Bücher mit dem Tag "dichter"
66 Bücher
- Walter Moers
Die Stadt der Träumenden Bücher
(3.495)Aktuelle Rezension von: claudiaZDies war mein erster Ausflug in das Universum von Zamonien und ich kann dem Autor eine überwältigendes Ausmaß an Fantasie bescheinigen. Schön fand ich auch die Illustrationen, die in meiner Taschenbuchausgabe in schwarz-weiß enthalten sind. Zu Beginn hatte ich etwas gebraucht, um in die Geschichte hinein zu finden. Doch dann hatte es mich auch gepackt. Ich hätte nicht gedacht, was man mit Büchern alles anstellen kann. Neben dem Schreiben, Lesen, Sammeln, Verkaufen spielen auch seltenere Behandlungsformen eine Rolle, z.B. die Jagd nach Büchern oder sogar das Verspeisen von Büchern.
- Kerstin Gier
Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
(1.307)Aktuelle Rezension von: Bookish_ThoughtsKerstin Gier war für mich früher einfach Magie pur ✨
Ich habe ihre Silber-Reihe und die Edelstein-Trilogie geliebt, sie waren ein riesiger Teil meiner Lesejugend. Ihr Schreibstil, die Fantasiewelten, der Humor… all das hat mich damals total verzaubert. Ich habe besonders Silber so oft gelesen, sie war meine Wohlfühl-Buchreihe. Ich würde sogar soweit gehen und sagen ihre Bücher waren mein Einstieg in die Fantasywelt der Bücher.
Als ich Vergissmeinnicht angefangen habe, kam dieses nostalgische Gefühl direkt wieder hoch. Es war, als würde ich kurz in meine alte Lesezeit zurückkehren mit einem warmen Lächeln.
Ich muss aber ehrlich sagen: Vielleicht bin ich einfach ein bisschen rausgewachsen aus dem Stil. Trotzdem war es schön, wieder in diese verspielte, verträumte Fantasy-Welt einzutauchen, die Kerstin Gier erschaffen hat.
Die Beziehung zwischen Matilda und Quinn fand ich richtig süß! Langsam, charmant und mit dieser typischen Kerstin-Gier-Leichtigkeit.
Auch wenn mich das Buch nicht ganz so gefesselt hat wie Silber, hat es mir ein Stück meines alten Lesezaubers zurückgegeben und allein dafür mochte ich es sehr. 💜
- Walter Moers
Das Labyrinth der Träumenden Bücher
(1.060)Aktuelle Rezension von: JenadoIch habe das Buch mittlerweile mehrfach gelesen und finde es immer wieder spannend in diese skurrile Welt einzutauchen. Der Ideenreichtum von Moers ist spitze und die Welt fühlt sich stimmig an und es wird gefühlt nie langweilig.
Die Illustrationen sind so liebevoll und helfen noch mehr in die Geschichte zu finden. Ich würde das Buch immer wieder wärmstens empfehlen 🧡 - Marc-Uwe Kling
Die Känguru-Chroniken
(1.253)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Eines Tages steht ein sprechendes Känguru bei dem Ich-Erzählers vor der Tür. Das Känguru zieht bei ihm ein und bringt Abwechslung, Schwung und Freude in sein Leben. Es ist der Beginn einer wunderbaren und außergewöhnlichen Freundschaft zwischen den beiden. Das Känguru fällt dem Ich-Erzähler aber auch des Öfteren ordentlich auf die Nerven. Es ist nämlich ziemlich frech und beratungsresistent. Außerdem eckt es manchmal mit seinen Ansichten zu gesellschaftlichen und politischen Themen an von denen es andere vehement zu überzeugen versucht…
„Was?“ ruft das Känguru. „Natürlich sind wir ein Paar, Mann! Wie Dick und Doof oder wie wie wie Stan & Olli oder oder oder…“ (S. 216)
Meine Meinung:
Die Grundidee ist originell und außergewöhnlich und wenn man sich darauf einlässt bekommt man eine erheiternde und kurzweilige Geschichte zu lesen.
Es gibt keine Handlungshöhepunkte auf die die Geschehnisse zusteuern und daher auch keinen klaren roten Faden der sich durch die Geschichte zieht. Es handelt eher um eine Aneinanderreihung von lustigen und skurrilen Begebenheiten, die der Ich-Erzähler zusammen mit dem Känguru erlebt. In jedem der kurzen Kapitel (jeweils max. 5 Seiten) wird ein lustiger Auszug aus einer Unterhaltung oder ein denkwürdiges Erlebnis erzählt. Diese anekdotenhafte Erzählweise sorgt für eine hohe Dichte an lustigen Momenten. Außerdem wird dadurch verhindert, dass das Buch Längen hat.
Der Nachteil dieser Erzählweise ist allerdings, dass man manchmal das Gefühl hat, dass die Geschichte ein wenig „dahinplätschert“. Außerdem lernt man das Känguru und den Ich-Erzähler nur relativ oberflächlich kennen, weil der Schwerpunkt auf spritzigen Dialogen und lustigen Wortgefechten liegt.
Das Känguru gibt einige wirklich lustige Bemerkungen von sich und stellt auch lustige Dinge an. Die Diskussionen zwischen dem Känguru und dem Ich-Erzähler sind stellenweise ziemlich erheiternd und haben mich für die Geschichte eingenommen. Hier ein paar Beispiele:
„Das Tolle am Internet ist, dass endlich jeder der ganzen Welt seine Meinung mitteilen kann. Das Furchtbare ist, dass auch jeder es tut.“ (S. 103)
„Pah“, sagt das Känguru. „Und mein Papa hat immer gesagt: Es ist besser, ein schlechter Gewinner zu sein, als ein guter Verlierer.“ (S. 27)
„Reden, Hören oder Sehen. Auf was würdest du verzichten?“ – „Das ist einfach“, sage ich. „Aufs Hören. […] Dann müsste ich dein Geschwätz nicht mehr ertragen.“ – „Ach ja?“ sagt das Känguru. „Und ich würde liebend gerne aufs Sehen verzichten, um deine Hackfresse nicht mehr ertragen zu müssen.“ – „Ich finde, du solltest lieber aufs Reden verzichten“, sage ich. „Dann müsste ich nicht aufs Hören verzichten.“ (S. 24)
Warum vergebe ich trotzdem bloß 3 Bewertungssterne?
Das liegt daran, dass mir die Geschichte in einigen Punkten etwas zu skurril, befremdlich und vulgär ist. Hier hat der Humor nicht meinen Geschmack getroffen. Dazu folgende Beispiele:
Das Känguru pöbelt einen sich vollkommen friedlich verhaltenden Fußballfan an, weil dieser anlässlich eines Spiels der deutschen Fußballnationalmannschaft in Deutschlandfarben gekleidet ist. Das Känguru sagt, dass ein solcher Patriotismus ein Zeichen von Idiotie sei, es von da aus nicht weit bis zum Nationalismus sei und dadurch Rassismus entstehe. Als der Fußballfan deswegen verständlicherweise beleidigt ist und verbal Kontra gibt schlägt das Känguru ihn einfach k.o. und das fand ich wirklich abstoßend und verachtenswert. Leider ist es auch nicht der einzige Fall in dem das Känguru gewalttätig wird. Es schlägt auch noch einen Mann bloß deshalb bewusstlos, weil dieser für die GEZ-Gebühr zuständig ist. Zudem gibt es einem Vorfall im Park. Das Känguru tritt einen Hund, der ihm zu laut bellt, sodass dieser in hohem Bogen über die Weise fliegt. Das alles fand ich nicht lustig.
Auch sonst verhält sich das Känguru schrecklich unhöflich und respektlos gegenüber Mitmenschen, die ihm überhaupt nichts getan haben. So fängt das Känguru z.B. absichtlich einen Streit mit einem McDonald’s-Mitarbeiter an indem es von diesem einen Whopper fordert, obwohl es genau weiß, dass es den nur bei Burger King gibt. Obwohl der Mitarbeiter höflich erklärt, dass das nicht geht und dem Känguru eine Alternative anbietet setzt es dem Mitarbeiter weiter zu und genießt das sichtlich.
Außerdem hat es mir gar nicht gefallen, dass das Känguru sich abfällig über die Demokratie äußert und sagt, dass es die deutsche Justiz nicht anerkennt. Hinzu kommt noch, dass das Känguru ein Anhänger von Verschwörungstheorien ist.
Hier noch einige weitere Beispiele für Humor, der nicht meinen Geschmack getroffen hat, weil er mir zu plump bzw. vulgär war:
„Der Titel ist ja total wichtig. Damit steht und fällt der Erfolg eines jeden Buches. Es muss was sein, wo die Leute sofort denken: Interessiert mich! Will ich! Kauf ich!“ Das Känguru nickt. […] „Wie wär’s mit ‚H*TLER, T*RROR, F*CK*N‘?“ (S. 199)
„Kennt ihr das Bild von Brittney Spears ohne Slip, wo man ihre M*sch* sieht? Dass sollten die lieber hier aufhängen.“ (S. 202)
Die genannten Beispiele haben das Lesevergnügen leider ziemlich geschmälert.
Fazit:
Es handelt sich um ein erheiterndes Buch, das man in kürzester Zeit ausgelesen hat und das einem mit einem positiven Gefühl zurücklässt. Manche der vorlauten Bemerkungen und frechen Aktionen des Kängurus sind richtig lustig. Es gibt jedoch leider auch so einige Stellen an denen die Geschichte meinen Humor nicht getroffen hat. Humor ist nun mal Geschmackssache! Ich bereue es dennoch insgesamt nicht, dass ich das Buch gelesen habe, aber noch einmal würde ich es nicht lesen.
Zum Schluss noch ein interessantes Zitat aus dem Buch, das erklärt wie das Känguru einst zu seinem Namen gekommen ist:
„Ich hab gehört, […] dass James Cook, der 1770 als erster Europäer ein Känguru zu Gesicht bekam, einen Aborigine gefragt haben soll ‚Was ist das für ein Tier?‘ – auf Englisch natürlich –, und der Aborigine antwortete ‚Känguru‘, weil er Cook nicht verstand und ‚Känguru‘ in seiner Sprache nun einmal ‚Ich verstehe such nicht‘ bedeutet.“ (S. 255/256)
- Walter Moers
Der Bücherdrache
(250)Aktuelle Rezension von: HaerzlechDie Legende besagt, der Drache mit den vielen Namen bestehe aus Büchern, habe auf jede Frage eine Antwort und sei vom Orm durchströmt. Infolge einer Mutprobe macht sich Hildegunst Zwei als junger Buchling auf den Weg in den Ormsumpf, um den sagenumwobenen Drachen zu finden und ihm eine ganz bestimmte Frage zu stellen...
Ich glaube, Walter Moers' Fantasiewelt liebt man entweder, oder man versteht sie nicht. Ich gehöre wohl zu letzteren. Nach den 13 1/2 Leben und der Stadt der träumenden Büchern wollte ich Moers mit dem Bücherdrachen nochmals eine Chance geben.
Tatsächlich hat mir das Buch deutlich besser gefallen als die anderen beiden, die ich von ihm gelesen habe. Dies ist einerseits der Kürze zu verdanken: Durch die deutlich weniger lange Geschichte hatte ich keine Mühe, dem Roman zu folgen - in den anderen Zamonienromanen hat meine Vorstellungskraft jeweils mittendrin abgeschaltet, und ich konnte mir nichts mehr darunter vorstellen. Hier hatte ich hingegen keine Schwierigkeiten, mein Kopfkino aufrecht zu erhalten.Was ich nicht verstehe, ist die Rahmenhandlung, die um das Abenteuer gesponnen wird. Da klar ist, dass die Geschichte längst abgeschlossen ist, nimmt es die gesamte Spannung weg, da ich ja weiss, dass alles gut enden wird. Die Unterbrüche in der Geschichte unterbrechen ausserdem auch jedes Mal wieder die aufgebaute Spannung, geben aber in meinen Augen nichts zur Geschichte hinzu.
Ich glaube, ich hätte es präferiert, die Erzählung zu lesen, und den Kontext der Rahmenhandlung nur in einem Epilog zu haben. - David Safier
Plötzlich Shakespeare
(1.107)Aktuelle Rezension von: StolliPlötzlich Shakespeare ist das zweite Buch nach Mieses Karma von David Safier das ich gelesen habe, die Inhaltsangabe findet sie wie üblich im Link:
Fazit:
Wie schon in Mieses Karma, die Protagonistin ist und bleibt unsympathisch, viele Dialoge sind eher irgendwo zwischen den Beinen, die Sprache war vielleicht zu Shakespeare's Zeiten derb aber für mich nicht zu ertragen, das Buch ist nicht kurzweilig, selten regt es zum Lachen an, ich wollte am Ende nur das Ende lesen, unterhaltsam ist anders, ich werde dem Autor mit Jesus liebt mich noch eine Chance geben...
- Libba Bray
Diviners – Die dunklen Schatten der Träume
(63)Aktuelle Rezension von: Jo_CobaltDie Diviners in New York werden in eine mysteriöse Situation hineingezogen und wir lernen neue Diviners kennen und unsere bisherigen Charaktere noch besser. Ich freu mich dass die Autorin so gut im Ecken und Kanten schreiben ist. Leute wie Evie sind kompliziert und nicht einfach in eine Schublade zu stecken. Mein Dream team aus Henry und Theta hatte es wahrlich nicht leicht in diesem Teil, es wird sehr feinfühlig und wenig voyeuristisch über Gewalt, Rassismus und Menschenhass gesprochen, ihne ins Plakative oder Belehrende zu kippen. Die Story ist wirklich spannend und die ganze Zeit fragt man sich, wo und wie das alles mit dem Großen Ganzen zu tun hat, dem Mann mit dem Zylinder, Jake Marlowe, Will…? Die Nebencharaktere sind oft echt sus, zB Addie und Blind Bill, auch das macht es nochmal wirklich spannend. Außerdem sind die anbändelnden Pärchen authentisch, zart und realistisch durch Unsicherheiten… freue mich sehr auf Band 3!
- Ian McEwan
Saturday
(264)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderHenry Perowne ist 48 Jahre alt und führt ein erfülltes und erfolgreiches Leben. Als Neurochirurg ist er überall bekannt, er liebt seine Frau wie am ersten Tag und seine beiden hochbegabten Kinder machen ihm nur Freude. Am Samstag, den 15. Februar 2003, als die größte Friedensdemonstration Londons läuft, schrammt er ein anderes Auto. Zunächst fährt er weiter, als er stehen bleibt warten die drei Insassen des anderen Fahrzeuges schon auf ihn. Es entbrennt ein Streit, der Henrys Leben für immer verändern wird. Ein herausragendes Portrait eines Menschen unserer Zeit, der alles hat, dem jedoch durch einen dummen Zufall sein ganzes Weltgefüge einzustürzen droht. Ein Tag, ein Schicksal,ein wunderbares Buch.
- Hermann Hesse
Die Märchen
(43)Aktuelle Rezension von: irmakvakifli„Märchen“ ist ganz typisch Hesse: fern vom Titelbegriff des klassischen Märchens, aber dennoch märchenhaft im besten Sinne. Die Sprache fließt leise und klar, fast hypnotisch, als würde man durch einen alten Traum spazieren.
Eine Geschichte – über einen Zwerg in Venedig, seine Frau und sein tragisches Schicksal – hat mich am meisten gefesselt. In dieser Erzählung reist man mit dem Protagonisten durch die Gassen Venedigs, lauscht dem Herzschlag vergangener Zeiten und taucht ein in eine Atmosphäre, die gleichzeitig real und entrückt wirkt. Hesse gelingt es, eine poetische Zeitblase zu schaffen – ein Moment, eingefroren in Sprache.
Auch wenn viele seiner Texte einen ähnlichen Rhythmus tragen und sein Stil sich kaum verändert, verliert sein Werk nie an Ausdruck oder Sogkraft. „Märchen“ ist ein stilles, magisches Buch – ideal für alle, die sich nach Tiefe und Sanftheit sehnen.
- Walter Moers
Weihnachten auf der Lindwurmfeste
(201)Aktuelle Rezension von: Lesezauber_ZeilenreiseInhaltsangabe Verlag:
Als Walter Moers den Briefwechsel zwischen Hildegunst von Mythenmetz und dem Buchhaimer Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer sichtete, stieß er auf einen Brief, in dem der zamonische Autor ein Fest schildert, das Moers frappierend an unser Weihnachtsfest erinnert hat. Die Lindwürmer Zamoniens begehen es alljährlich und nennen es »Hamoulimepp«. Während dieser drei Feiertage steht die Lindwurmfeste ganz im Zeichen der beiden Figuren »Hamouli« und »Mepp«, die unserem Weihnachtsmann und dem Knecht Ruprecht verblüffend ähneln. Außerdem gehören zur Tradition Hamoulimeppwürmer, Hamoulimeppwurmzwerge, ungesundes Essen, ein Bücher-Räumaus, ein feuerloses Feuerwerk und vieles andere mehr. Laut Moers, kein Freund der Weihnachtsfeierei, gibt dieser Brief von Mythenmetz einen profunden Einblick in die Gebräuche einer beliebten zamonischen Daseinsform, der Lindwürmer. Nie war Weihnachten so zamonisch.Meine Inhaltsangabe:
Auf 51 Seiten plaudert Hildegunst von Mythenmetz in Briefen an Hachmed Ben Kibitzer über das Fest Hamoulimepp auf der Lindwurmfeste, erörtert Gebräuche und lässt sich eher abfällig über dieses große, 3 Tage andauernde Fest aus. Begleitet werden die Briefe von kleinen Illustrationen, die auf die letzten 33 Seiten mit Taxonomischen Tafeln verweisen und dort bildlich in all ihren Variationen dargestellt sind.Erster Satz: »Hamouli, Hamouli, Mepp Mepp Mepp!«
Mein Eindruck:
Hamoulimepp erinnert stark an unser Weihnachten, was auch den Titel des Buches erklärt. In gewohnt witzigen, teils bissigen und immer herrlich fantasievoll ausgeschmückten Briefen lässt sich mein Lieblings-Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz über das Fest der (Lindwurm-)Feste aus, regt sich über die Gebräuche auf, schwadroniert über Lieder, Gedichte, Essen und den Brauch der Geschenke und lässt irgendwie kein gutes Haar übrig, nur um am Ende doch irgendwie fast sentimental zu werden. Ich mag Moers Schreibstil sehr, die irren Wortkreationen, diese Ideen, mal schräg und skurril, dann wieder zum Schmunzeln und Grübeln. Die Optik des Buchs gefällt mir sehr gut. Das gelbliche Briefpapier, auf schwarzem Hintergrund, die rotbraune Schrift, die vielen Illustrationen, all das lädt zum Schmökern ein und ich war ratzfatz fertig mit dem Briefwechsel. Sehr unterhaltsam und völlig zamonisch. Ein kleiner Ausflug ins festliche Zamonien, kein Roman, kein dickes Meisterwerk, einfach ein kleines, nettes und sehr unterhaltsames Büchlein über Weihnachten auf der Lindwurmfeste. Die Taxonomischen Tafeln hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht, da sie eigentlich nichts erklären, aber sie stören mich auch nicht. Ich mags, daher 4/5 Sterne. - Forrest Leo
Der Gentleman
(58)Aktuelle Rezension von: HerbstroseLondon, Mitte 19. Jahrhundert. In seinem Haus am vornehmen Pocklington Place lebt der Adlige Lionel Savage in der Überzeugung, er sei ein toller Hecht und ein begnadeter Dichter. Er ist 22 Jahre jung, sieht gut aus, ist sehr kultiviert aber auch sehr faul und lebt gerne über seine Verhältnisse. So muss ihm sein treuer Butler Simmons eines Tages mit Bedauern mitteilen, dass das Geld ausgegangen sei. Nun hat Lionel zwei Möglichkeiten, zu arbeiten oder eine reiche Frau heiraten. Ersteres kommt für den Gentleman ja nicht infrage, also bleibt nur der zweite Weg aus dem Desaster. Eine passende junge Dame aus vermögendem Hause ist bald gefunden, es wird geheiratet und Vivien zieht in das Haus am Pocklington Place ein.
Geld ist zwar nun vorhanden, doch Lionel ist seiner Angetrauten bald überdrüssig. Er empfindet sie als geistlos und nörglerisch, verachtet und hasst sie. Zu allem Übel kommt noch seine Schreibblockade hinzu, er kann nicht mehr dichten und ist verzweifelt. Als einzigen Ausweg sieht er seinen Selbstmord, doch die Umstände, die er seinem treuen Butler dadurch machen würde, halten ihn zunächst davon ab. Während er noch nach einer Lösung sucht, beehrt ihn ein eleganter Gentleman mit seinem Besuch, der sich selbst als Teufel vorstellt. Die beiden unterhalten sich freundschaftlich – und als der Teufel gegangen ist, ist auch plötzlich Vivien verschwunden …
Der US-amerikanische Autor Forrest Leo wurde 1990 in Alaska geboren, wo er auch aufwuchs und mit dem Hundeschlitten zur Schule fuhr. Später machte er einen Bachelor in Schauspiel an der New York University und arbeitete in verschiedenen Berufen. Er war erst 27 Jahre alt, als er sein Debüt „Der Gentleman“ schrieb, das von dem 1973 in Göttingen geborenen Literaturwissenschaftler Cornelius Reiber ins Deutsche übersetzt wurde.
Mit viel Witz und spöttischer Ironie werden wir in die Gepflogenheiten der Londoner Oberschicht im viktorianischen Zeitalter eingeführt – oder was man sich heute darunter vorstellt. Wie am Schluss des Buches zu lesen ist, wurde die Geschichte zunächst als Theaterstück konzipiert, was besonders in der furiosen Schlussszene, in der sämtliche Akteure noch einmal zusammenkommen, zu merken ist. Eine Besonderheit ist auch, dass die Geschichte von Lionel Savage selbst erzählt wird und der Herausgeber des Werkes, Mr Hubert Lancester, ein Verwandter von Savage, in zahlreichen Fußnoten seinen Kommentar dazu abgibt bzw. dessen Aussagen richtigstellt.
Eine Figur nach der anderen betritt die „Bühne“, rasch wechseln die „Kulissen“, es werden allerlei Abenteuer erlebt, Duelle ausgefochten und witzige, schlagfertige Dialoge ausgetauscht. Wir machen die Bekanntschaft mit dem besten Butler Großbritanniens, mit einem Erfinder von Flugmaschinen, mit einem gutaussehenden, kräftig gebauten Abenteurer, mit Lizzie, der quirligen jüngeren Schwester von Lionel, mit Vivien, Lionels schöner und intelligenter Frau – und nicht zuletzt mit dem Teufel, der sich als Buchliebhaber und Literaturkenner entpuppt und Dante Alighieri bei sich zu Hause als Gärtner beschäftigt.
Fazit: Eine intelligente Boulevardkomödie mit viel Witz, selbstverständlich leicht übertrieben, aber immer mit Stil – sehr unterhaltsam und äußerst amüsant.
- Udo Weinbörner
Die Stunde der Räuber
(14)Aktuelle Rezension von: lielo99„Die Stunde der Räuber“ ist der erste Band über das Leben des Friedrich Schiller. Hier schreibt der Autor Udo Weinbörner, wie er aufwuchs, seine Lehrer „ärgerte“ und schließlich die Uraufführung seines Stücks „Die Räuber“ erlebte. Welche Persönlichkeiten formten ihn? Was verband ihn mit Leonardo Davinci oder warum setzte er sich für den Gefangenen Schubart ein? Spannende Frage, die alle in diesem Buch beantwortet werden.
Friedrich Schiller absolvierte eine militärisch-medizinische Ausbildung und war als Militärarzt tätig. Sein Temperament war bei seinen Vorgesetzten nicht beliebt und er durch seine offene Art machte er sich einige dieser Herren sehr bald zu Gegnern. Seine enge Verbindung zu dem Inhaftierten Daniel Schubart half ihm, sein erstes Stück zu vollenden. „Die Räuber“ fasste alles zusammen, was es an Kritikpunkten gegenüber der Obrigkeit gab. Die Uraufführung fand in Mannheim statt und der Autor konnte kaum fassen, dass sein Stück so erfolgreich war.
Mir gefiel dieser erste Band über Herrn Schiller sehr gut. Das lag vor allen Dingen an der gründlichen Recherche des Autors. Zudem bediente er sich einer Sprache, die perfekt der damaligen Zeit entsprach. Ich konnte mir also sehr gut vorstellen, wie die Studios damaliger Zeit lebten. Welche Probleme und Freuden sie umtrieben und welche Macht Herzöge und Ihresgleichen innehatten. Volle fünf Sterne und eine Leseempfehlung gebe ich sehr gerne und freue mich auf den Genuss des zweiten Buches über Friedrich Schiller.
- Carola Wolff
Ausgerechnet Muse
(39)Aktuelle Rezension von: Aer1thDie vollständige Rezension findet ihr auf tthinkttwice.de 😃 .
{Lesegrund}
Mir hat der Klappentext von Anfang an zugesagt und da ich bereits ein anderes Buch der Autorin gelesen und rezensiert hatte, wusste ich, dass mir der Schreibstil gefallen wird.
{Charaktere}
Apollonia Parker – die Protagonistin
Was für ein cooler und zu Beginn doch sturer Charakter. Ich mag Apollonia als Protagonistin wirklich sehr. Sie ist integer, authentisch, witzig und einfach nur tough. Und auch wenn es zu Beginn erst nicht danach aussah, lernt sie aus ihren Fehler und entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter. Eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack!
Nick – ihr Sidekick
Nick ist auch ziemlich cool. Ich mag ihn echt gern. Er ist Musiker mit Leib und Seele, hat seine Prinzipien und ist ihnen treu. Er konzentriert sich auf seine Musik und kann mit den Girlie-Girls, die ihn anschmachten nichts anfangen – dafür gefällt ihm die ungewöhnliche Apollonia umso mehr. Und noch ein Pluspunkt: Er trinkt keinen Alkohol!
Die Nebencharaktere
Auch diese Charaktere haben alle ihren ganz eigenen Charm und auch jetzt, mehrere Tage nach Beendigung des Buches, sind meine Vorstellungen und Gefühle den einzelnen Nebencharakteren gegenüber sehr präsent – heißt, sie haben Eindruck hinterlassen.
{Schreibstil}
Wie bereits weiter oben erwähnt, kannte ich den Schreibstil der Autorin schon aus einem anderen Buch und auch hier in diesem Buch hat er mir wieder sehr gut gefallen.
Carola Wolff lässt durch ihre Worte ein Bilderkino in meinem Kopf entstehen. Einzelne Szenen sind mir jetzt noch im Gedächtnis geblieben. Sie schreibt mit viel Witz und einer trockenen Art Humor, die ich einfach nur liebe.
{Fazit}
“Ausgerechnet Muse” hat mich wirklich sehr gut unterhalten. Es ist mal eine andere Art von Fantasy-Buch, mit einer echt toughen Protagonistin, die ganz meinem Geschmack entspricht. Ein paar winzige Kleinigkeiten haben mich beim Lesen gestört, daher sind es “nur” sehr gute 4 von 5 Sternen geworden. - Ulrike Barow
Tatort Emsland
(3)Aktuelle Rezension von: HoldenEs wäre wirklich Zeit für einen "Tatort Emsland" im Ersten, vielleicht mit Günther dem Treckerfahrer und Opa Anton als Ermittler? Diese dünne Stories, abgesehen von der ersten Geschichte von Jan Schröter und der Geschichte von Klaus-Peter Wolf, braucht keiner, da ist das Tollste jedes Mal, daß sich alles an bekannten Orten im Emsland abspielt. Und warum Gummistiefel und Schüppe auf dem Cover? Nur Klischees!
- A. J. Grayson
Boy in the Park – Wem kannst du trauen?
(171)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Ein kleiner Junge verschwindet. Am helllichten Tag wird er aus dem Botanischen Garten in San Francisco entführt. Der einzige Zeuge des Verbrechens ist Dylan, der dort eigentlich in Ruhe seine Mittagspause verbringen wollte. Die Polizei tappt im Dunkeln, und so entschließt sich Dylan, auf eigene Faust nach dem Kind zu suchen. Je weiter er bei seiner Suche ins kalifornische Hinterland dringt, je näher er dem mutmaßlichen Versteck kommt, desto verstörender und blutiger werden seine nächtlichen Alpträume. Als ein rätselhafter junger Mann auftaucht, der Dylan seine Hilfe anbietet, beginnen die Ereignisse sich zu überschlagen, und Dylan muss sich fragen, wie weit er bereit ist zu gehen, um dem Jungen zu helfen ...
Meinung: Die Story beginnt direkt im Park, in dem sich Hauptprotagonist Dylan gerne aufhält und seine tägliche Mittagspause verbringt. Von Anfang an war ich sehr angetan vom Schreibstil des Autors. Er liest sich leicht, flüssig und ist in der ersten Person verfasst, was bei mir dazu geführt hat, dass ich sofort einen Draht zu Dylan aufbaute. Er erzählt dem Leser von seinem Leben und offenbart ihm seine Gefühlswelt. Sein Charakter erinnerte mich sehr an Joe Goldberg aus den "You"-Romanen. Parallel lernt man den zweiten starken Protagonisten Joseph kennen, der mir unsympathisch war, aber sein Verhalten wurde im Laufe der Geschichte erklärt und daher störte es mich nicht. Außerdem war er eine gelungene Abwechslung zu Dylan. Zwei sympathische Charaktere wären hier zu viel des Guten gewesen.
Als Leser begleitet man Dylan durch seinen Alltag, während man Joseph vorerst nur auf Aufnahmen im Dialog mit einer Therapeutin kennenlernt. Ziemlich zu Beginn taucht auch schon der kleine Junge im Park auf, der kurz darauf verschwindet und bereits hier hatte ich eine Vermutung, die sich am Ende bewahrheitet hat. Leider war die komplette Geschichte nun sehr vorhersehbar für mich, natürlich war die Spannung dahin. Dennoch war das Lesen ein Genuss, da mich Dylans Persönlichkeit so sehr in den Bann gezogen hat. Da er von der Polizei kaum Hilfe erwarten konnte, nachdem er die Entführung des fremden Jungen gemeldet hatte, machte er sich selbst auf die Suche nach ihm. Als er eines Tages Joseph über den Weg läuft, wird alles zunehmend surreal und Dylan verliert sich immer mehr.
Das Ende war leider nicht überraschend, weil sich hinter der Entführung das verbarg, was ich vermutet hatte. Ein paar Details waren mir jedoch nicht ganz klar und der Autor sorgte hier dann schließlich doch mit ein, zwei Offenbarungen für einen Aha-Effekt. Einen Stern ziehe ich ab, weil es für mich leider doch zu offensichtlich und die Mitte für meinen Geschmack zu ausgeschmückt war. Die Hintergrundgeschichte war an manchen Stellen brutal, aber an anderen auch wieder zäh. Dennoch hat mich "Boy in the park" sehr gut unterhalten und das Ende wirkt noch lange nach. Ein sehr empfehlenswertes Buch, wenn man sich darauf einlässt. 4 von 5 Sternen!
- Ian McEwan
Nussschale
(155)Aktuelle Rezension von: MelB2508Ian McEwan ist ein genialer Autor und einer meiner liebsten. In Nussschale beweist er einmal mehr, warum. Der Ich-Erzähler erzählt aus einer der ungewöhnlichsten Perspektiven überhaupt - er ist der noch ungeborene Sohn von Trudy und erlebt in ihrem Körper am Ende der Schwangerschaft, wie sie und ihr Schwager sich verbünden gegen seinen Vater. Trudy und sein Vater sind getrennt, sie hat eine Affäre mit dem Bruder ihres Mannes und sie planen, diesen zu töten.
Wie der Ich-Erzähler, ein männlicher Säugling, das Drama beschreibt, in dessen Zentrum sich seine Eltern und der Liebhaber seiner Mutter, immerhin sein Onkel, befinden ist Shakespeare-esk und sehr, sehr lustig geschrieben. Der Roman ist wirklich eine gute Lektüre zur Ablenkung und die vielen Anspielungen auf Politik und Weltgeschehen verleihen zusätzlich Tiefe. Klar eine Leseempfehlung!
- Rashin Kheiriyeh
Rumi. Dichter der Liebe
(6)Aktuelle Rezension von: DefnesbookshelfAls Mutter mit türkischen Wurzeln 🇹🇷 ist es mir ein tiefes Herzensanliegen ❤️, meinen Kindern nicht nur unsere Sprache und Traditionen mitzugeben, sondern auch die spirituellen Werte des Islams 🕊️...auf eine Weise, die kindgerecht, liebevoll und inspirierend ist. Das Buch Rumi von Rashin Kheiriyeh hat mich deshalb sofort berührt 🌸.
Es erzählt von einem der größten Mystiker und Dichter der islamischen Welt: Dschalāl ad-Dīn Rūmī 🧿. Seine Worte, seine Poesie, seine Sicht auf die Welt. All das lebt in diesem wunderschön gestalteten Kinderbuch weiter. Durch leuchtende Farben, kunstvolle Blumenmuster 🌺🦚 und eine zarte Erzählweise öffnet das Buch eine Tür in eine Welt voller Liebe, Frieden, Verbundenheit und innerer Ruhe ☀️.
Besonders schön finde ich, dass die spirituelle Tiefe Rumis in diesem Buch auf eine Weise vermittelt wird, die Kinder verstehen können und nicht belehrend, sondern berührend 🫶. Die Figur des tanzenden Derwischs 🌀 lädt nicht nur zum Staunen ein, sondern zeigt, wie man im Glauben Freude und Frieden finden kann.
Für uns als Familie 👨👩👧👦 ist dieses Buch viel mehr als eine Geschichte. Es ist eine Erinnerung daran, wie kraftvoll unsere Wurzeln sind 🌿 und wie wertvoll es ist, sie an die nächste Generation weiterzugeben. Es ist ein Geschenk 🎁, das Herz und Seele berührt und das uns als Familie noch ein bisschen näher zusammenbringt.
Ein Buch voller Licht, Liebe und Schönheit ✨ für Kinder, Eltern und alle, die Rumi im Herzen tragen.
- Bertrand Badiou
Herzzeit
(45)Aktuelle Rezension von: riraraffiQuelle relation
Die Briefe, die Ingeborg Bachmann und Paul Celan als große Poeten sich gegenseitig als private Kommunkation geschrieben haben sind so weit von dem, wie wir heute kommunizieren. Jedes Wort wirkt klug gewählt, obwohl sie selbst sagen, dass dem nicht der Fall sei. Ihre Beziehung bleibt so zaghaft angedeutet und es ist beeindruckend, wie sie trotz der unregelmäßigen Abstände irgendwie stets in Kontakt bleiben,, sich gegenseitig Gedichte widmen, Briefe schreiben (und sie nicht abschicken).
Wie wertvoll geschriebenes Wort war und dann auch noch von Zweien, die das geschriebene Wort zu ihrer Berufung machen. Und obwohl, wie auch im Nachwort erklärt, so oft sichtbar wird, wie sie um Worte ringen und mit ihnen kämpfen, beschränkt auf das, was sie einander in Entfernung schreiben, bleibt der romantisierende Gedanke im Kopf, dass alles einfacher war, als man nicht 24/7 über Whatsapp kommunizierte. Der Gedanke, dass sie vielleicht zueinander gefunden hätten, wenn sie Missverständnisse in einem 2-Minuten-Anruf geklärt hätten ist erschauderlich. Demütig blicke ich auf die Möglichkeiten der Kommunikation, die uns so viel erschweren, aber an sich auch so viel vereinfachen.Ich ringe selber mit den Worten, die ich für das Gelesene habe, möchte es aber jedem empfehlen, der sich eine Herzzeit wünscht.
Und abschließend einige Worte zu Paul Celans Ehefrau Gisèle Lestrange:
Il ne me reste qu'à exprimer mon admiration pour cette femme élégante, courageuse et sage. Pendant la lecture, j'avais tellement envie de lui envoyer une lettre du fond de mon cœur. Quelle dame ! - Richard Friedenthal
Goethe
(9)Aktuelle Rezension von: SokratesDie Biographie von Friedenthal legt ihren Schwerpunkt auf dem literarischen Schaffen Goethes. Fundiert durch die jeweiligen biographischen Informationen hat der Autor auf diese Weise eine recht solide, doch insgesamt nicht zu 100% überzeugene Biographie vorgelegt. Die Sprache ist gut verständlich, zu Lesen auch für den Laien. Leider ohne Bilder (meine Ausgabe datiert aus dem Jahr 1991). - Rosemarie Doms
Wenn es Winter wird in meinem Garten …
(2)Aktuelle Rezension von: Bücherfüllhorn-BlogWahre Größe kommt von innen und so konnte ich hier nach dem Lesen meine erste, anfängliche und schnelle augenscheinliche Skepsis in das nur Postkartengroße Büchlein hinter mir lassen.
Denn, als ich das Buch aufschlug, fielen mir als erstes die Illustrationen und Fotos auf. Im ersten Moment, ich gestehe es, war ich enttäuscht, denn diese erschienen mir altmodisch. Das lag daran, dass ich mir etwas ganz anderes unter diesem Buch vorgestellt hatte. Ich dachte, es wäre in Landlust/Servus-Zeitschrift Manier ausgestattet. Und das war es nicht, im Gegenteil. So wirken die Illustrationen und Fotos dann doch eher beruhigend, auch wenn ich denke, dass manche eine Gratwanderung zwischen altbacken /altmodisch und modern sind. Im Endeffekt, und im Kontext mit dem Text, konnten sie mit ihrer ruhigen Ausstrahlung dann doch noch überzeugen. Es passt, und wahrscheinlich hätte das moderne und stylische hier nicht zu den reinen und winterlichen Natur-Impressionen gepasst.
Der Schreibstil ist auch etwas Besonderes. Ich habe zwar entfernt ähnliches schon in Gartenzeitschriften gelesen, aber ich finde, da nimmt man sich nicht so die Muse dafür. Dafür sind die Zeitschriften zu schnelllebig. Aber hier, mit einem Büchlein in der Hand, ist es eine andere Sache. Die Beschreibungen des winterlichen Gartens erinnerten mich vor allem an englische und amerikanische Dichter/Lyriker, so schön, verschnörkelt, poetisch, ja auch irgendwie nostalgisch, und dennoch auch so klar. Weiter oben im Text habe ich ein paar Zitate heraus geschrieben, es fiel mir schwer, mich auf diese paar zu beschränken. Denn es finden sich viele Inspirations-Quellen, für alle, die gerne mit Worten spielen. Manche Sätze sind so schön, dass ich sie mir auf einer entsprechenden Postkarte gut vorstellen könnte.
Am besten genießt man den Text in Häppchen, lässt ihn sich auf der Zunge vergehen. Am besten im Winter, wenn es drinnen warm und behaglich ist.
Alles in allem: Es ist ein bibliophiles und lyrisches Buch zugleich. Dennoch aber auch ein „schwieriges“ Buch, nicht jedem werden sich die Worte und Beschreibungen über die winterlichen Impressionen erschließen. Und ich habe leider manchmal das Gefühl, dass die Menschen, die solche Bücher lieben und verstehen immer weniger werden.
Sterne:
Ich gebe fünf von fünf Sternen, weil mich das Buch auf vielen Ebenen überzeugt hat. Nicht sofort, das gebe ich zu, aber spätestens nach ein paar Seiten des Lesens. Es ist manchmal wie schönes Gedicht aus alter Zeit. Es wäre sinnvoll, sich vor dem Erwerb des Büchleins die Leseprobe auf der Verlagsseite anzuschauen.
- Walter Moers
Die Stadt der Träumenden Bücher (Comic)
(118)Aktuelle Rezension von: MarcoLWie toll bitte ist diese Graphic Novel
Auf der Grundlage des Buches „Die Stadt der Träumenden Bücher“ von Walter Moers – eines meiner Lieblingsbücher für immer – erschuf hier Florian Biege zusammen mit dem Autor des Buches eine sensationelle Graphic Novel in zwei Teilen. Dies ist nun der zweite Teil „Die Katakomben“. Im ersten Teil ging es mit unserem lieben Protagonisten nach Buchhaim, das Mekka der Bücher in Zamonien schlechthin, und in allerhöchste Gefahr.
Hildegunst von Mythenmetz wurde verraten und in die gefährlichen Katakomben verbannt. Die Buchlinge fanden und retteten ihn. Sie brachten ihn in ihre Stadt. Er war fasziniert vom Leben dieser kleinen Zyklopen, die sich alle nach einem der Dichter Zamoniens nannten, und auch dessen komplettes Werk auswendig rezitieren konnten. Die bösen Bücherjäger, skrupellos und gemein, stürmten eines Tages diese wohlige Stätte gepflegten Bücherschmökerns und waren drauf und dran, alles zu zerstören und töten. Hildegunst konnte flüchten, sein Weg führte ihn tiefer hinab in die Unterwelt, bis er in das Reich des berüchtigten Schattenkönigs kam. (Mehr wird nicht verraten, denn die Grundgeschichte ist megaspannend).
Die Aufmachung dieses Bandes ist einfach nur wunderbar. Die Zeichnungen sind voller Phantasie und Details, beinahe schon in 3D. Man wird regelrecht in diese zamonische Welt hinein gesogen. Und es bleibt auch nicht beim einmaligen Schmökern. Immer wieder gibt es in den Bildern etwas Neues zu entdecken. - Ganz große Kunst!
Moers hat den Text für diese Graphic Novel meisterhaft adaptiert. Ich bin erstaunt, wie es ihm gelang, mit wenigen Worten die Handlung derart treffend und spannend wiederzugeben. Im Anhang gibt es noch ein sehr interessantes „Making Of“, was diese beiden Bände wunderbar abrundet.
Absolute Leseempfehlung für dieses herrliche Werk. Es hätte eigentlich 10 Sterne verdient. - Katharina Seck
Die letzte Dichterin
(74)Aktuelle Rezension von: MandthebooksRezension: (kann Spoiler enthalten)
Tatsächlich hat mich die Geschichte doch positiv überrascht. Zwar konnte mich "Die letzte Dichterin" nicht völlig abholen und phasenweise war es doch ein wenig zäh, aber irgendwie hatte die Geschichte ihre ganz eigene Magie und das war einfach toll. Die ganze Welt hatte etwas Magisches und Düsteres an sich, das perfekte Feeling für einen gemütlichen Leseabend auf jeden Fall. Und den Fokus auf Geschichten und Dichter innerhalb des Buches mochte ich auch total, das hat mich dann doch immer wieder catchen können, auch wenn es ab und an mal ein wenig zäher wurde im Lesefluss.
3,5 Sterne - Ulrike Renk
Eine Familie in Berlin – Paulas Liebe
(75)Aktuelle Rezension von: Nadine21Teil eins der 4-teiligen Reihe spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin. Paula verliebt sich in den besten Freund ihres Bruders Franz. Richard, genannt Merlin, ist ein Dichter, der mit seinen Worten noch kein Geld verdienen kann. Er studiert wie Franz Medizin, merkt jedoch, dass er damit unzufrieden ist. Paula, die in Richard verliebt ist, steht ihm bei, obwohl ihre Familie Richard nicht als Paulas Freund akzeptieren kann.
Ich habe mich sehr auf eine neue Reihe der Autorin gefreut und habe auch alle 4 Bände zu Hause. Bisher haben mich die Bücher immer sofort gepackt und ich habe mit den Familien mitgefiebert und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Bei diesem Buch habe ich nach 2/3 ernsthaft überlegt abzubrechen. Die Handlung war zu langatmig, die Charaktere haben mich ebenfalls nicht angesprochen.
Da es sich um eine wahre Geschichte handelt, ich die weiteren Bände hier habe und ein großer Fan der Autorin bin, habe ich mich aber entschieden weiterzulesen. Das letzte Drittel fand ich besser und ich werde auf jeden Fall dem zweiten Band auch eine Chance geben.























