Bücher mit dem Tag "dokumente"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "dokumente" gekennzeichnet haben.

79 Bücher

  1. Cover des Buches Illuminae (ISBN: 9783423761833)
    Amie Kaufman

    Illuminae

     (519)
    Aktuelle Rezension von: Anna_intergalaktisch

    In erster Linie glänzt die Geschichte durch ihre innere Aufmachung: Die Leser*innen erwartet eine Zusammenstellung von unterschiedlichen Berichten, Funk- und Chat-Kommunikationen und Tagebucheinträgen. Kaum zu glauben, aber dadurch entsteht tatsächlich eine wahnsinnig spannende Sci-Fi-Story. Die Gefühle der handelnden Personen sind überraschend gut nachzuempfinden und man fiebert unentwegt mit ihnen mit.

    Kritik gibt es von mir dennoch: Die Handlung ist teilweise recht vorhersehbar und das Ende war nicht so ganz nach meinem Geschmack. Letzter Kritikpunkt nur unter Vorbehalt, da ich definitiv noch Band 2&3 lesen werde.

  2. Cover des Buches Dublin Street - Gefährliche Sehnsucht (Deutsche Ausgabe) (Edinburgh Love Stories 1) (ISBN: 9783548285672)
    Samantha Young

    Dublin Street - Gefährliche Sehnsucht (Deutsche Ausgabe) (Edinburgh Love Stories 1)

     (1.407)
    Aktuelle Rezension von: Meinbuecherregal

    Dublin Street von Samantha Young aus dem @ullsteinbuchverlage 

    💘

    New York Times und Spiegelbestseller… was kann da schief gehen?!?

    .

    In dieser Geschichte treffen zwei emotional mitgenommene Menschen aufeinander.

    .

    Klar fliegen hier die Funken, die Fetzen und die Klamotten… aber das Buch nur darauf runterzubrechen wäre zu einfach.

    .

    Die Protagonisten haben beide sehr viel Leid erfahren (fast schon etwas zuviel unglaubwürdiges Leid )

    .

    In diesem Buch begleitet man die beiden zu sich und zueinander. 

    .

    Es ist keine Liebesgeschichte, in der nur alles gut läuft.

    .

    Das hat mich interessiert. 

    .

    Die Kämpfe, die sie mit sich und untereinander auskämpfen mussten. Haben manchmal amüsiert und mich aber auch manchmal zu Weißglut gebracht. Ach was hätte ich Jocelyn manchmal gerne geschüttelt und Braden gerne in den Arm genommen. Es gab Abschnitte, da fand ich es unheimlich zermürbend zu lesen, wie sie sich verhalten. Aber im Nachhinein gehörte es dazu… und hätte die Autorin es verkürzt, dann wäre der seelische Schmerz unglaubwürdig gewesen.

    .

    Ich habe beim Lesen gelacht, mitgefiebert und den Kopf geschüttelt … ein Buch, was einen packen kann.

    .

    Ach noch etwas: wenn ich das Buch einer guten Freundin weitergeben würde… dann würde ich auch mit einem Augenzwinkern etwas zu den intimeren Buchstellen sagen. Denn dieses Buch bedarf in diesem Bereich mal keine Triggerwarnung. Ich kenne das von vielen anderen Geschichten, dass man sich beim Lesen des Buches fragt… OMG muss man das alles machen und können? 😅 hier ist es zwar heiß aber klassisch.

    .

    Buchtipp für alle, die eine Liebesgeschichte lesen möchten, in der es nicht nur rosarot zugeht, denn hier müssen die Protagonisten schon etwas kämpfen.

    .

    Aber vielleicht geht es euch dann wie mir… Braden hat sich auch einen Platz in meinem Herzen erkämpft 💙

  3. Cover des Buches Illuminae (ISBN: 9780553499117)
    Amie Kaufman

    Illuminae

     (123)
    Aktuelle Rezension von: booq_cafe

    4,5 ⭐️
    I’ve never read a book like this. Everything is described in files, interviews, chats and surveillance footage. That makes it really challenging to read, but is also very unique and fascinating. At first I was concerned how the authors would create real emotions this way, but somehow they did. It just took a little time.

    In the first half of the book I had a hard time orienting myself in the setting and getting to know the characters. Ezra seemed like a nice and funny guy from the beginning (someone I would definitely never have dumped). Kady on the other hand was more shallow and I could really grasp her personality. That is until the end, when I really really loved her, but see for yourselves.

    The writing was full of sarcastic remarks and very entertaining, but I expected nothing less. The plot needed some time to develop so I only got invested in the story halfway through the book. But then it blew me away! Sour think you know where this is going (at least kind of), because that’s how things are done in Sci-Fi books and then… everything goes sideways. And nothing turns out as you expected it to.

    I loved the ending, though I still anticipated some of the twist (but there are enough left to keep me on the edge of my seat). I find it most impressing that I really had to cry at one scene - I would have never thought this possible while simply reading through files. But it is not that simple.

    I am looking forward to reading the sequel, because I am still missing some explanations.

  4. Cover des Buches Der Ruf der Rache (ISBN: 9783846600955)
    Mary E. Pearson

    Der Ruf der Rache

     (104)
    Aktuelle Rezension von: AuroraM

    Die Geschichte hat mich echt gefangen. Es ist spannend ind interessant zugleich und voller Überraschungen .

  5. Cover des Buches Blinder König (ISBN: 9783453533509)
    J.R.Ward

    Blinder König

     (602)
    Aktuelle Rezension von: Chrissy87

    Im 14. Teil der Reihe geht die Geschichte von Ehlena und Rhevenge weiter.
    Den zweiten Teil von Rhevenge und Ehlena fand ich sogar noch spannender als den ersten, gerade zum Schluss hin wurde es richtig nervenaufreibend.
    Jetzt freue ich mich aber darauf, dass in den nächsten beiden Bänden endlich John Matthew im Fordergrund stehen wird, denn auf seine Geschichte freue ich mich seitdem er zum ersten Mal in Band drei aufgetaucht ist.
    Nach wie vor kann ich jedem diese Reihe nur wärmstens empfehlen.

  6. Cover des Buches Seegrund (ISBN: 9783492303026)
    Volker Klüpfel und Michael Kobr

    Seegrund

     (465)
    Aktuelle Rezension von: julestodo

    Markus kommt nach Hause aus Erlangen um mit der Familie Weihnachten zu feiern und bringt seine Freundin Miki mit. Kluftinger fällt aus allen wolken, als sie sich als Japanerin entpuppt. Welten und Weltanschauungen prallen aufeinander! 

    Bei einem gemeinsamen Ausflug in die winterliche Welt Bayerns rutscht Kluftinger in einen Fall hinein, der mysteriös ist und anscheinend in die Zeit des 2. Weltkrieges zurückverfolgt werden muss.

    Mehr möchte ich nicht verraten... bitte selber lesen!

    Spannend geschrieben, ein toller neuer Kluftinger Roman!

  7. Cover des Buches Der Historiker (ISBN: 9783833303944)
    Elizabeth Kostova

    Der Historiker

     (308)
    Aktuelle Rezension von: David_Lindsam

    Der Titel des Buches (engl. „The Historian“) ist zugleich Motto, Charakterisierung aller Hauptpersonen und Auflösung eines großen Rätsels zum Ende hin – und könnte damit kaum treffender gewählt sein.
     Eingleisig oder gar schmalspurig wird der Roman deshalb nicht. Im Gegenteil. In drei Generationen spielt die Handlung und wir reisen in verschiedenen Zeiten des 20. Jahrhunderts (30er, 50er, 70er) von Amsterdam, nach Istanbul, Budapest, Südfrankreich und Rumänien, immer auf den Spuren Vlad III. und den Zeugnissen über ihn aus dem 15. Jahrhundert. Die treibenden Kräfte sind die großen Fragen: Wo ist das Grab des vermeintlichen Grafen Dracula? Und liegen dort wirklich seine sterblichen Überreste?

    Unerwarteter Erfolg für einen viktorianischen Roman …

    Als der Debütroman von Elizabeth Kostova 2005 in den USA erschien, landete er direkt auf Platz 1 der amerikanischen Bestsellerlisten (New York Times u.a.). Zwei Jahre zuvor war „The Da Vinci Code “ von Dan Brown (dt. „Sakrileg“) erschienen und zu den Topsellern in der Branche aufgestiegen. Das Publikum war begierig auf Thriller, die Action und die Suche nach Rätseln in der Geschichte verbanden, weshalb die Verlagswelt sich in einer Auktion um die Rechte für dieses Werk überbot und damit ein groteskes Stück Buchgeschichte schrieb. Nachdem der Verlag Little, Brown and Company bereits 2 Millionen als Honorar für die Autorin aufgewendet hatte, musste ein gigantisches Marketing mit TV-Werbung und zehntausenden Vorabexemplaren folgen. Ein riskantes Buchpokerspiel …

    Am ersten Tag des Erscheinens wurde in den USA 80.000 Exemplare verkauft. Nach nur einer Woche lagen die Verkaufszahlen bereits so hoch (ca. 700.000), dass The Historian sich auf den Platz 1 geschoben hatte. Das ist eine waschechte american success story und in diesem Fall ein besonderer Glücksfall für die Leserwelt. Durch spekulative Marktmechanismen wurde ein sonst eher leises und anspruchsvolles Werk in Welt der Massenware hochgepusht.  

    Niemand war mehr über den Erfolg erstaunt als die Autorin selbst: „It’s a literary novel, not a commercial novel“. Nach ihrer Meinung hatte sie einen langsamen, viktorianischen Roman geschrieben. Ihre Helden stolpern nicht abgebrüht, abenteuerlustig und plündernd wie India Jones durch unentdeckte Überreste der Vergangenheit, sondern sie sind echte Historiker und Bibliothekare, die sich in mühevoller Kleinarbeit durch vergilbte Karteikartenkataloge kämpfen und die Geheimnisse der Vergangenheit in unzugänglichen Faksimiles akribisch entziffern.

    In Deutschland erschien das Buch noch im gleichen Jahr (2005) bei Bloomsbury (engl. Verlag, bei dem Harry Potter im Original erschien), aber die Resonanz war sehr verhalten. Ich kann nur mutmaßen, ob das vergleichsweise schmale Marketing der Grund war, oder vielleicht die etwas eigene deutsche Leserschaft. Tatsächlich dominierten den deutschen Fantasy-Markt in dieser Ära Zwerge, Orks, Elfen und natürlich die Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Obwohl ebenfalls 2005 (und auch bei Little, Brown and Company) Stephenie Meyer mit dem ersten Buch ihrer Twilight-Serie einen Vampir-Boom in den darauffolgenden Jahren auslöste, wurde Der Historiker von dieser Welle nicht mitgerissen. Mein böser Verdacht ist, dass das deutsche Fantasy-Publikum schlicht keine anspruchsvolle Kost gewohnt war und deshalb das Dargebotene nicht zu würdigen wusste. Das Urteil mildernd muss ich hinzufügen, dass der viktorianische Schauerroman eine lange und würdige Tradition in den englischsprachen Ländern besitzt und die Geschmacksnerven der Leserschaft besser auf einen über 800 Seiten langen Roman eingestellt sind, in dem der interessante, aber normale Historiker-Alltag nur an einzelnen Stellen von dem Unheimlichen durchbrochen wird. Hoch spannend bleibt es allemal – auf zum Inhalt:

    Geschichten über Geschichte

    In ihrer Kindheit bereiste Elizabeth Kostova (geb. 1964) mit ihrer Familie die südeuropäischen Ostblockstaaten und erinnert sich gerne an die Geschichten, die ihr Vater zur Unterhaltung auf den langen Fahrten über Dracula erzählte. Damit war nicht nur ihr Interesse an dieser schillernden Gestalt zwischen Mythos und historischer Realität geweckt, sondern auch die Erzählform für ihren ersten Roman gefunden. In dem fiktiven Epilog stellt sich eine amerikanische Geschichtsprofessorin vor, die in Rückblenden von ihren Erlebnissen als Sechzehnjährige berichtet, natürlich auf Reisen durch Europa mit ihrem Vater, dem sie ganz langsam das große Geheimnis um ein kleines Büchlein entlockt, das in seinem Inneren nur einen großen, zornigen Drachen beherbergt – das Zeichen des Ordo Draconis, dem Vlad der III. angehörte, weshalb er den Beinamen Drăculea trug.

    Ihr Vater, den wir als Paul kennenlernen, berichtet von den seltsamen Begebenheiten, wie er in den 50ger Jahren als Student in Oxford bei seinen Unterlagen plötzlich dieses leere Buch fand. Als er seinen Geschichtsprofessor Rossi zu Rate zieht, offenbart ihm dieser, dass auch er ein solches Buch besitzt und seine Nachforschungen ihn zu dem walachischen Fürsten (heutiges Rumänien) aus dem 15. Jahrhundert geführt haben. Aus unerfindlichen Gründen übergibt der sonst so rationale Professor Paul die Aufzeichnungen über seine Suche nach dem Grab und fügt fast ängstlich hinzu: „Dracula … Vlad Țepeș … lebt noch“ (35). Am gleichen Abend verschwindet Rossi spurlos; zurück bleiben nur ein paar Tropfen Blut. Verzweifelt sucht Paul in den Unterlagen nach Hinweisen, was seinem Professor passiert sein könnte, und trifft in der Bibliothek auf eine junge Doktorandin, die Rumänin Helen. Nach einer zaghaften Annäherung der beiden zeigt sich, dass Helen den Professor durch ihre Arbeit über Vlad III beeindruck möchte, weil sie dessen uneheliche Tochter ist. Paul erzählt ihr von seinem Verdacht, was mit dem Professor geschehen sein könnte, aber ein Bibliotheksangestellter belauscht das Gespräch und beißt Helen in den Hals. Überhastet brechen die beiden nach Istanbul auf, wohin eine erste Spur weist.

    Immer weiteren Dokumenten und ihren Geheimnissen folgend reisen Paul und Helen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien, werden von Untoten heimgesucht, entdecken nach langen Mühen tatsächlich das Grab des Fürsten, treffen auf den sterbenden Professor, erfahren die wahre Geschichte der Begegnung zwischen ihm und Helens Mutter aus seinen persönlichen Aufzeichnungen und begegnen dem leibhaftigen Vlad Dracula … Mehr kann ich leider nicht verraten, ohne doch auf gemeine Art zu spoilern.

    Inzwischen ist jedoch auch der Vater der Erzählerin spurlos verschwunden und die 16-Jährige macht sich in Südfrankreich auf die Suche nach ihm, denn sie vermutete ihn an einem der letzten Orte, wo Dracula noch eines seiner geheimen Gräber besitzt. Sie wird von unheimlichen Wesen verfolgt, aber auch von einem studentischen Gentleman wacker unterstützt.

    Die verschiedenen Erzählebenen verflechten sich im Laufe des Romans so stark miteinander, dass man als Leser die Geschehnisse in drei Zeiten fast synchron erlebt. Von Rossi erfahren wir durch seine Briefe und Tagebucheinträge, von Paul aus dessen eigenen Schilderungen auf der Reise mit seiner Tochter und zuletzt und parallel alles in der Erzählgegenwart von dieser selbst. Historik und die persönlichen Schicksale verweben sich auf brillante Art in den Historikern selbst.

    Durch Geschichten in der Kindheit der Autorin wird das Interesse an Geschichte geweckt und daraus entsteht wieder die Lust auf Geschichten … Das ist die Geschichte des Buches Der Historiker.

    Übrigens sind die historischen Hintergründe und Orte des Romans sehr gut recherchiert und stimmig, nur die Fakten um das Grab sind fiktiv und die Dokumente und Zeugnisse dazu fast komplett erfunden (ich habe selbst schon zum Thema Vlad III. geforscht).

    Eine eigenwillige Hommage an Bram Stoker

    Der Historiker liegt weitab vom üblichen Fantasy-Mainstream und ist durchaus ein Art Kunstwerk. Elizabeth Kostova hat 10 Jahre daran gearbeitet – manche der bekannteren Fantasy-Autoren bringen deutlich mehr als ein Werk pro Jahr heraus. Daraus lässt sich ersehen, welche Arbeit hinter diesem Buch steckt. Das macht einen Unterschied und der Unterschied ist spürbar.

    Die Autorin hat sich eine interessante Mischung ausgedacht, indem sie historische Briefe, Dokumente und persönliche Berichte mit der Rahmenhandlung einer Ich-Erzählerin verbindet, die uns als LeserIn zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit einlädt. Dabei nutzt die Amerikanerin ein Gestaltungsprinzip ihrer großen literarischen Vorlage, Bram Stokers „Dracula“ (1897), der seine Vampir-Geschichte als Tatsachendokumentation in Form von Tagebucheinträgen und Zeitungsartikel präsentiert.

    Kostova stellt dieses Prinzip nicht in Frage, ironisiert es nicht. Eingebettet in eine rückblickende Erzählung umspinnt sie auf diese Weise unseren modernen, rational und historisch geprägten Geist und verführt uns für die Zeit des Lesens, daran zu glauben, dass Dracula tatsächlich noch bis ins letzte Jahrhundert sein Unwesen getrieben hat und, wenn ich den Epilog richtig verstehe, vielleicht sogar noch heute.

    Vampirisches?

    Kommen Vampir-Freunde auf ihre Kosten? Vielleicht nicht, je nach dem. Wer Bram Stokers Dracula mag, wird den Historiker noch weit mehr mögen, weil die Erzählweise viel moderner und weniger weitschweifig, blumig und umständlich ist. Und ein paar typische Gerne-Elemente finden sich durchaus. Bisse, Blut, Werkzeuge für die Vampirjagd (Silberdolch), Angriffe durch dienende Untote (Vampire), bezwingende Hypnose, Fledermausschatten, Särge und Grüfte …
    Am meisten enttäuscht am ganzen Buch hat mich die Begegnung mit Dracula selbst – er ist anders als meine Vorstellung von ihm … und nicht übermäßig böse. Schade – ich hätte mich gerne mehr gegruselt.
     Die Büchlein mit den leeren Seiten und dem Drachen hat er übrigens selbst gedruckt und verteilt … Warum? Wenn ich das mal so ganz verstanden hätte. Ich finde es nicht stimmig.

    Trotz der Umfänglichkeit des Buches bleibt vieles über Vlad Dracula offen, wie er zum Vampir wurde, wie viele seiner Art es noch gibt – reizvoll und unbefriedigend zugleich, aber in jedem Fall anregend für
     die eigene Fantasie. Und das schätze ich durchaus.

    Einordnung in der Literatur und Kritik

    Ein Feuilletonist der FAZ betitelte (2005) seine Rezension sarkastisch „wie man einen Roman pfählt“ und spielte damit auf die grausamen Hinrichtungsmethoden des historischen Vlads und auf Längen des Romans an, eine beliebte Kategorie der Literaturkritik, die wenig besagt. Tatsächlich ging es mir an einigen Stellen aber ähnlich und ich musste zwischendurch mein Durchhaltevermögen bemühen, um dran zu bleiben. Die Frage ist, wodurch diese Längen entstehen.
    Ausführlichere Berichte von der Reise, Beschreibungen der Landschaft und der Städte, Details des Interieurs – all das gehört zum Schmuckwerk und literarischen Gewand eines Romans, der sich an die viktorianische Erzählweise des 19. Jahrhunderts anlegen will, dennoch wirkt es ungewohnt. Die Gothic Novel lebt davon, dass in die alltäglich erlebte Wirklichkeit plötzlich das Übersinnliche hereinbricht und alles in Frage stellt, weshalb man in der Literaturforschung von magischem Realismus spricht.
    Die Längen haben also System. Trotzdem erwarten die Lesegewohnheiten des 21. Jahrhunderts etwas mehr Spannung. Mir hätte es geholfen, wenn die äußeren Orte ähnlich wie bei Dan Browns Thriller in einem direkten Zusammenhang mit der historischen Detektivarbeit gestanden hätten. Aber man kann auch nicht alles in einem Buch haben.
    Der Historiker bietet zudem eine wunderschöne und tragische Liebesgeschichte, lässt das Leben im Rumänien und Bulgarien der 30er und 50er Jahre szenisch vor Augen treten und erzeugt eine leicht gruselige, melancholische Stimmung, die perfekt zu der Erzählung passt.

    Und noch ein Zitat:

    „Es ist eine Tatsache, dass wir Historiker uns für Dinge interessieren, die zum Teil unser eigenes Ich widerspiegeln, vielleicht den Teil, den wir am liebsten nicht näher untersuchen würden, es sei denn auf dem Feld der Wissenschaft. Und je mehr wir in unsere Interessen eintauchen, desto mehr ergreifen sie von uns Besitz.“ (314)

  8. Cover des Buches Die Teufelsbibel (ISBN: 9783404163267)
    Richard Dübell

    Die Teufelsbibel

     (108)
    Aktuelle Rezension von: Sommerkindt
    Die Geschichte ist interessant ja aber viel zu langatmig.
    Mal abgesehen davon entführt der Autor den Leser in eine dunkle brutale Welt, in der das Wohlergehen der Menschen auf dem Wohlwollen anderer beruht. Weder die Kirche noch das normale Volk scheint den geringsten Begriff von gut oder böse zu haben bzw. nur in geringen Mase.
    Anfangs ist man von den vielen Protagonisten überfordert. Erst im Laufe der Geschichte klamüsert sich heraus wer wohin gehört.
    Wer historische Romane mag kann ich dieses Buch nur empfehlen alle anderen nur wenn sie grad Langeweile haben und mal in eine andere Zeit eintauchen will.
    Und die Geschichte hat eine wirklich überraschende Wendung.
    Es werden mehrere Handlungsbögen aufgebaut, was auch daran liegt das sich die Geschichte so zieht. Aber wenn man erstmal Blut gleckt hat bleibt man dran. Man braucht einfach nur einen sehr langen Aten.

  9. Cover des Buches Ein gefährlicher Gegner (ISBN: 9783596177714)
    Agatha Christie

    Ein gefährlicher Gegner

     (78)
    Aktuelle Rezension von: benfi

    Vorneweg:
    Ich habe den Roman in der Sammlerausgabe des Hachette-Verlag gelesen, welche mittlerweile vergriffen und in der WAS LIEST DU - Datenbank leider nicht vorhanden ist. Sie sollte aber inhaltlich identisch sein mit dieser Ausgabe…

    Inhalt:
    Von Geldmangel und Arbeitslosigkeit geplagt, planen die befreundeten Tommy Beresford und Prudence 'Tuppence' Cowley eine Abenteurer GmbH. Scheinbar schnell gibt es durch Mr. Whittington einen Auftrag für Tuppence, welche diesem sich als Jane Finn vorstellt - ein Name, den Tommy und seine Freundin in einem Pub aufschnappten. Durch diesen Namen fühlt sich der Auftraggeber jedoch unter Druck gesetzt und bietet scheinbar ängstlich einiges Geld für das Schweigen von Jane Finn. Kurz darauf ist der Herr allerdings spurlos verschwunden. Dafür meldet sich auf eine Anzeige der beiden Abenteurer ein gewisser Mr. Carter vom britischen Geheimdienst und klärt die Beiden auf: vor vier Jahren hatte eine Person namens Jane Finn auf dem sinkenden Passagierschiff RMS Lusitiana gewichtige Papiere eines Agenten an sich genommen und war anschließend untergetaucht. Nun wird nach eben jener jungen Dame gesucht, denn die Papiere könnten einen Krieg zwischen Großbritannien und den Russen entfachen. Tommy und Tuppence erhalten die Genehmigung von Carter, nach der vermissten Dame - und somit auch nach den Papieren - zu fahnden. Dabei stoßen sie auf eine weitere interessante Person: der reiche Amerikaner Julius Hersheimer sucht ebenfalls nach der verschwundenen Jane, ist sie doch seine Cousine. Zu dritt wagen sich die Drei auf schwammige Spuren und geraten tiefer in eine Spionage-Affäre, als sie jemals gedacht hätten ... 

    Meinung:
    Mit 'Ein gefährlicher Gegner' hatte die britische Schriftstellerin Agatha Christie ihren zweiten Roman am Start. Dieser erschien 1922 und unterschied sich schon in vielen Dingen von dem Erstling, welcher ja der erste Kriminalroman mit dem Meisterdetektiv Hercule Poirot war. Nun wartete die Autorin mit einem Ermittlungs-Duo auf, welches allerdings in eine Spionage-Affäre geriet. Es ist also nicht die klassische Art und Weise von Kriminalroman. Während die Charaktere Tommy und Tuppence eigentlich ganz gelungen sind, wirken sämtliche Nebenfiguren entweder steril oder überdreht, wie der liebestolle Julius Hersheimer. Weitere Abstriche muss man wohl machen, als die jeweiligen Hauptfiguren für mehrere Tage verschwinden - es die anderen allenfalls bekümmert. So richtige Angst und Sorge kommt scheinbar nicht auf, was schon irgendwie eigenartig - ja fast unrealistisch ist. Trotz diesen eher negativen Punkten zeigt der Roman die Situation in den Zwanziger Jahren vor einem guten Jahrhundert ganz gut auf. Obwohl gerade der erste Weltkrieg beendet war, lauerte der nächste regelrecht im Untergrund - Intrigenspiele der Länder waren regelrecht Mode geworden. So ist dieser zweite Roman, an deren Figuren sich Christie später nochmal erinnern würde, gegenüber dem Erstling zwar abwechslungsreich, kommt aber an die Spannung dessen keineswegs heran. Für die Chronologie und interessierte Leser empfehlenswert, aber kein herausragender Kriminal - Agentenroman...

    7,0 Sterne

  10. Cover des Buches Das Grab der Jungfrau (ISBN: 9783938032893)
    Stefan von der Lahr

    Das Grab der Jungfrau

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Siko71

    Nach dem Tod des Prof. Cyrill Knightley, reist sein Schüler Bill Oakbridge nach Rom. Er hat mit seinem Meister ein Papyrus entdeckt, welches den Ort des Grab der Jungfrau Maria beinhaltet. Währenddessen bereitet sich Rom auf den dritte Konzil vor und Oakbridge bringt mit seinen Forschungen so einiges ins rollen...

    Ein Buch über den Vatikan, Korruption, Ausgrabung und die Mafia. Alles durch seinen perfekten Schreibstil spannend vom Anfang bis zum Ende. Ich gebe daher eine glatte Weiterempfehlung und volle Punkte.

  11. Cover des Buches Das Foucaultsche Pendel (ISBN: 9783423211109)
    Umberto Eco

    Das Foucaultsche Pendel

     (349)
    Aktuelle Rezension von: Andre-Schweda

    Warnung vor dem Buche.

    Wer sich in die verquere Welt von Esoterikern, Geheimbündlern, Kabbalisten und wie sie alle noch so heißen hineinspüren möchte, kann dies hier tun. 

    Eco entlarvt auf viel zu vielen Seiten und mit viel zu vielen Begriffen und Namen, den Kopfsalat der Mystiker und Konsorten. 

    Ich habe das Buch leider von Anfang bis Ende während dreier oder vierer Urlaube durchgelesen. Mühsam und schleppend ging's voran, stets mit der Hoffnung, dass noch etwas geschehen werde, was der Mühe wert sei; aber Pustekuchen!

    Eco zeigt deutlich, dass esoterischer Wahn und Verbohrtheit einen nicht aufzulösenden Bewusstseinswandel verursachen können, der mit Mitteln der Vernunft nicht mehr rückgängig zu machen sein kann. 

    Dennoch: Hier hätte ich gerne eine Zusammenfassung à la Reader's Digest gehabt, damit es schneller zu Ende gewesen wäre.



  12. Cover des Buches Der Engländer (ISBN: 9783492243070)
    Daniel Silva

    Der Engländer

     (51)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Gabriel Allon ist ein erfahrener Mossad Spion und Agent.

     

    Nachdem sich PLO Agent bei ihm persönlich rächt und mit einer Bombe seinen Sohn tötet und seine Frau schwer verletzt, steigt er aus.

     

    Er konzentriert sich jetzt voll und ganz auf seine wahre Leidenschaft. Er restauriert alte Meisterwerke. Sein Ruf in der Szene ist hervorragend und er kann sich vor Aufträgen kaum retten.

     

    Sein neuer Auftrag führt ihn in die Schweiz. Er soll dort einen Raffael restaurieren.

     

    Als er dort ankommt, stolpert er über die Leiche seines vermeintlichen Auftraggebers Auguste Rolfe.

     

    Der Millionär und Bankier war berühmt berüchtigt und womit er sein Vermögen gemacht hat, ist ebenfalls unklar. Über seiner Familie scheint jedoch ein Fluch zu liegen.

     

    Seine Frau hat sich vor über zwanzig Jahren selbst ein Grab ausgehoben und sich dann darin erschossen und sein Sohn kam bei einem Radrennen zu Tode.

     

    Einzig seine Tochter, die ihn mit Hass überhäufte, hat ihn überlebt. Die begnadete Geigerin Anna Rolfe wird von Zeit zu Zeit ebenfalls von Unfällen heimgesucht, schaffte es aber bisher stets zu überleben.

     

    Von ihrem letzten Unfall hat sie sich jedoch nur schwer erholt und nagt noch an Narben der Verletzung.

     

    Gabriel gelingt es, ihr Vertrauen zu erlagen und begibt sich mit ihr auf eine gnadenlose Hetzjagd wie immer rund um den Globus.

     

    Daniel Silva hinterlässt bei der Schweiz einen faden Beigeschmack. Dieses kleine Land, stets vom Geld und vom Zwang anderer Menschen profitiert, schützt deren Rechte und insbesondere natürlich die Rechte der Banken mit hartem Durchgreifen.

     

    Allon und sein Team beißen hier ziemlich auf Granit. Das Ziel, die Rückgabe gestohlener Kunstgegenstände während des zweiten Weltkrieges in die Wege zu leiten, stößt auf harte und unerbittliche Gegenwehr. Gabriel muss so einiges einstecken, um zumindest für einen kleinen Teil Gerechtigkeit herzustellen. Aber ob diese Mittel dem Zweck heilen?

     

    Wie bereits im ersten Teil überlässt Silva auch hier die Frage nach dem Gewissen dem Leser selbst.

  13. Cover des Buches Die Firma (ISBN: 9783800092475)
    John Grisham

    Die Firma

     (526)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Dass John Grisham exquisite Thriller abliefert ist nicht neu, aber mit „Die Firma“ möchte man fast sagen übertrifft er sich selbst. Schon allein die Grundidee des Thrillers ist der Coup schlecht hin. Die Mafia hat eine eigene Anwaltskanzlei die unter dem Mantel der Seriosität die Drecksarbeiten wie Steuergeschäfte, Geldwäsche, Firmengründungen etc. für sie macht. Die „armen“ Angestellten wissen davon allerdings nichts und sind irgendwann so tief in diesen Machenschaften verstrickt, dass ein rauskommen nur noch unter Lebensgefahr möglich ist. Grisham gelingt es, durch seinen fesselnden Erzählstil, den Leser am Buch zu halten. Die Spannung wird Stück für Stück nach oben geschraubt wobei die Handlungen der Hauptfiguren (zu aller erst natürlich Mitch McDeere oder aber auch die Kontaktpersonen beim FBI) plausibel und überzeugend geschildert werden. Die Geschichte ist so packend erzählt, das man egal wie spät es schon ist, das Finale unbedingt noch lesen will. Der beste und raffinierteste Justiz-Thriller, den ich seit langem gelesen habe. Ich kann ihn nur jedem Thriller-Fan empfehlen. Von mir gibt es dafür volle 5 Sterne.

  14. Cover des Buches Unter Wölfen (ISBN: 9783734109843)
    Alex Beer

    Unter Wölfen

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Catherine Oertel

    Nürnberg 1942 - Als Isaak Rubinstein Kontakt zu seiner ehemaligen Freundin Clara aufnimmt, geschieht das nur aus Sorge um seine Familie. Er hat einen Evakuierungsbescheid erhalten. Doch sein Bauchgefühl sagt ihm, dass das nicht einfach eine Umsiedlung wird. Die Gestapo hat es auf die Juden in der Stadt abgesehen und ihm Schwant Böses, denn von anderen jüdischen Familien hat man nie wieder etwas gehört. Er braucht Hilfe, Clara hat Kontakt zum Widerstand, sie ist seine letzte, seine einzige Hoffnung. Doch diese Hilfe hat ihren Preis.

    »Unter Wölfen« ist ein atmosphärisch dichter Krimi der einen packt und nicht mehr loslässt. Die Autorin schreibt sehr bildlich und realitätsnah was auf eine exzellente Recherchearbeit hinweist, auch wenn ihre Figuren und Schauplätze fiktiv sind, lässt sie doch ein brillantes Netz aus Lügen und Intrigen entstehen. In deren Mittelpunkt  Isaak Rubinstein steht, der jüdische Antiquar der keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Doch die Umstände zwingen ihn ein anderer zu werden, ein Spion des Widerstands, der in die Rolle des Kriminalermittlers Adolf Weissmann schlüpft. Dem Besten Ermittler des gesamten Deutschen Reichs.

    Gefesselt hänge ich an den Zeilen und fiebere mit Isaak mit. Während sich die Schlinge um seinen Hals immer weiter zuzieht. Was für eine spannende, emotional berührende Geschichte. Das Buch hat mich von der ersten Seite an begeistert und auch nachdem die Buchdeckel zugeschlagen sind lässt es mich nicht los. Ich will mehr…. Und deshalb freue ich mich sehr auf Band 2 - »Unter Wölfen – Der verborgene Feind«.

    Fazit: »Unter Wölfen« ist ein atmosphärisch dichter historischer Krimi der einen packt und nicht mehr loslässt. Ich bin total begeistert. Unbedingt Lesen, ihr werdet es nicht bereuen.

  15. Cover des Buches Am Ende des Schweigens (ISBN: 9783734111174)
    Charlotte Link

    Am Ende des Schweigens

     (619)
    Aktuelle Rezension von: abuelita

    Jessica kehrt von einem ihrer langen einsamen Spaziergänge zurück. Stanbury House, in dem sie mit Mann und Stieftochter sowie zwei anderen befreundeten Paaren ihren Urlaub verbringt, liegt seltsam still und verlassen da. Und dann findet sie die erste Tote….

    Ein grauenhaftes Verbrechen hat die Idylle, in der die drei Ehepaare seit Jahren immer wieder Urlaub machen, zerstört. Es wird bald jemand festgenommen, aber Jessica will sich damit nicht zufrieden geben und ermittelt auf eigene Faust. Ihr war die „heile Welt“ ohnehin zu gekünstelt und zu erzwungen in der letzten Zeit. Und sie stellt dann auch immer mehr Widersprüche und Ungereimtheiten fest…

    Es ist ein eher leiser Krimi, der eher auf psychologische Aspekte zielt denn auf Action. Die Figuren sind teilweise überzeichnet, aber so konnte ich sie mir wenigstens gut vorstellen… 😊 und das Zusammenleben der doch eher ungleichen Familien ohnehin. Wobei hier fast jeder irgendwie gestört ist..

    Die Autorin hat die Handlung etwas arg in die Länge gezogen, aber das hat mich weniger gestört, da ich Geschichten von ihr einfach gerne lese. Ist halt wie so vieles Geschmackssache….

     

  16. Cover des Buches Die Stimmen des Flusses (ISBN: 9783518467008)
    Jaume Cabré

    Die Stimmen des Flusses

     (189)
    Aktuelle Rezension von: Computermasche

    Die Geschichte wird über viele Rückblicke erzählt. Grundsätzlich ist das ein Stilmittel was ich sehr liebe. Aber in diesem Buch sind die Rückblicke sehr verwirrend. Sie geschehen oft und unangekündigt, oft sogar mitten im Absatz. Das macht die Geschichte sehr verwirrend und man muss erstmal sich einfinden. 

    Aber der Sprachstil lässt einen direkt in die Geschichte eintauchen. Diese fand ich sehr spannend und die Charaktere sehr s hlussig. 

    Ich kann das Buch empfehlen. Allerdings sollte man sich für dieses Zeit nehmen können und bereit seinit denken zu müssen

  17. Cover des Buches Die Petrusakte (ISBN: 9783404922116)
    Andreas Englisch

    Die Petrusakte

     (30)
    Aktuelle Rezension von: simonfun
    Schreibstil, Ablauf und Charaktere wirken dermaßen unpersönlich, zusammenhanglos und langweilig, dass ich das Buch nach knapp 100 Seiten für immer weggelegt habe.
  18. Cover des Buches Ich bin voller Hass - und das liebe ich (ISBN: 9783442473885)
    Joachim Gaertner

    Ich bin voller Hass - und das liebe ich

     (27)
    Aktuelle Rezension von: LeseBlick
    Inhaltsangabe
    Joachim Gaertner erzählt die innere Geschichte des Attentats an der Columbine Highschool anhand von Originaldokumenten, Tagebüchern, Interneteinträgen, Verhörprotokollen und Aussagen von Beteiligten. Die Dramaturgie seiner literarischen Montage öffnet den Blick für das Ungeheuerliche einer Tat, die von den Tätern bis ins kleinste Detail in der Fantasie, in literarischen Szenen, Tagebüchern, auf Internetseiten und in Videos ausgebildet wurde, bis sie schließlich katastrophale Realität wurde.

    Meine Meinung
    „Das letzte Schuljahr kommt auf die Klasse von 1999 zu. Wie die meisten meiner Mitschüler bin ich mir unsicher, was ich davon erwarten soll. Aber ich nehme an, dass ich mehr Spaß haben werde als in allen Schuljahren bisher.
    Auf jeden Fall mehr Freiheit.“
    (Dylan Klebold, 18.08.1998, Zitat S. 7)


    Mit diesen Worten startet dieser Tatsachenbericht.
    Selten rolle ich eine Rezension von hinten auf, hier soll dies aber der Fall sein.
    Im Nachwort stellt der Autor einen Vergleich der USA mit Deutschland an.
    Vergleichspunkt ist der Umgang mit Informationen nach solch einem Vorfall, wie zum Beispiel dem hier beschriebenen Amoklauf.
    In den USA ist es der Bevölkerung durch den Freedom of Information Act möglich, unheimlich viele Informationen zum Vorfall zu erhalten. Die Öffentlichkeit steht nicht im Dunkeln, wie es zum Beispiel in Deutschland der Fall ist.
    Solch ein Buch würde nach einem Vorfall in Deutschland meines Erachtens nicht zu Stande kommen.
    Diesen Punkt befürworte ich nicht aufgrund von Neugierde und Nervenkitzel, sondern es sollte ein Schutz darstellen. Vergleicht könnten angestellt werden und Schicksalsschläge eventuell vermieden werden.

    1999 war ich noch keine 10 Jahre alt und habe an den 20.04.1999 keine nennenswerten Erinnerungen. Für die Stadt Littleton im Bundesstaat Colorado bedeutet dieses Datum ein Schreckensszenario.
    Zwei Schüler der Columbine High School stürmen die Schule und töten Menschen.

    In dem dokumentarischen Roman „Ich bin voller Hass – und das liebe ich“ versucht der Autor uns das Innenleben der zwei Jungs, deren Umfeld und Situation genauer zu erklären. Kann man diese Tat nachvollziehen?
    Nein, dass denke ich nicht, aber dennoch fand ich die Tagebucheinträge und andere verwendete Tatsachenberichte sehr interessant, spannend und gleichzeitig verstörend.
    „Für die meisten Leute mag das irgendein Computerspiel sein, aber für mich ist es ein Ventil für meine Gedanken und Träume.“
    (Eric Harris über das Ego-Shoot-Spiel Doom, S. 24)


    Eric Harris, damals 18 Jahre alt und Dylan Klebold, damals 17 Jahre alt, bezeichneten sich als „Natural Born Killer – NBK“.
    Beim Lesen war ich förmlich entsetzt, in wie weit sich ihre spätere Tat schon angedeutet hat. Schularbeiten und auch Interneteinträge waren meiner Meinung nach angsteinflößend und hätten Lehrer und Mitleser der Internetseiten hellhörig werden lassen. Hier hoffe ich, dass dieser Vorfall ein Mahnmal war.

    Beide Jungen würde ich als Ausgegrenzte bezeichnen.
    Weder Eric, noch Dylan hatten eine Unzahl an Freunde. Sobald es jemanden gab, spielte beiden Jungs das Schicksal mies mit.

    „Es dauert nicht lange, einen Freund zu finden, aber es braucht nur drei Wörter, einen zu verlieren: >>Wir ziehen um.<<“
    (Eric Harris, S. 94)


    Jedoch fanden sie durch Computerspiele, durch Interesse an Filmen und Musik zu einander. Eine feste, innige Freundschaft konnte ich in diesem Roman nicht herauslesen, aber beide hatten die gleichen Wünsche, Ängste und Ziele.

    „Ich kann gar nicht warten, bis ich euch alle töten kann.“
    (Eric Harris auf seiner Website)

    „Behaltet das im Kopf, ich will die Welt verbrennen, ich will jeden töten bis auf ungefähr 5 Leute.“
    (Eric Harris, S. 129)


    Auch wenn dieses Buch viele Eindrücke liefert, fragt man sich beim Lesen immer wieder WARUM?
    Für mich verlaufen sich die Ursachen im Sand.
    Den Jungs aufgrund ihres natürlichen Wesens die Schuld zu geben, wäre zu einfach.
    Es ist dieses große Ganze.
    Aber jegliche fördernde Faktoren, welche zu dieser Tat führten, zu erläutern, würde diese Meinung zum Buch sprengen.

    Mein Fazit
    Ich bin froh, dieses Buch nun endlich gelesen zu haben.
    Einige Passagen werden mir in Erinnerung bleiben und ich bin interessiert weitere Literatur zu diesem Vorfall zu lesen.
    Jedem Jugendlichen auf dieser Welt, der von ähnlichen bösen Geistern begleitet wird, wünsche ich einen anderen, gewaltfreien Umgang mit Ängsten und Sehnsüchten zu finden.
    Für Interessierte ganz klare Leseempfehlung.
  19. Cover des Buches Im Herzen der Angst (ISBN: 9783956490842)
    Maya Banks

    Im Herzen der Angst

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Pitzi

    Jules Welt ist schon vor ein paar Jahren aus den Fugen geraten, als sie während eines Frankreichurlaubs von einem Unbekannten angesprochen wurde, der sie unter der Androhung, ihrer Familie zu schaden falls sie nicht kooperiert, für seine terroristische Organisation rekrutierte. Jules musste lernen andere Menschen zu töten und erfuhr, dass auch ihre wahren Eltern einst dieser Organisation dienten, bevor sie ermordet wurden.

    Nun, drei Jahre später, wird sie von ihren Adoptiveltern aufgespürt, denn Jules hatte alle Brücken hinter sich abgebrochen, aus Angst davor, dass die Organisation ihr das Liebste, das sie hat, nämlich ihre Ersatzfamilie, tötet. Bevor sie sich mit den Eltern aussprechen kann, fliegt Jules Hütte in die Luft. Jules überlebt schwer verletzt und wird in ein Krankenhaus gebracht. Dort erwacht sie unter großen Schmerzen; neben ihr sitzt Manuel, der Mann, der sie einst als Kleinkind von der Straße auflas und der sie zu ihren Adoptiveltern brachte. Auch Manuel wuchs dort auf und ist tieftraurig, als er erfährt, dass die Eltern bei der Explosion ums Leben gekommen sind. Was Manuel jedoch nicht ahnt, ist, dass Jules in den Jahren, in denen sie verschwand, zur Killerin ausgebildet wurde. Und Jules weiß nicht, dass Manuel ein CIA Mann ist, der die Aufgabe hat, Jules zu seinen Vorgesetzten zu schaffen, denn Jules Organisation ist der CIA ein Dorn im Auge…

    Ich habe vor einiger Zeit bereits einige Historical Romances der Autorin gelesen, von denen mir einige sehr gut und andere weniger gut gefallen haben. Vielleicht war es daher reine Neugierde, die mich bewog, auch einmal einen Romantic Suspense von Maya Banks ausprobieren zu wollen. Dafür sprach dann auch, dass es sich bei „Im Herzen der Angst“ um einen Einzeltitel handelt.
    Gleich der Anfang der Geschichte startet mit einem Schockeffekt und auch der weitere Verlauf der Story gestaltet sich sehr rasant und actionreich. Allerdings leider auch ein wenig zu sehr an amerikanische Actionreißer angelehnt. Mir persönlich wirkte es einfach ein wenig zu stark aufgetragen, als sich Jules und Manuel auf der Flucht vor Verfolgern auf der Autobahn eine wilde Schießerei lieferten und Manuels Mittelsmann und Partner bei der CIA dann allein durch einen Telefonanruf alle Schwierigkeiten aus dem Wege räumen konnte. Überhaupt erschien einem „Tony“ als eine Art Tausendsassa, der sogar seinem Chef die wichtigsten Informationen vorenthalten konnte, was dann irgendwann völlig unglaubwürdig wirkte.
    Kleine Schwierigkeiten hatte ich auch, mir vorzustellen, dass sich zwei Menschen, die wie Bruder und Schwester miteinander aufwuchsen, plötzlich in Liebe zugetan sind und trotz aller Innigkeit solche Schwierigkeiten zu haben schienen, sich einander ihre Geheimnisse anzuvertrauen.

    Immerhin geschieht das dann ab der Mitte des Romans, doch fand ich es, trotz aller Nachsichtigkeit, dass es sich hier um eine Romance handelt, die man nicht allzu bierernst nehmen sollte, auch äußerst merkwürdig, dass eine Frau, die behütet aufwuchs, innerhalb von drei Jahren zu einer top ausgebildeten Killermaschine wurde, wohingegen Manuel, als ebenfalls top ausgebildeter CIA Mann, während diverser Schießereien, Jules nicht das Wasser reichen kann und sogar von ihr gerettet werden musste. Was dann allerdings gegen Jules Professionalität sprach, war die Tatsache, dass sie erst so spät darauf kam, dass ihr eventuell ein Peilsender eingepflanzt wurde.

    Überhaupt schien sich die Autorin nicht ganz entscheiden zu können, fand ich, wie sie Jules und Manuel charakterisieren sollte. Mal wird Jules von Angstattacken verfolgt und dann kann sie so einfach wieder umschalten in den „Killer-Modus“ und völlig kühl agieren und töten?
    Und Manuels blindes Vertrauen in Jules und sein ewiger Beschützerinstinkt nervten mich leider dann auch. Man erfährt kaum mehr über ihn, als dass er Jules liebt und auf Händen tragen möchte, was auf die Dauer dann etwas fade wirkt.
    Und obwohl ich so viele Kritikpunkte aufführe, möchte ich dennoch nicht weniger als 3.5 Bewertungspunkte vergeben, weil der Roman, dennoch kurzweilige und teilweise auch spannende und actionreiche Unterhaltung bietet, wenn ich mir auch eine stärker durchdachte Story und eine tiefgründigere Charakterisierung des Heldenpaars gewünscht hätte. 3.5 von 5 Punkten.

  20. Cover des Buches Die Purpurlinie (ISBN: 9783426197837)
    Wolfram Fleischhauer

    Die Purpurlinie

     (51)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Historische Romane bedienen sich oft gewisser Zeitalter nur als Bühne, um irgendwelche, mehr oder weniger gute, Kriminalfälle zu konstruieren. Nicht so bei diesem Buch. Hier wird Geschichte sehr lebendig präsentiert.
    Selbst dort wo fiktive Handlungen eine Rolle spielen geschieht dies nicht auf Kosten der historischen Genauigkeit.
    Fleischhauer hat sehr akribisch recherchiert(siehe seine Notizen am Ende des Romans) und dort wo keine Aussagen aufgrund verschollener oder fehlender Dokumente möglich sind wird dem Leser nicht irgendwas erzählt um eine schlüssige Geschichte zu bekommen. Vielmehr werden Spekulationen, die auch als solche ausgewiesen und für mich sehr logisch dargestellt sind gemacht, wobei er bewusst den Leser mit einbezieht und ihm eigene Interpretationen gestattet.

    Nun könnte man meinen, dass man es hier mit einer, mehr oder weniger, trockenen Geschichtsabhandlung zu tun bekommt, aber weit gefehlt. Der Roman ist sehr spannend geschrieben, und wie ich finde, in einer Sprache, die Wolfram Fleischhauer als begnadeten Erzähler ausweist. Nicht nur die historischen Fakten sind sehr gut aufbereitet. Die Personen bekommen auch ein persönliches Profil, dass ihre Handlungen,im Kontext der Zeit, sehr anschaulich werden lässt.

  21. Cover des Buches Tarean 3 - Ritter des ersten Lichts (ISBN: 9783961880294)
    Bernd Perplies

    Tarean 3 - Ritter des ersten Lichts

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Doscho

    Ein letztes Mal brechen Tarean und seine Gefährten zu einem Abenteuer auf. Diesmal geht es nach Gongathar, wo finstere Mächte versuchen, das Gleichgewicht Endars zu zerstören.


    Auch im letzten Teil der Tarean-Trilogie lässt sich mal wieder das sagen, was ich schon zuvor gesagt habe: Es handelt sich auch hier um typische, aber spannend geschriebene Fantasy, die sich theoretisch als abgeschlossener Einzelband lesen lässt. Meiner Meinung nach sollte man jedoch, wie ich auch in meiner Rezension zum Vorgängerband erwähnt habe, die vorherigen Bände gelesen haben.

    Dies liegt zwar ebenfalls an den zwischenmenschlichen Beziehungen, aber auch am Beginn des Buches. Die Verknüpfung mit dem Vorgängerband ist hier nämlich wesentlich besser gelungen als noch bei „Erbe der Kristalldrachen“. Anders gesagt: Wer das Ende von Band zwei aufmerksam gelesen hat, weiß die grobe Handlung dieses Buches. Das wirkt flüssig und in sich stimmig.

    Mein größter Kritikpunkt liegt hier wohl bei mir selbst. Denn ich habe alle Bände der Trilogie hintereinander weg gelesen, ohne Unterbrechungen dazwischen. Normalerweise ist so ein Vorgehen sogar ratsam – hier nicht. Ich ertappte mich öfter als einmal bei dem Gedanken, froh zu sein, dass die Reihe nach dem Band vorbei ist und froh zu sein, dass es sich bei Tarean „nur“ um eine Trilogie handelt.


    So handelt es sich bei der Tarean-Reihe zusammengefasst um grundsolide, aber dennoch spannende und gutgemachte Fantasy, die man jedoch eher mit Pausen lesen sollte. Ich hatte trotz mancher Kritik aber auch hier meinen Spaß und kann sowohl Reihe, als auch Autor jedem Fantasyfan empfehlen.

  22. Cover des Buches Tagebuch (ISBN: 9783103971514)
    Anne Frank

    Tagebuch

     (2.402)
    Aktuelle Rezension von: marilovesbooks2020

    „Ich hingegen finde, dass noch bei jedem Kummer etwas Schönes übrig bleibt. Wenn man das betrachtet, entdeckt man immer mehr Freude, und man wird wieder ausgeglichen. Und wer glücklich ist, wird auch andere glücklich machen. Wer Mut und Vertrauen hat, wird im Unglück nicht untergehen“. (Anne Frank, S. 205)

     

    Am 12.06.2022 wäre Anne Frank 93 Jahre alt geworden. Vor 75 Jahren wurde ihr Tagebuch erstmals veröffentlich.

    Zu Ihrem 13. Geburtstag erhielt Anne ihr Tagebuch, dem sie ihren Tagesablauf, Gedanken, Erlebnisse, Gefühle anvertraute. Die Niederschrift des Versteckens vor den Nazi, im Hinterhaus der Firma ihres Vaters. Das Tagebuch endet am 01.08.1944, der letzte Eintrag, den die junge Anne Frank tätigte. Ihr Vater Otto Frank, der einzig Überlebende der Familie Frank, erhielt das Tagebuch nach seinem Freikommen von seinen Hinterhaus-Helfer*innen, die in der schweren Zeit des Versteckens halfen, zurück. Sie übergaben ihm das Vermächtnis seiner kleinen Tochter Anne.

     

    Diese Jubiläumsausgabe aus dem S. Fischer Verlag enthält die zweite Fassung des Tagesbuches von Anne Frank. Die Fassung, die von Anne selbst überarbeitet wurde, da ihr ihr persönlicher Stil nicht mehr zusagte.

    Beim Lesen des Buches verfolgt man die Entwicklung von Anne, wie sie mit dieser furchtbaren Gesamtsituation umgeht. Das Bildmaterial von ihr, der Familie oder auch aus der Schule oder von Ausflügen unterstreicht nochmals wie Anne’s Leben war, unabhängig davon, dass es viel zu kurz gewesen ist! Ein kluges und mutiges Mädchen, dass in so vielen Phasen schon erwachsen scheint und dennoch so viel Kind ist. Das sein Schicksal angenommen hat, obwohl es nicht von oben kam, sondern von furchtbaren Menschen entschieden wurde.

    Die Ausgabe schließt mit zwei Beiträgen von Mirjam Pressler, der Übersetzerin, über Anne selbst und über die Familie Frank. Mit einem zeitgeschichtlichen Kontext und einer Zeittafel. Ein Beitrag von Otto Frank und das Tagebuch sowie über die Hinterhaus-Bewohner*innen und die Helfer*innen.

     

    „Ehrlich gesagt, ich kann mir nicht richtig vorstellen, wie jemand sagen kann „Ich bin schwach“ und dann auch schwach bleibt. Wenn man so etwas doch schon weiß, warum dann nicht dagegen angehen, warum den Charakter nicht trainieren? Die Antwort war: „Weil es so viel bequemer ist.“ Diese Antwort hat mich ein bisschen missmutig gemacht. Bequem? Bedeutet ein faules und betrügerisches Leben auch, dass es ein bequemes Leben ist?“ (S. 301)

     

    Ich denke jeder hat schon von Anne Frank, die sich mit ihrer Familie und weiteren Personen in einem Hinterhaus versteckt hat, um den Deutschen zu entkommen, gehört. Menschen, die die Juden in Konzentrationslager verfrachteten und töteten. Ihr Vater hat lange, bevor die Gräueltaten begannen, schon „vorgearbeitet“, um sie und seine Familie in Sicherheit bringen zu können. Letzten Endes hat der Abschaum „gewonnen“.

    Beim Lesen des Buches musste ich am Ende, als beschrieben wurde, wie Anne, ihre Mutter und ihre Schwester umkamen, unfassbar weinen. Mir ist unbegreiflich, warum Menschen sich gegenseitig solche Dinge antun. Aber jedes Mal fällt mir ein Spruch ein, den ich vor langem iwo gelesen habe: „Die Welt hat Platz für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“

    Eine klassische Bewertung gebe ich hier nicht ab – nur so viel ist zu sagen: das Buch ist schön umgesetzt und geht ins Herz. Es ist ein Stück Geschichte, die von einer jungen Zeitzeugin ungeplant zurückblieb. Holt Euch diese schöne Ausgabe mit den Zeilen von Anne und den Bildern, die so fein eingearbeitet wurden.

    Empfehlen möchte ich Euch auch die Graphic Novel aus dem S. Fischer Verlag, die ich gleich im Anschluss gelesen habe.

  23. Cover des Buches Staatsfeind WikiLeaks (ISBN: 9783442102372)
    Marcel Rosenbach

    Staatsfeind WikiLeaks

     (17)
    Aktuelle Rezension von: StMoonlight

    Die Autoren beschreiben Julian Assange, als auch Daniel Domscheidt-Berg. Von der Idee der Plattform WikiLeaks, über die Umwandlung bis hin zum Ausstieg Domscheidt-Bergs. Auch Freunde und Bekannte kommen zu Wort, beschreiben wie sie die Veränderungen, unter anderem besonders von Assange, wahrgenommen haben. Aber natürlich auch – und das ist vielleicht fast das Wichtigste, die Reaktion der USA (und anderen Unternehmen) auf die Veröffentlichung hochbrisanter Daten.

    Bei der Lektüre stellt sich der Leser unweigerlich eine Menge (politische) Fragen. In jedem Fall regt es zum Nachdenken an.

    Geschrieben ist das Buch ein wenig wie ein Artikel des Magazins Stern. Ein bisschen redaktionell, aber auch ein wenig reißerisch. Mir hat dieser Schreibstil nicht wirklich gefallen.

    Leider werden anderweitige Quellen mit den eigenen Gesprächen der Autoren (z.B. der Aussage von Bradley Manning) vermischt, so dass es irgendwann wirklich schwer ist noch Die Echtheit daraus zu selektieren. Ebenso verwenden die Autoren hier Social-Media-Postings als Referenz, außerdem vergleichen Sie ihre Arbeit mit der von WikiLeaks, was an sich ja schon gar nicht möglich ist. So etwas hätte ich von Journalisten nicht erwartet. Erhofft hatte ich mir etwas Neues zu erfahren, Hintergründe kennenzulernen, tiefer einzudringen, in die Arbeit von WikiLeaks. Bekommen habe ich eine wirre Mischung zusammengesammelter Redaktionsfetzen. Ich bin wirklich enttäuscht.

  24. Cover des Buches Die Fälscherin (ISBN: 9783548285429)
    Julia Freidank

    Die Fälscherin

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Nemo

    Jerusalem im Jahre des Herrn 1148: Die junge Adelige Heilwig erkrankt auf dem zweiten Kreuzzug an Lepra. Nur ihr Mentor und Lehensherr, Bischof Otto von Freising, glaubt noch an ihre Rettung und tatsächlich kann sie – wie durch ein Wunder vollkommen genesen – nach Baiern zurückkehren. In ihrer Heimat wird die Gezeichnete unter dem Namen Blanka von der Bevölkerung fast schon wie eine Heilige verehrt. Doch als ihr Vater stirbt, droht neues Ungemach: Der Verwalter der Kirchengüter verweigert ihr die Erbschaft des Lehensgutes Burgrain. Das Vogteiamt untersteht nämlich Otto dem Rotkopf vom Geschlecht der aufstrebenden Wittelsbacher. Und diese versäumen keine Gelegenheit, sich strittige Ländereien, notfalls auch mit Gewalt, anzueignen. Bischof Otto weiß sich zu wehren: Indem er in Kloster Neustift Urkunden – unter anderem mit Hilfe der begabten Blanka – fingieren lässt, weist er seinerseits umstrittenen Besitz rechtskräftig dem Bistum zu. In ihrer neuen Wirkungsstätte Neustift pflegt Blanka auch einem schwer verwundeten Ritter; sie verliebt sich in ihn und zeugt mit diesem ein Kind. Was sie noch nicht weiß: Der gutaussehende Mann ist Otho Kopf, ein gefährlicher Kämpe der Wittelsbacher. Um Burgrain für sich und die Kirche zu sichern, heiratet Blanka widerwillig den bischöflichen Richter Pero. Doch die Ehe geht nicht gut, Pero ahnt den Ehebruch und bewirkt ein Gottesurteil, das dramatisch endet: er selbst stirbt an den Folgen seiner Verletzung, der für Blanka kämpfende Otho wird lebensbedrohlich verwundet und Blanka selbst verstoßen. Als sie erfährt, dass sich die Wittelsbacher mit Heinrich dem Löwen verbunden haben und den Markt Föhring angreifen, muss sie sich endgültig zwischen der Macht der Kirche und der Macht der Wittelsbacher entscheiden …

    Die im Roman genannten – gefälschten – Urkunden existieren wirklich und werden unter anderem in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt. Wer die Fälschungen begangen hat, wird wohl Bischof Ottos Geheimnis bleiben – ein Glücksfall für die Autorin. Die 1973 geborene Julia Freidank ist in Freising aufgewachsen und kam über ihr Hobby, den Schwertkampf, zum Schreiben. In ihrem zweiten Roman fährt sie das ganze Repertoire derzeit gängiger Mittelalterromane auf – oft auch in einer reichlich deftigen und manchmal auch sehr spezifischen Sprache: den Konflikt zwischen der adligen Oberschicht und dem einfachen Volk, die Zurückdrängung des germanischen Götterglaubens durch das Christentum, die Machtansprüche zwischen Kirche und weltlichen Herrschern, die aufkommende Überlegenheit des Geldes gegenüber dem Grundbesitz, den Zwiespalt zwischen Lehenstreue und individueller Überzeugung sowie die Angst vor Seuchen und um das ewige Seelenheil. Dem Geschmack unserer Zeit geschuldet, nehmen natürlich die komplexe Liebesgeschichte sowie die Auseinandersetzung mit dem Frauenleben im Mittelalter besonders großen Raum ein.
    Die gut recherchierte und virtuos ausgeführte Handlung entwirft ein lebendiges und unterhaltsames Porträt des Mittelalters und wird durch ein informatives Nachwort sowie ein Personenverzeichnis auch für weniger beschlagene Leser aufs Beste ergänzt.

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