Bücher mit dem Tag "deutscher buchpreis 2020 longlist"

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9 Bücher

  1. Cover des Buches Die Unschärfe der Welt (ISBN: 9783608983265)
    Iris Wolff

    Die Unschärfe der Welt

     (120)
    Aktuelle Rezension von: Literaturwerkstatt-kreativ

    „Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

    „Die Unschärfe der Welt“ von Iris Wolff


    "Es gab Sehnsucht nach etwas, das verloren war, Sehnsucht nach etwas, das sich nicht erfüllt hatte, Sehnsucht danach, etwas zu finden, und manchmal auch danach, etwas zu verlieren."


    Rumänien / Banat - 20. Jahrhundert

    Hannes ist evangelischer Pfarrer und tritt seine erste Pfarrstelle im rumänischen Banat an. Seine Frau Florentine begleitet ihn dorthin und bringt einige Zeit später einen Sohn zur Welt, der den Namen Samuel erhält.

    „Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird?

    Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte?“


    Fazit:

    Iris Wolff erzählt eine bewegende Familiengeschichte in der es um 4 Generationen geht, wobei Hannes, Florentine und Samuel sozusagen der rote Faden dieser Erzählung sind.

    Die Geschichte spielt hauptsächlich im rumänischen Banat und so bekommen wir auch geschichtlich einiges von dieser Region geboten. Hier hätte ich mir an einigen Stellen allerdings die Auseinandersetzung mit der Diktatur in Rumänien und einem despotischen Ceaușescu-Regime etwas ausführlicher gewünscht.

    Die Autorin hat einen wunderschönen, sprachgewaltigen, jedoch auch einfühlsamen Erzählstil. Nach und nach lernen wir die einzelnen Protagonisten der Geschichte kennen. Dabei ist Wolff eine sehr genaue Beobachterin, die uns ihre verschiedenen Charaktere sehr detailliert und liebevoll vorstellt. Dabei hat jeder der Protagonisten so seine Eigenarten, seine Ecken und Kanten, die jene dadurch sehr authentisch erscheinen lassen. Es ist keineswegs ein reißerisches Buch, schon eher eine Geschichte mit wunderschönen stillen und nachdenklichen Momenten.

    Völlig zu Recht wurde „Die Unschärfe der Welt“ für den „Deutschen Buchpreis 2020“, den „Bayerischen Buchpreis 2020“, sowie dem „Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2020“ nominiert.

    Das Taschenbuch erscheint bereits im Oktober diesen Jahres.


    Eine poetische und sehr warmherzige Familiengeschichte!



    Die ganze Rezension auch auf meinem Literaturblog:
    https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2021/08/08/die-unscharfe-der-welt-von-iris-wolff/


    Besten Dank an den „Klett-Cotta Verlag“ für das Rezensionsexemplar.





  2. Cover des Buches 1000 Serpentinen Angst (ISBN: 9783103974065)
    Olivia Wenzel

    1000 Serpentinen Angst

     (46)
    Aktuelle Rezension von: emeryn_mader

    Selten hat mich ein Buch so zum Nachdenken gebracht; über die Gesellschaft in Deutschland, das Dazugehören, Familie, Verlust, Erwartungen an einen selbst und an andere.
    Mit klarer Feder kommt Olivia Wenzeln direkt zum Punkt, auch wenn ich manchmal nicht wusste (und immer noch nicht weiß) was dieser Punkt ist, denn wann weiß man im echten Leben denn schon, dass das Ende erreicht ist?
    Die Erzählstruktur ist sprunghaft, etwas gewöhnungsbedürftig aufgrund ihrer fehlenden Linearität aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und ab diesem Moment taucht man in die Gedanken der Erzählerin ein. Hierbei handelt es sich meiner Meinung um eine der großen Stärken des Buches, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheinen mag.
    Vieles wird in "1000 Serpentinen Angst" besprochen, Rassismus, Familie, Freunde, vergangene Beziehungen, Angst, unsere moderne Gesellschaft, in Deutschland und über die ganze Welt. Manchmal simpel und endlos, auch leicht verloren, denn es handelt sich nicht um eine akademische Abhandlung, in der am Ende eine Antwort auf eine Frage vorgelegt werden muss, und das ist auch gut so. Denn das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht, über Dinge, von denen ich dachte, sie wären mir schon immer klar gewesen. Und dass ist eine hohe Messlatte, die es problemlos überwindet.

  3. Cover des Buches Allegro Pastell (ISBN: 9783462053586)
    Leif Randt

    Allegro Pastell

     (44)
    Aktuelle Rezension von: KataRaf

    Leif Randt schafft es mit Allegro Pastell eine kitschige Liebesgeschichte ganz und gar unkitschig zu erzählen. Die Sprache und Atmosphäre ist lakonisch-reflektierend, tief emotional, abgeklärt und sensibel zugleich. Es ist mir sehr vertraut, Berlin - Neukölln, zieht mich rein, in die eigene Vergangenheit und in die Gegenwart der lauwarm-kontrollierten Figuren. 


    Tanja, erfolgreiche Schriftstellerin aus Neukölln, trifft auf Jerome, Webdesigner, der bei Frankfurt im Bungalow seiner weitergezogenen Eltern lebt. Beide sind von sich selbst eingenommen, attraktiv und doch vorsichtig, verletzlich. Die Liebe wirkt perfekt, symbiotisch, überhöht. Die Distanz und die permanente Kommunikation verstärken die Selbstreferenzen und Selbstreflexionen, die Spiegelung des Selbst in der Liebe. Jerome schwimmt im Glück, Tanja schwankt, zerstört schließlich die Nähe zu ihrer besten Freundin und dann zu Jerome. Sie versteht sich selbst nicht, schließt ihn aus, bekommt wieder Sehnsucht und schreibt ihm wieder. Jerome liebt Tanja und datet inzwischen Marlene, glatt, bürgerlich - hübsch, ehrgeizig, erfolgreich. Ganz beiläufig erahnen wir, dass auch Marlene nicht so selbstsicher ist, wie Sie tut. Marlene bekommt Jerome von außen betrachtet ganz und gar, sein Herz bekommt sie jedoch nicht. 


    Zeitweise wollte ich das Lesen gar nicht mehr unterbrechen, diese Atmosphäre besonders im ersten Drittel nicht verlassen. Mit Abstand zum Lesen bin ich überascht, dass sich so Viele an den Figuren, besonders an Tanja reiben, empfinde ich sie als offen, ehrlich und auch etwas tragisch, da sie auf Dauer nicht halten kann, was sie liebt. 


    Leif Randt - Allegro Pastell @kiwi_verlag 2020

  4. Cover des Buches Annette, ein Heldinnenepos (ISBN: 9783957578457)
    Anne Weber

    Annette, ein Heldinnenepos

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Libertine

    Es gibt Geschichten, die man nicht mehr vergessen wird. Anne Weber ist es gelungen, mir mit ›Annette ein Heldinnenepos‹ eine solche zu erzählen. 

    Von klein auf strebt Annette nach Veränderung. Sie kann die Ungerechtigkeit nicht hinnehmen, die sie sieht. Weder die, die ihr und ihren Liebsten zuteil wird noch die der anderen. 

    Sie weiß, dass es gefährlich ist, dieses Bestreben in Taten umzusetzen. Sie könnte alles verlieren: ihre Gesundheit, ihr Leben, ihre Liebsten.

    Doch Weber erzählt die Lebensgeschichte einer Frau, die den gefährlichen Weg gewählt hat. Mehrfach. In der tiefen Überzeugung, dass es der notwendige Weg ist. Doch noch bevor Leser und Leserinnen an ihrem Kampf gegen die Ungerechtigkeit teilhaben, erzählt Weber in ›Annette ein Heldinnenepos‹ die Geschichte von Annettes Familie. 


    »Die Unterkunft ist kümmerlich, und dementsprechend niedrig ist die Miete, doch das Geringe ist noch viel für sie, die früh verwitwet ihre Kinder mit dem Ertrag der pêche à pied oder des Fischens ohne Boot herangezogen hat: Tag für Tag macht sie sich bei Ebbe auf den Weg und stöbert ausdauernd im nassen Sand allerlei Meeresgetier auf«


    Diese Ausdauer und das viele, viele Laufen werden auch Annettes Leben auszeichnen. Doch neben dem Laufen auch das viele Warten, Ungewissheiten, Risiken. Annette wird sich an viele Namen gewöhnen und von diesen wieder entwöhnen. 

    Sie macht ihre Arbeit gut, wenn sie nicht auffällt und sich an die Regeln hält. Meistens gelingt ihr das. Nicht aufzufallen gelingt ihr scheinbar leicht, sich immer an die Regeln zu halten manchmal nicht. Denn wozu sind Regeln da, wenn sie zu brechen, Leben retten kann? Zugleich jedoch werden durch das Brechen der Regeln Leben gefährdet. Annette muss viele Entscheidungen treffen, einfach sind die wenigsten.


    »Das Mädchen wirkt erfreulich harmlos, tausendmal harmloser vermutlich, als es ist. Da hat er recht.«


    ›Annette ein Heldinnenepos‹ ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Webers Sprache ist ausdrucksstark und berührend. Die Leben, die sie schildert, sind oftmals kaum bekannt oder lange vergessen. Doch in Druckerschwärze macht Weber für sie Platz, erinnert, lässt begreifen. Wie viele, unzählbare sterbliche Schicksale in die großen Momente der Geschichte verwickelt waren. 

    Annette ist mutig, weit mehr als das. Sie lebt den Widerstand gegen die Ungerechtigkeit und zahlt dafür mehrmals einen hohen Preis.


    »Denn wie das meiste ist auch das Widerstehen anders, als man es sich denkt, nämlich kein einmaliger Entschluss, kein klarer, sondern ein unmerklich langsames Hineingeraten in etwas, wovon man keine Ahnung hat. Das Erste, dems zu widerstehen gilt, das ist man selbst. Der eigenen Angst.«


    ›Annette ein Heldinnenepos‹ ist keines der Bücher, das ich nebenbei in der Strandliege lesen könnte. Dieses Buch lädt nicht nur dazu ein, es zu lesen, sondern mitzufühlen – nicht im alltagssprachlichen Sinne. Staunend lässt es einen über eine Frau zurück, die so viel Mut und Ausdauer gezeigt hat. Inspirierend, berührend und nachgehend.

  5. Cover des Buches Die Infantin trägt den Scheitel links (ISBN: 9783990272428)
    Helena Adler

    Die Infantin trägt den Scheitel links

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Ana80

    Helena Adler erzählt hier die Geschichte vom Großwerden auf einem Bauernhof als jüngstes Kind einer wirklich nicht ganz einfachen Familie. "Die Infantin" muss sich immer wieder in wirkich schwierigen Situationen behaupten und dann noch mit den Eigenarten des alkoholkranken Vaters, der frommen Mutter und den wirklich gemeinen älteren Zwillingsschwestern, auch gennant "die Eisprinzessinen u.v.m.", herumschlagen.

    Die Autorin schreibt bildhaft, schonungslos, wortgewaltig, sehr direkt (z.T. vulgär) und voller Wortwitz. Mit ihrem Schreibstil nimmt die den/die LeserIn mit in eine raue Kindheit auf dem Hof, die nur von Außen betrachtet idyllisch ist. Eine Kindheit und ein Erwachsenwerden unter schwierigen Bedingungen, oft auf sich allein gestellt mit vielen Fragen und selbst zurecht gelegten Antworten, ohne Rücksicht auf die Kinderseele, die sich so immer wieder selbst zu retten versucht. Die Protagonistin gefiel mir sehr gut. Der Prototyp eines starken Mädchens, dass sich seine Welt oft selbst erklären muss. Eine moderne Pipi Langstrumpf, an der ich wirklich meine Freude hatte.

    Ich kann dieses Buch absolut empfehlen und doch denke ich, dass manche/r LeserIn den Schreibstil nicht mögen könnte oder einige Passagen als zu schonungslos empfinden könnte. Also nach Möglichkeit zuvor einen Blick ins Buch werfen, damit man weiß, worauf man sich einlässt.

  6. Cover des Buches Aus der Zuckerfabrik (ISBN: 9783446267503)
    Dorothee Elmiger

    Aus der Zuckerfabrik

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Booklove91

    Meine Meinung und Inhalt

    'My skills never end' steht auf dem T-Shirt eines Arbeiters, der gerade seinen Lohn ausbezahlt bekommt. 

    Am Strand einer karibischen Insel steht der erste Lottomillionär der Schweiz und blickt aufs Meer hinaus. Nachts drängen sich Ziegen am Bett der Autorin. 

    Die Geschichte einer Recherche, ein Journal voller Beobachtungen, Befragungen und Ermittlungen.

    Der Roman ist anders, aber interessant. Als Leser muss man sich jedoch sehr auf das Geschriebene einlassen, Kuriositäten und Vergleiche auf sich wirken lassen.

    Man begibt sich auf eine berauschende Reise, um Gier, Geld, Zucker, Kolonialismus und weibliches Begehren. 

    Der Schreibstil ist sehr unstruktuiert aufgrund der vielen Metaphern und Satzfragmente und der englischen und französischen (nicht übersetzten) Passagen. Es entsteht teilweise eine gewisse Unordnung, weil stets neue Zusammenhänge gestellt, zerlegt und anders wieder zusammengesetzt werden.

    Das Cover ist sehr speziell, passt aber zum Geschriebenen.


    Dorothee Elmiger, geboren 1985, lebt und arbeitet in Zürich. 2010 erschien ihr Debütroman ›Einladung an die Waghalsigen‹, 2014 folgte der Roman ›Schlafgänger‹ (beide DuMont Buchverlag). Ihre Texte wurden in verschiedene Sprachen übersetzt und für die Bühne adaptiert. Für ihr Werk wurde Dorothee Elmiger mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

  7. Cover des Buches Bis wieder einer weint (ISBN: 9783499291838)
    Eva Sichelschmidt

    Bis wieder einer weint

     (10)
    Aktuelle Rezension von: lilli1906

    Ich habe mich anfangs mit diesem Buch sehr schwer getan. Das lag am Schreibstil  der sehr kühl und nüchtern ist. Das ganze Buch über bleibt er irgendwie distanziert... und im Endeffekt war es dann genau dieser Schreibstil   der mich an das Buch gefesselt hat!


    Das Buch besteht eigentlich aus 2 Geschichten. Die eine ist die Geschichte des Vaters Wilhelm und seiner Frau Inga, die kurz nach der Geburt des zweiten Kindes stirbt.


    Parallel dazu erzählt dieses Kind, eine Tochter, von ihrem Leben. Vom Aufwachsen bei den Großeltern,  von der Rückkehr zum Vater usw. Dieser Teil des Buches ist eine Ich Erzählung.


    Beide Stränge stimmen zeitlich nicht überein, wodurch vielleicht die Distanz in der Erzählung zustande kommt - ich fand es auf jeden Fall faszinierend und habe das so auch noch nicht gelesen.


    Die Geschichte selber ist stimmig und ein wenig traurig. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und muss sein Leben leben, so gut er es vermag.


    Ein gutes Buch, aber keine leichte Unterhaltungsliteratur!

  8. Cover des Buches Mission Pflaumenbaum (ISBN: 9783990141946)
    Jens Wonneberger

    Mission Pflaumenbaum

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe

    Kramer, der keinen Vornamen zu haben scheint (oder habe ich den überlesen?), besucht übers Wochenende seine verheiratete Tochter auf dem Land, zu der er kein besonders enges oder gutes Verhältnis hat. Auf dem Weg von der Bushaltestelle zu ihrem Haus trifft  er einen alten Mann, der ihn ungefragt mit Informationen über das Dorf versorgt und dem er ihm Laufe des Wochenendes immer wieder begegnet. Das Zusammensein mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn gestaltet sich nicht unproblematisch, sodass Kramer sich  fast schon nach der Gesellschaft des schrulligen Alten sehnt.
    Tja, viel mehr passiert auch nicht an diesem Wochenende 😉 Es ist eine ruhige, gemächlich fortschreitende Geschichte, die mit unglaublich vielen Details erzählt wird. "Unterhalb des Giebels klebten die Reste alter Schwalbennester, und eine Taube versuchte gerade auf einem schmalen Sims Halt zu finden, wild schlug sie mit dem Flügel, er hörte das Schleifen der Federn auf dem Putz, das Kratzen ihrer Krallen auf dem Blech, immer wieder versucht das Tier auf der schmalen Kante Fuß zu fassen, doch vergeblich, endlich ließ es sich fallen und segelte knapp über seinem Kopf davon." Die Sätze wirken manchmal endlos und der Autor scheint von seiner Sprachkunst derart begeistert zu sein, dass er sie bedauerlicherweise auch Personen in den Mund legt, zu denen es überhaupt nicht passt. Beispielsweise wenn der schrullige alte Rottmann, der so gar nicht poetisch ist, plötzlich von der alten Gurtweberei erzählt: "..., am Tag war die Fabrik wie ein riesiges, stampfendes Tier, aber abends, wenn die Spätschicht am Werk war und im Innern die Lampen honiggelb leuchteten, war es ein Palast, ein goldener Kristallpalast, ganz leicht sah das Gebäude dann aus, es schien zu schweben wie ein Lampion aus Seidenpapier, und wenn die Fabrik tagsüber stampfte, so war es in der Dunkelheit ein Klirren, als begänne ein gigantischer Kronleuchter zu zittern."
    So wie Rottmann all dem dem Neuen und Modernen skeptisch und teils sogar zornig entgegenblickt, so misstrauisch ist Kramer gegenüber seiner Tochter. Jedes Tun von ihrer Seite wird von ihm zuerst meist argwöhnisch beäugt im Glauben, es zeige ihre Abneigung gegen ihn; jedes Handeln von seiner Seite hingegen ist von Vorsicht geprägt, um nur keinen Unmut auszulösen. Andersherum scheint es nicht viel besser. Doch das Ende birgt Hoffnung (vielleicht auch für Rottmann?): Mission Pflaumenbaum.
    Alles in allem: Schöner Stil, wenn auch nicht immer passend, mit einer mittelguten, etwas drögen Geschichte.

  9. Cover des Buches Goldene Jahre (ISBN: 9783906050362)
    Arno Camenisch

    Goldene Jahre

     (14)
    Aktuelle Rezension von: renee

    Ein wirklich kurzweiliges Lesevergnügen ist "Goldene Jahre". Doch verstehe ich die Nominierung für den Deutschen Buchpreis hier nicht. In diesem Buch blicken die schweizerischen Kioskbetreiberinnen Margrit und Rosa-Maria auf ihre 50, nein 51 (:-)) Jahre Kioskbetrieb mit Zapfsäule in einem kleinen Ort und schildern ihre Erlebnisse mit den Kunden, wie auch ihre Sichten auf Land, Leute, Daten, Geschehnisse, Politik, Soziales und das Klima. Alles in allem ist dieses Buch sehr erfrischend, humorvoll und geistreich. Denn die beiden Damen und ihre Sichten sind zauberhaft. Aber ein Kandidat für den Deutschen Buchpreis ?!?! Dieses Buch ist in meinen Augen kluges Geplänkel. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Ich vermisse hier aber eine flüssige und ausgefeilte Geschichte mit einer Aussage. Wobei es ja Aussagen gibt. Aber mir gefällt einfach die Gesamtgestaltung des Buches in Verbindung zur Nominierung nicht. Dieses Buch ist "nur" die Unterhaltung zweier älterer Damen über ihre letzten Jahre, die wirklich ganz nett ist, durchaus. Aber geht so etwas als Roman durch, der dazu noch für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde? Das entzieht sich leider meinem Verständnis. Bitte nicht falsch verstehen. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen. Und auch für gut befunden. 4 Sterne sind ja auch eine sehr gute Bewertung von mir. Ich verstehe nur die Nominierung für die Longlist des Deutschen Buchpreises nicht. Denn ich denke hier hätte es deutlich bessere Kandidaten gegeben. "Metropol" zum Beispiel, um nur einen zu nennen. Schade!

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