Bücher mit dem Tag "dokumentation"
27 Bücher
- Cecelia Ahern
So klingt dein Herz
(561)Aktuelle Rezension von: KirschkompottSo klingt dein Herz war das erste Buch dass ich von der Autorin Cecelia Ahern gelesen habe. Es war eher durchschnittlich gut und hat mich mittelmäßig unterhalten. Der Mittelteil des Buches kam mir ziemlich lang gezogen vor. Zu dem war ziemlich viel im Buch vorhersehbar und dass hat mir die Lust am Lesen genommen.
- Lilly Lucas
This could be forever
(222)Aktuelle Rezension von: mairaTolles Buch!
Das Buch ist übrigens auch unabhängig lesbar
Wirklich, ich konnte es ziemlich schnell durchlesen und es fühlt sich wie ein gutes Buch für zwischendurch an.
Ich mochte die Charakter Kombination und auch die neuen Charaktere die wir kennengelernt haben.
Overall tolles Buch aber meiner Meinung ging die Geschichte so schnell um vielleicht zu schnell...
Trotzdem großes Lob an Lilly Lucas
- Sarah Dessen
The Moon and more
(75)Aktuelle Rezension von: Freedom4meMir hat der Roman sehr gut gefallen. Es ist keine klassische Dreiecksliebesgeschichte und es war (zum Glück) auch nicht kitschig.
Vielmehr wird die Liebesgeschichte sehr realistisch geschildert, mit Ecken, Kanten und Problemen. Das Gleiche gilt für die weiteren Themen. Es geht zum Beispiel um Familie und vor allem um das schwierige Verhältnis zwischen Emaline und ihrem leiblichen Vater. Daneben spielt auch noch die Frage eine Rolle, wie es nach der Schule weiter geht und wir erhalten Einblicke in Emalines Alltagsleben und ihren Job in der Ferienvermietung. Außerdem ist auch Freundschaft ein großes Thema.
Mir hat an allem gefallen, dass es realistisch ist. Es geht nicht immer alles gut aus und es gibt keine übertriebenen, kitschigen Happy-Ends auf allen Ebenen.
Die Hauptmessage vom Buch ist, dass im Leben nicht immer alles gut sein kann, sondern auch das Mittelmäßige und das Schlechte mit dazu gehört. Das hat mir sehr gefallen, da so kitschige Geschichten, in denen alles beschönigt wird und am Ende auch wirklich jeder glücklich ist und alle Charaktere ihr eigenes Happy-End bekommen, einfach nicht mein Ding sind. Das fühlt sich dann immer nicht echt an.Das Buch ist mit knapp 500 Seiten sehr lang. Allerdings ist der Schreibstil total angenehm und ich hatte nie das Gefühl, dass es sich in die Länge zieht. Erzählt wird aus der Sicht von Emaline und ich mag sie als Charakter echt total gerne und konnte mich gut in sie hineinversetzen.
Fazit: Sarah Dessen erzählt hier sehr realitätsnah eine Geschichte über Liebe, Familie, Freundschaft und den Übergang von Schule zu Uni. Dabei fühlt sich alles super realistisch an, es gibt auch schlechte Seiten und erzählt wird all das von einer tollen Protagonistin.
The Moon and more bekommt von mir 4,4 (also gerundet 4) / 5 Sterne.
- Metin Dogru
Pflegers Diary
(22)Aktuelle Rezension von: trollchenPflegers Diary
Herausgeber ist Edition Michael Fischer / EMF Verlag und hat 224 Seiten.
Kurzinhalt: Wenn Metin nach Feierabend mal wieder an seine Kühlschranktür klopft, weiß er, dass an diesem Tag sehr viele Patient*innen nach ihm gerufen haben – Er ist Krankenpfleger durch und durch, und ohne diese Leidenschaft geht das in seinen Augen auch gar nicht. Denn das kaputtgesparte Gesundheitssystem, der stressige Klinikalltag und die mangelnde Wertschätzung machen seinen Job zu einer Herausforderung.
Doch die Patient*innen stehen immer an erster Stelle und das Team hält zusammen. Metin kennt sie alle: die kratzbürstige Schwester Rabiata, ihre Kollegin Uschi, die gute Seele der Station, oder die jungen Auszubildenden, die angesichts des täglichen Wahnsinns versuchen, nicht durchzudrehen. Sie alle entscheiden sich jeden Morgen aufs Neue dafür, ihrem Beruf mit Professionalität und Engagement nachzugehen.
In seinem ersten Buch erzählt Metin (@ metinlevindogru) von einem Berufsalltag zwischen Hoffnung und Verzweiflung, von berührenden Schicksalen und urkomischen Momenten. Seine Geschichten machen deutlich, was schiefläuft, aber zeigen auch, warum Metin trotz allem nicht aufgibt – für uns alle.
Meine Meinung: Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil ich den Metin Degru auf den sozialen Medien ihn folge und ich finde, es hat Hand und Fuss , was er erzählt über die Pflege. Das Buch beschreibt die einzelnen Fazetten der pflege, mit denen wir täglich zu kämpfen haben , aber es zeigt auch von ihm die verschiedenen Gesichter, ob es nun Schwester Rabbiata ist ( die ich sehr gern habe, weil ich auch so in etwa bin) oder Schwester Uschi, jeder hat seine Berechtigung in der Pflege zu arbeiten. Ich finde ihn einfach sehr ehrlich und er beschreibt auch nicht nur die negativen seiten des pflegealltags, sondern auch die positiven. Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und man kann sich gut damit identifizieren, wenn man in der Pflege arbeitet.
Mein Fazit: Ein tolles Buch über den Pflegealltag, der humorig und unterhaltsam geschrieben wurde. Ich werde ihn auf jeden fall weiter folgen und hoffe, dass er noch viele gute Jahre in der Pflege hat. Ich vergebe 5 Sterne und kann das Buch jedem empfehlen.
- Anna Savas
Move On - New England School of Ballet: Special Edition
(117)Aktuelle Rezension von: Buecherwuermchen_1990Der Abschlussband ist im gewohnten Schreibstil von Anna Savas. Einfach, flüssig und gefühlvoll.
Nach dem Skye nach über 3 Jahren Gabriel wiederbegegnet, merkt man schnell das zwischen den Beiden noch nicht alles geklärt ist. Alte Gefühle flammen auf, gute und schlechte. Und genau diese Gefühle haben mich so gefesselt.
Was mir ausserdem sehr gefallen hat, das hier in diesem Teil die Ballettschule und das Tanzen wieder im Vordergrund stehen, wenn auch die Filmbranche etwas Platz darin erhält.
In der Geschichte werden Themen wie Vergebung, zweite Chancen und persönliche Entwicklung angesprochen und gut ausgearbeitet. Gabriels und Skyes Geschichte zeigt, das Personen sich wirklich ändern können. Den beide machen eine enorme Entwicklung durch und man kann mit ihnen mitfühlen und auch nachvollziehen. Auch wenn hier die echte Kommunikation etwas zu kurz kommt und ich mich darum etwas genervt habe.
Der letzte Band der Reihe bringt noch einmal alles, was diese Reihe für mich ausmacht. Ganz grosse Gefühle, persönliche Entwicklung der Charaktere, Träume und Hoffnungen und die Atmosphäre der Ballettschule.
- Sasha Filipenko
Rote Kreuze
(185)Aktuelle Rezension von: petraellenAutor
Sasha Filipenko
Inhalt
Der junge Alexander ist gerade nach Minsk gezogen. Vor kurzem hat er seine Frau verloren und muss sein Leben mit seiner kleinen Tochter neu ordnen.
Auf dem Stockwerk seiner Wohnung lebt noch eine neunzig Jahre alte Frau, alleinstehend und an Alzheimer erkrankt. Nach einer kleinen Stadterkundung kommt er zu seiner Wohnung zurück und stellt mit Erstaunen fest, dass jemand ein rotes Kreuz auf seine Wohnungstür gemalt hat. Es stellt sich heraus, dass seine Nachbarin Tatjana Alexejewna es war. Alexander hält es zunächst für einen Scherz, doch Tatjana Alexejewna erklärt ihm, dass sie das Rote Kreuz braucht, um den Weg nach Hause zu finden. Sie erklärt Alexander, dass bei ihr kürzlich Alzheimer diagnostiziert wurde. Sie weiß, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die Krankheit ihr Gedächtnis zerstört und ihre Erinnerungen ausgelöscht hat. Tatjana bittet Alexander in ihre Wohnung und will ihm ihre Geschichte erzählen. Eigentlich möchte er nicht auf einen Plausch zu ihr kommen, doch dann fesselt ihn die Lebensgeschichte.
„»… Ich würde Ihnen gern eine unglaubliche Geschichte erzählen. Eigentlich keine Geschichte, sondern eine Biographie der Angst. Ich möchte Ihnen erzählen, wie das Grauen den Menschen unvermittelt packt und sein ganzes Leben verändert.«“ (S. 15)
Sie erzählt von ihrer Vergangenheit, an die sie sich noch gut erinnern kann. Sie erzählt von dem Zweiten Weltkrieg, ihrer Arbeit im Außenministerium. Ihr Mann Ljoscha wurde vermisst und ihre Tochter Assja entriss man ihr, als sie wegen Volksverrat ins Lager kam.
Sie erzählt ein schockierendes Kapitel der russischen Geschichte, wie die Sowjetunion die russischen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg im Stich ließ, wie ihre Familien als Verräter verfolgt wurden.
Sprache und Stil
Tatjana Alexejewna wird in London geboren. Anfang 1920 zieht sie mit ihrer Familie nach Moskau. Ihr Vater Alexej Alexejewitsch Bely sieht in dem Regierungswechsel „eine Revolution des Geistes! Petersburg und Moskau sind jetzt Städte des kleinen Mannes!“ (S. 23)
Tatjana begeistert sich für den Kommunismus. Sie dient ihrem Land und wird doch verhaftet.
Sie arbeitet als Fremdsprachensekretärin im Außenministerium, als sie einen Brief bekommt, den sie übersetzen soll. Es ist eine Liste mit Namen russischer Kriegsgefangener in Rumänien, auf der sie den Namen ihres Mannes entdeckt. Sie weiß, dass Kriegsgefangene und ihre Familien als Verräter verfolgt und in den Gulag geschickt werden. Sie nimmt den Namen aus der Liste und setzt einen anderen Namen, der bereits schon auf der Liste steht, dazu.
Die gefährliche Einmischung zum Schutz ihres Mannes hat nicht die Wirkung, die sie sich vorstellt. Sie wird als Verräterin bestraft und verbringt fast zehn Jahre voller psychischer und körperlicher Misshandlungen in einem weit entfernten, entsetzlichen Lager, ohne zu wissen, was mit ihrem Mann und Kind geieht. Erst nach der Haftentlassung erfährt sie, dass beide nicht mehr leben. Zudem plagt sie das schlechte Gewissen, einen Betrug vorgenommen zu haben, von dem sie sich eine Rettung erhoffte.
Sie ist am Ende ihres Lebens angekommen. Sechzig Jahre später erzählt sie ihre Lebensgeschichte ihrem jungen Nachbarn. Ihre Geschichte beginnt in Moskau 1941, als Russland schon im Krieg gegen das Nazideutschland steht. Sie erzählt von dem Wahnsinn der wütenden, stalinistischen Säuberungen.
Trotz alledem hat sie ihren Kampfgeist bewahrt und kämpft dafür, dass nichts vergessen wird.
Das Band zwischen Tatjana und Alexander
Tatjana hat Mann und Tochter verloren.
Alexander musste eine schwierige Entscheidung treffen. Er konnte wenigstens seine Tochter retten.
Beide sind verlassenen und beide werden mit dem Vergessen, Erinnern konfrontiert. Alexander hat kein Alzheimer und muss trotzdem gegen das Vergessen kämpfen.
Die Metapher „Alzheimer“ ist im Roman „Rote Kreuze“ allgegenwärtig.
Die Alzheimer-Krankheit als Schlüsselrolle
Tatjana hat Alzheimerkrankheit. Alzheimer beginnt mit leichten Gedächtnisstörungen und dem Betroffenen fällt es zunehmend schwer, sich in fremder Umgebung zu orientieren.
Es folgen deutliche Ausfälle bis zum Kontrollverlust. Das weiß Tatjana und kokettiert damit. „Ihr fällt der Vatername nicht mehr ein“ (S. 12).
Der Autor setzt die Alzheimerkrankheit als Metapher ein. Als Mahnung der Erinnerung und gegen das Vergessen. Es ist ein Aufschrei gegen das Vergessen. Hier insbesondere gegen das kollektive gesellschaftliche Vergessen, der Repressionen in den sowjetischen Republiken.
Die „Roten Kreuze“ stehen ebenfalls für „Alzheimer.“ Sie zeigen den Weg, dieses Vergessen zu verhindern. Die zahlreichen Dokumente geben Aufschluss darüber, was geschehen ist. Menschen, die davon betroffen waren, bekommen Namen, sie werden namentlich genannt. Die Schicksale werden sichtbar.
Denn nicht nur die Alzheimerkrankheit lässt vergessen, sondern auch eine Generation, die dies miterlebt hat, wird eines Tages nicht mehr da sein und darüber reden können. Und daher ist es wichtig, dass nichts in Vergessenheit gerät.
„Aber jetzt, wo in meinem Leben alles vorbei ist…jetzt denkt sich Gott, dieser von mir erdachte Gott, für mich Alzheimer aus, weil er Angst hat! Er hat Angst, mir in die Augen zu schauen! Er will, dass ich alles vergesse.“ (S. 197)
Historische Fakten, die überprüfbar sind
Sasha Flilipenko verwendet in seinem Roman „Rote Kreuze“ Dokumente, die er in Genf recherchiert hat, denn in Moskau werden diese Dokumente unter Verschluss gehalten. Das alleine ist schon sehr wertvoll, die Dokumente zu lesen. Sie bilden letztendlich auch die historische Grundlage für seinen Roman. Oftmals kann man aus den Dokumenten entnehmen, dass auf Briefe oder Telegramme keine Antwort kam „unbeantwortet geblieben“.
Jedes Dokument und jedes Telegramm stellt einen „Stolperstein" dar. Die Aussagen sind gewaltig. Wie wenig war man an Menschen interessiert, diese zurückzuholen. „Wir sind immer davon ausgegangen, dass sich in jeder Regierung und in jeder Organisation ein Mensch finden lässt, der sich zurückmeldet. Neun werden nicht antworten, aber der Zehnte wird das lesen und was unternehmen." (S. 266)
Jedes Dokument hat eine eigene Aussagekraft, ein anderes Schicksal. Es geht um Reden des Volkskommissars, Erklärungen des deutschen Botschafters von Schulenburg, Amnestie-Erlass aus der Prada, Einlieferungsschein in die Krankenstation des Gulag, vieles mehr. Eindrucksvoller kann man diese Zeit 1941/42 in diesem Zusammenhang nicht wiedergeben.
Erzählstrategie
Sasha Filipenko baut seinen Roman auf zwei Erzählsträngen auf. Einmal erzählt Tatjana und dann wieder Alexander. Bei beiden wechselt er zwischendurch die Perspektive mit dem Effekt, dass der Leser direkt das Geschehen verfolgen kann. Diese Strategie erzeugt einen Sog in das Geschehen, dem man sich nicht entziehen kann.
Der Text wird zudem durch Gedichte und Liedtexte aufgelockert.
Fazit
Sasha Filipenko ist ein außerordentlicher Roman gegen das Vergessen der geschichtlichen Verbrechen gelungen.
Tatjanas Schicksal wird in einem erschütternden, mitreißenden Lebensverlauf erzählt.
Dieser Lebenslauf steht stellvertretend für Millionen anderer Menschen, ist aber nicht fiktiv, sondern real. Genau das macht diesen Roman aus.
- Cecelia Ahern
Lyrebird
(22)Aktuelle Rezension von: MrsFraserCecilia Aherns aktueller Roman Lyrebird (zu deutsch 'Leierschwanz') ist eine romantische Story, die unsere Art zu leben deutlich kritisiert, ohne belehrend zu sein und dabei auf wundersame Art magisch bezaubert.
Solomon ist Tontechniker. Mit seiner Partnerin Bo, der Dokumentarfilmerin, ist er in einer einsamen Gegend, wo sie die Beerdigung eines Mannes besuchen, über den sie eine Dokumentation gedreht hatten. Plötzlich steht Solomon im Wald einer jungen Frau gegenüber: Laura. Woher kommt diese Frau, wer ist sie und wie soll ihr Leben nach Toms Tod weitergehen? Das sind die ersten Fragen, nachdem Töne wieder Einzug in die Welt gehalten haben, in der Laura und Solomon in der Stille eine Verbindung zueinander gefunden haben. Fortan orientiert sich Laura an Solomon, dem sie als einzigen in einer Welt voller Fremder vertraut. Und er, als jemand, der sich mit Tönen auskennt, ist auch der einzige, der so richtig damit umgehen kann, dass Laura ständig Laute imitiert. Vom Lachen eines Menschen, über das Winseln eines sterbenden Tieres bis zum Rattern einer Nähmaschine. Schnell ist Lauras Spitzname und der Titel Bos neuer Dokumentation gefunden: Lyrebird. Der in Australien heimische Vogel, dessen 'Gesang' aus allen Geräuschen besteht, die er je gehört hat, wird zu Lauras Namensgeber. Bo hat eine fixe Idee davon, wie sie Laura ins Leben begleiten will und glaubt, dass eine Talentshow eine gute Plattform wäre, um Lauras Leben einen Kickstart zu verpassen.
Das Buch ist durchsetzt mit Zitaten aus dem Werk 'The Lore of the Lyrebird' von Ambrose Pratt (1933), ein tatsächliches Werk über den Leierschwanz. Die Zitate verraten uns in kurzen Absätzen Tatsachen über den Lebenszyklus des Vogels und seine Eigenarten. Und natürlich erkennt der Leser, dass sich Lauras Leben auch entsprechend dieser Merkmale entwickelt. Das ist schlicht wunderschön gemacht. Noch dazu, weil es sich bei Pratts Quelle um einen Originaltext handelt. Es zeigt, dass bei aller Technik und Gesellschaft die Natur doch immer noch das Wesen des Menschen bestimmt. Zumindest dieses einen Menschen, den wir hier begleiten.
"... you showcase the world's beauty. [...] You hear things that we don't even notice or that we've long stopped hearing. You capture those things and you display them to the world."
So beschreibt Bo zum Schluss Lauras einzigartiges Talent. Doch Laura macht mehr mit ihren Imitationen als schlichte Wiedergabe. Sie spricht durch sie. Bringt ihre Gefühle und die anderer zum Ausdruck. Wenn Solomon eine Situation unangenehm ist, hört er sein Räuspern von Laura. Wenn Bo die Nähe, die sich zu ihrem Exfreund entwickelt, leugnen will, hört sie sein Lachen aus Lauras Richtung. Lauras Gabe bedeutet nicht nur Schönheit, sie bedeutet auch Ehrlichkeit. Tonlagen, egal ob menschlich, tierisch oder maschinell, sind für Laura ein offenes Buch. Keine Lüge entgeht ihr, kein komischer Unterton. Doch wie kommt sie mit ihrem neuen Leben in einer Welt voller Künstlichkeit zurecht? Auf dieser Odysee darf der Leser Laura begleiten und erinnert sich dank ihr daran, dass glückliches Leben viel mit Einfachheit zu tun hat und dass Ruhm nicht immer erstrebenswert ist. Aherns Botschaft geht noch viel tiefer, aber mir fehlen die Worte, um sie richtig zu greifen. Lyrebird muss man einfach selber lesen, um sich berühen und bewegen zu lassen und hoffentlich etwas für sich mitzunehmen. - Friedemann Karig
Wie wir lieben
(47)Aktuelle Rezension von: Kathrin_SchroederGehört dank Netgalley
Wie halten es Paare mit dem Sex und was funktioniert besser als Monogamie. Friedemann Kang erzählt im Wechsel "Beziehungs- bzw. Sexgeschichten" und analysiert den Umgang die Art der Beziehung. Die Geschichten sind nachvollziehbar, auch wenn es manches Mal wesentlich mehr um den Trieb als die Liebe geht.
Die Analysen enthalten geschichtliche Verweise und biologische Hintergründe, Ausflüge zu "Sex and the City" und diverse Anleihen aus diversen Büchern. Dieser Teil ist nicht immer komplett "Hörbuchkompatibel" und gefällt mir deutlich weniger als des Autoren Buch über Erzählende Affen.
Den Anspruch das Ende der Monogamie zu beschreiben, erfüllt das Buch meiner Meinung nach nicht. Es zeigt verschiedenste nicht monogame Lebenserfahrungen auf und verdeutlicht, dass diese genauso viel und genauso wenig Risiko zum Scheitern bergen wie die Monogamie.
Konnte man Hören, war aber für mich eher im Mittelfeld angesiedelt.
#Netgalleyde! #Wiewirlieben #FriedemannKarig #KathrinliebtLesen #Bookstagram #Monogamie
- Stefan Schweizer
Die Akte Baader
(40)Aktuelle Rezension von: KruemelGizmoAndreas Baader, der Staatsfeind Nummer 1 in den 70er Jahren wuchs ohne Vater, bei Mutter, Tante und Großmutter auf. Sehr bald zeigten sich schon die ersten schulische Probleme die trotz der Bemühungen der Mutter immer gravierender wurden. Er bewegte sich gerne in der halbseidene Münchener Schickeria und schlitterte auch in die Kriminalität ab. Nach seinem Umzug nach Berlin erfährt er einen Politisierungsschub und schließt sich der Kommune 1 an. Mit der Kaufhausbrandstiftung ´68 wird aus dem Rebellen Bader ein Revolutionär. Mit der Gründung der Roten Armee Fraktion – RAF wird er zum Staatsfeind.
Die Akte Baader ist ein biographischer Roman aus der Feder von Stefan Schweizer.
In diesem biographischen Roman hat es der Autor gut verstanden Tatsachen mit Fiktion zu verknüpfen. Baaders Leben von der Kindheit bis zu seinem Tot werden hier beleuchtet und in eine Geschichte eingefügt um den Leser die Ereignisse dieser Zeit, den Charakter und auch die Gedankengänge von Baader näherzubringen.
Baaders Entwicklung zu verfolgen, vor allem aber seine Charaktereigenschaften empfand ich manchmal wirklich gruselig und ich fragte mich oft warum dagegen vor allem in seiner Jugend so wenig unternommen worden ist, sowohl im persönlichen Umfeld als auch bei öffentlichen bzw. staatlichen Stellen. Baader nur als unangenehmer Charakter zu beschreiben trifft es bei weitem nicht, denn es geht ihm eigentlich nur um sich selbst, alles andere und jeder andere hat sich unterzuordnen, notfalls mit allen Mitteln.
Ich kannte bisher nur Sachbücher über die RAF und so waren mir persönlichere Details oftmals unbekannt und es schockiert schon mit welcher menschenverachtenden und gewaltbereiten Einstellung sie eigentlich von Anfang an alle handelten. Wirklich konkrete politische Ziele wurden von Baader nicht entworfen, es wirkte immer nur wie Hauptsache gegen den Staat zu sein, und die vorgeschobenen Motive wie der Vietnamkrieg und die Nazivergangenheit schienen nur Mittel zum Zweck.
Mit „Die Akte Baader“ erhält man als Leser meiner Meinung nach einen ersten Einblick in die Ereignisse um die Gründung der RAF, ihre ersten Attentate und Anschläge und einen ganz besonderen Einblick in den Charakter des Führungsmitgliedes Andreas Baader. Um sich aber intensiv mit dem Thema RAF auseinanderzusetzen empfiehlt es sich dann doch sich mit Sachbüchern zu der Thematik auseinander zusetzen.
Mein Fazit:
Ein interessanter und gut lesbarer biographischer Roman, der einen tieferen Einblick in den Charakter von Andreas Baader gewährte und einen guten Überblick in die ersten Jahre der RAF. - Camilla Sten
Das Dorf der toten Seelen
(224)Aktuelle Rezension von: kaethchen_grimmKennt ihr Bücher, deren Klappentext wie die Beschreibung eines anderen Buches klingt?
So ging es mir mit diesem Buch. Klar, der Grundkern stimmt natürlich, aber irgendwie wurde da was angeteasert, das überhaupt nicht stimmte.
Hier ein Auszug aus dem Klappentext:
"... doch bald geschehen seltsame Dinge. Die Handys haben keinen Empfang, im Walkie-Talkie ist ein heiseres Lachen zu hören. Und kurz darauf ist der erste aus dem Team tot ..."
𝙆𝙪𝙧𝙯 𝙙𝙖𝙧𝙖𝙪𝙛 ist übrigens dann Seite 277 von knapp 400. 😅
Anfangs war das Buch unglaublich spannend. Ein einsames Dorf, dessen Bewohner vor 60 Jahren spurlos verschwanden. Lediglich eine Leiche und ein Neugeborenes wurden gefunden. Was ist damals passiert? Ich wollte es unbedingt wissen.
Die Autorin hat das ganze sehr spannend verpackt, jedes Kapitel endete mit einem dramatischen Satz, welcher zum Weiterlesen verleitete, weil ich die ganze Zeit dachte: "Oha jetzt passiert was." Aber es passierte nichts. So ging es die ganze Zeit weiter. Bis ich zu den letzten 100 Seiten kam.
Irgendwie ein bisschen enttäuschend. 😐
- Sylvain Venayre
Auf der Suche nach Moby Dick
(5)Aktuelle Rezension von: BelladonnaMeine Meinung
Ich habe ein großes Herz für Klassiker, allerdings muss ich gestehen, dass mich Herman Melvilles Roman »Moby Dick« an meine Grenzen brachte und mich schließlich kapitulieren ließ. Der Beginn der Geschichte mit ihren eindrucksvollen Gestalten, Ishmael der zum ersten Mal auf einem Walfänger anheuern will, der exotische Harpunier Queequeg und natürlich dem getriebenen Captain Ahab hatte mir wirklich sehr gut gefallen, doch irgendwann hat sich der Text in eine langatmige und wissenschaftliche Richtung entwickelt, die ich nicht mehr unterhaltsam fand.
Für mich bot die außergewöhnliche Graphic-Novel-Adaption von Sylvain Venyre und Isaac Wens eine wunderbare Gelegenheit, um die Geschichte in einer kompakt aufbereiteten Version neu zu erleben. In ihrem Werk verwebt das künstlerische Duo die Geschichte um Moby Dick mit der eines jungen Journalisten, der sich diesem Klassiker der Weltliteratur und seinem Autor mit seinen komplexen Ansichten aus einer aktuellen Perspektive nähert.
Die teilweise recht verwaschenen Illustrationen passen zur Geschichte, dennoch hätte ich mir stellenweise etwas mehr Details gewünscht, sei es nun bezüglich der Tattoos von Queequeg oder die Abbildung des mächtigen Pottwals. In meinen Augen sind Captain Ahab und Ishmael noch am besten getroffen. Dieser kleine Kritikpunkt ist jedoch reine Geschmackssache und sollte nicht davon abhalten zu diesem Buch zu greifen.
Mir hat diese außergewöhnliche Aufbereitung der berühmten Geschichte in »Auf der Suche nach Moby Dick« unheimlich gut gefallen, denn sie durchdringt die Essenz der Erzählung auf eine kunstvolle und eindringliche Methode, die keine Langeweile aufkommen lässt und ist dennoch informativ.
Fazit
Der Klassiker Moby Dick von Herman Melville wurde in diesem Comic von Sylvain Venayre und Isaac Wens auf eine tiefgehende und philosophische Art und Weise aufbereitet.
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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 27.10.2020
- Maël
Die Rückkehrer
(6)Aktuelle Rezension von: dominonaIch kenne die Dokumentation "Amerikas verletzte Seelen" zwar nicht, aber die Hintergründe dazu, die in dieser Graphic novel erklärt werden, fand ich interessant. Wirklich berührt hat mich das Ganze jedoch nur stellenweise, auch, weil mir der Zeichenstil teils nicht gefallen hat. Er war zu surreal. Die einzelnen Schicksale, welche oft in Alkoholismus und Selbstmord enden, wurden so persönlich wie möglich dargestellt, aber mir war es immer noch zu fremd. - Harlan Lebo
Citizen Kane: A Filmmaker's Journey
(1)Aktuelle Rezension von: TheSaintEin faszinierendes Buch, welches dem geneigten Filmfreund da 2016 anlässlich des 75. Jubiläums von "Citizen Kane" vorgelegt wurde. Der Autor Harlan Lebo hat über 4.000 Seiten an Studiounterlagen, Memos, Entwürfen, Briefen und Rechnungen sowie die privaten und geschäftlichen Unterlagen von Orson Welles in der Lilly Library an der Indiana University durchgesehen und daraus ein voluminöses "coffee-table"-Buch geschaffen, das von der Idee, der Entwicklung, dem Dreh und dem Schneiden bis hin zur Premiere mit den Nachfolgewirkungen anscheinend lückenlos die Arbeit eines Genies an einem Film, der zugleich Opus magnum und wohl auch Fallstrick war, nachzeichnet.
Orson Welles hatte mit seinen 23 Jahren für landesweites Aufsehen gesorgt, als er mit seinem "Mercury Theatre" 1938 im Radio eine Adaption des Romans "War of the Worlds" ("Krieg der Welten") von H.G. Wells präsentierte. Seine Umsetzung der Geschichte über eine Invasion vom Mars war so glaubhaft, dass es zu einer Massenpanik kam und der Name Welles mit dem Begriff "Wunderkind" versehen wurde. Es dauerte nicht lange, bis sich Hollywood bei dem jungen Talent meldete - in der Person von George Schaefer, dem Produktionschef des kleinen auf Billigfilme spezialisierten Studios "RKO". Schaefer wollte das Studio aus dem Nischendasein führen und mit prestigeträchtigen und ambitionierten Filmen zu den großen traditionellen Studios aufschließen. Orson Welles hatte nun den Ruf, ein ganzes Land allein mit seiner Regie und seiner Gabe, eine Geschichte derart fesselnd zu erzählen, und war somit ideal für Schaefer's Plan. Um sich der Qualitäten des jungen Visionärs zu vergewissern, lockte der Filmstudioleiter mit einem Zuckerl, welches die Filmbranche bis dato noch nicht gesehen hatte: BEINAHE KOMPLETTE UNEINGESCHRÄNKTE KONTROLLE über das noch zu entwickelnde Projekt. Die Branche war geschockt und empört über die Entscheidung, die aus Orson Welles mit einem Schlag zu einem erstmaligen Regisseur, zu einem Drehbuchautor, einem Produzenten und erstmaligen Hauptdarsteller eines mit großem Budget veranschlagten Filmes machte. Als Klatschkolumnistin Louella Parsons uneingeladen zu einem Rohschnitt des Filmes auftauchte und in der Figur des Charles Foster Kane ihren Arbeitgeber, den Millardär William Randolph Hearst, zu erkennen glaubte, wurde keine Gelegenheit seitens Parsons und dem Hearst-Imperium ausgelassen, den Film zu torpedieren. Es wurde seitens des Zeitungsimperiums Hearst nichts über "Kane" berichtet und Kinos unter Druck gesetzt, den Film auf keinen Fall zu spielen. Auch Versuche, den Film zu zerstören, wurden unternommen...
Von der Idee und dem Schreiben des Drehbuchs mit Herman J. Mankiewicz, dem Casting, den Streitereien mit dem Filmstudio und der Filmbranche, den neuartigen Wegen in der Art des Drehens, dem Kampf mit Parsons und der Presse, der Entwicklung des wunderbaren Scores von Bernard Herrmann und den Dreharbeiten bis hin zu dem großartigen Moment der Premiere des Filmes am 1. Mai 1941 versteht es der Autor, den Leser interessiert und gefesselt zu halten. Man erlebt die Zeugung, die Schwangerschaft und die Geburt eines visuell wundervollen Filmes, der über 50 Jahre lang als "bester Film aller Zeiten" galt und heute noch nichts von der Faszination dieses getriebenen Mannes Charles Foster Kane und dem Kinderschlitten "Rosebud" eingebüßt hat.
Ein Buch für Filmliebhaber, für Freunde des Filmschaffens von Orson Welles und Geschichten über Visionäre und Mogule, die da hoch oben fern der schnöden Welt in ihrem "Xanadu" hocken. Eine absolute Empfehlung!
- Christiane Tramitz
Die Schwestern von Marzahn
(10)Aktuelle Rezension von: MagyarDas Cover passt sehr gut zur Geschichte. Die beiden Schwestern vor der riesigen Plattenbausiedlung in Marzahn. Ein Buch das Einblicke gibt in das Leben ganz unten und wie man dorthin gelangen kann - ohne Schuld(zuweisung). An manchen Stellen fand ich den Perspektivenwechsel etwas schwierig da mir nicht immer gleich klar aus welcher Sicht berichtet wird. Insgesamt sehr gut zu lesen in einem guten flüssigen Schreibstil ohne nur in Klischees zu berichten. Es bleibt durchgehend spannend und hält schöne Überraschungen bereit. Vieles erahnt man und doch ist das Ende dann ernüchternd. Komisch fand ich nur den Schluss der sich mir nicht so ganz erschlossen hat - tut der Geschichte jedoch keinen Abbruch an. Ein Buch für alle die gerne etwas über das Leben in Armut erfahren möchten.
- Susan Andersen
Vor Schmetterlingen wird gewarnt
(35)Aktuelle Rezension von: MissLillieAlles, was man von einer sexy romance erwartet bietet dieses Buch. "Vor Schmetterlingen wird gewarnt" ist keine anspruchsvolle Lektüre, aber das ist auch gar nicht nötig. Dieses Buch ist witzig, schnell zu lesen und was für's Herz.
Ava hat fast alles erreicht, was sie sich vorgenommem hat: Sie besitzt eine eigene Catering-Firma, hat tolle Freundinnen, ist unabhängig- und die Männer? Vergöttern sie wegen ihrer kurvenreichen Figur! Nur iene alte Wunde ist nie verheilt: Noch immer erinnert sich Ava an jenen Tag, als Highschoolschwarm Cade verkündete, er hätte mit der Dicken geschlafen. Denn diese Dicke war niemand anders als Ava! Und nun ist Cade zurüc. Ava, nicht länger die Raupe, sondern ein wunderschöner Schmetterling, schwört süße Rache. Die Gelegenheit kommt schneller als gedacht. Denn Cade braucht ihr altes Herrenhaus, in dem er einen Film drehen will. Und es scheint, dass er auch Ava braucht...
Diese Romanze um Ava und Cade bietet nichts Neues, aber sie ist kurzweilig und schnell zu lesen für die Pause zwischendurch. Eine typische, aber nichtsdestotrotz schöne Liebesgeschichte mit interessanten Figuren auch in den Nebenrollen.
Deshalb 4 Sterne von mir!
- Reiner Engelmann
Anschlag von rechts
(32)Aktuelle Rezension von: Witch-JournalMit diesem Buch setzt der renommierte und unermüdliche Autor Reiner Engelmann ein weiteres kraftvolles, zutiefst notwendiges Zeichen in der heutigen Zeit. Engelmann, der seit vielen Jahren mit unumstößlicher Haltung und enormem persönlichen Mut gegen den Rechtsextremismus kämpft, widmet sich in diesem Werk einer Thematik, die aufrütteln muss und niemanden kalt lassen darf. Sein Ziel ist klar: aufklären, wachschütteln und dafür sorgen, dass das Unrecht niemals in Vergessenheit gerät.
Im Zentrum der Geschichte steht eine gemeine, von tiefem Hass getriebene Tat. Engelmann stellt das abscheuliche Verbrechen mit all seiner Bösartigkeit in den absoluten Fokus der Handlung. Es wird schonungslos sichtbar, wie grausam, niederträchtig und zerstörerisch rechtsextreme Gewalt ist – wie sie Leben bedroht, Gemeinschaften spaltet und pures Leid verursacht. Die schiere Gemeinheit dieser Tat treibt dem Leser Tränen in die Augen und hinterlässt eine tiefe Betroffenheit über das Ausmaß an Bosheit, zu dem Menschen fähig sind.
Doch genau hier zeigt sich der geniale Mut von Reiner Engelmann: Er schaut nicht weg. Er geht dahin, wo es wehtut, und setzt sich mit einer beeindruckenden Entschlossenheit mit dieser düsteren Thematik auseinander. Engelmanns jahrelanges Engagement für Menschenrechte und gegen rechten Terror spiegelt sich auf jeder einzelnen Seite wider. Man spürt in jedem Satz sein unerschütterliches Bestreben, der Ungerechtigkeit die Stirn zu bieten und das Bewusstsein der Leser zu schärfen.
Sein Schreibstil ist dabei herausragend und extrem ausgereift. Engelmann nutzt eine präzise, ausdrucksstarke Sprache, voller Worte, die aufrütteln und direkt ins Herz treffen. Er schreibt bemerkenswert lebendig, flüssig und ohne störende Kanten – so dass man förmlich in die Geschichte hineingezogen wird, während die Dringlichkeit der Botschaft mit voller Wucht wirkt. Abgerundet wird das Gesamtwerk durch das absolut treffend gestaltete Cover, das die düstere Atmosphäre und die Schwere des Themas perfekt widerspiegelt und visuell auf den Punkt bringt. Dieses Buch ist weit mehr als nur ein Buch – es ist ein aufrüttelndes Plädoyer für Zivilcourage und ein leidenschaftlicher Appell gegen den Hass. Reiner Engelmann beweist einmal mehr sein aussergewöhnliches Talent und seinen bewundernswerten Mut, schwere Kost feinfühlig, packend und nahbar aufzuarbeiten. Ein absolut herausragendes, brillantes Werk, das nachhallt und jedem wärmstens an das Herz gelegt sei, der die Augen vor der Realität nicht verschließen möchte.
- Cecelia Ahern
So klingt dein Herz
(47)Aktuelle Rezension von: GothicQueenDieses Hörbuch habe ich im Laufe meines Cecelia Ahern-SuB-Abbaus bei Bookbeat als Hörbuch gehört. Ich bin sehr froh, dass es dieses Buch als ungekürzte Fassung gab. Die meisten Hörbücher von Cecelia Ahern sind gekürt dort und das stört mich extrem. Dieses Hörbuch hatte somit eine Laufzeit von über 13 Stunden. Gesprochen wurde es von Merete Brettschneider und ich habe es geliebt. Ich habe ihr als Sprecherin 5 Sterne gegeben, weil sie es unfassbar toll gemacht hat die verschiedenen Stimmen zu sprechen und man wusste als Hörer*in immer sofort, wen sie gerade spricht.
Inhaltlich geht es hier um Laura, die in einer verborgenen Hütte im Wald lebt. Niemand kennt sie, außer ihr Vater, der sie in seiner Hütte leben lässt. Doch als dieser stirbt und das Land, auf dem die Hütte steht, seinem Bruder vermacht wird, wird Laura entdeckt. Sie macht ständig Geräusche, macht alles und jeden nach. In der Kurzbeschreibung wird das als "besondere Fähigkeit" beschrieben. Und auch im Buch wird es so erzählt, dass sie alle Geräusche so unfassbar toll imitiert, dass man gar nicht weiß, ob es sich m das echte Geräusch, oder um die Imitation handelt. Und darum will die Regisseurin Bo auch einen Film über sie drehen und sie berühmt machen. Ihr Freund Solomon soll ihr dabei helfen. Laura wird als absolut wunderschönes Mädchen beschrieben, die wie ein Engel ist und einfach nur jungfräulich, unschuldig, unerfahren und herzlich ist. Sie drückt ihre Gefühle aus, indem sie die Geräusche der Situationen nachmacht, die ihr in den jeweiligen Situationen begegnet sind. Nachts imitiert sie sich in den Schlaf.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich an dieser Geschichte extrem gestört hat, dass alle so vernarrt von Laura sind. Wenn ich in ihrem Umfeld wäre, würde es mich auch eher stören, als erfreuen, wenn sie die anderen Menschen imitiert und nachplappert, wenn man mit ihr Essen, oder ins Kino geht. Mich würde es wirklich ärgern, wenn ich einschlafen will und sie macht nebenbei irgendwelche Tiergeräusche, oder macht mich nach, wie ich beim Sex mit dem Freund geklungen habe. Noch dazu ist sie ja so unfassbar unschuldig und will sich ja gar nicht an Solomon ranmachen, macht es aber trotzdem.
Am Ende lieben alle Laura, sie wird berühmt und Solomon bekommt sie auch noch. Sie ist ja so toll, weil sie alle nachmacht und imitiert und die Welt zum Klingen bringt.
Ich hatte ehrlich gesagt am Ende der Story genug von Laura und ihrem Tick, mit dem sie Bo's Freund ausgespannt hat.
Daher hatte ich dem Inhalt des Buches auch nur 3 Sterne gegeben und kam zusammen auf 4 insgesamt.
Diese Geschichte ist jedenfalls nicht die beste der Autorin gewesen.
- Jennifer McCann
Reisedepeschen aus Bolivien und Peru
(12)Aktuelle Rezension von: Aischa"Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen."
In der Tat, das stellt Autorin Jennifer McCann in ihrem spannenden Reisebericht durch zwei südamerikanische Länder unter Beweis. Und wie sie erzählt ist faszinierend: gleichermaßen kurzweilig wie tiefsinnig. Es finden sich tief bewegende Schilderungen, etwa über die unmenschlichen, Leib und Leben gefährdenden Bedingungen, die in den Minen im bolivianischen Potosí herrschen. Dann wieder lässt uns die Autorin an bizarren, skurrilen Begegnungen teilhaben, wie der mit einer Bläsercombo, die inmitten einer Salzwüste "Don´t let me be misunderstood" anstimmt.
Die persönlichen Begegnungen und Erlebnisse sind sehr vielfältig, auch in ihrer Beschreibung. Manches hätte ich mir ein wenig ausführlicher gewünscht, teils waren die Hintergrundinfos recht spärlich, etwa zur peruanischen Terrororganisation "Leuchtender Pfad".
Positiv hervorheben möchte ich den sehr reflektieren Stil McCanns. "Immer wenn ich mich in der Welt bewege, interpretiere ich. Ich glaube, es gibt niemanden, der die Grenze zwischen Fiktion und Realität zweifelsfrei erkennen kann." Dieses Zitat Jennifers zeigt, dass sie sich ihrer bewertenden Rolle als Reisende sehr bewusst ist und sie verantwortungsvoll damit umgeht.
Die Ausstattung der Reisedepeschen lässt kaum zu wünschen übrig: Zahlreiche hochwertige Farbfotografien illustrieren das Erlebte, der Anhang erklärt landestypische Begriffe. Lediglich die geografischen Karten, in denen die Reiseroute verzeichnet ist, könnten noch verbessert werden; hier habe ich einige der bereisten Orte vermisst.
Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch mit vielen Denkanstößen. Und in Zeiten der Reisebeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie kann es das Fernweh etwas stillen, indem sich der Leser wenigstens bei der Lektüre in unbekannte Gefilde begeben kann.
- Jean-Philippe Blondel
Die Liebeserklärung
(78)Aktuelle Rezension von: Karin_Kehrer
Corentin arbeitet mit seinem Patenonkel Yvan als Hochzeitsfilmer. Als ihn eine der Bräute, Aline, bittet, ihre Liebeserklärung aufzunehmen, ahnt er noch nicht, wie sehr das sein Leben verändern wird. Sie bringt ihn auf die Idee, filmische Porträts von Freunden, Verwandten und Unbekannten anzufertigen. Doch er ist immer nur Zuschauer …
Dieses Büchlein mit knapp 160 Seiten präsentiert eine heiter-melancholische Geschichte über das Leben und seine zahlreichen Facetten. Ein Hauch Romantik, ein bisschen Verträumtheit, überraschende Bekenntnisse und die Suche nach der Liebe in einem französischen Sommer. Vielleicht manchmal am Rand zum Kitsch, aber doch ehrlich und geradlinig.
Ein angenehmes Lesevergnügen – wie ein französischer Film!
- Natsu Miyashita
Der Spielplatz der Götter
(2)Aktuelle Rezension von: PaperboatDer Ehemann der japanischen Schriftstellerin Natsu Miyashita hat den Traum, einmal in seinem Leben auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaidō zu leben. Im Familienverband bespricht man sich, denn der einzige Zeitpunkt wäre jetzt gekommen, bevor der älteste Sohn die Mittelschule abschließt. Natsu, ihr Mann, die beiden Söhne und die kleine Tochter entscheiden sich dafür und ziehen in die Bergregion, in der sich das Dorf Tomuraushi befindet, der „Spielplatz der Götter“.
Tomuraushi ist ein sehr kleiner Ort, über 30 km vom nächsten Supermarkt entfernt. Die Schülerschaft der winzigen Schule besteht aus weniger als zehn Schülern. In den Bergen werden auf dem Thermometer selten mehr als 10°C angezeigt, und die Winter sind so kalt, dass einem die Kontaktlinsen in den Augen gefrieren können. In dieses ländliche Gebiet zieht die Familie für das kommende Jahr und wird sehr herzlich in die Dorfgemeinschaft aufgenommen.
Den Familien- und Dorfalltag dokumentiert Miyashita über das Jahr verteilt chronologisch in kleinen Abrissen, sie erzählt über die Aktivitäten ihrer Kinder in der ungewöhnlichen Schule, über die majestätische Landschaft, die Besuche im Onsen - einer Thermalquelle, die ganzjährig aufgesucht werden kann – und welche ungewöhnlichen Tiere ihnen in der Natur begegnen. Nur einem Bären, den die Miyashitas gehofft haben zu sehen während ihres Jahres auf dem Lande, begegnen sie nicht.
An ihren Kindern und auch an ihrem Mann bemerkt die Autorin im Laufe des Jahres Veränderungen, alle werden offener und selbstbewusster, und immer wieder ist sie dankbar über den Zusammenhalt, der in Tomuraushi herrscht.
Als sich das Jahr dem Ende neigt, können die Miyashitas kaum glauben wie schnell die Zeit vergangen ist. Sie fragen sich, ob die Rückkehr in ihren Heimatort Fukui nicht eine zu große Umstellung sein wird. Der „Spielplatz der Götter“ mit seinen herzlichen Menschen ist ihnen so ans Herz gewachsen, dass sie entgegen ihrer ursprünglichen Entscheidung überlegen weiterhin auf Hokkaidō in ihrem geliebten Dorf wohnen zu bleiben.
Dieses erzählende Sachbuch ist kein fiktives Werk, sondern eine Dokumentation der Zeit auf dem Lande. Da das Buch verschweißt war, konnte ich vorher nicht reinlesen und war erst etwas überrascht, dass es sich nicht um eine Geschichte, sondern um eine Sammlung tagebuchähnlicher Einträge handelt. Nachdem ich mich ein wenig eingelesen habe, gefiel es mir richtig gut. Man liest sich ohne Umschweife durch das Wesentliche, sozusagen die Highlights des Jahres. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und fängt die japanische Art sehr gut ein. - Jörg Nießen
Feuerwehr Köln
(1)Aktuelle Rezension von: KinderbuchkisteFeuerwehr ist für große und kleine Kinder immer ein Thema. Feuerwehrbücher für ganz Kleine und im Bilderbuchbereich gibt es viele, aber für die Altersgruppe bis 12 Jahren weniger.Hier hat der Bachem Verlag es geschafft ein Buch herauszugeben, das alle Altersstufen (auch Erwachsene) anspricht. Den Leser ( Betrachter) erwartet eine gelungene Mischung aus Fotos , Informationen und sachbezogenen Illustrationen. So sehen wir beispielsweise einen Rettungswagen und Rettungsszenen (illustriert wie im Bilderbuch) unter Einbeziehung eines Bildes ( Fotos) aus dem Inneren eines Rettungswagens auf der linken Seite und auch der Rechten Seite das Foto eines Hubschraubers und eines Intensivtransporters sowie einer Rettungsassistentin in Kombination mit einer Zeichnung der Schwebebahn oder einen aus der Luft dargestellten/ gezeichneten Plan Köln von oben im Bereich der Zoobrücke und ein Foto einer Kölner Brücke. Dies macht das Betrachten nicht nur spannend sondern auch abwechslungsreich. Genau diese Kombi trägt aber auch dazu bei, dass es für größere Kinder nicht zu "babyhaft" ist und kleinere Kinder nicht mit zuviel realistischen Fotos konfrontiert werden.Die Arbeit der Feuerwehr wird bis ins Detail dargestellt, Gefahren vorgestellt und Notrufnummern erläutert. Es wird auf die einzelnen Arbeitsbereiche der Berufsfeuerwehr ebenso eingegangen wie die der Jugendfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr. Zum Schluss bekommt man sogar noch einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr anno dazumal "Eine Zeitreise"--Wie haben die Kölner vor vielen Jahren Brände bekämpft?-Was geschah mit der Stadt zur Zeit des zweiten Weltkrieges?oder Wie funktioniert eine Dampfspritze?Den Abschluss macht ein Quiz, in der Fragen beantwortet werden müssen. Die Antworten findet man im Buch. Hat man also alles genau "er"lesen wird man die Fragen gut beantworten können und wenn man etwas nicht weiß sieht man einfach noch einmal nach und weiß es dann bestimmt.Der Bezug zu Köln ist immer da jedoch ist dies in erster Linie ein Feuerwehrbuch, so dass es auch für jeden, der nicht in Köln lebt ein tolles Buch.























