freunde, die wie er auf der Flucht sind vor einem Regime in einem Land, das das ihre nicht mehr sein kann, weil ihre Bücher da nicht mehr erscheinen dürfen: Joseph Roth, Irmgard Keun, Hermann Kesten, Ernst Toller, Egon Erwin Kisch.

    «Jetzt sind sie Menschen auf der Flucht in einer Urlaubswelt.»

    Besonders mit Joseph Roth verbindet Stefan Zweig eine enge Freundschaft – eigentlich mehr als das. Es ist eine grosse Bewunderung für dessen Schaffen, das er aber am Alkohol zugrunde gehen sieht; und Roth damit. Der jüngere Freund, dem Alkohol durchaus zugetan, steht finanziell und gesundheitlich immer am Abgrund, ist auf die Hilfe seines brüderlichen Freundes angewiesen, kann sie aber doch nicht ganz annehmen, da er sich für die Abhängigkeit schämt und sich nicht unterlegen zeigen will.

    Roth trifft in Ostende auf Irmgard Keun, es ist der Beginn einer zweijährigen Beziehung, welche neben der grossen Liebe (Roth ist wohl Keuns grösste Liebe in ihrem Leben) aus Schreiben und Trinken besteht, die beiden sind in beidem sehr fleissig.

    Volker Weidermann ist ein wunderbares Porträt der Schriftsteller auf der Flucht gelungen. Mit feinem Blick, zielsicherer Sprache und genügend Wissen, die Inhalte auf leichte Art zu erzählen malt er ein Bild einer Oase in der Zeit, welche einerseits die Wunden durchscheinen lässt, andererseits die Kompensationsstrategien der Einzelnen aufzeigt – und dies ohne moralinsaure Stimme, ohne abschätzigen Ton, ohne zu stark zu Psychologisieren.

    Fazit
    Ein grossartiges Buch über die Geschichte einiger Schriftsteller auf der Flucht, das mit viel Hintergrundwissen, Menschlichkeit und einem gut lesbaren Erzählfluss aufwartet. Eine ganz grosse Leseempfehlung.

  6. Cover des Buches Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch! (ISBN: 9783499268601)
    Hans Rath

    Und Gott sprach: Der Teufel ist auch nur ein Mensch!

     (130)
    Aktuelle Rezension von: Christinagirl

     

    Der Psychotherapeit Jakob Jakobi hat wieder mal einen schwierigen Patienten. Anton Auerbach meint er wäre der Teufel höchst persönlich und möchte seine Seele kaufen. Seine Seele wäre für ihn etwas ganz besonderes, da er Gott getroffen hat. Durch den Kauf seiner Seele möchte er unter anderem Gott ärgern. So passieren viele komische Dinge, die mit dem natürlichem Universum nicht zu erklären sind. Unter anderem zeigt Anton Auerbach Jakob die Höhle, nur ist sie nicht so, wie man sie sich vorstellt. Auch sie hat sich in den vielen Jahrhunderten verändert... Seine Ex- Frau fängt eine Affaire mit seinem Patienten, dem angeblichen Teufel an und möchte von ihm auch noch schwanger werden. Jakob Jakobi fängt wieder mal zu zweifeln kann, ob sein Patient krank ist oder ob er wirklich das ist, was er verspricht...

    Ein sehr lustiges und amüsantes Buch. Ist eine gute Vortsetzung vom ersten Buch.

  7. Cover des Buches Altes Land (ISBN: 9783328602101)
    Dörte Hansen

    Altes Land

     (618)
    Aktuelle Rezension von: HubertM

    Sehr genau beschrieben. Zum Glück habe ich zuerst das Buch gelesen und dann den Film gesehen.

  8. Cover des Buches Wir bleiben in der Nähe (ISBN: 9783499244025)
    Tilman Rammstedt

    Wir bleiben in der Nähe

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Hamlets_Erbin
    "Warten verdirbt unausweichlich das Ereignis, auf das man wartet, macht es fad, denn es kann nie schlimmer und nie besser sein, als man es sich beim Warten ausgemalt hat, und wenn das Warten ein Ende hat, ist man erleichtert oder enttäuscht, aber immer hat die Wirklichkeit verloren, sieht im Vergleich immer etwas blass aus,..." (S.76)

    Inhalt: Felix, Katharina und Konrad waren einst Freunde. Dann verliebten sich Konrad und Katharina. Und auch Felix und Katharina begannen eine Affäre. Irgendwann zerbrach die Freundschaft. Nun, drei Jahre später, erhält Felix eine Einladung zu Katharinas Hochzeit. Völlig schockiert nimmt er Kontakt zu Konrad auf. Beide entscheiden, Katharina zu besuchen. Ein Besuch, der mit der Entführung Katharinas endet.

    Wer hat wohl nicht schon einmal den Wunsch gehegt, etwas Verrücktes zu tun und dadurch sein Leben in andere Bahnen zu lenken? 
    In diesem Roman ist es die Figur des Felix', die, unzufrieden mit ihrem Dasein, die Initiative ergreift und sich und seine ehemaligen Freunde aus dem Leben reißt, in dem sie sich mehr schlecht als recht eingerichtet haben. Doch für mehr als einen spontanen Ausbruch reicht es nicht, weil niemand in der Lage ist, die Entscheidungen zu treffen, die für eine echte Lebensveränderung notwendig wären. Und so verharrt man, wartet man, überlegt man, was man tun könnte, ohne dabei den Willen oder auch nur die Fähigkeiten zu haben, einen wirklichen Plan zu entwickeln. Ein Leben im ewigen Kojunktiv.

    Obgleich das gewählte Thema eher ernsthafter Natur ist, gelingt es dem Autor, seine Geschichte mit Humor zu versehen. Seine Sprache ist trotz der ausufernden Länge seiner Sätze greifbar und die Darstellung entgegen aller Wahrscheinlichkeit glaubwürdig.

    "Aber keine Wahl zu haben bedeutet, lediglich zwischen zwei sehr ungleichen Dingen wählen zu können,..."  (S.107)
  9. Cover des Buches Scherbenpark (ISBN: 9783462040302)
    Alina Bronsky

    Scherbenpark

     (282)
    Aktuelle Rezension von: Forti
    Nachdem ich mittlerweile schon fast das Gesamtwerk der von mir sehr geschätzten Alina Bronsky gelesen habe, war nun zum (vorläufigen!) Abschluss das Debüt der Autorin an der Reihe.

    Die 17-jährige Ich-Erzählerin Sascha hat alles andere als eine behütete, glückliche Jugend in einer Hochhaussiedlung in Darmstadt. Das ganze Drama erschließt sich erst nach und nach (wenn man den Klappentext vorher nicht liest – meine Empfehlung!) und als Leser kann man nur erstaunt sein, dass sie trotz allem ihren Lebensmut, die Lust am Lernen und auch ihren Humor behält. Sie trifft nicht immer kluge Entscheidungen und dabei hätte ich sie gerne von manchen abgehalten, denn Sascha ist mir bei der Lektüre ans Herz gewachsen.
    Wird oft als Jugendbuch verkauft – ich fand es (auch) als Erwachsene sehr lesenswert.
  10. Cover des Buches Spieltrieb (ISBN: 9783641242749)
    Juli Zeh

    Spieltrieb

     (412)
    Aktuelle Rezension von: Buchstabenliebhaberin

    Abgedreht! Für mich bis jetzt das verrückteste Buch von Juli Zeh, und leider auch das schwächste. So viele Hochbegabte auf einmal war auf Strecke dann doch echt anstrengend. Und unglaubwürdig. Ada ist eine spannende Hauptfigur, und auch ihr erster Freund Olaf passte prima dazu. Außenseiter, mit denen die normalbegabten Teenager mit durchschnittlichen Interessen nichts vernünftiges anfangen können. Der Arroganz von Ada begegnen sie mit Aggression. Olaf hält sich mehr im Hintergrund und es stellt sich die Frage, wer hier schlauer ist ... Ein neuer Schüler betritt die Bühne. Alev. Neben messerscharfem Verstand auch noch mit grandiosem Charme und Charisma ausgestattet. Ada und er werfen sich die Bälle zu, dadurch verdienen sie sich den Respekt und die Hochachtung von Lehrer Höfi, ebenfalls ein reger Geist, der gern in höheren Sphären schwebt. Lehrer Smutek ist mehr von Adas sportlichen Ambitionen und ihrer körperlichen Konstitution begeistert. 

    Man kann nicht anders, wenn man über dieses Buch schreibt, wird die Sprache verschwurbelt. Weil das Buch so ist. Sprachlich ein Hochgenuss, der immer wieder übers Ziel hinaus schießt, intellektuell. Und ich habe da durchaus auch ein Händchen und eine Vorliebe für. Schon mal was von Spieltheorie und Gefangenendilemma gehört? Selbstverständlich!

    Ok, wir befinden uns auf einem Gymnasium mit angeschlossenem Internat. Ada und Alev sind beide neu und anders als andere Kinder. Spieltrieb beschäftigt sich viel mit Moral, Gefühle, die Abwesenheit von Gefühlen, Macht und Obsession. Sexualität spielt auch eine große Rolle, aber weniger in Zusammenhang mit Liebe als mit Zweck und Nutzen.

    Alev betrachtet sich als Gott, Teufel, Richter und Henker. Welten-Lenker? Jedenfalls ist Ada lange sein williges Werkzeug und die beiden treiben böse Spiele. Mit Lehrer Smutek. Und egal was passiert, Alev versucht die Oberhand zu behalten, er bewertet jeden Spielzug, jede Aktion als von ihm geplant, manipuliert, vorbereitet. Im Grunde eine ganz arme Wurst, dieses gelangweilte Reichenkind. Allerdings übertreibt Juli Zeh hier, Alev ist für mich keine sehr realistische Gestalt.

    "Nullzeit" hat mir besser gefallen. Aber vielleicht kenne ich diese Generation auch viel zu wenig und gehöre hier vom Alter eher zur Generation der Lehrer, deren Werte ich besser nachvollziehen kann.

  11. Cover des Buches Das gibts in keinem Russenfilm (ISBN: 9783596032662)
    Thomas Brussig

    Das gibts in keinem Russenfilm

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Ein Schriftsteller schreibt seine Biografie und gleichzeitig die Gegenwart um. Wie geht das? Thomas Brussig hat es mit diesem Buch vorgeführt und ganz einfach seine Biografie bis 1989, dem Jahr des Erscheinens seines ersten Buch dort belassen, wo sie eben stattfand – in der DDR. Doch es geht weiter, nur dass in diesem Werk die Wiedervereinigung ausfiel. So verknüpft der Autor die Entwicklung einer DDR, die es nicht mehr gibt, deren Scheinexistenz in diesem Buch aber so viel Realität und Seriosität anhaftet, dass man die Fiktion kaum glauben will, mit seinem Schicksal als Schreiber und Widersacher eines Regimes, dass ihn aufgrund seiner immer breiteren Popularität kaum noch Repressalien unterwerfen kann. Das liest sich keinesfalls wie eine unausgegorene Satire, sondern kratzt ganz gehörig an Grundsätzlichem, denn in den 30 Jahren nach der Wiedervereinigung hat sich schon so mancher gefragt, was denn gewesen wäre, wenn es nicht so gekommen wäre. Der Fragenkatalog ließe sich noch erweitern, denn das Wesentliche an der Wiedervereinigung war ja nicht die Vereinigung an sich. Die hatte, wenn man es im Nachhinein sieht, gar nicht stattgefunden, denn man muss konstatieren, dass die DDR „übernommen“ wurde. Wie wäre es eigentlich gekommen, wenn die DDR weiter existiert hätte und nur die Diktatur dieses Staates abgeschafft worden wäre? Dieser Aspekt ist auch Brussigs Anliegen und auch, wenn er hier ab und zu zum Mittel der Satire greift, ohne dabei schrill oder plakativ zu sein, so ist es genau der Punkt, den man aus diesem Buch als Kern herausfiltern kann.

    Der Humor kommt bei Brussig auch hier nicht zu kurz. Die Figuren Gysi, Wagenknecht, Merkel, Krenz oder Bisky haben ihre eigenen Rollen in der Fiktion bekommen, der Literaturbetrieb und viele Schriftstellerkollegen bekommen kleine Seitenhiebe und der dramaturgische Coup ist im letzten Kapitel die Vorstellung und Abhandlung eines Buches, das ein junger Kollege schrieb, ein Science-Fiction Szenario, das nämlich genau die „Wende“, wie sie sich wirklich zugetragen hat, zum Thema hat und vom Roman-Brussig als „unmöglich“ deklariert wird.

    Was sich auf den 380 Seiten abspielt ist gekonnt geschrieben, bestechend scharf gedacht und formuliert. Es lässt schmunzeln, man kann lachen, den Kopf schütteln, doch eines sollte man ganz besonders: Nachdenken und die Untertöne einer genauen Betrachtung unterziehen. Dann wird es nämlich ein Buch, das wichtig ist, um den Standort dieses Landes nachzuvollziehen.

  12. Cover des Buches Der Flug der Pelikane (ISBN: 9783462040951)
    Benjamin Lebert

    Der Flug der Pelikane

     (52)
    Aktuelle Rezension von: MathiasKuczynski
    gutes Buch
  13. Cover des Buches Warum so traurig? (ISBN: 9783499233470)
    Alexa Hennig von Lange

    Warum so traurig?

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Elisabeth und Philip sind seit einigen Jahren verheiratet und reisen auf eine Kurztrip nach Lissabon. Die erotische Anziehungskraft zwischen beiden ist ziemlich erloschen, und Elisabeths Gedanken schweifen die ganze Zeit zu ihren Exfreunden und dem gemeinsamen Drogenkonsum. Schöner Einblick in eine weibliche Gedankenwelt bezogen auf eine Beziehung.
  14. Cover des Buches Aller Tage Abend (ISBN: 9783328102502)
    Jenny Erpenbeck

    Aller Tage Abend

     (59)
    Aktuelle Rezension von: Cleo15

    Ich mag Jenny Erpenbeck als Autorin sehr gern, auch oder vielleicht gerade auch weil sie mal etwas anders an das Erzählen herangeht. 

    Inhalt:

    Jedes Leben ist anders, doch in wie weit kann man seinen Verlauf selbst bestimmen? Wie groß ist der Zufall am Ende wirklich oder gibt es es doch- das Schicksal? Jenny Erpenbeck nimmt den Leser mit auf eine Reise durch unterschiedliche Leben, beleuchtet unterschiedliche Schicksale und stellt immer wieder die Frage: Was wäre, wenn es anders gekommen wäre? Wie würde das Leben dann aussehen? Und so ist ein Roman entstanden, der ein Leben zu vielen macht, der ein Leben mit unendlich vielen anderen verbinden kann.

    Charaktere:

    Jedes neue Leben beschreibt neue Charaktere, die mit neuen Herausforderungen konfrontiert werden. Die Zeit läuft immer weiter, von einem Krieg zum nächsten, um dann nach etlichen Wendungen vielleicht doch im Frieden anzukommen. Die Charaktere sind sehr vielschichtig, kämpferisch, eigenbrötlerisch, egoistisch und human. Trotz der Vielzahl an unterschiedlichen Menschen, kommt man nicht durcheinander, da alles gut geordnet ist. Mir hat vor allem die Tiefe der jeweiligen Hauptcharaktere gefallen. 

    Schreibstil:

    Jenny Erpenbeck schreibt aus einer Distanz, die es mir, als ich das erste Mal ein Buch von ihr las, schwer gemacht hat, in der Geschichte Fuß zu fassen. Und gleichzeitig erzeugt es im Inneren ein Gefühl der Aufreibung. Und irgendwann ergreift der Sog dann doch Besitz von einem und lässt ihn dafür nicht mehr los. Die Autorin probiert auch gern mal etwas anderes. So hat sie z.B. mehr als eine Seite mit der Einrichtung eines Zimmers gefüllt. Das war mir dann doch zu viel und fand ich eher frustrierend. Trotzdem im Gesamten sehr erfrischend.

    Fazit:

    Aller Tage Abend ist aus meiner Sicht ein Buch, was man gelesen haben sollte. Einen Stern ziehe ich allerdings ab, da mir nicht jeder Kunstgriff so gut gefallen hat. Daher vergebe ich 4 Sterne.

  15. Cover des Buches Eigentlich ist mein Leben gar nicht so übel (ISBN: 9783036957364)
    Chris Nolde

    Eigentlich ist mein Leben gar nicht so übel

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Der Autor Chris Nolde hat in Bonn und Berlin u.a. Literatur und Philosophie studiert. In seinem Roman „Eigentlich ist mein Leben gar nicht so übel“ beschreibt er auf humorvolle Weise das Leben eines Schriftstellers in Berlin.

    Der Inhalt
    Max Baum ist Autor und Lebenskünstler, wohnt in Berlin und tritt seinen Problemen mit Witz und Ironie entgegen. Davon hat er genug. Mit seiner Art zu leben und seinen Panikattacken kann er keine Frau halten. Mit seinem veröffentlichten Roman hat er den Hass seiner Leser provoziert und muss täglich mit Beschimpfungen und Bedrohungen leben. Das Schreiben des nächsten Romans fällt schwer. Er verliert seine Arbeit. Doch dann begegnet er Emma, die seinen Humor nicht versteht und Max den Kopf verdreht. Kann er sich selbst treu bleiben ohne Emma zu vergraulen?

    Meine Beurteilung
    Der Leser begleitet den Schriftsteller Max ein Jahr lang auf seinem Lebensweg und bei der Entstehung seines neuen Romans. Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten, den Protagonisten sympathisch zu finden. Doch im Laufe des Romans verstand ich ihn immer besser und erkannte sogar einige seiner Eigenschaften in mir wieder.

    Chris Nolde versteht es, seine Leser einerseits mit seiner humorvollen Geschichte zu amüsieren, andererseits zum Überdenken des eigenen Lebens anzuregen. Dieser Tiefgang ist zu Beginn der Geschichte noch nicht ersichtlich, nimmt jedoch in dessen Verlauf stetig zu. Auch das Verständnis für Max wächst, der trotz aller Widrigkeiten an seinem Lebenstraum, als Schriftsteller zu leben, festhält.

    Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, manchmal vielleicht etwas überzeichnet, wie beispielsweise der Verleger, der Bauchkrämpfe bekommt, wenn er die neuen Texte von Max liest. Doch dies ist der Situationskomik geschuldet und daher verzeihbar. Sehr gelungen fand ich die Ausdrucksweise, Metaphern und Beschreibungen, durch die sich der Roman sehr flüssig liest und der Geschichte Leben einhaucht.

    Offen bleibt, was Max Baums Erstling so schrecklich macht, dass er nicht nur beschimpft, sondern auch bedroht wird. Ebenso vermisse ich die Entwicklung des Protagonisten, der am Ende noch immer seinen Lebenstraum lebt, ohne sich den Anforderungen seiner Familie und der Gesellschaft zu beugen. Doch gerade dadurch erhält der Roman seine tiefere Bedeutung, durch die man über sein Leben und seine Träume nachdenkt.

    Mein Fazit
    „Eigentlich ist mein Leben gar nicht so übel“ ist eine humorvolle Geschichte über das Schreiben, die Liebe und das Leben in Berlin. Empfehlenswert für Leser, die Humor und Geschichten über das Schreiben mögen.

    Autorin der Rezension: Sarina Wood
    www.sarina-wood.de

  16. Cover des Buches Jenseitsnovelle (ISBN: 9783442473632)
    Matthias Politycki

    Jenseitsnovelle

     (48)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82
    Ein Roman voller Andeutungen und unausgesprochener Wünsche zwischen langen Sätzen, ein Buch mit bedeutungsschwerem Inhalt . . . Wie kann sie aussehen – die Idylle einer dreißigjährigen Ehe? Wie viel Illusion steckt in den Idealen der Partner? Hinrich Schepp und seine Frau Doro sind sich scheinbar treu ergeben, versprachen sie sich doch einst die Liebe bis in den Tod, sogar darüber hinaus. Leider bleibt dann tatsächlich ungesagt, was zahlreiche Ehejahre verdorben hat und die wertvolle Zeit zu Zweit verliert ihren Sinn. Der schlimmste Albtraum einer ehemals glücklichen Beziehung und gleichzeitig eine Hommage an Offenheit und emotionale Nähe in der Partnerschaft. Liebe gedeiht durch Respekt und bleibt durch Interesse erhalten – oder sie verliert sich im Nichts . . .
  17. Cover des Buches Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman (ISBN: 9783446202696)
    Wilhelm Genazino

    Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman

     (70)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Weigand ist erst 18 und schon sind die Weichen für ein Leben gestellt. Will man meinen. Doch er hat sich schon früh für das Schreiben interessiert, das ein Element seiner Lebensplanung wird: Drei Dinge gilt es zu erreichen: Eine Frau, eine Wohnung und einen Roman schreiben. Die Frau ist schon da, er ist früh mit Gudrun liiert, eine keusche und vorgeplante Beziehung. Die Mutter sorgt für eine Lehrstelle in einer Spedition. Offensichtlich läuft viel darauf hinaus, dass Weigand Abstriche von seinem dritten Vorhaben machen muss. Doch dann bekommt er ein Angebot von der Tageszeitung im Ort und ein Doppelleben, das ziemlich anstrengend ist, nimmt seinen Lauf.
    Im typischen Genazino-Stil "begleiten" wir die Hauptperson durch eine gewisse Zeit in seinem Leben, nehmen teil an seinen Gedanken und Erlebnissen, die von einigen Schwierigkeiten und Entscheidungen geprägt sind. Vor allem sind es Wendepunkte auf dem Weg zum Erwachsenwerden, die Weigand zu schaffen machen, weil er Entscheidungen treffen muss, von denen er nicht wissen kann, wie sie sich auf sein weiteres Leben auwirken werden. Doch er entscheidet sich immer, weil er sonst nicht weiterkommen würde.
    Diese Prozesse schildert Genazino wieder mit der Sensibiltät, die die Wichtigkeit erfordert. Das Buch bleibt auf einem Stimmungslevel, statt ineffektiver Hektik ist hier die Voraussetzung für das Weiterkommen das Fragen und Antworten, eine gewisse Ruhe und Entschlossenheit, Dinge geschehen zu lassen.
    Vielleicht muss man gerade dieses Buch ein zweites Mal lesen, um die sanfte Intensität vollends zu empfinden.
  18. Cover des Buches Ich lebe in einem Wasserturm am Meer, was albern ist (ISBN: 9783939557692)
  19. Cover des Buches Träume Digitaler Schläfer (ISBN: 9783930924202)
    Anja Kümmel

    Träume Digitaler Schläfer

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Mir ist es noch nie so schwer gefallen, zu einem Buch eine schlüssige Besprechung abzugeben, wie bei diesem hier. Ich konnte mich diesem Roman nur partiell annähern und Stückwerk wird auch die Beschreibung meines Leseeindrucks bleiben. In meiner Ratlosigkeit greife ich auf meine rein subjektive Wahrnehmung zurück.

    Unter anderem ist dies das Resultat eines für mich inhomogenen Plotgefüges. Science-Fiction-Szenen wechseln sich mit historischen Einschüben ab. Da ich persönliche nicht so gerne historische Romane lese, haben mich die doch recht ausgeprägten Exkursionen ins mittelalterliche Spanien (oder Portugal?) und nach Paris zur Zeit des Zweiten Weltkrieges deutlich weniger angesprochen. Die historischen Segmente unterbrechen den Erzählfluss der dystopischen Rahmenhandlung und wirkten auch insofern störend auf mich, als dass ich keinen rechten Zusammenhang erkennen konnte. Selbst nach Beendigung des Romans blieb für mich die Frage nach dem Warum. Die futuristische Story hätte auch gut für sich alleine stehen können. Was mich zu der Annahme führt, dass die historischen Teile einen wesentlichen Punkt der Prämisse in sich tragen, die diesem Roman zugrunde liegt. Auch hier könnte ich nicht eindeutig benennen, welche Intention die Autorin verfolgte. Meinem Empfinden nach könnte die Grundaussage des Romans sein, dass die Frau schon immer in die Opferrolle gedrängt wurde und sich das auch in einer fernen Zukunft nicht ändern wird.

    Ganz unabhängig von meinem persönlichen Geschmack, sind die historischen Abschnitte nicht minder virtuos geschrieben als die in der Zukunft spielenden. Atmosphärische Schilderungen lassen die Figuren, ihre Erlebnisse und Gefühle dreidimensional erscheinen. Große Erzählkunst.

    Der Tenor des Buches ist kein leichter, wie es die Klassifizierung einer Dystopie ohnehin nahe legt. Herausragend empfand ich die Gestaltung der Science-Fiction-Umgebung. Hier finden sich viele kreative, überraschende und neue Ideen. Dass die Autorin hierbei nicht viel erklärt, sondern dem Leser viele Freiheiten zur eigenen Interpretation lässt, hat mir sehr gut gefallen. Wahre Bilderfluten türmten sich in meinem Kopf auf.

    Sprachlich ist der Roman fein gearbeitet, driftet manchmal vom Erzählerischen ins Bildermalerische ab, was zur Entschleunigung des Lesetempos führt.

    Vordergründig gibt es in dieser Gesellschaft der Zukunft keine Geschlechtsunterschiede mehr.  Das versucht die Autorin sprachlich darzustellen, in dem sie nicht mehr die Personalpronomen „sie“ und „er“ verwendet, sondern „es“. Und sofort fällt auf, dass unsere Sprache nicht dafür ausgelegt ist. Man kann eine Person als "es" bezeichnen, doch bereits bei den Possessivpronomen scheitert man. Die Autorin ist gezwungen, sich entweder für "ihre" oder "seine" zu entscheiden, was die Neutralität sofort aufhebt. Ohnehin existieren nach wie vor zwei Geschlechter, auch wenn sich die Unterschiede auf die Genetik beschränken und sich nicht mehr offensichtlich in Körperlichkeiten ausdrücken.

     Als Resümee muss ich anfügen, dass ich nicht den Eindruck habe, den Roman verstanden zu haben. Er wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Ich würde ihn als intellektuelle Herausforderung bezeichnen.

  20. Cover des Buches Deshalb die Vögel (ISBN: 9783981280487)
    Nancy Hünger

    Deshalb die Vögel

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Aller Anfang fällt vom Himmel (ISBN: 9783442313211)
    Veronika Peters

    Aller Anfang fällt vom Himmel

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Lina_Marie_Arnold
    Mich hat dieses ruhige, schlichte Cover auf die Geschichte aufmerksam gemacht, und der Klappentext hat mich dann vollends gepackt. Ich habe mir von der Geschichte tolle, originelle Figuren versprochen, und die habe ich auch bekommen.

    Korbinian ist Lehrer und hat den Tod seiner Frau nie richtig überwunden. Er lässt sich nur für seine Arbeit und die abendlichen Kneipengänge blicken. Ansonsten lebt er zurückgezogen in seiner Wohnung, die ihm viel zu groß ist, seit seine Frau nicht mehr an seiner Seite ist. Korbinian besteht auf seiner Tagesstruktur, Abweichungen kann er gar nicht leiden und versucht alles, um sie zu vermeiden.

    Und doch trifft er auf Billa, ein obdachloses Mädchen, dem er etwas Kleingeld gibt. Dass Billa im folgt, bemerkt er zunächst nicht. Er erlaubt ihr, im Hausflur zu schlafen, doch das lässt ihm keine Ruhe. Er bespricht sich mit seiner Schwester, die kurz darauf bei ihm eintrifft. Billa hat Fieber und muss aus dem kalten Flur raus, also ziehen sie und die Schwester bei Korbinian ein. Seine geliebte Tagesstruktur kann er also vergessen.

    Doch nicht nur die Hauptfiguren sind toll, auch einige Nebenfiguren sind sehr sympathisch und kein Charakter ist überflüssig.

    "Aller Anfang fällt vom Himmel" lässt sich sehr leicht lesen. Das liegt zum einen an dem lockeren und flüssigen Schreibstil, und zum anderen an den gut ausgearbeiteten Figuren. Es macht Spaß, die Geschichte zu verfolgen, ich habe oft Mitleid mit Korbinian gehabt, dessen Leben sich von einem auf den anderen Moment komplett umkrempelt.

    Mit der Kernaussage der Geschichte bin ich einer Meinung, sie verdeutlicht, dass man seine Augen vor den Schicksalen um sich herum nicht verschließen, sondern helfen soll, wenn man kann. Auch Korbinians Entwicklung diesbezüglich hat mir sehr zugesagt, denn durch Billas Anwesenheit verliert er sein starres Korsett, in das er sich selbst seit dem Tod seiner Frau gesteckt hat. Er schaut wieder nach rechts und links, somit nimmt er wieder Anteil am Leben um sich herum.

    Fazit:
    Diese Geschichte ist eine der wenigen, die man nie vergisst. Zum einen wegen der Figuren, zum anderen wegen der Ereignisse und der Kernaussage. Eine absolute Empfehlung.
  22. Cover des Buches Vier Äpfel (ISBN: 9783499252747)
    David Wagner

    Vier Äpfel

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Jacynthe

    Inhalt


    Ein Roman über menschliches Konsumverhalten und Abartigkeiten im Supermarkt, verpackt in selbstkritischen inneren Monologen.


    Meine Meinung


    Ein Buch dieser Art habe ich bisher noch nie gelesen. Das lyrische Ich, ein Mann den ich mir Mitte 30 vorstelle, geht wie so oft in "seinen" Supermarkt um einzukaufen. Ihm fallen die skurrilsten Sachen auf und er denkt darüber nach, was es mit verschiedenen Sachen auf sich hat und erzählt auch oft, wie es früher war, in seiner Kindheit. Dann geschieht etwas besonderes: die vier Äpfel, die er zum Wiegen auf die Waage legt, wiegen zusammen genau 1000 Gramm. Dass es nun das war, was ihn die nächste Zeit ein wenig verwirrt durch die Gänge des Supermarktes laufen lässt, erschien mir nicht so deutlich, obwohl das im Titel und auch Klappentext so angedeutet wird. Vielmehr wird sein Denken von seiner Exfrau, die immer nur L. genannt wird, bestimmt. Überall sieht er sie, riecht ihr Shampoo oder sieht die Dinge im Regal, die sie immer gekauft bzw. nicht gekauft hat und erinnert sich an gemeinsam Erlebtes.

    Das lyrische Ich fühlt sich von seinem Einkaufswagen durch die Gänge gezogen, sinniert über alles überwachende Systeme und computergesteuerte Kassiererinnen, die alles über ihre Kunden wissen. Manchmal werden Dinge im Regal beschrieben, die der Protagonist nur in seiner Vorstellung sieht (zum Beispiel den perfekten Partner, dem man Erinnerungen an nie erlebte gemeinsame Zeiten einspielen kann) dann fließen auch immer wieder Erinnerungen an die Vergangenheit mit ein. Aber um ehrlich zu sein passiert sonst eigentlich gar nichts. Aber das muss es auch nicht, dieses Buch lebt irgendwie von sich selbst. Außer dass am Ende endlich die Kasse gefunden wird, wird kein Ziel erreicht. Weder kommt das lyrische Ich über L. hinweg, noch begegnet es einer "verlorenen Liebe", was auf der Rückseite des Buches geschrieben steht und eine Romanze verspricht. (Es sei denn, L. ist die "verlorene Liebe", die er immer wieder in Gedanken sieht.) Nach dem Bezahlen bei seiner Lieblingskassiererin verlässt das lyrische Ich den Supermarkt und geht nach Hause.
    Jeder Gedankengang ist in ein Kapitel gefasst, so dass diese oft sehr kurz ausfallen. Das fand ich angenehm. Weniger schön fand ich die vielen Fußnoten, die Gedanken und Geschichten, die nicht in den Supermarkt zu passen scheinen, auslagern. Auf 144 Kapitel auf 159 Seiten kommen sage und schreibe 52 Fußnoten, teilweise musste man auch umblättern um diese weiterzulesen. Das fand ich verwirrend, vor allem weil die Gedanken gut in den Text hätten eingearbeitet werden können. Was ist verkehrt an Gedankengängen?
    Der Roman ist unterhaltsam und humorvoll, verriet mir, die ich mich gelegentlich mit menschlichem Konsumverhalten und anderen Abartigkeiten im Supermarkt beschäftige, jedoch nicht viel Neues. Aber ich weiß wie gesagt nicht, ob das überhaupt das Ziel ist. Da David Wagner Deutscher ist und einen deutschen Supermarkt beschreibt, habe ich auch viele Dinge wiedererkannt, was sehr angenehm war. Auf alle Fälle ist es ein Buch mit einem Helden, in den man sich leicht hineinversetzen kann, und von dem man sich gerne durch die Gänge eines Supermarkts führen lässt. Ich vergebe 3 von 5 Wolken.
  23. Cover des Buches Schönheit des Wassers (ISBN: 9783940249760)
    Crauss

    Schönheit des Wassers

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Dunkelströme (ISBN: 9783937445182)
    Hendrik Jackson

    Dunkelströme

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden

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