Bücher mit dem Tag "dialekt"
112 Bücher
- Ulla Hahn
Das verborgene Wort
(179)Aktuelle Rezension von: la_vieIch war wirklich sehr gespannt auf "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn. Ein Mädchen, das im Nachkriegsdeutschland um ihr Recht auf Bildung kämpft. Die Idee fand ich wirklich gut und wichtig. Leider konnte mich die Autorin gar nicht erreichen. Die Geschichte war eine Aneinanderreihung von völlig unzusammenhängenden Momentaufnahmen. Erst geht es um ein verschwundenes Kaninchen, das dann auf dem Essenstisch landet, dann wird von einem Besuch eines Glasbläsers in der Schule erzählt, im nächsten Moment geht es um die Erfahrungen der Menschen im Nationalsozialismus. Ich habe einfach nicht verstanden, was mir die Autorin sagen wollte.
Was aber das Lesen noch viel anstrengender gemacht hat, war der ständige Wechsel zwischen Hochdeutsch und rheinischem Platt. Es fiel mir total schwer, den Dialekt zu verstehen. Teilweise kam ich mir richtig doof vor, weil ich ständig in den Fußnoten nachlesen musste, was das bedeuten soll. Hat den Lesefluss leider total kaputt gemacht.
Ich breche wirklich selten Bücher ab. Aber bei diesem könnte ich nach 100 Seiten nicht mehr.
- Daniela Dröscher
Lügen über meine Mutter
(281)Aktuelle Rezension von: zickzackDaniela Dröscher versetzt sich zurück in ihre Kindheit in den 80er und erinnert sich daran, wie es in ihrer Grundschulzeit war. Ihr Vater hat immer stärker das Übergewicht seiner Frau für seine Misserfolge verantwortlich gemacht: berufliche Beförderung, sozialer Aufstieg, Ansehen in der Dorfgemeinschaft. Immer wieder reflektiert Daniela in der Gegenwart darüber, was eigentlich passiert ist und wie ihre Perspektive auf ihre Mutter durch die Einflüsse durch ihren Vater, aber auch dem Gesellschaftsdruck beeinflusst wurden.
Dieses Buch hat mich mehr und mehr einfach nur wütend gemacht. Wie der Vater die Mutter behandelt hat… Wie man sich erdreisten kann, solche unsensiblen Sprüche von sich zu geben, geht mir nicht in den Kopf. Nur, weil es dem Ansehen schaden könnte, wenn man sich mit „so einer dicken Frau“ blicken lässt.
Und dann kam er immer wieder mit seinen fixen Ideen, weil ihm irgendetwas Tolles eingefallen ist und da war es auch ganz gleich, wie es den anderen Familienmitgliedern schaden könnte.
Dieses ständig schlechte Klima unter den Eltern, die ständigen Streitereien, denn die Mutter hat wenigstens öfters Paroli gegeben und sich nicht alles von ihrem Mann gefallen lassen hat (auch wenn sie oft genug, viel zu oft, den Frieden willen sich gebeugt hat), Ela darunter gelitten hat. Sie hat sich immer wieder Sorgen wegen den Streitereien gemacht und hat versucht als Vermittlerin zu agieren, was natürlich nur sehr semi geklappt hat. Als 8jährige kann sie da einfach wenig machen.
Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Im Prinzip bin ich immer wieder erstaunt, an wie viele Details sich manche aus ihrer Kindheit erinnern können, denn gefühlt kann ich mich nur an sehr wenig erinnern. Es war mir auch neu, dass man sich als so junges Kind so hineinsteigern kann, dadurch schlechter schläft und wieder zum Bettnässer wird. Aber das liegt einfach daran, dass ich nie in so einer schwierigen Situation war und wohl vom Charakter, Mentalität anders als Daniela bin. Jedes Kind wird auch nicht so reagieren wie Ela.
Meine Eltern hatten auch immer wieder mal Diskussionen, aber zum Glück ging es nicht um das Gewicht meiner Mutter oder sonst persönliche Dinge, sondern um eher profanere wie, ob wir uns einen Garten zulegen, wohin wir in den Urlaub fahren (ob wir überhaupt fahren), wegen sonstigen kleinen Anschaffungen. Also ich habe mich dabei meist rausgehalten und eher zurückgezogen. Tatsächlich war es auch, dass oft mein Vater seinen Dickkopf durchgesetzt hat und wenn sich später meine Mutter in Abwesenheit meines Vaters über ihn beschwert hat, dann habe ich versucht etwas zu besänftigen. Ich wollte mich aber nicht auf eine Seite stellen, sondern nur, dass wieder der Haussegen geradegerückt wird.
Ich kann mich daher schon hineinversetzen, wenn solche Streitereien über Jahre gehen, man auf die Launen des Vaters achten muss und sich genötigt fühlt, nicht alles zu erzählen, um einen Streit zu verhindern, dass das sehr belastend ist – besonders wenn es um ein so persönliches Thema wie den eigenen Körper geht. Ihre Mutter tat mir so leid, sooft sie von ihrem eigenen Mann verletzt wurde. Irgendwo wird sie sich ihres Übergewichts selbst bewusst gewesen sein und bestimmt auch nicht immer gerade glücklich darüber gewesen sein.
Er hat das Selbstbewusstsein von ihrer Mutter mehr und mehr zerstört. Auch wenn es nicht direkt gesagt wurde, hat man es doch beim Lesen gespürt, wie ihre Mutter sich mehr und mehr zurücknahm und bestimmte Situationen verhinderte. Besonders schlimm wurde es, als der Vater versuchte Ela für sein Belangen, dass die Mutter doch endlich abnehmen sollte, mit einspannen versuchte. Ela, die sich zwischen den Stühlen befand und für ihre Mutter, die das Gefühl bekam, dass jeder gegen sie war.
Bei einer Aussage im Buch musste ich schlucken, als Elas Mutter meinte, dass man sie noch so weitertreiben würde, dass sie einfach an einen Baum fährt. Tatsächlich hat meine Mutter in einer sehr starken Phase so einen Satz auch mal am Esstisch fallen lassen. Mein Vater und ich haben in dem Moment nichts darauf erwidert, weil uns wohl dafür die Worte gefehlt haben. Ein paar Jahre später hat sich meine Mutter für die Aussage entschuldigt, dass sie es einfach so gesagt hat. Es hat mir aber auch in dem Fall verdeutlicht, wie schlecht es ihr in der Phase ging und als meine Mutter das gesagt hatte, war ich wesentlich älter als Ela, die ja eine ganze Weile gebraucht hat bis sie die Worte verarbeitet hatte und irgendwann von allein gefragt, wie ernst ihre Mutter das gemeint hatte.
Ich habe nicht so ganz verstanden, wie es zu der Schwester kommen konnte. Anscheinend wollte die Mutter ja kein weiteres Kind und der Vater hat es wohl auch nicht so wirklich angestrebt. Sie wollte es wohl aus dem Grund nicht, weil sie schon ahnte, was es sie kosten würde – ihre Selbstständigkeit, je wieder in ihrem Beruf zurückzufinden. War es in den 80er noch nicht so verbreitet, einfach zu verhüten? Ich muss sagen, dass ich mich da nicht so auskenne. Es hat mich nur irritiert.
So beim Lesen fand ich es irgendwann befremdlich, dass Daniela über so persönliche Dinge spricht. Ich habe mich gefragt, wie ihre Mutter das finden wird. Es gab ja nach dem Kapitel meist gegenwärtige Einordnungen, wo sie auch noch einmal ihre Mutter mit eingebaut hat und anscheinend als Erwachsene Fragen gestellt hat, um ein paar für sie damals schleierhafte Dinge aufzuklären. Ich fragte mich nur, wenn ihre Mutter das Buch gelesen hat, wie es für sie sein musste, zu lesen, wie ihre 8jährige Tochter damals über ihr Übergewicht gedacht hat. Die Szene im Freibad zum Beispiel oder wenn ihre Tochter plötzlich angefangen hat, dass diese ihren Vater recht gab. Das hat sie zwar ab einen gewissen Punkt selbst erlebt, aber das noch einmal so zu lesen…
Andererseits fand ich es gut, dass sie diese Zeit noch einmal aufgearbeitet hat, was bestimmt wichtig für Daniela und auch ihre Mutter war. Dennoch, das so zu veröffentlichen erfordert Mut. Wenn in meiner Familie so etwas passiert wäre, ich weiß nicht, ob ich das hätte veröffentlichen können.
Fazit: Mich hat das Buch stark in seinen Bann gezogen. Die Autorin hat sich in ihr kindliches Ich zurückversetzt und dies gut aufgefasst und beschrieben. Es hat mich stellenweise beim Lesen so wütend gemacht, auf alle Figuren. Allen voran ihren Vater, der nicht grundlegend ein schlechter Mensch war, aber in vielen Aspekten so ein Arsch. Zum Ende hin wurde es immer unfassbarer, als es mit den Schmerzen bei der Mutter anfing und er das lapidar abtat. Unglaublich sowas. Auf Ela, die sich auf gewisse Weise von ihrem Vater einspannen ließ, aber das war nur in dem Moment des Lesens so, weil mir ja bewusst war, dass sie noch ein Kind war und sowieso die ganze Zeit zwischen den Stühlen stand. Aber auch auf ihre Mutter, die einfach nicht den Mut und die Entschlossenheit aufbringen konnte, sich von ihrem Mann zu trennen. Es wäre für alle Beteiligten am Ende besser gewesen, für sie und auch die Kinder, die dann nicht mehr den Streitereien ausgesetzt gewesen wären. Das Buch war eine Berg- und Talfahrt. Denn wenn es gut lief, dann konnte man darauf warten, bis wieder ein besonders hässlicher Kommentar des Vaters kam. Aufwühlend und ehrlich war das Buch. 5 Sterne.
- Lutz Seiler
Stern 111
(54)Aktuelle Rezension von: rkuehneAn Stern 111 habe ich ungewöhnlich lange gelesen – deutlich über ein Jahr. Das lag weniger am Buch selbst als daran, dass ich parallel viele andere Bücher gelesen habe und dieser Roman oft wochenlang auf dem Nachttisch liegen blieb. Trotzdem ist das vielleicht auch ein kleiner Hinweis darauf, wie ich das Buch erlebt habe: Ich habe es immer gern wieder zur Hand genommen, aber selten das Bedürfnis verspürt, unbedingt weiterzulesen.
Im Mittelpunkt steht Carl, dessen Eltern kurz nach dem Mauerfall aus der DDR in den Westen aufbrechen und ihn in Gera zurücklassen. Während sie versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen, zieht es ihn nach Berlin. Dort gerät er in die Hausbesetzer-, Künstler- und Kneipenszene der frühen 1990er-Jahre. Er möchte Dichter werden, verliebt sich, scheitert, sucht seinen Platz und treibt durch eine Welt voller Aufbruch, Freiheit und Improvisation.
Gerade die Schilderungen dieser Nachwendejahre haben mir gefallen. Lutz Seiler zeichnet ein lebendiges Bild einer Zeit, in der vieles möglich schien und gleichzeitig vieles in der Schwebe war. Dennoch blieb ich den Figuren gegenüber merkwürdig distanziert. Das Interesse war immer da, die Begeisterung nie ganz.
So ähnlich ging es mir schon mit Seilers Kruso. Ich verstehe gut, warum viele Leserinnen und Leser seine Bücher schätzen, und ich habe auch Stern 111 durchaus gerne gelesen. Aber die große Leidenschaft, die manche in seinen Romanen finden, hat sich bei mir nicht eingestellt.
- Eva Menasse
Dunkelblum
(98)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannBereits häufiger wurde der Frage nachgegangen, ob Literatur (oder Kunst allgemein) in der Lage sei, positiv auf Menschen, und damit auf die Gesellschaft insgesamt, einwirken, die Welt zumindest ein kleines Bisschen besser machen könne. Mit Büchern wie dieses von Eva Menasse stünden die Chancen jedenfalls nicht schlecht.
„Dunkelblum“ ist ein fiktiver Ort, eine Kleinstadt in Österreich unmittelbar an der Grenze zu Ungarn. Die Geschichte spielt kurz vor dem „Fall der Mauer“ 1989, erschöpft sich allerdings nicht in dieser Zeit, sondern greift zurück in die dunkle Geschichte der Nazi-Vergangenheit des Ortes und seiner Bewohner. Markiert dabei die Gegensätze zwischen denjenigen die „Mitmachen“ (oder nur „Zuschauen“) und denen die „aussortiert“ werden. Und danach unterscheidet der „Eiserne Vorhang“ in „Hüben“ und „Drüben“ – auch in den Köpfen der „Hiesigen“, wahlweise der „Unsrigen“. Konsequenterweise steht man auf der „richtigen Seite“ und qualifiziert die „von Drüben“, die „Drüberen“, die „Drüberisch“ sprechen, bereits wortwählerisch ab. Insofern wird die geographische Lage zu einem Brennglas menschlicher „Möglichkeitsräume“.
Dabei hätte man genug zu tun mit der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, bräuchte kein solches Ventil, wenn es denn nicht so schmerzhaft wäre, und im Umkehrschluss so einfach, sich eines Sündenbocks zu bedienen, der einem diese Last abnimmt. Oder ganz einfach sich seine Wahrheit zurechtbastelt, so wie hier beschrieben: „Dem Gedächtnis Einzelner ist nur in begrenztem Ausmaß zu trauen, die meisten erinnern sich lediglich an das, was ihnen selbst in den Kram passt, ihre eigene Rolle in ein besseres Licht rückt oder ihre Gefühle schont.“ Es funktioniert, solange es eben geht. Und in diesem Fall sind es gleich mehrere Ereignisse, die dafür sorgen, dass die Ereignisse aus der Vergangenheit (zum Beispiel die Hinrichtungen in den letzten Tagen des Nazi-Regimes) ans Licht drängen.
In diesem vielstimmigen Konzert der Stimmen, im Wechselspiel von Beharren und Aufklären, passieren außergewöhnliche Dinge, die diesem Roman zusätzlich eine gewisse Spannung verleihen. Es braucht allerdings einige Zeit, bis man diese Stimmen im Kopf sortiert bekommt. Zum Glück gibt es im Anhang ein „Figurenverzeichnis“ (mit Kurzbeschreibungen). Und für die Nicht-Österreicher ein „Glossar der Austriazismen“. So geholfen kann man sich ganz auf das Geschehen einlassen, Dinge hinterfragen und letztlich seine eigene Haltung überprüfen.
(15.8.2023)
- Christian Berkel
Der Apfelbaum
(183)Aktuelle Rezension von: MarwIn diesem Buch reist Christian Berkel, deutscher Schauspieler, weit in die Zeit zurück,ca 100Jahre und erzählt die Lebensgeschichten und Abschnitte seiner Familie.
Zusammen mit seiner dementkranken Mutter versucht er die Geschichte aufzuschreiben und zusammenzufügen.
Gerne lese ich Geschichten und Geschehnisse aus dem 2ten Weltkrieg, auch in diesem kleinen Epos wurde ich zeitweise in die Geschichte gesogen,wurde dann aber wieder rausgerissen,wenn ich zurück in die Gegenwart musste.
Auch die Wortwahl,war für meinen Lesefluß nicht optimal,aber das ist ja Gott sei dank ansichtssache.Viele Metaphern führten mich aufs Glatteis und ich musste den Absatz wiederholt lesen.
Vielleicht war nicht der richtige Zeitpunkt und manchmal passen Autor und Leser nicht zusammen,trotzdem gab es in diesem Buch Zeiträume, in denen ich mitgefiebert habe oder mich tief in Gedanken befunden habe.
Kein Buch für mal eben zwischendurch. - Rita Falk
Leberkäsjunkie
(329)Aktuelle Rezension von: RoRezepte"Es ist beinahe unglaublich. Ich hab einen neuen Fall! Und zwar ausgerechnet in Niederkaltenkirchen! Das schreit ja förmlich nach einer Leberkässemmel. Oder zwei. »Zwei Warme wie immer«, sag ich deswegen, gleich wie ich beim Simmerl eintreff. [...] »Und wieso zwei wie immer? Wenn ich mich richtig entsinne, dann sind es doch sonst jedes Mal drei, oder?«"
Mit Vorfreude habe ich mich auf den 7. Franz Eberhofer Band Leberkäsjunkie gestürzt und bleibe leider etwas unglücklich zurück. Autorin Rita Falk hätte aus diesem Band einfach mehr machen können, schade. Es beginnt damit, dass wir im Vorgängerroman schlussendlich erfahren haben, dass der Franz doch der Erzeuger von Susis Baby ist. Doch entgegen meiner Erwartung, hat Franz als frischgebackener Papa nur wenige verantwortungsvolle, väterliche Gedankengänge gezeigt - ob das im nächsten Band mehr wird? Stattdessen geht es vielerlei darum, dass er sich einfach nur ungesund ernährt und seine Symptome ignoriert. Klar mag sein Verhalten alles typisch Eberhofer sein, aber das ist einfach zu viel, zu langatmig und auch die Spürnase bleibt in diesem Fall zeitweise auf der Strecke. Der Brand im Hause Mooshammerin und die gefundene Leiche rutschen stets in Vergessenheit, obwohl sich Franz zu Beginn des Krimis noch sehr über einen Mord "daheim" und nicht in München freut.
Sehr positiv fand ich die Einarbeitung der Mooshammerin in diesem Band, welche wir nochmal von verschiedenen Seiten kennenlernen durften und uns oftmals zum Schmunzeln brachte. Auch das wachsende Theater über den Hotelbau, oder eben nicht Hotelbau, hat Unterhaltungswert geboten. Und wer hat nun den Streifenwagen demoliert?
"Wie zum Teufel soll man sich da auf einen Mord konzentrieren, von einem Privatleben mag ich gar nicht erst reden, wenn die werte Mitbürgerschaft langsam, aber sicher dem Wahnsinn verfällt. Also wie handeln? Alle miteinander einfach abknallen und es wird endlich wieder Ruhe einkehren? Ja."
Alles im Allen ist Leberkäsjunkie ein typischer Franz-Eberhofer-Krimi, der eingeschweißte Fans nicht umhaut. Auch den Mörder und entsprechenden Plot habe ich nicht vorher erahnt. Ein wenig mehr Spannung und Kriminalarbeit wünsche ich mir für den nächsten Band dennoch.
Die Rezepte aus "Leberkäsjunkie" findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/leberkaesjunkie-rita-falk/.
- Björn Kern
Wo die wilden Väter wohnen
(55)Aktuelle Rezension von: LubricularistIch konnte diese Buch leider nicht zu Ende lesen, weil ich es zu repititiv fand. Es bringt einen zum Nachdenken, aber ich hatte auch nicht viel Geduld mit dem Protagonisten. Es ist anfangs amysant, wird aber schnell alt.
- Beatrix Kramlovsky
Frau in den Wellen
(25)Aktuelle Rezension von: buecherundschokoladeFrau in den Wellen von Beatrix Kramlovsky ist ein Roman, dem ein richtiger Höhepunkt fehlt, ohne dass es mich als Leserin gestört hätte.
Tatsächlich fließt der Roman - manchmal plätschert er auch - wie ein Fluss auf verschiedenen Zeitebenen durch das Leben der Dr. Joni Lanka.
Von der Provinzkindheit mit Hippieeltern - die im Geld schwammen & ihre nach Joni Mitchell benannte Tochter oft zugunsten von (Drogen-)Ausflügen - bei der biederen & liebenswerten Tante „Federspiel“ zurückließen - über ihre Zeit als sehr junge Diplomatengattin in Ost-Berlin zur Zeit des Mauerfalls hin zur Jetztzeit, in der sie eine sehr erfolgreiche Wissenschaftlerin & Beraterin ist, erstreckt sich der Erzählbogen.
In gewisser Weise ist das Buch ein Emanzipationsroman, wobei dieser Aspekt trotz allem nur am Rande vorkommt. Mehr noch ist es eine literarische Erkundung der Frage, was Familie bedeutet. Joni ist in ihrer Zeit - & auch heute noch - eine eher untypische Mutter. Sie macht rasant Karriere & ist dafür in das Aufwachsen ihrer Kinder weniger involviert. Sie hat verschiedene Männer, an verschiedenen Orten (ihr Ex-Mann nennt diese scherzhaft „ihre Paladine“) & jettet um die Welt. Aber ihr Familienleben funktioniert, Liebe & gemeinsame Zeit sind da. Eigentlich wird das Patchwork-Arrangement nur von Außenstehenden und/oder der buckligen Verwandschaft negativ kommentiert.
Allgemein dringt in diesem Roman das Unheil von außen ein. So auch im Schlussteil, der das - nicht nur in Österreich - virulente Thema der Beleidigung & Bedrohung von Frauen im Internet thematisiert.
Insgesamt hat mich das Buch durch seinen ruhigen & klaren Erzählstil eingenommen. Nachdem wir die Autorin bei der Buch Wien live erleben durften & noch mehr über die Hinter- & Beweggründe des Buches erfahren konnten, gilt dies umso mehr. Der letzte Teil des Buches war maßgeblich durch die Geschehnisse um Sigi Maurer inspiriert.
- Anika Decker
Wir von der anderen Seite
(211)Aktuelle Rezension von: Holla_Die_WaldfeeDer Roman erzählt von Rahel, die nach einer schweren Blutvergiftung und einem Koma ins Leben zurückfinden muss.
Ich wusste lange nicht, wie ich dieses Buch einschätzen soll und ob es mir überhaupt gefällt. Der Einstieg war für mich verwirrend, was sich aber schnell legte und erklärte. Auch im weiteren Verlauf gibt es einige Passagen, bei denen ich kurz den Faden verloren habe. Trotzdem ist der Schreibstil angenehm und leicht zu lesen, sodass man der Geschichte insgesamt gut folgen kann.
Das Buch bietet viel Abwechslung: Es gibt humorvolle Momente, die mich zum Schmunzeln gebracht haben, aber auch traurige und berührende Szenen. Manche Abschnitte haben mir richtig gut gefallen, während andere mich eher genervt haben
.
Mit der Zeit hat mich die Geschichte dann doch gepackt. Das lag vermutlich vor allem daran, dass ich einiges aus Rahels Erlebnissen und Gedanken selbst mitgemacht habe, und somit sehr gut nachvollziehen konnte. Dadurch wirkte vieles sehr authentisch und emotional.
Insgesamt ist Wir von der anderen Seite ein solides Buch, das ernste Themen wie Krankheit, Genesung und den Blick auf das eigene Leben mit Humor verbindet. Es ist sicherlich nicht für jeden das richtige Buch und am Ende schlichtweg Geschmackssache. Mich konnte es trotz kleiner Zweifel zwischendurch dann doch überzeugen. - Angela Lehner
2001
(50)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Es ist das Jahr 2001 und im Tal ist alles wie immer. Die Berge sind schroff, die Touristen unersättlich, die Jugendlichen auf der Suche nach Alkohol und Abenteuern und die Eltern abwesend. Eine Zukunft hat hier keiner, am allerwenigsten Julia, die in der Hauptschule zum sogenannten Restmüll gehört, was ihr egal ist -, denn für sie zählt nur eins: Hip-Hop und der Zusammenhalt ihrer Crew. Bis ihr Geschichtslehrer eines Tages die ganze Klasse zwingt, an einem politischen Experiment teilzunehmen, und damit eine Lawine an folgenschweren Ereignissen lostritt.
Meinung: Ich kam gut in die Geschichte rein, da mich Lehners Schreibstils von Beginn an sehr unterhalten hat. Man lernt Julia und ihre Crew kennen, sowie ihren Bruder und Klassenkameraden. Der österreichische Schmäh und die Ansicht der Jugendlichen auf Touristen sind besonders gelungen und haben mich mehrere Male zum Schmunzeln gebracht. Leider konnte ich zu keinem der Charaktere einen Bezug aufbauen, was vermutlich von der Autorin beabsichtigt ist, aber für mich ist es etwas zu viel von dieser Hoffnungslosigkeit, die sich durch das ganze Buch zieht. Die Jugendlichen haben (zumindest der Großteil) keine Perspektive, keinen Antrieb, keinen Ansporn, der sie dazu bewegt, etwas aus ihrem Leben zu machen. Anfangs taten mir Julia & Co leid, mit der Zeit machte sich Fassungslosigkeit breit. Auf die Rolle der Eltern gehe ich hier nicht näher ein (eventuell Spoilergefahr). Gegen Ende bekommt man Brocken vorgeworfen, die auf eine Veränderung, auf eine Lösung hindeuten, doch ich wurde schließlich enttäuscht. Viele Fragen sind offen geblieben. Vermutlich will die Autorin die Leserschaft dazu animieren, sich alternative Möglichkeiten der weiteren Entwicklung auszudenken, doch mich konnte der Schluss nicht überzeugen. Im Gegenteil. Ich hatte gehofft, dass gewisse angeschnittene Themen noch aufgelöst werden. Ich kann das Buch weder empfehlen noch davon abraten. Man muss sich auf die Message einlassen, um sich eine Meinung bilden zu können.
Aufgrund des tollen Schreibstils und der interessanten Grundidee vergebe ich 3 von 5 Sternen.
- Helga Bürster
Luzies Erbe
(70)Aktuelle Rezension von: Jayjay94Das Cover ist Recht ansprechend und auch der Klappentext ist spannend geschrieben.
In dem Buch geht es um Luzie Krusenbusch, die stirbt. Ihre ganze Familie kommt zusammen, um die Beerdigung vorzubereiten. Johannes, die Enkelin, öffnet Luzies "heiligen Koffer" und geht der Geschichte ihrer Großmutter auf den Grund. Was ist damals im Zweiten Weltkrieg geschehen?
Ich muss ehrlich sagen, dass ich etwas enttäuscht bin. Der Klappentext verspricht so viel und leider habe ich da mehr erwartet.
Erst zum Mittelteil wird es wirklich spannend.
Am Anfang fiel es mir auch schwer in die Geschichte hineinzufinden. Mit den Personen bin ich auch durcheinander gekommen. Meiner Meinung nach würden die Protagonisten nicht wirklich vorgestellt.
Auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart war schwierig. Beim Lesen muss man selber überlegen, welche Zeit jetzt gemeint ist. Die überschriebenen Kapitel nützen da wenig. Vielleicht hätte man da das Jahr vermerken können.
Die Geschichte hat mir zum Schluss hin dann besser gefallen. Der Krieg spielt eine große Rolle. Interessant finde ich es auch, dass die Autorin aus dem echten Leben erzählt. Es ist vieles wirklich so passiert!
Mit den Protagonisten bin ich nicht wirklich warm geworden. Da wurde nicht viel auf die Charaktere eingegangen, bis auf Luzie's Leben.
Die Geschichte hat mir wie gesagt aber der Mitte dann besser gefallen. Einige Sätze sind tiefgründig und es werden wichtige Themen aufgegriffen.
Trotzdem war es nicht ganz so dass, was ich erwartet hatte.
Daher leider nur 3 von 5 Sterne.
- Bastian Sick
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 3
(18)Aktuelle Rezension von: sabistebDieser Teil reicht auch nicht so wirklich an Teil 1 ran, weil auch diesmal viele wirklich spezialisierte Dinge dabei sind, die mir als Süddeutsche teilweise nicht nachvollziebar sind, die aber immer noch sehr unterhaltsam vorgetragen werden. Mittlerweile kennt man aber Herr Sicks Freundeskreis und freut sich immer wieder über Neuigkeiten von ihnen zu hören. Währen Der Autor in Teil 2 noch nicht mit seiner französischen Freundin zusammen war, scheint er in Teil 3 bereits mit ihr zusammen zu wohnen. Meine Lieblingsepisode ist die letzte mit dem Buchhändler, der alle Höflichkeitsfloskeln seiner Kunden wörtlich nimmt, einfach wunderbar. - Dany R. Wood
Nur Gisela sang schöner
(77)Aktuelle Rezension von: suntweetyJupp ist im beschaulichen Ort Hirschweiler der dortige Polizist. Er hat innerlich den Wunsch mal etwas Aufregenderes in seinem Beruf zu erleben und stolpert prompt mit seiner Ehefrau Inge über eine Leiche. Seine Nachbarin Beate wird tot in der Badewanne vorgefunden. Zunächst geht man von einem tragischen Unfall aus, aber bald kommt dies Jupp doch spanisch vor. Insgeheim beginnt er mit seiner Frau Inge und Schwiegermutter Käthe zu ermitteln und findet dort sehr viel Ungereimtheiten in Hirschweiler heraus.
Dies ist der 3. Band um Familie Backes. Ich liebe diese Reihe. Sie ist kurzweilig, hat immer einen spannenden Mord im Petto und einige lustige und urkomische Sprüche zu Situationen.
Dieses mal habe ich dies als Hörbuch genossen. An den Erzähler musste ich mich erstmal gewöhnen. Aber so nach und nach kam ich mit ihm als Sprecher zurecht und finde am Ende, das er eine gute Wahl ist.
Die Geschichte war wieder bis zum Ende hin gut ausgedacht. Es gab mehrere Handlungsstränge und Verdächtige. Zu den Hauptstrang kamen somit doch noch einige Nebenschauplätze hinzu, die den Leser nur noch mehr gefesselt haben.
Ich fiebere auf neue Werke des Autors hin.
- Lisa Eckhart
Omama
(96)Aktuelle Rezension von: Trishen77„Es bleibt dem Leser überlassen, ob er diese Biographie als Hommage oder als Rufmord betrachtet.“
Über Humor lässt sich nicht streiten, sagt man bekanntlich. Das dergleichen schlicht (und weniger ergreifend) nicht wahr ist, beweist (u.a.) der Fall Lisa Eckhart. Denn um ihren Humor hat sich ein ganzer Streitfall zugetragen. Und selbst wenn man ihre Stand-Up-Auftritte und die damit verbundenen Kontroversen mal kurz hintenanstellt: ihr Debütroman „Omama“ liefert genug Stoff für weitere Kontroversen und, vor allem, weitere Fallbeispiele streitbaren Humors. Darüber haben viele Leute viel Kluges (und weniger Kluges) geschrieben. Das steht auf einem anderen Blatt (Blättern, Websiten, etc.)
Verlassen wir (für die Dauer dieser Rezension) das Politische, betreten wir das Literarische. Ich bin der Überzeugung, dass jedes Werk ganz unabhängig von der Person, die es geschrieben hat, betrachtet werden kann; diese Überzeugung stellt im Fall dieses Buches zunächst kein Problem dar, wenn es um die Person Lisa Eckhart (und ihre Ansichten) geht. Wenn man allerdings die Kunstfigur Lisa Eckhart hinzuzieht, puh, dann wird es schwierig.
Denn wer diese Kunstfigur einmal erlebt hat, auf der Bühne, per Youtube, wie auch immer, der wird deren Stimme, deren Gehabe kaum ausblenden können, während er dieses Buch liest. Fans dieser Figur werden damit möglicherweise nicht einmal Probleme haben – wer aber (ganz abgesehen vom Humor der Bühnenauftritte, den ich, wie gesagt, hier nicht thematisieren will, ohne zu sagen, dass er nicht thematisiert gehört) Schwierigkeiten mit dem Stil, dem Habitus dieser Figur hat, dem wird es womöglich nicht möglich sein, es ohne Zähneknirschen zu lesen.
Denn was bei einer Bühnenfigur vielleicht noch charmant ist – dass sie sich selbst gern reden hört, dass sie sich in ihre Extravaganzen verstrickt, dass sie kalauert und Gefallen daran findet über die Stränge zu schlagen, unzuverlässig zu sein, selbstverliebt ironisch, etc. – wirkt bei einer Erzählerin in einem Roman mitunter einfach nur konfus, ja, geht sogar so weit, dass man als Leser das Gefühl hat, die Autorin habe ihn aus den Augen verloren, während sie Worte hinklatscht und Sätze Loopings schlagen lässt. Es geht mir nicht darum, Lisa Eckhart eins auszuwischen, aber es muss gesagt werden: die Umsattlung von Kabarett auf Literatur ist in meinen Augen nicht geglückt, eher halbgar geraten.
Das zeigt sich auch in der Art und Weise, wie das Buch aufgebaut ist. Da wird die Geschichte einer Oma erzählt, auf eine Art, die wohl biographische Ernsthaftigkeit persiflieren soll. Tatsächlich erscheinen aber eher die essayistischen Passagen, die Eckhart immer wieder großzügig einwebt, wie Persiflagen, wie Satiren auf die geistreiche Abschweifung im Roman. Durchaus ein würdiges Objekt für eine Satire, doch ich wurde das Gefühl nicht los, dass Eckhart sich darin mitunter schon ganz geistreich vorkommt, gern als Küchenphilosophin auftritt, wenn auch eingehüllt in ein gutgeschnittenes Ironie-Kostüm.
Die Passagen der Erzählung von der Großmutter und diese Abschweifungen (die in Teilen manchmal sogar etwas Erhellendes haben, diesen Glanz aber fast immer durch Übersteigerung und Veralberung auf halben Weg verlieren) wechseln sich ständig ab, eine Verfahrensweise, die die Konsistenz des Buches auf Dauer zersetzt und einen roten Faden gar nicht aufkommen lässt. Ein irritierendes Chaos ist die Folge, dass das Lesen mitunter ziemlich anstrengend macht.
Jetzt könnte man zweierlei einwenden: Zum einen, dass dieses Chaos nun mal das Konzept des Buches ist und zum anderen, dass Eckhart halt sowohl eine Geschichte erzählen, als auch ihre Fangemeinde bedienen wollte. Das mag beides sein und gelten. In meinen Augen ist aber zum einen Chaos nur dann ein gutes literarisches Konzept, wenn es nicht nur irritiert, sondern innerhalb dieser Irritation auch ein Mehrwert entsteht, sich etwas offenbart. Zum anderen finde ich, dass das was auf einer Bühne in einem Comedy-Programm gemacht wird, nicht als Literatur funktionieren kann (wie viele Bühnenautor*innen hätten sonst schon längst ihre Programme in Sammelbänden rausgebracht). Es gibt vielleicht Ausnahmen, wie etwa Volker Pispers Radio-Kolumnen (aber die haben in gewissem Sinne schon ein literarisches Format), aber Acting/Performing und Telling sind nun mal zwei unterschiedliche Vermittlungsformen. Gerade Eckharts exentrischer Stil, der auf der Bühne erlesen wirkt, verliert auf Papier an Wucht und ist teilweise enervierend.
Statt dasselbe Publikum zu bedienen, nur diesmal mit einem Buch, hätte Lisa Eckhart in der Literatur etwas leicht (oder auch ganz) anderes machen können, viele Möglichkeiten standen ihr offen. Sie hätte die Idee der persiflierten Abschweifung ausbauen und ernster nehmen, einen neuen Tristram Shandy schreiben können. Sie hätte ein flottes Buch über ihre Oma schreiben können, in dem sie Ernst und Witz aneinanderlegt und nicht permanent auseinandertreibt.
Geworden ist es ein Hybrid aus biographischer Persiflage und Kabarettreden, der der Komik auch dann den Vorzug vor der Signifikanz gibt, wenn es komplett unnötig ist. Auf der Bühne ist das komisch, im Buch kann es auch funktionieren, aber es braucht dazu zumindest ein bisschen echtes Fleisch um all die klappernd-komischen Knochen. Das liefert Lisa Eckhart nicht und so bleibt „Omama“ eines unter vielen Unterhaltungsbüchern, das durch nichts besonders hervorsticht, außer durch den Namen auf dem Titelblatt.
(Ja, ich weiß, Kritiker*innen, die sich andere Bücher wünschen, als sie bekamen, sollten sich an die eigene Nase fassen: vielleicht sind sie viel eher vor dem Buch gescheitert als das Buch vor ihnen? Ich habe meine Argumente und sie reichen mir; wem sie nicht einleuchten, den kann ich nicht daran hindern, sie zu übersehen.) - Juliane Käppler
Die Schwangerschaft des Max Leif
(45)Aktuelle Rezension von: SanTimeMax Leif ist irgendwie viel "schwangerer" als seine Freundin Maja.
Als Max realisiert, welche vermeintlichen Gefahren das ungeborene Baby bedrohen und was alles ein Risiko für seine Freundin darstellt, beginnt er die Fürsorge und Verantwortung für beide zu übernehmen. Dabei übertreibt er es so maßlos, dass man ständig schmunzeln und lachen muss. Maja hingegen findet das alles gar nicht lustig...
Ein äußerst witziges Buch mit Lachgarantie! - Felix Anschütz
"Entschuldigung, sind Sie die "Entschuldigung, sind Sie die Wurst?": Die Witzigsten, originellsten und absurdesten Gespräche aufgeschnappt auf Deutschlands Straßen
(149)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderWenn man in der Bahn, im Bus, im Cafe oder einfach auf offener Straße die Menschen beobachtet und vor allem ihren Gesprächen lauscht, dann kann man kurioses erleben. In diesem Buch sind großartige und völlig durchgeknallt Dialoge wiedergegeben. Missglückte Durchsagen, Aussaugen zu Sex und Liebe, Kinder und Familien und vieles mehr. Es macht einfach großen Spaß!
- Miku Sophie Kühmel
Kintsugi
(79)Aktuelle Rezension von: jtk_0701S.80 „Ich würde gern wissen, woran er denkt. Egal, wie lange man zusammen ist, man lernt nie, die Gedanken des anderen zu lesen.“
Ich als Leserin hatte das Vergnügen all die Gedanken der 4 Personen in „Kintsugi“ zu lesen. Und ja, wahrscheinlich kennen wir nie all die Gedanken unseres Gegenübers, ganz egal wie lange wir zusammen sind. Nachdem ich diesen tollen Roman gelesen habe, bestätigt sich mir mal wieder, dass die Hülle des Menschen nur ein kleiner Einblick in das Ganze ist. Was nach außen vollkommen und neu erscheint, kann im Inneren nur eine fein repariertes Teegeschirr sein und kurz vor dem Zerbrechen. Ein wirklich zart erzählte Geschichte, über das Paar Max und Reik, dass ihr 20-jähriges Jubiläum in ihrem Wochenendhaus am See feiern möchten. Keine große Feier, nur mit dem ältesten Freund Tonio und dessen Tochter Pega. Dabei passiert erst mal nicht viel, aber diese besondere Art der Erzählung macht es doch ereignisreich. Abwechselnd darf ich in die Gedanken der 4 Personen tauchen, hier und da mit der Figur abschweifen, das Boot in dem ich sitze verlassen und Wünsche und Sehnsüchte spüren, erinnern an gemeinsame Vergangenheiten, bewundern wie 3 so junge Männer eine so tolle junge Frau großgezogen haben und erkennen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Und zwischendurch, als kleine Gedankenpause, darf ich die Augenblicke im Haus und am See szenenartig beobachten. Und so fügt sich ganz langsam eine ganze Geschichte zusammen. Wirklich ein tolles Lesevergnügen. Ich freu mich, dass ich noch ein Buch der Autorin hier liegen habe.
- Jenny Bünnig
Worüber wir nicht reden
(20)Aktuelle Rezension von: DieBertaWorüber wir nicht reden von Jenny Bünnig
- Taschenbuch: 320 Seiten
- Verlag: Langen-Müller; Auflage: 1 (22. Dezember 2016)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3784434169
- ISBN-13: 978-3784434162
- Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 2,7 x 21,6 cm
Klappentext
Vier Tage mit der Familie. Als Daniel mit seinen Kindern ankommt und vor dem Haus seiner Eltern parkt, kann er zunächst nicht aussteigen. Zu viel beschäftigt ihn. Seine Frau, die nicht anruft. Seine Schwester Patrizia, die er lange nicht gesehen hat. Seine schwer kranke Mutter und sein starrsinniger Vater.
Zeitgleich im Haus betrachtet sich Patrizia im Badezimmerspiegel. Warum ist das Gefühl so stark, eine Versagerin zu sein? Jahrelang hat sie alles richtig gemacht. Dachte sie. Erfolgreiches Studium, Karriere an der Universität. Und plötzlich steht sie ohne Job da. Was macht man, wenn das, wofür man hart gearbeitet hat, plötzlich nichts mehr wert ist? Man fährt nach Hause zu seinen Eltern.
Daniel und Patrizia müssen an diesem Wochenende verschiedene Rollen einnehmen. Sie sind Bruder, Sohn, Vater bzw. Schwester, Tochter, Tante – meist alles gleichzeitig.
Ein wundervoller berührender Roman, der die Facetten des Familienlebens beleuchtet und in dem wir uns alle irgendwie wieder finden.Die 320 Seiten des Buches teilen sich auf vier unterschiedlich lange Kapitel mit den Überschriften Donnerstag, Freitag, Samstag , Sonntag auf. Der Leser begleitet die Familie durch en turbulentes Wochenende. Die Geschwister Patrizia und Daniel und Daniels Kinder verbringen ein Wochenende im Elternhaus. Jeder hat seine eigenen Probleme, über Vergangenes und die Zukunft wird erst mal nicht gesprochen. Der Weg zu mehr Gemeinsamkeit ist sehr humorvoll geschrieben, so dass man das Buch auch gut in vier Tagen lesen kann.
- Frank Goosen
Weil Samstag ist
(52)Aktuelle Rezension von: Trishen77"Ein Fußballspiel zu besuchen, an dem die eigene Mannschaft nicht teilnimmt, ist ein bisschen wie Ehebruch. Na gut, der Vergleich hinkt. Beim Ehebruch soll ja bisweilen eine Menge Leidenschaft mit im Spiel sein, was man beim fußballerischen Fremdgehen oft nicht behaupten kann."
Frank Goosen, die kabarettistische Stimme des Ruhrpotts und der Mittvierziger, er hat immer wieder bewiesen, dass er auch ein hervorragender Schriftsteller ist, vor allem mit den Romanen Liegen lernen und So viel Zeit , die mir beide in ihrer Konzeption, vor allem aber in ihrer Authentizität, gut gefallen haben. Auch "Weil Samstag ist" hat mich positiv überrascht.
Das beste Buch über Fußball wurde schon geschrieben: Fever Pitch von Nick Hornby, und es nicht Frank Goosens Schuld, dass wahrscheinlich nie ein Buch an dieses heranreichen wird, also sollte man auch aufhören alle Neuerscheinungen ins Sachen Fußballliteratur mit Hornbys Werk zu vergleichen (Memo an mich selbst!). Aber wenn es um Deutschland geht, dann hält man mit "Weil Samstag ist" wahrscheinlich das beste Buch in Sachen Fußball in der Hand, das besteingefangene Portrait dieses Sports, seiner Anhänger, seiner Emotionen und seiner Höhenflüge und seiner Abgründe - wobei es ja eigentlich wahre Abgründe für Fußballfans nicht gibt; das ist dann einfach das Leben insgesamt, das irgendwie schiefläuft ;=)
Das Buch ist eingeteilt in 6 Kapitel. Zwei der Kapitel sind Blogs, also praktisch Tagebücher, der WM 2006 und der EM 2008. Die anderen 4 Kapitel enthalten dagegen Fußballgeschichten aus der Historie, Goosens Jugend (so vollzieht er sämtliche WMs und großen Turniere anhand seiner Biographie nach - nach dem Motto: Wo war ich als...), von eigenen Kindern und natürlich viel und hauptsächlich aus dem Stadion des Vfl Bochum. Jedoch: Wer Fussball mit Haut und Haaren, Bier und Schweiß erlebt hat, muss kein Anhänger dieses Vereins sein, um das Buch gerne und mit Lachen und Freude zu lesen.
Denn allem voran, ist dieses Buch ein ehrliches Buch, schnörkellos und gekonnt, pointiert und doch stets greifbar. Goosen mag sich der humoresken Übertreibung bedienen, hier und da, aber zum Thema Fußball passt diese, manchmal schlichte, manchmal geniale, Stimmungsmache ganz gut. Und letztlich ist dies Buch, dieser Querschnitt durch den Fußball, etwas, dass mehr zum Nachempfinden ist, als zum kennenlernen. Unter diesem Gesichtspunkt: Fußballfans Deutschlands - vereinigt euch. Euer Manifest steht auf 160 Seiten! - Oliver Kern
Eiskalter Hund
(43)Aktuelle Rezension von: Melanie_LudwigInhalt
Fellinger ist ein kerniger Typ: Grantelig und geradeaus. So, wie die Leute eben sind. Dort, wo er lebt. In einer Kleinstadt im Bayerischen Wald. Fellinger wollte immer Polizist werden. Hat nicht geklappt. Sein Knie. Und überhaupt. Jetzt ist er Lebensmittelkontrolleur. Eines Tages beschwert sich ein anonymer Anrufer über das chinesische Restaurant im Bezirk. Vor Ort stellt Fellinger fest, dass die schwarze Soße eklig, aber unbedenklich ist. Ganz anders sieht es da im Kühlhaus aus. Dort hängt ein toter Hund am Haken. Heikel wird die Sache, als sich herausstellt, dass die Halterin verschwunden ist. Fellinger fängt an zu ermitteln … und hört nicht mehr auf!
Fazit
Leider konnte das Buch mich nicht überzeugen. Fellinger ist ein möchtegern Ermittler der sich immer wieder in Gefahr begibt. Es war OK doch leider nicht mehr
- Emma Braslavsky
Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik
(13)Aktuelle Rezension von: Mrs. DallowayDie Autorin:
Emma Braslavsky wurde 1971 in Erfurt geboren und ist heute Autorin und Kuratorin. Ein weiterer Roman von ihr ist "Aus dem Sinn". Sie lebt mit Mann und Tochter in Berlin.
Das Buch:
Sieben Geschwister von zum Teil unterschiedlichen Vätern beerdigen ihre Mutter und stellen Vermutungen über ihre eigene Familiengeschichte an.
Einer der Brüder ist selbst schon tot und kommt dennoch zu Wort.
"Ein großes Generationenporträt des 20. Jahrhunderts, angesiedelt an der Schnittstelle von Ost und West, an der Grenze von Leben und Tod", so der Klappentext.
Die Kapitel sind alle sehr kurz und in jedem kommt ein anderes der mittlerweile erwachsenen Kinder zu Wort.
Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan von kurzen Kapiteln, so kann ich auch zwischendurch mal oder beim Bus- und Bahnfahren ein Stückchen lesen ohne abrupt unterbrechen zu müssen.
Genau deswegen gefiel mir der Aufbau auch so gut. Klar, am Anfang fiel es mir noch etwas schwer, die Geschwister alle auseinander zu halten (7 sind wirklich nicht wenig). Da wäre vielleicht eine Auflistung am Anfang des Buches sinnvoll, um zu wissen, wer ist der Älteste, der Jüngste, wer hat den gleichen Vater, etc?
Irgendwann, noch bevor ich die Hälfte gelesen hatte, wurde es immer schwieriger für mich, am Ball zu bleiben.
Es dreht sich halt alles darum, dass die Kinder am Sarg de Mutter stehen, sich unterhalten und sich zurück erinnern. Ein kleines Highlight ist da vielleicht noch der Bestatter, ein angeblicher Kapo.
Ansonsten wird es aber ziemlich schnell ziemlich langweilig. Ich habe das Buch auch noch abgebrochen, bevor ich die Hälfte der Seiten erreicht hatte.
Ich finde, es ist auch einfach zu lang. Etwa die Hälfte der Seiten hätte auch gelangt, denn so viel Spannendes zu sagen haben die Charaktere wirklich nicht.
Fazit:
Ein interessanter Ansatz, der meiner Meinung nach aber leider völlig unsinnig in die Länge gezogen wird. Nur etwas für Leser mit Ausdauer!
- Torsten Sträter
Der David ist dem Goliath sein Tod - Taschenbuchausgabe
(55)Aktuelle Rezension von: StolliDer David ist dem Goliath sein Tod von Torsten Sträter ist das vierte Buch nach Selbstbeherrschung abzugeben , Du kannst alles lassen, Du musst es nur wollen und Sträters Gutenachtgeschichten von diesem Autor, bisher nur von seinen Shows im Fernsehen bekannt, den Inhalt lasse ich wie üblich weg, ist in der Rezension von Lovely Books enthalten, mein Fazit:
Gleich zu Anfang habe ich gedacht, wie in seinen Shows würde das noch besser rüber kommen aber ist vielleicht auch etwas unfair.
Die meisten Geschichten sind wirklich lustig, es fällt schwer das Buch aus der Hand zu legen, nur wenige sind etwas arg lang und ziehen sich dadurch und kosten einen Stern
Der Lokalkolorit macht es nur noch besser, "Sauba, Kumpel!".
- Ulrike Barow
Tatort Emsland
(3)Aktuelle Rezension von: HoldenEs wäre wirklich Zeit für einen "Tatort Emsland" im Ersten, vielleicht mit Günther dem Treckerfahrer und Opa Anton als Ermittler? Diese dünne Stories, abgesehen von der ersten Geschichte von Jan Schröter und der Geschichte von Klaus-Peter Wolf, braucht keiner, da ist das Tollste jedes Mal, daß sich alles an bekannten Orten im Emsland abspielt. Und warum Gummistiefel und Schüppe auf dem Cover? Nur Klischees!























