Bücher mit dem Tag "doppelmoral"
10 Bücher
- Lisa Taddeo
Three Women – Drei Frauen
(146)Aktuelle Rezension von: Beasonders… sogar ziemlich schlimm. Ich hatte damit gerechnet, dass das Buch sicher keine angenehme Geschichte sein wird, aber am Ende kann man es wirklich nur so zusammenfassen: schlimm.
Sprachlich fand ich es ab und an etwas holprig, was den Lesefluss minimal gestört hat. Oft konnte ich aber auch aufgrund der Geschichte nur ein Kapitel lesen und musste es dann erst einmal beiseite legen.
Dennoch könnte man sich fragen, ob das eine Pflichtlektüre sein sollte.
- Elina Penner
Die Unbußfertigen
(42)Aktuelle Rezension von: MaseliNatasch & Marco, Justin, Max, Klaus Basti, Sergej, Yannik, Jutta und Anny haben es geschafft. Sie sind Stars im Internet, und scheffeln richtig Geld dabei. Sie sind die Top 10 Top der Influencer-Szene und haben mächtig viel getan, um auf der Haimlik App den höchstmöglichen Rank 10 zu bekommen. Belohnt werden sie mit einer Einladung zu einem Wochenende in einem abgelegenen Herrenhaus. Was sie dort erwartet ist alles streng geheim, auch was sie dafür getan haben.
„Der Teufel hat uns hier versammelt. Nach uns geschickt hat er. Nach den Unbußfertigen.“
Nun sollen sie büßen, einsehen, was sie verbrochen haben, damit andere davon lernen können. Ein Wochenende ohne Bildschirme, Likes und Abhängigkeiten; das ultimative Detoxing!
Meine persönlichen Leseeindrücke
Den Begriff „Die Unbußfertigen“ lese ich auf Seite 110, denn dort wird erklärt, was damit gemeint ist. Als Christin sollte ich diese Wort wohl kennen, doch leider habe ich diesen Begriff noch nie gehört habe.
„Menschen, die keine Reue zeigen. Also nicht fertig sind mit der Buße.“
Und tatsächlich, alles hängt mit Buße zusammen, und mit dem Sich eingestehen, dass man etwas Falsches getan hat, für den Fame, der Kohle bringt. Doch so einfach ist das nicht, der Mensch ist schließlich noch keine Maschine, bei dem man einfach einen Schalter umlegen kann.
Was die 10 Influencer machen ist ihnen nur zum Teil bewusst, jedenfalls nur soweit sie sich das selbst zugestehen; ein gesundes Schuldbewusstsein fehlt. Und dieses Wochenende soll Läuterung bringen. Zwar hat keiner strafrechtlich relevantes gemacht, doch moralisch ist es verwerflich, was sie tun.
Wer Elina Penner von ihrem Roman Nachtbeeren kennt, weiß, dass er sich auf eine unkonventionelle flippige Lektüre freuen darf. Und deshalb bitte nicht wundern, dass sich hier sprachlich der Abgrund auftut und die deutsche Sprache dem aktuellen Slang der Influencertums weichen muss. Da schlucke ich mehr als einmal, wenn ich die mit Englisch vollgesogene Sätze lese und vom Deutschen nur mehr ein Grundgerüst da ist. Eine Katastrophe, die längst real ist und die mich hier sehr betroffen macht. Doch Elina Penner belässt es nicht nur dabei, sie setzt die neue Bevölkerungsgruppe der Influencer samt ihrer Gefolgschaft in Szene, mit solch einer Schonungslosigkeit, dass es richtig weh tut. Wer dem Wahn nicht verfallen ist, kann nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und beten, dass es nicht so schlimm werden kann.
Noch ist es nicht soweit. Elina Penner hat vorgedacht. Und wir können noch korrigierend eingreifen.
Fazit
Mit Die Unbußfertigen widmet sich Elina Penner der Influencer- & Reality-Show Szene und zeigt, wie raffiniert Stars ihren Followern eine Welt vorgaukeln und wie brutal sie dabei mit den Menschen umgehen, nur um für sich Profit zu schlagen. Es wird Zeit für Buße.
- Joe Bausch
Verrücktes Blut
(6)Aktuelle Rezension von: HoldenVielen Dank, lieber Hermann Josef für die tolle Lesung im Germania-Kino in Meppen! Joe Bausch schildert sein Aufwachsen in der mittelhessischen Provinz, die sich offensichtlich gar nicht so vom Emsländischen abhebt, wo ich aufgewachsen bin, allerdings ein paar Jahrzehnte später (Das Nummernschild "EL" steht ja bekanntermaßen für "Entwicklungsland".). Er beschreibt die spannungsreiche Beziehung zu seinen Eltern, die von wenig gezeigter Zuneigung geprägt ist sowie die Freuden des Aufwachsens auf dem Land mit seinen Freunden (was man so alles als Spielgerät nutzen kann), und den seltsamen Kriegsheimkehrer Andersen von gegenüber, der von den Kindern gern geärgert wird. Die furchtbare Mißbrauchsgeschichte, die ihn lange geprägt hat, wird relativ kurz erwähnt, in der Lesung sagte Bausch, daß er dem Täter "Uwe" verziehen habe. Besonders der letzte Teil mit der Abschiednahme vom Vater geht einem nahe. Besonders der Abschnitt über dem Dorfpfarrer sei jedem Geistlichen ans Herz gelegt!
- Gabrielle Zevin
Lauf, Jane Young
(23)Aktuelle Rezension von: AukjeAls 20jährige beginnt die Politik Studentin Aviva ein Praktikum bei dem Kongressabgeordneten Levin. Diesen kennt sie noch aus Kindheitstagen da er, seine Frau und seine Söhne mal Nachbarn von ihr und ihrer Familie in Florida waren. Relativ schnell kommen die beiden sich näher und beginnen eine Affäre mit einander. Etwa 2 Jahre später fliegt diese auf und Aviva wird der Sündenbock und wird als Schlampe in den Medien abgestempelt. Jedes Mal, wenn sie versucht einen Job zu bekommen kommt ihre Vergangenheit wieder zum Thema, da man alles über diesen Skandal im Internet googeln kann. Daraufhin beschließt sie heimlich ihren Namen zu ändern und sich ein neues Leben in Maine aufzubauen. Dort beginnt sie sich ein erfolgreiches und glückliches Leben als Hochzeits- und Eventplanerin mit ihrer 13jährigen Tochter Ruby aufzubauen. Doch als ihre Tochter versucht herauszufinden wer ihr Vater ist, beginnt die Vergangenheit sie wieder einzuholen.
Ich mochte das Buch unheimlich gerne, aber ich muss auch gestehen, dass ich die Bücher der Autorin sehr mag. Der Schreibstil ist angenehm und man findet sofort in die Story rein. Schritt für Schritt wird man in die Story eingeführt und dadurch möchte man immer weiterlesen da man wissen möchte wie es weiter geht und man nach und nach alle Puzzleteile zusammenfügen kann. Eine klare Leseempfehlung! Ein kleiner Tipp noch … das Buch ist zuvor unter dem Titel 'Das Verhältnis' erschienen.
- Carola Schneider
Mein Russland
(14)Aktuelle Rezension von: kruemelmonster798Carola Scheider nimmt ihre Leser mit nach Russland und versucht anhand von elf unterschiedlichen Porträts das Land zu beschreiben.
Sie schreibt in ihrem Vorwort, dass ihr Buch weder eine repräsentative gesellschaftliche Studie noch eine wissenschaftliche Analyse ist, sondern eine zutiefst subjektive Auswahl von Menschen, die sie auch ebenso subjektiv beschreibt.
Anhand der Porträts, die völlig unterschiedliche Menschen, ihre Hoffnungen, ihre Erfahrungen, ihr Leben mit vielen Widrigkeiten zeigen, kann man Russland ein wenig kennenlernen.
Elf Porträts sind jetzt zwar nicht viel, aber ich fand die Auswahl der Interviewpartner/-innen in ihrer Unterschiedlichkeit hat schon einen Einblick ermöglicht, was Menschen in Russland umtreibt.
Gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin die Menschen manchmal auch nach einiger Zeit wieder getroffen hat und berichtet, was nach dem Gespräch noch geschehen ist.Der Schwerpunkt liegt auf der politischen Situation und weniger auf dem Alltagsleben.
Mein Fazit: Leicht lesbarer und interessanter - sicherlich subjektiver - Einblick in ein großes, vielschichtiges Land.
- Monika Detering
Die Kraft ihres Herzens
(9)Aktuelle Rezension von: AnjaKoenigein sehr bewegendes buch, das in gutem schreibstil ein dramatisches leben von Kindheit an beschreibt. teilweise nachzuvollziehen sind die handlungen in einer zeit, die glücklicherweise heute anders ist als damals. die Gefühle dieses menschen sind deutlich gemacht und lassen erahnen wie schwer dieses leben war. sehr schön, dass diese frau nicht an all den immer wiederkehrenden missbräuchen komplett gebrochen ist, sondern die stärke hat weiter zu leben und zu versuchen gutes mit ihrem leben zu machen, soweit es ihr möglich ist. bleibt zu wünschen, dass solche gewalt und schmerzen, körperlich und psychisch aus dieser welt verschwinden mögen. leider nicht möglich schätze ich, aber durch veröffentlichen solcher Geschichten, könnten aussenstehende vielleicht sensibilisiert werden um anderen kindern und Frauen mit ähnlichem Schicksal hilfreich begegnen zu können. ein tiefgehendes buch, das mir sehr gut gefallen hat, da es schonungslos darlegt und erläutert, und damit informiert und aufweckt. - Inger Edelfeldt
Jim im Spiegel
(14)Aktuelle Rezension von: katzekatzekatzeSchweden in den 70er Jahren: Der junge Jim ist ein Misanthrop und auf der Suche nach dem eigenen Ich. Gefangen in sich selbst und unverstanden von den Eltern, einer unglücklichen Mutter und einem Vater mit erzkonservativen und doppelmoralischen Werten. Ironischerweise beginnt sich erst etwas zu ändern als Jim anfängt, sich mit seiner eigenen Homosexualität auseinander zu setzen...
Mir hat das Buch an sich gut gefallen. Jims innere Zerrissenheit, seine Depression, die fast schon bis zu einer Depersonalisation und semi-dissoziativen Erleben im psychologischen Sinne führt, konnte man gut mitfühlen, ebenso wie das Erwachen dieses Neuartigen, die Liebe zu Männern, die es dann am Ende ist, die ihn rettet. Eine wirklich gelungene und nachvollziehbare Charakterentwicklung, die sich, obwohl das Buch in den 70ern spielt und in den 80ern veröffentlicht wurde, auch noch locker auf die heutige Gesellschaft projizieren lässt.
Warum ich für mich dem Buch dann doch zwei Sterne abgezogen habe, ist Folgendes: Mir hat einmal stellenweise ein wenig die Leidenschaft und auch ein Hauch Erotik gefehlt, welche ein sehr guter Kontrast zu dem grauen Leben hätte darstellen können, das Jim beschreibt. Und teilweise wurde mir die Misanthropie des Hauptcharakters dann doch etwas zu viel, dieses selbst-torpedieren von allem Positiven, was ihm vielleicht hätte widerfahren können, Stichwort Selbsterfüllende Prophezeiung. Aber da das Buch von der Seitenanzahl überschaubar ist, ging es im Großen und Ganzen eigentlich und ich kann es als Jugendlektüre guten Gewissens weiterempfehlen.
- Claudia Rusch
Meine freie deutsche Jugend
(40)Aktuelle Rezension von: Holden"für Irmgard, ganz herzlich, Weimar 16.10.03" lautet die Widmung, dem bleibt eigentlich nichts hinzuzufügen, nur das hier die Lebensgeschichte eines Vorbilds an Zivilcourage anschaulich präsentiert wird. Wäre man selbst so tapfer gewesen, man weiß es nicht, aber durch die Erziehung zum Querdenken durch ihre Mutter und deren Freunde wurden die Energien der kleinen Claudia in die richtigen Bahnen gelenkt. Das DDR-Unrecht wird drastisch angeklagt, so daß kein Platz mehr für Ostalgie und Verklärung bleibt, erst mit der "Wende" wurden die Oppostitionellen zu "echten" DDR-Bürgern, aber aufhalten ließ sich der hier schreibende Wirbelwind nicht. Auch ein Vorbild an Lebensenergie und der Beweis dafür, was man als Individuum erleben kann.
- J. D. Christilian
Nebel über Manhattan.
(4)Aktuelle Rezension von: melli.die.zahnfeeIn einem Lagerschuppen am Hafen wird eine Prostituierte ermordet aufgefunden - eigentlich kaum der Rede wert, trüge sie nicht ein kostbares Abendkleid von Mrs. Vance Barclay Walburton, der seit einiger Zeit verschwundenen Gattin eines der reichsten Anwälte der Stadt. Natürlich kann Mr. Walburton sich etwaige Verbindungen zwischen einer Dirne und seiner Frau nicht leisten, und so beauftragt er den gewieften Privatdedektiv Harp mit einer möglichst unauffälligen Klärung des delikaten Falles. Es ist phantastisch mit welcher Akribie J.D. Christilian das Leben im Jahre 1871 in New York beschreibt. Man meint man würde selbst dort leben. Mich hat dieses Buch seinerzeit positiv überrascht, da sowohl Charaktere als auch Krimihandlung wunderbar ausgearbeitet sind. - 8
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