Bücher mit dem Tag "dickens"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "dickens" gekennzeichnet haben.

14 Bücher

  1. Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9783690430074)
    Charles Dickens

    Oliver Twist

    (740)
    Aktuelle Rezension von: Pegasus1989

    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Oliver musste sehr viele unschöne Dinge durchmachen, die den Leser mitfiebern und mitleiden lassen. Gut aufgebaute Spannungsbögen und ein sehr angenehmer Schreibstil kommen oben drauf. Hinzu kommt, dass ich den Krimi in diesem Klassiker sehr schätze, aber auch, dass gezeigt wird, dass früher alles vom Ablauf her anders war, als es heute der Fall ist. Am besten finde ich jedoch, dass nicht nur nach Olivers Vergangenheit gesucht wird, sondern dass Oliver als Charakter sehr bodenständig und höflich rüber kommt und die Grundwerte, wie sich zu bedanken, jemanden begrüßen etc. nicht unter gehen. Ein Buch, das ich sehr gerne nochmal lesen möchte und das ich hier auch sehr gerne weiterempfehle.

  2. Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9783988287847)
    Charles Dickens

    Oliver Twist

    (131)
    Aktuelle Rezension von: neenchen

    Von dem Roman „Oliver Twist“, geschrieben 1838 von dem britischen Schriftsteller Charles Dickens, hat jeder bestimmt schon mal gehört, aber nur wenige haben ihn auch gelesen, denn er ist nicht besonders gut gealtert, wurde aber nichtsdestotrotz sehr häufig für Bühnen, das Fernsehen und das Kino adaptiert.

    Nachdem die Mutter bei der Geburt stirbt, kommt das Neugeborene ins Waisenhaus und erhält dort den Namen Oliver Twist. Von da an ist sein Leben gezeichnet von Leid. Die ersten Jahre im Waisenhaus und dann die Ausbildung bei einem Sarg-Tischler sind gleichermaßen von Schikanen geprägt. Eines Tages flieht der mittlerweile neunjährige Junge und gelangt nach London. Dort wird er schnell von anderen Jungs aufgegriffen und von ihrem tollen Leben als Diebe überzeugt. So wird er zum Teil einer Bande, die von dem Juden Fagin angeführt wird. Doch immer wieder gibt es auch Lichtblicke, die Oliver ein anderes Leben ermöglichen könnten, falls er es schafft, sich von seiner Vergangenheit und seinen neuen ‚Freunden‘ zu lösen.

    Der 416-seitige Roman von Charles Dickens (1812-1870), der u.a. auch Werke wie „Eine Weihnachtsgeschichte“ (1843) und „Große Erwartungen“ (1860) schrieb, ist ein großes Stück Leidensgeschichte. Der Hauptcharakter Oliver ist der Spielball vieler negativer Kräfte und vermag sich über die Hälfte der Zeit nicht zu wehren. Natürlich handelt es sich dabei um einen sehr jungen Charakter, so dass man dies sogar für wahrscheinlich halten kann. Aber diese Ohnmacht und auch die Naivität, wie er immer wieder an die falschen Leute gerät, ist anstrengend und nimmt dem Buch jegliche Spannung, da ja bereits bekannt ist, dass es immer wieder so schlecht wie möglich laufen kann. Zum Ende hin entwickelt sich die Geschichte weiter, sodass das letzte Drittel des Buches einen gewissen Schwung bekommt. Geheimnisse und Verbindungen werden aufgedeckt und endlich scheint für Oliver mal das Glück hold zu sein. Doch muss man sich als Leser:in wirklich anstrengen, um diesen Punkt zu erreichen. Dass dies so schwer fällt, liegt auch an der Sprache. Charles Dickens Erzählweise und Wortwahl ist erstaunlich schlecht gealtert. Ein guter Lesefluss bleibt daher aus, so dass man nach einem kurzen Kapitel das Buch gerne wieder zur Seite legt. Hinzu kommt die Übersetzung ins Deutsche, welche die Mundart der Personen in deutsche Dialekte wie das Berlinerische überträgt, so dass das Lesen eine weitere Schwierigkeit und auch einen unangenehmen Klang bekommt. So ist die Lektüre des bekannten Klassikers, der oft adaptiert wurde, u.a. als „Oliver“ von Carol Reed , der 1968 den Oscar für den ‚Besten Film‘ bekam, nicht besonders erbaulich, spannend oder amüsant.

    Fazit: „Oliver Twist“ ist ein Roman aus dem 19. Jahrhundert aus der Hand des bekannten Autors Charles Dickens. In einem schwer zugänglichen Stil mit eingebauter Mundart wird eine Leidensgeschichte entfaltet, die sich immer so schlecht wie möglich entwickelt. Die Ohnmacht des Helden wird übertragen und führt dazu, dass man als Leser:in kaum mitfühlt und im Gesamten keine Spannung aufkommt. So ist die Lektüre des Klassikers kein Must-Read, stattdessen sollte man eher auf die Filme, die darauf basieren, zurückgreifen.

     Doreen Kaltenecker - https://testkammer.com/2023/03/05/oliver-twist-von-charles-dickens-1838/

  3. Cover des Buches Der Pakt der Bücher (ISBN: 9783596296491)
    Kai Meyer

    Der Pakt der Bücher

    (114)
    Aktuelle Rezension von: zwergendruidin

    In der Fortsetzung von 'Die Spur der Bücher' steckt so viel mehr Phantastik. Das Lesen hat mir viel Spaß gemacht und das Auftauchen verschiedener Figuren, die man aus Teil eins und aus den Seiten der Welt bereits kennt, bereitete mir Freude.

    In diesem Band müssen alte Versprechungen und neue Bedrohungen eingehalten und bekämpft werden. Es gibt einige Momente der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, aber nie geben die Charaktere auf, auch wenn sie erschöpft und müde vom Widerstand sind. Manche Ereignisse ziehen einen Kreis zu Charakteren die in Verbindung zu den Seiten der Welt stehen und ich merkte, dass ich diese vielleicht vor dieser Lektüre nochmals hätte lesen sollen, um alle Verbindungen zu bemerken und in Gänze zu verstehen. Mir hat gefallen, dass die Beziehungen zwischen den Charakteren ausgebaut wurden und auch wenn ich mir gewünscht habe, dass manche tiefer gehen oder einen anderen Verlauf nehmen würden, finde ich das Zusammenspiel und die aufgezeigte Entwicklung passend. Je mehr Seiten ich im Buch gelesen habe, desto spannender und zugespitzer wurde die Geschichte. Das Ende läuft nicht nur auf einen Punkt zu, sondern umfasst unterschiedliche Stränge, die gemeinsam ein schönes und abgerundetes Finale bieten.

    Seit ich dieses Buch beendet habe, bin ich am hin und her überlegen, die Seiten der Welt nochmals zu lesen. Es gibt so viele Kleinigkeiten, die mir entfallen sind und die ich gerne wieder entdecken möchte.

  4. Cover des Buches Eine Weihnachtsgeschichte. Schmuckausgabe mit Goldprägung (ISBN: 9783730615447)
    Charles Dickens

    Eine Weihnachtsgeschichte. Schmuckausgabe mit Goldprägung

    (522)
    Aktuelle Rezension von: Melisbookworld

    Ein zeitloser Klassiker, der auch heute nichts von seiner Faszination verloren hat. Dieses Buch vereint eine tief berührende, spannende Geschichte mit aussergewöhnlich schönen Illustrationen, die jede Seite zu einem visuellen Erlebnis machen. Die Handlung zieht einen sofort in ihren Bann und lässt einen bis zur letzten Seite nicht mehr los ... emotional, mitreissend und zugleich voller feiner Botschaften.

    Besonders beeindruckend ist die harmonische Verbindung von Text und Bild: Die kunstvollen Illustrationen unterstreichen die Stimmung der Geschichte perfekt und verleihen ihr eine zusätzliche Tiefe, die lange nachwirkt. Dadurch eignet sich das Buch nicht nur zum Lesen, sondern auch zum immer wieder Durchblättern und Entdecken.

    Ob als persönlicher Lesegenuss oder als liebevolles Geschenk für andere ... dieses Werk ist eine klare Empfehlung. Ein Buch, das man nicht nur einmal liest, sondern immer wieder zur Hand nimmt.

  5. Cover des Buches Oliver Twist (ISBN: 9783957283306)
    Lev Kaplan

    Oliver Twist

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Eleonora

    Oliver wächst unter widrigen Umständen in einem Waisenhaus auf. Hunger und Bestrafung sind an der Tagesordnung. Als er zu einem Bestatter geschickt wird, um dort in Lehre zu gehen und heftigst verprügelt wird, rennt er am nächsten Morgen davon Richtung London. Geschwächt und in Lumpen gekleidet wird er kurz vor der Stadt von  einem Jungen aufgegabelt, der ihm Hilfe von einem Herrn anbietet. So landet Oliver bei Fagin, einem Gauner und Dieb, der kleine Kinder für seine Machenschaften einspannt. Auch Oliver soll bei ihm das Diebeshandwerk lernen. Als er eines Tages einen Diebstahl der anderen Kinder zu Lernzwecken beobachtet, wird er fälschlicherweise verdächtigt und vor Gericht gebracht. Glücklicherweise wird er dort entlastet und der Bestohlene zeigt sogar ein Herz und nimmt Oliver bei sich auf um ihn vor einer weiteren schiefen Bahn zu bewahren. Als dieser ihn dann gut gekleidet vor sich sieht, meint er jemanden in ihm zu erkennen. Doch bevor er dem mehr auf den Grund gehen kann, ist Oliver wieder verschwunden. Eine von ihm ihm aufgetragen Aufgabe hat er nicht erfüllt und ist mitsamt teuren Büchern und Geld abgehauen. Doch ist er das wirklich? Oder wurde er geschickt wieder eingefangen weil andere Menschen mehr über Olivers Herkunft wissen als er selbst? Im weiteren Verlauf wird er wieder vom Pech verfolgt aber auch vom Glück begünstigt. Er bewahrt sich stets sein gutes Herz und seinen Anstand bis zum Schluss alle Fäden zusammengeführt werden und alles aufgeklärt wird📖 


    Ein sehr lesenswerter Klassiker von eindrucksvollen Illustrationen begleitet. Ich hab die Geschichte des kleinen Oliver, der immer wieder Glück und Pech im Wechsel durchlebt gerne verfolgt. Die Armut, das Elend und auch Gewalt dieser Zeit hat Charles Dickens gut vermitteln können und machte mich doch auch traurig. Die Welt der Oberklasse mit Anstand und Herzlichkeit traf hier auf die der Untersten, mit Ruppigkeit und Gewalt. Die langen Schachtelsätze, die mitunter ältere Sprache und auch die Menge an Personen erforderten doch etwas mehr Aufmerksamkeit von mir und manchmal kam ich zugegeben auch ein klein wenig durcheinander. Das lag aber vielleicht auch daran, dass sich bei mir mitunter ein paar Tage Lesepausen eingeschlichen hatten und ich dann wieder einen Moment brauchte, um erneut in die Geschichte hineinzufinden.
    Der Text wurde offenbar leicht gekürzt, wovon ich allerdings nicht allzu viel spürte.
    Die Kapitel waren recht kurz gehalten und begannen jeweils mit einer schönen Illustration und einer kurzen Zusammenfassung, was den Lesenden darin erwartete.
    Alles in allem eine lesenswerte Geschichte, die einen guten Blick ins Leben des 19. Jahrhunderts in London bietet und einen bis zum Schluss mitnimmt und der endgültige Lösung entgegenfiebern lässt. Die Illustrationen machen diese Ausgabe zusätzlich zu etwas Besonderem🙂

  6. Cover des Buches Nicholas Nickleby, English edition (ISBN: 9780141199818)
    Charles Dickens

    Nicholas Nickleby, English edition

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee
    Als sein Vater stirbt, werden der junge Nicholas Nickleby, seine Mutter und seine Schwester Kate von ihrem hartherzigen Onkel Ralph unter die Fittiche genommen, der in London dubiose Geldgeschäfte betreibt. Der Roman schildert Nicholas' und Kates Weg hin zur Selbstständigkeit und zur Liebe.

    Nicholas Nickleby ist Charles Dickens dritter Roman und enthält einige typische Elemente des Autors, wie die Kritik an sozialen Missständen der damaligen Zeit. Hier werden Schulen mit unlauteren Methoden an den Pranger gestellt. Auch Bösewichte, hier Ralph, mit denen sich die Helden auseinander setzen müssen und viele exzentrische Nebencharaktere werden vorgestellt.
    Diese Nebencharaktere empfand ich als interessanter als den eigentlichen Helden Nicholas. Kate bleibt sogar noch blasser. Die Mutter, Mrs. Nickleby, ist eine oberflächliche Schwätzerin ohne eigene Meinung.

    Sie ist ein Beispiel dafür, dass die meisten Nebencharaktere sehr übertrieben gezeichnet sind, übertrieben böse, albern oder gut (wie die Brüder Cheeryble). Dies wirkte zwar insgesamt sehr humorvoll und ironisch, konnte aber auch schnell zu viel des Guten sein und mir damit auf die Nerven gehen, wie z.B. einige der Kapitel rund um die Theatertruppe.
    Trotz allem fehlen dem Roman die wirklich eingängigen Charaktere, die man auch lange danach nicht vergisst.
    Die Entwicklung von Nicholas' Charakter umfasst den Schritt von der Impulsivität zur Besonnenheit und der gewonnenen Lebenserfahrung durch seine Aktivitäten.

    Die Handlung von „Nicholas Nickleby“ spielt sich rund um seinen (und Kates) Werdegang ab. Sehr viele Nebencharaktere werden eingeführt und manchmal dauerte es etwas, bis der Protagonist wieder im Fokus war. Ich empfand dies phasenweise als sprunghaft und auch langatmig.
    Nicht Charles Dickens' bester Roman, dennoch einer, den ich gerne gelesen habe.
  7. Cover des Buches Mister Pip (ISBN: 9783125798861)
    Lloyd Jones

    Mister Pip

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    "It was always a relief to return to Great Expectations. It contained a world that was whole and made sense, unlike ours." (Jones, S. 58).

    Mathilda lebt in Ozeanien, auf einer kleinen Insel. Ihr Leben wird von der Schule, dem Alltag mit ihrer Mutter und den Dorfbewohnern bestimmt. Als Krieg ausbricht, übernimmt der einzige weiße Mann des Dorfes, Mr. Watts den Schulunterricht und geht ganz neue Wege. Er möchte den Kindern das Werk des größten Schriftstellers der Welt vorstellen: Mr. Charles Dickens und seine "Great Expectations". Zunächst skeptisch, dann zunehmend enthusiastisch nehmen sich die Kinder der Lektüre an, verspricht sie doch einen Ausweg aus dem kriegerischen Alltag, bis die Rebellen das Dorf einnehmen und Mathildas Welt für immer verändern.

    Lloyd Jones "Mr. Pip" ist ein leises Buch. Still folgen die LeserInnen der Geschichte um Mathilda, Mr. Watts und Dickens "Große Erwartungen". Still schleicht sich auch die nahende Katastrophe heran. Denn Krieg ist mehr als das tobende Schlachtfeld, Bombenangriffe und Tod. Krieg ist auch warten, warten auf die Katastrophe, die vielleicht nie eintrifft oder so unverhofft kommt, dass sie schneller vorüber ist, als man sie verarbeiten kann. Als dieser Punkt im Buch eintrifft, kommt er mit so einer brachialen Kraft, dass einem die Luft im Hals stecken bleibt. Doch die Gewalt ist nur ein Teil der Geschichte. 

    Mr. Pip ist aber auch ein Buch über kulturelle Unterschiede, gegenseitige Wertschätzung und Akzeptanz. Als einziger weißer Mann des Dorfes, ist Mr. Watts ein Außenseiter. Seine Liebe zur Literatur wird belächelt, denn sie geht an der Lebenswelt der Inselbewohner vorbei, wo sich Wissen als praktisches Alltagswissen und die Geschichte ihrer Vorfahren findet. Dieser Kontrast führt zu Spannungen zwischen den Inselbewohnern, die zunächst wenig mit Dickens und Watts Liebe zum englischen Schriftsteller anfangen können. Doch das gegenseitige Verständnis wächst mit der aufkeimenden Katastrophe und zeigt, dass gegenseitiges Verständnis die Grundlage einer jeden Gemeinschaft darstellt.

    Fazit: Ein leiser Roman mit Durchschlagkraft, einer tollen Sprache und Message. Lesenswert!
  8. Cover des Buches Rettungsversuch für Piggy Sneed (ISBN: 9783257019544)
    John Irving

    Rettungsversuch für Piggy Sneed

    (76)
    Aktuelle Rezension von: Trishen77

    Mein Bekenntnis direkt vorweg: Ich finde, dass John Irving einer der wichtigsten und besten Schriftsteller unserer Zeit ist. Nicht unbedingt, weil er der größte Romancier ist, da gibt es mit Philip Roth, Jonathan Safran Foer, Paul Auster, Milan Kundera etc. noch einige bessere, versiertere. Aber wenn es um Geschichtenerzähler geht, wenn es um Figuren geht, können Irving nur wenige das Wasser reichen. Epik und Menschliches treten nirgendwo so zusammen auf, wie in einem Irvingroman.

    Aber: Was soll man von den Kurzgeschichten eines Autors erwarten, der hauptsächlich wunderbar lange und, in aller Breite, über imaginäre Jahre und Jahrzehnte gehende, Romane schreibt? Dessen Figuren man sonst so gut kennen lernt, wie es selten ist bei Romanfiguren (die doch sonst meist die Distanz zum Leser nicht überwinden können; oft nicht mehr als Symbole sind, die in Personen wandeln)?

    Nachdem ich die erste Erzählung des Bandes, "Rettungsgesuch für Peegy Sneed" gelesen hatte, dachte ich: okay, Irving hat hier seine ersten Erzählversuche und gleichsam seine Bekenntnisse vorgelegt. Doch schon die zweite Erzählung "Innenräume" und später "Miss Barrett ist müde" haben mich beeindruckt wie es nur "echte" Erzählungen sonst tun - gleichzeitig wirkten diese beiden Texte auch ein wenig wie komprimierte Irving-Romane oder Teilstücke aus einem Roman, auch weil ihre Zusammensetzung, ihre Art und ihre Motive Irving-typisch wirkten.
    Doch auch damit war das Repertoire des Bandes noch nicht erschöpft. Denn mit dem innerlichen "Fast schon in Iawo" und dem ähnlich verzehrten Text "Fremde Träume" legte Irving auch noch zwei eher experimentelle, künstliche Werke vor - deren Ideen dennoch nicht unbedingt schlecht sind und die zumindest einen Eindruck hinterlassen. Die letzte Erzählung "Brennbars Fluch" ist die einzige schlechte des Bandes, wie ich finde.
    Der Essay über Dickens, eine schöne und doch kräftige Liebeserklärung, kann gleichzeitig als gespiegeltes Portrait von Irving selbst gelten, zumindest teilweise und man kann einiges über ihn daraus erfahren. Somit schließt sich, da die erste Erzählung ebenso eine kleine Selbstcharakterisierung enthält, der Kreis am Ende nahezu perfekt.

    Ich weiß nicht, ob ich einem echten Irving-Fan das Buch empfehlen sollte. Schon bei den neusten Romanen war das ja immer ein schwieriges Thema. Und dann dieser Band?
    Soviel: Für einen Irving-Roman ist dieses Buch kein Ersatz, auf gar keinen Fall. Aber man sollte diese Projekte auch nicht bloß als Reste, erste Arbeiten und Beiwerk sehen. Im Band, als Einheit, haben diese Texte schon eine interessante Lektüre zu bieten. Und wer etwas mehr über Irvings schreiben erfahren will, dem könnten sie vielleicht ein bisschen dabei helfen. Und mindestens drei Erzählungen und der Essay sind in keiner Weise für Irving-Freunde zu verachten udn auch nicht wirklich Neuland, wenn man sich an den begrenzten Raum gewöhnt.

  9. Cover des Buches Europareise (ISBN: 9783958620483)
    Diverse

    Europareise

    (17)
    Aktuelle Rezension von: Edelstella

    Einfach wunderbar diese Europareise bekannter Autoren, erschienen beim Audio-Verlag, hörbar auf 8 CD's, besprochen von bekannten Synchronstimmen.


    Der Hörgenuß dieser Reise ist von ganz besonderer Art:

    Da umgarnt mich Goethe voller Romantik und entführt mich nach Italien, insbesondere nach Rom und Neapel und ich kann es riechen und sehen und fühlen. Barenberg nimmt uns mit und wir nehmen ihm den Goethe ab, er ist es gar. Wunderbar.

    Stefan Zweig hat mich besonders mit der Beschreibung der Großartigkeit von Oxford gefangengenommen und ich möchte einfach da mal hin. Till Hagen hat das gut umgesetzt und mich träumen lassen. Bei Zweig wünsche ich mir immer, auch über so eine wortgewaltige Sprache zu verfügen.


    Und dann eine Reise nach Norwegen auf den Spuren Nansens, besser gesagt auf seinen Schneeschuhen. Welch positive Lebenseinstellung, was für ein Elan und wie großartig die Schneewelt dort beschrieben wird. David Nathan hat hier seine Stimme geliehen. So frisch wie der Schnee selbst.


    Ich fand auch Heines Ausflug nach Polen sehr gut. Das Land aus Sicht des einfachen Bauern und deren Verhältnis zu den Edelleuten und wiederum deren Stellung zu Frankreich und Rußland.

    Sehr wissenswert und wertschätzend. So wie es Heines Art war!


    So kann man immer weiter schwärmen, auch wenn man Dickens durch Frankreich begleitet und sich so manches Schmunzeln nicht verkneifen kann.


    Was haben diese großen Menschen für Strapazen auf sich genommen und trotzdem sind sie an ihnen gewachsen und wir dürfen die jeweiligen Zeiten und Sehenswürdigkeiten durch ihre Augen betrachten und oft geben sie Raum, uns ein eigenes Bild zu machen.

    Ein Kulturgenuß der Lust macht, den nächsten Zug zu nehmen und hinaus in die Welt zu schreiten und der Neugier auf weitere Werke der großen Erzähler/innen macht.

    Selbst der Umkarton der CD's ist sehr elegant gestaltet, zeigt er doch meines Erachtens eine Bühne mit Vorhängen für den nächsten Aufzug! Ich vergebe 5 Sterne und eine klare Empfehlung, wenn man ein besonderes Geschenk für einen verehrten Menschen braucht.



  10. Cover des Buches Eine Weihnachtsgeschichte (ISBN: 9783742429247)
    Charles Dickens

    Eine Weihnachtsgeschichte

    (92)
    Aktuelle Rezension von: ViktoriaScarlett

    Das Original von Charles Dickens ist einzigartig und eine Geschichte der ganz besonderen Art. Wie sehr sie mich begeistert hat und vor allem warum, vertraue ich dir im Text an. 

    Meine Meinung zur Geschichte:
    Wer kennt sie nicht? Die drei Geister, die den Geizhals Scrooge bekehren? Doch wie hat Charles Dickens die ursprüngliche Geschichte geschrieben? Wie stark haben die vielen Verfilmungen die Geschichte verändert? Ich wollte endlich das Original kennenlernen und begab mich mit diesem Hörbuch mitten ins Geschehen.

    Charles Dickens war ein Schriftsteller der eindeutig mit Wörtern umgehen konnte. Er machte aus dieser Geschichte etwas Großes. Für mich ist sie aus der Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken. Mit seiner Schilderung um Ebenezer Scrooge traf einen Nerv der Zeit, der noch heute, 179 Jahre nach der Erstveröffentlichung aktuell ist. Die meisten Menschen haben vergessen, um was es eigentlich zu Weihnachten und generell im Leben geht. So ist diese Geschichte eine eindrückliche Erinnerung an uns alle.

    Zu Beginn der Geschichte erfuhr ich, dass Scrooge Partner Marley seit Jahren tot ist und ersterer ein geiziger, sowie kaltherziger Mensch ist. Ich traf auf seinen Angestellten Bob Cratchit, seinen Neffen Fred und zwei Männer, die um finanzielle Hilfe für die Armen baten. Scrooge machte natürlich allen klar, was er von ihren Wünschen hielt – Weihnachten kann er nicht ausstehen und die Armen brauchen in seinen Augen keine Hilfe.

    Dadurch nahm das Geschehen seinen unvermeidlichen Lauf. Marley erschien und die Heimsuchung durch die Geister wurde angestoßen. Sie erschienen ihm stets um 1 Uhr nachts in jeweils drei Nächten. Im Detail ist das Geschehen mitreißend und bewegend. Einige kurze Stellen zogen sich ein klitze kleines bisschen, dennoch war mein Hörerlebnis einmalig und aufregend. Ich konnte mich gedanklich sehr gut hineinversetzen. Gleichzeitig verglich ist das Original mit den Versionen, die ich kannte. Dabei stellte ich fest, dass diese gar nicht so stark abwichen.

    Solltest du die Geschichte nicht kennen, höre sie dir unbedingt an oder lies sie. Auch wenn dir Verfilmungen bekannt sind, solltest du es tun. Für mich selbst hat es sich absolut gelohnt, mich dem Original zu widmen. Sie ist und bleibt eine meiner liebsten Weihnachtsgeschichten, denn sie trägt so viel in sich. Was Charles Dickens damit sagen wollte, kam für mich ebenso heraus, wie die Werte, die vermittelt werden. Auf den Ausgang geheich aus Spoilergründen absichtlich nicht näher ein.

    Meine Meinung zum Sprecher:
    Helmut Krauss‘ Stimme war mir von irgendwoher bekannt, obwohl ich noch immer nicht weiß woher. Ich mochte sein Vorlesen besonders gerne, weil ich er eine klassische Erzählerstimme hat. Ich hörte ihm mit Genuss zu und begab mich in die Zeit des 19. Jahrhunderts. Mit ihm wurde mein Hörerlebnis zu unvergesslichen Stunden.   

    Mein Fazit:
    Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens ist berührend, aufregend und voller wichtiger Werte. Die spannungsvoll geschriebenen Kapitel nahmen mich mit in das 19. Jahrhundert. Die Erzählung traf damals wie heute den Nerv der Zeit und wird immer aktuell bleiben. Ich hoffe, dass Menschen daraus lernen und sich daran erinnern, was im Leben wirklich zählt. Die Geschehnisse mit den drei Geistern haben mich gerührt und nachdenken lassen, obwohl ich die durch die zahlreichen Verfilmungen bereits kannte. Man sollte sich unbedingt das Original anhören oder lesen. Die Geschichte hat sich unvergesslich in mein Gedächtnis eingebrannt.

    Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!

    Das Hörbuch wurde von mir über Audible gehört und anschließend freiwillig rezensiert.

  11. Cover des Buches Drood (ISBN: 9781600248344)
    Dan Simmons

    Drood

    (2)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros
    Nachdem er im Jahre 1865 ein dramatisches und tragisches Zugunglück mit vielen Toten überlebt hat, sieht Charles Dickens immer wieder den mysteriösen Drood. Er macht sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Fremden, doch niemand anders hat ihn bisher getroffen.
    Wilkie Collins, ein enger Freund des berühmten Romanciers, begleitet ihn bei seinen Nachforschungen und bis hinein in die Londoner Unterwelt...

    Der Roman "Drood" wird aus Sicht des Schriftstellers Wilkie Collins erzählt, der den wohl berühmtesten Autor seiner Zeit in den letzten Jahres seines Lebens begleitet.
    Überraschenderweise wird Dickens hier allerdings als ein zutiefst unsympathischer Mensch dargestellt, welcher mit Freunden ebenso wie mit Familie herablassend umgeht und sich selbst als den "Unnacharmlichen" bezeichnet.
    Trotzdem besticht dieser Roman durch einen bildgewaltigen, detailreichen und wortgewandten Erzählstil, der mir sehr gut gefallen hat.

    Doch leider kann dieser wunderbare Stil nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Handlung gekünstelt in die Länge gezogen wurde und nach etwa der Hälfte der fast 1000 Seiten in recht sinnlose Wiederholungen abdriftet.
    Zwar werden stets wieder neue Wendungen in die Geschichte eingebaut, sodass kurz wieder neuer Schwung in die Ereignisse kommt, doch auch hier lässt nach einer kurzen Weile die Leselust nach und die Langeweile nimmt erneut Überhand.

    Was man Dan Simmons allerdings zugute halten muss ist, dass er seine Handlungen immer sehr realistisch wirken lässt, viele Figuren in die Geschichten einbaut, deren Existenz tatsächlich belegt ist und das Ganze mit einem Hauch Mystik würzt, die seine Bücher zu etwas ganz Besonderem macht.
    Die Charaktere in diesem Roman sind bis ins kleinste Detail ausgefeilt, ihre Hintergrundgeschichten basieren größtenteils auf Biographien und verleihen ihnen dadurch Tiefe und Gefühl. Der Autor schafft es somit erneut, dem Leser den Eindruck zu vermitteln, man würde die Akteure im Buch kennen und überall hin begleiten.

    Ich bin bei meiner Bewertung des Buches daher sehr zwiegespalten. Zum einen handelt es sich aus schriftstellerischer Sicht um ein beeindruckendes Werk, zum anderen hat es mich beim Lesen oft mit dem Gedanken zurückgelassen, dass viele Passagen für den Handlungsverlauf eher unnötig und nur Füllmaterial sind.
    Idee, Schreibstil und Atmosphäre der Geschichte haben mir allerdings gut gefallen, doch die zwischenzeitlichen Längen sind enttäuschend.

    Wer diesen Roman lesen möchte, muss einen langen Atem haben.

    Ich vergebe daher zwei Sterne.
    Von diesem Buch habe ich mir sehr viel mehr erhofft.
  12. Cover des Buches The Unlikely Escape of Uriah Heep (ISBN: B07Y5K1JD4)
    H. G. Parry

    The Unlikely Escape of Uriah Heep

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Shannon

    Dieses Buch könnte locker 5 Sterne erreichen, wenn es um ein Drittel gekürzt und weniger verkopft wäre. 

    Die Grundidee ist großartig, der Bruder-Geschwisterkonflikt zu stark ausgearbeitet, die Literaturreferenzen fundiert und amüsant eingesetzt - nur die Leichtigkeit fehlt, die etwa einen Jasper Fforde so genial macht. 

    Alles in allem eine verpasste Chance, die meine Geduld stark beansprucht hat, aber mir trotzdem 4 Sterne wert ist, weil ich weiß, welches Wissen dahinter steht.

    Für Fans von Victorian Literature unterhaltsam genug!

  13. Cover des Buches Schauplätze der Weltliteratur (ISBN: 9783534610303)
    John Sutherland

    Schauplätze der Weltliteratur

    (62)
    Aktuelle Rezension von: Lesehoernchen99

              In dem Buch "Schauplätze der Literatur" sind über siebzig Orte versammelt, die alleine durch ein Buch bekannt wurden. Für Literaturliebhaber*Innen eine wunderbare Sammlung mit vielen bekannten Orten und vielen Illustrationen.


    Das Buch macht auf den ersten Blick vielleicht nicht so viel her, aber es ist eine großartige Sammlung. Die Größe, wie ein dickes Bilderbuch, macht es leicht, sich darin zu verlieren, sich die Schauplätze und Orte von berühmten Büchern anzuschauen. 

    Reich bebildert, Landkarten, Illustrationen, all das lädt zum Träumen ein. Dazu kommt der Text, wie in einem Sachbuch, Erklärungen über die Bücher, Zitate oder auch biografische Daten über die Autoren machen es lesenswert und interessant. 

    Ein Nachschlagewerk zu Klassikern, wenn man gerne mal hinter die Kulissen schauen möchte. Mir gefiel die Mischung aus Sachtext, Bildern und Illustrationen. Damit wird eine gute Verbindung zu dem jeweiligen Buch hergestellt. Hat mir sehr gefallen und wird immer mal wieder durchgeblättert.

            

  14. Cover des Buches The Eyre Affair: Thursday Next Book 1 by Jasper Fforde (2002-07-04) (ISBN: B01K95X7OG)
    Jasper Fforde

    The Eyre Affair: Thursday Next Book 1 by Jasper Fforde (2002-07-04)

    (8)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Thursday Next lebt im England der 80er Jahre. Seit über 100 Jahren führen England auf der Krim gegen Russland Krieg. Als Literaturagentin gehört Thursday Next einer Agentur an die sich als Beschützer der Literatur versteht. Wenn die Bösen Mächte in ein Originalmanuskript eindringen, dann können sie die Handlung verändern und somit auch das Geschehen der Zeit. Thursdays Familie ist schon sehr chaotisch, aber dann kommt ein sehr komplizierter Fall auf sie zu. Einer der größten Bösewichte, wenn nicht sogar der Böseste, dringt in Brontes Jane Eyre ein und entführt die Hauptfigur. Alle Literatecs sind alarmiert und Next macht sich mit ihren Kollegen in den Kampf und dringt nicht nur in die Welt der Literatur genauer ein. Jasper Forde ist etwas großartiges gelungen. Ein Mix aus chaotischer Liebesgeschichte, großartiger Fantasy und eine Reise in die Weltliteratur. In einer erfrischenden Sprache lässt er die äußerst sympathische Hauptfigur Thursday Next durch ein fantastisches Endland stolpern. Der nächste bitte.


  15. Zeige:
    • 8
    • 12
    • 24

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks