Bücher mit dem Tag "diktatur"
171 Bücher
- Markus Zusak
Die Bücherdiebin
(4.703)Aktuelle Rezension von: JosefineEin Meisterwerk.
Was macht dieses Buch so besonders? Alles!
Markus Zusaks Schreibstil ist unglaublich und wunderschön, leider findet man so etwas zur Zeit selten. Das Buch ist ja nun auch fast schon 20 Jahre alt.
Die Charaktere: sie haben Ecken und Kanten, Eigenheiten, sie werden lebendig und man denkt, tatsächlich am Leben dieser Menschen teilhaben zu können. Auch die Sprache mit dem Bayrischen Ausdrücken ist unglaublich gut recheriert, hier merkt man dass der Autor deutsche bzw. österreichische Wurzeln hat. Es gibt den Charakteren große Glaubwürdikgeit, es wäre nicht passend in einer ländlichen Gegend in der Nähe von Münschen seine Protagonisten lumpenreines Hochdeutsch sprechen zu lassen.
Die Story: es gibt schöne Momente und absolut tragische. Liesels Leben während der Zeit des zweiten Weltkrieges wird aus der Sicht eines jungen heranwachsenden Mädchens erzählt. Nach und nach erweitert sich ihre Sichtweise. Das Buch hat mich oft schmunzeln lassen und zum Weinen gebracht.
Die Perspektive des Todes: Zu Beginn, sehr gewöhnungsbedürftig, aber es bereichert das Buch umso mehr.
Die Bücherdiebin gehört in jeden Bücherschrank. Ich finde es schade, das Buch erst jetzt gelesen zu haben. - Suzanne Collins
Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele
(17.949)Aktuelle Rezension von: HeimelinaBevor die neuen Teile der Reihe dran sind, musste die Geschichte rund um Katniss, Peeta und Distrikt 12 noch einmal gelesen werden.
Ich habe die Bücher damals das erste Mal als junge Jugendliche gelesen. Ich finde es spannend, an wie viel und gleichzeitig wie wenig ich mich erinnert habe und wie anders ich die Geschichte erlebt habe, jetzt wo ich an einem anderen Punkt im Leben stehe.
Der Einstieg in die Geschichte ist schnell und direkt. Das Worldbuilding passiert quasi nebenher, was ich sehr faszinierend und erfrischend fand. Erzählt wird aus der Perspektive von Katniss Everdeen.
In diesem Buch passiert unglaublich viel. Die Autorin schafft es auf verhältnismäßig wenigen Seiten tiefgründige Charaktere zu schaffen, in die man sich als Leser reinfühlen kann.
Mehrere Wochen Hungerspiele werden beschrieben, die sich wie mehrere Wochen anfühlen, aber nie langweilig werden.
Der Spannungsbogen wird durchgehend aufrecht erhalten. Dadurch, dass Katniss immer und zu jeder Zeit in Gefahr ist, wenn sie sich falsch verhält (innerhalb und außerhalb der Arena), bleibt man als Leser, genauso wie sie, die ganze Zeit in einer Art "Habachtstellung".
Die ganze Idee des Buches ist so unfassbar schlimm wie genial und ein perfektes Abbild unserer Gesellschaft. Ich konnte mich beim Lesen so sehr in Katniss und Distrikt 12 reinversetzen und mich mit ihr identifizieren, bis ich irgendwann festgestellt habe, dass das Kapitol die westliche Welt repräsentiert, von der ich ein Teil bin bzw. wir sind. Natürlich ist alles ein wenig überspitzt, aber im Grunde wahr. Ich habe mich für unsere Gesellschaft geschämt. Durch unseren Lebensstil tragen wir aktiv dazu bei, dass andere Teile der Welt und deren Menschen ausgebeutet werden.
Das Buch lässt mich nachdenklich zurück.
Meiner Meinung nach ein absolutes Must-Read, was man tatsächlich auch mehrmals lesen kann.
- Suzanne Collins
Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe
(9.055)Aktuelle Rezension von: Vivien_tsPeeta und Katniss müssen versuchen ihre Beziehung, so gut es geht, aufrechtzuerhalten, damit das Kapitol keinen Verdacht wittert. Doch schon bald wird klar, dass noch viel größere Herausforderungen auf die beiden zukommen.
Auch der zweite Teil der Reihe war absolut gelungen. Zwar habe ich irgendwie schon erwartet, was bei den nächsten Hungerspielen passiert, aber das hat mich noch lange nicht am Lesen gehindert.
Ich liebe Peeta wirklich. Ich bin schon seit Anfang a Team Peeta und nicht Team Gale, selbst wenn Gale nichts Böses getan hat. Ich kann einfach nicht verstehen, in welche Richtung Katniss Gefühle tendieren.
Am Ende gab es noch einen unerwarteten Plottwist, mit dem ich nicht wirklich gerechnet habe, den ich aber ehrlicherweise auch nicht ganz verstanden habe. Falls also irgendwer mir erklären könnte, was die letzten 10 Seiten für eine Bedeutung hatten, wäre das super.
Ich kann auf jeden Fall kaum erwarten, wie der dritte und letzte Band dieser Reihe sein wird und was darin auf mich wartet. Ich habe Angst. - Stephen King
Die Arena
(1.245)Aktuelle Rezension von: jess_nixxSchon der Anfang ist spektakulär und wirklich gut. Gleichzeitig aber auch leicht wirr, was aber gefühlt bei allen Büchern von ihm vorkommt. Ebenfalls typisch King, ergeht er sich, besonders zu Beginn, in ausschweifenden Erklärungen, die immer wieder an der Grenze des erträglichen kratzen. Das wird aber im Verlauf deutlich besser.
Nach und nach erfahren wir mehr zu den Charakteren und es tut sich bei manch einem ein riesen Abgrund auf und wir rutschen immer tiefer hinein. Die vielen Charaktere können erstmal etwas überfordern, aber ich war da erstaunlich schnell drin, was sehr an der guten Ausarbeitung jedes einzelnen liegt.
Trotz der vielen Seiten schreitet das Geschehen sehr schnell voran und es hat richtig Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Klare Empfehlung.
- Pascal Mercier
Nachtzug nach Lissabon
(1.390)Aktuelle Rezension von: LuliaIm Zentrum der Handlung steht der introvertierte Altphilologe Raimund Gregorius dessen Alltag aus Ritualen, Büchern und seiner Tätigkeit als Lehrer besteht. Ein zufälliges Treffen mit einer geheimnisvollen Frau auf dem Weg zur Schule und ein portugiesisches Buch voller existenzieller Gedanken, die er zufällig in einer Buchhandlung entdeckt, reißen ihn aus dieser Ordnung heraus und er begibt sich auf die Spuren des Autors ebendieses Buches, was ihn nach Lissabon führt. Die Handlung liest sich wie eine Reise durch Lissabon mit seinen Stationen, die einzeln für sich eine weitere neue Facette sowohl des Autos Prado als auch Gregorius‘ freilegen. Hierbei wechseln sich Passagen mit Schilderungen Nahestehender Prados über ebendiesen, Passagen seines Buches und innerer Empfindungen und Gedanken Gregorius‘ ab. Die stille und langsame Handlung lebt vor allem von der Atmosphäre, den inneren Bewegungen und den Begegnungen.
Bei den Protagonisten stehen sowohl Gregorius als auch Prado klar im Mittelpunkt. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung, die die beiden im Verlauf des Buches vollziehen. Aber auch relevante Nebenprotagonisten erleben eine nachvollziehbare und schöne Entwicklung, die der Geschichte eine zusätzliche Facette und Tiefe verleiht. Wer stille und tiefgründige Romane mit philosophischem Tiefgang und existenziellen Fragestellungen mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist philosophisch, klar und teils anspruchsvoll, was gut zur Handlung passt.
Minuspunkte: Das bereits erwähnte langsame Handlungstempo war an einigen Stellen sehr zäh und der philosophische Einschlag war mancherorts ein wenig zu anspruchsvoll.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. - Suzanne Collins
Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange
(1.098)Aktuelle Rezension von: Buecherwyrm98Im Mittelpunkt des Prequels zu der "Tribute von Panem" Reihe steht der junge Coriolanus Snow zur Zeit der 10. Hungerspiele. Man erfährt hier viel über seine Geschichte und seinen vielschichtigen Charakter. Als Leser kann man seine Handlungen bis zu einem gewissen grad nachvollziehen und man versteht, wieso er sich zu dem grausamen Herrscher entwickelt, den man aus den früheren Büchern kennt. Außerdem lernt man durch das Buch eine ganz neue Seite des sonst so prachtvollen Kapitols kennen: statt Glanz und Glamour kämpfen die Bewohner selbst gegen Armut und Hunger und versuchen dabei den Schein der Macht aufrecht zu erhalten. Mit dieser interessanten Konstellation überzeugt Suzanne Collins auf ganzer Linie.
- Margaret Atwood
Der Report der Magd
(897)Aktuelle Rezension von: Phija"Roman" steht auf dem Cover. In kleiner weißer Schrift unter dem Titel, am Rand des roten Gewandes der Magd. Es ist also ein Roman - Fiktion. Auf der Rückseite prangert in markanten Lettern "Dystopie". Es ist also ein dystopischer Roman - Fiktion. Doof nur, dass dieses Buch bei mir, aber auch bei vielen anderen das Gefühl auslöst, dass es Realität sein könnte. Warum nur? In einem Interview erklärt Atwood, sie habe nichts erfunden. Alles, was in diesem Buch passiert, ist so oder so ähnlich Teil der Menschheitsgeschichte. Ich denke, das ist die Antwort.
"Der Report der Magd" ist in den 80er Jahren erschienen, aber keinen Tag gealtert. Der Schreibstil ist etwas ungewohnt und anspruchsvoll, nimmt man sich aber genügend Zeit, ist dieser gut lesbar, wunderschön und schmerzhaft zugleich. Aber worum geht es hier eigentlich? Kurz gesagt, um das totalitäre Gilead, in dem Frauen vollkommen unterdrückt werden. Ihre einzige Aufgabe ist es, Kinder zu gebären. Die Regeln, Gesetze und Strukturen der Regierung entfalten sich während des Lesens. Man wird in die Handlung reingeworfen und ist selber dafür verantwortlich, sich die Welt Stück für Stück zusammenzupuzzeln. Der Roman gibt einem aber auch die Zeit, genau das zu tun. Wir sind währenddessen jedoch gefangen im Kopf einer sichtlich traumatisierten Frau namens Desfred, die versucht, das Jetzt und die Vergangenheit zu verarbeiten. Genau diese Perspektive ist es, die bei dem langsamen Erzähltempo die Spannung erzeugt. Denn die Frage, die einem immer wieder im Kopf schwirrt, ist: Wie konnte das alles nur passieren?
Der „Roman“ ist nichts für zwischendurch. Auch nichts, um einfach mal von der Realität abzuschalten. Der „Report der Magd“ braucht Zeit, um gelesen zu werden. Belohnt wird man am Ende nicht mit Hoffnung, sondern mit Wut und irgendwie auch Angst. Aber ich denke, das sind genau die Gefühle, die wir brauchen, um Veränderungen in unserer Realität zu erkämpfen. Denn blickt man nach Amerika oder auch in die rechten Ecken der deutschen Politik, ist es unbestreitbar, dass wir kämpfen müssen!
- Cecelia Ahern
Flawed – Wie perfekt willst du sein?
(1.199)Aktuelle Rezension von: Books_of_sanMir hat der erste Teil dieser Dystopie sehr gefallen und ich freue mich auf Band zwei. Das System, welches hier geschildert wurde, ist gut durchdacht und die ganzen politischen Intrigen machen es umso spannender und unvorhersehbarer. Man hat jeden wegen irgendetwas im Verdacht und fragt sich welche Überraschung nun als nächstes folgt. Absolute Leseempfehlung!
- Kai Meyer
Die Seiten der Welt – Nachtland
(683)Aktuelle Rezension von: anilaDie Seiten der Welt – Nachtland von Kai Meyer hat mich komplett begeistert. Schon nach den ersten Kapiteln war ich wieder mitten in dieser magischen Welt aus Bibliotheken, Geschichten und literarischen Geheimnissen gefangen. Nachtland schafft es, Spannung, Fantasy und Emotionen so miteinander zu verbinden, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre: düster, geheimnisvoll und gleichzeitig voller Wunder. Kai Meyer schreibt unglaublich bildhaft – jede Szene fühlt sich lebendig an, als würde man selbst durch die verborgenen Gänge und zwischen den Seiten uralter Bücher wandern. Die Ideen rund um die Macht der Bücher und Geschichten sind kreativ und faszinierend umgesetzt.
Auch die Figuren haben mir richtig gut gefallen. Sie wirken glaubwürdig, entwickeln sich weiter und machen die Geschichte emotional greifbar. Vor allem die Mischung aus Abenteuer, Magie und einer leicht melancholischen Stimmung hat das Buch für mich besonders gemacht.
Nachtland ist für mich ein perfekter Fantasyroman für alle, die Bücher lieben und gerne in außergewöhnliche Welten eintauchen. Spannend, atmosphärisch und voller Magie – definitiv ein Highlight!
- Nino Haratischwili
Das achte Leben (Für Brilka)
(275)Aktuelle Rezension von: Barbara_NeltingEin Buch, was allein durch seinen Umfang schreckt und entsprechend lang bei mir lag, bevor ich mich herangewagt habe. Tja, was soll ich sagen: Ich habe nicht bereut, es gelesen zu haben und vermutlich werden mich die lebensnah geschilderten Protagonistinnen und ihre Schicksale sowie wie vor allem ihre Welt (Georgien als Teil der Sowjetunion über das 20. Jahrhundert hinweg) noch lange begleiten. Auch mochte ich den teils poetischen Schreibstil und, wie alles miteinander verwebt war.
Mehr als 3 Sterne kann und mag ich dennoch nicht geben. Allzu sehr schimmerte durch die Geschichten aller beschriebenen Frauen ein Fatalismus, eine Tragik, eine Schicksalsergebenheit, die meines nicht ist und die ich der Autorin als Eigenschaft unterstelle. Ja, die Zeiten waren hart und schwierig. Ja, es gab Tod, Folter, Vergewaltigung, persönliches Unglück. Aber MUSS denn deshalb wirklich jede einzelne Person dieses Buches eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, gebrochen sein und fortan unfähig zu Glück, Selbstliebe, etc.? Ich finde: nein, und hätte mir in all dem Schatten mehr Licht gewünscht. Leider war es jedoch über all die mehr als 1200 stolzen Seiten des Romans so, dass, wenn man einmal glaubte, dass es jetzt endlich mal für eine der geschilderten Frauen ganz gut liefe, man sicher sein konnte, dass das Unglück nicht fern war, oft durch eigenes Zutun. Das ermüdet und nervt sogar mit der Zeit, und schmälert die unglaubliche Leistung der Autorin, über 100 Jahre georgischer und europäischer Geschichte mit berührenden, miteinander zusammenhängenden Einzelschicksalen zu verknüpfen, leider arg.
- Cecelia Ahern
Perfect – Willst du die perfekte Welt?
(858)Aktuelle Rezension von: BuchspinatZum Inhalt:
Celestine hat sich bei ihrem Großvater versteckt. Doch der oberste Richter Crevan gibt keine Ruhe. Er will Celestine unbedingt aufspüren, denn sie ist im Besitz von etwas, dass ihm sehr gefährlich werden und sogar das ganze Regime stürzen könnte. Das muss er unbedingt vereiteln.
Eigentlich will Celestine nur, dass alles so wird wie früher, doch das wird nicht geschehen. Dessen ist sie sich sehr bewusst. Was bleibt, außer zu kämpfen? Und sie ist nicht allein. Carrick taucht wieder auf und überredet sie, nicht mehr zu fliehen, sondern für die Freiheit zu kämpfen…
Meine Meinung:
Ich kann Euch nicht zu viel verraten. Das würde die Spannung zerstören. Band Zwei der Dilogie geht genauso spannend und temporeich weiter, wie Band Eins angefangen hat. Von daher kann ich den zweiten Band genauso empfehlen, wie den ersten Teil dieser großartigen Geschichte.
Celestine beginnt, über sich hinauszuwachsen. Immer mehr Menschen stehen plötzlich hinter ihr und dem Wunsch nach Freiheit. Auch nicht fehlerhafte Menschen. Sie findet Verbündete, muss aber auch lernen, dass manche Verbündete nur ihren eigenen Vorteil suchen und bereit sind, Celestine danach über die Klinge springen zu lassen. Das macht Vertrauen schwer. Doch ohne Vertrauen geht es nicht.
Celestine lernt schnell und steckt irgendwann mittendrin in einer Revolution, die sich sich Wochen zuvor niemals hätte vorstellen können. Als ihre Anführerin. Mit einer Courage, die mich stark beeindruckt hat.
Und sie ist nicht allein. In Carrick hat sie einen Mitstreiter gefunden, der ebenso mutig ist wie sie. Der ähnliche Werte hat. Der Menschen überzeugen kann, ihr Vorhaben zu unterstützen. Und der ihr etwas bedeutet. Und sie ihm. Trotz aller Schwierigkeiten bahnt sich zwischen den Beiden etwas an, dass größer ist als das, was Celestine einst mit Art (Richter Crevans Sohn) geteilt hat…
Manchmal hat man einfach keine andere Wahl. Dann muss man für das kämpfen, was einem wichtig ist. Für Freiheit. Für Demokratie. Für gleiche Rechte. Egal ob man „fehlerhaft“ ist oder nicht. Gemeinsam.
Das gilt für uns alle. Gerade in Zeiten, wo die Rechte von Minderheiten beschränkt werden sollen. Wo finanziell schwache Menschen ausgegrenzt werden sollen. Wo die Reichen und Mächtigen für eine immer größere Schere zwischen Arm und Reich sorgen. Wo jeden Tag von Rassismus und Gewalt zu lesen ist. Von Femiziden. Von Rechtsextremismus. Von Kriegen. Von Menschen, die ihr Hab und Gut verlieren und aus Angst vor Ermordung ihr Heimatland verlassen müssen.
Lasst uns füreinander einstehen. Für Demokratie. Für Freiheit. Für Rechtsstaatlichkeit.
Solidarisch. Mit einem offenen Herzen. Füreinander. Denn wir sind alle gleich. Wir sind Menschen.
Meine Rezension findet Ihr auch unter www.buchspinat.de
- Christina Dalcher
Vox
(428)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer"Vox" von Christina Dalcher wollte ich eigentlich schon vor einigen Jahren lesen, doch irgendwie sind dann doch immer wieder andere Bücher in den Fokus gerutscht.
Mittlerweile gibt es schon zahlreiche Rezensionen und Bewertungen zu dem Buch, in denen die Geschichte nur durchschnittlich abschneidet und hinter den Erwartungen vieler Leser zurückbleibt.
Ich bin also voller Neugier in die Welt eingetaucht, in denen Frauen um ihre Worte beschnitten werden.
"Ihr könnt uns die Wörter nehmen, aber zum Schweigen bringen könnt ihr uns nicht!"
Zitat Klappentext
Insgesamt war das Buch gut zu lesen. Oft empfand ich gerade zum Ende hin die Story als zu schnell abgehandelt und oberflächlich. Einige Szenen und Situationen ergaben nicht wirklich Sinn, bzw. hätte ich mir hier eine tiefere Ausarbeitung gewünscht.
Da ich vor kurzem erst die Serie "The Handmaid´s Tale" nach der Romanvorlage von Margaret Atwood gesehen habe, hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, eine Kopie dessen zu lesen.
Zwar ist die Geschichte der Wissenschaftlerin Jean McClellan eine Andere, doch tauchen in meinen Augen zu viele Parallelen zu der umfeierten TV-Serie auf. Sei es nun die Gründung eines neuen Amerikas aufgrund religiöser Fanatiker, die Unterdrückung und Beschneidung der Frauen, pastellfarbene Twinsets oder eine Rebellin, die durch ihren Liebhaber Unterstützung findet, um das System zu stürzen.
Hier hatte ich tatsächlich häufig den Eindruck eine Fanfiction zu lesen.
Im Ganzen nett zu lesen, aber die Geschichte begleitet leider einen faden Beigeschmack, wenn man die preisgekrönte Dramaserie um die Protagonistin June Osborne kennt.
- Suzanne Collins
Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht an
(552)Aktuelle Rezension von: raeubertochter[28.06.2026]
Haymitch will einfach nur sein Leben mit seiner Geliebten Lenore Dove verbringen dürfen, doch als die Ziehung für die Hungerspiele bei der Ernte nach einem tödlichen Zwischenfall manipuliert wird, wird sein Leben stattdessen zur Hölle.
Die Handlung, die darauf folgt, fühlt sich nicht mehr neu an. Freundschaften und Bündnisse werden geschlossen, Feinde werden zu Freunden, Gegner werden manipuliert und brutal getötet, Freundschaften werden zu engen Bindungen ... und am Ende kann eben nur einer übrig bleiben.
Selbst Haymitch's Begegnungen mit Snow fühlen sich nach der ursprünglichen Tribute-Trilogie nicht nach etwas Neuem an.
Die Figuren sind zwar sympathisch und es gibt ein paar Auftritte altbekannter Charaktere, doch einen ergänzenden Mehrwert zur Welt von Panem hatte das Buch für mich letztendlich nicht wirklich.
Insgesamt zwar gute Unterhaltung für Panem-Fans, aber mit altbekannten Mustern, ohne viel Neues!
- Juli Zeh
Corpus Delicti: erweiterte Ausgabe
(593)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannWenn ein Buch in den Canon „zu lesender Bücher“ an Schulen Eingang gefunden hat, so ist davon auszugehen, dass es nicht nur um ein diskursiv zu bewältigendes Thema geht, sondern zugleich den Anspruch eines pädagogischen Mehrwertes (man könnte es im klassischen Sinne auch als Literatur bezeichnen) beinhaltet. Insofern gäbe es an dieser Stelle wenig oder aber, im Sinne einer Textanalyse, sehr viel zu sagen. Im ersten Fall scheint alles gesagt bzw. geschrieben zu sein, im zweiten Fall wurden und werden vermutlich bereits Doktorarbeiten über diesen Themenkreis vergeben. Insofern bleibt eigentlich nur noch der Hinweis eines beeindruckten Lesers: lesen – denken – sich Notizen machen.
Denn ohne Notizen, ohne An- und Unterstreichungen wird man diesem Buch nicht gerecht, oder, anders ausgedrückt, wird einem die Vielfalt möglicher Implikationen verborgen bleiben. Aber auch ohne diesen Anspruch kann man dieses Buch lesen, dann bleibt es allerdings blutleer auf der Strecke und spätestens am Ende wird man sich fragen: Was soll das denn jetzt? Wer also nur prickelnde Unterhaltung sucht, wird hier möglicherweise enttäuscht. Das heißt im Umkehrschluss allerdings nicht, dass es den nicht gäbe.
Wie auch immer, es ist ein Buch, das viele Themen berührt, das Fragen provoziert und bei den Antworten eine beeindruckende Vorstellungswelt entstehen lässt. Es geht um das Menschsein in (vielleicht gar nicht so) ferner Zukunft, in denen dieses einem einzigen Thema untergeordnet ist: der Gesunderhaltung – und zwar um jeden Preis. Die sich daraus ergebenden politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen werden hier in Aufbau und Thematik mit eindrucksvollen Bildern wiedergegeben. Kurz gesprungen geht es sowohl um die Dialektik eines solchen Lebens, der Unterscheidung zwischen: passt oder passt nicht, gut oder schlecht/böse, als auch um ein Dazwischen, einem Schwanken, das solcherart mit der Metapher der auf einem Zaun sitzenden Hexe herausragend symbolisiert wird:
„‘Weißt du, was eine Hexe ist, Mia [ihr wird der „Prozess“ gewacht]?‘
Überrascht hebt die Angesprochene den Kopf und muss sich anstrengen, um ihre Konzentration auf den neuen Begriff zu richten.
‚Eine Hexe, mit Buckel und Besen? Die im Backofen oder auf dem Scheiterhaufen endet?‘
‚Das Wort kommt von Hagazussa. Die Hexe ist ein Heckengeist. Ein Wesen, das auf Zäunen lebt. Der Besen war ursprünglich eine gegabelte Zaunstange.‘
‚Was hat das mit mir zu tun?‘
‚Zäune und Hecken sind Grenzen, Mia. Die Zaunreiterin befindet sich zwischen Zivilisation und Wildnis. Zwischen Diesseits und Jenseits, Leben und Tod, Körper und Geist. Zwischen Ja und Nein, Glaube und Atheismus. Sie weiß nicht, zu welcher Seite sie gehört. Ihr Reich ist das Dazwischen.‘“
Nach der Lektüre des Buches war ich froh wieder im Hier und Jetzt angekommen zu sein, in einem Leben, welches von Widersprüchen durchzogen ist, und es solcherart zu einer Entdeckungsreise macht – auch mit all dem immunologisch bedenklichen Schmutz, der einer umfassenden Gesundheit, wie sie hier dogmatisch gelebt wird, hin und wieder ein Bein stellt.
(2.5.2023)
- Andreas Eschbach
NSA - Nationales Sicherheits-Amt
(367)Aktuelle Rezension von: BuecherhexeNSA - Andreas Eschbach
Andreas Eschbachs Roman NSA basiert auf einer ebenso faszinierenden wie beunruhigenden Grundidee: Was wäre geschehen, wenn dem nationalsozialistischen Deutschland bereits die technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters zur Verfügung gestanden hätten? Konkret entwirft Eschbach eine Welt, in der Computer, soziale Netzwerke und allgegenwärtige elektronische Überwachung schon während des Dritten Reiches existieren. Diese Prämisse macht NSA zunächst zu einem äußerst spannenden und beklemmenden Werk der Alternative History.
Besonders zu Beginn überzeugt der Roman durch seine konsequente Ausarbeitung des Szenarios. Eschbach gelingt es eindrucksvoll, die Mechanismen moderner digitaler Überwachung mit den totalitären Strukturen des NS-Staates zu verknüpfen. Die Vorstellung, dass Gestapo und SS nicht mehr mühsam Akten durchsuchen müssten, sondern per Mausklick auf umfassende Datensätze zugreifen könnten, entfaltet eine enorme Wirkung. Gerade weil viele der geschilderten Technologien heutigen Lesern vertraut sind, wirkt die dargestellte Dystopie erschreckend plausibel.
Auch die Figurenzeichnung ist zunächst gelungen. Die Protagonistin Helene Bodenkamp, eine talentierte Programmiererin, steht exemplarisch für Menschen, die sich in autoritären Systemen arrangieren, ohne deren Konsequenzen vollständig zu überblicken. Ihre Entwicklung verdeutlicht, wie technische Expertise und politische Verantwortung miteinander verknüpft sind – oder eben nicht. Eschbach stellt damit wichtige Fragen nach der moralischen Verantwortung von Informatikern und Technikern, die auch für die Gegenwart hochaktuell bleiben.
Dennoch weist der Roman gerade aus Sicht der Alternative History für mich erhebliche Schwächen auf. Zwar ist die Ausgangsidee originell, doch erscheint die technische Entwicklung häufig zu wenig historisch eingebettet. Die digitale Revolution wird nahezu vollständig in die 1930er- und 1940er-Jahre transplantiert, ohne dass die tiefgreifenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Voraussetzungen ausreichend berücksichtigt werden. Dadurch entsteht stellenweise der Eindruck, dass weniger eine alternative historische Entwicklung beschrieben wird als vielmehr die heutige Gegenwart mit NS-Symbolik überzogen wird. Das eigentliche Potenzial alternativer Geschichtsschreibung – nämlich nachvollziehbar zu zeigen, wie sich historische Prozesse unter veränderten Bedingungen entwickeln könnten – wird nur teilweise ausgeschöpft.
Hinzu kommt, dass der Roman im letzten Drittel zunehmend an Plausibilität verliert. Während die Handlung anfangs noch von ihrer beklemmenden Realitätsnähe lebt, steigert sich die Geschichte gegen Ende immer stärker in spektakuläre und teilweise abstrus wirkende Wendungen. Die Ereignisse überschlagen sich, Zufälle häufen sich, und einige Entwicklungen erscheinen eher konstruiert als organisch aus dem zuvor etablierten Szenario hervorgegangen. Dadurch büßt die Geschichte einen Teil jener Glaubwürdigkeit ein, die ihre größte Stärke ausmacht.
Daher mein Fazit: trotz des anfänglichen spannenden Buchs, habe ich die letzten Seiten möglichst schnell hinter mich gebracht - 3 Sterne
- George Orwell
Farm der Tiere
(1.033)Aktuelle Rezension von: strch_pi08Diese Fabel, welche die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 thematisiert, drückt George Orwell durch Tiere aus.
Die Handlung ist von Anfang an sehr fesselnd, da die Parallelen zum NS-Regime deutlich zu erkennen sind. Jeder Charakter ist dabei einzigartig gestaltet und die Motive werden deutlich.
Besonders hat mir gefallen, dass man auch als Leser*in die schleichende Einnistung der NS-Ideologien beim Lesen quasi am eigenen Leibe mitbekommt.
- Kai Meyer
Die Seiten der Welt
(453)Aktuelle Rezension von: anilaBlutbuch von Kai Meyer ist für mich ein rundum gelungener Abschluss der Reihe. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und schafft es, die Geschichte stimmungsvoll und zufriedenstellend zu Ende zu führen.
Besonders gefallen hat mir die dichte Atmosphäre, die spannenden Wendungen und die Art, wie die offenen Handlungsstränge zusammengeführt werden. Die Figuren wirken authentisch und ihre Entwicklungen fühlen sich konsequent an. Man merkt, dass auf dieses Finale hingearbeitet wurde.
Ohne zu viel zu verraten: Blutbuch bietet genau die Mischung aus Spannung, Emotionen und Geheimnissen, die ich mir von einem Abschlussband erhofft hatte. Das Ende ist gelungen und hinterlässt das Gefühl, eine besondere Reise zu einem passenden Abschluss gebracht zu haben.
Für Fans der Reihe ist Blutbuch aus meiner Sicht eine klare Leseempfehlung und ein Finale, das der Geschichte gerecht wird.
- Morton Rhue
Morton Rhue "Die Welle", Literaturseiten
(2.336)Aktuelle Rezension von: schnegge1998Wenn man an die heutige Zeit in der Schule denkt, wird wohl jeder sagen, dass mehr Disziplin und Respekt den Schülern gut tun würden. Dementsprechend finde ich das Buch sehr beeindruckend, wie schnell sowas aber auch ein anderes Format einnehmen kann. Das buch ist sehr gut geschrieben und kann den ernst der Lage gut rüberbringen. Den Film finde ich jedoch noch besser, deswegen ziehe ich ein Punkt ab.
- Cornelia Funke
Das Labyrinth des Fauns
(608)Aktuelle Rezension von: Silla_GuHach, ich weiß gar nicht so genau, was ich sagen soll…Ich habe den Film damals schon geliebt und kann selbst gar nicht so genau erklären warum 😅 Das Buch hat es mir mindestens genauso angetan wenn nicht noch mehr! Die Geschichte ist düster, bedrückend, brutal und im Endeffekt einfach nur tragisch…Mein Herz ist an so vielen Stellen für Ofelia gebrochen und ich habe so mit ihr gelitten das am Ende sogar ein paar Tränchen liefen 😢 Das Buch beweist, dass nicht nur Filme auf Büchern basieren können sondern das es auch ganz wunderbar andersherum funktioniert. Cornelia Funke hat diese besondere Geschichte von Guillermo del Toro fantastisch in Buchform gebracht! Ich hatte das Gefühl ich konnte im Buch der Geschichte sogar noch besser folgen und habe Zusammenhänge besser verstanden als beim Film. Ich liebe auch die Illustrationen sowie die Gestaltung des Umschlags und des Buches an sich, wunderschön! (Ich habe eine andere Ausgabe als die hier abgebildete Version)
Allen die den Film kennen und ihn mochten kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen, bei allen anderen wird es ganz bestimmt Geschmacksache sein, wie beim Film eben auch (wie viele schauen mich schräg an wenn ich sage das ich den Film liebe 😂). Ich bleibe mit einem schwermütigen Gefühl zurück und hoffe für Ofelia und ihre wunderbare Familie einfach nur, dass es Magie eben DOCH gibt! ✨ - Isabel Allende
Das Geisterhaus
(855)Aktuelle Rezension von: Penelope1Zunächst einmal: Dieses Buch ist in deutscher Sprache - es handelt sich nicht um eine englischsprachige Ausgabe.
Es handelt sich um eine chilenische Familiensaga, etwas düster teilweise, aber dennoch gut zu lesen und mit interessanten Einblicken in die Geschichte Chiles.
Lebendig geschrieben, lässt es den Leser in die Familiengeschichte eintauchen, man (er)lebt mit, man fühlt mit.
Flüssig geschrieben, gut erzählt, lesenswert !
- Ray Bradbury
Fahrenheit 451
(801)Aktuelle Rezension von: HenriLMatosFahrenheit 451 wird oft als Bücherliebe-Roman missverstanden. Es ist ein Roman über Konformitätsdruck und die kollektive Entscheidung, Komplexität abzuschaffen. Montag ist kein Held, er ist jemand, der anfängt zu bemerken, dass etwas fehlt, ohne zunächst zu wissen was. Bradburys eigentliche Aussage ist beunruhigender als Orwells: Die Menschen wollen, dass ihre Gedanken vereinfacht werden. Niemand muss sie dazu zwingen.
- Karen Köhler
Miroloi
(193)Aktuelle Rezension von: Ellekens„Die tollste Inselgeschichte seit Robinson Cruso“ sagte Denis Scheck – und ich gebe ihm absolut Recht!
Die Geschichte spielt auf einer Insel, nicht näher benannt, die ein Volk beheimatet, das nach den strengen Vorschriften der Khorabel (Mischung aus Khoran, Thora und Bibel) lebt. Die Vorschriften sind archarisch und unterdrücken die Frauen, die z. B. nicht Lesen und Schreiben lernen dürfen. Ein Verlassen der Insel ist verboten und wird streng bestraft.
In dieses Dorf wird die namenlose Protagonistin als Neugeborenes in einer Bananenkiste in Zeitungen des letzten Sommers gewickelt vor die Tür des Bethaus-Vaters abgestellt. Dieser nimmt sich ihrer an, doch sie wird nie eine Teil der Gemeinschaft. Im Gegenteil: Sie schuftet, wird geächtet und beschimpft, erfährt physische und sexuelle Gewalt. Da sie kein „Stammbaum“ hat, darf sie nie einen Namen erhalten, nie heiraten und auch keine Familie gründen.
Doch sie lernt Lesen und Schreiben, verliebt sich und lehnt sich auf!
Miroloi bedeutet übersetzt „Rede über das Schicksal“ und ist ein von Frauen gedichtetes und gesungenes Totenlied (aus Wikipedia). Dieser Roman ist in Strophen aufgeteilt, das das Lebenslied der Protagonistin wiedergibt, das sie selbst singt, da es sonst keiner für sie tut.
Was ein besonderes Buch! Die traurige Geschichte besticht durch ihre Form, das Setting und die besondere Sprache. Ich empfand es als absolute Bereicherung in meiner „Lese-Bubble“ und empfehle es jedem! - Sabin Tambrea
Vaterländer
(70)Aktuelle Rezension von: SeitenfresserinEs gibt immer mal wieder Bücher, welche man nicht wieder aus den Händen legen möchte.
"Vaterländer" ist ein solches.
Autor Sabin Tambrea (bekannt aus Kino, TV und Theater), beschreibt in Romanform, den mutigen Auf- und Ausbruch seiner Eltern aus Rumänien, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Vorallem ein Leben in Freiheit, ohne ständige Angst vor der Willkür eines diktatorischen Regimes.
Viel riskiert der Vater, als er es Mitte der 1980er Jahre wagt nach Deutschland zu fliehen, nicht wissend, wann und ob er seine Familie wieder sieht. Zum Glück gelingt es, dass er Frau und Kinder nach Jahren in die Arme schließen darf. Der Anfang, in dem ihnen fremden Land, war nicht einfach. Doch mit viel starkem Willen, gelingt es der Familie, fest zusammenhaltend, ihre Plätze im neuen Leben zu finden. Wenn auch jede*r von ihnen seelisch "ein Päckchen zu tragen hatte". Denn, die Heimat, verlässt Niemand mal eben so.
Die politische Geschichte Rumäniens war keine glückliche. Bald nach dem großen Sieg über den Faschismus wurde eine kommunistische Diktatur mit größter Grausamkeit und Härte im Land fest installiert. Sie stand bei der Durchsetzung den Methoden der besiegten Faschisten in nichts nach. Ausführende: die Geheimpolizei Securitate. Bespitzelung, willkürliche Verhaftungen und Verurteilungen von Vergehen, welche es nie gab. Daraus resulierend lange Haftstrafen, größtenteils unter unmenschlichen Bedingungen, mit schwerster Arbeit, um die Verhafteten psychisch als auch physisch zu brechen. Und es konnte Jede*n, wie aus dem Nichts, treffen.
Nachdem der Kommunismus mit Gewalt Regierungsform geworden war, gab es im Land einige Jahre der politischen Entspannung. Doch der nächste Tiefschlag lauerte schon und trug einen Namen: Ceauşescu. Dieser, sah den Sinn als Staatsoberhaupt darin, sich und seine Gattin, bedingungslos vom Volk huldigen zu lassen. Dazu wurde die Securitate wieder verstärkt aktiviert. Strengste Diktatur und Abschottung waren erneut an der Tagesordnung. Das Land wurde so, von einem egomanischen Herrscher-Ehepaar ins Elend gestürzt.
Kaum auszuhalten für Menschen, welche ohne staatlich verordnete, brutale Knechtschaft leben wollten.
Nach dem Ende der Ceauşescu-Diktatur, gab (und gibt) es noch weiterhin viele politische Probleme.
Es war nun aber den Tambreas möglich, wieder in die Heimat zu reisen, um die Familie zu sehen.
Denn die Familie, ist das stärkste Seil, welches es für sie gibt. Alle sind mit unerschütterlicher Liebe aneinander "geknotet". Im engsten Familienkreis sind die Knoten natürlich am stärksten. Sie halten jedem Sturm stand, egal wie stark er ist, über Generationen hinweg.
Sehr gut gefällt mir der Schreibstil des Buches. Wobei es ja eigentlich unterschiedliche sind.
Teils gar mit hemmingwayschen Charakter, bei den Beschreibungen winzigster Details, welche der kleine Sabin als Kind bemerkte. Dabei stets präsent, als liebevolle und unerschütterliche Verbündete: die große Schwester.
Anders die Erzählweise des Vaters/der Eltern, da diese oft mit schweren Sorgen beladen waren, vor dem Verlassen der Heimat als auch danach.
Das Berichten des Großvaters über seine Haftzeit, hat fast etwas Pragmatisches. Gerade deshalb fühlt sehr man mit.
Allen drei Generationen, wird durch diese leicht veränderten Erzählweisen, Raum gegeben. Dabei ist es jedoch stets stimmig.
Das lässt einen auf's Neue dankbar sein, in einer Demokratie zu leben.
Fazit: das Buch ist herzerwärmend, bewegend und darum unbedingt lesenswert. Ja, man möchte am Ende gar "Zugabe!" rufen. - Margaret Atwood
Die Zeuginnen
(234)Aktuelle Rezension von: einbisschenbuechereiDie Fortsetzung von „Der Report der Magd“ bietet eine fesselnde Erzählung aus drei Perspektiven: Tante Lydia, Agnes und Daisy. Obwohl sich das Buch vom ersten Band unterscheidet, ist es dennoch außergewöhnlich gut geschrieben.
Es liefert reichlich Hintergrundinformationen zu Gilead, seinen Machtstrukturen und den dortigen Gräueltaten. Einige offene Fragen aus dem ersten Band werden beantwortet.
Die Geschichte wird durch die Akten der Zeuginnen und vorhandene Zeugenberichte erzählt. Der Schreibstil ist klar und verständlich und zieht den Leser in die Geschichte hinein.
Margaret Atwood hat mit ihrer Reihe eine erschreckende und widerwärtige Welt geschaffen, die nichts für schwache Nerven ist. Auch der zweite Teil ist ein unglaublich spannendes Buch, das den Leser glauben lässt, dass es nicht noch schlimmer werden kann.
Wer den ersten Teil mochte, sollte unbedingt auch Teil Zwei lesen.























